Freitag, 9. August 1929.
In Nachbarschaft des Hais.
Selic 5.
Radio auf dem Franz- Josefs- Land . Das Franz- Josefs Land , im Bereich der Sow jetunion liegend, ist bis jetzt vollkommen unbefiedelt. Da es für verschiedene wirtschaftliche und SPD . Kapitän Heinrich Dittmansen, I Matrose auf dem amerikanischen Dampfer Sun wissenschaftliche Zwede, besonders aber für Witte. Kommandant des Frachtdampfers" Monrovia ", beam". Chile - Ranada war unsere Trip, hin, her, rungsbeobachtungen von ungeheurer Wich- war ein stiller freundlicher Mann, das wußten alle immer dasselbe. Eines Tages hatten wir Maschi tigkeit ist, diesen Punkt unentwegt zu beobachten, an Bord, das wußten die Agenten in den Häfen von nenhavarie. Es war an der Küste von Ecuawurde eine spezielle untegpedition nach Bangkot, San Franzisko, Melbourne dor. Ohne Fahrt trieb das Schiff in der Dünung. SPD . In Schimoserje( Sowjetrußdem Franz- Josefs- Land entsandt. Die Crund Boston, das erzählten Matrosen einander in Tropenhige brütete in den Kabinen, schlich über die land) sind 45 Prozent der Bevölkerung pedition, untei Veitung von at Gelehrten J. den Boarding- houses von London oder Manche- Deds. Unerträglich! Einer warf die Kleider vom an Syphilis erkrankt! Es gibt in diesen Schmidt wies dort eine große Radiostation erster. Seit einem Vierteljahr tat ich als zweiter Leibe, sprang ins Wasser, andere folgten, ich auch. Leben nichts Erschütterndes als jolbeti" richten, der eine modernste meteorologische Anlage Die„ Monrovia " war mit Salpeterladung zwei, dreimal, die Kameraden waren längst wieder an lichen Körper zu reinigen.„ Kjolbeti" das ist das Steuermann Dienst unter seinem Kommando. Das Bad war herrlich. Ich schwamm ums Schiff, eine Anstalt, die berufen ist, den sterblichen mensch angeschlossen werden wird. Das ganze notwendige von Chile via Panama nach Alexandria Bord, ich schwamm. Da gröhlten sie an Deck, Arme schwarze Bad". Hier gibt es keine Sygiene, Material und Gerät ist von der Expedition mitgenommen worden. Eine Gruppe von 7 Leuten wird unterwegs. An Steuerbord lag die Küste Ecua- streckten sich über die Reeling, deuten aufs Wasser. keine Seife, nur stinkenden Schmutz und zur Leitung dieser Anlagen auf dem Franz- Josefs- Cordilleros de los Andes leuchtete am Ho Saifisch gellt es in meinen Ohren...„ Hai - mit Fenstern, durch welche das Licht kaum durch dor. Ueber den urwaldbewachsenen Sängen der Plötzlich verstehe ich.„ Haifisch!", schreien sic. trübes Wasser. Ein kleines, feuchtes Haus, Land hinterlassen und von dem bekannten Meteorologen Ija ich e wsi geleitet werden. rizont der Schnee des Riesen Chimborasso . Mit fisch", braust es durchs Hirn. Haifisch"! Dann dringen kann. In dieses Haus werden Leute hineinzehn Seemeilen Stundengeschwindigkeit schlingerte sah ich in furzer Entfernung die spizzen Bogenflof gestopft, bis tein Blächen mehr frei ist. Ein zerstreuter Spißbube. In Chicago drang das Schiff durch die gewaltige breite Dinung des sen