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Boltswirtschaft.

Vorwand, daß er das Geld als Kaution für eines Stelle benötige, entlockte. Eines Tages war er bei ihr erschienen und hatte sich ihr als Landsmann" Die Tschechoslowakei   und das internationale Abans Chrást bei Chrudim  , wober sie beide stammen, Tommen über die Krankenversicherung der Industrie- vorgestellt. Sie nahm ihn auf, bemutterte ibn. bis und Handelsangestellten und des landwirtschaft sie sich auf ihre alten Tage in ihn verliebte. lichen Silfspersonals. Vorsitzender: vatten Sie ein intimes Ver­hältnis mit ihm?"

Die Zengin( verlegen): Nun ja, aber es war doch mehr mütterlich."

Vorsitzender: So?! Und wurden Sie also um den Betrag betrogen, wie die Anklage lautet?"

Zeugin: Nein, ich hätte es ihm ja auch ge­geben, wenn er gefagt hätte, daß er es nicht für eine Raution benötigt."

Literatur.

O nejmladši poesii české, zwei Vorträge und zwei Stizzen über die jüngste tschechische Literatur von F. X. Salda, Verlag O. Girgal, Prag  - Smi­dow. Der Autor, ein bekannter tschechischer Kunst­und Literaturkritiker, setzt sich hier mit der jüngsten tschechischen Dichtung auseinander und widmet namentlich dem frühverstorbenen Wolker, den Dich tern Hora, Seifert, Biebl und Nezval   eine ein J. R. gehende Würdigung.

Der Film.

Der Jüngling hatte das Geld in Bädern Ein sozialistischer Film größten Stils soll in durchgebracht, wurde aber troßdem freigesprochen, Solland hergestellt werden. Die Sozialdemokra da die Alte heute selber bei Gericht sagte, daß sie tische Arbeiterpartei arbeitet zu diesem Zweck mit ihm das Geld auf alle Fälle selber gegeben hätte. der ihm das Geld auf alle Fälle selber gegeben hätte. Der Harleemer Filmfabrik Polygon zusammen. Nach dem Freispruch wendet sich die Alte zu zahlreiche neue Filmreformgedanken sollen in dem den Richtern und sagte: Bin ich aber froh, daß er sozialistischen Film verwirklicht werden, bei deſſen freigesprochen worden ist!" Herstellung Tausende von Personen mitwirken werden. Anastasia im Film! Das rätselhafte Schicksal

Vorsitzender: Sie sind wohl freigesprochen worden, aber schön ist ihr ganzes Verhalten feines­wegs!"

Donnerstag, D. August 1928.

VERLANGET UEBERALL

VOLKS ZUNDER

SOLO

A.S.I.

