Seite 2.
Nun denn: die Geduld ist gerissen, die Scharen den Rattenfängern von Moskau da-[ Sicherheit dafür, daß nun auch der alte soBernunft siegt. Die Arbeiter, die bei den vonlaufen und sich wieder zu den alten Gezialdemokratische Gedanke in den Kommunisten Lehrgeld in den Betrieben zahi werkschaften bekennen, denen sie Aufstieg, Fort- Betrieben bald die Alleinherrten, verlassen in immer größeren Scharen die schritt und Sieg verdanken, ist uns freudige fchaft antreten wird!
Von der Gablonzer Musterpolizei.
bolschewistische Unglücksschule des Proletariats. Wo immer es Wahlen in Betriebsausschüsse gibt, zeigen sie den Wiederaufstieg der freien GewerkschafGeraume Zeit, nachdem wir den Fall Budten, Mißerfolge und Niederlagen der Kommunisten. Vor Kurzem meldeten wir Staatspolizei ans Licht der Oeffentlichkeit gezo= jaret und die Schobermethoden der Gablonzer den Wahlsieg im Eisenwerkin Rothau : gen haben, erinnerten sich auch die Kommunisten der Internationale Metallarbeiterverband ge- Ser Aufgabe, gegen den Polizeiterror aufzutre wann an zweihundert Stimmen und zwei neue ten. Grundsäßlich und gern lämpfen sie nur ge Mandate zu seinen bisherigen zehn; just so viel, gen die Polizei, wenn der Polizeipräsident ein als die Kommunisten verloren. Gestern ver- Sozialdemokrat ist. Und so wenig dagegen einmerkten wir den Sieg der freien Gewerkschaf- uwenden ist, daß Polizeirohheiten als solche euch ten in den Witkowißer Eisenwerfen; lizei ein Sozialdemokrat ist, so wenig etwa wir Sann qualifiziert werden, wenn der Chef der Poauch dort ein großer Stimm- und erheblicher uns gescheut haben, über die Brattilen der Ber Mandatsgewinn des Metallarbeiterverbandes liner Bolizei das gebührende riel zu fällen, so ( des Prager Verbandes) und ein Majjenstim- grundfalsch, also echt kommunistisch ist es wieder, menverlust( 1521!) der Kommunisten; von Die Polizei dann ruhig gewähren zu lassen, wenn ihren fünf Mandaten bleiben ihnen nur zwei. man den Kampf gegen fie nicht gegen die Sozial( Es ist zu hoffen, daß dieses Abwirtschaften demokratie ausnüßen fann. Die Kommunisten der Kommunisten, die ihr Bekenntnis zur entschlossen sich also spät und nicht gerade begeiEinheitsfront durch zwei Kandi- tert, einen Teil ihres kostbaren Raumes dem datenlisten bewiesen, nun bald auch das und dem gegen die Gablonzer Prügelpolizei zu Kampf gegen die Sozialdemokratie zu entziehen Abwirtschaften der Radikalinskis vom anderen widmen.
-
Flügel der Nationalsozialisten, zur Nun kommen aber auch die Völkischen Folge haben wird, die ihre alte Position dort dahinter, daß hier etwas nicht in Ordnung ist nur durch den nationalen und Richtungsstreit und die sonst dem blutigen Handwerk die Bul innerhalb der Arbeiterschaft behaupten können.) digung nicht weigern, die Schober als einen NaAber nicht nur in der Schwerindustrietionalhelden anbeten und 90 tote Profetarier für einen gesunden Aderlaß der verhaßten Wegner in den Komotauer Mannesmann wer halten, steuern nun material gegen die Polizei fen, die die Kommunisten vor Jahren fast bei. Aus einem Reichenberger deutschnatioüberrannten, bilden jetzt die freien Gewerkschaf- nalen Blatt fönnen wir darum einige Stimten wieder die stärkste Gruppe auch in den men über die Gablonzer Polizei zitieren. Die eine Großbetrieben der anderen Branchen weicht der Ergänzung des schon Bekannten darstellen, aber fommunistische Einfluß dem erneuten Vordrin- dazu beitragen sollen, daß es nicht zu früh in gen des freigewerkschaftlichen Gedankens. Das Vergessenheit gerate. zeigt sich beispielsweise in der Textilindu strie, deren Arbeiterschaft sich endlich von dem dort geradezu katastrophalen Wirken der Mosfauer befreit, das zeigt sich auch anderwärts: in der Pötschmühle, diefem ehemaligen Sammelpunkt des südböhmischen Kommunis. mus, hält diesem die freie Gewerkschaft bereits wieder die Wage!
