Nr. 105.

Sonntag, 4. Mai 1980.

feit dieses eigenartigen Philosophens und Denkers Ein ehemaliger Direktor der zaristischen Schloß­aufmerksamt. Es ist zu erwarten, daß nach diesem museen, Graf Valentin Zuboff. las einen Text Hinweis mancher Hörer nach den Büchern Weinin vor, der zu einem Lichtbildvortrage gehörte. Er be­gers greifen wird. richtete von den Kunstschäßen der Zarenschlösser.

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Unentbehrlich

für Vertrauensleute und Helfer der

sind die..Merkblätter für Fürsorgefunktionäre". Bisher erschlenen

Nr. 1. Richtlinien für Fürsorgefunktionäre. Il. Tell. Nr. 2. Fürsorge und Gesellschalt. Von Heinrich Herget. Nr. 3. Arbelter- Fürsorge und Fürsorge- Einrichtungen. Von Theodor Schuster.

Die Gattin im Räucherofen verbrannt. Die Chefrau des Landwirtes Suppe im Dorfe 3 wa big bei Kala war seit Karfreitag nacht verschwun ben. Ihr Mann hat sie, wie er behauptet. in der Räucherkammer erhängt vorgefunden. Bei der Leiche Eine besondere Borliebe ſcheint die Programm. Wo er nur konnte, erwähnte er die Ermordung Arbeiterfürsorge habe er einen Zettel gefunden, in dem die Selbſt ſtelle für die Photographie zu haben. Erst vor einem der Zaren und wurde dabei sehr sentimental in mörderin ihn bat, ihre Leiche an Ort und Stelle Monat verkündete ein Vortragender die Götter- seinen Betrachtungen. Das ganze war wohl für zu verbrennen und dann zu vergraben. Suppe hatte dämmerung in der Photographie und diesmal war die Tränendrüsen der Besucher seines Lichtbildvor= diefen angeblichen Wunsch seiner Frau in entjes es Dr. Kurt Libora, der auf die künstlerische trages berechnet. licher Weise zur Ausführung gebracht. Er schob die Sendung der Photographie zu sprechen fam. Seiche durch die breite Deffnung des Räucherofens Sansen- Berlin lehnte alles Herkömmliche und über die geschichtliche Entwicklung der tschechoslow Dr. Friedrich Ba d)( Prag ) gab einen Abriß auf den Roſt, zündete ein großes Feuer an und ließ jedes Dogma in der Photographie ab; Dr. Libora fischen Wohnungspolitik, der in die Forderung nach fie verbrennen. Drei bis vier Tage später erstattete betonte, daß die Kunstphotographie als stille, befchei einem stufenweisen Abbau des Mieterschutes aus er bei den Behörden die Anzeige und behauptete, dene und feine Kunst gelten will. Das war der fine Frau fei abgängig. Die bisherige Untersuchung Unterschied. Eine Meinung mehr über dieses Thema. lassen, der von seinem Standpunkte aus zu der flang. Man müßte nun auch einen Mieter sprechen V bat ergeben, daß an der Stelle, wo die Erhängte Die Verwirrung ist dadurch nicht geringer geworden. Wohnungspolitik der Republik Stellung nähme. gefunden worden ist, keinerlei Anzeichen für einen Hans Martin Mauthner fand schöne Worte! Erhängungstod zu finden waren. Auch der Zettel, für das Gemeinſame, das Künstler und Berthold Guttmann( Prag ) empfahl den der den letzten Wunsch der Frau enthalten haben Sammler eigen ist. Er nannte das eine Bluts- Radiobejigern den Ankauf einer Antennen­foll, war nicht zu finden. Kuppe, der schon vor verwandtschaft und seine Untersuchung eine Blut- sicherung, die auch als Blitzschutz dienen kann. etwa zehn Jahren mit dem Verschwinden einer bei probe. Dieser Vergleich roch sehr nach Klinik. ibnt angestellten Wirtschafterin in Verbindung ge­Rudolf Rick 1. bracht worden war, ist in Saft genommen worden.

