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7. Jahrgang.
Sozialdemokrat
Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republit.
Die Christlichsozialen als Menschenfreunde.
Freitag, 9. Dezember 1927.
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Nr. 288.
und ihn zurüdzudrängen ist unser Saupt- vor Sunger und Not zugrunde gingen und sich| Almosen und Beiteljuppen für die Armen und ziel". Also feine Politik in der Gemeinde, mit dem Hinweis auf ein besseres Jenseits Enterbten bereit! aber mit allen Mitteln und mit Tod und Teufel trösten mußten! Steine öffentlichen Mittel für Man kann dem Herrn Abgeordneten gegen die Sozialdemokratie! Das ist das„ un jene, die sich im Dienste der Gesellschaft ein Strumpe für die Offenheit, mit der er die MenDer Schrecken über die Prügel, welche die politische" Hauptziel der christlichsozialen Par Leben lang geschunden haben, sondern schenfreundlichkeit der christlichsozialen Partei Christlichsozialen bei den Gemeindewahlen ertei in der Gemeinde! Wie man in den Wald seloster suppen für sie! Mehr ist von und der hinter ihr stehenden katholischen Stirche halten haben und die als Auftakt zu noch aus hineinruft, so hallt es heraus, darauf können Uebel, und die Sozialisten, welche für diese enthüllte, nur dankbar sein. Das macht dem giebigeren bei den nächsten Parlameniswahlen sich die christlichsozialen Entpolitifierer gefaßt ermiten keine Gnade, sondern Recht fordern, Geflunker von der sozialen Mission der christanzusehen sind, steckt ihnen noch in allen Glie- machen, die nicht einmal die Jungfrau von und diesem Recht in vielem schon zum Durch- lichsozialen Partei ein für allemal ein Ende. dern, aber wer glaubt, die erhaltene Lektion habe Sonnersreuth daver bewahren wird, daß sie bruch; verholfen haben, sind schlechte Nach Die Majjen der Armen und Ausgebeuteten over sie zur Reue und Umfahr bewogen, der hat diese mit ihrem ganzen„ Hauptziel" Bankerott ahmer" dieser christlichen Charitas, die die werden sich zu entscheiden haben zwischen der Partei gründlich überschäßt. Das hat wieder machen werden. jozial Schwachen zu entwürdigen sucht! Recht christlichen Charitas", die ihnen gnädigst die
einmal eine Rede bewiesen, die der christlich. Im weiteren Verlaufe seiner Rede lief; aller Menschen auf Arbeit, Nahrung, Woh Brotfrumen von den Tischen der Reichen zusoziale Abgeordnete Hans Krumpe auf serumpe die Steuerreform zu den„ bedeutend- nung, Sleidung und ein menschenwürdiges Da werfen will, und dem Sozialismus, der für ihr zwei Gemeindevertretertagungen seiner Partei sten Leistungen der tschechoslowakischen Gefeß sein die Partei der katholischen Kirche , die Menschentum, Menschenrecht und für ihre Begehalten hat. Selbstverständlich wird diese Rede achung" avancieren, auf welche die Chriftlich schon seit zweitausend Jahren die Menschheit freiung aus den Fesseln des Sapitalismus von der zur Verhimmelung ihrer Führer ver- sozialen stolz seien. Also auch auf das erlöst, will all dies nicht kennen! Sie hat nur fämpft! haltenen christlichsozialen Preise als ein höchst Gemeindefinanzgeseß, das Strumpe instruktives Referat" über die Aufgaben und selber als einen untrennbaren Bestandteil dieser die Tätigkeit der christlichsozialen Gemeindever- Reform erklärte!„ Solange die Staatsverivaltreter bezeichnet, aber wenn an ihr etwas be- tung in sozialistischen Händen lag, ließ man, achtenswertes ist, so ist dies die geradezu gro- die Sozialisten in den Gemeinden wirtschaften teske Art, in der die soziale Verständnislosig- wie sie wollten, nun aber wurde den ſozialistifeit, aber auch die Grundsatz- und Programm- ichen Gemeinden ein Riegel vorgeschoben." Mostau, 8. Dezember .( Taß.) Die hiesige der Völkerbund vor eine vollendete Tatsache losigkeit dieser Partei vor Augen geführt wird. Welcher Triumph für den christlichsozialen So- Presse veröffentlicht Angaben, durch welche die