--
Dieser Vormarsch der freien Gewerkschaf ten in den Betrieben erfüllt uns mit großer Freude. Er ist die Gewähr dafür, daß nun, da der kommunistische Bann sich bricht, die Erfolge der Arbeiter in den Betriebs- und Branchenkämpfen sich kräftig steigern werden, daß wir in der Auseinandersehung mit der herrschenden Klasse welche Auseinandersetzung eben im Betriebe beginnt bald wieder ein gutes Stüd vorwärtskommen werden. Und was die einzelnen Wahlergebnisse anlangt, so freuen sie uns schließlich auch deshalb, weil sie am wirksamsten das blöde kommunistische Schlagwort von der Verbürgerlichung" der Sozialdemofratie widerlegen; die vierhunderttausend deutichen sozialdemokratischen Wählerstimmen suchten die Kommunisten gewissermaßen als minderwertig hinzustellen, indem sie behaupteten, daß das zum größten Teil Kleinbürgerstimmen" wären. In der Hölle von Witto= wiß, bei den Hochöfen von Rothau , im Chemischen Paradies in Aus sig bei den vollen Schüsseln von Mannesmann und Spiro, stehen diese Kleinbürger! Und daß sie in immer größeren j
Gin brasilianisches Mietshaus.
Da schreibt dem deutschnationalen Blatt ein Lefer:
Donnerstag, den 1. Auguſt ging ich den Weg Ammagaffe- Wuſtungergasse zu meiner Schwester Auf dem Rückwege um 9 Uhr ging meine Schwe ster ein Stüd mit, ich aber schlug den Heimweg Richtung Rathausgasse ein. Auf einmal hörte ich Geschrei von Passanten, die alle schnell liefen. Ich mußte mitlaufen. Beim Café Bergmann fing mich ein Wachmann beim Rodfragen und arretierte mich ohneb Grund und und Ursache. Ich leistete Folge. Ohne ein Wort zu sagen, brachte er mich zur Wachstube, wo meine Perso nalien aufgenommen wurden.
Dann erwischte mich ein Wachmann beim Hals und gab mir Ohrfeigen, ein zweiter Wachmann schlug mich von der anderen Seite und ein britter nahm den GummiInüppel und schlug derart, daß ich mich nicht rühren konnte.
Mit blauroten Fleden wurde ich in die Zelle geschafft, wobei mir nochmals mit den Gummitnüppel auf den Rüden geschlagen wurde. Nun war Ruhe bis 3 Uhr früh. Um diese Zeit holten sie mich wieder aus der Belle und schlugen neuerdings. Leider Gottes waren jezt vier Man anwesend: ein Oberinspektor, cin Inspektor, zwei Wachleute. Dann mußte ich sigen bis 2. August, halb 11 Uhr früh, zu welcher Zeit ich mit anderen wie ein Schwerverbrecher auf das Kommissariat geführt wurde. wurde ich zu 48 Stunden Arrest unbe dingt verurteilt. Das war mein Heimweg vom 1. auf den 2. August. R. S., Gablonz a. N. Ein anderer berichtet:
Sonntag, 1. September 1929.
Befund steht in keinem Widerspruche mit diesen Angaben.
