Nr. 86. Samstag, 11. April 1931. Gerte 8 bevorzugte die Hausfrau zum Waschen ihrer Wä­sche die reine Hirschseife. Seitdem sind über 80 Jahre vergangen.... jetzt wäscht schon die vierte Generation mit Schon zu Urgroßmutters Zeiten... Agrarkrise und Arbeitslosigkeit. Setrei-e wird verfeuert. Vertragsabschluß in der Landwirtschaft Böhmens . Rach langen und schwierigen Verhandlungen, die viele Wochen dauerten, ist es nunmehr doch gelungen, di« Richtlinien für das Jahr 1931 zu ver­einbaren. Di« Auswirkungen der Krise, die auch unsere heimische Landwirtschaft stark zu fühlen be­kam, hat die Verhandlungen außerordentlich er­schwert. Di« Agrarier wollten diese Gelegenheit benützen, der Landarbeiterschaft einen großen Lohn­abbau aufzuzwingen. Ursprünglich veäangten die Vertreter der Unternehmer«inen Lohnabbau von 20 Prozent und Beseitigung der Prämien. Einem solch starken Lohnabbau konnten die Arbeitervertreter selbstverständlich nicht ihre Zustimmung geben. Später haben dann die Agrarier ihre Forderungen ermäßigt und planten nur einen starken Lohnabbau bei den Löhnen der Tagarbeiter und Wegnahme aller Prämien, die diese Arbeiter bekamen. Wenn dieser Plan der Unternehmer geglückt wäre, so hätten die Tagarbeiter auf IS bis 20 Prozent ihres Verdienstes verzichten müssen. Es war un­möglich, auf dieses Verlangen eingehen zu können. Denn di« Prämien, die die Taaarbeiter erhalten, sind ein sehr wesentlicher Bestandteil des Lohnes, auf den die Tagarbeiterschaft nicht verzichten kann. Denn die Stundenlöhne sind niedrig, so daß ein Arbeiter im besten Falle bei zehnstündiger Arbeits­zeit im Tag nur 16 K verdienen kann und das, wie gesagt, im besten Wirtschaftsgebiet und in der höchsten Lohnstufe. In den anderen Wirtschafts­gebieten ist der Lohn noch niedriger. Jeder wird da ersehen, daß man unter solchen Umständen einer starben Lohnkürzung nicht zustimmen kann. Der Vorsitzende und der Referent des Landesbeirates haben sich bemüht, durch Vermittlungsvor- schläge doch einen Abschluß zu erreichen Aber alle Bemühungen waren zunächst ergebnislos, so daß vor einigen Wochen fesrgestevt werden mußte, daß ein Abschluß der Richtlinien nicht möglich sei. Jetzt bat anläßlich der Verhandlungen über die RWrn- akkordlöhne der Referent des Landesbeirates neuer- iich den Versuch gemacht, die Vertragsparteien zum Abschluß der Richtlinien zu bewegen. Es muß bemerkt werden, daß die Gewerkschaften stets auf dem Standpunkt standen, einen erträgli­chen Abschluß einer v« r t r ag s lo sen Zeit vorzuziehen und sie haben auch aller getan, waS einen Vertragsabschluß ermöglichen sollte. Wenn es nicht dazu kam, so lag die Schuld daran bei den Agrariern, die auf jeden Fall ihre« Prestigestandpunkt durchsetzen wollten. Run zuletzt haben fie doch auch eingesehen, daß eS unmöglich ist, ihren Standpunkt vollständig durchzusetzen und haben mit sich reden lassen. Am 7. April kam es in der Sitzung des Subkomitees endlich zu einem Ergebnis. lieber Vorschlag d«S Referenten bzw. des Vorsitzenden des Landesbeirates haben beide Ber- tragSteil« deren BermittlungSvorschläge akzeptiert. Es bleiben für die Deputatisten die Löhne und di« übrigen. Vertragsbestimmungen unverändert in Kraft. Bei den Löhnen der Tagarbeiter erfolgt ein Lohnabbau, der durchschnittlich 533 Prozent auSmacht. Die Kartoffelprämie bleibt im selben Ausmaße wir im Vorjahr auf­recht. Die Getreideprämi« wird um die Hälfte erniedrigt, so daß di« Tagarbeiter