Samstag, 9. Juli 1927.

Sette 5.

Fascistische Bübereien im franko- italienischen sohne Nahrung in den naheliegenden Wäldern und der Schreiber nicht mehr unter den Lebenben Jeriplefen, daß die Kommunisten durch ihr Ver­Grenzgebiet. Aus Nizza wird gemeldet, daß sich herum. Er wurde an einem Bache tot aufgeweilen. Wajil wurde aber in den letzten Tagen in halten, wie oben aufgezeigt, die Römerstädter Ar­zwei neue ernste Zwischenfälle an der französisch funden. italienischen Grenze ereignet haben sollen. Der Broder bei Prerau festgenommen und dem Gericht beiterschaft um einen ganzen Wochenlohn ge­auts Ventimiglia kommende Schnellzug babe Soldat Krula in 3 naim wurde während des Schießerei eines irrfinnigen Wachsoldaten. Der eingeliefert. schädigt haben. Heute suchen die Kommunisten auf unweit der Grenze anhalten müssen; um den Zug Wachdienstes beim Augmentationsmagazin plöglich Böheimkirchen verübte der 16jährige Elettro digen und behaupten, die Union der Textilarbeiter Entfeßlicher Selbstmord eines Lehrlings. In Grund ihrer grenzenlosen Blamage einen Schul vor ettva auf demselben Geleiſe noch verkehrenden von Wahnsinn befallen und begann aus seinem technikerlehaling Marius W. aus Gram über hätte die Weisung zur Weiterführung des Kampfes anderen Zügen zu schützen, habe ein Eisenbahn- Dienstgewehr zu schießen. Zum Glück wurde nie feine Entlassung vom Lehrplay Selbstmord in Römerstadt erteilt. Der Sachverhalt iſt in beamter vorschriftsmäßig Sprengpatronen auf die mand verlegt. Der Irrsinnige konnte nur mit durch Starkstrom. Wie die Gendarmerieerhebungen Wirklichkeit folgender: Schienen gelegt. Ein Carabinieri, der dies beid werer Mühe überwältigt werden. merkte, habe den Eisenbahnbeamten sofort nach ergaben, hatte sich W. einen zwölf Weter langen und Als die Versammlung am 26. Juni 1. J. in Ventimiglia abgeführt. Im Tale des Tineé Ein junger Ehemann als Entführer. In Cecho de um die hand gowidelt und am andern Ende zu akzeptieren und die Arbeit aufzunehme vier Millimeter starken Eisendraht mit dem einen Römerstadt es ablehnte, das Unternehmerangebot Flusses soll eine aus 30 Mann bestehende italie- wiz bei Proßnitz hatte sich im Mai der 23jährige nische Abteilung in franzöſiſches Gebiet einzuleßten Tagen entführte er in einem straftwagen einen in der Nähe befindlichen Baum gestiegen und rige Situation entstanden sei, er wiffe nicht, ob Gärtner Stanislaus Majtl verheiratet. In den einen fauftgroßen Stein befestigt, war hierauf auf flärte Gen. 3 immer, daß nunmehr eine schwie­bringen versucht haben. Von französischen Zoll- feine beamten angehalten und zurückgewiesen, hätten seine erste Liebe, die 16jährige Tochter eines hatte das Drahtende mit dem Stein über die Hoch- unter dem Gesichtspunkte, daß in Römerstadt wei­die Italiener erklärt, sie kämen nach Frankreich , dortigen Landwirtes. Seine Frau überließ er dem vannleitung geworfen. Der 10.000- Volt Stromtergestreift werde, die Aussperrung durch die um sich dort zu verproviantieren. Schicksal. Die Eltern des entführten Mädchens er tötete ihn und warf ihn gleichzeitig vom Baum, Unternehmer aufgehoben werden wird oder nicht. blick, wo sie den Brief lesen werden, ihre Tochter landleitung löfte. hielten von Majtl ein Schreiben, daß im Augen ohne daß sich hierbei die Verbindung mit der leber Gr erflärte weiter, daß wahrscheinlich durch diesen Beschluß eine Verwirrung entstehen würde, nach­dem es nicht möglich sein wird, die in der ganzen Republik zerstreuten Seidenbetriebe zu veranlassen, die Arbeit Dienstag, den 28. Juni nicht auf­zunehmen; wenn eine Verwirrung entstehe, treffe die Union feine Schuld. Er. Gen. Zimmer, sei fein Flieger, um in 24 Stunden die Seiden­betriebe, welche sich in Schlesien , Mähren und in Böhmen befinden, aufsuchen zu können, um eine Verwirrung aufzuhalten. Nachdem jedoch die Ar­beiterschaft in Römerstadt die Arbeitsaufnahme abgelehnt hat, fann sie selbstverständlich in Römer­stadt am 28. Juni nicht erfolgen.

