Bette 2.

Parteien, sondern einzelne Männer als Ver- 1 feffen hätte, wäre ihm der Irrtum nicht unter- den Mißbrauch des Mandates sein. Und es treter bestimmter lokal abgegrenzter Gebiete laufen. wäre eine sehr gefunde Reform, wenn man

Camsing, 9. Robember 1929. Herausfordernde Sprache der

Heimwehrpibfte.

gewählt, Aber in den Parlamenten haben sich Im demokratischen Staat und bei der von jeder politischen Partei verlangte, daß sie Wien , 7. November. Die Pressestelle de diese Männer sofort zu Parteien Algemeinheit des Wahlrechts ist die Partei vor den Wahlen ihr festumrissenes Programm österreichischen Selbstschusverbände veröffentlich. zusammengeschlossen. Bergpartei und das unumgängliche Instrument öffentlich plakatierte. Das würde viel mehr als eine Rundgebung, in ber es u. a. heißt: Die Girondisten , Feuillants und Jakobiner, in der politischen Machtausübuna. das alberne Gerede von den Führern" und sozialdemokratische Preffe Defterreichs und die Frankfurt Linte und Rechte waren Parteien, Nur durch die Bildung großer Parteien fann Köpfen" zur Geſundung des politischen Levon ihr mehrfach zu Hilfe gerufenen Gesinnungs­die man zwar nicht als solche gewählt hatte, der Einzelwähler die Durchfegung eines Mibens, zur Erziehung der Wähler beitragen. Es verbände des Auslandes sprechen neuerdings die sich aber notwendig bilden mußten, wollte nimums feiner persönlichen Wünsche erreichen. würde allerdings auch den rapiden Berfall der wieder von dem Plan der inneren Befriebung man zu einem Ziel fommen. Wenn von 300 Nur die Partei fann ihm eine Garantie gepen programmlojen Schwindelparteien bedeuten! Bolksvertretern jeder sein eigenes Programın hat, so müssen sich wohl oder übel 160 von

inten auf ein Stompromis meiden ipren D alte Burschenherrlichkeit

Akademische Plattenbrüber.

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Der Ueberfall auf bas Inftitut des Professors Tandler.-Widteft unter dem Schuße atademischer Behörden.

Abschnitte:

durch Entwaffnung der beiderseitigen Wehrorgo nisationen, eine Maßnahme, die praktisch imuner nur die Selbstschußverbände treffen würde. Demgegenüber erflärt die Bundesführung mit allem Nachbruck, daß jeder Berfuch, thre Organisation zu entwaffnen, entschlossenen wehr. haften Widerstand hervorrufen müsse und daß sie die Entwaffnung, von welcher Seite sie audy immer fommen möge, unter feinen Uma

würde.