hruer 10 bzw. 18 Kilogramm Edelgetreide erhalten. Di« Richtlinien treten ab IS. April in Kraft. Di« Arbeitervertreter haben nach reiflicher Erwägung aller Umstände dieser Regelung zugestimmt. Damit ist ein offener Konflikt in der Landwirtschaft vermieden worden. Wenn man bedenkt, was die Agrarier ursprünglich forderten, so wird man sich der Schwierigkeiten der Verhandlungen bewußt sein. Das Ergebnis, mit dem die Agrarier schließlich Heim­kehren, ist ein wesentlich anderes als was sie wollten. Die Landarbeiterschaft kann aus dieser Tatsache erkennen, daß di« Gewerkschaften ihnen unter den gegebenen Berhältnisien daS sicherten, was nötig ist, um leben zu könne«. Wenn das Ergebnis kein anderes ist, so darf nicht übersehen werden, daß die Gewerkschaft nur so viel Macht darstellk, als ihr die Landarbeiter geben. Tie Landarbeiterschaft muß be­greifen, daß es ihre Pflicht ist, sich in die Organisa­tion«inzugslieLern, um für bessere Verhältnisse zu kämpfe«. DaS Ergebnis dieser BerhaMungen könnt« bester sein, wenn di« Landarbeiter in größerer Zahl Mitglieder ihrer Gewerkschaft wären. Denn jeder Lohnkanrvi ist auch ein Stück Machtkampf und je stärker die Organisation ist, desto besser wird dies für die Arbeiter sein. -entsch-rusfische Wirtschastsverhand- lmrgeu. Berlin , 10. April. Heute hoben in den Räu­men der hiesigen Handelsvertretung der USSSR die Besprechungen zwischen der Wirtschaftsdele- gation der Sowjetunion und den Vertretern der deutschen Industrie begonnen. Die Dauer der Verhandlungen läßt sich noch nicht übersehen. Sie erstrecken sich auf die Durchführung der zusätzlichen russischen Aufträge, die seinerzeit bei den Moskauer Besprechungen in Aussicht genom­men worden sind, und betreffen in erster Linie die Klärung der Lieferbedingungen. Die^ russische Wirtschaftsdelegatton wird übrigens Gelegenheit haben, eine Reihe bedeutender Werke der Mon­tan-, Maschinen- und Elektroindustrie zu besu­chen, wie ja auch die deutschen Industriellen sich bei ihrem Besuche in Rußland über die dortigen industriellen Verhältnisse orientiert haben.. * Berlin , 10. April. Zu den Meldungen über einen Abbruch der deutsch -russischen Wirt­schaftsverhandlungen erfährt der.Handelsdienst des Wolff-Büros, daß die Verhandlungen, die heute vormittags in Berlin in Fortsetzung der Moskauer Besprechungen im Feber und März SPD . Mechanisierung und Rationalisierung, di« den Fabrikationsprozeß in der industriellen Warenhcrstellung völlig umgestaltet haben, sind auch auf die Landwirtschaft und auf die Agrar­krise nicht ohne Einfluß geblieben. Die Welt­agrarkrise geht zum Teil auf technische Faktoren zurück. Es sei hier nur auf die entscheidende Umgestaltung der Getreidewirtschaft in Ländern mit extensivem Anbau hingewiesen, den die kombiniert« Mäh- und Dresch­maschine herbeiführte.In der Zeit, als das Getreide mit der Sichel geschnitten und mit dem Dreschflegel gedroschen wurde", so führt eine nordamerikanische Fachzeitschrift aus,be­nötigte man 35 bis 50 Arbeitsstunden, ,uin einen Acre mit 15 Bushel Getreide abzu­ernten und zu dreschen. Die Einführung der Sense ermöglichte eine Arbeitsersparnis von ungefähr zehn Stunden pro Acre. Heute brau­chen die Landwirte von großen Gütern vier bis fünf Stunden zur Ernte eines Acre Getreide, wenm fie zum Schneide» und Binden eine» Selbstbinder und zum Dreschen eine stehende Dreschmaschine benutzen. Beim Abcrnten mit einem Köpfer und darauffolgendem Drusch