Mittwoch, 7. August 1929.
Genosse Dr. Solitscher
Solitscher
fiebzig Jahre alt!
Geite 8.
Dieſem beweglichen, friſchen, raſtlos tätigen Freunde. Alle Arbeiter, auch die außerhalb unserer schen Sprachgebietes gewählt. In feiner Funt Vom Reichsarbeitertag.
Manne, der jo jünglingsfrisch, so temperamentvoll zu reden weiß, der noch immer eine solche Fülle Arbeit bewältigt, daß sic, aufgeteilt auf mehrere, für jeden einzelnen ansehnliche Leistung wäre, vermag man wahrlich sein Alter nicht anzusehen. Mir alle die Partei, seine Freunde, seine Kampfgefährten freuen uns, einen so jugendfrischen Nameraden zum siebzigsten Geburtstag
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Die Arbeiter- Radfahrer und der Stafettenlauf.
Leiters des neu errichteten Ambulatoriums. Infohol und Krankheit"," Das Gemeindebestim Komotan wurde Genosse Holitscher rasch heimisch. mungsrecht". Der verdienstvolle Forscher und Er wurde der Freund der Arbeiter, wie er es Stämpfer wurde im Jahre 1905 sunt Geschäftsüberall war, und die Arbeiter wurden seine führer des Vereines abstinenter Aerzte des deutPartei stehenden, wissen den stets hilfsbereiten, ionszeit, die bis zum Jahre 1920 reicht, nahm warmherzigen Arzt, den guten, menschlich mit der Verein einen bedeutenden Aufschwung. Durch ihnen fühlenden Arzt zu schätzen. Daß er in der feine Teilnahme an allen internationalen Ston Partei beliebt ist, wie wenig andere, bedarf laum gæeffen gegen den Alkoholismus und an vielen besonderer Erwähnung. Und noch immer ist er Abstinententagungen wurde er auch international in der Partei tätig, spricht er in Versammlungen, befannt. Seit 1920 ist Genosse Dr. Holitscher Arbeiter- Radfahrer- Vereine wird mitgeteilt: Von der technischen Leitung des Verbandes her hält er Vorträge, dient er mit seinem Rat. Im Vorsitzender des Arbeiter- Abstinenten- Bundes. Dezember vorigen Jahres wurde er auch in die Seit vielen Jahren ist er auch Mitglied des 18. August 1. 3. in Karlsbad läßt der Arbeiter. Als Auftakt zum Reichsarbeitertag am Bezirksvertretung als Fachmann berufen, in den Permanenzkomitees der internationalen Kon Turn und Sportverband am 11. Auguft eine ProBezirksausschuß gewählt und zum Berichterstatter greffe gegen den Alkohol und des Erefutivkomitees pagandaftafette laufen. Diese geht um halb 6 Uhr für das Krankenhaus bestimmt. des Bureaus gegen den Alkoholismus in Laufrüh von Rumburg ab und läuft über Röhrsdorf Damit ist der Lebenslauf des Genossen sanne. Solitscher furz frizziert. Aber diese Skizze wäre ( halb 7 Uhr), Böhm.- Leipa(% 8), Polig- Sandau Holitschers Leben ist wie diese Schilderung( halb 9), Bensen( 9), Bodenbach ( dreivertel 10) Ausnicht vollständig, wenn unerwähnt bliebe, daß zeigt arbeitsreich wie das weniger Menschent. fig( halb 1), Teplit( viertel 12), Dug( dreiviertel 12), ihm seit dem Jahre 1901 treu seine Frau Mizzi Aber es ist auch ein erfolgreiches Leben. Nicht Brüg( dreiviertel 1), Görkan( halb 2), Komotau zur Seite steht, die ihm Kameraden, Freundin nur dessen darf er sich an seinem siebzigsten Ge-( dreiviertel 2), Klösterle( viertel 3) nach Karlsbad . und Helferin in seinem arbeitsreichen Leben war. burtstage freuen, daß die Arbeiterbewegung in Die Ziffern in den Klammern bedeuten die Zeit, Ein dunkler Schatten fiel auf dieses Leben, das den vielen Jahren, feit er sich ihr angeschloffen in der beiläufig die Staffel die Orte durchläuft. reich und schön ist, weil es dem Dienste an der hat, erfolgreich vorwärtsgeschritten ist, sondern Unsere Vereine, die an diefer Strede liegen, ersuchen Menschheit geweiht war und ist: der Tod des ein auch der Ergebnisse feiner Aufklärungsarbeit über wir, sich mit den Turnvereinen ins Einvernehmen zigen Kindes Holitschers, eines lieben, flugen das Wesen des Alkoholismus darf er sich freuen. su seyen