Gette 2

Der blutige Erste Mai.

Aufsiger Internationale".

Dienstag, 8. Mal 1928.

das seit Jahren gewohnte Schauspiel, daß junges Opfer der Sozialversicherung und der damit[ für endgültig erledigt, glaube jedoch, daß seine Burschen und Mädel mit hysterischen Gebärden verbundenen Vinfsorientierung werden" Einigungsverhandlungen eher zu Wer ist hier schuld? Wie lassen sich im feifenden Sprechchor alten Veteranen des Eine schlimmere Demagogie ist nicht mehr einem Erfolg führen würden, wenn solche Tatsachen erklären? Aus welchen Klaſſenkampfes Verräter" und andere Grüße denkbar; die paar Dutzend Millionen Kronen, mit er außerhalb der Partei stünde und Ursachen, aus welchen psychologi- zurufen, achtlos vorüberziehen ließen, weil also welchen die größeren Landwirte und der Groß- fie als Parteilofer fortseben könnte. schen Gründen, aus welchen politischen der mündliche ,, Kampf gegen die Verräter keinen grundbesitz zugunsten der Sozialversicherung be Der deutschnationae Senator Sart trat dieser Tatsachen beraus fonnte es möglich sein, Erfolg zeitigte, da griffen sie eben zum Revolver lastet wird, richten die gesamte Landwirtschaft zu- Auffassung allerdings entgegen und erklärte, dic daß die Maifeier in dieser unruhigsten und schoffen in die Reihen der Bruderpartei". grunde, die ungeheure Belastung infolge der Partei dürfe ihre Stellung nicht durch Verringe­Stadt Osteuropas zu einer Schlacht zwi- Was in Warschau als blutiger Ueberfall in Steuern zugunsten des Militarismus etc., rung ihrer Mandatszahl schwächen; Dr. Rosche schen Arbeitern werden konnte, während Erscheinung trat, spielt sich in einer anderen die Wucherprofite der Großbanten fei als Nationaler und nicht als Parteilloser ge­fie doch ein Aufmarsch der Ar- Sphäre, weniger blutig, aber gleich baßerfüllt seit und Industriekonzerne schaden dagegen wählt worden. beiter gegen die Reaktion sein Wochen in aller Welt ab. Um den Sozialdemo- nicht?! Senator Hartl gehört also anscheinend jener jollte?! traten zu schaden, spielen die Mostowiter Poin­Höhnisch schreibt der Dorfbote" weiter: Gruppe der Deutschnational, en an, die ihrem care 21 Mandate in die Hand; um den Sozial­,, Es wäre daher angezeigt, wenn sich die Leute Klubobmann nicht nur die Obmannstelle ab demokraten Abbruch zu tun. gehen die Kommu­Es wird wohl so zu erklären sein, daß unisten im Reiche mit Keudell im Bunde vor. um Masaryk , der den Linkskurs seinerzeit selbst nehmen, sondern ihm ganz den Stuhl vor ter dem Eindruck einer jahrelangen Hetze, die um den Sozialdemokraten Schimpf anzutun, ist propagierte, mit der Sozialversicherung im fet gen die Tür segen wollen. Das sind schon sich in den letzten Wochen ins Unmeßbare feit Wochen, feit Stalins letzter Kampfrede" den Umfange noch etwas Zeit lassen würden. Nur ganz bedenkliche Zeichen der Zersetzung in der steigerte, der eine Teil der Arbeiter vergessen Kommunisten aber wirklich fein Mittel mehr zu wer überflüssiges Geld hat, sollte dazu deutschnationalen artei, deren innere Widersprüche hatte, daß die Waidemonstration ein Aufmarsch schlecht. Ob man, wie die französischen Kommur verhalten werden, Beiträge zur Sozialversicherung, wir erst vor kurzem ausführlich beleuchtet haben. ber Arbeiter gegen die