Bette

Zwischenfälle an der italienisch­französischen Grenze.

Nizza , 2. November. ( Havas.) Die Mehrzchl ser Blätter enthält die Meldung, daß gestern nachmittags in der italienischen Grenzstation Ventimiglia eine Rundgebung stattfand, welche von Fascisten veranstaltet wurde, als sie Kennt nis von dem Attentate auf den italienischen Mini­sterpräsidenten Mussolini erlangten. Hiebei kam es zu einem ernsten 3 wischenfalle. Ein französischer Eisenbahnangestellter, welcher nicht den Hut abnahm, als eine Mujiffapelle vor dem Bahnhof die fascistische Syntne spielte, wurde von den Manifestanten mißhandelt. Die Fascisten be­gaben sich sodann zum französischen Konsulat, wo einige von ihnen gewaltsam in dasselbe ein­drangen. Ein Fascist hielt hierauf in einem für Frankreich wenig freundschaftlichem Tone eine Ansprache.

Der heilige Bater gratuliert seinen Sekundanten.

Rom , 1. November. Die Agenzia Stefant wurde zu der Mitteilung ermächtigt, daß der hl. Vater, als er gestern abends von dem Attentate auf Mussolini Rennnis erhielt, es nicht unterließ, Mussolini sofort sein Bedauern über das Attentat und die Glückwünsche zu demt glücklichen Ent rinnen aus der Gefahr auszudrücken.

Inland.

Teuerungstundgebungen der Ge­nossenschaften in Prag .

Die sächsischen Landtagswahlen.

Neun Barteien statt fünf.- Gewinne der unpolitischen" Barteien und der Kommunisten.- Niederlage der 23 Barteispalter.

Das endgültige Ergebnis der sächsischen Landtagswahlen, die Sonntags stattfanden, ist folgendes:

Die Partei der 23"( foge= nannte alte Sozialdemokra fie")

Deutschnationale Volkspartei

Sozialdemokraten

Kommunisten

9

Demokraten

Wirtschaftspartei

Völkische

Zentrum

Nationalsozialisten Aufwertungspartei Hausbesitzer

31. Oftober 1926: Stimmen

1922:

Mandate

Stimmen

Mandate

98.026

4

23

341.065

14

482.469

/ 19

292.079

12

474.708

19

9

758.142

31

1,060.247

18

342.112

14

4

266.867

9

111.351

5

214 189

8

237.462

10

5.137

a

10.382

11.358

24.059

22.614

37.736

2

9

98.258 7.027

4

9

.

9111

Sieg der Labour Party bei den Gemeindewahlen.

Mittwoch, 3. November 1926.

Bom Kriegsschauplat in England.

Ein zentraler Kriegsrat" der Bergarbeiter. Kein Abbröckeln des Streifs. Die Lage der englischen Industrie. Die Wirkung auf die in­ternationale Wirtschaft. Die Solidarität der Gewerkschaften der anderen Länder.