Programmen, eben auf ein Parteipro­gramm einigen, um ihren Willen durchsetzen zu können. In der fleinsten Gemeindevertre­tung bilden sich, man mag auch noch so sehr auf die Auswahl von Persönlichkeiten Wert gelegt haben, doch Parteien, weil Sing und. Dem Berichte der Arbeiter- Zeitung " über unter dem Gefolge mehrerer Mitglieder der Deut. Ständen bulben könne, da dadurch die Zukunft Kunz und Sepp und Michel und wie die das Treiben der völkischen Lausbuben beim schen Wehr, der berüchtigten Organisation des Ar- des österreichischen Volkes und Staates bedroht Sturm auf den Hörsaal des Genossen Tandler beidermordes. Bu spät wurde der Pedell des Köpfe zwischen zehn Heuftadeln und zwölf entnehmen wir die folgenden charakteristischen Anatomischen Instituts beauftragt, nur Hörer ein­Ruhställen noch heißen mögen, doch wieder nur zulassen, die sich legitimieren konnten; die Prügel- hinausgeprügelt war, erschien der Delan, Professor als Parteien ihre Ideen durchfeßen können. " Die Heimwehrstudenten haben gestern das garden hatten schon die Treppen und Gänge besetzt old, und erbat fich Silentium. Er fragte hierauf: In den ältesten Bariamenten gibt es jeit ur Anatomische Institut der Universität überfallen. und warteten auf das Kommando zum Sturm. Sind alle hier Versammelten Mitglieder ber denklicher Zeit auch Parteien: die Whigs und mit Knütteln und Messern bewaffnet, verstärkt von Professor Tandler begann in aller Ruhe seine Vor- Deutschen Studentenschaft?" Als diese Frage durd Tories in England, die Mützen und Hüte in den Plattenbrüdern der sogenannten De utidhen lefung; um halb 10 Uhr aber, als die Hahnen- cinstimmiges Geschrei bejaht wurde, sagte er: Ich Schweden ( die heute freilich nicht mehr so we hr", einer Arbeitermörderorganisation, find fie dwänzler fich stark genug fühlten und überall bringe ein Soch auf die Deutsche Stu. heißen). in das Gebäude in der Währingerstraße eingedrun- Bosten gefaßt hatten, brach der Tumult los. Ein bentenschaft aus!" Darauf fagte er: Da Sie Die Bindung des Kandidaten gen. Sie haben dort die Vorlesung des Professors wüstes Gebrüll:" Juden hinaus!", Pfuirufe, alle Mitglieder der Deutschen Studentenschaft sind, andie Partei, die übrigens nicht erst burch Tandler gesprengt und Stühle, Tische, Treppen- Abzugpfiffe, Fußtritte und Stochiebe gegen die werden Sie auch die Dissiplin haben und meiner geländer und Lehrbehelfe in Trümmer geschlagen. Türen waren der Auftakt; Professor Tandler brach Aufforderung, den Platz zu räumen, Folge leisten." die gebundene Liste bewirkt, sondern durch den Sie sind mit Stuhlbeinen, Stöden und Meffern auf nun die Vorlesung ab, ersuchte die Hörer, nach Die Stubenten schienen sich zu beruhigen und leifte. Propors nur gefestigt wurde, iſt eine noiwen die sozialistischen, demokratischen und jüdischen Hörer Möglichkeit Ruhe und Disziplin zu halten, und ten der Aufforderung Folge, als der Dekan sich von dige Folge der Verallgemeinerung des Wahl- und Hörerinnen losgegangen, und haben einige von ordnete an, vor allem die Hörerinnen in Sicherheit den fich schon Entfernenden nochmals Silentium es bat; er sagte: Wenn Sie hier mit dem Rufe ,, Juben rechts und der wachsenden Bevölkerungszahl. ihnen erheblich verlegt. Dielleberfallenen festen ihnen zu bringen. hinaus!" borgehen, machen Sie uns akademischen Die privilegierten Wähler der alten Rurien energischen Widerstand entgegen und verschanzten sich Studentinnen werden mißhandelt und beraubt. Behörden die größten Schwierigkeiten und Ihren die Wahlmänner und selbst noch vorzeiten die in dem Institut des Prof. Tandler. Der Terror der Die Hörer, unter denen sich Engländer, Ameri- Gegnern die größte Freude; das ist sehr ungeſchidt; Volkswähler in einem kleinen Wahlkreis selbst, Seimwehrstrolche richtete sich nicht nur gegen öfter raner, ja jogar Chinesen und Japaner befanden, seien Sie doch nicht so ungefchidi! Im übrigen kannten den Kandidaten persönlich. Heute kön reichische Demokraten und Sozialisten, sondern auch versuchten, die Hörerinnen gegen die einbrechenden tönnen Sie für Ihre Bemühungen für das Deutsch . 