Donnerstag, 4. April 1929.

machte.

mach mancherleh wunderlichen Figuren in die Bufft, das die Herrschafft ihr Vergnügen haben kann. soll es nun bald zu Ende gehen, so werden die Sauen rausgelassen, und die machen dann bey den Dames unter den Reif- Röcken einen solchen Rumor, dasz nicht zu beschreiben..."

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Sauen

Seit wann eigentlich erhebt die Welt Anspruch darauf, als gesittet und einigermaßen kulturell über­firnißt zu gelten? Es ist nicht so lange her, wie manch einer giantben mag.

Boltswirtschaft.

Jugendtag der Angestellten!

P. 2.

Seite 5.

Unentbehrlich

für Vertrauensleute und Helfer der

Arbeiterfürsorge

sind dlo..Merkblätter für Fürsorgefunktionäre". Bisher erschlenen:

Nr. 1. Richtlinton für Fürsorgelunknonäre. 1. Teil( verge Nr. 1. a) Richtlinien für Fürsorgefunktionäre. 11. Teil. Nr. 2. Fürsorge und Gesellschaft. Von Heinrich Herget. Nr. 3. Arbelter- Fürsorge and Pürsorge- Einrichtungen. Von Theodor Schuster.

Nr. 4. Arbelterbewegung und Arbeiterfürsorge. Von Josef Hofbauer. Nr. 5. Aufgaben der Arbeiterlürsorge.( Kampf gegen Tu­berkulose. Geschlechtskrankheiten und Alkoholismus .) Von Dr. Arnold Holltscher.

En Vorbereitung:

Nr. 6. Sozlalhygiene und Arbeiterfürsorge. Von Dr. Theo­dor Gruschka. Nr. 7. Gewerkschaft und Arbelterfürsorge. Von Anton Schäler.

Die Merkblätter sind zu beziehen durch den Verband ..Arbelterlürsorge" Geschäftsstelle Prag II Nekazanka 18. Holt Euch Rat bel uns!

Die Arbeitertürsorge ist die organisierto Selbsthilfe des Proletariats! Dem Klassengenossen soll durch den Klassengenossen go­hollen werden! Gründet Bezirksvereine Werbet Mitglieder! Helft der Arbeiterfürsorge!

Die Lohnbewegung für die nord­mährischen Bauarbeiter erfolgreich beendet.

