Wette 2

Für die Rehabilitierung der Märtyrer.

Aufruf zu einer Nationaltonferenz in New York .

Inland.

Donnerstag, 25. August 1927.

Wir konnten uns diesmal auch eines warmen Ge­fühls für die Gepeinigte nicht erwehren, zumal sie am Schlusse des Artikels ziemlich unumwun Wenn man Butter auf dem Kopfe hat, den eingesteht, daß sie ihn für die Kay hält und Boston, 24. August. Mehrere Verbände, die richteten gibt aber jetzt bekannt, daß eine Auf- Drum möchten die Christlich sozialen gern fönnen. Sie rechnet nämlich damit, daß die soll man bekanntlich nicht unter die Sonne gehen. nicht daran denkt, dadurch die Maffenflucht aus dem christlichsozialen Wählerlager aufhalten zu mit Sacco und Vanzetti sympathisieren, haben bahrung in den Städten der Oststaaten unmöglich un politische Gemeindewahlen haben. einen Aufruf zu einer Nationaltonferenz in New ift. Die Leichen werden am Sonntag in Boston Aber die Angstfirene, die Bilgenreiner in der Sozialdemokraten und die anderen Oppositions­York erlaffen, die die Unschuld der hingerichteten verbrannt werden. Vanzettis Aſche wird von Deutschen Breffe" heulen ließ, hatte nur die Wir- parteien angeblich aus daß gegen den seiner Schwester später nach New York , London , fung, daß die politische Auseinandersetzung mit Ratholizismus" so manche Stimme bekommen Hinsichtlich der Beiſeßung Saccos und Van- Paris , Berlin , Stockholm und anderen Städten der ehrenwerten Geſellſchaft neuerdings und in werden und fügt hinzu: zettis ist noch nichts Endgültiges bestimmt worden. gebracht werden, bevor sie in Italien beigefeßt verschärftem Tone begann, che noch der Wahl­Der Verteidigungsausschuß für die beiden Hinge- wird.

Italiener beweisen soll.

Gummilnüppel gegen Londoner Demonftranten.

London , 24. August. Gestern abends kam es nach einer sechsstündigen Protestfyndgebung im Hydepark gegen die Hinrichtung Saccos und Van­zettis, an der sich 15.000 Menschen beteiligten, zu wilden Szenen im Westen von London . Mehr als 40 Personen erhielten Verlegungen. Zwölf Ver­sonen mußten nach dem Hospital gebracht werden. Die Polizei ging mit Gummiknüppeln gegen die Demonstranten vor. Personen, die nichts mit der Rundgebung zu tun hatten, wurden in die zurückflutende Menschenmenge hineinge­zogen und erlitten vielfach Verlegungen. Gegen Mitternacht war die Ordnung" wieder voll­tommen hergestellt.

Schwere Zuſammenftöße in Leipzig .

Leipzig , 23. Auguft.( Tsch. P.-B.) Bei einer kommunistischen Demonstration gegen die Hin richtung Saccos und Vanzettis kam es gegen Abend zu schweren Ausschreitungen am Messeplay, wo

die Teilnehmer eines Umzuges gegen Bolizisten,

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tampf einsetzte. Damit ist's also nichts, sagte sich nun die Deutsche Presse" und setzte sich auf ein anderes Pferd. Geht's nicht unpolitisch, nun so ten, vorgingen. Drei Polizisten wurden mißmüssen wir den Leuten einreden, daß wir politisch handelt und verletzt, davon einer durch schwere gar nichts zu fürchten haben. Und auf diesen Ton Stichverlegungen. Die Menge versuchte dann, ist der Leitartikel in der Dienstagnummer des mit Pflastersteinen und offenbar bereitgehaltenen allerchriftlichsten Blattes zugeschnitten. Eisenstangen eine nahegelegene Wachstube zu Wahrlich, ein faures journalistisches Amt, stürmen. Die Polizeibeamten verteidigten sich mit den Nachweis zu erbringen, daß die deutschen der Schußzwaffe, wobei soweit bisher festgestellt Christlichsozialen in der Regierung dem Volte, wurde zwei der Angreifer verwundet wurden. insonderheit dem deutschen Volke, herrliche Früchte Einer davon ist im Krankenhaus gestorben. Herbei pflückten! Laßt sehen, wie der Versuch ausge­gerufene Verstärkung stellte die Ruhe wieder her. fallen ist.