25.000 Wähler feinen Kandidaten so gegen ausländische Hörer, die in Bien ſtudieren; Rowdys zu ſchüßen, doch es gelang ihnen nicht in tum immer auf die Unterſtügung des akademischen ein Amerikaner wurde von den Hahnenschwänglern allen Fällen. Die Hahnenschwänzler erprobten ihre Senats rechnen. Nachdem er sich nochmals Silen genau fennen, daß sie ihm persönlich ihr Wohl blutig geschlagen. Einige Studenten und Stuben Tapferfeit zuerst an den Frauen, die verprügelt und tium erbeten hatte, schloß der Dekan mit einem und Wehe rückhaltlos anvertrauen können. Die tinnen mußten, um den Knüppelhieben und Messer die Treppe hinuntergestoßen wurden. Sierauf ver- Soch auf den Obmann der Deutschen Studenten­Bindung an die Partei ist doch in erstichen zu entrinnen, aus den Fenstern auf die suchten sie, mit Trümmern des Stiegengeländers, fchaft. Die Studenten faßten diese Säße als eine fter Linie eine Garantie für den Straße springen. Die Polizei sah dem verbrecheri- mit Knüppeln und Messern bewaffnet, den Sörsaal Aufforderung auf, unter dem Schuge des akademi­Wähler! Wie oft kam es früher.vor, daß der schen Treiben der akademischen und nichtakademischen zu stürmen; sie wurden aber von den freiheitlichen schen Senats weiter zu trawallieren, und sehten Kandidat das Blaue vom Himmel versprach Heimwehrpülchern untätig zu. Unter dem Patronat Studenten zurüdgeworfen. Da dieser Angriff miß ihre Tätigkeit fort." und dann alles laufen ließ, wie es gerade des Rettors Gleispach, unter der wohlwollenden lungen war, brachen die Heimwehrhorden in das wollte, oder seine Versprechungen brach. Natür- Dulbung der Behörden, entfaltete sich der Terror der Laboratorium und in die Sezierfäle ein. Sie zer­lich ist es den bürgerlichen Barteien mange- Hochschulapachen; nichts wurde zum Schuße eines schlugen die Glastüren, zerstörten, was ihnen in die nehm, mit Programmen werben zu müssen, Hochschulprofessors, feines Instituts, seiner inlän Sände fiel, und verlegten viele Stuben­bie sie von allem Anfang nicht einhalten wol- diſchen und ausländischen Hörer vorgekehrt! Daten, die sich ihnen entgegenstellten; schließlich gezettel redet man vom Antiterrorgesetz; aber wenn die len. Aber die Wähler werden langsam doch da- Söhne dieser so sehr um Ordnung und Ruhe be- lang es, wenigstens den Studentinnen freien Durch fannt zu erzogen, die Programmtreue der Parteien sorgten Antimargiften einen Bandenüberfall organi- Spießruten laufen, wurden mit Stochieben trattiert zu prüfen und darnach zu urteilen. Ist es denn sieren, ein staatliches Institut verwüsten und Men- und zum Teil ihrer Mäntel und Handtaschen be­wirklich eine demokratische Forderung, wenn schen mißhandeln, weil sie sich nicht zur Heimwehr raubt; ein Frauenhut und ein Belztragen wurden man verlangt, daß 25.000 Wähler ihre ganze bekennen, versagt die vielgepriesene Autorität, gilt von den Rowbys als Siegestrophäen geschwungen. staatsbürgerliche Macht einem Manne anver- fein Gejen. Es geht nichts über den Anschauungs- Einige der verschüchterten und verprügelten Mäd trauen, ber nun treiben fann, was er will? unterricht, den der österreichische Antimarrismus chen flohen in die Leichenkammer und gelangten von Nehmen wir an, ein Kandidat gibt sich als So- der österreichischen und der europäischen Oeffentlich hier aus durch Hintertüren ins Freie. zialisten aus, 25.000 Sozialisten vertrauen ihm eit ertent. und wählen ihn, er benützt aber sein Mandat, Der Ueberfall war von den Heimwehrstudenten um bürgerliche Politik zu machen! Nur die Wahl der Partei garantiert dem Wähler die planmäßig borbereitet worden Schon um halb 9 Uhr Politik, für die er sich einseßen will und wenn verließen die Hahnenschwängler die Vorlesungen, bei er enttäuscht wird, so ist er meist selbst schuld, denen sie sich Rendezvous gegeben hatten vor Unter den Beinen Gegenständen sind natür­lich die Waffen zu verstehen. Die Arbeiter­weil er eben ohne genügende Vorsicht eine Par- allem bei der Chemievorlesung des Professors Die Krawalle begannen damit, daß eine Horde Zeitung" gibt genaue Daten über die rätsel­tei gewählt hat, die ihm keine Garantien bot. Fürth war das deutlich zu bemerken- und Man kommt mit dem Einwand, daß doch Ab- zogen zu dem anatomischen Institut, wo Professor von Studenten zum Hörsaal 5 stürmte und unter haften Herren Schill und Schlageter. Es sind Tandler eine Vorlesung hielt. Es waren nicht den Rufen Juden hinaus!" den Abbruch der daß Dednamen für Geheimorganisationen, die geordnete ausgeschlossen wurden, die eine gute nur Universitätshörer anderer Hochschulen sowie Borlesung erzwang. Auf der Treppe wurde eine mit den Heimwehren in engster Berbindung Sache vertraten, wie Mayer und Hanreich. Der Leute, die gar nichts mit der Hochschule zu tun Brügelgasse gebildet, durch die die jüdischen stehen. Unter einen Gegenständen" versteht Wähler, der die Haltung der beiden billigte, haben, die da vubelweise in das Gebäude eindran- Studenten hindurchgeprügelt wurden, wobei einige man bei diesen Organisationen u. a. die hatte eben zu Unrecht dem V. d. 2. vertraut; gen: unter den Anführern sah man einen gewissen auf der Treppe stürzten und sich nur mühsam Sturmdolche, mit denen die Mordbuben menn er die genügende politische Bildung be- Wolf Kaufmann, der bei Krawallen selten fehlt, hinkend entfernen fonnten. Als der letzte Student I ausgerüstet sind.