langsam auf mich zusteuern. In der Mitte der Kjolbeti" steht ein langes steinerein Einbrecher in die Wohnung eines bekannten Chi- Stillen Ozeans. Achteraus schleppten Angelleinen Ich wollte schwimmen, mich retten... zu spät! nes Beden, das mit Wasser gefüllt ist; unter dem agoer Bürgers ein und packte dort Gegenstände in durch das Kielwasser, denn es wimmelte von Fi- Still liegen", donnerte es von Deck, goß sich Becken liegt brennendes Holz. Der beißende Qualm Werte von etwa 10.000 Mark zusammen. Das Die- schen in diesem Gewässer. wie Sypnose in meinen angstdurchzitterten Kör- steigt auf bis zur Dede, läßt die Augen tränen; besgut steckte er in seine Manteltaschen. Er war Wir hatten bereits einige Thunfische und per. Starr lag ich auf dem Wasser. Der Hai kam aber niemand achtet darauf. Der Qualm gehört zur bereits im Begriff davonzueilen, als er an der Gar- 2ampugas gefangen. Und gestern war der Hai, näher. Jest war er amt Hed, Speckstücke flogen ins Kjolbeti". Ohne den Qualm ist ein Bad berobe den Mantel des Hausherrn entdeckte. Er der riesige Hai, auf den Angelhaken gegangen. Wasser. Das Untier wälzte seinen Bauch nach oben, nicht denkbar. Die nadten Menschen reiben bertauschte ihn mit seinem schlechten Mantel und Als das Untier endlich mit Mühe an Bord gezogen schoß auf den Köder zu. Den Rachen aufgerissen, aneinander ab; der Qualm stört sie nicht. Das eilte davon. Als der Hausherr morgens erwachte, war, sein Schwanz rasende Wirbel auf die eisernen schnappte den Bissen, verschwand. Wieder wollte ich schmutzige Wasser bespült den Badenden, die Leute entdeckte er den abgetragenen Mantel des Spitz Planken trommelte, und niemand in seine Nähe zu mich bewegen. Still liegen, wir helfen dir!" Ich gleichen phantastischen Gespenstern, die, in eine buben mit dem Diebesgut, das von dem Einbrecher fommen wagte, war das Seltsame geschehen, daß un- tanzte wie ein Stück Holz in der Dünung. Plög Wolle von Qualm und Dampf gehüllt, irgend in der Eile der Gefahr vergessen worden war. ser sonst so freundlich gutmütige Kapitän sich durch ich war neben mir der Hai. Grauen mir im welche erotische Sportübungen machen. die Schar der Matrosen drängte und mit einer rie Salse, Efel durchwühlt meinen Leib. Ich wollte nicht sigen Art dem Hai zu Leibe ging. Wie ein Wil - sterben, nein. nicht so! Wir helfen, hatten sie an der schwang er seine Waffe, schlug zu, blindlings im Bord gerufen, das gab mir Energie. Ruhe!- ganz mer wieder und wieder. Blut spriẞte, Blut färbte still! sie helfen!- Meter nur trennten mich noch jeine Kleider, BI ut rann über sein Gesicht. Der Hai von den spizzen Flossen. Wird er sich auf den Rücken tobte, die Art sauste herab, ferbte sich knirschend in wälzen?- Zupaden!?- mich zerreißen!?- Am zuckendes Fleisch und zerfetzte das endlich sterbende ved flatschte wieder Sped in die Wogen, um das Vich von mir abzulenken. Seine Haut schabte an meiner Schulter. Ein Schauer jagte mein Blut. - Dann war er vorbei.
Tier.