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Bombenexplosion in Chicago . Nicht mit Sacco und Vanzetti im Zusammenhang.

Chicago , 24. August. In der verflossenen Nacht erfolgte hier eine Bombenexplosion, durch die drei Gebäude demoliert wurden. Die Polizei iſt der Ansicht, daß es sich nicht um eine ist der gegen die sich der Demonstration Sinrichtung Anar­chisten Sacco und Vanzetti handelt, sondern sie sprach den Verdacht aus, daß die Bombe von Leuten geschleudert wurde, die Alkohol und alko­holische Getränke herstellen und gegenseitig Non­

furrenz trieben. Die Polizei forscht nach drei

die dem Straßenbahnverkehr Bahn schaffen woll- Leuten, die an der Explosionsstelle arbeiteten.

Amerita verdoppelt sein Marine­bauprogramm.

Valley( Kalifornien ), 24. August. Der Marinesekretär Wilbur hielt heute bei der Marinewerfttonferenz eine Rede, in der er er flärte, er beabji- tige, vom Kongreß in der näch iten Session eine 100prozentige Vermehrung des Bauprogrammes für die Kriegsmarine zu ver­langen, das gegenwärtig den Vau den Van von acht Kreuzern mit einer Tonnage von 10.000 Tonnen und mehrerer fleinerer Einheiten vorsicht. Das Scheitern der Marinefonferenz in Genf müßte u dem Ergebnis führen, daß die amerikanisaje Marine verstärkt wird.

Zagung der Interparlamentarischen Konferenz.

Die Deutsche Presse" hat die Stirn, die deutsch - aktivistischen Erfolge in der Regierung auf­zuzählen, als da sind:

,, Unter Mitwirkung der deutschen Regierungs parteien wurde vor allem Ordnung in den Staatshaushalt gebracht."

Gemeint ist die Ordnung, in der Milliarden für den Militarismus, Millionen für Pfaffen und Steuern für die arbeitenden Menschen fabriziert

werden.

... die Soldatenwähler ausgeschaltet Also auch die Verschlechterung und Ver­entwürfen betraut wurden, die dem Plenum der fälschung des demokratischen Wahlrechts ist ein Konferenz vorgelegt werden sollen. Erfolg!

Die Abrüstungsfommission nahm einen vom deutschen Delegierten Sollmann eingebrach­ten Resolutionsentwurf an. Dieser Antrag beruft sich auf die Friedensverträge und ihre Klauseln, denen zufolge nach der Abrüstung Desterreiche Deutschlands, Bulgariens , Ungarns und der Türfei an die allgemeine Abrüstung geschritten werden soll. In dem Entwurfe wird der lang fame Fortschritt des Abrüstungswertes des Völ Terbundes fritisiert und ein technischer Plan der allgemeinen Abrüstung, die sukzessive durchgeführt werden sollte, aufgestellt.

Gine Spionin von den Sowjets erschossen.

Moskau , 24. August.( Taß.) Das Zentral­exekutivkomitee der Sowjetunion wies das Gnadengesuch der Frau lepikowa, welche vom Revolutionstribunal der Baltischen Flotte wegen Spionage zugunsten Englands zum Tode verurteilt worden war, zurück. Das Urteil wurde vollstreckt.

Paris , 24. Auguft. Morgen tritt im Zugem­burgpalais die 24. Jnterparlamentarische Konfe­ren; zusammen, bei der 35 Staaten vertreten sind. Die tschechoslowatische Delegation zählt 12 Mit glieder. Einige Delegationen sind sehr zahlreich. So zählt die französische Delegation 79 Senato ren und 60 Abgeordnete, darunter fast durchwegs Regierungsmitglieder. Von den ausländischen 3aglul Pafcha gestorben. Delegationen sind die Deutschen am stärksten London , 24. August. ( AR.) Gestern nachts vertreten, die 46 Delegierte, darunter auch starb in Stairo 3aglul Bascha, der Doyen Reichstagspräsidenten Loebe, entsandten. Die der ägyptischen Staatsmänner und Politiker, im türkische Delegation zählt 45, die belgiide 40, Alter von 77 Jahren. Zaglul Pascha, der Vor­die rumänische gleichfalls 40, die englische 23, die sitzender des ägyptischen Parlorientes und Führer italienische 21 Mitglieder usw. der nationalistischen Partei war, Partei war, war die bedeutendste Persönlichkeit des modernen Aegyp­tens. Er spielte durch fast 45 Jahre eine hervor ragende politische Rolle.

