Dienstag, 20. September 1927.
Jun Jahre 1918 verlangte er die Be- Nonko ,, Marie Schmidt" genau dieselben Ein-| Konto Seinrich Mataja", die anderen auf gruppe Troppau , 160.50; Lot.- Org. Katharein 9.tigung der Zentralen, die er als jüdische Erfin- tragungen sind wie auf dem Konto Dr. Hein das Konto" Marie Schmidt" eingetragen Organisierte Arbeiterschaft Spachendorf, 45.25; Lok. bung bezeichnete, zum Schutz der christlichen rich Mataja, gaben beide zu, daß auch das wurden. Eine Bezahlung ist aber auf keinem Org. Bolatib, 18.-; Bez.- Org. Prag , 46.50; Lot. Bevölkerung vor dem Druck des Judentums. Konto Marie Schmidt dem Dr. Mataja gehörte. Konto eingetragen. Doch behaupteten Kunwald Org. Oberleutensdorf 366.-; Arb.- Gesangver.„ Lie Jan Jahre 1919 beschwerte er sich darüber, daß zur Rede gestellt, warum sie das nicht gleich ge- und Mataja, daß die Bezahlung vom Konto Kun dertafel" Oberlentensderf, 50.-; Lot.- Org. Wieja wie früher die Juden als Kriegsgewinner das fagt hätten, erwiderten beide, daß sie keinen An- wald erfolgte. Befragt, warum darüber niets ein- 68.50; Bez.- Org. Friedland, 188.50; Lot.- Org. Bilin Bolt ausgewuchert hätten, eine zweite Gruppe laß gehabt hätten, sich zu einer solchen Aufklärung getragen sei, antworteten beide, sie seien so in 65.-; Lot.- Org. Schmoika, 48.-; Lot.- Org. Notto von Juden die„ Kommunisten und Nihilisten zu drängen, da das eine„ Privatsache" des kim miteinander, daß sie nichts niß, 41.75; Lol.- Org. Langenau bei Haida, 218.50; führer" auch zum Tisch dränge und aus dem Dr. Mataja sei. Schriftliches brauchten. O, er ist ein Lot.- Org. Niedergeorgenthal, 500.-; Frauenfektior christlichen Volk das Warf herauspressen wolle". Aber dann stellte sich noch heraus, daß auf sehr guter Antisemit, der Herr Dr. Mataja. Er Weipert, 45.-; Lof.- Org. Eisgrub, 55.50, Lok.- Org Man sieht, daß verr Dr. Mataja wirklich ein dem Privatkonto des Dr. Kunwald ein Betrag ist so intim mit de morthodoxen Bankdirektor, Nikolsburg , 90.50, Lot.- Org. Saite, 102.50; Lot.- Org gutter Antisemit ist. von 629 Millionen österreichischer Kronen einge daß er nicht nur nichts Schriftliches braucht, wenn Mies- Kladrau, 405.70; So3 . Jugend- Verb. Eger, Aber als die Arbeiter Zeitung " den Angriff tragen war, und von dieſem mußte Dr. Kunwald er mit diesem ein Geschäft macht, sondern daß er 148.- Lebensmittelbranche Eger, 200.-; Meher so Jo schließlich zugeben, daß sie Eigentum des Dr. Ma- auf dessen Bankkonto für sich ein Deckkonto- hann, Eger, 20.-; Transportarbeiterverband, Orts. gegen Malaja richiete, mußte das Parlament urta ja seien. Und er erzählte, aus diesem Geld ein Konto mit einem falschen Namen anlegen gruppe Eger, 100.-; Lot.- Org. Eger, 112.20; Städt. Untersuchung der öffentlich aufgestellten Behaup- fei die Bezahlung der Aftien des Dr. Mataja läßt, und daß die Bezahlung für 20.000 Aftient, Angestellte Eger, 30.