Sonntag, 5. Mai 1929.

Stimmen der Bürger.

Das Echo des Berliner Butsches.

Seile 3.

Vom Reichsarbeiterta

Der Wohnungsausschuß,

ver bewaffneten Polizisten nichts dem die wichtige Mission zukommt, die viel auszurichten vermochten, so daß ihnen zehntausenden Teilnehmer in Karlsbad und U schließlich die gleiche Waffe in die Hand gegeben gebung unterzubringen, hat bereits mit seine werden mußte, sollten sie nicht von der Uebermacht Tätigkeit eingesetzt. Eine Sitzung, die am 27. der Gegner erdrückt werden. Wären von allem April in Karlsbad stattfand, faßte weitgehende Anfang an Maschinengewehre aufge- Beschlüsse und genehmigte ein Programm über stellt gewesen und hätten die Schupos von die Aufbringung der erforderlichen Quartiere. Es vornherein Gewehre gehabt, dann wäre es ist vorgesehen, Kinder, Rote Falken und zu den bedauernswerten blutigen Stämpfen über Jugendliche in Zelten unterzubringen. haupt nicht gekommen. So aber rächten sich Die Frauen sollen nach Tunlichkeit in Privat­die halben Maßnahmen, ohne daß die quartiere kommen, die Männer in Mas­Sozialdemokraten, zu deren Machtbesitz der Berli- fenquartiere in den gleichen Orten. Säm f- ner Sicherheitsapparat gehört, von den Kommu- liche Schulen des Bezirkes Karlsbad wurden zu diesem Zwecke angesprochen. Außerdem wer­