Gablons a. N., am 2. August 1929. Unterschrift des Arztes.
Wir sind neugierig, was der Herr Černh dem Parlament über die Gablonzer Polizei er zählen wird. Daß er zum Reden gebracht wird, foll unsere Sorge sein!
Gie laffen über die Reftgutsbesitzer nichts tommen!
Donnerstag, den 1. August zur Talsperre, um mir von dort das Konzert, welches an diesem Tage im Strandhotel stattfinden sollte, anzuhören. Von einer Demonstration der Rom Die Landbindler regen sich über die Anfrage munisten hatte ich nicht das geringste Wissen. des Abgeordneten Leibl auf. Ahnungslos ging ich, da es im Strandcafé gang Die öffentliche Anfrage des Abgeordneten ruhig war, einige Schwimmer beobachtend, über Genossen Leibl an die zuständigen Ministerien, die Talsperrenkrone heim. Dazu fam es aber ob bei der Unwetter- Silfsaktion den Restnicht. Als ich von der Mauer auf die Ringstraße gutsbesizern tatsächlich eine Vorzugs-Ed Fischergasse trat, empfing mich ein Wachbehandlung zuteil werden soll, hat in der mann, der mich nach meinem Woher und Wohin landbündlerischen Presse sofort ein gehässiges fragte. Auf meine Antwort hieß er mich weiter Echo gefunden. Am meisten regt sich die Saazer gehen. Ich tat dies. Nach einigen Augenblider Heimat" auf, die mit ihren ständigen persönkam derselbe Wachmann mit dem Ruf: Das ist lichen Angriffen auf Genossen Leibl schon viel ja der, der auf der Bastei Steine geworfen hal," für die Popularität des roten Kleinbauernzurüdgelaufen und nahm mich fest. Er brachte führers" getan hat. Das Blatt liefert unfreimich auf ein mit Polizisten beladenes Auto, villig einen Beweis seiner politischen Beschränkt mit dem ich zur Wachstube im Rathause fuhr. heit, indem es schreibt, unter Restgutsbesitzern Auf meine Frage, warum ich verhaftet wurde, feien selbstredend" die ehemaligen Großgüterbekam ich als Antwort einen Faustschlag ins Gesicht. Nach meiner Visitierung trattierte man mich mit Fausthieben ins Gesicht und cinem Tritt ins Anie, auf dem noch heute die Wunde sichtbar ist.
Ich wurde in die Zelle Nr. 2 geführt, in welcher ich bis 12 Uhr nachts warten mußte. Nachdem ich meine Sachen wieder belommen hatte, brachte man mich in das Kommissariat in der Talstraße. Von dort wurde ich um halb 2 Uhr nachts mit dem Auftrage, Freitag früh 9 Uhr wieder zur Stelle zu sein, freigelassen. Als ich mich Freitag früh punkt 9 Uhr dort meldete, sagte man mir nach einigem Warten, daß der Wachmann, der mich angeblich als Steinwerfer wiedererkannt hat, augenblicklich nicht hier sei. Man werde mich, wenn ich gebraucht werde, rufen. Seitdem habe ich nichts mehr davon gehört.