Bon den Luftbarkeiten des Mittelalters. Etwas hat unsere sonst durchaus nicht muster- mit die Kurzweyl desto länger dauren mögte, und gültige Zeit derjenigen des Mittelalters und spä- die Voltigier Sprünge der Füchse und Hasen desto terer Jahrhunderte voraus: die Achtung und Liebe vigouröser, lebhaffter und öffter gesehen werden: zum Gottesgeschöpf. Der Tier- Schutzverein, viel zu denn sonst würde die Lust balde zum Ende gehen, spät ins Leben gerufen, war eine im Interesse wenn die armen(!) Thiergen in dem Herunter In der Tat, eine handfeste derbe Lust verbarg menschlicher Würde dringend gebotene Pflicht. Wie Fallen den Kopff auff die Steine schlügen, oder den sich unter folch höfisch- graufamem Spiel, die str man früher mit der armen und wehrlosen Kreatur Rüdgrad und das Creutz oder die Läuffte zer- Grandezza des spiegelnden Parketts und den steifen verfuhr, ersicht man in manch ,, ritterlichem" Spiel, brächen." Pavanen in höchst merkwürdigem Widerspruch stand. z. B. dem des Fuchsprellens, von dem hier ein Erschienen nun an dem in Aussicht genom - Die Sache wird dadurch nicht besser, daß zu der wenig die Rede sein soll. menen Tage die Cavalliers und Dames" in doch wahrlich barbarischen Tierquälerei eine in Wein hohe Stanbespersonen gelegentlich großer grünem, mit Gold und Silber sorgfältig ber nichts gemilberte Landsknechtschaft anmutende Fop Festlichkeiten in der Residenz oder in irgendeinem chamerirten" Habit bei Hofe, so wurden die nach perei der Dames " durch die Herren Cavalliers" noch so unbedeutenden Fürstenhofe zusammentrafen, dem sauber hergerichteten Platz und unter feier- fam, welchselben ihren Schönen emfach so pflegten sie im Anschluß an die Solennitäten" lichent Zeremoniell invitiret", und alsdann in unter die Krinolinen schickten. Scherz oder tiefere imter sich mancher Vergnügungen und Divertisse eyner bunten Reyhe wechselsweise ehn Cavallier Bedeutung? Und wie dieser Hauptspaß( als solcher ments", für die wir heutigen im allgemeinen doch und eyne Dame gestellet, und also, dass eyne jede muß er betrachtet werden) in aller verschmitter wohl kein Verständnis mehr haben, man rechne Dame allezeit ihren Cavallier gegen über habe vor Sorgfalt, die gleichermaßen bei dem schönen und denn die spanischen Stier, die südfranzösischen sich, welcher mit ihr den Fuchs mit den hiezu be- dem starken Geschlecht ein offenes, mit viel Lachen Sahnenkämpfe und die gerade um diese Jahreszeit hörigen schmahlen Prell- Neßen auffzichet und und Lüsten erwartetes Geheimnis ist, vorbereitet so beliebten Fuchs und Schnitzeljagden ab. Unter prellet. Nachdem sich mun viel Cavalliers und wird( in aller Stille" und" Verschwiegenheit") den höfischen mittelalterlichen Zerstreuungen aber Dames bey dem Prellen eyngefunden, werden drey das ist für die Zeit des offenherzigen Rokoko erfreute sich sowohl bei den Damen als auch bei bis vier und mehr Reyhen formiret, und sind also und seinen hier ganz und gar nicht unbezopften den Herren das gemeinsame Fuchsprellen größter gleichsam zwey bisz drey Gassen zu sehen. Auff den Liebhabereien ungewöhnlich bezeichend. Beliebtheit. Niemals durfte es in dem Festpro- Befel der hohen Herrschafft werden die Kasten der gramm fehlen, dessen Beschluß es regelmäßig Füchse und Hasen zuerst geöffnet, dass alles durch die Gasse passiret. Die Cavalliers und Dames schil Der Oberjägermeister erließ in seiner Eigen- Ten mit vielfältigen Prellen die Füchse und Hasen schaft als oberster Jagdbeamter geraume Zeit vor her an die ihm unterstellten Oberförster, Wild­und Hegemeister den Befehl, allenthalben Füchse, wo sie ihrer nur habhaft werden können, in Negen Der Verband der Arbeiter in der Bau-, zu fangen und sie in dazu gehörigen hölzernen gung". Seine Ausführungen gipfelten in der Stein- und Keramindustrie hat für die Bau­Behältnissen in dem Jägerhof der Residenz abzu Feststellung, daß jung und alt feine Gegenfäße arbeiter der deutschen Bezirke Nordmährens und liefern. Die armen Reineles wurden alsdann m Der zu Ostern in Reichenberg abgehaltene in der gewerkschaftlichen Arbeit seien, sondern