Nr. 97.

Freitag, 24. April 1931.

Der dritte Kindesmordprozeß binnen 6 Tagen.

Lagen.

,, Verwahriost und minderwertig".- Groteske Szenen und Aussagen.

hatte". Er bleibt bei dieser Aussage auch nach ein­dringlichster Ermahnung des Vorsitzenden und zwar in recht glaubhafter Art und Weise. So unwahr­scheinlich seine Behauptung lingt, man fann sich schwer vorstellen, daß dieses Kindergesicht so lügen

Disziplin.

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Der große Adolf hebt die Hand Zu schrecklichem Gericht. Da schweigt das Boll im gangen Land Und alles lauscht. Er spricht:

Mein Herz ist nur von innen weich, Nach außen aber hart, Wer rebelliert, der wird sogleich Gefillt nach Feme - Art.

Wer auch nur aufmudt, fliegt alsbalt Zum Tempel mir hinaus,

Denn mein Prinzip ist die Gewalt, Ich brauch sie auch zu Haus! Zieh ich dann, um mich selbst geschart, Allein ins Dritte Reich

Prag, 23. April. Der heutige Kindesmordprozeß halbe Stunde nach der Entbindung! Unterwegs tann. Die Angeflagte bleibt bei ihren Behauptungen, ist das Drama einer Verwahrlosten und nimmt sie das Kind aus der Aktentasche. Es ist die er nochmals in ruhiger Weise ablehnt. Minderwertigen", wie sie der gerichtsärztliche vollkommen nadt und es sind einige Grade unter Sachverständige mit Recht nennt. Vorsitzender des Null. Sie drückt nach eigener Aussage dem Kind Prof. Mary berichtet als Sachverständiger über Geschworenenjenats war OGR. Vavra, die An- etwa 5 Minuten die Stehle zu, bis es still ist, geht den Sektionsbefund. Der Tod des Kindes ist dadurch tiage bertrat Staatsanwalt Felinet, die Ver- dann den weiten Weg nach Hause und wirki die eingetreten, daß es mit dem Kopf auf einen teidigung führte Dr. Halit. Kindesleiche in den offenen Brunnen harten Gegenstand mit Wucht aufge­Die Angeklagte Marie Mára ist erit einen des Gasthauses. Dann legt sie sich schlafen. Die chlagen wurde. Die Drosselung war dagegen Monat vor der Mordtat 20 Jahre alt geworden. Sie Tötungsabsicht gibt sie zu. ganz unbedeutend. Die Angeklagte leugnet hart­stammt aus einem entlegenen Dorf des Kraluper Ein Kuriojium ist die Aussage des angeblichen nädig, das Kind auf diese fürchterliche Weise getötet Bezirkes als Kind einer vierzehntöpfigen Sindesvaters. Er ist heute 18 Jahre alt und sieht so zu haben. Als es in den Brunnen geworfen wurde, Familie. Der Vater ist Trinker und Raufer und jugendlich aus, daß Laute des Erstaunens im Publi- war es schon tot. genießt als Rohling schlechten Ruf, die Mutter wird fum laut werden. Er erklärt, er habe die Angeklagte Die Geschworenen sprachen nach kurzer Bera­als musterhafte Frau geschildert, die sich übermensch- tennen gelernt, als sie einmal den letzten Zug ver- tung die Angeklagte des Kindesmordes mit allen lich um die Familie bemüht. Die Angeklagte war fäumt hatte Er habe ihr Geld fürs Nachtquartier 12 Stimmen schuldig und beantworteten ebenfalls eine schlechte Schülerin und ist nach Bericht der gegeben und sei auf ihre Aufforderung mitgegangen. die Zujasfrage nach der Niedrigkeit der Motive als in diesem Falle. Erst Verlängerung Schulleitung ein volles Viertel ihrer Gs jei aber weder diesmal noch später zu einstimmig bejahend. Das Urteil lautete auf des Vertrages, weil die Verdienste Schulzeit der Schule unentschuldigt ferngeblieben, ntimitäten gekommen. Er habe sich jedesmal drei Jahre schweren und verschärften Kerkers. Der Arbeiter geringer sind als in so daß sie nicht einmal ein Abgangszeugnis nur mit ihr unterhalten, weil er sie gern betam. Sie ist eine notorische und gewohnheitsmäßige 2ügnerin von Kindheit an und zweimal wegen Kleinigkeiten vorbestraft. Aeußerlich ist sie unschein bar, klein und etwas verwachsen.