auf Bezirkshilfsschulen bewegen, da die einklas­figen Hilfsschulen einfach nicht leistungsfähig sind. Und wenn in einem. Bezirke z. B. zwei oder gar drei einklassige Silfsschulen sind, so zeigt das treffend die Planlosigkeit, die heute bei uns auf dem Gebiete der Heilpädagogik herrscht. Mit dem Die nternationale" putzt ihre blu:- Kurs auf die Bezirfshilfsschulen muß eine aus zünftigen Heßereien gegen die Sozialdemokratie reichende Fürsorge durch Gemeinde, Land und mit zwei Zitaten auf, die sie den großen bürgerli­Staat verbunden werden, damit die schwachsin chen Zeitungen, dem P r. Tagblatt" und der nigen Kinder auch tatsächlich in Bezirkshilfs- Bohemia" entnimmt. In dem einem heißt schulen zusammengefaßt werden können. Plan- es, daß die Sozialdemokraten ein verhältnismäß's mäßige Fürsorge bildet die Grundlage der Be- fonservatives Element" geworden seien, in dem sirtshilfsschule, ohne sie verliert die so beden- anderen, die Sozialdemokratie fei eine bürger jungsvolle Bestimmung über die Bezirkshilfs- liche Partei und müſſe ſich dies endlich auch schulen wesentlich an Wert. selbst eingestehen. Was das Zitat aus dem Tag Für die Lehrerschaft an Silfsschulen ist noch blatt" betrifft, so hütet sich die Internationale von großer Wichtigkeit der Absatz 2 des§ 11. freilich, zu sagen, was dort weiter gefolgert wird. Durch diesen werden die Anstellungsnormen, wie der Leitartikel des bürgerlichen Blattes vergleicht sie der Absatz 4 des Gesetzes vom 9. April 1920 die Taktik der Sozialdemokratie mit der kommunisten irgendwie geschont würden." für Lehrer an öffentlichen Volfs- und Bürger- nistischen und kommt zu dem Ergebnis, daß die Was den einen Bürgern bürgerlich erscheint, den Sotelbetten, soweit diese in der Hochsaison schulen regelt, für die Silfsschullehrerschaft außer Sozialdemokratie immer versuchte und fähig war, tas flaffifizieren die andern als Hochperrat. Die verfügbar sind, ermittelt. Man rechnet damit, daß Wirksamkeit gesetzt. Das Dienſtalter ist nicht alle menschlichen, revolutionären Kräfte zu sam- Nommunisten können sich wirklich feinte beſſeren mindeſtens 600 Hotelbetten sichergestellt werden mehr allein entscheidend für die Auswahl der meln, daß aber die Kommunisten systematisch alles Zengen für die Richtigkeit ihrer Politik suchen. können. Die Genossen des Wohnungsausschusses Bewerber um eine Lehrstelle. Und damit wird abstoßen, was sich nicht zur Idee des Terrors und Von besonderem Interesse aber ist die Sal- find auf eine schwierige und mühevolle Arbeit für die Hilfsschullehrerschaft als einzige Gruppe des blutigen Risikos bekennt. Ein Victor Adler tung der Berliner reaktionären Presse. Die bei der Erfüllung ihrer Aufgabe vorbereitet. jener Zustand hergestellt, in dem sich vor dem oder ein Jaurès, heißt es dort, hätten niemals deutschnationale Deutsche Zei Inkrafttreten des Gefeßes Nr. 306 vom 9. April wie die Kommunisten es heute tun, Arbeiterleben ung" bringt einen Leitartifel 1920 die gesamte Lehrerschaft befand. In der aufs Spiel gesetzt, um die Richtigkeit einer These Begründung für diese Maßnahme wird auf die zu erweisen. Das andere Zitat der Internatio besondere Eignung für den Silfsschullehrerberuf nale", der Bohemia" entnommen, stellt freich der ebenso gut in in der Roten Fahne" stehen verwiesen und deswegen die Ausnahme von der nicht nur eine Wertung der Sozialdemokratie, könnte. Sugenbergs, des Diktator- Aspiranten, Regel. Gewiß muß der Hilfsschullehrer eine besondern auch eine Beurteilung der Berliner Vor- Nacht ausgabe" schreibt: fondere Liebe und mehr als ein gewöhnliches gänge überhaupt aus der Rosche Perspek Maß von Geduld für die von einem grausamen five vor, ohne jegliches Gefühl für die Besonder Geschick verfolgten Kinder und Eltern mitbringen, heit des Problems, das sich für den sozialdemokra- und der Wahlmacher des Bürgerblocks bei der aber diejenigen Lehrer, welche sich der Fachprü- tischen Polizeipräsidenten, für die sozialdemokrati fung für Hilfsschulen unterziehen, werden vorher schen Minister aus der Tatsache ergab, daß die wohl genau ihre Anlagen und Kräfte prüfen, ob Kommunisten als Vortrupp der fascistischen Reaf fie den nervenverzehrenden Anforderungen, die tion zum Putsche aufmarschierten. der Silfsschuldienst an sie stellt, gewachsen sind, und deswegen besteht auch nicht die geringste Ur­fache, die Anstellungsverhältnisse der Hilfsschul­lehrerschaft von der der übrigen Lehrerschaft ante ders zu gestalten. Dagegen wird man nicht fehl­gehen, in dieser Neuerung den Versuch zu sehen, in das jetzige Besetzungsverfahren eine Bresche zu legen, von der aus der große Angriff auf den Absatz 4 des Gefeßes vom 9. April 1920 geführt werden kann. Die Silfsschullehrer verzichten gerne auf eine Ausnahme und lehnen daher den $ 11, der nur Streit in ihre Reihen tragen wird, in dieser Fassung ab.

Wenn die Kommunisten aber durchaus die bürgerlichen Autoritäten zu Richtern anrufen wol­len, so können wir die Liste ja vervollständigen.

Weit besser als der Leitartikler der ,, Bohemia", dem es einfach so vorkommt, als hätte sich in der politischen Struktur eine mechanische Verschiebung von links nach rechts ergeben, beurteilt der Leit artikler des Sramef Blattes, der Lidové Listy", die Ursachen des Berliner Blutvergießens. Er schreibt:

,, Unter einer Regierung ohne Sozialisten ver­fällt der Kommunismus, im Vorjahr ant 6. Juli wurde er am roten Tag geschlagen und die Partei zerfleischt sich seit der Zeit im Innern. Wenn die Sozialisten in die Regierung kommen, werden die Kommunisten schnell ihre Verluste sanieren, werden wachsen und von neuem das Anschen des Staates nach außen, seine Ruhe im Innern bedrohen. Diese Hoffnungen haben wir für uns und was in Ber lin geschicht, erwartet uns, wenn die Sozialisten in die Regierung eintreten"

Fort mit Zörgiebet!"