Daß sich die Exekutive der Bergarbeiter als Zentraler Kriegsrat" fonstituiert hat, ist fennzeichnend für die ganze Lage in England. Es ist wohl der gleichen Stimmung zuzuschreiben, wenn die Presse der Arbeiter und ihrer Gegner wie während eines Krieges, genau über die flein sten Einzelheiten an der Front" berichtet und über jeden Mann, der wieder in Streit tritt oder in den Schacht fährt, Buch führt. Wie während eines Krieges verhält sich auch die Berichterstat­tung im Auslande: Die kapitalistische Presse stirgt sich auf alle Zahlen, die auf eine Schwächung der Front der Bergarbeiter deuten können, ohne auch nur die anderen Meldungen zu erwähnen. In Wirklichkeit ist es wie bei jedem Krieg: Verluste in einem Frontabschnitt, Gewinne im anderen. Gewinne hauptsächlich dort, wo die seit Monaten von Ort zu Ort reisenden Bergarbeiterführer per­sönlich eingreifen können. In den beiden Distrit ten, die der Kriegsrat zu erst in Angriff genont men hat, ist in der letzten Woche die Zahl der arbeitenden Berglente empfindlich zurüdgegan gen, so in Nottinghamshire , Derbyshire und Rei cestershire um 8230, in Lancashire und North Wales um 7457. In anderen Distriften hat dic Zahl der arbeitenden Bergleufe hingegen in den letzten Tagen zugenommen. Die Netto- Zahlen Dienstag fand in Prag eine von den ge- London , 2. November. Die bisherigen Er- vativen mit den Liberalen gemeinsam in den stellen sich wohl so, daß man numerisch für nojjendhaftlichen Körperschaften einberufene Kund- gebnisse der gestrigen Gemeindewahlen in der Wahlkampf, wurden aber trotzdem geschlagen. Der die letzten zwei Wochen alles in allem von einer gebung der Konsumenten statt, die einen guten Provinz weisen eine erhebliche Verichiebung zu- Sieg der Labour Party hat sehr überrascht und sientlich stabilen Lage sprechen kann. Besuch cufwies. Die Ausführungen der Redner gunsten der Labour Party auf, welche im ganzen nach den vorjährigen Wahlen, bei welchen sowohl chlaggebend ist jedoch die moralische flangen vor allem in einen Protest gegen das 139 Mandate gewonnen hat. Die Konservativen in London als auch in her Provinz bedeutende Lage unter den Kämpfenden, und diese ist nach fonjumfeindliche Verhalten der Regierung aus. verlieren 69, die Liberalen 46 und die Unabhän- Verschiebungen zu verzeichnen waren, waren die 25- wöchigem Kampf geradezu glänzend. Bei der Den Vorsitz der Versammlung führten Jirajet gigen 21. Die Verschiebungen unter den Parteien gestrigen Ergebnisse umso bedeutsamor. ganzen Entwicklung zeigt sich vor allem, wie wid und Sture. Die Ministerien für soziale Für- find folgende: Die Konservativen verlieren 74 tig die Arbeit der Führer und wie groß ihr per­jorge, Volksernährung und Landwirtschaft waren Mandate zugunsten der Labour Party und zwei sönlicher Einfluß ist. Ihre Anstrengungen sind vertreten. Als erster Redner sprach Direktor zugunsten der Unabhängigen, gewinnen aber 7 fast übermenschlich und ihre Ausdauer spielt eine Lustig von der tschechischen Großeinkaufsgesell von den Liberalen. Die Liberalen verlieren etwa Hauptrolle. schaft, der darüber berichtete, welche Formen be- 37 zugunsten der Labour Party , 7 zugunsten der reits das konjumfeindliche Verhalten der Regie- Konservativen und den Rest zugunsten der Unab­rung angenommen hat. Als besonders charakteri henngigen. stisch dafür bezeichnete er das Verbot der heutigen Radiosendung über die tschechische Großeinkaufs­gesellschaft. Rovat( Sdruženi) wandte sich bor allem gegen das Verhalten der agrarischen Blät Auch die Mitglieder müßten ihre Pflicht besser ferenz besonders eingehend die Frage der ter, die behaupten, es gebe keine Zeuerung. Zwei erfüllen und nur bei Konsumvereinen einkaufen. Drittel der Bevölkerung aber leiden unter der Er betonte die Wichtigkeit der Eigenproduk Teuerung. Er widerlegt dann die Verleumdungen tion. Der Haß der Gegner beweise unsere über die Sanierungsaktion Fišer( Svaz) spricht Stärke. von dent Werte der Statistik, die unwiderlegliche

Die Wahlberichte sind in Lonodn spät einge­laufen, weshalb die Bresse auch nicht in der Lage war, fie bisher zu kommentieren. Nur der Daily Herald" begleitet sie u. a. mit den Worten: Ein gutes Zeichen für die Bergarbeiter ist, daß sich unter den Gewählten auch der Borsigende ihrer Föderation, Smih, befindet,

In einigen Gemeinden gingen die Konser 900000000000000000000000000000000000000000 0000000000

Beweise erbringt. Seit 1923 find die Lebens- die Teuerung und das Die Resolution, die sich gegen die 3ölle, mittelpreise bei gleichzeitig fellenden Löhnen um Verhalten der Regierung ausspricht, Konjumfeindliche 15 Prozent gestiegen. Redner berichtet dann, daß roird angenommen. die Prager Handels- und Gewerbekammer bei der Kammer in Eger Erkundigungen eingezogen hat, wie weit die Genossenschaften durch den