Reaktion fein sollte". Wonisten, die Henker der Arbeiterklasse in den Sattel Wschlecht. die in einem gewissen Ausmaße bereits allen her soll denn der kommunistische Arbeiter das Arbeitern zugute käme, zu leisten." Was geht bei der Post vor? noch wissen, daß Solidarität eine proletarische selbst in die Arbeiterreiben schießt, bleibt im End­hebt oder ob man, wie die Warschauer, gleich Natürlich haben die armen" Großbauern Tugend, eine Voraussetzung des Sieges, daß der ergebnis wohl das gleiche. Die hohe Bürokratie ist scheinbar wieder ein­und Großgrundbesitzer für die Sozialversicherung mal bemüht, die ganze Postverwaltung in Unord­Klaffenkampf gegen die Bourgoisie die Aufgabe der Arbeiterklasse ist? Es gibt wohl noch Arbeiter Die Internationale " erzählt von fein überflüffiges Geld. Zum Schluß richtet der Arbei- nung zu bringen. Die Bücken, welche der Abbau 1925 besonders in den Reihen der Kommunisten, die vor Jahren, einer sozialdemokratischen Provokation":" Dorfbote" nachstehenden Appell an die Arbei in dem deutschen Postpersonal gerissen hat und die vor 1920, als sie noch Sozialdemokraten waren, vorin sie bestand, erfahren wir nicht, Allem Anter: Die Industriearbeiter, für die durch den den ganzen Postbetrieb in manchen Aemtern ge vom Ersten Mai hörten, daß er ein Fest proleta schein nach in dem bloßen Aufmarsch der Linkskurs und die Sozialversicherung gesorgt fährdeten, wurden im Laufe der letzten Jahre rischer Verbrüderung, ein Tag des Weltprotestes Sozialdemokraten. So laffe sich der blutige werden soll, sind, wenn die Landwirtschaft auf burch reichliche Ausbeutung des restlichen Per gegen die kapitalistische Unrechtsordnung ist. Aber 1. Mai erklären- meint Herr Grünwald in die bezeichnete Art ruiniert wird, in erster fonales und Abrichtung von Ersatzkräften so halb in acht Jahren fommunistischer Erziehungsarbeit Auffig, der kürzlich ja auch durch einen Maffen­Linie die Leibtragenden An ihnen liegt es, vegs ausgeglichen, wobei abgebaute deutsche Be­mögen wohl auch diese Arbeiter( ein großer Teil aufmarsch der Arbeiter für die Sozialversicherung in Sachen der Linfsorientierung so sonderbar amte in ihrer Loyalität und in ihrem Pflicht ist ja längst zu uns zurückgekehrt) vergessen haben, provoziert wurde, und zwar nicht den Revolver, aber sein Mundwerk in Tätigkeit setzte. Der Herr es anmutet ein entscheidendes Wort zu bewußtsein aushilfsweise um zwölf, sage zwölf was sie einst in der alten Klassenkampspartei ge­sprechen, soll nicht, wie zu erwarten steht. mit zu Stronen per Tag schweren Dienst versahen, um lernt hatten. Und hat man ihnen nicht hundertmal Grünwald ist ohne Zweifel berufen, die War­nehmender Schädigung der Landwirtschaft die in Versammlungen und Kursen, tausendmal in schauer Schuldfrage zu klären und wir sind ihm zu ihrer geringen Pension etwas dazuzuerwerben. ganze Volkswirtschaft versklavt werden! Das der kommunistischen Zeitung gesagt, daß die So- für die Belehrung dankbar, daß sozialdemokratische Nachdem also auf diese Art der Postbetrieb zialdemokratie eine Partei des Verrats, der Lüge, Mut, mit Schimpfen oder Schießen begegnet. Maifeiern Provokationen sind, denen man, je nach Großkapital, das sich zum Anwalt des jo halbwegs in Schwung