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Professoren sowie unter Mißbrauch der akade­mischen Freiheit die nichtarischen Studenten hinaus.

Die gestrigen Vorgänge an den Prager Hochschulen, das Treiben der Rüpel vom Ha­fenkreuz bringt wieder einmal in Erinnerung. auf welchen geistigen und sittlichen Tiefstand die Hochschulen, einst der Stolz des um seine geistige und politische Freiheit ringenden Vol­fes herabgejunken sind. Ehemals die Stätte. von der aus Wiffen und Aufklärung in das Volk çetragen wurde, sind sie heute Pflanzſtät ten des Heimwehr "- und Stahlhelm"-Gei stes, des Radauantisemitismus geworden, eines Geistes, der das Hochschulstudium nur als das Privilegium einer bestimmten Klasse, Raste und Rasse gelten lassen will. Diese deutschen Bürgersöhne von heute, bar jedes freiheitlichen Ideals, sind wie ihre Väter reaftionär bis in die Knochen und womöglich noch um einige Grade mehr, für sie ist die akademiiche Aus­bildung nur die Vorbedingung zur Erlangung einer höheren gesellschaftlichen Stellung, einer Stellung, die sie über die von ihnen gehaßte und verachtete Masse emporhebt. Das gewon­nene geistige Gut dem Volfe, der Gesamtheit dienstbar zu machen, das als übernommene Pflicht anzusehen, fällt ihnen nicht ein. Ihr Anspruch auf eine privilegierte Stellung er­scheint ihnen als eine unabänderliche Fügung, darum haffen sie alles, was ihr Emporsteigen auf der gesellschaftlichen Stufenleiter

und es

soll ein bequemes Emporsteigen sein zu hin dern oder zu hemmen geeignet ist. Die nicht­avischen und die nichtvölkischen Studenten, die Hörer, die anderer politischer Gesinnung sind, gelten den hakenkreuzlerischen Jünglingen als unbequem, als Konkurrenten und darum schän­

ben sie sogar die akademische Freiheit, die für sich in Anspruch zu nehmen sie allerdings nicht einen Augenblick vergessen.

Sozialbemar

Aufruf der sozialistischen Studenten.

Die freie Vereinigung sozialistischer Alade­miker und die sozialdemokratische Studentengruppe fordern ihre Mitglieder und Gesinnungsfreunde auf, in den kommenden Tagen sich keinesfalls von irgendwelcher Seite provozieren und zu keinen un­überlegten Schritten hinreißen zu lassen.

Die genannten Organisationen verur­teilen die Ausschreitungen der völ­tischen Studentenschaft auf das allerschärfst e, da sie berechtigte Forderungen der Studenten nach Beseitigung der Uebelstände im Universitätsbetrieb und in Fragen der so­zialen Fürsorgetätigkeit für die Verfol gung ihrer politischen Sonderziele ausnüßen und mit den Mitteln brutaler Ge­walt gegen ausländische und nichtarische Stu­denten durchseßen wollen. Die Mißstände, die durch die Neberfüllung und hauptsächlich durch die unzureichenden Bauten und Einrichtungen hervor­gerufen sind, könn eneinzig und allein dadurch be= seitigt werden, daß die Hochschulen in einem Maße ausgebaut werden, welches ihrer Bedeutung und den an sie gestellten Anforderungen in jeder Hinsicht entspricht. Die sozialen Fürsorgeeinrich­tungen für die Studenten, insbesondere der deut­schen Hochschulen, die bisher ihren Verpflichtungen in völlig unzulänglicher Weise nachkommen konn ten, sind nur durch erhöhte staatliche Sub­ventionen aus ihrer jetzigen schwierigen Si tuation zu befreien. Diesen Standpunkt haben wir jeit jeher eingenommen, ihn vertreten wir auch heute.

Die rechtsradikale deutsche Studentenschaft hat sich in einer Resolution am Sonntag gegen

Am Sonntag bereits

beschlossen!

