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haben.

Bolnische Antwortnote. Warschau , 9. Juni. Der polnische Gesandte in Moskau hat im Laufe des heutigen Tages dem Stellvertreter des Volkskommissärs für Aeußeres Litvinow die Antwort der polnischen Regierung auf die gestrige Note der sowjetrussischen Regierung betreffend das Attentat gegen den sowjetrussischen

Gesandten Wojkow überreicht.

Inland.

,, Klaffenkämpfer" im Gerichtssaal.

Aus der Tätigkeit kommunistischer Parteifunt­tionäre.

Freitag, 10. Juni 1927.

dienste um die Landwirtschaft erwerben, zu Dele­gierten ernannt werden können. Die Zahl dieser Delegierten darf ein Drittel der Gesamtzahl der Delegierten der Landwirtschaftskammern, bezie hungsweise Genossenschaften nicht übersteigen.

In ähnlicher Weise wie bei der Verwaltungs­reform sucht man also auch hier das allgemeine Wahlrecht zu verfälschen und den Einfluß der gewählten Mitglieder durch ernannte Mitglieder zu schwächen.

Die deutschen sozialdemokratischen Lehrer genen den Entwurf des Uni­

fizierungsgesetzes.

Der Verband sozialdemokratischer Lehrer ist nach eingehender Besprechung der Studie zum Entwurfe eines Unifizierungsgesetzes für die Schulverwaltung zu folgendem Ergebnis gelangt:

Der Warschauer Gesandtenmörder. sel ist. Daß die kommunistische Partei einen sol­chen Sekretär auf die südböhmischen Arbeiter los Warschau , 9. Juni. Die Wilnaer Blätter läßt, wird ihr Ansehen durchaus nicht erhöhen. bringen Einzelheiten über die Verson des Atten­So flagt Herr Bierer eines unserer Blätter, weil täters Kower da. Dieser ist der Sohn cines russischen Lehrers, eines ehe­dieses der Vermutung Ausdrud gegeben hat, daß er mehr Zeit habe als sozialdemokratische Funk maligen Mitgliedes der russischen sozial- revo­tionäre. Oder er klagt, weil unser südböhmisches lutionären Partei, seine Mutter ist eine weiß- Die Kommunisten, die im Jahre 1921 aus- Organ behauptet hat, daß seine Notizen Heiterfeit russische Bäuerin. Am 22. Mai reiste Kowerda gezogen sind, um die deutsche Sozialdemokratie in erregen. Er flagt uns sogar, weil wir behauptet von Wilna nach Warschau . Er soll sich von seiner der Tschechoslowakei zu vernichten, find augen haben, er verlege seine Tätigkeit nunmehr völlig Familie schweren Herzens verabschiedet und blicklich dabei angelangt, den Kampf gegen uns in den Gerichtssaal. Seine Tätigkeit erweckt tat- Der Gesetzentwurf jah auch die Beseitigung beim Abschiede geweint haben. Im Gespräch mit vor allem in Gerichtssaal zu führen. Nach fächlich den Eindruck, als ob er frampfhaft die der bisherigen Sektionierung der landwirt jeinen Kollegen soll Kowerda jich geäußert haben, dem es ihnen durch Zeitungen und Versammlun- fozialdemokratische Presse nach Stellen durchsuchte, schaftlichen Berufsvertretungen vor. Wie nun die seiner Ansicht nach könnte die Ermordung gen nicht gelungen ist, die sozialdemokratischen Ar die feinem Advokaten und dem Gericht Beschäf» Deutsche Landpost" meldet, ist der Geseßentwurf Stalins und, Rykows den Sturz des beiter nach Moskau zu führen, rufen sie die Richtigung geben könnten. Da eine so fieberhafte Ge- zurückgezogen worden und wird in der Richtung Sowjetregimes beschleunigen. Er würde dester der Republik zu Hilfe, damit diese mittels richtstätigkeit doch auch Geld kostet, möchten wir dahin umgearbeitet werden, daß die Landwirt halb nach Moskau reisen. Bei der Haus- reaktionärer Gesetze die Sozialdemokratie, nieder- an die kommunistische Partei die Frage stellen, schaftskammern wie bisher die Landeskulturräte durchsuchung in der Wohnung der Familien- zwingen. Statt der Weltrevolution- ob denn die Gelder der kommunistischen Arbeiter national gegliedert werden. Bei den bisherigen angehörigen Kowerdas wurde nichts Belastendes der Gerichtssaal das ist der Weg der dazu da sind, von den Herren Bierer, Neurath Erfolgen", welche die aktivistischen Parteien er­vorgefunden. tommunistischen Partei der Tschechoslowakei , ins- und Vereit auf eine solche Weise vergendet zu zielt haben, wird man in dieser Hinsicht ein wenig Kowerda veryäl: sich im Gefängnis ruhig, besondere ihrer deutschen Anhänger. werden? Ist das wirklich Arbeit für das Prole- ffeptisch sein müssen. Es wäre auch gar zu föstlich, zeigte jedoch geſtern bereits große Nieder- die Poſt nicht die Klage irgend eines fommuni- demokratische Bresse, also die Zeitungen der gro Koalition den Deutschen gelassen hat, diesen aus Es vergehen kaum ein paar Tage, da uns tariat und den Sozialismus, die deutsche sozial- wenn eine Errungenschaft, welche die allnationale geschlagenheit. Er behauptete bei seiner ersten Bernehmung, er hätte Wojkow für die Millionen ſtiſchen Funktionärs zuſtellt. Wenn es sich noch zen Masse der deutschen Arbeiterschaft dieses Lan- gerechnet von der Regierung Svehla Spina- Mayr Landsleute, welche in Rußland leiden, getötet. um ehrenrührige Vorwürfe handelte, die irgend des, mit Klagen zu überhäufen? Glauben die Harting genommen würde. Der Attentäter behauptet, feiner politt- cinem der Weltrevolutionäre in unseren Blättern Kommunisten, daß die grundsäßlichen und tat­schen Organisation angehört und gemacht würden, könnte man es noch begreiflich tischen Meinungsunterschiede, die uns von ihnen aus eigenem Antriebe gehandelt zu Gerichte wiederherstellen lassen obzwar die entschieden werden können, welche doch die Gesetze finden, daß die Kommunisten sich ihre Ehre vom trennen, von Richtern auf Grund von Gefeßen Kommunisten früher die sittliche Sanierung eines eines bürgerlichen Staates sind? Oder haben die Klassenfämpfers durch das, wie sie immer beton- Kommunisten etwa ihr Urteil über das Preßgesch ten, bürgerliche" Gericht nicht sehr hoch geschätzt revidiert und erblicken in ihm den Rettungsanfer, haben. Aber was soll man dazu sagen, wenn an den sich die Herren Neurath , Bierer und Ver­if Herr Alvis Neurath, Abgeordneter der kom- dik hängen, um sich vor dem Ersaufen zu retten? munistischen Partei, das Gericht anruft, weil ihn Entweder die Genannten beschäftigen Advokaten ein sozialdemokratisches Blatt in einer längeren und Gerichte ohne Zustimmung der Partei, dann Der Entwurf bringt