Der Totenkopf als Trintgefäß. Lord Byron , der berühmte englische Dichter und griechische Frei heitskämpfer, hatte eine Phantasie, die sich an düstern Bildern freute. So ließ er einmal einen Schädel, den ein Gärtner bei Grabungen gefunden hatte, in Silber fassen und benutzte ihn als Trink­gefäß. In seinem ersten Wohnsis, der Newstead. Abtei, die er später verkaufte, sah er in der Diener­halle einen Sarg stehen und im Arbeitszimmer ein Unter zahlreicher Beteiligung wurde Sams- hin und bemerkt, daß diese Fusionen nicht verein­Vaar der vollkommenſten und ſchönſt polierten tag nachmittags, in den Räumen des Odborové zelt bleiben werden, und daß man gejekliche Maß Schädel, die ich jemals gesehen habe", wie er be idruženi der Verbandstag der Bank- und Spar- nahmen zum Schuße der Bankbeamten wird fin­richtet. Dieser alte Dichtersits, die Newstead Abtei, taffenbeamten eröffnet. Diese Proletarierfchichte den müssen. Der Redner erwähnt den großen ist vor kurzem von Sir Julius Cahn für den wird gerade jetzt in der Zeit der Bankenfus- Konflikt bei der Länderbant, der noch englischen Staat angekauft worden. Bon dem zum fionen und der Rationalisierung hart lange nicht beigelegt erscheint, und auf die Trintgefäß hergerichteten Schädel bat Byron selbst bedrängt, immer mehr wird der Bankbeaute, Industrialbant, die den eingegangenen erzählt, er habe eine Oberfläche gehabt wie eine einst der festeste Hort des Bürgertums, von der Vertrag nicht hält. Genosse Sollin er Schildkrötenschale". Das Gefäß war auf einem Erfenninis seiner Klassengegner durchtränkt. Die flärt, daß er begreift, daß ein Teil der Bank­Ständer aufgestellt, Tagesordnung des Verbandstags zeigt wichtige beamten ein schärferes Vorgehen der Verbands­Taubstumme hören Rundfunt. In dem Schwei Punkte. Mit Interesse verfolgen wir die Tagung leitung wünscht, aber ein Rückschlag in der Ge­zer Orte Bouveret hörten fürzlich 40 Taub und wünschen dem Verbandstag besten Erfolg. werkschaft bedeutet mehr als ein Mißerfolg, es stumme in der dortigen Toubstummenanstalt zum Mit einem Gedenken der vollführten Stämpfe fann nur das Bestreben der Verbandsleitung erstenmal in ihrem Leben ein Konzert, als dort eine eröffnete der Vorsitzende Genoffe Meller um sein, alle begonnenen Aftionen mit Erfolg zu Rundfuntanlage in Gebrauch genommen wurde, an 4 Uhr nachmittags den Verbandstag und gedenkt beschließen. die eine Anzahl besonders eingerichteter Stopfhörer der Verstorbenen, insbesondere des Vize- Genosse Waschat berichtet über die Verhält angeschlossen ist. Auf Grund dieses bedeutungsvollen präsidenten der Pensionsanstalt, Genossen Otto nisse in den Banken, die nicht dem Bankenver Erfolges will men fünftig mit Hilfe dieser Emp. Tanssif. Er begrüßte sodannn die Gäste, band angeschlossen sind, und teilt mit, daß die fangsanlage taubstummen Kindern das Sprechen Geofsen Abgeordneten Klein für die gemein- Verhältnisse bedeutend beffer geworden sind; hart beibringen. Ein Verstärker in den Kopfhörern macht fame Landeszentrale, Kollegen Bergmann für sind nur die Kämpfe in der Deutschen Agrar­die in das Mikrophon gesprochenen Worte des die Zentralgewerkschaftskommis- und Industriebank( fiche Resolution); Lehrers den Kindern hörbar. sion, und die vielen befreundeten und Bruder wenn auch dort die Verhältnisse besser geworden organisationen. Sodann begrüßt Gen. Abg. sind. Auch in den anderen Banken sind bis auf Zahnheilung ohne Schmerzen? In der Gefellslein den Kongreß und weist darauf hin, daß ffeine Rückschläge, dant dem Zusammenhalten der schaft für Zahnheilkunde in Berlin fand eine Dis die abgeführten Stämpfe und Erfolge von der Kollegenschaft, Erfolge erzielt worden. lussion über die sogenannte Folalinfektion statt, die Klugheit und Besonnenheit der Verbandsleitung Genosse Fuchs schildert die Verhältnisse auf eine Theorie zurückzuführen iſt, nach der verzeugen, denn radikale Anträge stellen, jei leicht, in der Slowakei . In der Debatte spricht hiedene Entzündungen des menschlichen Körpers Erfolge erzielen, zeigt die richtige Taktik der Ge- Serr Winterniß, der seine kommunistischen Mäß­uf einer Infektion durch schadhafte Zähne beruhen. werkschaft. Kollege Bergmann begrüßt die chen sehr zahm zur Sprache brachte. Herr Felix Dr. Walter Fränkel behauptete es als erwiesen, daß Tagung für den Deutschen Gewerk- Sohn gefiel fich in unerhörten Angriffen auf die volt dem nicht intakten Bahnsystem aus Batterienfchaftsbund und weist daraufhin, daß in der andeszentrale der Gewerkschaftsverbände. Es oder bakterielle Gifte den ganzen menschlichen Rör- schweren Zeit, ein einiges Zusammenarbeiten sprachen noch die Kollegen Henkel, Kollege per überfluten können. Infolgedessen, sagte Dottor affer Verbände der Zentralgewerkschaftskommis- Schneider, Bid, Stahl, Bischisty, Fränkel, find viele Krankheiten nur dann zu heilen, fion notwendig ist. Es spricht dann Herr Sine wenn die Heilung ihrer Herdinfektionen dem Bahn für das Sdružení, čech. Bantbeamtenver und Kollege Sönig. Jakob, Meller, Kollegin Steinherz.