des Schönhengstgaues Lohnforderungen einen wohlvermauerten Zwinger gesteckt, wo ihnen Verbandsjugendtag des Allgemeinen Angestell- sich gegenseitig ergänzen und daß unser Bestre- reicht. Nach mehrmaligen Verhandlungen mit bis zum Feftiage" an Abung nichts abging. Bis tenverbandes( Sib Reichenberg. Schloßgaffe 1) ben dahin gerichtet sein muß, dafür zu sorgen, weilen nrußten von dem Forstbeamten auf die näm gestaltete sich durch die überaus starte Beteiligung daß die Jugend die Arbeit der Alten fortschritt- dem Arbeitgeberverein der Baugewerbetreiben­liche Weise lebendige Safen, Dachse und dergleichen und durch die Teilnahme zahlreicher Vertreter lich weiterführt und die Gesamtbewegung durch den in Nordmähren mit dem Sitze in M.- Schön­geliefert werden. Auch jährige Frischlinge und der deutschösterreichischen und reichsdeutschen das Zusammenwirken der alten und jungen berg und dem Verband der Baugewerbetreiben­mäßige Meine Bachen wurden befohlen, die jedoch Bruderverbände zu einer machtvollen Kundge-| Mitglieder nach vorwärts gebracht werden muß. den in Schönhengstgan mit dem Sitze in ichtviegenheit gehalten werden mußten. Es bemühte Angestelltenjugendbewegung in den deutschen Ge- ferate schloß sich eine fruchtbringende, intereffante ganz neuer Vertrag mit einer Lohnerhöhung An die beiden beifällig aufgenommenen Re-.- Trübau kam es zur Einigung und wurde ein sich also ein jeder Oberförster und Wildmeister, der bieten der Tschechoslowakei . ein wenig Ambition" im Leibe hatte, so viel wie Nach Eröffnung der Konferenz durch den Wechselrede, die zeigte, daß die Delegierten von möglich des begehrten Getiers einzufangen und an Verbandsobmann Stoll wurden in das Präfi- der Bedeutung der Konferenz durchdrungen von 10 bis 30 Heller pro Stunde abgeschlossen. waren. Es sprachen Relly Selperl( Starlsbad), Dieser Vertrag gilt für die Bezirke M.­dium die Jugendmitglieder Hochberger( Karls Nahre mun der Tag des Fuchsprellens heran, bab), Höfert( Komotau ), Schwab( Bodenbach) Schubert( Reichenberg), Diederich( Berlin ), Ader Schönberg, Wiesenberg, M.- Altstadt, Sternberg, mann( Wien ), Thümmel( Berlin - Dresden ), Römerstadt, Zwittau , M.- Trübau, M.- Neustadt, so wurden tags zuvor die Rotröde, die vom Ge- und Bedert( Reichenberg) gewählt. Nach kurzen Grete Scharing( Sarlsbad), Brumlik( Teplit) Schildberg, Müglib, Stadt ſchlecht der Lampe und die jungen Wildschweine in Einleitungsworten Hochbergers begrüßte der Rei- und Palme( Bodenbach). In seinem Schlußworte Neben der Erhöhung der Löhne haben die Bau­ihrem Zwinger wieder eingefangen, in lange flache chenberger Ortsgruppenobmann Löffler die Kon- lonnte der Referent Babor die Ergebnisse der unternehmer den Arbeitern bei Arbeiten von Kästen gesperrt und nach dem Festplatz" gebracht. ferenz, woraus Thumel( Dresden für die Hospi­der entweder mit geharftem Saub oder einer wei- tantengruppen des Bundes der technischen An- Aussprache dahin zusammenfassen, daß die Kon- größerer Entfernung als 8 Stilometer vom Be chen Grasnarbe und mit straffer hochgespannter gestellten und Beamten, Berlin , sodann Erich ferenz den Auftakt zu neuer Arbeit und neuer triebsorte des Arbeitgebers eine Mindestlohnzu Tat bilde. lage von 10 Prozent zum normalen Stunden­und gutverankerter Leinwand eingezäunt war, um Wang( Wien ) im Namen der Hospitanten und Der nächste Tagesordnungspunkt brachte die lohne zu bezahlen. Für Ueberstunden sind 30. die Tiere am Auskommen zu hindern, oder sich auf Jugendgruppen des Bundes der Industrieange­dem Jägernhof selbst befand, wo die Baulichkeiten stellten, Wien . für die freigewerkschaftlich organi- Wahl der Hauptjugendleitung, in welche elf Brozent, am Samstag nachmittags ab 1 Uhr 50 ringsum( Zeughaus, Jägerwohnungen, Sundeſtälle sierten techmischen Hoch- und Mittelschüler Mitglieder und Ersableute aus den einzelnen Prozent und Sonntags- und Nachtarbeit 100 und allerhand Gemäner) eine noch zuverlässigere Deutschösterreichs sprach. Für die Jugendabtei Verbandsgebieten unter Berücksichtigung der Be- Prozent Zuschlag zum normalen Stundenlohne Arena abgaben