gestellt
Zuerst ein Beitrag für das Gaufelspiel, wie zialismus, den Sozialiſten ihre soziale Aufbau- türzlich aus Berlin ſtammende Meldung beſtätigt worden wäre und die Nachbarstaaten keine Zeit es von den Christlichsozialen betrieben wird. arbeit in den Gemeinden unmöglich gemacht zu wird, daß Polen im polnisch- litanischen Konflikt zum Eingreifen gehabt hätten. In einer in Also Herr Krumpe rät den christlichsozialen Ge- haben! Und deſſen rühmen sich die christlich- Forderungen an den Bölkerbund gestellt hat und Wilna abgehaltenen Beratung wurde jedoch be meindevertretern, für die Entpolitisierung der sozialen Pharifäer auch noch! Daß das Ge- im Falle der Ablehnung derselben militärische schlossen, vorläufig von einer Offensive gegen Gemeinden Sorge zu tragen, und er meinte, die meindefinanzgefeß über die Vernichtung der Maßnahmen gegen Litaiten zu ergreifen droht. Litauen abzusehen, da anzunehmen ist, daß die Gemeinde jei nicht berufen, große politische sozialen Zätigteit hinaus den Gemeinden jede Ergänzenden Nachrichten zufolge hatte die pol- Entscheidung des Bölkerbundsrates zugunsten Fragen zu erledigen, daher habe die Parole der Luft zum Atmen benimmt, erscheint dem christische Regierung bereits
kräfte
Der Ostkonflikt.
Private Aussprache zwischen den Ratsmitgliedern, Zalesti nnd
Woldemaras.
Bolens ausfallen wird. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, oder sollte der Völkerbund seine Entscheidung hinausschieben, würde Polen seinen Plan ausführen, über welchen die Mächte int Kenntnis gesetzt werden sollen.
In diesem Zusammenhange ist, wie die Sowjetpreffe aus Genf erfährt, ein energischer Stampf seitens Polens in Genf gegen einen eventuellen Antrag zu erwarten, den polnisch- litauischen Konflikt an eine Kommission zweds Berichterstattung bei der nächsten Tagung des Völkerbundes zu
überweisen.
nahmen über das Einlaufen und den Aufenthalt volnischer Kriegsschiffe im Hafen für Danzig für Friedenszeiten treffen. Gleichzeitig sollen zwischen Polen und Danzig entsprechende Verhandlungen geführt werden.
christlichsozialen Partei auf Entpolitifieruna lichiozialen Instruktor ganz in der Ordnung. Vorbereitungen zur Beseßung Kownos bindes Gemeindewahlkampfes gelautet: Wir Im übrigen hat er einen Troft zur Hand: nen fürzester Frist durch polnische Streitlehnen alle politischen Debatten in der Ge Wenn, was vorauszusehen ist, die Gemeinden meinde grundsäßlich ab, und der vorjährige der vorjährige unter dem Gemeindefinanzgesetz nicht werden Protestrummel in den Gemeinden, der jetzt an leben tönnen, so wird die Regierung ihnen getroffen. Nach Słowno sollte eine litauische Reläßlich der Sozialversicherung anscheinend wie neue Einnahmsquellen erschließen! ierung einberufen werden, welche einen Vertrag über eine Union mit Polen unterzeichnen sollte, derholung finden soll, ist nur dazu da, um in die neuen Einnahmsquellen werden, wie aus worauf die polnischen Hauptstreitkräfte das litaudie christlichsozialen Reihen Verwirrung zu soeben veröffentlichten Zeitungsmeldungen herische Gebiet räumen sollten. Die gesamte Aktion tragen und unserer Partei ein Bein zu stellen." vorgeht, wieder nur indirekte sollte im Laufe einiger Tage ausgeführt werden, Je weniger von Politik gesprochen wird, desto Steuern sein, und die Ankündigung fodaj besser für die christlichsoziale Partei, das kann Strumpes beweist, daß die Regierung an diese man nach dem schwerbelasteten Schuldkonto neuen indirekten Steuern schon gedacht hat, als dieser Partei schon verstehen, denn im Hauje sie das Gemeindefinanzgesetz von ihrer zu allem des Gehängten soll man nicht vom Strid reden. fähigen Parlamentsmehrheit beschließen ließ. Ebenso verständlich ist