Sonntag früh veröffentlichte die Deutsche Studentenschaft

" eine Resolution, in welcher sie sich gegen jede Ruhestörung( allerdings von tommunistischer Seite) aussprach und die ausländischen und nichtarischen Studenten als Gäste" der Hochschule bezeichnete. Wie jetzt herauskommt, war das eine Komödie, um sich

eine Rüdendedung für die vorbereiteten Krawalle

Es ist bezeichnend, daß die tschechischen Nationaldemokraten, die bei früheren Aus schreitungen der völkischen Studenten gegen sie in der schärfsten Weise wetterten, diesmal mit allen, ihren Sympathien auf Seite der Strawall­und Skandalmacher sind, nicht etwa, weil sie die Absicht hätten, für eine Befferung der zu schaffen. In die Vorlesungen am Montag Einrichtungen an den deutschen Hochschulen tamen die Couleurstudenten schon mit Stappe Sorge zu tragen. Die auffallende Wandlung und Band, mit Stöcken und Knüppeln, ein ist darauf zurückzuführen, daß sie die Geistes Zeichen also, daß sie sich für Kundgebungen völ­und Gesinnungsverwandtschaft zwischen ihnenfischen Geistes vorbereiteten. Es ist eine infame Lüge, daß an den Hoch­und den skandalisierenden arisch- deutschen Hoch­schulen sie jemand provoziert hätte! ichülern erfannt haben. Es ist derselbe Geist des Fascismus, der Unduldsamkeit, der beide Die Leute, die das behaupten, müssen erst Be­beherrscht und der die tschechischen Nationalweise dafür erbringen und keinesfalls darf eine vermeintliche Provokation" zum Anlaß genom­demokraten plößlich für die bänder- und fap men werden, wehrlose Studenten und Mädchen pentragenden deutschvölkischen Studenten Sym zu mißhandeln. pathie empfinden läßt. Dem Zustande, daß ein Teil der Studen­tenschaft sich anmaßen kann, das Studium des Von dort aus wurden die Trupps in die ver anderen Teiles mit roher Gewalt zu hindern. schiedenen Institute und Hochschulgebäude diri­muß rascheſt ein Ende gemacht werden, selbst giert, so zum Beispiel um 11 Uhr eine Gruppe um den Preis, daß mit dem alten und heute von 40-50 Couleurstudenten an die Technik und durch nichts mehr gerechtfertigten Privileg die juridische Fakultät. Im Studentenheim iss der sogenannten Freiheit des akademischen Bodas Lokal der Deutschen Studentenschaft ". dens ein Ende gemacht wird.

Genoffen, lefet und verbreitet die

Urbeiterpresse.

Die Zentrale ist im Studentenheim in der Krakauergasse.

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Standalöses Verhalten von Professoren.

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Dienstag, 19. November 1929.

führt. Sie werden auch gerichtlich belangt wer den. Um 9 Uhr abends herrschte wieder bolle Ruhe.

den numerus clausus und gegen jedwede Gea waltanwendung erklärt. Die Ereignisse des heute tigen Tages haben gezeigt, daß es ein Mano- 19 jüdische Hörer verwundet. ver war. Die Ueberfälle auf die nichtnationalen Der Verband zionistischer Akademiker teil. Hörer wurden zentral von der deutschen mit, daß bei den Studententvawallen 19 jüdische Studentenorganisation organisiert; Studenten blutige Verlegungen erlitten und daß die Stoßtrupps wurden aus dem Studentenheim die Demonstranten auch die anwesenden in der Krakauer Gasse an die einzelnen Fakultäten Hörerinnen nicht verschonten. geschickt. Es ist auch von der völkischen Stu Der Verband hat den jüdischen Abgeord dentenschaft zugestanden worden, daß sie die neten Dr. Singer erfucht, die Forderungen Rundgebungen" mit leberlegung verander jüdischen Studentenschaft nach Garantie staltet hat. Das beweist auch der Umstand, daß eines ungestörten Studienbetriebes und der die völkischen Studenten mit Kappe und Band, und persönlichen Sicherheit der jüdischen Hörer an bewaffnet mit Stöden und Knüppeln, in den den Hochschulen bei den zuständigen Staats­Vorlesungen erschienen. Für den geistigen und behörden zu verdolmetschen. moralischen Tiefstand dieser Leute ist es bezeich nend, daß sie sich weigerten, sich zu le­gitimieren und mit ihrer Person für ihre Taten einzustehen.

Die Verantwortung für die Unruhen, welche eventuell noch fortdauern werden, fällt zur Gänze auf die völkische Studentenschaft, welche selbst dem Rektor der Technik gegenüber erklärte, je de Protestkundgebung gegen ihre Aus schreitungen zu sprengen.

Die sozialistischen Studenten werden nicht zös gern, alle Mittel zu ergreifen, damit die Schul­digen zur Verantwortung gezogen werden.