und die Staffel nach Tunlichkeit zu beMädchens, im Alter von fünfzehn Jahren... Die Arbeiterschaft ist nüchterner geworden, der gleiten. Die Begleitfahrer sollen mit dem Läufer Noch aber wurde nicht gesprochen von jener Alkohol ist als Feind erkannt worden, die Arfahren, um, wenn notwendig, den Stafettenstab zu Arbeit, die Holitschers Wirken besondere Bedeu beiterjugend und nicht wenige verantwortungsübernehmen und dem nächsten Läufer zu übergeben. seiner Forscher- und volle Funktionäre der Partei leben alkoholent Die verantwortlichen Funktionäre für die Aufstel Kämpferarbeit im Dienste der Behaltsam. Freilich, noch gibt es Arbeiter und auch lung der Stafette sind mit roten Armbinden verfriegung des Alkoholismus . Durch die Funktionäre der Organisationen, die für die Ab fehen. Unsere Radfahrer mögen das Rad mit einem Lektüre der Schrift Dr. von Bunges: Die Altinengbewegung, deren tiefere Ursachen und deren roten Wimpel oder Fähnchen schmücken, damit sie foholfrage" wurde er zum Studium dieses Pro Bedeutung sie nicht fennen, nur ein mitleidiges als Begleitfahrer kenntlich sind. Wir erwarten, daß blems geführt. Er fam bald zur Erkenntnis, daß Lächeln übrig haben, aber sie werden immer unsere Vereine im guten Einvernehmen mit den die Alkoholfrage nicht nur eine individuell zu feltener, immer mehr bricht sich doch die Er Turnern diese Aufgabe einwandfrei erledigen. Kein beivachtende und zu behandelnde ist, sondern daß fenntnis Bahn, daß die Alkoholenibaltfamfeit eine Verein schließe sich aus, jeder stelle einige Fahrer sie auch ein soziales Problem ist, daß sie den wichtige Waffe im proletarischen Klaffenkampf ist. für die Stafette zur Verfügung! All Frei! Aufstieg der Arbeiterklasse und ihre Befreiung.Dafür, daß er uns diese Waffe führen lehrte, hemmt es ift jene tiefere Auffassung des Pro- daß er so eifrig, so unermüdlich und so überblems, die auch Victor Adler und Otto Bauer zengend uns ihre Bedeutung verkündete, dafür zu Abſtinenten machte. Auch Solitscher wurde haben wir dem Genossen Dr. Holitscher an seinem durch diese Erkenntnis zur völligen Enthaltsam siebzigsten Geburtstage zu danken. Freudig dankt feit geführt, er wurde durch sie auch zum leiden- ihm die Partei für feine Treue, für seine HilfsWort und Schrift betätigte er sich in diesem ful- Können, daß er seine reiche Erfahrung, fein schaftlichen Bekämpfer des Alkoholismus . In bereitschaft, dankt sie ihm dafür, daß er sein turell und sozial so bedeutungsvollen Ringen. Wissen in den Dienst des Proletariats stellte. Mit dem Genossen Holitscher feiert die Zahllos sind die Vorträge, die er gehalten hat. Und mit allen seinen Freunden, mit allen feinen Partei, der er seit vielen Jahren als treuer, Seine Schriften haben ihn in die erste Reihe der vielen Stampfgefährten in der ganzen Welt vereifriger und verdienstvoller Mitarbeiter angehört, Erforscher des Problems gestellt. Wir nennen eint auch das fudentendeutsche Proletariat heute feinen siebzigsten Geburtstag, feiern ihn die vie- hier die bedeutendsten:„ Die Rauschgetränke", feine Stimme zu einen aufrichtigen, freundschaft len Arbeiter, zu denen er gesprochen oder die" oholjitte- Opiumſitte"," Neuere psycho- lichen, dankbaren Glückwunsch. Noch viele, viele feine Schriften gelesen haben, feiern ihn alle, au physiologische Versuche zur Alkoholfrage"," Al- Jahre, Arnold Solitscher!
begrüßen zu können, denn diese bewunderungswürdige, erstaunliche Elastizität seines Körpers und seines Geistes sagen uns, daß Genosse Dr. Arnold Solitscher noch lange, lange arbeiten und schaffen wird – und nichts Besseres, nichts Schöneres fönnen wir diesem Unermüdlichen wünschen, als solche Arbeitsfähigkeit, solche
Möglichkeit, weiterzuwirken.
zu
Die verbandstechnische Leitung.
Die westböhmischen Stafetten zum Reichsarbeitertag.