-; Personal d. B. N. V. A. tungen, daß die Biedermann- Bant Begezahlt worden. Aber wie diese 629 Millionen die er fauft, nicht von seinem eigenen Konto und Eger, 100.-; Kreisfachgruppe d. Soz. Verf.- Ang., günstigungen durch Organe der Bun- Eigentum des Dr. Mataja wurden, war nicht fest- auch nicht von dem Deckkonto, sondern von dem Eger, 150.-; Ortsgr. d. Eisenbahner Eger, 50.desverwaltung erfahren habe, ferner sur zustellen. Es fehlte jede Eintragung darüber. Jest Privatfonto des Dr. Kunwald erfolgt, und daß Lok.- Org. Liebenstein, 127.30; Lok.- Org. Sirmiß, Feststellung, ob dem Abgeordneten Dr. Mataja erst schrieb Dr. Mataja an einen Züricher Advo- auch darüber keinerlei Bestätigung aufzufinden ist. 30.50; Lof.- Org. Tirschnit, 25.-; Lot.- Org. Klingen, von der Biedermann- Bank Begünsti- faten und dieser bestätigte ihm, daß er im Juli Herr Dr. Mataja ist wirklich der richtige 64.-; Lot.- Org. Pograth, 30.-; Lok.- Org. Altkienzgungen zugebilligt worden sind", einen eigenen 1923 an die Biedermann- Bant 9000 Dollar gewann, die Volksfreundlichkeit der berg, 67.-; Zentralverb. d. Angest. Tepliß, 500.-; Untersuchungsausschuß einsetzen. Und dieser Ausschickt habe. Auch in dieser Antwort stand fein Christlich sozialen der Tschechoslowakei Summe des 13. Ausweises K 7050.30. Bereits aus zur schuß hat mit dem Märchen von der Judenfeind Wort davon, daß diese 9000 Dollar Herrn Dr. bezeugen. Vielleicht könnte er noch den Dr. gewiesen Kč 88.901.30. Gesamtsumme Kč schaft und der Bankenfeindschaft des Herrn Dr. Mataja gehört hatten. Jetzt ergab sich also, daß Sunwald als Eideshelfer in die Versammlun= 95.951.60. Mataja und der christlichsozialen Partei überhaupt Dr. Mataja zweimal 10.000 Aftien der Bieder gen mitnehmen. gründlich aufgeräumt. Wir können hier nicht auf mann- Bank faufte, von denen die einen auf das alle Einzelheiten der Untersuchung eingehen, wol len uns auch nicht mit dem beschäftigen, was die Untersuchung über die Beziehungen der christlich sozialen Minister zu der Biedermann Bank und über die Begün stigungen, die diese Bank durch diese Minister erfuhr, ergab. Davon sei hier nur soviel erzählt und das in aller Kürze was sich auf den neuesten Schutzpatron unserer Christlichsozialen, den Herrn Dr. Mataja, bezieht.
Inland.
Das Nätselraten um den Termin der Gemeindewahlen.
16. oder 23. Oftober?
bringt das genannte Blatt oft Meldungen, die mit den Tatsachen völlig im Widerspruch stehen. Eine solche Meldung ist die Nachricht, die das Blatt in feiner Sonntagsausgabe bringt, wonach unsere Genossen in Prag sich bei den Gemeindewahlen mit der demokratischen Partei Kaffas verbunden hätten. Das ist natürlich nicht der Fall. Unsere Partei wird, wie überall, so auch in Prag , in den Wahlkampf selbständig eintreten, Unsere Genossen müssen allenfalle überall gerüstet sein, daß die Ausschreibung der Wahlen noch diese Woche erfolgt, und daß die Gemeindewahlen am 16. Oktober stattfinden.