Prag , am 18. November 1929. Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker. Sozialdemokratische Studentengruppe.

Vorsprache bei den akademischen Behörden.

Beim Dekan der medizinischen Fakultät, Gleich im Anschluß an die Ausschreitungen an der medizinischen Fakultät sprach als Vertreter der sozialistischen Studenten Genosse Lederer beim Dekan der Fakultät, Professor Fisch L vor, der ihm auf die Frage nach dem Verhalen der akademischen Behörden zu den Vorgängen an der Fakultät lediglich den Beschluß des akademi­schen Senates auf vorübergehende Schließung der Fakultät mitteilte. Genosse Lederer erklärte namens der sozialistischen Studenten, daß sie sich für die Ruhe an den Hochschulen einfeßen werden. Beim Rektor der Technik.

Gleich nach Ausbruch der Unruhen an der chem Niveau gewisse Professoren unserer Hoch- Technik begab sich im Namen der sozialistischen schulen stehen. Als die völtischen Rowdies in die Studenten Genosse Neuwirth zum Reftor Vorlesung der Technik, Prof. Dr. Fiedler. Gleich zeitig mit ihm empfing der Rettor auch die Abord ange- tenschaft"," in deren Namen Schneider nung der Deutschen Studen und Kindermann erschienen waren. Genosse Neuwirth informierte vor allem den Reftor davon,

daß den unmittelbaren Anlaß zu den Aus­ichreitungen in der Technik ein Trupp völ tischer Studenten gab, welcher aus dem Studentenheim in der Krakauergasse zur Technik zog.

Prof. Tchermats einbrachen, hielt es dieser nicht einmal für bracht, seine Vorlesung zu unterbrechen, sondern sah ruhig zu, wie die völlischen Laus­buben die Studenten und Studentinnen(!) zum Saal hinausprügelten. Tschermat- Seyfenegg gibt sich gerne für einen über den Parteien stehenden Menschen aus. Er hat aber schon einigemal bewiesen, daß nur eine Gelegenheit kommen muß, damit er sich auf eine Stufe mit dem verbohrtesten Hakenkreuzlertum ſtellt. Wehrlose Menschen vor Banditen zu schüt- Er teilte ferner dem Rektor die Forderun der sozialistischen Studenten zen, wird jeder anständige Mensch für gen seine Pflicht halten- dieſer Hochschulprofessor mit, welche in der Resolution, die wir an anderer schämt sich nicht, in ostentativer Weise seine Billi- Stelle veröffentlichen, enthalten sind und prote­gung der Terrormethoden zur Schau zu tragen. ftierte energisch gegen das sinnlose und rohe Aehnliches brachte auch Prof. Maher zu Vorgehen der Deutschen Studen enschaft". Rel tor Prof. Fiedler sprach sich in schärfften Worten gegen das Verhalten der völlischen Studenten an der Technik aus und erklärte, daß er zur Schließung der Technik entschlossen sei, wenn er nicht Gewähr für einen ruhigen Verlauf des " Interrichtsbetriebes bekomme.

wege.

Abendliche Zusammenstöße am Albertom.

Sie find gegen den Numerus clan us! Aber sie haben die Gewalt über ihre Lente verloren!

Zaunsteden gegen Polizeitnüppel. Nach einer Meldung der Polizeikorrespon denz sammelten sich abends beim Nachtmahl im Studentenheim auf dem Albertow deutsche Studenten einzeln an und suchten dann auch dort zu trawallieren. Die Verwaltung rief Polizei herbei, die die Demonstranten hinausdrängte. Diese erhielten aber Verstärkung und drangen in Die Sprecher der Völkischen erklärten dent den Hof des benachbarten physiologischen Institu- Rektor der Technik, daß die Deutsche Stu tes ein, der nur durch einen Lattenzaun abge- dentenschaft" gegen den Numerus clausus trennt ist. Bei einem neuen Vorstoß der Rauf- fei und verlange, daß der deutsche Charakter der bolde gingen diese mit Zaunlatten und Steinen Hochschulen gewahrt bleibe. Sie erklärten weiter, vor, worauf die Polizei von den Gummifnüppeln daß sie ihre Anhänger nicht im Zügel halten Gebrauch machte und die Studenten auseinander fonnten!

trieb. Dabei wurden drei Studenten ver Die Aufforderung des Genossen Neuwirth, wel-[ haftet und der polizeilichen Bestrafung zuge- das auch in einer öffentlichen Erklä