,, Die Sozialdemokratic ist schuld" Sindenburgwahl, der den Thälmann Hindenburg wählern eben noch zu Dant verpflichtet ist, Dr. Krieg f, schreibt in Sugenbergs ,, Tag":

,, Die Sozialdemokraten Tenfen ein. Sie geben nach, versuchen die Kommunisten an Hebe zu über­treffen, aber es mußt nicht viel... Die Führer der Sozialdemokratie fürchten, daß sie weiter unter­liegen.... Man wagt es nicht, noch ein mal mit den Kommunisten am 1. Mai zu Fonkurrieren. Darum verlengt man das Verbot der kommunistischen Straßendemonstra tionen."

In anderer Weise, als den Spießerschred, mit dem man für den Fascismus wirbt, nüßt der Lo falanzeiger", weiland Wilhelms Leibblatt, den Putsch aus:

Die marxistische Weltanschauung ist kein Damm gegen die kommunisti sche... wie die Geschichte gezeigt hat. Wir sind in der Kerenski- Epoche. Was danach in Rußland fam, weiß man aus der Geschichte des Bolschewismus. Ist diese Folgerung übertrieben? Ja, braucht man noch stärkere Anzeichen? Barri­kadenkämpfe am Wedding und in Neukölln.... Wenn diese Probemobilmachung der Kommunisten. gestern nur an einer Stelle wirklich siegreich gewe sen wäre? Dann hätte es keinen Sinn mehr, über die Kerenski, Epoche zu schreiben, wir hätten fic dann bereits hinter uns."

Auf dem Brünner Verbandstage der deut schen Silfsschullehrer wurde von dem Schreiber dieser Zeilen in eingehender Weise über ,, Die Be­deutung der Hilfsschule in unserem Schulorga nismus" gesprochen und diese Ausführungen mit anderen den parlamentarischen Verbänden als Stellungnahme der deutschen Silfsschullehrerschaft zut vorliegendem Gefeßentivurfe überreicht. Es crübrigt sich daher, in diesem Zusammenhang breiter darüber zu berichten. Die Notwendigkeit der Silfsschule ist heute auch bei uns allgemein anerkannt, ihre wirtschaftliche, sittliche und intel leftuelle Rentabilität fann niemand mehr be streiten. Und deswegen sei der Ruf an das Bar- Kommunistenschreck zu werben, die richtige Erkennt. lament gerichtet, wenigstens bei der geforderten nis, daß tatsächlich der Kommunismus weder- Schönauer Anzeigers" fließen anscheinend aus der Novellierung die Vorschläge der Hilfsschullehrer big noch gewillt ist, irgend einer bürgerlichen Re- Quelle der schon genannten Deutschen Zei für die Schwachsinnigenpflege und ihre Forde gierung Schwierigkeiten zu bereiten! Wäre der Potung", in der es heißt: rungen nach Beruflicher Sicherstellung zu erlizeipräsident von Berlin ein Monarchist, der preu­ßische Innenminister ein Deutschnationaler, die Stommunisten hätten nich: den leifesten Versuch ge

füllen.

Das ist natürlich für die Bedürfnisse der kle rifalen Agitation zugeschnitten, aber es birgt sich hinter dem Versuch, für die Reaktion mit dem

Betriebsausschußwahlen bei Mannes- macht, Blutvergießen zu entfeffeln. Wi jämmer

mann.

Die freie Gewerkschaft gewinnt, die Kommunisten verlieren ein Mandat.