Volkswirtschaft und Sozialpolitik.

Verbandstag der Bank- und Sparkassenbeamten in der Tschechoslowakischen Republit.

arzt überlassen wird. Professor Dr. Stugin vertrat einen steptischeren Standpunkt insofern, als er be tonte, daß die Lehre von der Folalinfektion doch noch nicht genug ausgebaut sei. Bakterien allein

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band, Herr Rehat für den Skontistenverband, Berr Soffmann für die Ortszentrale des Gewerkschaftskartells.

Genosse Selt. Kollin spricht sodann zum ge­

Tätigkeitsbericht

u sta bilisieren und zu bessern; er weist sodann auf das erfolgreiche Eingreifen bei der Fusion der Anglo Commercial, Pragobant

würden niemals zur Strankheit führen, wesentlich brudt vorliegenden wäre auch die allgemeine Krankheitsdisposition und die konstitutionelle Meinderwertigkeit einzelner Organe. Der Berliner Zahnarzt Dr. Max Levy und weist daraufhin, daß es der Verbandsleitung berichtete über zahlreiche interessante Fälle aus gelungen ist, die Gehaltsverhältnisse seiner Braris, in denen er den franken Zahnwurzel fanal mit Radium bestrahlt hatte, wodurch eine völlig schmerzlose Behandlung möglich geworden sein soll. Außerdem sollen Entzündungen, die durch Radiumbestrahlung zum Schwinden gebracht worden find, niemals eine Infektionsquelle im Sinne der vorher erörtereten Fofalinfektion bilden fönnen. Die allgemeine Verwendung des Rabiums in derartigen Fällen würde eine weitere Einbeziehung biologischer Heilmethoden in die Zahnheilkunde bedenten.

Die deutsche Radiowoche.

Nebensächlichem.

Der Idiot.