tam, ging die Poſtver­Marrismus macht, weiß, was es will!" waltung her und hob Ende April 1. J. die Gruppe der Kapitulation ist, daß jedes Wort eines Sozialut, demokraten das Gegenteil der Wahrheit, daß jede Der Sinn dieser Auslassungen ist wohl nur der sogenannten ,, Ueberstundenträfte" auf und ent Parole der Sozialdemokratie ein Dienst für die der, daß die Arbeiterschaft die Landwirtschaft vor ließ mit 1. Mai 1. J. nicht nur die noch hie und Bourgeoisie ist? Soviel des Unsinns und der ge­dem Angriff des Großfapitals retten sollen, indem da wirkenden billigen Abgebauten, sondern auch wissenlosen Hepe mag die Klügſten ein wenig wirr Die deutschen Agrarier sind bekannt sie auf die Sozialversicherung überhaupt ver- eine große Anzahl junger Beamtenträfte, die durch gemacht haben. Da ihnen die Sozialdemokraten lich in Beziehung auf soziale Reformen zichten?! Auf derartigen Stumpfsinn zu antwor längere Zeit ziemlich flaglos Dienst versehen einmal jagten, der 1. Mai sei ein Kampftag gegen die ärgsten Scharfmacher. Sie wollen von einer ten, lohnt sich überhaupt nicht. Es soll lediglich hatten. die Reaktion, muß es nicht eine Lüge ſein? Da wirklichen Sozialversicherung absolut nichts aufgezeigt werden, in welcher Weise die Land­die Sozialdemokraten Verbrüderung und Einig wissen. Es ist speziell die kleine agrartsche Presse, die bündler die ländliche Bevölkerung gegen die feit predigen, muß das nicht Verrat sein? Ja, der Wochenblätter, die in nicht mehr zu überbietender Sozialversicherung förmlich aufputschen. kommunistische Arbeiter, der es heute noch in Weise die Sozialversicherung aufs schärfste be­dieser Partei aushält, der sich in der Atmosphäre fämpfen. So bringt der Budweiser Dorfbote" Dr. Rosche möchte parteilos werden. des Bruderhasses, des skrupellosen Aufpeitschens in der Nummer 19 d. J. unter dem Schlagwort An ihre Stelle tommen neue, junge, so trüber Leidenschaften, der Lüge und der Ver- Landwirtschaft und Linksorientierung" einen Prag , 7. Mai. Es war schon ziemlich lange genannte Postgehilfen", natürlich ausschließlich drehung noch wohl fühlt, der muß längst vergessen diesbezüglichen Artikel, der mit einem Angriff ein offenes Geheimnis, daß der Klubobmann der Tschechen, die meisten sind erst neu bei der Bost haben, daß er einmal ein Klaffenkämpfer war, auf den Staatspräsidenten Masaryk beginnt. Deutschnationalen, Abg. Dr. Rosche, mit der eingetreten, verstehen gar nichts vom Dienste und, und daß der 1. Mai ein Arbeiterfeiertag ist. Der Von zuständiger Seite" sei erklärt worden, der Mehrheit seines Klubs gründlich zerkracht und was noch ärger ist, fie können nicht deutsch, so muß doch in der Bekämpfung der Sozialdemokratie Staatspräfident bestehe auf der Aufrecht seine Demission als Klubobmann unvermeidlich daß eine Verständigung mit der einheimischen die vornehmste Aufgabe eines Stalinisten sehen. erhaltung der Sozialversicherung ist. Sein Programm der Aussöhnung und An- Bevölkerung fast unmöglich ist. Ihr fragt, welche Ursachen, welche psycho- in dem jezigen Umfange, unbekümmert näherung an die deutschen Regierungsparteien Man fragt sich, was solche Maßnahmen für Logischen Gründe" die Warschauer Bluttat ermög- darum, ob die Landwirtschaft und das Klein- hätte