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Wie während eines Krieges ist die Lage im Hinterland", die ja sogar im Weltkrieg den Aus. schlag gegeben haben soll, nicht weniger wichtig. In dieser Beziehung fann gesagt werden, daß sic für die Gegner der Bergleute geradezu fatastro­phel ist. Aus allen Teilen Großbritanniens tref­außer Betrieb gesetzte Hochöfen, geschlossene Teg­fen Berichte ein über stillgelegte Schiffswerften, Disziplin behandelt wurde", das heißt also, tilwerke und Fabriken. Ein Spezialforrespondent daß man sich besonders damit beschäftigte, wie des Daily Herald" gibt in einer allgemeinen man die schweren Folgeerscheinungen, die die Po- Uebersicht Zahlen, die für sich selbst sprechen: so litik der Landbündler in den Reihen der eigenen waren in West- Schottland zu Beginn der Aus­Bartei seitigte, paralysieren fönne. Am meisten sperrung 85 Hochöfen in Betrieb, heute kein ein­orditete Mayer gemacht, der mit der Par- liegt seit 5 Monaten still. Die verloren gegan Kopfweh hat den Herren bekanntlich der Abge siger. Die schottische Eisen und Stohlindustrie teileitung arg zerfallen ist und bereits die Nieder- genen Lohnsummen und die Verluste auf Grund legung feines Mandats ankündigte, weil er die von Aufträgen sind zu errechnen. In den In Regierungspolitik des Spina und so weiter dustrien in Middlesborough, wo normaler Weise Staat gefördert und konkurrensfähig gemacht Sokol und Fascismus. Samstag und Sonn- glaubte nicht mitmachen zu können. Nun meldet 25.000 Mann beschäftigt sind, arbeiten heute bloß würden. Die Senatorin Maminka( National- tag fand eine Konferenz der Sokoln statt, die sich aber die Landpost", daß We ayer auf der Starls- 5000 Mann. Von 13 Eisenwerken sind nur die sozialisten) fordert einen einheitlichen Abwehr- auch mit dem Fascismus beschäftigte. Nach bader Konferenz erklärte, er werde die Partei- jenigen einer einzigen Firma in Betrieb. Laut einer längeren Debatte wurde festgestellt, daß disziplin stets einhalten, worauf die Mitteilungen von Arthur Bugh, Generalsekre Tenerung. Dr. Vrbensky( Kommunist) be. Fascismus und Sokolschaft unvereinbar sind. Vertrauensmänner die Zustimmung gaben, daß tär des Eisen- und Stahlarbeiterverbandes und grüßt die Einheit der Arbeiter auf genossenschaft - An den Präsidenten Masaryk wurde ein Begrü- Abg. Mayer das von ihm zur Verfügung gestellte seitweiliger Vertreter des in Amerika weilender. Abgeordnetenmandat weiterhin ausüben soll". Präsidenten des Britischen Gewerkschaftsbundes, lichem Gebiet und spricht sich für eine politische Bungstelegramm gesandt. Kirre gemacht. Die Deutsche Land Also wäre der Bruch vorderhand geleimt. Mayer arbeiten von insgesamt 470 Hochöfen der Metall. post" berichtet über eine Vertrauensmännerfon hat nach echten deutschen Mannes Art flein beige- industrie nur noch 5. Die Börse meldet cine ferentz, die der Bund der Landwirte" am Sams geben, und weil er so schön brav zu sein verspricht, scharfe Baisse auf dem Markt für englische In­tag in Starlsbad abhielt und an der alle landbünd. darf er auch Abgeordneter bleiben, womit dem dustrieaktien, lerischen Größen teilnahmen. Aus dem Bericht deutschen Volke in allen sozialen und nationalen der Landpost" geht hervor, daß auf dieser Kon Belangen auch hinlänglich gedient ist.

fampf der Arbeiterorganisationen

Annäherung aus.

gegen die

Genoffe Svojše, der für die Großein faufsgesellschaft und den Verband spricht, schließt sich den Ausführungen der Vor­redner an. Er betont, daß die Gleichgültigkeit der Konsumenten an der Teuerung mit schuld sei.

4

Die Untersten.

Roman von Victor Noad.