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Beiträge der Verbände des deutschen Gewerk. schaftsbundes, Reichenberg , 24.300.-; Arbeiter der Seiden- und Samtweberei A.-G. vorm. Reichert, M.- Trübau, 236.80; Arbeiterschaft der Firma Silvet, M. Tri bau, 70.-; Arbeiterschaft der Fa. Meher S., M. Tri bau, 260.10; Arbeiterschaft ber Mehrere tschechische Blätter bringen am terschaft der Weberei Schur, M.- Tr'ü bau, 272.70; Fa. Ign. Eisenberger, M.- Trü bau, 231.80; Arbei. Da fam vor allem hervor, daß der Vizepräsi. Sonntag die Nachricht, daß die Ausschreibung Arbeiterschaft der Färberei M. Schur, M.- Trü. dent dieser Bank, Dr. Kunwald, ein ortho- der Gemeindewahlen Samstag, den 24. Septem doxer Jude war, und daß sowohl Dr. Maber erfolgen dürfte. Zweiundzwanzig Tage nach bau, 120.-; Arbeiterschaft der Färberei R. Stein taja, als Dr. Seipel und Dr. Kienböd. der Ausschreibung, das ist die Zeitdauer, welche brecher, M.- Trü bau, 92.-; Lof.- Org. Trieben. dorf, 50.-; Bez.- Org. M. Trübau, 200.-; auf das intimite mit ihm befreundet waren das Gesep als Frist zwischen der Ausreibung sozialdemokratischer Wahlverein, Iglau , 128.-; und zwei bis dreimal in der Woche bei ihm ver- der Wahl und dem Wahlaft festsept, also am 16. Die Vorgänge in der tschechischen national- Lot.- Org. Krzemusch, 45.-; Lol.- Org. Bilin, kehrten. Von dieser Bank hat ein Sachverständiger Oktober, sollen die Wahlen stattfinden. Auch das im Untersuchungsausschuß erklärt, daß sie durch Pravo Lidu", welches die Geheimniskrämerei, sozialistischen Partei. Wie wir schon öfter zu be 73.-; Bez.- Org. Friedland, 300.50; Lol.- Org gröbliche Unforrektheiten in eine schwierige Situa- welche die Regierung mit dem Datum der Gerichten Gelegenheit hatten, war einer der An- Oberleutensdorf, 518.20; Ortskartell der tion geraten war, und daß das dem Finanzmini- meindewahlen treibt, abfällig fritisiert, hält es hänger des aus der nationalsozialistischen Partei Bergarbeiter, Oberleutensdorf, 100.-; Orts. sterium bekannt sein mußte. Trotzdem hat die für wahrscheinlich, daß am 16. Oftober die Ge- ausgeschlossenen Abgeordneten Stribrny der Ab- lartell der Hutarbeiter, Oberleutensdorf, 50.-; christlichsoziale Regierung viele Milliarden Kro- meindewahlen stattfinden. Die Ausschreibung der geordnete Tuěny, der als Sekretär der tschecho- Ortskartell der Holzarbeiter, Oberleutens. nen in den verschiedensten Formen bei dieser Bank Wahlen soll telegraphisch erfolgen, die Bezirkslowakischen Arbeitergemeinde, der Gewerkschafts- dorf, 51.-;" Naturfreunde" Oberleutens. angelegt, und wenn sich die leitenden Funktionäre verwaltungen haben die betreffenden Druckforten organisation der Nationalsozialisten, immerhin dorf, 50.-; Arbeiter- Turnverein Oberleutens der Ministerien weigerten, neue Einlagen zu ma- bereits am 7. September bekommen und rechnen einen gewiffen Einfluß in der Partei ausübt. Nun dorf, 50.-; Arbeiter- Gesangverein Liedertafel", chen, drohte ihnen Dr. Kunwald, daß er sich an die mit einer plößlichen Ausschreibung. Die letzte hat sich auch Tučný von Stribrny abgewandt und Oberleutensdorf, 100.-; W. Perner, Ober Minister wenden werde. und es genügte in der Entscheidung trifft der Ministerpräsident, welcher sich in der letzten Sigung des Zentralvollzugsaus- leutensdorf, 6.-; Johann Stuß, Bruch, 12.-; Regel eine Intervention bei einem der christlich bereits aus dem Auslande zurückgekehrt ist. Die schusses der Partei in scharfer Weise gegen einen Lof.- Org. Wieja, 18.-; Turnverein Wiesa, sozialen Minister und das Geld wurde sofort ein- Narodni Liſty" melden in ihrer Montag- Abend Friedensschluß mit Stribrny ausgesprochen. Der 50.-; Lot.- Org. Brandau, 50.-; Lol.- Org. ausgabe, daß die Wahlen nicht am 16., sondern Vollzugsausschuß selbst stellte fest, daß in Ange- Nickelsdorf Gebirgsneudorf, 201.