Die Eisenbahnkatastrophe im Harz. Wie dem Berliner Lokalanzeiger" zu dem Unglück auf der Barzquertalbahn aus Wernigerode berichtet wird, wurden die Bergungsarbeiten gestern nachmittags wegen schwerer Gewitter unterbrochen. Neben den vier verunglückten Eisenbahnbeamten sind, nach dem Bericht des Blattes, 4 Frauen und ein 10jäh­riges Mädchen aufgebahrt. Zwei andere Frauen find tot geborgen worden, sollen aber nicht zu den Opfern der Katastrophe gehören, sondern vom Univetter im Walde überrascht worden und er­trunken sein. Zwei Personen aus Ilsenburg sind jedenfalls von einer Wanderung nach dem Brocken noch nicht zurückgekehrt. In dem Bett des Baches fand sich ein Motorrad, von dessen Besitzer jede Spur fehlt.

Die Mutter mit dem Säugling verbrannt. Ein Fragisches Unglüd hat sich in Střižow bei Drahano­foit zugetragen. In der Nacht zum 5. Juli brach auf dem Dachboden eines mit Stroh bedeckten Ge­Höftes ein Brand aus. Auf dem Dachboden hatte der Taglöhner Franz Byroubal mit seiner Familie, fet­ner 21jährigen Gattin Ludmilla, dem 18 Monate alten Vlastimir und der fünf Wochen alten Tochter Eugenie Unterstand. Als die Familie erwachte, stan­den die Heuvorräte des Dachbodens bereits in hellen Flammen. Vyroubal warf, da an Flucht nicht mehr zu denken war, das ältere sind aus einer Luke des Dachbodens in den Hofraum und sprang dann selbst hinunter. Wie durch ein Wunder famen beide fast unversehrt davon. Vyroubal wollte dann seine Frau und das Töchterchen retten doch waren beide bereits Orbrannt. Das Gehöft brannte nieder. Bei dem Rettungsversuche erlitt der Unglückliche Brand­

wunden.

Die Sacco- Vanzetti - Petition ist im Bilde im Daily Herald" reproduziert. Es sind zwei große Ballen Papiers in der Form von aufgerollten Tep­pichen mit einem Riesenumfange, da die Petition nicht weniger als eine Million Protestunterschriften gegen die Verurteilung der beiden Sozialisten trägt. Gefährliches Speiseeis. In Neapel erkrankten zwanzig Personen nach dem Genuß von Speise. eis. Die Bergiftungserscheinungen sind darauf zurüd zuführen, daß der Kupferbehälter, in dem das Eis hergestellt wurde, Grünspan angesetzt hatte. Er wollte den eigenen Sohn erhängen. Ver gangenen Donnerstag wollte ein Kremirerer Suwohner in seiner Solzkammer seinen 16jährigen Sohn erhängen. Eine Nachbarin, die zufällig Zeugin dos sträflichen Beginnens war, durchtrennte mit einem Hackenhieb den Strick. Der Vater geriet dar über derart in Wut, daß er die Frau schwer mißhandelte. Auf der Polizei gab er an, daß das Kind sehr schlimm" war und keine Soffnung auf Besserung vorlag. Um endlich einmal Ruhe im Hause zu haben, habe er sich entschlossen, das eigene Kind aus der Welt zu schaffen!

zur Geschichte des Kampfes in der Seidenindustrie.