Genosse Kollin faßt im Schlußwort alle Argumente der Debatte zusammen, befaßt sich hauptsächlich damit, daß das Rudé Pravo" in der Lage ist, Beschlüsse dieser interen Verbands­vorstandsbeschlüsse zu fritisieren und weist die Tätigkeit solcher zutragender Vorstandsmitglie der zurück. Genosse Sollin weist die Angriffe des Herrn Kohn gegen die gemeinschaftliche Lan­deszentrale entschieden zurück und kennzeichnet die Wichtigkeit derselben am besten durch den Zu sammenbruch der kommunistischen Gewerkschaf

Nr. 4. Arbelterbewegung und Arbeiterfürsorge. Von Jose! Hofbauer. Nr. 5. Auigaben der Arbeiterfürsorge.( Kampf gegen Tu berkulose. Geschlechtskrankheiten und Alkoholismus .) Von Dr. Arnold Holltscher.

In Vorbereitung:

Nr. 6. Sozialbygleue und Arhelterfürsorge. Von Dr. Thec­dor Gruschka. Nr. 7. Gewerkschaft und Arbeiterlürsorge. Von Anton Schäfer.

Die Merkblätter sind zu beziehen durch den Verband ..Arbeiterfürsorge" Geschäftsstelle Prag II., Fügnerovo nám. 4. Holt Euch Rai bei uns! Die Arbeiterfürsorge 1st die organisierte Selbsthilfe des Proletariats! Dem Klassengenossen soll durch den Klassengenossen ge­holfen werden! Gründet Bezirksvereine Werbet Mitglieder! Helft der Arbeiterfürsorge!

ten; Redner weist besonders darauf hin, daß Teine wichtige Aktion ohne Unterstützung der Landeszentrale möglich ist.

Genosse Wasehat rechnet scharf mit der Schädigungsabsicht kommunistischer Wacher ab, er beweist die ungeheure Schädigung der Tagung in Anbetracht der Wachenschaften der Agrarbank, vo Einigkeit not tut.

Auf dem Verbandstag wurde folgende Re­solution gefaßt:

Der 8. ordentliche Verbandstag stellt vor allem fest, daß schon des österen auf den Ber bandstagungen die unerträgliche Personal politit der Deutschen Agrar und Industriebant einer scharfen Kritik terzogen werden mußte.

Diesmal sieht sich der Verbandstag zu die­ser Kritik um so mehr veranlaßt, als der er­stattete Bericht über den zwangweisen Ab­bau von sechs definitiven Ange­stellten und die bisherige Art der Verhand lungen zum Schuße der Betroffenen zur An= nahme führen muß, daß von Seite der Leitung der Deutschen Agrar- und Industriebant in präjudizieller Form ein Weg gesucht wird, um in Zukunft, unter Umgehung der in den an deren Banken üblichen Methode von Abferti gungen und Pensionierungen jubalterne Be­amte abzubauen.

Der Verbandstag billigt daher die vom Zentralvorstande eingeschlagene Taktik zum Schuße der gekündigten Angestellten und hält die von den Unterhändlern des Zentral­vorstandes vorgeschlagenen Abfertigungen in Anbetracht dessen für außerordentlich mäßig, daß Beamte mit mehr als zehn Dienstjahren ohne einer dauernden Rente zivangsweise ab­gebaut werden sollen. Wiewohl den betroffe= nen Beamten sowohl der April-, als auch der Maigehalt ausgezahlt wurde, läßt die Art und Weise, wie die Direktion der Deutschen Agrar­und Industriebank nunmehr die Fortschung der Verhandlungen hinauszu= schieben versucht, das Bestreben erkennen, die Führung einer Aktion vor der General­versammlung des Institutes zu verhindern.