wie der oben geschilderte tücherum- lung des Zentralvereines der kaufmännischen rufszugehörigkeit gewählt wurden. Daran fchloß zu bezahlen. Ferner wurde bei Arbeiten auf Lei­sponnene Play. Der Chroniſt, dem diese Einzel- Angestellten, Wien , begrüßte Manfred Adermann sich die Behandlung der eingelaufenen Anträge, ier- und Sängegerüsten sowie Kanal- und Wasser­heiten zu danken find, ist im Detail gar anschaulich die Stonferenz; hierauf sprach Ludvig Diederich die Fragen der Organisation, der Zeitung, des arbeiten eine Mindestlohnzulage von 10 Prozent für die Reichsjugendleitung des Zentralverbandes Bildungswesens, die Beteiligung an dem Wiener vereinbart. und humorvoll. Der alte Herr schreibt: Der Vertrag läuft bis 31. Jänner 1931 Sollte aber die Herrschafft unpässlich seyn, oder der Angestellten, Berlin . Weitere Begrüßungsan- internationalen Jugendtreffen usw. behandelten. die Gemahlin wäre in den Wochen, und die frembde sprachen hielten Wilhelm Weigel für die Zentral- Sämtliche Anträge wurden fachlich durch beraten und enthält eine Revisionstlausel, die die Mög Herrschafft befände ſich etwan krändlich, so wird das schaftsbundes, Reichenberg und Drbohlav für die derungen der Angestelltenjugend fanden ihren feßen, falls die monatlichen Haushaltungskosten Sernschafft befände sich etwan frändlich, so wird das gewerkschaftskommiffion des Deutschen Gewert und geschäftsordnungsmäßig erledigt. Die For- lichkeit bietet, die Löhne zu erhöhen oder herabzu Fuchs Breellen zu beſſerer Commoditee der Herr Union der Textilarbeiter und die Streisgewerk. Niederschlag in einem Jugendprogramm. Nach einer vierköpfigen Arbeiterfamilie mehr als um schafft auff dem Schloßz- Platz vorgenommen. und schaftskommission Reichenberg. Besprechung einiger Organisations- und allgemei- 5 Prozent fallen oder steigen sollten. die Herrschafft sehen aus ihren Gentächern dem Dieser Fortschritt auf dem Gebiete Nach Einfeßung einer Wahlkommission benen Angelegenheiten wurde die Konferenz mit Fuchs Preellen mit Vergnügen zu, und delectiren sprach als erster Redner der Verbandsjugendrefe- einem flammenden Schlußworte des Vorsitzenden Lohn- und Vertragstechnik für die Bauarbeiter sich an den vielfältigen Lufft- Sprüngen und rent Babor die Gegenwarts- und Zukunftsaufga- beendet. Nordmährens ist einzig und allein dem Bau­Capriolen der Füchse und Hafen und dem Umfallen ben unserer Jugendbewegung. In seinen Aus- Der gesamte Verlauf der Tagung und der arbeiterverbande und den organisierten Kollegen und Stolpern der Cavalliers und Dames, zumahl, führungen beschäftigte er sich nicht nur mit Anzugehörigen Veranstaltungen haben gezeigt, daß wenn die in heimlichen Kästen verborgenen Sauen gelegenheiten gewerkschaftlicher und organisatori- der Gedanke der freigewerkschaftlichen Organisa- zu verdanken, und wird es Sache aller Bau­unter sie gelassen werden, da bey den disponierten scher Natur, sondern behandelte auch das gesamte tion auch unter den jugendlichen Angestellten und arbeiter sein, ihre Organisation auch im henri­Reyhen und Gliedern eine ziemliche Confusion er Gebiet der beruflichen und Bildungsfragen, fo- unter der studierenden kaufmännischen und tech gen Jahre entsprechend zu stärken, damit weitere wedet, und also groß; Gefechter verursacht wird." wohl der Lehrlinge und jugendlichen Angestellten, nischen Jugend immer fester Wurzel faßt. Die Erfolge erzielt werden können. Nur starke und Vor allen Dingen murgte man den Schloßplat, als auch der studierenden technischen und auf freigewerkschaftliche Jugendbewegung wird durch der gewöhnlich recht handfest gepflastert war, eine männischen Jugend. Als zweiter Referent folgte biefe Tagung den Impuls zu weiterem Auf- fräftige Organisationen sind imstande, bei dem halbe, mindestens aber eine Viertelelle hoch mit 3entralsekretär Bergmann mit einer Rede über schwung erhalten, der sicherlich zu weiteren ficht heutigen organisierten Unternehmertum Erfolge zu erzielen. Sand beschütten und fein säuberlich überharken, da- Jung und alt in der freien Angestelltenbewe- baren Erfolgen führen wird.