mit einer Dreschmaschine braucht man drei bis vier Stunden,' während mit Hilfe eines Mäh­dreschers i)ie Arbeit in% Stunde» vor sich gehen kann.". In den Vereinigten Staaten stieg di« Zähl der hergestellten Mähdrescher von 270 im Jahre 1914 auf 36.957 im Jahre 1929. Im Staate Kansas allein gab eS im Jahre 1918 nur vierzehn Mähdrescher; heute zählt man deren ungefähr 25.000. Die gleiche phantastische Entwicklung ist in Kanada festzustellen. Auch Australien und Argentinien bleiben nicht zurück. In Argentinien werden, wie aus einer argen­tinischen Veröffentlichung hervorgeht, heute un­gefähr 30 Prozent der Getreideanbaufläche mit Mähdreschern bearbeitet. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser technischen Umwälzung sind ungeheuer; auf ihr Konto geht ein Teil der Ueberproduktion an Getreide in den großen Agrarländern. Aber mindestens ebenso gewaltig sind die sozialen Auswirkungen der Einführung des Mäh­dreschers und sonstiger landwirtschaftlicher Ma­schinen. Ter stellvertretende Direktor des Inter­nationalen Arbeitsamtes in Gens, Butler, führt in einem Bericht aus, den er in derInter­nationalen Rundschau der Arbeit(1931, Heft 3) über eine kür^ich stattgefundene Studienreise in Kanada und den Bereinigten Staaten abgibt: Große Güter, die ehedem im Frühjahr 30 Leute und in der Erntezeit weitere 120 bis 150 Leut« beschäftigte«, können heute während des ganzen Jahres nur 14 Leuten d. I. begonnen haben, mit Beschleunigung durch­geführt werden. Die heutigen Besprechungen waren ebenso wie die Moskauer Verhandlungen von d^m Wunsche nach gegenseitiger Verständigung ge­tragen. Mussolini übtGnade" Innsbruck , 10. April. Tie über den eheina- ligen tirolischen Lairdtagsabgeordnetcn Michael Malfertciner verhängte Konfinierung von drei Jahren ist nun in einen zweijährigen Zwangs­aufenthalt in Bozen umgewandelt worden. Mal- ferteiner wurde infolge dessen auf freien Fuß gesetzt und dürste tvieder in seine Wohnung zu- rückkehren, wird aber dort strengstens überwacht und darf die Stadt Bozen nicht verlassen. Tie Umwandlung der Konfinicrungsstrafe wurde mit dem Alter Malferteiners und mit dem Hinblick auf seine Familie begründet. Reue Zuckerverhandlungeu tu Paris . Paris, 10. April. Die Verhandlungen zur Einschränkung der Zuckerausfuhr, die über die Ostertage ausgesetzt waren, sind hier gestern wieder ausgenommen worben. An diesen Ver­handlungen nehmen auch Vertreter der Rüben- Arbeit geben." Als Folge dieser Entwicklung gibt Butler an, daß, während die kanadischen Ersenbahnen ehe­mals jedes Jahr Zehntausende von Einwohnern der östlichen Städte in die Erntcgebiete beförder­ten, in den letzten beiden Jahren, trotz normaler Ernte, kein einziger Erntezug gefahren ist. Nichts charakterisiert besser die durch dies« Entwicklung geschaffene Lage als folgender Aus­spruch des Arbeitsministers einer kanadischen Provinz, den Butler zitiert:Wir haben jetzt ein« zu große Bevölkeruna, weil keine Beschäftigung für sie-'da ist." Dieser Ausspruch bezieht sich aus ein überaus reiches und frucht­bares Gebiet, m dem nicht.mehr als zwei Einwohner auf eine Quadratmeile entfallen. So absurd diese Worte erscheinen, in der großen Politik werden sie zu einer realen und unüberwindlichen Macht, di«, in schärffte Ein- wanderungsbeschränknngen umgewandelt, zur Verschärfung der Weltwirtschaftskrise führt. Gewiß, in diesen kanadischen Staaten ist ein Uckerfluß an Arbeitskräften, obwohl zwei