VI. Streifes ist nun vollständig abgeschlossen, die Die Organisierung der beiden Streisstafetten des Strede ist in Teilstreden eingeteilt, die Läufer befebung vollständig erledigt. Die Strede Asch bis Starlsbad beträgt insgesamt 76 Kilometer, die Strede Graslig- Neudel- Karlsbad 43 Kilometer, insgesamt werden auf diesen beiden Streden über 1000 Läufer und Läuferinnen die Stafettenhülsen mit dem Gruß der Arbeiter Turner und Sportfer von Hand zu Hand geben. Diese beiden Stafetten haben aber neben dem agitatorischen Inhalt auch noch eine sportliche Bedeutung, sie werden als Wettstafetten laufen. Die Einteilung ist derart getroffen, daß jedem Läufer und jeder Läuferin 15 Arbeiterie 16 Sekunden für 100 Meter zugemessen sind; da auf einigen Teilen der Stafetten die Läufer 200 Meter laufen müssen, wird jede Stafette zu tun haben, die errechnete Zeit zu laufen. Die Stafette Asch läuft um 12.37 Mittag von Asch ab, die Erz gebirgsstafette dagegen erst um 2.05. Nachfolgend bringen wir eine Aufstellung über die beiläufigen Durchlaufszeiten beider Stafetten:
See her exhibited other of Rumänisches Militär gegen Streikende.
benen der ruhmvolle Klang seines Namens ge drungen ist. Ja, der ruhnwolle Selang feines Namens! Denn Dr. Arnold Solitscher ist als einer bedeutendsten Vorkämpfer im großen Stulturkampfe wider den Alkoholismus in der ganzen Welt bekannt geworden.
Zusammenstöße in einem fiebenbürgischen Bergbaubezirk. getötet, hunderte verwundet.
Aus Dr. A. Holitsers Schriften.
Die Vampyre.
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15 Arbeiter wurden dabei ge tötet und mehrere hundert berlebt.
Asch Haslau
Graslig Ablauf 2.05 Durchlauf 3.15
3.28
Westböhmische Staffel Asch - Karlsbad : Ablauf 12.37 Falkenau Durchlauf 2.50 Durchlauf 1.01 Elbogen 1.36 Chodau 2.16 Meierhöfen Einlauf 4.00 Erzgebirgsstafette Grasliß- Neudek Karlsbad : Taschen Durchlauf 3.39 Altrohlau 8.50 Meierhöfen Einlauf 4.00
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8.14 3.33
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Der Weg zu Kultur.
Bürgermeister schimpfen, um zu beweisen, daß er das| Herrlichkeiten auch nur erkannt zu haben, das sollte Regieren und Verwalten viel besser versteht Astese sein? denn er versteht überhaupt alles am besten. Revolution wird er aber keine machen und sich auch sonst leicht zufrieden stellen lassen vorausgesetzt natürlich, daß man ihm sein“ Lieblingsgetränk nicht verteuert oder die Wirtschaft früher zusperrt, als er Hinsicht versteht er feinen Spaß. nach Hause zu gehen gewöhnt ist; denn in dieser
An seiner Wiege ist ihm das um ein etwas abgegriffenes Sprichwort einmal mit wirklicher Berechtigung zu gebrauchen freilich Butareft, 6. August.( Eigenbericht.) Nach blieben erfolglos. Als schließlich das Militär das nicht gesungen worden. Denn Genosse Holitscher , Meldungen aus Siebenbürgen ist es in dem Roh- Elektrizitätswert räumen wollte, soll es von den H der am 7. August 1859 in Wien , in der ehe- lenbergwerk Lupeni zu einem folgenschweren Zu- Streifenden mit einem Steinhagel empfangen maligen Borstadt Gaudenzdorf , geboren wurde, fammenstoß zwischen Grubenarbeitern und Mi- worden sein. Darauf erhielt das Militär war der Sohn des damaligen Besitzers der litär gekommen. Nach einem offiziösen Bericht den Befehl zum Feuern. Brauerei Gaudenzdorf. Er studierte auch in Wien sollen die Bergleute dreier Gruben in der Stärke und wurde dort im Jahre 1872 sum Doktor der von 3800 Mann, die einem unabhängigen SynMedizin promoviert. Zunächst war er Sefunditat angehören, Montag früh in den Streit gebararzt im Krankenhause der Rudolfstiftung in treten sein und das Elektrizitätswerk Wien , dann folgten drei Jahre Landpraris in des Ortes besetzt haben, so daß der Vorher soll ein Ingenieur, weil er die Arbeiter- Eger Niederösterreich, dann ging er nach Böhmen , zu ganze Distrikt die