Ausdrücklich bemerkt sei, daß ich am Donnerstag, den 1. August gar nicht am fritischen Plate, also auf der Bastei war. R. W., Gablong a. N. Ein ärztliches Zeugnis, das dem deutschnationalen Blatt zur Verfügung gestellt wurde, lautet:
Herr A. F., 23 Jahre alt, Gürtler in Gablonz , wurde heute von mir untersucht und folgender Befund erhoben:
besizer" zu verstehen. Daß durch die Bodenreform ein neuer Grundadel geschaffen wurde, der auf Regimentsunkosten aufgepäppelt wird, will der Presseunschuld vom Saazer Lande nicht beifallen. Sie fragt ahnungslos: Mama, schrödlichen Drohungen, welche die Heimat" Was ist ein Reſtgutsbesizer? Man vernehme die sodann gegen den Abgeordneten Leibl ausstößt:
Wir möchten Leibl raten, mit derlei a b. gefmadten albernen, einen gewissen Swed verfolgenden Bauschalverdächti gungen nicht so unvorsichtig herumzuhauen, denn das könnte ihm sehr unangenehm werben. Wer die bisherigen Berteilungslisten in der Preffe verfolgt hat, weiß, daß obige Beschulbigung eine Iügenhafte Aufmachung iſt, beswedenb wie gewöhnlich, die fleinen gegen die großen Landwirte aufzuwiegeln. Die Verteilung ber bisher bereitgestellten Unterstüßungs. gelber liegt in unbedingt berläßlichen reinen Händen und wird fast zu sehr nach dem Maßstab verteilt, daß vornehmlichy solche berüdsichtigt werden, welche in ihrer Existenz am meisten bedroht sind."
Fürwahr, eifriger lönnte ein Regierungsblatt wie die Testoslovenska Republika" die abfolute Gerechtigkeit unserer Behörden bei der Berteilung von Unwetter- Aushilfen nicht verteibigen. So müssen wir nun dem schwach entwidelten Kombinationsvermögen der LandbündIerpreffe ein wenig nachhelfen und die Frage Knapp oberhalb des linken Ohres eine zirka aufwerfen, ob sie auch z. B. für die national und zwanzighellergroße Rötung und Schwel- politisch einwandfreie Verwendung der Fonds lung mit Drudschmerzhaftigteit. Auf bes Bodenamtes beide Hände ins Feuer der linken Wange bogenförmig ein Rrageffert, legen fann? Biegt denn die Möglichkeit gar so 2 Bentimeter lang, ein Rrabeffett 1 Senti ferne, daß die Unwetterschäden zum Anlaß ge meter lang. Die Gegend um das Jochbein start nommen werden, um von dieser Seite her den druckschmerzhaft. Auf dem oberen Rande des mehr oder weniger betroffenen Restgutsgewinlinken Schulterblattes, eine zirka, Kleinhandteller nern wieder mal tüchtig unter die Arme zu grei große Blutunterlaufung und Schweifen? Ist das keine Angelegenheit, die die be Iung. Am unteren Rande des Schulterblattes teiligten Ministerien, die Deffentlichkeit und vor eine fünftronengroße Hautaufschürfung allem die fleineren Unwettergeschädigten interesmit Rötung und Schwellung und starkem Drud fiert?
schmerz. Am linken Oberschenkel eine 10 Zenti- Wie wäre es, wenn die Seimat", statt in meter lange BIntunterlaufung, die sich blindem Sozialistenhaß immer wieder nach der schräg gegen die Kniekehle hinzicht. In der linken falschen Seite auszuhauen, einmal untersuchen Kniekehle eine zirka fünffronengroße Blutwürde, für wieviel Jahre dem neuen Reſtgüterunterlaufung mit Schwellung und Drud- adel des Saazer Landes wegen Gefährdung seischmerz.
Der Untersuchte gibt an,
die Verlegungen durch Schläge mit der Faust und Gummiknüppel erlitten zu haben. Der
ner Existenz" die Steuern geschenkt wurden? Oder ist die Landbündlerpresse nur dazu da, unter allen Umständen die Interessen des Großgrundbesitzes zu vertreten?