es, wenn Strumpe be- Nach den Steuergeschenken, die der Bürgerblock fürchtet, die Proteste gegen den vom Bürger- den Besigenden durch die Steuerreform gemacht block geplanten Raub an der Sozialversicherung hat, ist die Eröffnung, mit neuen indiretten Genf, 8. Dezember. Nach der öffentlichen feien geeignet, in die christlichiozialen Reihen Lasten beglückt zu werden, für die besiglosen Verwirrung zu tragen, denn die christlichen Ar- Voltsmassen besonders empörend und auf Ratssigung begaben sich jämtliche Ratsmitglieder beiter werden um so eher aus ihnen davon reizend. Daß Krumpe, anstatt gegen die neue in die Räume des Generalsekretärs Sir Eric Berlin, 8. Dezember. Der Amtliche preußische laufen, je raschher sie den von ihrer Partei auch Steuerbelastung der breiten Schichten zu pro- Drummond zu einer Besprechung, an der Studenten der an ihnen verübten Verrat begreifen. Weniger testieren, darin einen begrüßenswerten Ausweg auch der polnische Minister des Aeußeren pressedienst melder: Nachdem die Zuiderhi Balesti und der litanische Ministerpräsident preußischen Hochschulen in den Abstimmungen er verſtändlich ist, daß Herr Strumpe gleich darauf erblickt, läßt erkennen, daß das Wort„ Chriſt Woldemaras teilnahmen. In dieſer 3n- flärt haben, daß fie eine„ Studentenschaft" nicht jagte:„ Unjere gesamte Einstellung in der Ge- lichjozial" nachgerade ein Schimpf geworden ist. sammenkunft galt die Aussprache dem Verfahren, billigen wollen, hat Kultusminister Dr. Becker, meinde ist gegeben einerseits durch unsere Welt- Das wahre Wesen der christlichsozialen Par das eingehalten werden soll, um im polnisch- ſeinen Ausführungen im Landtag entsprechend, anschauung und andererseits durch unser Partei- tei und ihre humane Gesinnung aber erstrahlte litauischen Konflikt weiterzukommen. Erkläden Hochschulen mitgeteilt, daß eine als Gejant und Gemeindeprogramm." Da fann man nur erst recht in voller Glorie, als Strumpe auf die rungen, die bei dieser Zusammenkunft Wolde- vertretung aller Studenten und als Glied der fragen: Wobei bleibts? Wenn wirklich, wie soziale Fürsorgetätigkeit der maras und Zaleſti austauschten, werden in Strumpe meinte, drei Viertel aller Gemeinde- Gemeinden zu sprechen fam. Er warf aufgaben mit Politik und Weltanschauung und das muß man sich merken! den Sozianichts zu tun haben, wie soll die gesamte Ein- listen vor, daß sie die soziale Fürsorge zu einer stellung der christlichsozialen Gemeindevertreter reinen Gemeindesache zu machen bemüht waren, sich nach dem Partei- und Gemeindeprogramm währenddem die Christlichsozialen auf dem ihrer Partei richten? Die Frage ist um so be Standpunkt stehen, sie sei nicht eine Sache rechtigter, als Strumpe in weiterer Folge er der öffentlichen Organe, sondern flärte:„ Wir sind mehr als andere verpflichtet. Der privaten Silfe!„ Die Chriftlich den Parteigrundsätzen entsprechend uns zu ver- sozialen sezzen der öffentlichen Fürsorge die halten." Nebenbei bemerkt: danach entspricht private entgegen!" Das ist keine Erfindung, handelte heute nachmittags in einer fast dreiſtüntion der bisherigen studentenschaftlichen Einrich also alles, was die Christlichsozialen verbrochen das hat Krumpe als Lehrer der christlichsozialen Sigen öffentlichen Sizung zunächst die oberhaben, Hungerzölle, Bewilligung unerhörter Gemeindevertreter wirklich und wahrhaft gefchlesische Schulfrage, in der ReichsMilitärlasten, Verwaltungsreform itswv. den sagt, damit es seinen Zuhörern bei ihrer Tätig, minister Dr. Stresemann nach Darlegung Um die Nachfolge Coolidges. christlichsozialen Parteigrundjäßen! Aber Herr teit in den Gemeinden als Nichtschnur diene! des bekannten deutschen Rechtsstandpunktes mit Washington , 8. Dezember .