ganze Nacht hindurch ohne forderungen abgelehnt habe, durch Messerstiche nächst als Porzellanfabriksarzt nach Schlaggen Strom blieb. Ferner stellten die Streikenden die schwer verwundet und einige Gendarmen mißwald, dann nach Pirkenhammer bei Karlsbad , Tätigkeit der Fahrstühle und der Pumpmaschinen handelt worden sein. wo er siebenundzwanzig Jahre lang praktizierte. auf den Gruben ein, wodurch die Schächte der Während seiner Universitätsjahre wurde Gefahr des Erfäufens ausgeseht wurden. Der Versuch, den Streit auf benachbarte Ze- Nendek Solitscher mit Engelbert Pernerstorfer bekannt, chen auszudehnen, sci bisher mißlungen. Die Boigtsgrün Heute früh trafen ein Vertreter der Ober- amtliche Darstellung betont, daß der mit dem ihn langjährige Beziehungen verein- staatsanwaltschaft mit einer Truppenabteilung in wegen des Kollektivvertrages ausgebrochen sei Streit ten. Mit Pernerstorfer ging Solitscher den Weg Lupeni ein. Verhandlungen mit den Bergleuten und feinen kommunistischen Charakter trage. vom antihabsburgischen Deutschnationalen zum Sozialismus. In den Neunziger Jahren begann Holitscher in der sozialdemokratischen Partei mitzuarbeiten; bei den ersten Wahlen in der fünften Sturie agitierte er für den sozialdemokratischen Kandidaten. Und seither hat er für die Parte: gearbeitet, für sie geworben, für sie in zahllosen Bersammlungen gesprochen, ihr jeden Dienst ge= leistet, den er zu leisten vermochte. Während des Strieges wandte er sich vor allem den so unge- Die Erzeuger vor allem, in deren Händen ein heuer schwierigen Ernährungsfragen zu. Er ungeheueres stapital vereinigt ist, die Bierbrauer erstattete im Jahre 1916 dem Obersten Gesund- und Branniveinbrenner, haben die Alkoholisierung heitsrate in Wien einen Bericht über die Be- des Volkes in ein glänzend wirkendes System brohung der Volksgesundheit in Westböhmen und gebracht, das mit riesigen Witteln arbeitet und sich Der erste zweifelhafte Bundesgenosse ist der im Erzgebirge . Dieser Schritt hatte zur Folge, die Herrschaft über so viele einflußreiche Stellen Staat, in dessen Brust zwei Seelen wohnen: die daß er zu mündlichem Vortrage beim Sait gesichert hat, daß es nur mit schwerer Mühe zu eine hat ihren Sitz in den Aemtern der Wedizinal halter Coudenhove und beim Ministerpräsidenten erschüttern sein wird. Brauer und Weinhändler referenten, des Unterrichtsministeriums, der VerSeidler aufgefordert wurde; er wurde dann zum haben sich zu Herren und Gebietern der Wirte sicherungsträger usw., sie empfindet die schweren Mitgliede des Exekutivausschusses beim Ernäh- gemacht, rechtlich oder tatsächlich verfügen sie über die Leiden, die der Alkoholismus den Staatsförper zurungskommissariate Karlsbad und zum Kriegs- Schantstätten und erzwingen dadurch die Fortdauer fügt und möchte feiner gern Herr werden; die andere „ Und glauben sie ja nicht, dem Volle durch Küchenkommissär für Westböhmen ernannt; aus des jetzt bestehenden ungefunden Verhältnisses, durch ist von Sorge und Staatseinkünfte erfüllt, sie sicht wäßigkeit den Weg zur Wäßigkeit zeigen zu können. richten konnte er allerdings nicht viel, weil es das jedes Gasthaus zum Trinkhause wird. Sie im Trunte des Volkes den unerschöpflichen Born, Die Mäßigkeit gibt kein Beispiel oder vielmehr sie eben Nahrungsmittel in genügender Menge nicht tragen die Schuld daran, daß die Ersaßgetränke für aus dem noch weit mehr Millionen zu schöpfen find gibt ein schlechtes Beiſpiel; denn sie verführt zum mehr gab. Bier oder Wein nur zu unerschwinglichen Preisen als er jetzt schon spendet, und bäumt sich daher gegen Wittrinken. Wissen Sie aber auch, ob der durch Ihr In den Umsturztagen wurde Genosse Dr . feilgeboten werden, der Wirt an den geistigen Ge- alle Maßnahmen auf, die diesen kostbaren Brun mäßiges Trinken zum Mittrinken Verleitete ſelbſt Solitscher in den Sarlsbader Nationalausschuß