Die Betriebsausschußwahlen bei Mannes mann in Komotan, die gestern stattfanden, brach ten der freien Gewerkschaft einen schönen Erfolg. Trotz der wütenden Hetze der Kommunisten, die in letzter Stunde ein gemeines verleumderisches Flugblatt gegen den internationalen Metall arbeiterverband herausgaben, gewann der inter­nationale Metallarbeiterverband gegenüber dem Vorjahr 114 Stimmen und ein Mandat, während die Kommunisten 126 Stimmen und ein Mandat einbüßten. Nachstehend das Ergebnis:

Internationaler Metallarbeiterverband 683 Stimmen und fünf Mandate( int Vorjahr 569, vier), Allgewerkschaftlicher Verband( Kommunisten 654 Stimmen und vier Mandate( 780, fünf), Deutschvölkische( Sakenfrenzler) 396 Stim

"

Die oben zitierten Weisheiten des Teplitz

,, Die Polizeimannschaften mußten warten, bis sie... angegriffen wa ren. Erst dann(!!) durften sie sich ihres Lebens wehren... Es ist ein Standal, daß in solcher Ari das Leben der Beamten aufs Spiel gesetzt wurde."

lich haben sie sich im Vorjahr vor den Polizeiauf­geboten des Cerny zurüdgezogen! Sie denken nicht Saran, gegen eine bürgerliche Regterung zu fäm­Mit Recht bemerkt der Vorwärts" zu pfen. Aber einer sozialistischen treten sie mit Ma- diesem Fangballspiel zwischen fascistischen Bolsche schinengewehren und Barrikaden entgegen. wifen und bolschewistischen Fascisten:

Als billigen Stoff zur reaktionären Agitation verwendet auch die Deutsche Presse" den Berliner Putsch. Sie schreib::

,, Gleichzeitig zeigen die Berliner Vorfälle, wie notwendig eine starke demokratische Re­gierung ist, und daß alles getan werden muß, der Regierung und Regierungsmehrheit die innere Geschlossenheit zu er halten. Drüben, in Deutschland, ebenso wie hier, in der Tschechoslowakei."

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Und diese Partei hasardiert mit Arbeiterleben!

Wieder ein Bekenntnis.

Der Führer der kommunistischen Stadtrats fraktion in Düsseldorf, Redakteur der Düsseldorfer kommunistischen Zeit", Ochel, ist aus der KPD . ausgetreten. In einem Schreiben, datiert vom 1. Mai 1929, teilt Ochel u. a. mit:

,, Hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der Kommunistischen Partei Deutschlands. Die Beschlüsse des lepten internationalen Kongresses bedenten in ihrer Konsequenz den Kampf der Kom­munistischen Partei mit Hilfe der Unorganisierten gegen die freien Gewerkschaften... Karl Marg rief der Arbeiterschaft zu: Proletarier aller Län der, vereinigt euch!" Die Taktik der Kommunisti schen Partei führt zur Selbstzerfleischung der Ar­beiterschaft und zur beabsichtigten Zerstörung der freien Gewerkschaften, der Grundlage, auf der allein die Einheitsfront der Arbeiterschaft gebildet werden

fann.

Wer die Einheitsfront der Arbeiter bekämpft, handelt konterrevolutionär.

Die nene Linie der Thälmann und Neumann ist noch verbrecherischer als der ultrafinfe Kurs von 1924-25, der durch den Effibrief als unmargistisch und unleninistisch verurteilt wurde. Der Kampf der Opposition innerhalb der Rom­munistischen Partei ist aussichtslos.

Er hat wesentlich zum Ausschluß der besten Klassenkämpfer geführt, während Lumpenpro­letarier in die Partei aufgenommen wurden und darin ihr Unwesen treiben...

Die Kommunistische Partei ist nur noch das 3errbild der von Lenin, 2uxemburg und Liebknecht gegründeten Partei. Nach Feststellung dieser Tatsachen bleibt für einen chrli­chen Klassenkämpfer nur der Austritt aus dieser Partei, die der Konterrevolution den Weg ebnet."