Vor der Eröffnung der Stonferenz tagten seit Montag der Abrüstungs- und Wirtſchaftsaus­schuß, die mit der Ausarbeitung von Resolutions­

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Der Rachen.

Querschnitt durch ein Beben.

Von Berta Selinger.

sie der Vater nach Prag , ob sie dort bei einem tüchtigen Arzt Heilung finden möchte.

,, die feste Zusicherung des Abbanes der aktiven Dienstpflicht."

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Die deutsche christlichsoziale Volkspartei wird niemanden hindern dies zu tun, im Gegenteil, sie würde am liebsten jedem, der auch nur einen Augenblick schwankt, selbst den gegnerischen Stimm zettel in die Hand drücken, denn die Lässigen, die Lauen sind es, die einer jeden Partei zum Ver derben gereichen, so wie ein fauler Apfel auch die gefunden anstedt."

Hoffentlich lassen sich das die faulen Aepfel nicht zweimal fagen!

Eine mißlungene Machtprobe der Christlichsozialen in Zepliz.

Die Deutsche Presse", das Zentralorgan der christlichsozialen Partei, beschäftigte sich in ihrer Ausgabe vom Sonntag, den 21. August in einem Artikel u. a. auch mit den Vorgängen, die sich in Teplitz- Schönau um die Pfarrhauskomödie" abspielten. Da diese Notiz sowie die Rechtferti gungsversuche des Ablegers der Deutschen Presse" in Tepliß, der Volkspost", zahlreiche Un­wahrheiten und unrichtigkeiten enthalten, ſei im

Nachfolgenden ein furzer Ueberblick über diese ... das bisherige System des Eine Hand Angelegenheit gegeben. Am Donnerstag, den 4. wäscht die andere" hat aufgehört." August wurde am Teplitzer Stadttheater das Das neue System heißt: Kohleneinfuhrscheine, Lautensad aufgeführt. Dieses Stück erregte aber Schauspiel ,, Die Pfarrhauškomödie" von Heinrich Begünstigungen für fromme Großzgrundbesißer, das Mißfallen der Christlichsozialen und schon am darauffolgenden Tage intervenierte der damals amtierende Vizebürgermeister Fleischer beim Theaterdirektor zwecks Absetzung des Stückes vom Spielplan. Dasselbe Verlangen stellte der Tep­liger Dechant Wittenbrink. Vizebürgermeister Fleischer ließ sich das Versprechen des Theater­direttors, die Pfarrhauskomödie" nicht mehr auf zuführen, jogar schriftlich geben. In einer Notiz des christlichsozialen Blattes Volkspoſt" vom 6. Auguſt wurde ausdrücklich betont, daß das Schreiben des Theaterdirektors Ettinger an den amtierenden Vizebürgermeister Oberst Fleischer" gerichtet wurde und daß die Intervention Fleis fchers in seiner Eigenschaft als amtierender Bür Heute sind bereits mehrfach einflußgermeister von Teplitz erfolgte. reiche Stellen in der Staats- und Ju stizverwaltung mit Deutschen besetzt, das in bürgerlichen Blättern bewiesen, weder eine tschechische Volk ist durchaus nicht mehr von Animosität gegen alles, was deutsch ist, erfüllt, die tschechischen und slowakischen Regierungsparteien noch viel weniger, denn sie haben die ehrliche Mitarbeit der Deutschen schätzen gelernt. Die Sprachenver­ordnungen zur neuen Verwaltungsreform werden hiefür den unwiderleglichen Beweis liefern."

Da hört sich der Gurkenhandel auf! Die Christlichsozialen und Deutschagrarier sind Schuld daran, daß die achtzehnmonatige Dienstzeit fort besteht und wagen es, feste Zusicherungen", die fein Stlofettpapier wert sind, als Erfolge auszu­geben! Am föstlichsten ist aber, wie die Deutsche Presse" die nationalen Erfolge aufzählt, die dem nationalen Verrat die Wage halten sollen:

Da das Stück, wie auch die Besprechungen Verunglimpfung des Priesterstandes beinhaltet, noch eine rechtliche Grundlage zu einem derartigen Eingriff des amtierenden Bürgermeisters in den Theaterbetrieb gegeben war, hat die sozialdemo­fratische Fraktion für die am Freitag, den 12. August stattgefundene Sitzung der Teplißer Stadt­vertretung die Verhandlung dieses offensichtlichen Uebergriffes des Vizebürgermeisters Fleischer ver­langt und zu dieser Sizung einen Antrag einge­Von den paar mit Deutschen besetzten Alem- bracht, in welchem sie noch einmal die Tatsache tern hat die deutsche Bevölkerung bisher einen feststellte, daß auf Grund des Vertrages mit dem Schmarren gehabt, zur Animosität ist auf Seiten Theaterdirektor die Stadtgemeinde fein Recht hat, der Tschechischbürgerlichen nicht der geringste gegen die Aufführung der Pfarrhauskomödie" Grund vorhanden, weil sie ja den Deutschbürger- Einspruch zu erheben, und ferner die Stadtvertre lichen höchst wertvolle nationale Eroberungen ver- tung aufforderte, durch einen Beschluß festzustel­danken und die Verwaltungsreform wahr- len. daß demnach Herr Vizebürgermeister Fleischer haftig, die wird die Bevölkerung noch kennen als amtierender Bürgermeister fein Recht gehabt lernen! hat, die Abjegung dieses Stückes zu verlangen, bezw. ein Verbot der Aufführung zu erlaſſen. Außerdem wurde verlangt, die Gemeindevertre tung möge ausdrücklich erklären, daß sie gegen

Die arme Deutsche Presse" tut uns wirklich leid, daß sie, die doch nur einen Teil der Schuld trägt, für alles sich verantworten muß.

wohnen, dessen feste Eisrinde die ohnmächtig gurgelnden, glucksenden Wasser in starken Banden hielt. daß der jubelnden, lärmenden Jugend dreben fein Les geschah.

,, Do sitzt der Geiz im Haus, mir treiben ihn zum Rauchfang naus, mir schnarren und klappern, mir pultern und tappern, und wenn mir'n fang'n, wird er gehang'n."

Rosen und Reseden dufteten schwer, nährkräftiges Brotforn wogte gringolden über den Feldern, auf hohen fnotigen Halmen die Die Seinder jubelten in die Wintertage, und schweren, schaukelnden Achren. Da fehrte sie die frante Mutter hoffte den Frühling herbei, wieder heim, frisch und lieblich und aller guten hoffte nur auf einen warmen, sonnigen Frühling. Eine Nachbarin war zur Jause und lustigen Dinge voll. Jetzt brauchte sie nicht Und dann kam ein schöner, sonnendurchleuch gekommen, mit ihrer Fiechterei anders tat sie mehr soviel Ruhe und Stille um sich her und seidenen häden, fam er diesmal zeitlicher als sonst tovte im Garten und lärmte mit Spaßen und Und, als zöge ihn ihre Sehnsucht an festen, teter Ostertag. Mara war bei der Mutter und es nicht. Sie war much lungenleidend und sonst konnte mehr um die Kinder gehen. In die und legte seine warmen Segenshände auf den Staren um die Wette. Die Kranke saß in der viel still. Heute aber plauschte sie in einem fort, Wiesen, in den Wald und sich volltrinken an heil- frosterstarrten Leib der Erde." war munter und svaßte und lachte und wuderte kräftiger Sonnenwärme. Sonne und fühlte sich so leicht und froh. Am sich selber, wie wohl ihr doch sei. Und die emsigen Tauwetter jetzte ein, und die Eisrinde sprang Abend fam das Kind strahlend nach Hause: Mor­Finger feierten feinen Augenblick. Auf einmal Und die würzige Luft färbte ihr zart Gesicht, mitten entzwei, daß es knallte wie ein Kanonen- gen geht die Mutter mit uns nach Emmaus." aber fant ihr scopf auf die Seite, fie seufzte tief und die Sonne lag auf ihrem leuchtenden waar schlag, und dann drängten die frachenden Schollen Am Morgen weckte sie der Vater. Seine auf, und roter Schaum stand vor ihrm Wund. und rieselte an ihren Gliedern herab und ließ ihre aneinander, übereinander, drängten und trieben Augen blickten trübe, als hätten sie ein großes Ihr Kind, das zu ihren Füßen gesessen, schrie Schönheit neu aufblühen. Sie war wieder sein und rieben sich, tauchten freisend unter im mahlen- Leid gefehn. Mutterle ist tot," sagte er leise. augstvoll auf: Wutter, Mutter!" und jammerte wie ein Jungmädl. den Strudel, stauten sich auf und warfen tosend Bozena lief zu der toten Mutter. Dumpf laut. Bringt den Bub weg!" sagte sie noch und den alten Fluß aus dem Bette. schlug der Stlopfer an die verschlossene Tür. Ah, hob wie abwehrend die Hände gegen ihn. Dann Der Schnee rutschte in der Mittagsonne in der Frag ist da," sagte die Urscht, was willst denn war sie tot. du hier?" Fatschigen Massen an den Rand der Dächer und Die Kleine sah sie nur mit heißen Augen an Klatschte schwer zu Boden, daß es weithin spritzte und drückte sich an ihr vorbei in Mutters Stube. und treitschte. An den glitzernden, blizenden, blin­Da lag die liebe Frau ganz still und bleich fernden Eiszapfen hingen flare Tropfen, wie an und hatte feinen Blid, fein Lächeln für ihr Kind. der Naße des alten Schubert Auton aus der Tra- Die weichen, blassen Hände rührten sich nicht, ihm fif, hingen ein Weilchen und fielen rundfugelig wie sonst die Wangen zu streicheln. Nur die roten herab. Haare lebten in dem kleinen Raume. Wie eine