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Die Kommunisten lehnen zuerst das Angebot der Unternehmer ab und bezeichnen dieses als einen Schandfehen. Acht Tage später unter­schreiben fie diesen Schanbfehen bedingungslos, lehnen es jedoch ab, ihren Mitgliedern in Römerstadt die Arbeitsaufnahme zu empfehlen. In den nächsten acht Tagen befchließen die Kommunisten in Römer­stadt die Arbeitsaufnahme ohne jeden weiteren Erfolg. Dadurch wurden die Arbeiter um einen ganzen Wochenlohn geschädigt. gesichts ihrer Niederlage in Römerstadt fuchen sie einen Schuldigen. Tegtilarbeiter! Durchschaut Ihr dieses schwankende, unaufrichtige Ber­halten der Bolfchewifen noch immer nicht?- Begreift Ihr nicht, daß eine solche demagogische Kampfführung von Niederlage zu Niederlage führen muß?

Wir lehnen es ab, die Arbeiterschaft irre zu geschoben wurde, indem er angeblich, nach führen und zu belügen und wollen über die Lohn- ihrer erlogenen Behauptung, die Weisung zur bewegung in der Seidenindustrie wahrheitsgetreu Weiterung des Kampfes gegeben habe! berichten:

4. Am 29. Juni unterschrieben die Kommu Dienstag, den 28. Juni 1. 3., wurde auf niften den von ihnen bezeichneten Schandfeßen" Grund der Zugeständnisse in der Seidenindustrie, der Unternehmer bedingunglos und ohne jeden über welche bereits berichtet wurde, in allen Be Vorbehalt. Sie waren also mit diesem Schand trieben, mit Ausnahme von Römerstadt, die Ar- fetzen acht Tage später bedingungslos ein beit aufgenommen. verstanden.

Nach der Versammlung beauftragte Genosse Zimmer zwei Vertrauensleute, die Arbeiterschaft von Bergstadt und Braunfeifen zu verständigen, daß sie am Dienstag, den 28. Juni 1. J., die Arbeit nicht aufnehmen sollen, solange sie feine anderen Weisungen erhalten. Als jedoch alle anderen Gebiete die Aufnahme beschlossen hatten, wurde Bergstadt und Braunfeifen, welche eben­falls das Angebot der Unternehmer angenommen hatten, telegraphisch verständigt, Dienstag, den 28. Juni 1. J., die Arbeit aufzunehmen. Für Römerstadt fonnte diese Weisung nicht ausgegeben werden, nachdem ein Beschluß der Arbeiter vorlag, daß sie das Angebot nicht akzeptieren und die Arbeit nicht aufnehmen.

Es ist daher eine Lüge, daß Gen. Zimmer in Römerstadt die Weiterführung des Streikes an geordnet hat. Wahr ist vielmehr, daß am 29. Juni 1. J. es die Kommunisten in Brünn ablehnten, der Arbeiterschaft in Römerstadt die Arbeitsaufnahme zu empfehlen, so daß die Schuld an dem einwöchigen Verdienst entgang einzig und allein auf die kommu nistische Haltung zurückzuführen ist. Dies ist der wahre Sachverhalt und jede andere Darstellung ist erlogen. Die Vertrauensleute, die bei den Ver handlungen waren, in welchen diese Angelegen= heiten besprochen wurden, können die Wahrheit dieser Darstellungen bestätigen. Es ist eine immer wiederfehrende Tatsache, daß die Kommunisten bei jeder Lohnbewegung die Union der Textilarbeiter beschimpfen und befudeln. Die Arbeiterschaft wird sich eben zu der Ueberzeugung durchringen müssen, daß die Kommunisten jede Lohnbewegung nicht auf den Erfolg, sondern einzig und allein auf Agitation einstellen und alle Kämpfe, die von einer anderen Gewerkschaft geführt werden, herabseßen, ganz gleich wie sie enden, während sie selber ihre Niederlage zu verschleiern und zu beschönigen suchen.