-; gelegt, nämlich so oft die Bank in Geldschwierig eine Woche später, am 23. Oktober, stattfinden. legenheit des Abgeordneten Stříbrny feine Gründe Bez.- Org. Pr a g, 86.50; August Knapp, Prag , 5.-; feiten war. Als Begründung dafür führte Dr. Kienböck vor dem Untersuchungsausschuß an, daß In den nächsten Tagen wird auch über das zur Aenderung des Beschlusses des vorjährigen Lol.- Org. Troppau, 149.75; Metallarbeiter- Orts. Kienböck vor dem Untersuchungsausschuß an, daß Datum des Zusammentrittes der Nationalver Parteitages vorhanden seien, und daß gerade die gruppe Troppau , 160.50; Lof.- Org. Kathaer das Geld immer zur Verfügung haben müsse. sammlung entschieden werden. Das Parlament letzten Ereignisse bewiesen haben, daß die vorjäh- rein, 9.-; Organisierte Arbeiterschaft SpachenIn Wirklichkeit ist die Bank zum Schluß dreizehn wird am 12. oder 18. Oftober zusammentreten. rige Entscheidung völlig begründet war. dorf, 45.25; Lot.- Org. Bolatib, 18.-; Bez. Milliarden( mehr als sechs Millionen Ke) dem Es ist noch nicht sicher, ob vor oder nach den Org. Brünn, 464.-; Eisenbahner- Ortsgruppe Staat suldig geblieben. Es entbehrt nicht der Wahlen. Wahrscheinlich dürfte aber der Zufam Wahlen. Wahrscheinlich dürfte aber der Zufam 13. Gammelausweis für die Opfer Aussig 2, 6.-; Lot. Org. Schwaben, 34.-; Somit, baß ein Sektionschef vor dem Ausschuß mentritt des Abgeordnetenhauses erst nach den als Begründung für die Begünstigung dieser Bank Gemeindewahlen erfolgen, weil nach dem Diktat der Unwettertatastrophe Lot.- Org. Schredenstein 3, 127.50; Eisenbahner Ortsgruppe Schredenstein, 113.-; Lol.- Org. anführte, daß man auch eine christlich soziale der Agrarpartei die Novellierung der SozialverLokal- Org. Dönis b. Grottau , Kě 18.-; Franz Karbig, 83.-; Bergarbeiter- Ortsgruppe& arbiß, Bank haben wollte.... sicherung der ersten Sitzung des Abgeordneten Trägner, Lyzbic, 34.-; Bez.- Org. 3wittau, 177.- 25.-; Transportarbeiter, Sektion Kutscher, Auſſig , hauses unterbreitet werden soll und die Regie- Bez.- Org. Neuern, 285.-; Bez.- Org. Tachau, 188.50; 33.-; Lot.- Org. Bokau, 11.-; Lot.- Org. Türrungsparteien sich der Unpopularität des Entwur- Lot.- Org. Sorghof, 70.-; Lot.- Org. Pfraumberg, mü p, 209.50; öffentliche Angestellte Aussig , 31–; fes bewußt sind. 20.-; Lokal- Org. Frauenreith, 16.50.-; Eisenbah- Lot.- Org. Predlip, 124.50; Fabritarbeiter, Orts ner- Ortsgr. II, Auffig, 11.-; Auffig Sett. X, 20.-; gruppe Aufsig, 52.50; Lol.- Org. Birnai, 28.-; Lokal- Org. Schreckenstein III, 117.50; Eisenbahner- Lot.- Org. Prie sten Straben, 79.-; R. P. II. Ortsgruppe Schreckenstein, 106.-; Lol.- Org. Karbiß, 5000.-; Lot.- Org. Tachau, 483.-; Lot.- Org. 447.30.-; Bergarbeiter- Ortsgruppe Karbiß, 25.-; Sorghof, 70.-; Lot.- Org. Frauenreith, 16.50; Lot.- Org. Türmiß, 211.-; Oeffentl. Angestellte Auf- Lot.- Org. Pfraumberg, 20.-; Floth Ther., sig, 147.-; Lot.- Org. Predliß, 248.80; Fabril- Arb.- Neuern, 20.-; Rich. Seidel, Neuern, 10.-; Ortsgruppe Auffig, 29.-; Lot.- Org. Birnai, 28.-; Arbeiter der Firma Eckestein u. Co., Neuern, Lot.- Org. Priesten- Straden, 21.-; Bez.- Org. Brünn, 948.15; Karl Zettel, Neuern, 15.-; Lol.- Org. 401.50; Lol.- Org. Troppau, 149.50; Metallarb. Orts Hammern, 25.-; Lot.- Org. M.- Schönberg,
Bei dieser Bank hatte nun Dr. Mataja ein auf seinen Namen lautendes Konto. Auf diesem Konto waren unter anderem auch zehntausend Biedermann- Aktien eingetragen, eine Bezah lung durch Dr. Mataja allerdings nicht. Bei der Durchforschung der Bücher der Bank fand nun der Sachverständige, daß auch Dr. Kunwald cin Konto besaß, das auf den Namen Marie Schmidt" lautete. Ueber dieses Konto war zu nächst nichts Näheres zu erfahren. Kunwald und Mataja sagten gar nichts darüber aus. Erst als der Sachverständige auch feststellte, daß auf dem
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Der Rachen.