( weshalb, wird sich zeigen) in aller Stille und Verbung der aufstrebenden freigewerkschaftlichen

den Hof zu schiden.

Strolch.

Von Rhedo.

Er hieß nicht umsonst Strolch. Er trieb sich Er war Staße und hieß Strolch. Aber eigentlich war er gar keine Katze, son- in der ganzen Wohnung umher, kannte jeden dern ein Nater. Warum er gerade Strolch hieß, Wintel, und im Grunde genommen langweilte weiß ich nicht, denn dieser Name ist im Grunde er sich, ohne zu wissen, was Langeweile war. Er wuchs und war groß und start, lange che für Hunde reserviert und nicht einmal für Sunde, er gewachsen war. Und mit seinem Störper wuchs seine Wildheit. Aber da er immerhin von der Stultur beledt war, zeigte er nicht, was er dachte und wurde nach wie vor geliebt und wegen sei­ner seltenen Schönheit bewundert.

sondern nur für Sündchen. Und eigentlich hieß er gar nicht, denn die Tiere haben feine Namen. Aber irgendjemand hatte ihn aus irgendeinem Grund so genannt und er rug den Namen mit der Unbekümmertheit seiner Jugend und scherte sich im übrigen herzlich wenig darum.

Sinne waren gespannt, seine Muskeln gestrafft. Nichts mehr von dem zierlichen, pußigen Räy chen. Dieser junge Rater war ein Raubtier, würdig seiner großen Ahnen, ein Stüd Löwe, ein Stüd Tiger , jeder Zoll ein starkes, wildes Ge­schöpf der freien Natur.

Irgendwo raschelte es. Strolch spiẞzte die

Kuchen und führte das Leben eines Schoß nicht dort bleiben, die ist nicht gewöhnt, Ratten hündchens, aber nie vergaß er den herben Ge- zu fangen." schmad der ersten Maus, die er noch in jenem Strolch sprang mit einem weiten Sprung Stall unter den Augen der stolzen Mutter er auf den Boden und strich ruhelos hin und her. Der Rattengeruch hatte ihn erregt und er suchte beutet hatte. ihn vergebens auf dem Boden wiederzufinden. Eine eigenartige Nervosität hatte sich des jungen Raters bemächtigt. Er überhörte es, wenn er ge- Ohren und stand regungslos wie aus Stein ge­rufen wurde, er beachete nicht das lockende Fin- meißelt. Seine Pupillen wurden weit, und seine gerschnalzen, er übersah die Schale mit Milch Augen richteten sich starr auf den Kopf der riesi­und als das Kind versuchte, ihn aufzuheben, ant- gen Ratte, der aus dem Schatten emporiuchs. Die Ratte übersah die Situation mit einent Blid. Sie erkannte die große Jugend des Geg­wortete er mit einem so bösen Fauchen, daß die Strolch war wie verwandelt. Es war, als ners und vertraute ihrer Kraft. Hatte sie nicht Seine ihn erschroden fahren ließ. ob eine fremde Natur in ihm erwacht fei. Er schon eine voll erwachsene Naße, die zweimal fo versuchte auf jede mögliche Weise, die Wohnung groß war wie dieses junge Ding, in die Flucht bie Zimmer lagen im zweiten Stod. Schließlich Strolch ein Rattentöter war. Daß er der Sohn die blaffen. Er sprang auf die Fenſter, allein geschlagen? Aber sie wußte eines nicht. Dag verfroch er sich in der Süche in der Nähe der Tür einer Mutter war, der eine Ratte nicht viel mehr und als die Frau sie für einen Augenblick öffnete, galt als eine Feldmaus. Und in den Adern des huschte etwas graues an ihr vorüber. Staters rollte das unverfälschte Blut seiner Eltern. Aber was niet aller Mut und alle ererbte Tap ferkeit gegen einen Gegner wre den, der da lang sam und vorsichtig sich in seiner ganzen Größe aufrichtete! Noch ist es Zeit, Strolch. Sichst du nicht, daß die Ratte sich zum Angriff anſchidt? Warte, bis du älter wirst, bis deine Sträfte die deiner Eltern erreichen. Du bist ja noch ein Kind, wie kannst du einen solchen Strauß wagen.