Zum Schluß heißt es dann:

,, As alter Spartakuskämpfer habe ich für meine Ueberzeugung 3uchthaus, Ge fängnis und Festung erduldet. Heute am 1. Mai rufe ich allen Klassenbewußten Arbeitern zu: Laßt ab vom Bruderkamps, stellt die Einheit der Arbeiterflasse her! Tretet ein in die Reihen de Sozialdemokratischen Partei!"

,, Die Rechte hat bereits ihre Parole erhalten. Der Kommunistentlamaut muß poli tisch ausgewertet werden. Nicht etwa gegen die Kommunisten, die sind ja die besten Selfer Im Dienste der Reaktion. und zutreiber der Reaktion, sondern gegen die Sozialdemokratic, als dic Während auf den Berliner Barrikaden Ar­Hauptträgerin des republikanisch- demokratischen beiter für die Thesen des 6. Weltkongresses der Staatssystems!. Zu diesem Zwed ist jedes Mittel Komintern ihr Leben aufs Spiel setzen müssen, recht; man entfesselt den Bolschewistenschreck. aber damit die fascistische Reaktion freie Bahnt be­leister gleichzeitig den fommunistischen Bundesbri- fomme, sind die kommunistischen Führer im dern geflissentlich Silfsstellung." gefahrlosen Reichstag nicht minder eifrig bemüht,

am

Darüber hinaus betreibt sie natürlich eine lebhafte Agitation für Polizeiverbote gegen die Das Arbeiterblut, das in Berlin auf Mos- der Realtion zu Diensten zu sein. SPC. Das Bürgertum sieht eben ein, daß es tauer Befehl geflossen ist, läßt sich also rechts und Im Strafrechtsausschuß des Reichstags höchste Zeit ist, den bankrotten Kommunismus durch politische Schikanen wieder flott zu machen links in nußbringender Weise verarbeiten. Der verhinderten die Kommunisten a und den Reimannleuten eine richtige Linie gratis gemeinsame Feind der Fascisten und der Bankrot- Donnerstag den endgültigen Fall der To­men und drei Mandate( 391, drei). zu liefern. Die bürgerliche Provinzpreffe wiederum teure, die Sozialdemokratie, soll die Rechnung be- desstrafe. Zunächst enthielten sie sich der Der Aufstieg der tschechischen Sozialdemo- ft mit 3örgiebel unzufrieden, weil er nicht scharf zahlen, die Reaktion will profitieren. Die von den Stimme bei der Abstimmung über einen sozial­fratic. Wie das Bravo Lidu" berichtet, hatte die genug war. Vielleicht zitieren die Kommunisten Stommunisten in den letzten zehn Jahren aber ge demokratischen Antrag auf Beseitigung der To­tschechische Sozialdemokratie( ohne Karpathoruß auch die Blutvollen Ausführungen des Teplit- rage genug gefchundene deutsche Arbeiterschaft wird desstrafe. Dann stimmten fie gegen einen weniger land) bis zum 31. Dezember 1928 3610 politische Schönauer Anzeigers", der an der Somut und Saltblütigkeit aufbringen, die nötig sind, weitgehenden demokratischen Antrag, der eben falls auf die Abschaffung der Todesstrafe hinaus­Organisationen, in denen 111.477 Männer und zialdemokratie folgende Kritik übt: lief. Ferner stimmten die Kommunisten gegen 22.536 Frauen, zusammen also 134.013 Mitglie den Antrag Kal( D. Vp.) der, unter Verzicht der vereinigt sind. Der Zuwachs gegen den 31. auf die Todesstrafe, im Fall der Begnadigung Dezember 1926 beträgt 598 politische Organisa Sicherheitsverwahrung vorsah. Bei der Abstim tionen und 19.060 Mitglieder, das ist 15.5 Pro mung über den Regierungsentwurf war das zent. Seit Anfang dieses Jahres wurden jedoch Stimmberhältnis 14: 14. Stimmverhältnis 14:14. Damit ist die Ent ungefähr hundert neue politische Organisationen scheidung über die Todesstrafe dank den Kommu­gegründet und einige tausend neue Mitglieder nisten abermals vertagt. gewonnen.