Ein brasilianisches Mietshaus.

Ein vorbereiteter Ueberfall.

gang zu sichern. Sie mußten allerdings förmlich

Die Krawalle an der Universität.

Die Schlägereien im Anatomischen Institut dauerten bis 11 Uhr. Dann zogen die Hahnen­schwängler, die den energischen Widerstand der frei­heitlichen Studenten nicht zu brechen vermocht hatten, zur Universität. Nun kam es auch hier zu wilden Strawallen.

Bahl sie selber, mit dem Geld, daß ich dir dagelassen habe. Ich habe kein eigenes."

,, Nein, niemals! Tausendmal nein!" Aha, das willst du wohl für dich selber

aufheben?"

Du bist viel schlimmer, als ich dachte," schluchzte sie. So, bin ich das?" brüllte er, mach', daß du raustommst, aber schnell, bevor ich dir gebe, was du verdienst."

,, Aleine Gegenstände mitbringen Den Plattenbrüdern famen einige Einlade

abhanden, die so der Deffentlichkeit be­wurden. Sie lauten:

Herrn Kamerab....

Sie haben sich Donnerstag vor 9 hr vor mittags in der Aula der Universität zur Ber. fügung zu stellen.

Kleine Gegenstände mitbringen! Schlageter.

Herrn Kamerad

Sie haben fich Donnerstag um 9 Uhr vor mittags im Anatomischen Institut, Währinger. straße, zur Berfügung au stellen. Erscheinen un­erläßlich.

Rleine Gegenstände gut bersorgt. halten! Schill.

Also verschwanden die zwei, und Jeronymo Tief in feinem betrunkenen Zorn hin und her und murmelte vor sich hin.

Rita hatte sich nicht in den Streit eingemischt und hatte auch nicht verraten, mit wem sie es hielt. Aber jeht erklärte see, wenn Jeronymo zu feiner Frau zurüdtehren wolle, dürfe und solle er es tun, denn wo Mann und Frau nur durch Liebe aneinander gebunden feien, bestehe tein an derer 3wang, als der gegenseitige unsch.

Piedade septe sich in einen Winkel und war-| mehr versuchst du, einem die Laune zu verderben."| nicht hierher und regt mich auf. Sonst behandle ich tete nur auf die Gelgenheit, mit ihrem Mann Senhorina war zum Vater gelaufen und euch beide, wie es euch zutommt." über die Schulrechnung zu sprechen. Rita, die wie hatte ihn am Arm gepadt, aber er stieß sie Komm, wir wollen gehen," schrie Piedade die meisten Mischlinge flatterhaft war, hegte ärgerlich beiseite. Du fehlst mir auch noch, es und packte das Kind am Arm. Berflucht sei die Roman von Aluizio Azevedo. 62 feinen Groll und tat ihr möglichstes, die Familie ist immer dasselbe, und ich denke nicht daran, Stunde, da ich diese Schwelle betrat. Ich hätte ihres Mannes zu unterhalten. Die anderen Gäste es noch länger zu dulden." wissen sollen, daß ein Mann, der Weib und Kind Und um die Stimme seines Gewissens zu gingen vor Tisch. Wegen der Entfernung von Sao Ich bin ja nicht zum Vergnügen bergelom- im Stich läßt, von ihren Beiben und Tränen betäuben, die ihn mahnte seit dem Tage, an dem Romao wurde schon um vier Uhr gegessen, und men," weinte Piedade, ich bin hergekommen, um nicht gerührt werden lann! er sein Versprechen gegeben und es nie erfüllt die Mahlzeit begann recht munter. Senhorina, zu hören, was du mit der Schulrechnung machen hatte, fing er an, stärker denn je zu trinken; Je die nur an ihren fleinen Schulkreis gewöhnt war, willst." ronymo tam jetzt fajt täglich total betrunken nach schien furch: bar befangen zu sein, und ihr Vater Hause. Als also Piedade am Ende des Monats gab sich alle Mühe, ihre Schüchternheit zu über­ihren Besuch diesmal mit ihrer fleinen Tochter winden. Er überschüttete sie mit Fragen, was sie cines Sonntags wiederholte, fand sie ihn trinkend denn täte und was sie lernte. Gleich nach der inmitten eines Kreises von Freunden. Suppe war Wein eingeschenkt worden, und vor Feronymo begrüßte sie mit lautem Sallo und Ende der Mahlzeit waren die Erwachsenen alle bestand darauf, daß sie nähertraten. Er füßte das recht angefäuselt, denn Jeronymo trant viel und Kind stürmisch, hob es in die Luft und freute wang die beiden Frauen, ihm Bescheid zu tun. sich immer wieder über sein gutes Aussehen. Er So geschah es, daß Piedade wieder in Jammer­bot ihnen Erfrischungen an und rief die Mulaſtimmung fam und sich bitter über ihr Schicksal tin. Die beiden Frauen sollten sich versöhnen und beklagte, was natürlich unvermeidlich zu der un­Freundinnen werden das war sein Wille. bezahlten Pensionsrechnung führte. Als die Portugiesin und die Bahiana ema Hör mal zu, mein Kind," bemerkte der ander gegenüberstanden, spielte sich eine Szene Steinbrecher, Tränen darfst du nie mit Wein gemachter Höflichkeit ab. mischen. Die Sorgen wollen wir uns für ein anderes Mal aufheben. Verdirb uns nicht das Effent." Aber wie soll ich denn an etwas anderes Saure Gesichter werden hier nicht geduldet." denken und von anderem sprechen, wenn es mir Die Rivalinnen drückten sich frostig die doch so schleast geht?" erwiderte die arme Fran. Hände, sahen einander aber nicht in die Augen. Und wenn du nur herkommst, um zu jam­Piedade war dunkelrot vor Scham. mern, wärest du besser zu Hause geblieben," mur­Gut, schön, verkündete der Steinbrecher melte Jeronymo ärgerlich. Wiit Heulen fann herzlich. ,, Um jetzt unsere Vereinigung zu frönen, man nichts ändern. Ich sch nicht ein, warum mußt du und das Kind bei uns zu Tisch bleiben." du mir Vorwürfe machst, weil du unglücklich bist. Die Frau begann sich zu entschuldigen, stam- Ich bin's notabene auch, aber ich lauf doch nicht melte allerhand Gründe, weshalb es unmöglich herum und geb' anderen Leuten die Schuld." sei, aber ihr Ga: te weigerte sich, die Gründe an- Worauf Piedade anfing zu schluchzen. ,, Na, natürlich, da haben wir's ja!" schrie ihr