Mai vorigen

Boffswirtschaft und Sozialpolitik.

rb.

So bleibt mein Schädel dennoch hart, Wird auch das Hirn drinn weich.

M...

den früheren Jahren, und 13 Tage später wird eine Lohnherabseßung um 10 Prozent gefordert.

Rach ihrer Angabe wurde fie im Vor einer Aussperrung in der Handschuhindustrie auf swingen au laffen. In sive Behandlungen,

im Erzgebirge .

Mehr als 1000 Arbeiter sollen brotlos werden.

Es ist deshalb begreiflich und auch begrün det, daß sich die Handschuhmacher mit aller Ent­schiedenheit wehrten, sich eine Lohnherabsehung zu die am 26. März und 14. April in Abertham stattfanden, haben die Unterhändler der Arbeiter den Unternehmern gegenüber nachgewiesen, daß ihr Vorgehen der Lage der Industrie keinesfalls förderlich sein könne und daß eine Lohnherab­

Die Glacee - und Nappalederhandschuh- der Handschuhmacher bei gleichem Tariflohn viel jetzung im Gegenteil dazu führen müßte, eine industrie hat Jahre einer ausgesprochenen Hoch weniger verdient als dies bei den Manschetten- qualitativ minderwertige Arbeit hervorzubrin Tonjunktur hinter sich. Es ist noch nicht zu lange Handschuhen der Fall war. Lohneinbußen bei gen. Auch fachmännisch wurde der Beweis er her, da reichte die Zahl der gelernten Arbeiter gleicher Arbeitszeit und erhöhter förperlicher bracht, daß die Forderungen der Unternehmer nicht zu, um die übernommenen Aufträge recht- und geistiger Anstrengung von 1000 bis 2500 K unerfüllbar sind. Die Argumente der Unter­zeitig ausliefern zu können. Die Unternehmer in einem Jahre, fönnen jederzeit nachgewiesen händler der Arbeiter konnten durch den Indu­haben sich förmlich um die einzelnen gutquali- werden. Um einmal über die veränderten Ver- striellenvertreter nicht widerlegt werden. Troß­fizierten Handschuhmacher gerauft. Lehrlinge hältnisse mit den Unternehmern sprechen zu dem aber beharrten die Unternehmer auf dem wurden in Massen gezüchtet, trotzdem war zeit- können, beschlossen die Handschuhmacher in einer Lohnabbau. Nach einer kurzen Aussprache wur­weise Arbeitermangel. Ueberstunden wurden Bollversammlung am 24. Feber( an welcher den die Verhandlungen als abgebrochen( nicht jahrein, jahraus geleistet. Es ist in der Hand- auch zwei Vertreter der Genossenschaft teilnah aber als gescheitert) erklärt. schuhbranche ja geradezu zur ständigen Einrich- men) tung geworden, daß die Arbeiter statt 48 Stunden

60 bis 66 Stunden in der Woche nnd mehr arbeiten.

um eine Vertragsrevision anzusuchen. Sie brachten in der Resolution zum Ausdruck, daß im Falle die Revision verworfen würde, der Lohnteil des Vertrags als gekündigt gilt. Forde­

Trotzdem haben nun die Unternehmer auf Weisung des Kreises Karlsbad des deutschen Hauptverbandes der Industrie