Wie jeden anderen Abend ging ich auch ant schäft blühte, und das Nebenzimmer, wo Berto- direkt von der ,, venda" bis beinahe zum Hügelscherinnen famen von weit her, um unter so leza ihr Essen verabreichte, war gewöhnlich mit hin, dann mit einer Biegung nach links bis hin günstigen Bedingungen zu arbeiten. Arbeitern vom Steinbruch und den Fabriken der unter zu dem schmalen Streifen hinter Miran- Augenblid, wo sich das Gerücht verbreitete, eine Umgebung angefüllt, die ihre Abende essend, das Haus, wo sie jäh abbrach. Das fertige Ge- der fleinen Wohnungen oder auch nur ein Zim Roman von Aluizio Azevedo. 5 trinlend und schwaßend in dem diden Qualm bäude umschloß einen rechteckigen Raum, auf mer mit einer einzigen Matraße werde frei, Joao Romao begnügte sich nun nicht mehr verbrachten, zu welchem zahlreiche Pfeifen, der den all die Häuser blickten und der den gemein- wurde Joao Romao von wartenden Mietern damit, seine Waren von einheimischen Grossisten Bratendunst vom Fisch und ein halbes Dutzend famen Hof der fünfundneunzig zusammenge- bestürmt. Dellampen beisteuerten. zu beziehen. Er lernte die Vorteile, direkt aus zwängten Wohnungen bildete, welche den sichtbar So entstand hier eine große geräuschvolle Europa zu importieren. Statt zum Beispiel Joao Romao versorgte sie in jeder Bezie- gewordenen Traum von Joaos Dasein vor und unruhige Wäscherei mit einem Neß von Wein flaschenweise zu laufen, bekam er ihn jetzt hung, diente ihnen sogar im Notfall als Ban- ftellten. Wäscheleinen. Zu jedem Häuschen gehörte ein in Fässern aus Portugal , und die übliche Bei- fier, wenn irgendein Unglücklicher vor dem Zahl- Dem wütenden Miranda erschien das Ge- Stück Land mit Gemüse und vielleicht einer mischung von Wasser und einheimischem Rum lag leere Taschen hatte. Und das war ein so bäude wie eine Riesenschlange aus Mörtel und Blume oder Pflanze- fleine Fleden Grün, ermöglichte es ihm, das vorteilhafte Wunder zu alltägliches Ereignis, daß nur wenige Arbeiter Stein, die bereit war, ihn bei der ersten besten welche sich von dem glänzenden Meer trocknender vollziehen und aus einem Faß zwei zu machen. ihren Lohn ausbezahlt bekamen, ohne einen Teil Gelegenheit zu verschlingen. Also becilte er sich, Wäsche, die im Sonnenlicht funkelte, und von der Butter und Stäse kanten direkt von den Bauern- bei dem haushälterischen Vortugiesen zu lassen. feine Mauer zu errichten. grauen Reihe der Steinbecken abhoben, wo überhöfen, und auch alles andere wurde von Pro- Der Zinsfuß betrug acht Prozent monatlich, das Je eher, je besser", stammelte er. Der all fleißige Waschfrauen einseiften, rieben, spülduzenten bezogen. Joao hatte eine große Ab- war höher als in den Leihämtern, aber, worauf Teufel iſt imftande und kommt noch direkt in ten und wrangen. neigung gegen Mittelsmänner und Stommiſſio- Joao die Freunde, die er unterstützte, hinwies, mein Haus hinein." Der Hof war feucht und schlüpfrig; üerall näre, aber er überwand dies Vorurteil so weit, er vertraute ihnen ja, während der Pfandleiher Als alles fertig war, machte sich Joao dig mit Seifendunst erfüllt. oer hier, mitten Schmutz und Schlamm, und die Luft war stän daß er einige seiner eigenen eingeführten Waren ihnen ihre Uhren abverlangte. anderen Kaufleuten, die in kleinerem Maßstabe Im selben Maß, wie sich das Mietshaus Mirandas Grundstück eine hohe Ziegelsteinmauer zu regen, zu wachsen und sich zu entfalten- Romao daran, zwischen seiner Besibung und in dieser Umgebung, begann