Das Handelsministerium hat in den letzten Tagen die intereffierten Korporationen verständigt, daß die Regierung entschlossen ist, im Herbst das internationale Abkommen über die Kranken­versicherung der Industrie- und Handelsangesteli ten und des landwirtschaftlichen Silfspersonals, das im vorigen Jahre von der zehnten Konferenz des internationalen Arbeitsamtes ausgearbeitet wurde, zu ratifizieren. Das Ministerium hat den einzelnen Rorporationen den Text des genannten Abkommens zugesandt und sie eingeladen, in der fürzesten Zeit ihr Gutachten darüber abzugeben. Das internationale Abkommen jetzt fest, daß jedes Mitglied der internationalen Arbeitsorganisation, das das Abkommen ratifiziert, sich verpflichtet, die zwangsweise Krankenversicherung unter Bedin­gungen einzuführen, die den im Abkommen auf der Zarentochter Anastasia, über das wiederholt die ieden Zugang verwehrt. Und wenn der Trainer dann gestellten Bedingungen mindestens entsprechent. Der Bursche wird vom Aufseher in die Unter- Rechtspresse wochenlang geschrieben hat, wird von gar erſt anfängt, uns das unerforschlich tief geheim­nisvolle Backhand" zu predigen, dann wissen wir, Die ausführlichen Bedingungen, die das Abkom suchungshaft zurückgebracht, um gleich darauf ent- der National Warner verfilmt. Der Film wird, men enthält. beziehen sich auf Arbeiter, Angelaffen zu werden. Die Alte wartet bereits unten am wie es in den Ankündigungen heißt, nicht willkür. daß wir einfach nichts tangen und daß jämtliche stellie, Beanien und Lehrlinge von Induſtrie Stiegengang auf ihn, um ihn in Empfang zu neh- liche Erfindungen einer plöglich auftauchenden Glieder unseres Körpers verkehrt eingeschraubte men und weiter zu bemuttern". Hochstaplerin schildern, sondern den Lebensroman Requisiten der Naturschöpfung sind. Richter und Auditorium können nur die Köpfe der wirklichen Großfürstin Anastasia  . Für die Das ist der kritische Punkt, wo die Scheidung schütteln ob dieser etwas späten, aber noch immer Rolle der Anastasia ist Lee Barry verpflichtet der Geister beginnt. Etliche finden dann, daß Tennis ungeheilten Leidenschaft. doch nicht ganz so comme il faut", ganz so leid­fam ist, wie sie sich das vorgestellt haben, und lassen es wieder sein. Andere merken in ihrer Unschuld nicht, daß sies nie kapieren werden, und wanken und weichen nicht, mag auch der Trainer Zipperlein und Selbstmordgedanken friegen. Aber eine dritte Gruppe endlich, in der schlummert der Funke des Tennis. genies  . Even standest du noch verzagend mit dem Rakett da, als du, genarrt vom Ball, zum soundo. vieltenmale in die Luft gehauen hattest. Da- wieder kommt der Ball, und diesmal saust er verr­lich zurück übers Netz ins gelobte Land der weißen Linien, und der Trainer winkt dir Beifall. Nener Mut schwellt die Brust vielleicht wird doch noch eine Suzanne Lenglen   aus dir? So weit hältst du noch nicht, aber die Fieber der Erwartung haben dich gepackt. Der erste gelungene Schlag, er war die Geburt des Geistes, du hast zu ahnen be­gonnen, wie schön Tennis nicht nur als Modekreation, sondern auch als Sport ist. Aus dem Flirt wird Ernst, du liebst jetzt Tennis an sich.

und Handelsunternehmungen, sowie auf Seimar­beiter und auf das landwirtschaftliche Personal. Jedem Mitgliedsstaat, der das Abkommen ratifi ziert, bleibt es überlassen, durch seine Gefeßge­bung auch solche Aenderungen zu treffen, die er für nötig hält.

Konzentrationsbestrebungen in der amerika nischen Automobilindustrie. Dem Beispiele der beiden großen Automobilfabriken Chrysler und Dodge, die fürzlich ihre Vereinigung be­schlossen, folgten mun zwei weitere große Firmen dieser Branche, u. zw. Pieroe Arrow und Studebaker, welche zusammen die große Gruppe in der amerikanischen   Automobil industrie bilden werden.

Devisenturie.

Prager   Kurse am 8. Auguft.

100 holländische Gulden

100 Reichsmart..

100 Belgas.

100 Schiveizer Frants

1 Pfund Sterling

100 Lire..

1 Dollar

100 französische Frants

100 Dinar

100 Bengos.

100 volnische Zloty.

100 Schilling.

Geld Ware

. 1358.87% 1359.87% 803.50 807.50 468.17% 471.17" 648.15 651.15 168.35 164.35 175.88 177.28

worden.

Sport Spiel Körperpflege

*

Tennis.

I.

Proletarier spielen Tennis. Weiß man, was das heißt? Tennis, der Nobelsport der Bourgeoisie, jahrzehntelang nur ein Luxus, kostspielig wie Segeln und Reiten, Tennis ein Sport für Proletarier! Das Wiener Kleine Blatt" veranstaltete zwei Tenniskurse. Wehr als 1200 Menschen hatten sich dazu gemeldet, unter ihnen etwas 500 Heimarbet terinnen und 61 Hausgehilfinnen. Ja, wirklich: Hausgehilfinnen.

Wie steht mir mein Rakett?

Die Signatur früherer Zeiten war der Regen schirm, heute ersetzt ihn das Tennisrakett. Gewiß, 33.85 auch vor dem Kriege hat man Damen und Herren

131.52% 132.72% dieſes Juſtrument durch die Stadt schleppen sehen.

59.05% 59.55 Aber es waren ihrer nur wenig und sie fielen auf. 586.62% 589.677/ 2 376.85 879.85 Hente fällt ein Tennisschläger so wenig auf wie 474.72% 477.22 ein Bubifopf oder ein Radioapparat. Es gehört eben mit zum Bild der neuen Zeit. Daß aber Tennis eine so rasche und tiefgehende Popularisierung er fahren hat, läßt sich nicht allein mit der mächtigen Sportwelle erflären, die das ganze Leben Nachkriegs­Europas überschwemmt hot. Tennis ist tein bloßer Sport, Tennis ist ein neuer Lebensstil.