Jahres als Neunzehnjährige von einem siebzehnt­jährigen jungen Mann vor dem Bahnhof, als die heimfahren wollte, angesprochen, der sie dann über­redete, mit ihm in ein Hotel zu gehen. Damals war fie Arbeiterin in einer Prager Fabrit. Der junge Bursch sei der Vater des Kindes. Ihre Schwanger­schaft hat sie zu verleugnen gesucht, selbst ihrer Mutter gegenüber, die ihr keine Vor= würfe machte, sondern im Gegenteil ihr Said jal erleichtern wollte. zu Weihnachten verlor sie thre Stellung und blieb einige Wochen zuhause. Am 9. Feber d. J. fuhr sie nach Brag, angeblich um einen Bosten zu suchen, und fehrie abends zurück. Von der Bahnstation Libschitz bei Strainp sind noch 7 kilometer bis zu ihrem Heimats ort Holubit. Aber noch auf dem Bahnhof wurde sie von den ersten Geburtswehen befallen. Von 8 Uhr bis 11 Uhr faß sie von Schmerzen geschüttelt im Wartesaal, dann raffte sie sich auf und suchte den 63jährigen Franz Heran auf, einen halbge­am Samstag, den 18. April, ungefähr. lähmten Rheumatiker, der ein winziges Nothäus­700 Handschuhmacher gekündigt. chen in Libichig befizt. Sie fannte ihn nicht, wußte cber, daß er Verwandte in der Solubißer Gegend Weibliche Hilfsarbeiter wurden bis um 12 Uhr rungen irgend welcher Art wurden teine auf Rechnet man die weiblichen und männlichen habe, deren. Kinder er persönlich auch nicht tannie. nachts, ja noch länger beschäftigt. Die Untergestellt, es handelte sich lediglich um eine Aus- Hilfsarbeiter und Näherinnen dazu, so treibt Sie stellte sich ihm als seine Nichte Anna Dobes nehmer haben für die Handschuhmacher nie die Sprache, in welcher über die eingangs angeführ- man ungefähr 1100 Arbeiter in einen Lohn­vor und bat um Nachtquartier. Er nahm die ver- int Vertrage festgelegte 25prozentige Ueberstun- ten Tatsachen gesprochen werden sollte. Weiter kampf, der gerade für die Orte des oberen Erz­meintliche Nichte gern auf, heiste noch tüchtig den denentschädigung bezahlt. Die Handschuhfabri- wurde das Ersuchen gestellt, die Löhne für die gebirges von einschneidender Bedeutung sein Ofen und rückte ihr den bequemisten Stuhl in dessen kanten hatten einige sehr fette Jahre. Für die männlichen und weiblichen Hilfsarbeiter in den muß. Unverantwortlicher und leichtsinniger ist Handschuhmacher waren es Jahre erhöhter Vertrag mit aufzunehmen. Die Genossenschaft wohl taum in einer zweiten Branche jemals Nähe, damit sie es warm habe. Arbeit und Anstrengung. Die Unterneh- der Handschuhmacher hatte also Kenntnis von eine Aussperrung provoziert worden. Und dies Gegen 1 Uhr morgens weckte ihn lautes Stömer fonnten erhöhte Profite ein- den Wünschen ihrer Arbeiter. In einer Vollver- alles bei einer Arbeiterschaft, welche die ganzen men. Auf seine Frage sagt sie ihm, sie habe Magen steden, die Handschuhmacher haben sammlung der Genossenschaft der Handschuher- früheren Jahre durchschnittlich pro Arbeiter und trämpfe. Der gute Alte steht auf, holt Seräuter- fich die Zungentuberkulose und zeuger, an welcher auch Herr Dr. Hergeth als Jahr ungefähr 830 nicht bewilligte Ueberstunden baljam und tocht ihr Kaffee. Plößlich fällt sie zu andere Krankheiten geholt. Vertreter des Industriellenverbandes teilnahm, leiftete, für welche sie die im Vertrage vorge­inem Entsehen seitlich vom Stuhl und nun sieht In den letzten Monaten sind die Aufträge wurde nun beschlossen, den am 31. März 1. jebene 25prozentige Befferbezahlung nicht erhielt. er erst, wieviel es geschlagen hat. Auf der Erde auf dem Weltmarkte nicht mehr in jenem Aus- ablaufenden Vertrag auf ein weiteres Rechnet man den Stundenlohn eines Handschuh­liegend, bringt sie das Kind zur Welt. Ein