-

Los, los, umarmt euch und seid Schwestern!" tommandierte Jeronymo, legte beiden die Hand auf den Rücken und stieß sie gegeneinander.

Jeronymo ließ sich auf einen Stuhl fallen, einem Zuge. goß fich ein Glas Orangefitör ein und tran! es

Aber sie machte keine Anstalten zu gehen, in sondern ließ Kopf und Arme auf den Tisch fallen. ,, Nein, wir trennen uns wicht," bemerkte Ach, mein armes Mädelchen, Gott im Himmel, er mit aller Emischiedenheit. wer wird für sie sorgen?" Die Mulattin trat hinter seinen Stuhl, zog Das Mädel braucht nicht mehr zur Schule seinen Ropf an ihre Brust, preßte ihre Sippen auf zu gehen. Laß sie hier bei mir, und ich werd' schon seinen Mund und fügte ihm bie Schnapstropfen dafür sorgen, daß man sie gut pflegt. Ihres Ba- fort, die noch in seinem Schnurrbart hingen. Je ters Schuß braucht sie jedenfalls. ronymo zog fie auf seinen Schoß und hielt fic Was, mich von meiner Tochter trennen? fest umschlungen. Bon dem einzigen, was mir geblieben ist?"

,, Weib, nimm dich zusammen und komm zu Berstand, wenn du kannst. Du bist doch die ganze Woche von ihr getrennt, nicht wahr? Also, statt zur Schule zu gehen, wird sie die Woche über hier bei mir bleiben, und Sonntags kann sie zu dir zu Besuch kommen wie bisher."

,, Mach dir feine Sorgen um diese Dinge, mein Schat," flüsterte sie und strich ihm mit den Fingern durchs Saar. Jekt ist alles vorüber, und wir werden glüdlich sein."

Ja, du haft recht," stammelte er ,,, cs var

dumm von mir, sie ins Haus tommen zu laffen." Und sie hingen in einem Zaumel von Um­,, Aber ich möchte lieber bei Mutter bleiben," armungen und Rüffen aneinander, als müßten fic zuerkennen. sagte das Kind und klammerte sich an Piedade. die Zeit nachholen, die sie durch die höchst un­,, Aber ich laß dich nicht gehen. Ich muß Mann, langte über den Tisch und schüttelte sie Du bist also auch undankbar?" brüllte Jelicbjame Unterbrechung versäumt hatten. meine Tochter noch. ein bißchen genießen, ich hab' heftig. Salt jezz: deu Mund; je mehr man ver- rongmo. Führst Strieg gegen mich genau wie fie? immer solche Sehnsucht nach ihr."

sucht, vernünftig und geduldig zu sein, um so Ach was, fahrt alle beide zur Hölle und kommt

( Forte umg folgt.)