Ein Umstand verdient noch besonders her a vorgehoben zu werden, weil er zeigt, auf

Ein brasilianisches Mietshaus

Arme Pombinha! Eine furze Eheerfahrung wußte, brach zusammen und flehte die fündige auffallendsten Loge eines Theaters und empfin­hatte sie zu der Ueberzeugung gebracht, daß sie Pombinha unter Tränen an, doch zu bereuen und gen Besuch von den abgelebtesten alten Staats­ihren Mann nicht ertragen fonnte. Eine Zeitlang das leichtsinnige Leben aufzugeben. Dann schrieb räten und anderen Männer in hohen politischen fämpfte sic, um sich einem phantasielosen Men die alte Seele ihrem Schwiegersohn, bat thu, sich Stellungen. Roman von Aluizio Azevedo. 70 fchen ohne Ideale anzupassen. Sie hörte mit er mit seiner Frau zu versöhnen und versprach, it Aber in Sao Romao wurde Bombinha noch heucheltem Interesse zu, wenn er banale und Zukunft für Pombinhas Betragen einzustehen. immer vergöttert wie in ihrer Mädchenzeit, denn Flovinda, die sich jetzt mit einem Eisenbahn langweilige Geschichten erzählte, was der oder Aber der junge Mann beantwortete den Brief die alten Freunde, denen sie die Briefe geschrieben beamten zusammengetan hatte, war nach Sao jener im Büro gesagt hatte, weshalb der oder nicht, und furze Zeit darauf verschwand Pom- und deren Geheimnisse sie gteilt hatte, waren thr Romao zurückgekehrt und wurde bekannt für die jener nicht vertrauenswürdig erscheine und all die binha aus dem Hauſe ihrer Mutter. Dona Isabel treu. Wenn sie und Leonie Juju zu ihren Eltern Sauberkeit, die in ihrem fleinen Haushalt anderen kleinlichen Angelegenheiten, aus denen starb beinahe an gebrochenem Herzen. Wohin brachten, war Augustas Tür von einer bewun­herrschte. Sie war in Trauer um die alte Mar- feine Welt bestand. Sie ließ sich von seinen Trä- konnte das Kind gegangen sein? Sie suchte dernden Menge umlagert wie in alten Zeiten. cianna, die im Irrenhaus gestorben war. Am nen rühren, wenn er eifersüchtig war, und als überall, aber erst als viele Tage vergangen waren, Pombinha half denen, die auf die schiefe Ebene Sonntag hatte ihr Freund gern Beſuch zu Tisch, er frank wurde, pflegte sie ihn fürforglich. Sie entdeckte sie schließlich, daß ihre Tochter bei geraten waren, höchst freigebig. Dazu gehörte und nachher wurde musiziert und getanzt, was versuchte, sich für das zu intereffieren, was er gern Leonie wohnte die Schlange hatte endlich ge- hauptsächlich die Frau Jeronymus, deren Tochter Florinda an die alten Zeiten erinnerie, als Rita hatte; versuchte, sich ihre Liebe zu Musik, Sunst, siegt, und die Knospe aus der Mietsfaserne stand ihr besonderer Liebling war und die jetzt im Bahiana solche Feste für die Nachbarn veran- Büchern und allem anderen Schönen aus dem in voller Blüte. Hause den Platz ausfüllte, den Pombinha einmal staltete. Aber jetzt wurden diese Versammlungen Herzen zu reißen, damit es sie Joao da Costa Die arme, alte Frau befrauerte ihr Kind eingenommen hatte. Wirklich, Pombinha ver­in den vier Wänden abgehalten, denn es vertrug nicht entfremde. Sie versuchte sich einzureden, wie eine Tote, aber sie war zu alt zum Arbeiten, schwendete auf die fleine Senhorina dieselbe Zärt sich nicht mit den neuen Allüren der Avenida", daß sie sich für das interessierte, was er sagte, was und die vielen Sorgen in ihrem Leben hatten lichkeit, die Leonie einmal ihr erwiesen hatte. Die daß solche Feiern im Freien stattfanden. er verdiente, wie er vorwärts fam und für alle ihre Gesundheit angegriffen; daher nahm sie Sette schlang sich unaufhörlich weiter fort, und