-

Auch das Ausland gehört in diesem Streit zum Hinterland": In Frankreich werden

Der untersetzte, breitschultrige Mann saß in der Mitte, an feiner rechten und linten Seite je eines der Mädchen. Abgenügte Geschöpfe. Hektische Röte auf schlaffen Wangen; feindseliges Feuer in beschatteten Augen. Die Rüden gefrümmt, wie bei Hunden, die Prügel gewärtigen. Sie famen sich hier höchst unglücklich vor und wären gern davon geschlichen, hätten sie nur die Kraft gehabt, anders zu wollen, als ihr Mann es wünschte.

Gruppen von Zweien oder Dreien auseinander, weihevolle Aft in der Kirche hatte den Mann aus Da hodten nun die drei Unglüdsmenschen die sich tuschelnd indie finstern Eden drückten, dem inneren Gleichgewicht gehoben. Und dann an der schlemmerhaften Tafel. Ein dräuendes Riff Eine Woge schwemmte alle wieder durcheinander. Franz war feinfühlig. Er merkte, daß die über- int Strome der Freude, um das man zuerst noch Ein böses Treiben im halberloschenen Tages- schwengliche Zärtlichkeit Paulinens den Zwed ver- feine frohen Blide und Scherze geschidt herum­lichte, das durch das staubblinde Fenster vont folgte, ihn zu beschivichtigen. Er las es ihr vom lenkte. Aber Neiz und Mißgunst rannten sich Hofe aus eindrang. Trödler waren es, Altwaren. Geficht ab, wie sehr sie sich ängstigte, fich bangte, darauf fest, und das Hindernis wuchs an Umfang. Warum sollte auch die junge Frau nicht händler, die sich zu einem Ring" zusammenge- feitdem der ungebetene Gast eingetreten war., froh sein? Erwartete sie doch von dieser Stunde schlossen hatten, um durch gemeinsames Vorgehen Der war nicht allein gekommen. Zwei die glüdseligsten Wirkungen. Sie glaubte an die bei öffentlichen Versteigerungen private Käufer Mädchen hatte er mitgebracht, die Schwester und weihevolle Handlung am Altar, an des Pfarrers abzudrängen und das Höchstgebot" niederzu- die Braut". Seit jenem Abend, wo er Franzen Wort, an den Segen und das Myrtenkränzchen halten. Im Auswanderer" wurde die Parole mit Baulinen bekanntgemacht, und diese sich so auf ihrem dunklen Scheitel an alles das, wie ausgegeben und der Rebbes" geteilt. Wie Ratten einfach über ihn hinweggesetzt hatten, war er dem an einen, das Verhängnis bannenden Zauber. stießen sie in die Trümmerhäufen zerborstener Auswanderer" ferngeblieben. Ein halbes Jahr Und der Gedanke an das Kind ihr Kind Existenzen und bauten sich ein zwischen Müll und war darüber verstrichen. Vergeltung hatte er dem branute wie eine heilige Rerze in der dämmer- Moder. glücklicheren Nebenbuhler zugedacht, und er war vollen Halle ihrer Hoffnungen. Verscheucht sind die Bösen. Hochzeitsglanz er bes Gedankens nicht müde geworden. In blinder Von wunderbarer, marienhafter Reine heitert heute den Raum. Blumen prangen auf der Wut, nur um Paule durch die Nachfolge in seiner waren ihre Wünsche; waren wie Vögel weißgedeckten Tafel. In blanken Leuchtern viele Gunst zu beleidigen, hatte er die Dirne zur Braut schneeigen Gefieders mit schön gefchiveiften, fräf- brennende Kerzen. Ein Flimmern und Glizern gewählt. Er lebte nur noch feinem Neid und Haj tigen Schwingen, Vögel, die, von silbernen auf Gläsern und schlanken, buntgelapfelten gegen Franz und Pauline. Sätte der ihm die Schimmer umflossen, über blauseidenen Him- Flaschen. Der Duft frischbackenen Kuchens ver- Paule nicht weggeschnappt, hätte sie ihn nicht ver­mel jegeln. mischt sich mit dem Dunst der schivelenden Lichte schmäht, so stünde doch er heute auf dem Plate, und den forglose Behaglichkeit zaubernden Ge- wo der Andere sich sonnte.- rüchen von Wein, Suppe, Braten und Speisen auf Schüffeln und Tellern.