sich eine kleine Welt Geschäfte betrieben, mit anständigem Verdienst vergrößerte, riffen sich die Leute darum, einzu zu bauen, die sich bis zur Straße hinzog, wo sie etwas Lebendiges, das hier geboren zu sein und ziehen und warteten nicht einmal, bis die Farbe in einem luftigen, gewölbten Torbogen endete, hinzugehören schien, etwas für sich, eine Gene Aeußerlich hatte sich sein Unternehmen sehr getrocknet war. Es lag für Arbeiter in der ber verändert. Die„ quitanda" war aufgelöst wor- quemsten Gegend Botafogos. Besonders beliebt den eine festliche Lampe aus buntem Glas er- ration, die aus dem Schlamm der Wietstaferne hellte und über dem zu lesen war: den, denn beim Gemüsehandel war wenig zu war es bei den Leuten vem Steinbruch, deren hellte und über dem zu lesen war: verdienen, und das Restaurant nahm alle Er- Arbeitsfeld sich ganz in der Nähe befand. zeugnisse des Gartens in Anspruch. Nach hinten Miranda tochte vor Wut. hinaus wurde neben der Küche ein Schuppen ge-„ Eine Mietskaserne!" schrie er außer sich. baut, der als Schlafraum diente, und das frühere Eine Mietstaserne! Verdirbt mir dieser Die Häuser wurden monatweise, die Wasch- Während der zwei folgenden Jahre blühte Schlafzimmer wurde zum Laden hinzugenomt Schenkwirt mit seiner dreckigen Mietskaserne da wannen tageweise vermietet, beides nur gegen die Siedlung auf und wurde ständig beliebter men. Das war jetzt ein richtiger Bajar, wo vor meinen Fenstern mein ganzes Haus." Vorausbezahlung. Die Wannen waren in Wirk- und bevölkerter. Wiranda fauchte und ächzte man alles bekam. Nicht nur Eß- und Trink- Er machte seinem Zorn Luft, schwor Rache lichkeit fleine, steinerne Beden mit vorne schräg hinter seiner Mauer und konnte sich nicht mit bares, sondern allerhand sonstige Artikel Stü und beklagte sich bei der Obrigkeit über die Wol- abgeplatteten Rändern, die als Waschbretter dem sprießenden Wohlstand und dem regen Le chengeräte, Teller, Bürowaren, weite Ueberzich- fen von Staub, die fein aus belagerten, über dienten. Jedes wurde zu einem halben Milreis" ben und Treiben unter seinen Fenstern befreun hosen, gedruckte Kattune, garnierte Strohhüte, den höllischen Lärm der Maurer und Zimmer- täglich einschließlich Wasser vermietet, und Seife ben. Es tam ihm vor wie ein ungeheures, billige Parfüms und Seifen, seidene Taschen- leuse, deren Hämmer und Meis vom frühen bekam man in Joao Romaos Laden. Die Haus- schädliches Unkraut. dessen giftige Dämpfe ihm tücher, auf denen sentimentale Verse gestidt Morgen bis zum späten Abend rumorten. bewohner wurden beim Gebrauch der Stübel be- ins Gesicht gehaucht wurden, während sich seine waren, juwelengeschmückte Haarkämme, herrliche Aber sein Aerger störte in keiner Weise die vorzugt und durften sie kostenlos benutzen. Wurzeln wie tödliche Schlangen unter ihm ringelRinge und Ohrgehänge, die letzteren zu erstaun- Fortschritte der Siedlung, deren massige Einzel- Der Ueberfluß an Wasser und der reichliche ten und sich jeden Augenblid vom Boden aufrich billigen Preisen. abteilungen eine nach der anderen die Köpfe er- Raum zum Wäschetrocnen im Hof verschaffte reden konnten, um ihn zu vernichten. Und immer war der Laden voll. Das Gehoben, wie Soldaten in festgeschlossener Reihe: den Beden sofort große Beliebtheit, und die Wä( Fortsetzung folgt.)
überließ.
-V
Sao Romao- Siedlung Wohnungen zu vermieten. Dito Waschwannen.
entsprossen war und sich eben diese Mietskaserne ganz und gar zu eigen machte. 3weites Rapitel.