feinen Forts Notiz über eine Versammlung, einen abgetafel müßte das Politbüro, das sich sonst um jeden schritt und untergräbt den Boden für ten Generalstabchef" nennt? Wer in kommuni Schmarren fümmert und das jeden zweiten Tag eine moderne Schulreform. Er er stischen Versammlungen gewesen ist, fennt die spaltenlange Aufrufe in die Welt setzt, den Herr schwert Neugründungen von Schulen und bietet Schimpflanonaden, die gegen uns bei solcher Ge- schaften das Handwerk legen. Werden aber alle neue Drosselungsmöglichkeiten. Die englischen Genossenschaften und richterstatter eines sozialdeenokraschen Blattes instanzen überreicht in den letzten Tagen be- Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei auf­legenheit losgefeuert werden, aber wenn der Be diese Klagen im Einverständnis mit den Partei- Der Entwurf berücksichtigt die von der die Arbeiterpartei. einen fommunistischen Abgeordneten in einer jei müht sich auch ein Herr Reimann um die gestellten Autonomievorschläge in feiner Weise. London , 8. Juni. Der Jahreskongreßner Meinung entsprechenden Weise charakterisiert Balme des Muhimes im Gerichtssoal, dann hat Der Verband sozialdemokratischer Lehrer lehnt der britischen Konsumgenossen- ohne, daß er der Ehre des Betreffenden nahe- sich die kommunistische Partei auf ein Gebiet be- daher diesen Entwurf als unaunehmbar ab und fchaften hat mit 1960 gegen 1843 Stimmen, witt, dann läuft der kommunistische Abgeord geben, das weitab liegt von dem Tätigkeitsfeld, verlangt die Schaffung eines Gesetzes, das bei wovon jebe Stimme 1000 Mitglieder repräsen- Wutter fäuft, um zu klatschen, der andere hätte Um im Gerichtssaal zu kämpfen, dazu hat es einer tureller Beziehung eine solche Ausgestaltung nete zum Kadi, wie ein kleiner Bub zu feiner das sie 1921 den Arbeitern zu betreten versprach. nationaler Selbstverwaltung in ful tiert, einem Abkommen über die politische auf ihn die Zunge herausgestredt. Ein Kollege fommunistischen Partei nicht benötigt. Daß die des Schulwesens aller Nationen die­Zusammenarbeit zwischen den Ge­nossenschaften und der Arbeiter des Herrn Neurath, das Mitglied der kommn Kommunisten mit einer solchen Leidenschaft den fes Staates bringt, daß die Ideen einer moder­partei seine Zustimmung gegeben. Das Ab- nistischen Parteivertretung, Herr Bereit, flagt Stampf mit uns nicht mehr in Versammlungen, nen Schulreform endlich verwirklicht wer fommen sieht ein gemeinsames Komiteens, weil wir einen Bericht der Rovnost" des sondern im Gerichtssoal suchen, ist ein Zeichen den fönnen." aus Vertretern der Arbeiterpartei und der Kon- Brünner kommunistischen Blattes sowie ihrer En'artung und Defadenz. jumgenossenschaftspartei vor. Die Vereinbarung beides eine Stritif seiner Tätigkeit enthaltend. ein Memorandum feiner eigenen Parteigenossen, bedarf jetzt noch der Genehmigung durch den nachgedruckt haben. Statt daß der Herr Verčit Parteitag der Arbeiterpartei. Die Hauptbeden- die Angelegenhen mit seinen Varteigenossen aus tung des Abkommens liegt darin, daß in Zu- trägt, sich vor ihnen rechtfertigt oder sie zum funft alle politischen Rivalitäten zwischen der Widerruf der gegen ihn erhobenen Anschuldigun­Arbeiterpartei und der kleinen Genossenschafts- gen veranlaßt, geht er zum Richter und flagi partei, deren Abgeordnete übrigens schon bisher ein sozialdemokratisches Blatt! Der Klagewütigste der Barlamentsfraktion der Arbeiterpartei ange- unter den Stommunisten ist aber Herr Bierer, hörten, sowie die Doppelkandidaturen feines Zeichens kommunistischer Parteifefretär für in Wahlkämpfen fortfallen. Die Opposition gegen Südböhmen . Der Herr Bierer hat in der Politik das Abkommen ist nicht als Opposition der Kon- fein Glück. Die Zahl der Mitglieder der tom jumgenossenschaften gegen die Arbeiterpartei zu munistischen Partei in Südböhmen geht zurück, betrachten, sondern fediglich gegen jede poli- worunter das Ansehen des Herrn Sekretärs leiden tische Betätigung der Konsumgenossenschaften. mag. Für die Erfolge nun, die dem Herrn Bierer unter den Arbeitern versagt bleiben, sucht er einen Ersatz im Gerichtssaal. Er glaubt, sein Ansehen werde wieder aufgefrischt werden, wenn er die Verurteilung eines sozialdemokratischen Saarbrücken , 9. Juni. Die Räumung des Redakteurs auf Grund des geltenden Preßgefeßes Saargebietes durch die französischen Truppen, die herbeiführt, eines Gesezes, von dem die Kommu bis zum 12. Juni beendet sein soll, ist nisten zwar nicht viel halten, das sie aber gegen in vollem Gange. Ein Bataillon und eine sozialdemokratische( beileibe nicht gegen bürger­Kompagnie sind gestern nach Forbach, beziehungs- ich e) Redakteure gern angewendet sehen. Wenn weise Saargemünd abtransportiert worden. Der man aber erfährt, was Herr Bierer flagt, dann Abzug der noch vorhandenen Truppen ist in erhält man den Eindruck, daß der Mann nicht Vorbereitung. ein Klassenfämpfer, sondern ein Streithan