Die Ursache für die Verbreitung der Syphilis, die zu einer gewöhnlichen Erschei nung des täglichen Lebens geworden ist, ist in der„ jolbeti" zu suchen. Seltsamer Weise verhalten sich die Tsch uch ari( Nordvolk finnischer Abstammung) dieser Krankheit wie dem Qualm gegenüber; sie fümmern sich nicht darum. Es ist Kapitän Dittmansen wandte sich um und ungemein schwer, die Einheimischen davon zu übermusterte mit fremden, kalten Augen die starren Wie zeugen, daß eben diese schredliche Einrichtung( die nen seiner Matrosen. Dann ging er davon. Bei uns Ueber die Bordwand schob sich ein Balken, jolbeti) die Ansteckungsquelle für die und dem toten Fisch ließ er die Art und das Schwei - schwankte auf mich zu, kam näher und stand ſchließ- Syphilis iſt. Als Antwort für ein solches Argugen zurüd. So verrannen Minuten. De hätt' n lich über mir. Durch eine False lief ein Tau, daran ment würden sie bestimmt zu hören bekommen: Speen frecht von de Aequatorjonn".".. brummte baumelte ein Rettungsring auf mich herab. Vor- Hätte der Muſchik( Bauer) an die Strankheit nicht schließlich jemand. Das waren harte Seesichtig froch ich hinein.„ Festhalten!" schrie es gedacht, wäre die Krankheit nicht da; hat er aber mannsworte, furz und fachlich, aber sie wirkten von oben, meine Finger umkrallten die Leine. Jetzt an sie gedacht nun ist sie da!"... Die Schimswie eine Erlösung aus böser Zauberei. Bewegung fam der vai in rasender Fahrt mit offenem Rafeer Dörfer betrachten bis jest den eigenen Hausfam wieder in die Leute, 20 Fäuste wuchteten den chen auf mich zu.„ Heißt auf! schnell!", mit einem ofen für das beste und erfolgreichste Kadaver über die Bordwand, Wasser schwemmte das Ruck flog ich in die Höhe, die Bestie schnellte mir Heilmittel. Der Ofen nimmt den ersten Platz Blut vom Schlachtplay, man raunte zwar, aber nic- nach, starrende Zahnreihen blisten, dann im ganzen Haushalt ein. Auf ihm schläft man. Er mand sprach mehr laut von diesem Ereignis, etwa schlug der Körper schwer aufs Wasser zurück, Gischt als könne man dadurch neues Unheil beschwören. sprizte zu mir herauf. Ich war gerettet! Wochen später! Die Mastspißen schwankten Das ist nun 25 Jahre her. Vergessen kann ich taſtenb burch die Sternenkette einer ſamtenen Nacht die Geschichte nicht. Wenn ich sehe, wie uns See des Mittelmeeres, silberne Schleppen hingen leute die Hais umlauern, uns die Schiffsplanten zum Kampf der Bauarbeiter in Benisch. I am Sed. Leiſes Bugwasser rauschte und ließ Seemeile Gefängnis machen, focht in mir unbezähmbar auf Seemeile an uns vorüberziehen. Da begann Ka ehrlicher Zorn. Es ist der einzige meines LeEin Treibund von Unternehmern, Hakenkreuzlern pitän Dittmansen zu erzählen: ich muß bens. Laßt ihn mir! Nennt ihn meinetwegen ruhig und Christlichen . schon, sonst haltet Ihr mich schließlich doch für vermeinen Spleen, den Saifischspleen vom Rapirüdt! 25 Jahre ist das nun her. Ich war tän Dittmansen!"
An den Arbeitertagen, welche in der näch sten Woche in Karlsbad stattfinden, nimmt auch die Union der Geschäftsreisenden offiziell teil. Die Geschäftsreisenden, welche oft als eine besondere Kaste von Nichtangestellten betrachtet werden, dokumentieren durch diesen Anteil ihre Zugehörigkeit zur internationalen Arbeiter bewegung. Im Rahmen dieser Festlichkeiten finden auch einige Organisationsversammlungen statt und zwar die Reichskonferenz der Union der Geschäftsreisenden, an welcher Delegierte aus der ganzen Republik zusammentreffen, weiters eine Manifestationsversammlung am 18. August, in welcher der Gen. Abg. Klein über die Forderungen der Geschäftsreisenden und Vertreter sprechen wird.
"
Kurt deserich.
erwärmt das Haus. Auf ihm kocht man das Essen, in ihm... heilt man. An welcher Krankheit man auch erkrankt sein mag, sei es Rheumatismus oder Syphilis, Fieber oder Stopfschmerzen, der Is d) u- char hat ein Universalheilmittel, er heizt den Ofen und stedt seinen ganzen Körper bis auf den Kopf hinein und bleibt da, bis er vollkommen durchgeschwitzt ist.