Gerichtssaal.

Der Alte und der Junge.

*

und das weiße Gewand dazu führt man durch die ganze Stadt spazieren. Es ist ein großer Unterschied, ob man den Alltagsmenschen nur auf dem Sportplatz selber von sich abtut oder schon auf dem Wege zu ihm und noch auf dem Wege von ihm. Die Aesthetik der Sportkleidung, der sonst weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil sie von dem eigentlichen Zwed des Sportes, vom Kampf um den Sieg, in den hintergrund gedrängt wird, beim Tennis wird fie Selbstzwed.

Der Trainer.

Bon der Wohnung bis zum Tennisplatz bist du cine Königin und genießest alle Herrlichkeiten der au­erkennenden Blicke. Aber dann auf dem Sportplatz! Erstens bist du da nicht mehr allein und mußt dein 5000000000000000 Königinnenreich mit so und so vielen anderen Jün­gerinnen des weißen Sports teilen. Und zweitens: Jedem

das Rakett ist dann nicht nur ein Toilettenartike!, sondern ein Sportgerät.

Arbeitermädel!

Rasch fällt man von seiner Königinnenwürde Jedem hinab zu seines Nichts durchbohrendem Gefühl. Vor dem gestrengen Blick des Trainers Inidt aller Arbeiterbuben! Stolz und eitler Wahn zusammen. Da hören wir es, daß wir nicht hinreißende Herzensbrecher, son­bern ralettzerbrechende, herzzerreißende Payer find. Zu dritt, zu viert stehen die armen Sünder und Sünderinnen auf der einen Seite des Playzes, und auf der anderen Seite, jenseits des Netzes, er, der Trainer, der Tyrann. Gnadenlos schupft er einem die Bälle zu, diese winzig fleinen Buder, die man mit dem Schläger treffen soll. Schon das ist schwer. Bolts buchhandlung weil die Stobolde die Gewohnheit haben, mit ihrer

Das Buch ber roten Falten 11­

Hübner­augen

Hornhaut beseitigt in einigen Tagen nur VITEK'S

Anticornein

Eine Flasche 6-. Zu haben in Apo­theken u. Drogerien. Allein echt von

Es ist kein bloßer Zufall, daß Tennislehrkurse Prag  , 8. Juli. Sie: eine Lehrerswitive, 58 in aller Regel zu mehr als 90 Prozent von Jahre alt, aber um zehn Jahre älter aussehend. Frauen besucht werden. Die schwielige Männer­Schön? Das kommt wohl hier nicht mehr in Frage! faust des Fabritarbeiters schmiegt sich noch schwer Troßdem trägt sie einen kniefreien Rod, fleisch um das runde Holz des Tennisschlägers, die Hand, farbige durchsichtige Strümpfe, gelbe Schuhe mit die gewohnt ist, den Hammer auf den Amboß zu wärts sieht, könnte man sie vielleicht auf achtzehn fenken, ist noch zu hart und ungelenk für die raf- auf dem Boden vor Lachen kugeln, wenn so ein schätzen. Aber nur von rückwärts! finierte Weichheit des Tennisballspieles. Ins Rakettschwertstreich sinnlos die Atmosphäre zerfetzt. Er: ein bernfsløser Jüngling mit einem Milch- Schlachtengewühl der Fußballmatche stürzt sich der Aber was hilfts auch schon, daß man einmal den gesicht, kaum noch einen Flaum auf der Oberlippe. Mann. Die Frau aber gewiß, sie spielt Sand- Ball wirklich trifft? Da benimmt er sich erst recht Ganze 21 Jahre alt. Man könnte seinem Eindruck ball, schwimmt, läuft, springt, turnt, aber nichts steht unanständig Wie Opels Raketenwagen fährt er zum nach meinen, er habe noch nicht einmal seine Buber  - ihr besser, als ein Tennisrakett Mond ab oder verirrt sich in Gemüsegärten, Fluß­tätsjahre hinter sich. Das ist das Anziehende dieses Sports: man läufe, Kellerlöcher, Obstbäume, Telephondrähte und Der Fall: Die Alte hat mit dem Jungen nimmt ihn auch in den Alltag mit. Die Sandballer Vogeltäjige. Nur dort, wo er hingehört, trifft er ein intimes Verhältnis unterhalten und dem Jun- dreß und das Schwimmtrikot darf ich nur auf dem nie, ein: an jenem mystischen, durch weiße Linien gen 6000 K gegeben, die er von ihr unter dem Sportplatz oder im Bade tragen.. Sein Rakett aber abgegrenzten Raum, zu dem das tüdische Ney uns

hohen Abjaven. Kun ja, wenn man fie von rid, ichmettern, Waſchinen anzutreiben, Motoren zu Stellvertretung die leere guft zu betrauten, und sich Teplich Schönaur.Vitek& Co. Pragll.