ihn konsequenterweise direkt in die Regierung einen Zwed haben sollen; es scheint so zu sein, lichten? Wie fönnt ihr fragen, da ihr doch den gewerbe, von der fleineren und mittleren Indu führen müssen; dort aber hatte man für eine daß da immer wieder neue Protektionsfinder auf Maiaufruf der Kommunistischen In- trie gar nicht zu sprechen, in der Lage sind, die neunte Koalitionspartei, die zur Mehrheit nicht tauchen, die unterzubringen sind und dann einfach ternationale gelesen habt, diese Orgie des dadurch entstehenden Lasten dauernd zu ertragen." unbedingt nötig ist, kaum das richtige Verſtänd- andere auch Tschechen, die weniger Protektion Sozialistenhasses! Und stand nicht in demselben Blatte, das nach Ursachen fragt, die so klar zubot zugunsten des Industriekapitals" gesprochen politit nicht einverstanden und gewann wieder nachsichziehen, wird scheinbar nicht Rücksicht ge­Nach dieser Einleitung wird von einer Ro- nis, andererseits aber war der Radau- Flügel der haben den Postdienst verlassen müssen. Deutschnationalen mit dieser Verständigungs- Auf die vielen Nachteile, die solche Kunststücke tage liegen, die Parole, am 1. Mai die Sozial- und folgendes betont: demokraten zu bekämpfen? Den verdienten Oberwasser. Rosches Stellung in seinem Klub war nommen. Fußtritt sollten uns die Arbeiter geben, Ver­also schon seit langem völlig unhaltbar. Nun wird räter und Lakaien der Bourgeoisie hießen wir. Es dies auch offiziös zugegeben. Das Prezbüro bringt wird im Polnischen nicht zärtlicher gelautet haben, nämlich aus Warnsdorf eine Meidung über den als im Deutschen , und die kommunistischen Ar­Samstag und Sonntag in Leitmeris abge­beiter Warschaus , wahrscheinlich zum weitaus haltenen Parteitag des Gaues Nordböhmen der größten Teil junge Burschen, die nicht durch die Wenig Lebensmittel und Bedarfsartikel zu Deutschnationalen; darin heißt es, ein Ingenieur Schule der Sozialdemokratie gegangen sind, denen einem stetig steigenden Preise! Wer kann noch Weber aus Schluckenau habe auf dieser Tagung nicht, wie manchem Alten, die Erinnerung däm einen Vorteil aus dieser Entwicklung ziehen? das Fernbleiben Dr. Nosches entschuldigt und mert, vor zehn Jahren einmal gewußt zu haben, Einige Kapitalisten, die den Grund auf erklärt, er habe mit ihm eine interessante Unter­was ein laffenfämpfer ist. Die haben halt die gekauft haben und ihn nach neuen Normen redung gehabt: Rosche bezeichnete darin die Er- Es wäre wahrlich Sache der aktivisti. Parole ein bisserl wörtlich genommen. bewirtschaften. Der bäuerliche Mittelstand, welcher folge der deutschen Politik in den letzten Jahren schen Parteien, weniger schwulstige Reden Weil vielleicht die lauten Worte keinen Widerhall bisher große Lasten zu Gunsten der Großstadt, der als gleich null. Er halte die Einigungsver- ju halten, sondern sich mehr um das Walten der fanden, weil die Sozialdemokraten nicht davon Industrie und des Industrieproletariats ertragen handlungen über eine deutsche Einheitsfront, die Bürokratie zu fümmern, damit, wenn diefe schon Tiefen, als man sie begeiferte, weil die Arbeiter| hat, wird ein Opfer, ein bedauerliches bisher zu feinem Ziel gerührt haben, zwar nicht keinen deutschen Nachwuchs zuläßt, troh Symbiose