Ein­wohner die Quadratmcile bevölkern; denn die Alengen von Getreide, die diese Bevölkerung produziert, finden keinen Absatz. Waggonweise muß in Kanada und in den Bereinigte« Staaten Getreide als Betriebs­stoff für Lokomotiven verfeuert werde« das ist billiger als Holz u«d Kohle. In weiten Gegerwen Europas aber wird Ge­treide angebaut, obwohl in vielen dieser Länder dieser Anbau weltwirtschaftlich völlig ungerecht­fertigt ist und nur mit Hilfe höherer Zölle und ungeheuerer Steuermittel geschützt tverden kann. Die Rationalisierung der kanadischen, argen­tinischen, australischen und amerikanischen Land­wirtschaft zieht übertvältigende Folgen nach sich. Diese Folgen aber werden nur unter der Be­dingung nicht verhängnisvoll, sondern segens­reich sein, wenn die Rationalisierung nicht bei der Vervollkommnung der Produftionsmittel einzelner Wirtschaftszweige halt macht, sondern sich auch auf die Beziehungen der Einzelwirt­schaften, aus denen die Wirtschaft sich zusammen­setzt, erstreckt, wenn sie zur Ausschaltung von Wirtschaftszweigen führt, die im weltwirtichaft- lichen Rahmen ungerechffertigt sind, und die Güterproduktion dorthin verlegt, wo sie für die Weltwirtschaft bei kleinstem Aufwand den größ­ten Nutzen bringt. Eine Rationalisierung wird aber immer nutzlos und verhängnisvoll bleiben, wenn sie sich lediglich auf technische Details er­streckt und vergißt, daß Rationalisierung bedeu­ten müßte: Die vcrnunftmäßige An­wendung der letzten Errunge«schäf­ten der Technik im Dienst der ge­samten Menschheit. Zucker anbauenden Länder Deutschland , Ungarn , der Tschechoslowakei , Polen und Belgien teil. 'Die Frage der Festsetzung des Weltzuckeranbaues, von der man eventuell eine Erhöhung der Aus­fuhrquote abhängig machen will, konnte noch »richt geklärt werden. Die javanischen Erzeuger verlangen zivei Cents je Pfund fob Kuba und die kubanischen 2.5 Cents. Gegenwärtig sucht man nach einem Kompromiß. Kabinettsbildung Tttuleseur. Bukarest , 10. April. Die Verhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung dauern an. Der König hat am Nachmittag kurz nach­einander die wichtigsten Parteiführer, wie Jorga, Dura, Lupu, Averescu , Pop und Maniu empfangen, um an sie einen dringenden persönlichen Appell zur Annahme der Vorschläge Titulescus zu richten. Die Kürze der Empfänge läßt darauf schließen, daß die Ver­handlungen bald abgeschlossen sein dürften, da die Lage keine weitere Verzögerung erlaubt. Man nimmt an, daß die neu« Regie­rung bereits morgen gebildet sein wird, andern­falls würde das neue Kabinett erst am Dienstag oder Mittwoch nach der rumänischen Osterfeier gebildet werden können. Ankere Forderungen an den tl-echajlowaMra Rundfunk. Aussicht auf teilweise Erfüllung. VomFreien Radiobund" wird uns mit­geteilt: Dieser Tage lief die Antwort des Radio­journals auf die Forderungen ein, wie sie in der Resolution der Aufliger Hauptversammlung deS Freien Radiobundes formuliert und weiterge­leitet wurden. Die in den einzelnen Punkten nicht befriedigende schriftliche Erledigung durch das Radiojournal bildete nun die Grundlage einer Aussprache, die in Vertretung des Freien Rcchiobundes die Genossen Goldschmidt und Rückl mit dem Leiter der deutschen Abteilung des Radiojournals, Herrn Dr. KareS hatten- Diese ausführliche Unterredung führte zur Klä­rung einiger wichtiger, insbesondere von der deutschen proletarischen Radiohörerschaft immer wieder als wesentlich bezeichneter Punkte: Was die angestrcbte Verlegung der deutschen Arbeitersendungen in Prag , bezw. in Brünn an­langt, die bis jetzt störenderweise gleichzeitig er­folgen, erlangten unsere Vertreter die Zusiche­rung, daß im Radiojournal dahin gewirkt wer­den sollt«, sobald wie möglich unter Belassung der Brünner Arbeitersendung am Mittwoch, die Prager Arbeitersendung owf den Samstag zu verlegen, der ja auch sonst ge- radc für die Arbeiterschaft sich besonders eignet. Eine Erweiterung der deutschen proletari­schen Sendung, insbesondere die zeitweise Ein­schaltung von proletarischen Sonn- tags feiern mit künstlerischem In­halt, wie sie von unseren Vertretern angestrebt wird, wird demnächst im Radiojournal erörtert werden. Dabei« ist vor allem daran gedacht, daß. zumindest bei besonderen Anlässen die all­wöchentliche Arbeitevsendung einmal im Monat um eine Feierstunde erweitert würde. Als Muster schwebt uns die 1. Mai­feier im Prager Rundfunk vor, wie sic für dieses Jahr festzusetzen gelang. Der deutschen Arbeitersendung steht diesmal am 1. Mai eine volle Stunde zur Verfügung, deren In­halt von einen: Festredner, einer Sängerin und einem Rezitator bestritten werden wird. In i«r Frage der Honorierung der Vorträge beim Prager Sender konnte eine' Besserung nur insofern« in Aussicht gestellt wer­den, als den außerhalb Prags wohnenden Vor­tragenden eine Vergütung der Reise­spesen in der Höhe von 50 bis 100 Kronen gewährt werden soll. Was die deutsche Ansage betrifft, bleibt zunächst nur die Hoffnung, daß die in der letzten Zett sichtbar gewordenen kleinen Fort­schritte sich in Zuluust allmählich vermehren Werder:. Die Forderung nach Emibeziehrurg auch dex deutschen Provinzthcater in den Rundfunk schei­tert vorläufig an der Ueberlastung des Gesamt­programmes mtt Pflichtsendungen: auch die tschechischen Provinztheater wurden bisher mtt ihren Wünschen abgewiesen. Unsere Vertreter brachten neuerdings auch den Wunsch aller Teplitzer Interessenten vor, zeitweise Übertragungen der Kon­zerte des Teplitzer Kurorchesters, so­wie das von Karlsbad und Podebrad aus ge­schieht, vorzunehmen; der Vertreter des Radlo- journals erklärte, diese Frage neuerdings zur Prüfung vorzulegen und allenfalls zu beantra­gen, daß ein Experte! des Radiojournals die Möglichkeit an Ort und Stelle überprüft. Ein« positive Erörtetung sand schließlich auch über die Frage der Zensur statt. Die übrigen Forderungen der deutschen , pro­letarischen Radiohörer, insbesondere die nach Herabsetzung.der Rundfuukgebüh- reu für Arbeitslose und Invalid«, nach Einführung des deutschen Schul­rundfunks und nach Mitarbeit an der R a d i o g e-s e tz g e b u n g,. werden Gegenstand einer Eingäbe und etwaiger Verhandlungen bei den zuständigen Ministerien sein.- Alle Arbeitersportler rüsten eifrig, um an dem 2. Arbeiter-Olympia in Wien teilzunehmen. Naturgemäß ist es notwendig, daß die wirtschaft­lich schwachen Kreise Sparaktioncn durchführen, um die Fahrt nach Wien mitmachen zu können. So ist auch in allen größeren Orten von den Arbeiter-Turn- und Sportvereinen eine Spar­aktion cingelettet worden, an der sich der Großteil der Mitglieder beteiligt. Ebenso ist es notwendig, daß der Urlaub für die Zeit des Olympias rechtzeitig gesichert wird. Alles will nach Wien , um an der großen Massenveranstal­tung des Arbeitersports tettjuuehmen und es ist daher der Ruf nicht unangebracht, an das Sparen und an die Sicherung des Ur- l a u b e s zu erinnern!