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Die Räumung des Saargebietes

in vollem Gange.

Der Kondor.

Erzählung von Robert Größsch.*) Der Kondor thronte hoch oben auf seiner Wacht und schaute über die Tierwiesen des 300 hinweg. Umflammerte mit starken Fängen die Holzstange, auf der er seine Tage verbrachte. Sein weißlich- fahler Stopf mit dem herrisch gebogenen Schnabel war geradeaus gerichtet wie ein Pfeil. Der Blid seiner dunklen, barten Augen blieb an den Horizont geheftet, als sei jene blaue Ferne ein Schrei seiner Schnicht, ein Echo seiner Seele. ... Sondor!"

Alles soll ernannt werden! Die Prager Presse" teilt die Grundsätze des umgearbeiteten Gefeßentvurses über die Organi­fation der landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Landwirtschaftskammern mit. Für das ganze Gebiet der Republik mit Ausnahme Kar­yathorußlands sollen landwirtschaftliche Genos senschaften errichtet werden. Eine landwirt schaftliche Genossenschaft ist in der Regel in jebem Bezirk zu errichten. Mitglieder dieser Genossen­schaften find alle Eigentümer, Pächter und andere Nutznießer landwirtschaftlichen Bodens, der der Grundstener unterworfen ist und mindestens das Ausmaß von einem Hektar hat.

An Stelle der Landeskulturräte sollen Land­wirtschaftskammern errichtet werden, die Wahl der Delegierten erfolgt in drei Kurien. Die erste Gruppe bilden die Besißer bis zu fünf Sektar, in die zweite Gruppe sollen die Besitzer bis zu 30 Hektar und in die dritte die Besitzer mit mehr als 30 Heftar gewählt werden. Es wer­den also die Kleinbesizer von den Großbesivern vollkommen majori fiert werden. Beachtenswert ist auch die Bestimmung, daß Personen, die sich besondere Ver­

Ein Zigeunergesetz.

Im Senat wurde gestern von der Regierung ein Gesetz über Wanderzigeuner und ähn liche Landstreicher vorgelegt. Darnach sollen Wan­derzigeuner in ein besonderes Verzeichnis auf­genommen und ihre Identität nötigenfalls auch durch anthropometrische und daktyloskopische Mej­fungen festgestellt werden. Jeder über vierzehn Jahre alte Zigeuner erhält einen beson­deren Ausweis, in dem außer seinen Per­fonaldaten auch sein Fingerabdruck enthalten ist; mit diesem Ausweis muß er sich jederzeit legiti mieren können. Die Zigeuner dürfen nur mit besonderer Bewilligung der politischen Behörde erster Instanz, die jederzeit widerrufen werden kann, mit Wagen und Zugtieren von Ort zu Ort ziehen, aber auch dann höchstens nur im Fami­lienverbande. Die Bildung größerer Trupps wird untersagt. Der Besitz von Waffen und Spreng stoffen ist ausnahmslos verboten.