Von dem Tag an war die Mutter noch stiller

und trüber.

Die Tage waren wie die roten Abreschen­beeren, die die Kinder zu prächtigen Halsketten an dicke Fäden reihten. Einer kam zu den andern, | immer kam einer und noch einer zu den andern. So ging die Zeit, und Bozena war nun auch alt genug, um in die Schule einzutreten.

Die Berge duckten sich in der Kälte und Die Lehrerin hatte ein freundliches, stilles zogen den weichen, wattigen Nebelmantel enger Gesicht, und es war gut bei ihr zu sein und zu um die edigen, fröstelnden Schultern. Aber der lernen. Und die kleine bing bald mit heißem neidische Wind riß daran, riß und zerrte immer- Herzen an ihr. Dabei blieb sie schen und schüch fort daran, riß dicke Feyen heraus, trieb die tern und stotterte und hölzelte, wenn sie auf Zipfel in die Höb und blies falt durch die Löcher gerufen wurde. auf die nackten Felsenleiber.

spann alles in Stille ein. Bis am Gründonners- ten mit ihrer föniglichen Bracht das Dunkel und Die Faste war zu Ende, die stille Woche purpurne Flut flossen sie auf die Dielen und wehr­tag nach dem Eier- und Honigopfer das laute Ge- die Stälte des Todes von der bleichen Gestalt. triebe der Kinder die Gassen mit lachendem Lär­men erfüllte. Sie zogen rudelweis mit einem Sack vor die Häuser und sangen dazu:

Sent is Gainer Donnerstag, gabt mir wos in Bettelsak, loß: mich ni ju lange stien, muß ej Häus' weitergien."

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Die Frommen im Stadtl, die Wachsner und Lichtzieher und die Schulkinder waren in hellem, lichtem Aufruhr. Denn im Sommer sollte Fir mung sein. Dann kam der Bischof. Alle sieben Jahr einmal.

Und dann fam Frost, flirrender, flingender Dann wurde es wieder Winter, und die Frost. Sant: Nikolaus rasselte mit Stetten und Mutter wurde aufs neue schwer trant. Sie sollte Schellen, und die Strümpfe, die die Kinder ihm von den Kindern fort, riet der Arzt. So wurde draußen aus Fenster gehängt, damit er sie fülle fie in das Ausgedinghäuft der Muhme Urschl mit Aepfeln und Nüssen, waren am Morgen angegeben, in die Obhut einer alten Magd. Und die Familie verließ das Haus am Tore und zog gefroren. Die angejahrten Jungfrauen stickten hurtig noch etliche Altardecken. Um vielleicht auf die Art Die Mutter fiechte dahin, ihr Lichtlein an die große Brücke, wo sie der Kranken nah Wer ihnen nichts in den Sack tat, dem schmis- ihrem Seelenbräutigam ein wengerl näher zu glimmte so fraftlos und zuckte nur manchmal war. sen sie Asche und Roßlutteln ins Haus und haber- rüden. flackernd auf, wie vor dem Verlöschen. Da brachte Die Mädel freuten sich, am Flusse zuten ihn unter grobem Spektakel:

( Fortsetzung folgt.)