Nur in Römerstadt, bei der Firma Schiel 1. 5. Als am 29. Juni 1. J. an die Kommu Flemmich, lehnte die Arbeiterschaft, verursacht nisten die Frage gestellt wurde, ob sie ihren Mit durch eine Heße der Kommunist en gegen gliedern die Arbeitsaufnahme empfehlen wollen, das angebliche zu geringe Angebot der Unterneh erklärten sie, daß ihnen dies nicht einmal im mer, die Arbeitsaufnahme ab. Obzwar die Kom Traume einfalle. Infolgedessen waren sie für munisten das Angebot der Unternehmer ohne die Weiterführung des Kampfes, obzwar die jeden Vorbehalt, sogar bedingungslos unterschrie übrigen Organisationen angesichts der Erfolglofig ben hatten. heßten sie die Römerstädter Arbeiter feit des Kampfes bereit waren, der Arbeiterschaft in einen länger dauernden, aussichtslosen Kampf, die Erfolglosigkeit auseinanderzuseßen und ihnen anstatt der Arbeiterschaft zur rechten Zeit die Auszu sagen, daß es beffer wäre, die Arbeit aufzu fichtslosigkeit des Kampfes vor Augen zu führen. nehmen. Wahrscheinlich brauchten sie noch eine längere 6. Am 3. Juli I. J. wandten fich die Kom­Frist, um gegen die Union der Textilarbeiter eine munisten an Gen. Richter und schlugen die Ver­noch radikalere, lügenhaftere Agitation führen zu breitung des Kampfes auf die übrigen Seiden­fännen. Um der Arbeiterschaft den wahren Sachbetriebe vor, oder sollte der Streif in Römerstadt verhalt richtig vor Augen zu führen, wollen wir beendet werden. Infolge der furzen Frist( von nochmals die Geschichte dieses Kampfes kurz faum 24 Stunden) konnte die Union , respektive schildern: Gen. Richter, Sternberg, nachdem die Seiden­1. Am 23. Juni 1. J., anläßlich der Verbetriebe in allen Gebieten der Republik verstreut Die Zurückziehung der Forderung in Reichen­handlungen in Brünn , lehnten die Kommunisten find, feine Antwort erteilen. das Angebot der Unternehmer als ungenü- 7. Am 4. Juli 1. J. beriefen dann die Kom gend ab und verweigerten die Unterschrift.

2. Am 25. Juni 1. J. hielten die Kommu nisten eine Versammlung in Römerstadt ab, in welcher die Ablehnung des Unternehmerangebotes begründet und als cinch and fetzen" be­zeichnet wurde.

Im Fieberwahnsinn in den Tod. Aus Pre­burg wird gemeldet: Der 24jährige Bädergehilfe Josef Spandu zog sich eine schnvere Lungenent zündung zu und lag bereits im bewußtlosen Zu- 3. Am 27. Juni 1. J. drechselten es die stande im hohen Fieber. In diesem Zustande erhob Kommunisten in der Vertrauensmännerfißzung so, er sich plößlich aus seinem Bett und ging durch. daß dem Gen. Zimmer das weitere Sieben Tage trieb er sich im Fieberwahnsinn Beharren im Streit in die Schuhe

Saisonschluß..

munisten eine Versammlung ein und empfahlen der Arbeiterschaft die bedingungslose Aufnahme der Arbeit, ohne jeden weiteren materiellen Erfolg, was einer Niederlage gleichkommt.