Am schärfsten ist wohl die Bestimmung, daß Zigeunern die Kinder unter 14 Jahren abge­nommen und bis zum 16. Lebensjahre in Er­ziehungsanstalten oder bei verläßlichen Familien untergebracht werden können, falls sich ihre Eltern nicht um ihre Erziehung fümmern.

Gefangenen in den öden Wiesenraum gepfercht es kaum noch, denn für einen Gefangenen ver-| wusch, als wollte sie mit dem Lederlappen das war, über sich den wolkigen, trüben, deutschen laufen die Tage überall monoton. Auch hier Glas durchscheuern. Dabei ging ihr Blick hinter Himmel oder das Wellblech der Kasematten, und hatte François das ewige Gitter um sich. Wenn François her, wie er, leicht vornübergebeugt, um sich die grauen Drähte. Da er seine Tage er vor offenen Türen stand, wenn er mit dem schmal und wiegend, dem Wärterhaus zuging. dahintöste oder im Streit um Spiel und Brot, Wärter auf die Straße hinaus durfte, immer Auf der Bank vor der Tür saß der Elefanten Spiel und Zigaretten, 3anf um Nichtigkeiten ver- sah er das große, grane Gitter, das seine Tage wärter Stephan und reinigte seine halblange brachte. Die Erinnerung an all das faß wie ein einengte. Pfeife. Er sah kaum auf, als François durch die Knäuel in ihm, ein Stnäuet, der sich nie lösen François, leg den Rechen in den Stall und Tür ging und mit dem harten Tritt seiner würde. Was sollte man von den Menschen glan- füttere das Pony!" Chasseurschuhe die Treppe hinauf in sein Zimmer ben, wenn sie einander in der gleichen Not so Der Wärter ging weiter und François stapfte. Stephan spie in den Sand. Nein, nein, wenig beistanden, wie da im Lager? Es gab im ächeite, denn er sah durch den Zaun hindurch der Elefant May hatte nicht die gleiche glänzende feelischen Sumpf keine Kameradschaft. Es gab das fieine russische Pony mit den langen Haaren, Begabung wie sein Vorgänger! Mit dem zu Leiden, es gab Not, es gab den oder jenen Kame- den feurigen Augen und den immer belebten arbeiten war eine Wonne gewesen. Wie er zehn raden. Es gab gleichgeartete Menschen, die ein- Nistern, das neben ihm im Pferch entlang und Meter hin über das Flaschenbrett balancierte, ander an der Sprache, am Blick, am Händedruck in den Stall hineinrannte. Und sich dort auf die die Sicherheit, mit der er seinen schweren Körper Aber der große Vege! sah mit stolzer, unnah erkannten, aber Kameradschaft, weil man die Raufe stürzte, noch che François das Hen hin- über die schmale Kante hinwegtrug das hatte barer Gelassenheit über das bunte Geschöpf hin- gleiche Jace trug und die gleiche Regimentsnum eingeworfen hatte. auch den andern Wärtern als ein Meisterstück ge­weg, das da draußen im Sande stand. Das Ge- mer dies war auch so ein Trugbild gewesen, Drüben auf der anderen Seite des Gartens gelten. Mar, der neue, war gutmütiger. Auch schöpf war rot und blau gekleidet, blickte starr das man ihm zu Hause gemalt hatte. Nein, das schob sich das Restaurant hoch in die weißliche, in der Brunstzeit schnaubte er den Wärter nicht zu dem Mondor auf und bewegte die Lippen, als Lager war der Tod des Geistes, der Seele, des dunstige Nachmittagsluft hinauf, dieses mächtige, an. Seinetwegen brauchte Stephan nie durch stammelte es lauilos. So verharrten die beiden Herzens, des Leibes. steinerne, schwere von Balustraden bedrückte Ge- die eisernen Stangen zu verschwinden. May war lange, regungslos. Dann zuckte der Mann in der Er