Der Konstrivierte. Sistorische Novelle von Honoré de Balzac  .

direkt gegenüber dem Nenen

Stadttheater. 000000000000009

Vodičkova 33.

Herausgeber: Dr. Ludwig Czech  . Berantwortlicher Redakteur: Dr. Emil Strauß. Prag  . Druck: Deutsche Zeitungs- Aktien- Gesellschaft in Prag  .

Für den Druck verantwortlich: Otto Solik, Prag  Die Zeitungsmartenfrantatur wurde von der Bolt- u. Telegraphen. ditition mis Erla Nr. 127.451/ V11/ 27 am 14. Mai 1927 bepilla

hinauf, trotzdem sie faum Kraft hatte, sich aufrecht| wo ich besser hören kann, was draußen während zu halten. Dann öffnete sie die Tür ihres Schlaf- der Nacht vor sich geht!" zimmers, jah ihren Sohn und fiel fast wie leb­

Ihres Hauses die Grundlosigkeit der Denunziation beweisen. Dann wird der Inhalt meines Berichtes Sic ein- für allemal vor allen weiteren Verdäch tigungen schützen. Ich werde von ihrer patriotischen| los in feine Arme. Saltung und ihrer Staatstreue als Bürgerin sprechen, und so werden wir alle gerettet sein."

Madame de Tey fürchtete eine Falle. Sie be­wegte sich nicht, aber ihr Gesicht glühte wie im Fieber und ihre Zunge war erstarrt. Da plöglich erschollen Schläge gegen die Haustür.

,, D," rief die tief erschrocene Mutter und fiel

An einem November- Abend des Jahres 1793 waren die führenden Bürger und Bürgerinnen von Carentan in Madame de Teys Salon versammelt. Das Lebensinteresse dieser schönen Witwe bestand in der Liebe zu ihrem Sohn, auf den sie stol; war. Der junge Miann war noch unter dem Königreich Offizier bei den Dragonern geworden und fühlte auf die Senic ,,, o, rettet ihn, rettet ihn!" sich verpflichtet, den Prinzen, die in jenen Tagen der Revolution ausgewandert waren, ins Exil zu Jawohl, laßt uns ihn retten," rief nun folgen. Seine Wunter lebte in Carentan. Sie war auch der öffentliche Anfläger mit einem leiden gütig zu allen Menschen ihrer Umgebung und schaftlichen Blick auf die schöne Witwe, laßt uns dennoch verdächtigte man sie wegen Verbergung ihn retten, und wenn es uns auch das Leben von Royalisten in ihrem Hause. Ein alter Stauf- foſtet!" mann, sonst ihr ergebener Freund, hat aus Sen­sationslust das Gerücht verbreitet und so den Ver­dacht verstärkt.

Mittlerweile wartete die arme Mutter auf die Rückkehr ihres Sohnes aus der Verbannung. Damals fam ein zum Militär Ausgehobener, ein fogenannter Konftribierter, in die Stadt und mel­

bete sich beim Bürgermeister. Dieser revolutionäre Beamte gab ihm eine Quartierfarte für das Haus der Madame de Dey. Dann besuchte er die Witwe selbst und sagte:

Sie erwarten Ihren Sohu? Nun gut, aber Tassen sie ihn nicht länger als bis sieben Uhr morgens unter ihrem Date wohnen. Bei Tages­

anbruch werde ich hier mit einer gegen Sie gerich

teten amtlichen Denunziation erscheinen."

Mit bestürzter Miene, die sicherlich sogar das Mitleid eines Tigers erweckt haben würde, schaute sie den Bürgermeister an. Der sprach in sanfterem Tone:

Ich werde durch eine eingehende Untersuchung

Ich bin verloren." seufzte sie, während der Anfläger ihr auf die Füße half.

th, Madame," so fuhr er fort, ich möchte ihre Zuneigung feinem als nur Ihnen selbst ver­danken!"