Nachdem die Union der Textilarbeiter und alle übrigen Organisationen beschlossen hatten, der Arbeiterschaft die Annahme des Unternehmer angebotes angesichts der unabänderlichen, bereits früher angeführten Tatsachen und angesichts der Kampffituation zu empfehlen, ist wohl zur Genüge

Und nach und nach, wie der Tag ging, hatte bald die eine, bald die andere keine Arbeit mehr; die Stunden schlichen schier endlos dahin.

berg seitens der Kommunisten, das Ende des Kampfes in Prag mit einem zehnprozentigen Lohn­abbau trop fommunistischer Kampfführung, und alle übrigen Niederlagen, siehe auch der Kampf Pötschmühle in Krumau , Firma Christov Fischer in Asch, Firma Slinger in Krayan, Firma Cer fowiß in Brünn , den sechswöchigen Kampf im Niederlande usw. usw. sind sprechende Beispiele für jeden flarblickenden Arbeiter, wie die kommut nistische Gewerkschaft beschaffen ist, und welche Erfolge den Arbeitern, die dieser Taktik folgen, beschieden sind.

,, Und wenn sich nun gerade nichts findet?" Lange Pause. Dann ein Seufzer. Es muß sich eben etwas finden...!" " Jest tommt sie!" flüsterte jemand. Selt­sam, daß ein Flüstern bisweilen hörbar werden kann in einem ganzen Saal....