Bölkerbund und Minderheiten. London, 4. Mai. Times" berichtet: Die Arbeit des Unterausschusses des Völkerbundrates dessen Mitglieder Chamberlain, Adatschi und Quinones de Leon sind der in London tagt, um das Völkerbundverfahren bezüglich der euro­ päischen Minderheiten zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, ist, wie verlautet, so gut wie beendet. Der Bericht in seiner endgültigen Ge ſtalt wird zuerst dem Ausschuß des Rates und darnach dem Ratsplenum in seiner Juni- Tagung erstattet werden. Erst dann wird der Inhalt des Berichtes befannt gegeben werden. Es wird nicht erwartet, daß irgend welche sehr fühlbaren Ver­änderungen im Verfahren empfohlen werden.

,, Die halben Maßnahmen, die in Ber lin zum Schuße der Staatsautorität getroffen wor den waren, haben sich gerächt. Es genügte nicht, die angesagten Demonstrationen zu verbieten, sondern es mußten von vornherein alle Machtmittel aufgeboten werden, um jede aufrührerische Bewe­gung im Reime zu ersticken..

mit den Lumpen in beiden Lagern aufzuräumen

und die Republik vor ihnen zu sichern.

Deutschenheze in Polen.

Warschau, 4. Mai. In einer gestern abge­haltenen Protestfundgebung von 53 politischen und sozialen Organisationen Warschans gegen die letzten Vorfälle in Oppeln wurde eine Re­Die Geduld der Polizeibehörde ge solution angenommen, in welcher die polnische Sätten die Kommunisten für den demokra genüber dieser Sete war unglaublich, denn Regierung u. a. aufgefordert wird, auf politi- tischen Antrag oder den Antrag Kahl gestimmt, jie hätte mindestens ein Verbot der ,, Roten Fahne" schem, fulturellem und wirtschaftlichem Gebiete so wäre die Todesstrafe mit 15 gegen 13 Stim amt Vorabend erlassen müssen, da es ohne die syste gegenüber den Deutschen in Polen friedliche men gefallen. Dies verhindert zu haben, ist das es matische Verheßung der Massen nie zu den Stra Weittel der gerechten Vergeltung anzu bleibende Verdienst" der Kommunisten. Benfämpfen gekommen wäre. Ueberdies war die wenden. Unter anderem wird in der Resolution In ihren Münzenberg- Blättern und radika­Bewaffnung der Schupobeamten ungefordert, daß die polnische Regierung das ihr auf len Revuen wird indessen unentwegt und pathe­genügend, da man sie nur mit Revolvern und Grund des Versailler Friedensvertrages zu- tisch die Sozialdemokratie dafür verantwortlich Gummifnüppeln ausrüstete, als handelte es sich um stehende Recht der Enteignung von großen deut gemacht, daß die Todesstrafe noch nicht abge­einen Maienspaziergang der Bolschewifen. Die Beschen Besitztümern in Polen voll ausnüße und schafft ist. Das Zugeständnis der Sicherungsver­hörde mußte auch damit rechnen. daß bei solchen die Ausweisung der deutschen Optanten aus Polen wahrung, das die Volkspartei verlangt und zu Gelegenheiten das ganze lichtschene Gesindel der durchführe. Auf kulturellem Gebiete fordert die dem sich die Sozialdemokratie vielleicht genötigt Großstadt ungebeten und unerwünscht sich anzu Resolution u. a. die Einschränkung der staatlichen sehen wird, gibt seit Wochen der Weltbühne schließen pflegt und vor keiner Gewaltat zuriidredite für die Erhaltung von deutschen Schulen und ähnlichen Alliierten der KPD. Anlaß zu schreckt. Wie der Verlauf des Aufruhres gezeigt in Polen und schließlich das Verbot der Einfuhr Verdächtigungen und Beschimpfungen der Sva hat, schossen die Kommunisten aus Ge von deutschen Filmen und prapagiert den Boykoit zialdemokratie. Die einzig revolutionäre Bartei wehren, gegen welche die nur mit Revol- deutscher Waren. aber stimmt wacker für die Todesstrafe.