Einer besonderen Volkstümlichkeit erfreut sich der hohe Herr" im Hause, der Hauskobold. Die Benisch war einst die Hochburg der gelben Achtung, die man ihm schenkt, hängt ab von dem Bauarbeiterorganisation. Die HafenfreizgewerkZustand der Wirtschaft. Ist alles in Ordnung, so schaft hat da in Benisch im Jahre 1924 einen lichsozialen Sekretäre( Jahn aus Troppau und Der dänische Former- und Gießereiarbeiter- lobt man ihn mit allen zartesten Worten. Jedes Lohnvertrag für die Bauarbeiter abgeschlossen, Morawetz aus Wigstadtl) von der Lohnbewegung verband beschloß auf seinem dieser Tage stattge- unglüd aber, besonders eine Erkrankung des Vichs, aber nur deshalb, damit die Löhne der Bauarbei- der freien Gewerkschaft erfuhren, wurden sie end- fundenen Kongreß, daß die Forderungen von wird dagegen mit der Nichtbeachtung seiner Aufga ter niedrig bleiben sollen. War es schon im lich( nach fünfjährigem Schlafe) wieder lebendi- Sommerferien bei vollem Lohn zu ben und mit Faulheit des Hauskobolds in Beziehung Jahre 1924 ein schreiendes Unrecht, das die gelbe ger und aus Angst vor der Kampforganisation einem Hauptpunkt bei den Verhandlungen zum gebracht. Dann ruft man den Pfarrer, um einen Organisation den Bauarbeitern zugefügt hat, daß verhandelten sie schnell mit dem deutschnationalen Abschluß eines neuen Lohnabkommens in der Gottesdienst abzuhalten und das erkrankte Vich mit sie den Lohn per Stunde für den Maurer und Baumeister Rieger. Sie schlossen auf Grund des Metallindustrie gemacht werden sollen. Weiter dem Weihwasser zu bespritzen. Wenn alle Mittel er. Zimmermann nur mit 2.60 bis 2.80 K und für vom Prager Verband eingebrachten Lohnvertrags- wurde beschlossen, daß bei ueberarbeit für schöpft sind und der böse Geist sich nicht zähmen Hilfsarbeiter gar nur mit 1.20 bis 1.80 K ver- entwurfes einen Vertrag ab, der den Bauarbei- die ersten beiden Stunden 50 Prozent Aufschlag läßt, dann erscheint die geheimniseinbart hat, so war es aber geradezu ein Verbre- tern eine Lohnerhöhung brachte. Selbstverständ- und für die folgenden Stunden 100 Prozent ge- volle Persönlichkeit des Zauberers. chen an den Bauarbeitern, den schäbigen gelben lich gibt sich die freie Gewerkschaft mit diesem fordert werden sollen. Das neue Abkommen muß mit einer geheimnisvollen und traurigen Miene geht Vertrag vom Jahre 1924 unverändert fünf Jahre Erfolg für die Bauarbeiter nicht zufrieden, weil den Mitgliedern des Verbandes zur Urabstim der Bauberer in den Wald, bringt einen Ameisenlang gelten zu lassen. Der Vertrag wäre auch die Bauarbeiter viel mehr erreicht hätten, wenn mung vorgelegt werden. Der Verband nahm auch haufen und legt ihn in den Raum, wo noch länger, wenn nicht endlich die Bauarbeiter auch die Vertrauensmänner des Verbandes hät zu dem von der früheren Regierung Madsen- franke Bich aufhält; seine Handlungen begleitet er sich zum großen Teile dem Verbande der Arbeiten verhandeln können. Aber gerade davor hatte Mygdal geschaffenen Antige werkschafts- mit Sprüchen und Beschwörungen, von denen bei ter in der Bau-, Stein- und Keramindustrie( Sitz der Dreibund von Unternehmern, Hakenkreuzlern gesetz Stellung. Dem Ministerium Stauning alten Weibern die Haare zu Berge stehen, die mit Brag) angeschlossen hätten, der sofort eine Lohn- und Christlichen eine riesige Angst. Die freie Ge- wurde vom Verband für den Stampf um die Auf- furchtsamer Gläubigkeit von den Umstehenden mit bewegung in die Wege leitete und Forderungen werkschaft führt allerdings den Lohnkampf wei- hebung des Zuchthausgesetzes volle Unterstützung angehört werden. Und wenn er das Uebel auch nicht dem deutschnationalen Baumeister Adolf Rieger ter und derselbe wird erst in einigen Wochen zugesagt. bannen fann seinen geheimnisvollen Beschwörun in Benisch überreichte. Als die gelben und christ- beendet werden. gen erhalten den Glauben an seine Kunst.