tränken verdienen muß, die Hektoliterwut des Braunen zum Versiegen bringen könnten. Aus diesem mäßig bleiben wird, ja, ob er bleiben kann? Ist entfendet, später auch in die in Wien tagende ereibesitzers das Wirtshaus zur Animiertueipe um Gegensatze der Kräfte entsicht eine unsichere, schwan nicht der Alkohol ein betäubendes Gift, so gut wie provisorische Nationalversammlung. Bei den ersten wandelt. Sie errichten die großartigen Restaurants tende, unaufrichtige Haltung der Regierenden, die das Morphium, dessen Genuß bei einem großen Wahlen in die tschechoslowakische Nationalver- für Taufende von Menschen, in denen täglich Ströme bald da, bald dorthin neigen und angesichts ihrer Brozentsatz der Menschen die unbezwingliche Sucht fammlung wurde Genosse Dr. Solitscher im von Bier und Wein verbraucht, gewaltige Summen untengbaren sozialen und fulturellen Pflicht den nach neuen, immer größeren Mengen hervorruft?" Karlsbader Wahlkreise im ersten Strutinium ge- auf überflüssige Genüsse verausgabt werden, in Gebrauch einzuschränken niit Scheinhandlungen und wählt. Dem Abgeordnetenhause gehörte er bis denen Samtdivans und glänzende Beleuchtung, clef armseligen Wittelchen das öffentliche Gewissen zu zum Herbste 1925 an. Aus seiner parlamenta trische Orchestrious und goldstrogende Türsteher im beruhigen suchen. rischen Tätigkeit ist besonders zu erwähnen die Volte den Hang zu falschen Bedürfnissen und verAnnahme der„ Lex Holitscher", jenes Gesetzes, derblichem Wohlleben großziehen. Aber sie scheuen das die Verabreichung geistiger Getränke an sich auch nicht, ihren Gewinn aus den entseßlichen Jugendliche verbietet. Ein Antrag auf Einfüh- Spelunken der Hamburger Niedernstraße zu ziehen, rung des Gemeindebestimmungsgefeßes und ein glänzende Dividenden zu verteilen, an denen weiterer Antrag auf Abschaffung des Paragraph Schweiß und Blut der Allerärmsten lebt. 144( Verbot der Schwangerschaftsunterbrechung). blieben unerledigt.
Der Spießer.
Auf Einladung der Leitung der Komotauer Der brave Spießer, der sich Tag für Tag beim Bezirkskrantenkaffe übernahm Dr. Solitscher die Schoppen erholt und sich dort als König und Herr Stelle eines Chefarztes dieser Krankenkasse und scher fühlt, wird zwar weiblich über Behörden und
Bundesgenoffe Staat.
Abstinenz ist nicht Askese.
Astese ist Abkehr von der Welt, Verzicht auf ihre Freuden; ist denn wirklich der Rausch der In begriff des Vergnügens, der Freude auf Erden? Er ist es heutzutage leider tatsächlich für eine ganz große Zahl von Menschen; aber diese Verblendeten zu lehren, daß es soviel Schönes gibt, von dem sie in ihrer Betäubung nichts wissen, woran jie teine Freude haben, fie herauszuführen aus dem Sumpfe, in dem sie dohindämmern, ohne d. Lebens wahre
Ich für meinen Teil halte es für sehr wahrscheinlich, daß ein Zeitalter kommen wird, in dem man wahre Kultur und Alkoholsitte unvereinbar halten wird. Denn, wenn es wahr ist, daß Gesundheit, Wohlstand, Sitte und Verstand die notwendi gen Vorbedingungen menschlichen Glückes sind, dann gibt es keinen zweiten Kulturschädiger von der Bedeutung des Alkohols; er untergräbt die Gesund heit und fördert die Armut; er verdirbt den Charakter und lähmit den Geist. Er entartet die Nati Mäßigkeit:
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,, Billige Arbeiterwohnungen, alfoholfreie Kantinen auf den Arbeits- und Bauplätzen, in den Fabriken und Bergwerfen, in denen der Arbeiter um billiges Geld Kaffee, Tee oder Milch, im Sommer Svdawasser oder Fruchtsäfte erhält, Arbeiterheime, in denen er gegen geringes Entgelt ohne Verkehrsswang Aussprache, Unterhaltung, Zeitungen, Büher findet, wo er Versammlungen und Sizungen abhalten kann, endlich Volksküchen und Suppenanstalten das sind Mittel, durch welche es gelingen wird, den Weg zu bahnen, auf dem das Volk allmählich aus dem Alkohol- Sumpfe herausgeführt werden kann."