Madame, hier er...," rief die Hereinfom­

mende alte Dienevin. Doch beim Anblick des

öffentlichen Klägers wurde das Antlitz der treuen, alten Dienerin starr und todesbleich.

Was gibt's, Brigitte?" fragte der Bürger­meister in mildem aber vielsagendem Ton.

Es ist ein Konffribierter, den der Magistrat uns als Einquartierung zugeschrieben hat," ant­wortete die Alte und zeigte die Quartierkarte.

den zettel gelesen hatte, bente abend wird ein Das stimmt," sagte der Anfläger, nachdem er Bataillon Soldaten einmarschieren."

Mit diesen Worten ging er hinaus. Die Gräfin war in deiem Augenblick nur zu start gewillt, an die Aufrichtigkeit ihres früheren Anwaltes zu glauben. Sie lief schnell die Treppe

"

,,, mein Sohn, mein Sohn," schluchzte sie und bedeckte sein geliebtes Autlik mit Küffen. Madame," sagte der Fremde.

Ah, ist er es nicht?" rief sie aus und trat enttäuscht zurüd, wobei sie den Konskribierten mit verzweifelter Miene austarrte.

Sie schwankte noch zwischen der Furcht, ihren Sohn verloren zu haben und der Hoffnung, ihn dennoch wiederzusehen.

In der Nadst herrschte eine beunruhigende Stille. Dann fam ein Augenblid höchster Erregung und Augst   für die Gräfin, als das Bataillon durch die Stadt marschierte und sich in seine Quartiere zerstreute. Bei jedem Klang von Schrit­Heiliger Gott  , welche Aehnlichkeit," entfuhr ten wurde sie durch enttäuschte Hoffnungen ge­es Brigitte. peinigt. Dann sentte sich wieder die schreckliche Dann folgte ein Augenblic tiefsten Schwei- Ruhe der Natur über die Stadt. Gegen Morgen war die Gräfin gezwungen, gens und der Konftribierte felbſt ſchauerte beim in ihr Zimmer zurückzukehren. Brigitte, die ihre Anblick von Madame de Dey. geliebte Herrin jeden Augenblick in den nächtlichen ,, Ah, mein Herr." so sprach sie und stüßte Stunden der Qual beobachtet hatte, folgte ihr sich in ihren Schmerz auf Brigittens Arm ,,, mein bald darauf und fand die Gräfin tot am Boden Herr, ich kann Ihren Anblick nicht länger ertra- liegend. gent. Erlauben Sie, daß meine Dienerschaft mich vertritt und sich um sie fümmert."

Halb von der alten Brigitte getragen, erreichte sie ihr Zimmer im unteren Stock des Hauses.

,, Wie Madame, soll dieser Mann in Monsieur

toffeln tragen, und die Baſtete effen, die ich mit besonderer Sorgfalt und Liebe für Monsieur Au­guft zubereitete. Man möge mich guillotinieren,

aber ich..."

,, Brigitte," rief Madame de Deh aus. Balt dein Blappermaul," so fuhr der Diener Madame töten?" seine Frau in flüsterndem Tone an. Willst du

In diesem Augenblid verursachte der Kon­ffribierte ein Geräusch, in seinem Zimmer ,, indem er feinen Stuhl an den Tisch heranzog.

Sier will ich nicht bleiben," rief Madame de Dey. Ich will in das Treibhaus hinübergehen,

Ah, vielleicht hat sie gehört, wie der Kon­ffribierte in Monsieur Augusts Zimmer auf und ab ging und die verfluchte Marseillaise   sang, als wenn er sich in einem Stall befinde," so rief sie aus. Dieses Lied hat sie getötet."

über der Gräfin Tod war in Wirklichkeit durch intensive Aufregung und wahrscheinisch durch eine schreckliche Vision verursacht. Genau in dem Augenblik, da Madame de Dey ſtarb, in

Carentan stavb, wurde ihr über alles geliebter Sohn in Morbihane erschossen,

Wir können diese tragische Geschichte der gro gen Menge anderer Beobachtungen jener starfen Sympathie hinzufügen, die die Gesetze des Raunes

fiefitem Interesse sammeln, und die dereinst die nicht achtet, Tatsachen, die manche Gelehrte mit Grundlage einer neuen Wissenschaft bilden wer­den, einer Wissenschaft, der bislang nur ein Mann von überragendem Geiste fehlte.

Neue Uebertragung von P. Frei.