Querschnitt durch ein Leben.
Von Berta Selinger.
Bei dieser Gelegenheit wollen wir auf die Meldungen zurückkommen, die verschiedene tsche chische Blätter, insbesondere die„ Lidove Noviny", über das Vorgehen unserer Partei bei den Ge meindewahlen verbreiten. Die Lidove Noviny" hat man bis vor kurzem stets für ein seriöses Blatt gehalten, man wird aber dieses Urteil revidieren müssen. In der Sucht, stets durch neueste Nachrichten alle anderen Blätter zu übertrumpfen,
hastig hinunterwürgten, unt nicht daran zu denken, von wie vielen Tellern es fomme.
Sie waren alle nett und zierlich in den dunklen Kleidern mit den weißen Schürzen und Häubchen. Das Unterzeug, die Wäsche, war oft zerrissen und unsauber. Sie mußten ihre Wäsche selbst bezahlen, trotzdem im Hause tagen gegewaschen wurde. Und sie hatten fein Geld. Oder sie mußten sie selber waschen. Und sie hatten teine freie Zeit.
Die Zeit ging schver. Bozena fügte sich ein. Sie wäre ja gern fortgelaufen, aber da war der Kontrakt. Und das ist ein Ding, das arme Schlucker immer ins Unrecht setzt. Und da ist Zwischen den Stubenmädeln und den Wädie Polizei. Sie klaubt in den Gesetzen und Vor- scherlmädlu war immer Krieg. Die Wäscherinnen schriften herum und findet immer ein Zipfelchen, hatten ihren Lohn und konnten mehr für sich tun, an dem sie ziehn und zerren kann. Sie ist so aber sie hatten auch schwere Arbeit. Die Stubenschmalzig höflich zur Herrschaft.„ Sie sind ganz mädel gingen geputzt, in kleinen, feinen Schuhen, im Recht, gnädige Frau, ganz im Recht." Und sie waren hochnäsig und prahlten im voraus mit das Dienstmädl wird angeschnauzt:„ Sein's net dem Scheffel Geld, den sie immer im Sommer so unverschamt, Sie, Sie Person Sie! Ver- verdienen wollten. standen?"
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Den Sprudelhallen zu drängen sich die| Das hat sie heute allein, fast alle haben sie Dienst Gaffer. Bozena ist unter denen, die gaffen. Sie bis zum Morgen. hat ein paar Stunden frei und ist ans Sonnenlicht gekrochen, und da steht sie nun in der Buntheit des Frühlings und läßt sich von prahlendem Luxus die Augen blenden und findet sich nicht zurecht.
Sie steht da, benommen, und ein wenig irr und wirr, und plötzlich weiß sie es: hier hat sie nichts zu suchen. Heute ist der erste Mai, und in den Städten und Dörfern im Land gehen sie mit der Herzblutroten Nelke geschmückt, die ihre Brüder sind."
Sie wendet sich heimwäcts. Bitterer Zorn schütteit sie und Schmerz und Ekel. Ihr ist, als sei sie bestohlen worden. Ihr ist, als habe sie ein köstliches Kleinod im Schmutz und Staub der Straße verloren. Der eitle Reichtum, der alle Tage feiern darf, hat sie um ihr einziges Fest betrogen.
Der Tag bringt viel Arbeit. Die weiten Räume sind zum Ball geschmückt. Alles, was heitere Lebensluft und Sinnenfreude wecken kann, ist mit vollen Händen ausgestreut.
Jemand tappt an ihrem Bett vorbei:„ Das ist die Anna," denkt sie schlaßbefangen und ist schon wieder im anderen Reich. Und alles ist still. Da ist es, als viefe ihr jemand: Bozena schläfst du?" und ihr ist, als sei Angst in der Stimme, schläfft du, Bozena?" Aber sie findet sich nicht aus dent Schlaf, sagt nur halblaut vor sich hin:„ Mutter, Mutterle."
So liegt sie, weiß nicht, wie lange. Da reißt ein Schreck an ihrem Herzen, reißt sie in Wachheit und Wirklichkeit, und ein Grauen packt sie ait. Sie weiß es, weiß es unbitterlich gewiß, es hat jemand nach ihr gerufen, es hat jemand in tiefster Not nach ihr gerufen.„ Anna!" schreit sie zu dem anderen Bett hinüber.„ Anna!" schreit fic, und es zwingt ihr den Kopf empor, und sic ftiert zum Fenster hin. ind sicht: Im fahlen Makenmorgenlichte sieht sie ein grüngelbes, verzerrtes Menschenangesicht mit Augen, halb aus den Höhlen gequollen, und schleinig und dick hängt die Zunge ans dean Munde.