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Hinter der Schantstube des' ,, Ausivanderers" lag ein noch dunklerer Raum: Das Vereins­zintmer", wo an verschiedenen Abenden der Woche Anstatt Paulinens, die sonst hier die der Rauchklub Blaue Wolfe" rauchte, der schäumenden Seidel fredeugt, flizzt ein Kellner ,, Männerchor Halbe Lunge" fang oder der Frack, weiße Binde! die Tafelrunde entlang. ,, Athletenklub", dessen Vorstandsmitglied Franz war, turnte und rang.

Baule diente heut nur ihrem Gatten, diente ihmt mit restloser Hingabe. Jebe Sandreichung, Nachmittags traf man hier oftmals eine jeder Blick sagt ihm: Ich bin Dein." Berjanintlung seltsamer Gestalten. Männer da- Franz nahm ihre Huldigung hin wie selbst runter in langen fdywarzen Raftanen, mit bleichen verständlich, obwohl sie ihm ein wenig peinlich Gesichtern, schwarzen Ohrlocken und wie Roß- war vor aller Augen. Ein leichter Verdruß störte haar glänzenden Sinnbärten. Augen wie Jet, ihn. Nachdent er all die Wochen hindurch die liftig, voller Unruhe. Unrast in der Bewegung, Luftigkeit eines Possenreißers aufgebracht hatte, schlängeln sie sich durch den Haufen der schwatzen- trat jetzt, nachdem das Ziel seiner Anstrengungen den Leute, drängeln sich bald an den, bald an erreicht war, eine nervöse Erschlaffung ein. Er jenen, laufen sodann tief sinnend für sich, auf den faß ziemlich einfilbig zwischen seiner geschmüdten Dielen entlang, huschen trippelnd hierhin, dorthin Frau und dem Schwiegervater und lohnte ihre wie Ratten. Die ganze Gesellschaft war von Freundlichkeit nur fümmerlich. Leidenschaft erregt. Zuweilen fiel der Haufe in

Da war aber noch anderes im Spiele: Der

Der stierte sein Glas an. Er füllte es fo häufig, daß die rothaarige Dirne zu seiner Rechten es wagte, ihm Mäßigung anzuraten:

Sauf nich so ville, Oskar! Bist ja schon fnille!"

Ein Blick von ihm ließ sie verstummen. Franz vermied es, die drei zu sehen. Sie schienen für ihn nicht da zu sein. Er tranf seinen Gästen zu weit über die Tafel hin.

-Na, Paule,-lennit ma wohl jar Und Paula atmete freier. nich mehr? Wenn Du Hochzeit feierst, derf id Nur der alte Bater fränkte fich gan offen doch nicht fehl'n!- Da" er sog feine Mädchen heran und stieß fie vor Baulen hin, vee Braut sichtlich über die Anwesenheit der schändlichen jungfern! Det is meine Schwester, und die da Menschen. Der Herger bohrte nur so in feiner Haha, dufte Nummern! Brust. Auch der unbequeme Anzug belästigte ihn meine Braut!- Los, Aaskreten jetzt mach'n ma fettlebe!" Er start. Er gewöhnt in Hemdsärmeln, eine blaue hing fich an jedem Armie cine und zerrte sie mit Schürze vor dem Bauche, an den Schenke su figen, hatte sich einen Bratenrod aufzivängen lassen, cinc sich in das Hinterzimmer hinein. weiße Weste über den Leib geschnallt und um den furzen, wulstigen Hals einen steifen Stragen­Jipsverband gelegt. Er geriet in Schweiß. Auf der politurglatten Platte des fürbisrunden Stopfes begann es zu perlen.

Baule stand wie vont Blitz getroffen. Ihre nie zitterten.

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,, Nanu, Baule, so hat er Dir jeärgert? denn doch rauß mit ihm famt den ver­fluchten Weibsbildern!"

,, Nee Vater, um Jott's will'n nich!- Der läßt sich nich so einfach rausschmeiß'n, Vater. Det jab'n Unglid. Lag'n man ganz in Ruhe. Wenn a blog mit' m Frans nich anbandelt!- Ach, Vater, hab id eene Angst!"

,, Vaula bedauerte ihn: ,, Laß man, Vaterken, wenn' t ers' n bigi'n lebhafter is, tredste det Zeuch wieder runter." ( Fortsetzung folgt.)