Der Verbandstag schlägt daher dem Zen­tralvorstande vor, diefer von der Leitung der Deutschen Agrar- und Industriebant schon

merte mich nicht weiter unt den dioten", wie| bis ins Innerste aufgewühlt, seine Gleichgültig­er allgemein genannt wurde. feit verschwunden. Ein furchtbares Chaos hatte Die ganze Umgebung des Spezereiwaren- sich geoffenbart... Mehrmals mußte ich wieder­Gleich beim ersten Mal, als ich bei ihm geschäftes kannte diesen sonderbaren verschwie- holen, was ich zu kaufen wünschte. Dann brachte einfaufte, padte mich eine unbändige Wut, wegen genen Kauz, ohne etivas Näheres über ihn zu er zunächst etwas anderes. Und plößlich, gan; seiner saumseligen Art zu bedienen: er schien sich wissen. Alle gaben ihm ihre Mißgunst deutlich unvermittelt, brach er zusammen und begann um die Kunden überhaupt nicht zu fümmern zu verstehen. Am meisten taten sich dabei die derart zu stöhnen, daß mich ein falter Schauer und schlich mit gesenktem Kopfe hinter dem Kinder, die guten" Kinder hervor. Wenn sich überlief. Ich sprang hinter den Ladentisch und Jedes Wochenprogramm des Rundfunks sollte Jedes Wochenprogramm des Rundfunks sollte Ladentisch unther, als suche er fortwährend etwas der" Idiot" an Sonntagen manchmal auf der hob den Menschen, den ich auf einmal mit ein Stunfnvert für sich sein. Von einer solchen Be- am Boden. Die Leute warfen sich schmunzelnde Straße blicken ließ und die Kinder auf dem nahe zwingendem Instinkt ernst nehmen mußte, auf. ein Stunsnvert für sich sein. Von einer solchen Be- Blide zu, und jemand meinte sogar ziemlich laut: gelegenen Spielplatz versammelt waren, ging Große Tränen rollten aus seinen todunglüdlichen wertung sind wir heute noch weit entfernt. Noch plößlich ein Ruck durch die kleine Schar, und Augen. Auf meine Frage, ob denn niemand da haben wir ein Durcheinander von Wertvollem und" So ein Idiot!" Und doch regte sich im ersten Augenblick fie stürzten, einer Meute gieriger Wölfe gleich, wäre, den ich rufen fönnte, machte er nur mit etwas wie Mitleid in mir, eine halb unbewußte ihrem Opfer nach, mit dem Finger spöttisch auf müder Hand eine unjagbar verzichtende Geste... Ein sehr hübsches Programm bot die Sonntags- Anteilnahme an diesem überschlanken, blaffen ihn weisend und höhnische Neden führend. Er Dann gab er sich einen heftigen Rud und ver fendung. Das Wanzer Quartett aus Karls. Mann, der vielleicht dreißig Jahre zählen mochte, aber fümmerte sich nicht um sie, sondern ging schwand in dem anliegenden Zimmer. Ich hatte bad war zu Gaste. Frau Martha Wanzer ſang und dessen dunkle, traurige Augen ängstlich die schen, mit zu Boden gerichtetem Blick, dicht an das bange Gefühl einer Katastrophe. Der kleine Lieder von Grieg . Von besonderer Wirkung war gewöhnliche Spezereiwarenladen atmete in die­das Lied Der letzte Frühling". Die feine musi- Gesichter feiner Stunden mieden. Irgendwie der Häuserfront die Straße entlang. Nur einmal wenige Tage vor der Kata- fem Augenblick Schicksalsluft. Mit einem Male strophe drehte er sich plöglich nach der bos- wußte ich, daß dieser Mensch kein Idiot war, falische Untermalung der Grieglieder besorgte das ahnte ich in diesen wenigen Sekunden sein Schid­Streichquartett, das dann noch Brandts Buhsial. Davon bin ich heute fest überzeugt. Denn freilich, nachdem ich auf meine Waren haften Gefolgschaft um, padte einen Jungen sondern daß eine entsebliche Laft seine Seele Suite im alten Stile" zum Vortrag brachte. Es wird der Wunsch vieler Sörer gewesen sein, das unmenschlich lange hatte warten müssen, wäh- beim Kragen und hätte ihn sicherlich erwürgt, bedrängte. Unschlüssig verließ ich dann den Laden: Panzer- Quartett bald wieder im Rundfunk zu rend er mit seinen schleichenden, trostlosen Schrit- wenn nicht die entsetzten Eltern des Jungen dazu ich wollte nicht stören... ten im Laden herumgegangen war, und als er gekommen wären. Daß sie ihr Kind schützten, 3u jenen Dichtern, die erst gestorben sein mir endlich das Gewünschte wortlos, und ohne war recht. Daß sie aber die Schuld an diesem aufzublicken, auf den Tisch gelegt hatte, siegte die Vorfalle bem Idioten" gaben, war elterliche müssen, bevor die Menschen ihren Wert, erkennen, Bestie in mir, und ich herrschte ihn an, ob er Verblendung, war mehr als das. Denn dieses gehört der im Vorjahre verstorbene naturalistische fich denn einbilde, daß ich die Absicht hätte, bei Erlebnis bildete wahrscheinlich den Auftakt zu Lyrifer Arno Holz . Seinem Gedenken war eine leine Feier gewidmet. Dr. Paul Camil Tyndall ihm zu übernachten. Doch auch diese zurecht- dem folgenden Unglüd Nachdem die Eltern ihr Kind aus den ( Wien ), ein ausgezeichneter Rezitator, las nach weisung ichien auf ihn nicht den geringsten Ein­einigen wirkungsvollen Einleitungsworten aus den druck zu machen: er murmelte, ohne auf meine würgenden Händen befreit hatten, blidte der geistfunkelnden Dichtungen Holzens herrliche Stro. Entrüftung zu reagieren, feine Addition herunter, diot", unheimlich gleichgültig, dem Jungen sprechend und aufgeregt geftifulierend. Gerade widersinnigen Gesellschaftsordnung hält. Ein fragte leise, mit gesenktem Stopfe, meinen Nach- Rätsel. Ein armer Idiot, dachte ich damals Ihna vor, wenn der Idiot auf uns g'schoss'n blutger Frebel ist unsre Beit!" Arno Sola" war barn, was er wünschte. Holz