Nachdruck serboten.

Der Baldamus und seine Streiche

Verlegt vom Bücherkreis in Berlin 1927 Von Oskar Wöhrle .

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Agrarische Heße.

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,, Bleibt die Sozialversicherung in der bisheri gen Gestaltung die Abänderungsanträge sind ja nur ganz geringfügiger Natur aufrecht, dann wird die Landwirtschaft nach und nach ihren Dienst versagen....

Brüder, laßt die Flasche runden! Ist's auch nur ein Baurenwein, soll er doch wie Schampus munden und mit Lust getrunken sein! Schaut, im hellen Glase winken heller Augen heller Schein. Wenn wir das hinuntertrinken, soll's das Blut der Liebsten sein! Wie dem Priester am Altare in dem Kelch aus purem Gold, ist auch uns im Glas das wahre Blut des Lebens fromm gezollt.

Gott hat sich in Wein verwandelt, daß er uns recht schmecken soll. Brüder, feines Sinnes handelt, Brüder, trinkt, euch Gottes voll!

In erster Linie wurden natürlich Deutsche entlaffen, aber auch viele Tschechen, von denen viele doch halbwegs deutsch konnten und so teil­weise den Bedürfnissen der deutschen Bevölkerung entsprachen.

Die ersten Leidtragenden sind die Beamten, die für solche unfähige Kräfte Doppeldienste ver sehen müssen und feinen Urlaub bekommen, den fie bei dem nervenzerrüttenden Post-, Telegraphen und besonders Telephondienst so dringend be­nötigen.

Aber auch der Bevölkerung erwachsen Schä den, die freilich nicht immer sichtbar werden, durch Verspätungen usw.

hörte. Als ich ihm gar mit Züribieterisch fam,| Es nüßte nicht; die meinen gingen nicht über das fannte sein Unband und seine Bustigkeit über- übliche Meßdienerlatein hinaus, von dem mir haupt feine Grenzen mehr. Ich mußte unbedingt nichts anderes im Schädel hängen geblieben war, mit ihm nach Hause, wo er mich allen Haus als der Ausruf des geplagten Gewissens: Mea genossen vorstellte, vom uralten Großvater herab, culpa, mea culpa, mea maxima culpa!" Aber Der wie ein Patriarch in seiner Ede faß, bis zu was sollte der Pfarrer mit diesem Bekenntnis den beiden mageren Geißen im Stall. Man faßt anfangen?

zunächst gar nicht, wieviel Lebendiges in so einer Als ich die schlimmste Feuerprobe bestanden italienischen Hütte Play hat. Nach dem Essen hatte, sangen die Mädchen mancherlei Bieder. führte er mich zu einem reichen Bauern, in deffen Eines davon ist mir im Gedächtnis geblieben Haus ich schlafen sollte. Als ich hinkam, war die das von der glücklichen Marianne. Der Schluß ganze Familie im Stall, als dem einzigen Ge- hieß immer: O, v, o! und wurde vielmals wieder. mach, das warm hielt. Die Nächte waren näm- holt. Die Melodie flang aber gar nicht danach), lich inzwischen merklich falt geworden; ich hatte als ob die besungene Marianne wirklich glücklich mich überhaupt gewundert, daß in folcher Höhe noch kein Schnee lag.

gewesen sei; im Gegenteil, jie lang so eigentüm lich bedrückt, so kirchenmäßig, so fremd, als ob Der Stall war sehr praktisch eingerichtet. In irgendwo ein paar griechische Mönche begraben der Mitte des Ganges , zu deffen Seiten die Tiere würden. Um Mitternacht ging alles auseinander. in ihren Boren lagen, war ein großer, sauberer Der Bauer machte mir aus Heu und Stroh eine Platz. Hier kamen jeden Abend die Nachbarn Lagerstatt zurecht und holte eine Pferdedecke, in zusammen und unterhielten sich. Es erinnerte die ich mich einwidein konnte. Doch bevor ich mich sehr an die Spinnabende bei uns im Elsaß mich hinlegte, mußte ich die Zündhölzer abgeben, das sogenannte Stunkeln oder 3'Stiltgehen. Die der allsfallfigen Feuersgefahr wegen. Bekommen Frauen und Mädchen waren fleißig und flochten habe ich sie nie wieder. Strohborten, die in die Florenzer Sutfabriken ab- Bevor ich einschlief, ging leise die Tür auf. geliefert wurden. Die Burschen und die jungen Ein Mädchen tam herein und lauerte sich neben Männer aber, die taten nichts. Die räfelten sich mich auf den Boden. Es faßte mich beim Kopf, faul über Stühle und Schemel und schauten zu, füßte mich ab und sagte in einem fort: O pove wie geschafft wurde. Die alten Krauter, die hat- vello, poverello! Erst als es draußen laut wurde ten die Gipspfeife in der Zahnlüce oder saugten und die Mutter einigemale rief, ließ sie mich sein an ihrem schwarzen Briffago. In diesem Kreise und ging. Am Morgen merkte ich, daß sie mir nun war ich den ganzen Abend hindurch das um ein Batet mit Sped und Brot gebracht hatte. und um bestaunte Wundertier. Ich mußte er- Als ich Abschied nahm und dem Bauem für die