( WJJ.) Die ErStrumpe meinte damit etwas anderes: es ist und er fügte noch hinzu:„ Die Fürsorgetätigkeit teilte, daß Deutschland zur endgültigen Klärung nämlich vorgekommen, daß i manchen Fällen hat ihren Urgrund in den Lehren der katholi- der Rechtsfrage beabsichtige, sich an den Inter- flärung Hughes, daß er eine Kandidatur auf die auch christlichsoziale Gemeind. vertreter für Re- schen Kirche. Die Sozialdemokraten haben uns nationalen Ständigen Gerichtshof im daag zu Präsidentschaft ablehne, schließt fast sämtliche mög jolutionen gestimmt haben, die sich gegen die das abgegudi und schlecht nach gemach i.wenden, um die definitive Auslegung über die liche Kandidaten aus den östlichen Vereinigten Einschulungsbestimmungen der Genfer Konven- Staaten aus. Im Vordergrunde stehen jetzt Her Zoll- und Steuerpolitik der Regierungstoali- Sie wollen alles verbürokratisieren und dadurch tion zu erlangen. Nach längerer Aussprache. an bert Hoover und Charles Low den. Nach tion, also auch der Christlichsozialen richteten. verteuern. Demgegenüber ist unsere Stellung der sich außer dem deutschen Ratsmitglied nur das der 20. Abstimmung beschloß der republikanische Das will Krumpe in Hinkunft verhindern und nahme eindeutig gegeben. Die chriftlich- columbiſche Ratsmitglied Urrutia als Bericht Nationalausschuß, daß der Konvent zur Nominicdarum appelliert er an die christlichsozialen soziale Charitas ist für uns das erstatter und der Ratsdelegierte Kubas , nicht aber rung des Kandidaten am 12. Juni in Kansas zuParteigrundsäße, die für ihn selbst und seines Wuster aller Fürsorge!" Also an der polnische Vertreter, beteiligte, wurde in diesem sammentritt. gleichen nie mehr als ein Feßen beschriebenen Gottes Willen feine öffentliche soziale Für Sinne beschlossen. Als zweiter Punti der Tagesordnung stand Papiers waren. forge, denn die kostet die Gemeinden und die Baldwins Mehrheit. Wie es die Christlichsozialen mit der Devije: Befißenden Geld! Legt alle Fürsorge für die die Frage des Anlegebafens zur Ueberwinterung London , 8. Dezember. Das Unterhaus Tehnie Steine Politik in der Gemeinde" zu halten Siechen, die Stranken, die Witwen, die Waisen, der polnischen Kriegsschiffe im Danziger Hafen zur gedenken, sagte der Redner gleich darauf:„ Als die Strüppel und die Armen in private Sände, Debatte. Nach kurzen Erklärungen des Danziger mit 347 gegen 142 Stimmen das Tadelsvo Senatspräsidenten Sahm und des polnischen Ver- der Arbeiterpartei ab, das Macdonald einSauptregel gilt: Wir sind überall bereit, Front am besten in die Hände der Kirche, die ein treters wurde beschlossen, die Entscheidung auf die gebracht hatte, weil Baldwin die im November zu machen gegen den materialistischen Marris- Monopol darauf hat, bei dem die von dieser nächste Tagung zu verschieben. In der Zwischenzeit von der Opposition erhobene Anklage gegen die mus, denn er ist unser Hauptgegne v. christlichen" Charitas Beglückten allerdings soll die Danziger Regierung gesetzgeberische Maß- Regierung nicht persönlich beantwortete.
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maßgebenden Kreisen als für den Fortgang der Dinge zufriedenstellend angesehen. Die entscheidende Ratssißung über die polnisch- litauischen Streitfragen wird voraussichtlich erst am nächsten Montag stattfinden. Deutsch
Hochschule staatlich anerkannte„ Studentenschaft" danach nicht mehr bestände. Der Bildung freier Vereine ständen teine Hindernisse im Wege, nur tönne ein solcher freier Verein nicht als Ge jamtvertretung aller Studenten an erfannt werden. Daraus folge. daß die freien Vereine feinen Anspruch erheben könnten, als Rechts nachfolger der bisherigen Studentenschaft" angesehen zu werden. Die Hochschulbehörden werden im Einvernehmen mit dem vorläufigen Vermögens beirat und dem geschäftsführenden Vorstand der früheren„ Studentenschaft" für baldige Liquida. tungen sorgen.