Eines Tages brachie die Hausfrau ein Stück Fleisch aus dem Keller und warf es erregt auf den Tisch.

Wieder die Ratten, als ich aufsperrte sprang mir eine über die Füße."

Strolch, gehst du hinein, marsch zurück mit

Aber der Kater flitte die Treppen hinab, ohne auf sie zu hören. In seiner Angst, doch noch erreicht zu werden, rannte er immer der Nafe nach und gelangte so unversehens in den Seller.

Er war Proletarier. Seine Mutter war die stärkste und wildeste Katze, die jemals Matten und Mäusen das Leben fauer machte. Sein Vater war unbekannt. Fast hätte er, als er eines Tages in irgendeiner Stallede das Licht der Welt er- Strolch hatte noch nie etwas von Ratten ge­blidte, das Schicksal seiner Geschwister geteilt, die hört. Aber er sah das Fleiß, fam interesset dir." in einem Eimer eines fläglichen Todes starben. näher, bohre sein Näschen in die Bißstellen, seine Aber ein gutes Schicksal hatte ihm ein schönes Haare sträubten sich und in seine Augen trat ein graues Fell mit einem merkwürdigen, sternför böser Glanz. Breitspuria stand er da, der Rücken ntigen, weißen Fled auf der Stirne verliehen. gekrümmt, die Nasenflügel gebläht. Er roch zum Und dieses Fell rettete ihn, denn er gefiel der erstenmale den penetranten Geruch, den die Bäuerin und weil sie sich bei irgendeiner Familie Nager auf den Bißstellen zurückgelaffen hatten. in ein gutes Licht feßen wollte, brachte sie das Schlummernde Instinkte erwachten und verrieten Näßchen der Tochter des Hauses. So fand ihm den Feind. Strolch Einlaß in eine bürgerliche Familie, wurde gehätschelt, gefüttert, geliebt und verwöhnt Mann. und wäre ohne Zweifel verfettet und verkommen, wenn nicht das gute Proletarierblut seiner Eltern in seinen Adern geströmt wäre. Uralte Kazen instinkte schlummerten in ihm. Er trant Milch,

" Sieh doch die Maße", sagte staunend der

Wenn wir sie in den Keller geben wür­den?" meinte die Frau.

Ausgeschlossen, die Ratten würden das schwache Tier töten. Uebrigens würde sie gar

Da war er wieder der aufreizende Geruch. Dem Stater ſträubten sich die Haare. Da, dort, am Boden, auf den Latten, auf den Fässern, über­all hatten sie ihre Spuren zurückgelassen. Ueber all spürte die Nabe den wilden, grimmigen Feind und sie zitterte vor Aufregung und Kampfeslust. Atemlos vor Neugierde und Spannung fletterte das junge Tier auf Samtpfoten über Holz und Nifteit. Seine Augen waren überall, alle seine

So durchaus vernünftigen Evivägungen war aber Strolch nicht zugänglich. Er verfolgte mit den blitzenden Augen jede Bewegung des Tod feindes , blieb aber selbst regungslos.

Hebe dich weg, Sazenjunges, hebe dich weg, oder ich zerreiße dich", zischte die Riesenratte.

( Fortfehung folgt.)