Bozena fügte sich ein. Sie hatte den Ekel Plaudernd, nickend, lächelnd gehen die Mennicht überwunden, aber der Ekel überwand sie.schen in den Straßen der Bäderstadt. Sie schau'n Sie wurde nachlässig und schludrig gegen sich nach rechts und schau'n nach links, neigen sich beselbst wie die anderen. Ihre frische Haut wurde wundernd vor schönen Frauen, neigen sich begrau und unrein, und ihre Augen waren nicht gehrend vor funkelnden Steinen, vor rotem, glei mehr so blant. Das wußte sie nun: es war ver- ßendem Golde, neigen sich, hoffärtig- knechtisch, Drunten, unter der Erde, ist die Haft und In dem lieblichen Egerländer Städtchen lorene Zeit und Müh, die Kammer reinhalten zu vor Rang und leeren Ahnengesichtern. die Unvast. Die Köche, die Sellner, alle die war der Herr Oberlehrer Vorstand des Bürgerwollen. Müde kamen sie am Abend herunter, Lachendbuntleuchtende Blumen an den Pro- Mädchen müssen ihre Nervenkraft doppelt und vereines. So ein fantiger Schrotferl, der sich warfen alles von sich, wie es fallen wollte. Um und stille, wissende, alte Bäume. dreifach ausnüßen. Das Telephon surrt, die nichts durch Höflichkeit vergibt, dem nur kernhalber fünf standen sie auf, machten sich, noch Reiner, feiner, zarter Duft, wie die Blütentnospen Speisenaufzüge gleiten auf und nieder, Teller hafte deutsche Wortevom Munde gehen. Welsche schlaftrunken, rasch zurecht. Da lagen Haare ihn hauchen und füßlichfaulige Parfüms, der Ge- scheppern, Silberzeug klingt. Treppauf, treppab Phrasen müßten im dräuenden Vollbart sich herum, da stand das gebrauchte Wasser. ruch des Blutes und des Lasters um die Dirnen flappern die flinken Füße; da gibt's fein Verwei- fangen, wie weiland die Römer im Gestrüpp des Zuweilen steckte ihnen ein Koch oder ein und Damen. Menschengesichter wie brimstig len, da gibt's fein Ausruhen, da gibt's kaum ein Teutoburger Waldes. Und dabei so pflaumenDellmer ein Stückt Braten zu, einen Zipfel Wurst. witternde Tiere, Tote, die die Gier nicht tot richtiges Atemholen. woich umis Herze und so poesicempfänglich. Wo Oder sie nahmen es fort, wenn sie etwas er fein läßt. Es ist lange nach Mitternacht , als Bozena solch einer ein Wört mitzureden hat, da wird wischen konnten. Das verschlangen sie eilig da Heute ist der erste Mai. Und durch in ihre Kammer tvitt. Sie hat harien Porn und auch für die edle Dichtkunst ein übriges getan. unten; die Reste flogen in den Winkel, dort die Straßen rollen Gummiradler, schöne, schlanke Saß im Herzen. Alles haßt sie, alles haßt sie. Er tummelt vielleicht selbst ein mageres Flügelfaulten sie, Ungeziefer fam darüber. Pferde im silbernen Geschirr, auf dem Bock Die droben im Walzertafte sich wiegen, strahlend klepperlein auf magerer Weide oder er läßt einem Bei ihrer Kost fonnten sie nicht bestehen. Stöcke von Holz mit Leder überzogen, im be- und prahlend in ihrem Geschmeide, und die toten Poesiefollegen Ehre zukommen. So oder so, Immer den ausgelaugten Staffee, niemals ein treßten Gewande der Dienstbarkeit. Und im anderen, die an den Türen hinhuschen, um einen er schafft eine gebildete Atmosphäre um sich biffl Butter auf das große Brot. Und zum Mit- Wagen die Noblesse. Noch nicht die allerfeinste, Bettelblick in die fremde Herrlichkeit zu tun. herum. Denn man muß auch den Geist verebeln. tag so oft dies zusammengekochte Essen, das sie die läßt wohl noch warten." ( Fortsetzung folgt.)
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Sic wirft sich in den Kleidern aufs Bett.
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