schüttelte sich. bäude, in dessen Hallen an regnerischen Sonn- gleichmäßig. aber unbegabt wie die meisten gleich blauen Jacke und den roten Hosen berum, denn Ja, und dann waren eines Tages dunkel tagen das große Orchester dröhnte. Oben in mäßigen. Den Leierkasten drehte er leidlich, ja nebenan bei den Adlern stand ein alter Wärter gekleidete Herren gekommen und hatten Auslese veiten Stock pußte eine Frau die Fenster. Sie er tat es sogar, wenn nicht alle Anzeichen täusch­und hatte gerufen: François, bring den Rechen gehalten. François fonnte ein wenig Deutsch. stand auf dem Sims und fah über die Antilopen ten, mit innerer Hingabe und Gefühl für das Wenn er auch nur ein kleiner Apotheker aus hinweg nach dem Ponyhäuschen hinüber, pußte Melodische der Sache. Auch über den Balken den Pyrenäen war, die Medizin brachte ihn dicht am Abgrund. bis François geschlendert kam, turite er ganz gut hinweg, und wenn er den immerhin in Berührung mit vielen Sprachen. leicht wiegend, klein, hager und sehnig, den gelb- Rundgang antreten mußte, im Polkaschritt, daß Zwischen den ewig grauen Stacheldrahtpalisaden lichen Kopf mit dem schwarzen, gelichteten Haar die kleine Ziege bei jedem Schritt zwischen den gehörte er zu den wenigen, die sich auf die deutsche leicht zur Seite geneigt. Sie stieg ins Zimmer, massiven, grauen Säulen des Elefanten hindura)- Sprache warfen. Die schwarzgekleideten Herren beugte sich dann zum Fenster hinaus. Ihre fräf- tiraillieren konnte auch das tat er mit innerem wußten das zu würdigen. Er wurde nach Tieren tige Büfte lag auf dem Fenstersims. Behagen und immer in Versuchung, den Ziegens gefragt. Man wollte wissen, was er von ihren ,, Bit!" leib mit dem Rüssel zu liebkosen. Aber die Fla Eigenheiten kannte und was er einem Hund François sah mit einem Ruck hinauf. Ein schenbalance! Ob das je glücken würde? Ein­*) Die Novell : des bekannten Dresdner Schrif verordnen würde, wenn er die Rände hätte. kleines Bäckchen glitt an der Mauer herunter in mal war er gestolpert, dicht vor dem Ende der stellers und Parteigenossen Robert Größsch ist eine Einige Tage später kam er in den 300 der großen den Rasen. Er blieb bei den Antilopen stehen, Prozedur. Seitdem wollte er nie über die kata­Geschichte von gefangenen Tieren und von einem deutschen Stadt. Warum gerade er das fonnte sicherte rasch nach allen Seiten. Dann stieg er strophale Stelle hinweg. Elefanten merken sich gefangenen Menschen. Der Zeit nach spielt sie int er nicht fagen. Aber wer kann immer ergründen, über die Barriere des Rasens, ging zur Haus- offenbar genau, wann, wo und weshalb sie ge­Weltkrieg, dem Orte nach aber in dem friedlichen warum es das Schicksal gerade so will und nicht mauer, die sich im letzten Rot der Abendsonne strauchelt sind. Ah- es war ein Kreuz, ver Zoologischen Garten irgendeiner. vom Kriege nur anders herum? badete, und schob das Päckchen unter seine Litewka. damm' mich nochmal. indirekt berührten deutschen Stadt. Wie lange lag das alles zurück? Er wußte Oben stand Paula wieder auf dem Sims und ( Fortsetzung folgt.)

mit!"

François nahm den Rechen vom Rasen auf, schulterte ihn und ging mit dem Wärter davon. " François, sei froh, daß du nicht mehr in Lager bist; dort bettein die Gefangenen um Brot. Schlechte Zeiten!" François nickte. Das Lager... wie lange war jene Zeit schon verrollt, da er mit hunderten