Machona war nicht mehr die alte und schien Gedankengänge innerhalb seines engen Horizonts. schließlich unter Tränen der Scham das Geld an, immer dieselben Kräfte kamen in der Siedlung nach dem Tode Augustos gebrochen und müde Alber plößlich lernte sie einen talentierten Wüst das Pombinha ihr schickte. Und von der Zeit an zur Auswirkung. Jeronymus arme, unglückliche und viel weniger geneigt zu schreien. Sie hatte ling fennen, einen Dichter und Spieler, und es war Pombinha die einzige Stüße ihres Alters, Tochter bereitete sich im stillen vor, ihren Play immer viel junge Leute bei fidy zur Gaft, die sich war um sie geschehen. Eine Reitlang ahnte der obgleich das Brot, das um den Preis der Prosti- neben Leonie und Pombinha cinzunehmen, wenn offenbar darum riffen, ihr Schwiegersohn zu wer- Gatte nichts. Aber als sein Mißtrauen erst ein- tution erlauft war, bitter schmedte. Und da der ihre Stunde geschlagen hatte. den, denn Nenem war ein schönes Mädchen ge- mal erwacht war, folgte er ihr auf einem ihrer Mensch nicht allein sein mag und sein Herz sich Bombinhas Großmut verschaffte der unglüd­worden, und ihre Anaft, alte Jungfer zu bleiben, mysteriösen Gänge und ertappte fie in einer so nach der Gesellschaft geliebter Menschen sehnt, lichen Senhorina und ihrer immer betrunkenen war verschwunden. Alexandre war zum Serge er nicht mehr zweifeln konnte, sie hatte ihn betro- schlief auch öfter in demselben Hause. Aber wenn so tief gesunken, daß ihr niemand mehr Arbeit hoffnungslos kompromittierenden Situation, daß besuchte Isabel ihre Tochter gelegentlich und Mutter Nahrung und Obdach, denn Piedade war anten anvanciert und schien in seiner Uniform imposanter denn je. Augusta hatte nach wie vor gen. Diesmal war es nicht mit dem Dichter, fon- Gäfte tamen, ließ sie sich nie blicken, und wenn anvertrauen wollte. dern mit einem Schauspieler der Pombinhas Außenstehende sie in ihrem Versteck überraschten. Sie war eine so unangenehme Wieterin, daß ein winziges Baby auf dem Arm oder es war schönen Augen Tränen der Rührung entlockt gab sie vor, cin Dienstmädchen zu sein, so sehr Joao Romaos Verwalter ihr schon dreimal ge­eins unterwegs. Leonie besuche ihre Freunde ab und zu und erregte immer Sensation mit ihrer batte, als er im Theatre Apollo die Leiden eines schämte sie sich, in solcher Umgebung gefunden fündigt hatte: aber durch ihre eigenen flehent Seleidung. Eines Sonnabend nachmittags brachte unverstandenen Ehemanns dargestellt hatte. Als zu werden. lichen Bitten und die Fürsprache der mitleidigen sie das ganze Haus in Aufruhr, weil sie feine er von ihrer Untreue überzeugt war, verzichtete Die beiden Kokotten waren jetzt unzertrenn- Nachbarn hatte er sich erweichen lassen, und sic andere als Bombinha mitbrachte, die ebenfalls da Coſta troß der großen Liebe auf seine Frau liche Freundinnen und bildeten eine Art zwei- durfte wohnen bleiben, bis sie ein anderes in die rote Schwesternschaft eingetreten war, bei und gab sie Dona Isabel zurüd, worauf er nach töpfiger Schlange, die hoch und niedrig in Rio Quartier gefunden hätte. Am Tag nach der die Küsse mit Preisetifetts versehen sind. Sao Paulo floh, wo seine Firma ein Zweigge- de Janeiro beherrschten. Ueberall, wo es Vera Pombinhas letztem Besuch war sie dann doch schäft hatte. gnügen gab, und überall. wo Männer waren, schließlich ausquartiert worden, aber mit dem Jetzt lebte sie mit Leonic. ihrer Führerin Die arme alte Isabel, die schon lange, bevor konnte man die beiden sehen. Sie gingen in Geld, das sie eben bekommen hatte, lonnte sie bei und Ratgeberin auf ihrem neuen Lebensweg, in der junge Ehemann seine traurige Entdeckung Duvidor spazieren; fuhren nachmittags mit Juju den Stapenköpfen Unterkunft finden: und da gab einem Hause. gemacht hatte, von den Abwegen ihrer Tochter im Wagen durch Cattete; saßen abends in der es noch mehr so elende Kreaturen wie sie selber. ( Fortjehung folgt.)