Der ehrfame Raufmanu gab mir aber keinen Centesimo, im Gegenteil, er schob seine Gold und Silberfüchse so rasch wie möglich in die Schublade, schloß sie ab, steckte den Schlüssel sorg­fältig in die Tasche, und als er das getan hatte, stand er auf und gab mir einen Tritt. Diesmal war ich nicht so blöde wie in Spezia im Kaffen­raum des Gaswerks. Ich gab den Tritt weidlich zurück und faßte den Alten überdies an seinem Senasterbart. Da schrie er, als ob ich ihn schäch­ten wollte und brüllte nach der Polizei. Darauf- Die Verse blieben dauerhafter, als das hin wurde es lebendig im Hause und ich sah zu Weingeld. Das ging verdammt schnell aus. Und hin wurde es lebendig im Hause und ich sah 311 was müßt der schönste Ort, wenn er abgeklopft ist? daß ich entlief. Mehr Glück, hatte ich im sozialistischen Zir- Kundenblut braucht Veränderung, das ist das fel. Der verschaffte uns Dreien Schlafgelegen einzig Stete an ihm. heit. Bis Florenz blieben wir noch beisammen, dann trennten wir uns. Tagsüber lief ich im der Stadt umher und beschaute die alten Bauten und die Denkmäler. Es gab hier viele, die Ein­druck auf mich machten. Die Stirchen waren' m Junern oft prächtig ausgestattet. Eines Abends sah ich ein Begräbnis, an dem zweihundert Brie­ster teilnahmen. Die meisten trugen Fackeln in den Händen und hatten Kapuzen über den Köp­fen, so daß man nur die Augen herausleuchten Ich war nicht wenig erstaunt. hier mitten in zählen, wo ich herkam und was ich schon alles Bewirtung dautte, sah ich das Mädchen wieder. jah. Das machte einen graufigen Eindruck, von Italien diesen rheinländischen Gassenhauer in gesehen hatte. Da ich nur wenig Italienisch Es wurde blutvot und winkte mir lange nach. weitem sah es aus wie eine Prozession von Toten- Originalfassung vorgesetzt zu bekommen. Der konnte, lam bei diesen Verständigungsversuchen Der Weg führte über die Berge. Das Wet­schädeln, heraustretend aus einer verwunschenen Italiener freute sich sehr über die Begegnung; nicht viel heraus. Zum Schluß fam noch em ter blieb schön. Ich marschierte jeden Tag dreißig gespenstischen Welt. Mit diesem Eindruck föhnte denn nun hatte er jemanden gefunden, bei dem dicer. gemütlicher Pfarrer daher, vor dem alles bis vierzig Stilometer und sam rasch voran. Erst mich der süße, ölige Wein aus, den ich noch in er die paar deutschen Brocken, die er bei seinem aufstand und sich erst wieder niederseßte, als er im Gebirge zwischen Spoleto und Terni septe der gleichen Nacht in einer abgelegenen Beize zu Aufenthalt in Zürich gelernt hatte, aubringen den Segen gegeben hatte. Auch er versuchte sich Regen ein. trinken bekam. Er schmeckte so gut, daß er mich konnte. Er freute sich wie ein Kind über ein bei mir als Dolmetscher und holte seine ganzen Spielzeug, als er von mir wieder deutsche Worte Kenntnisse im Lateinischen aus der Bevsenkung.

zu einem Trinklied befeuerte:

Nach acht Tagen trat ich die Romreise an. Die erste Nacht verbrachte ich in Mingho d'oro. Diesen Ort vergeß ich mein ganzes Leben lang nicht. Hier traf ich unterwegs einen Arbeiter an, der laut und immer und immer wieder diesen einzigen Vers vor sich hinfang:

Alle Jahr ein Kind, alle Jahr ein Kind, bis es vierundzwanzig sind!

( Fortfegung folgt.)