Ernst Haedel und Konrad Deubler.
Zum 10. Todestag des großen Naturforschers. Am 9. August sind es zehn Jahre, feit Ernst Haeckel, der berühmte Naturforscher, gestorben ist.
turforscher.
-
des Hochverrates und der Gotteslästerung. Aber Freude Deublers in Goisern ein und bezog des er pries sich glücklich, mit vielen der bedeutend schöne Primesberger Heim des Bauernphilososten Gelehrten und Künstlern seiner Zeit in re- phen. Darüber erzählt Deublers Biograph, der gem schriftlichen Verkehr gestanden, er war stolz, Schweizer Botaniker Pfr. Arnold Dodel:„ End= ein Zeitgenosse Darwins und Davis Friedrich lich erschien der vergötterte Jenenser Professor, war er auf die Freundschaft mit dem borim Folge leistend, um mehrere Tage mit seiner Ge Strauß gewesen zu sein; am stolzesten jedoch Ernst Haeckel, einer Deublerschen Einladung leber den Forscher, seine weltumstürzen. Philosophen Ludwig Feuerbach und auf die mit mahlin der reinen Bergluft zu genießen, und den Gedanken, seine Weltanschauung, sind viele Ernst Haeckel, dem nicht minder berühmten a setzte so jener Reihe hochbedeutsamer Besuche die Abhandlungen und Bücher geschrieben worden, Krone auf. Der Primesberger Philosoph Als der Freundschaftsbund Feuerbachs mit schwelgte im Gefühle höchster Seligkeit. Da und der 10. Todestag Haeckels wird für viele berufene Federn ein Anlaß sein, Hacdels Be- Deubler sie waren sich herzlich zugetan und mochte denn Deubler, wie er selbst gestand, sich deutung seine Lebensarbeit ist heute leichter sprachen sich mit dem trauten Du" an- nach als wahrer Alpenkönig dünken, denn unter seiübersehbar als vor einem Dezennium der zwölfjähriger Dauer durch den Tod des Philo- nem Dache erhielt die Ergänzung zu Feuerlebenden Mitwelt darzustellen. Kommenden Ge- sophen sein natürliches Ende gefunden batte, bachs philosophischem Realismus"- der Nach schlechtern wird es möglich sein, von der Warte nahm jenes denkwürdige Freundschaftsverhält- laß und Briefwechsel des großen Meisters- einer höheren Menschheitskultur, des Anteils nis Deublers mit Ernst Haeckel seinen Anfang. durch Starl Grün die leyte, Feile, indem dieser Haeckels an einer besseren gesellschaftlichen Ord Deubler, durch Feuerbachs Bücher und durch den die Druckkorrekturen besorgte uno das„ philosonung dankbar zu gedenken. persönlichen Verkehr mit dem Gelehrten Feu- phische Idyll" hier vollendete; während Haeckel Nicht von dem Forscher und Gelehrten, erbach brachte oft viele Wochen in Deublers im unteren Stockwerk des Hauses die damals sondern von dem Menschen und Freunde Sacdel Heim in Goisern zu der Weltanschauung schon vergriffene Anthropogenie" durchnahm foll hier die Rede sein, von jentem herrlichen Bacdels nahegebracht, hatte schon die Watürliche und seinem Freunde das Vor- und Nachwort zur Freundschaftsbund des berühmten Mannes mit Schöpfungsgeschichte" des Naturforschers gelesen, zweiten Ausgabe derselben zu lesen gab. Auch dem Bauernphilosophen Konrad Deubler als er den Mut faßte, einen Brief an Saedel wurden genußreiche Fuß- und Wasserpartien un aus Goisern im oberösterreichischen Salzkammer zu schreiben; es war im Winter 1873/74. Jr ter Deublers Führung unternommen." diesem Briefe eißt es u. a.:
gut.