Die netten Kleider, die sie an hatten, und die sie sich in den späten Nachtstunden selbst genäht hatten, anstatt zu ruhen, deuteten in diesem Falle Von Werner Peter Larsen. nicht auf Eitelfeit, sondern sie waren ein Aus- Die Vorarbeiterin nahm seufzend die Lohn­druck des Ordnungs- und Geschmacksinnes, der listen aus dem Schrank und machte sich bei den " Blumen und Federn" stand in großen, ver- um so höher entwickelt ist, je besser die arbeitende jenigen, die zur Arbeit auf Federn dablieben, ein goldeten Buchstaben über dem Eingang zum Ge- Frau wirtschaftlich gestellt ist. Und sie sprachen Beichen; die anderen, die nur Blumen machten, Alle bemühten sich, möglichst gefaßt aus­schäft. Aber was wollte diese prosaische Ankündi- von Theatern und Ausflügen und Freunden, mußten also aufhören. Hundertundzwanzig junge zusehen. Diejenigen, die gerade keine Arbeit in gung besagen, wenn man die schwere Eisentür und waren von Zeit zu Zeit sogar richtig ver- Mädchen und Frauen saßen bangend zwischen den der Hand hatten, rückten an ihren Gürteln oder im dritten Stock hinter sich hatte und mit einem quügt, denn die Jugend fordert nun einmal ihr mächtigen, leuchtenden Blumenbergen und dachten Stragen herum oder machten sich sonst irgenwie Schlage gleichsam in ein Märchen eintrat- Recht; hinter allem aber schien doch immer voller Grauen den gleichen atemraubenden Ge- zu schaffen. in einen prächtigen, in allen Farben leuchtenden wieder die düstere, heimtückische Frage zu lauern: danken- hundertundzwanzigmal- an den mor- Die Vorarbeiterin ging langsam an den Garten? Der ganze Arbeitssaal lag in Frühlings- und morgen? Was wird morgen?!" gigen Tag und die kommenden ungewissen Wochen. Tischen entlang, beugte sich zu jeder einzelnen sonne gebadet und durch die halbgeöffneten Fenster Ach, die Zeit war gar zu schnell vergangen! Alle Gesichter sahen allmählich blaß und nieder und sprach ihr mit leiser Stimme tröstend wehte von Zeit zu Zeit ein leiser Wind herein Der Saisonschluß machte sich mehr und mehr fühl- müde aus, ie mehr es zum Schluß der Arbeit zu. Sie hatte Tränen in den Augen. Diejenigen, und brachte Leben in die Hunderttausende von bar, von Tag zu Tag nahmen die Bestellungen ging, und manche begannen leise vor sich hinzu- die bleiben konnten, fuchten aus Rücksicht auf die Blumen. Wo das Auge auch hinfah nichts als ab; jeden Tag, wenn der Chef durch die Arbeits- fummen, um sich auf diese Weise leichter über anderen ihre Freude zu verbergen, jene nahmen Blumen und Blumen überall! Sie lagen zu fäle ging, hörte man ihm von Ueberproduktion die Nervenspannung hinwegzuhelfen. Durch die ihr Schicksal mit erzwungener Ruhe auf. riesigen Haufen geschichtet auf den langen, breiten reden.... geöffneten Fenster strömte ein linder Abendwind Vom entgegengesetzten Ende des Saales Tischen, sie türmten sich zu leuchtenden Bergen Seit Freitag schon lag eine gewaltige Span herein und spielte mit den Blättern und Blüten; drang plötzlich ein feltener Laut herüber: da saß auf der Diele, sie blickten aus allen Schubladen und Schachteln, aus allen Wandschränken heraus. nung in der Luft. Alle hatten ernſte Gesichter, ein warmer Frühjahrsregen rieselte draußen über wahrhaftig die Vorarbeiterin an dem langen Tisch mit den vielen Tausenden von Stiefmütterchen Hier gab es feinen Maschinenlärm, feine arbeiteten sie doch alle für ihren Lebensunterhalt die Stadt herab.... und hatten vielfach auch noch jemanden daheim, Wenn sie nur dieses Jahr nicht wieder und weinte still in sich hinein. Je nun- sic freischende Stimmen und kein brüllendes Lachen. Den sie mit unterſtüßen mußten; einige waren weinen wollte..." fagte jemand leise, mit einer hatte ihre Pflicht getan; die Saiſon war zu Ende, Alles war, wie man es um die Frühlingsze in einem Garten erwartet: ein leises Summen von sogar Witwen, die ihre kleinen Kinder tagsüber Kopfbewegung nach der Vorarbeiterin hin. Es die Arbeit war auch zu Ende; alles auf der Welt gedämpften Stimmen, Sonne, ein warmer Wind hatten. Troßzdem waren alle bemüht, sich nichts" Ja, und es iſt ja auch lange, so bis Sep- das Scheiden. gedämpften Stimmen, Sonne, ein warmer Wind in der Strippe oder bei Verwandten untergebracht ist ihr noch jedes Jahr so zu Herzen gegangen." hat einmal ein Ende, und so blieb denn nur noch und ab und zu, wie aus der Ferne, ein leises, anmerken zu lassen, denn sie wollten es nicht tember ohne Arbeit sein zu müssen...." glückliches Lachen.... Zwischen den grünen Zweigen und Blättern leuchteten weiße Blusen; gern zeigen, wie sehr sie sich vor dem morgigen lächelnde Mädchengesichter sahen von den blauen, age fürchteten. gelben und roten Blumen auf, und es war auch

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Ohne Arbeit? Nanu, wer fann denn das? Ich fann das nicht; ich muß mir eben eine andere

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nämlich?"

Am Sonnabendmorgen war die Stimmung Arbeit suchen.... nicht eine Arbeiterin da, die, wenn sie sich an ganz und gar kritisch. den mit weißen Papierservietten belegten Mittags- ,, Arbeitet nur nicht so schnell, sonst werdet tisch setzte, nicht sauber und. adrett ausgesehen ihr zu früh fertig", fagte jemand im Spaß, aber hinter dem Spaß schaute der bittere Ernst hervor.

hätte.

Was sich gerade findet. Als Servierfräulein oder in einer Sommerpension oder einer Nähstube oder in einem Blumengeschäft...."

,, Lebt wohl! Lebt wohl!" flang es draußen auf der großen Treppe von allen Seiten. Lebt wohl...."

Draußen, in den Gärten der unermeßlichen Stadt, erblühte in diesen Nächten der Frühling zu tausendfältiger Pracht....

,, Aber morgen? Aber morgen...?!