hören.

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abgespielt.

Den ganzen Nachmittag hielt mich eine peinigende Unruhe gefangen. In meinem Urter­bewußtsein schien der Teufel los zu sein. Immer wieder mußte ich an die großen hilflos gequälten Augen dieses Menschen denken. Gegen Abend, auf meinem Heimwege, tam ich wieder an dem Geschäft vorbei. Schon von eine Menge Leute, neugierig- schen miteinander

weitem erblickte ich vor dem geschlossenen Laden

hätt'!"

An einem Sonntag hatte sich dieser Vorfall Der Kaufmann hatte sich vor ein paar Stunden das Leben genommen. Weiß Gott , welch fürchterliches Schicksal ihn dazu getrieben hat! Eines aber ist sicher: wir haben ihm alle unrecht getan.

Ich hatte dieses fleine Erlebnis bald ver­aber nicht nur der lyrische Kritiker, er war auch ein weltliebender und schönheitstrunkener Dichter. geffen. Als ich das nächste Mal den Laden betrat, Am nächsten Tage hatte ich um die Wit dch bin das Wunder aller Wunder, denn mein wiederholte sich das gleiche Schauspiel, nur, daß Diesmal teine gute Regung in mir wach wurde: tagszeit etivas in dem Geschäfte zu tun und traf Herz ist das Herz der Welt!" den Idioten" allein im Laden an. Erschredt Dr. Artur Gerber( Wien ), ein Freund Otto ich ärgerte mich wütend. Beiningers, machte in einer Kleinen eindring. Im Laufe der Zeit gewöhnte ich mich daran, blieb ich in der Türe stehen: so hatte ich ihn lichen Darstellung auf das Werk und die Persönlich wartete geduldig auf meine Waren und füm- jnoch nie gesehen. Er war vollständig verstört,

Was wissen wir von anderen Menschen?... Harald Spitzer.