-
Da ich das Zimmer hüten muß, so habe ich an alle meine Heiligen gedacht( Feuerbach, Strauß, Roßmäßler usw.) und ihre welterobernden Schriften, die ich besitze, durchgelesen, so auch Ihre ,, Natürliche Schöpfungsgeschichte", dritte Aufloge. Mich hat diese Schrift so begeistert, daß ich unmöglich unterlassen kann, Ihnen dafür zu dan
Der schlichte Stonrad Deubler, gelernter Müller, späterer Gastwirt und Bäcker, war wohl eine der interessantesten Gestalten des alpenländischen Volkes in Desterreich. Er, armer Leute Sind, hat durch Selbststudium eine ansehnliche Höhe wissenschaftlicher Bildung erklommen, aus dem schwerarbeitenden Landproletarier wurde ein freier und unerschrodener Denker and Stämp fer, der es war in der Zeit der tiefften Real Saedel beantwortete diesen Brief und sprach die tionsepoche im alten Desterreich, für seine Hoffnung aus, Deubler in Goisern bald besuchen Ueberzeugung schwer büßen mußte: an die vier| zu können.
fen.
In einem Briefe Deublers bald nach dem Besuche Haeckels, heißt es:
-
Der letzte Brief Deublers an Haeckel ist votiert vom 29. Februar 1884. Am Schlusse desfelben schreibt er:
„ Schließlich nochmals meinen herzlichsten Dank und lassen Sie doch bald wieder etwas von Ihnen hören! Grüßen Sie mir Ihre liebe, gute Frau und behalten Sie mir Ihre Liebe und Freundschaft die wenigen Monate, die mir die Natur noch zu atmen erlaubt, che i.h ihr meinen Tribut zurückzahlen muß."
Es war wirklich sein letzter Brief. Einen Merat später starb Konrad Deubler, am 31. März 1884. Wie sehr Ernst Haedel seinen Freund Deubler schägte, geht aus jenem schönen Brief hervor, in dem es unter anderem heißt:
... und wie habe ich mich gefreut, endlich einmal in Ihnen, lieber Freund, einen wahren Menschen zu finden, das seltenste und wert vollste unter allen Wirbeltieren, die auf diesem furiosen Planeten umherlaufen! Wenn Dio genes, nach Menschen suchend, Siegefunden hätte, würde er seine Paterne ausgelöscht haben."
Der Briefwechsel Deublers mit Er Haeckel ist sicherlich nicht weniger interessant, wie der zwischen Deubler und Feuerbach. Diese Schriftstücke, schreibt Pfr. Dodel, gehören zu den ,, Auch die große Freude, die Sie mir mit wertvollsten Dokumenten der Hinterlassenschaft Ihrem Besuche gemacht haben, ist meine ungeübte vom Primesberger Philosophen. Ste werfen Hand nicht fähig, Ihnen zu schildern. Diese manche Streif- und Schlaglichter auf die Zeit wenigen Tage, die Sie bei mir in dem kleinen des Kampfes zwischen der alten und neuen WeltStübchen meines Alpenhäuschens verweilten, wa- anschauung und sie werden daher für immer ren für mich ein einziger heiliger Festtag." einen fulturhistorischen Wert behalten. Der drei schöne Tage bei seinem Freunde Deubler zu, der große Naturforscher Ernst Haeckel auch ein Im Sommer 1882 brachte Haeckel wieder Briefwechsel zeigt uns aber auch zugleich, daß und in einem der folgenden Briefe verspricht er, großzer Mensch gewesen ist. nächsten Sommer wiederzukommen. Wilhelm Reimer.