schönes, maße zu verzeichnen als in früheren Jahren. Jahr zu verlängern. In der Zuschrift machers mit K 4.20 bis K 4.70, so ergibt dies startes, gesundes Kind", meint der Zeuge vor Gericht. Trotzdem werden aber unbewilligte Ueber- des Kreises Karlsbad des deutschen Hauptver- pro Arbeiter einen Betrag von 1200 K für nicht , du elende...." Der Vorsitzende schneidet ihm stunden im selben Ausmaße geleistet wie früher. bandes der Industrie heißt es unter anderen, ausgezahlte Ueberstundenzuschläge oder bei 500 das Wort ab. Der halbgelähmte, aber überaus Von einer Krise in der Handschuhindustrie kann dag für diesen Beschluß hauptsächlich der Um- Handschuhmachern, die im Afford arbeiten, temperamentvolle Greis muß den Geschworenen die bis heute noch nicht gesprochen werden. Würde stand maßgebend war, daß in den meisten einen Betrag von 600.000 K in einem Jaher, Stellung der Angeflagten beim Geburtsatt demon- die Arbeitszeit von 48 Stunden in der Woche Betrieben reduziert gearbeitet den unsere Unternehmer als erhöhten Brofit strieren ein mehr als grotester Anblid! Er tut auch für die Handschuhindustrie gelten, so wie wird und die Firmen die ohne dies einsteden fonnten. Zum Dante dafür, follen die es mit eindringlicher Deutlichkeit. Der Schädel oies in den anderen Industriezweigen der Fall geschmälerten Verdienste nicht noch Handschuhmacher, weil sie sich nicht blindlings des Kindes war zertrümmert, sie führt es ist, so wären heute noch alle Handschuhmacher weiter herabseßen wollen. Dieser und ohne Abwehr dem Lohndiktat der Unter­darauf zurück, daß sie im Stehen geboren habe, voll beschäftigt, vielleicht langte die Zahl der Beschluß tam, wie gesagt, am 26. Feber zu nehmer fügen, auf die Straße geworfen werden. und das Kind auf den Boden gefallen sei. Die Aus- felben gar nicht aus. Durch die Ueberzeit und stande. Genau 13 Tage später, am 11. März, Brutaler und rüdsichtsloser tönnen Unterneh sage des Alten widerlegt diese Darstellung, sie hat Heimarbeit sind allerdings auf der anderen Seite teilte der Kreis Karlsbad des deutschen Haupt- mer wohl nicht mehr vorgehen. Die Unterhändler der Arbeiter haben sich liegend geboren, von einem Fall fann feine eine Anzahl jüngerer Handschuhmacher in den verbandes der Industrie in einer Zuschrift mit, Rede fein. letzten Wochen entlassen worden. Dies beweist daß dem Ansuchen der Arbeiter um die größte Mühe gegeben, auf dem Verhand­Und fünf Minuten darauf erhebt sie sich aber feinesfalls, daß wir einen schlechten Ge- jeine Vertragsrevision nicht statt- lungswege eine Einigung herbeizuführen. Wenn bereits, part das Kind mit beiden Händen und schäftsgang haben, wie dies die Unternehmer so ge geben wird, und wirft es in ihre Attentasche, stopft ihre Hosen gerne auslegen. darauf und geht fort. Der Alte geht mit ihr. Die veränderte Mode in der Handschuher­120 Schritte von seinem Häuschen entfernt fommen zeugung brachte es mit sich, daß der Manschet­die Nachwehen. Die Nachgeburt wird ausgestoßen. tenhandschuh, der noch int Jahre 1928 und Ganz abgesehen davon, daß ein solches Vorgehen für die kommenden Ereignisse. Die Arbeiter, die Der alte Heran will sie im Guten oder Bösen zu 1929 vorwiegend erzeugt wurde, durch den mit dem so oft gepriesenen Wahlspruch ein um ihre Löhne einen ihnen aufgezwungenen emer Hebamme bringen, die in der Nähe wohnt, langen Handschuh verdrängt worden ist. Beide Mann, ein Wort" gar nichts zu tun hat, hat der Kampf führen, sehen mit Zuversicht den kom aber woher denn! Sie lief fort wie ein neuen Handschuhsorten erfordern bei ihrer Her- deutsche Hauptverband durch seinen Vertreter menden Ereignissen entgegen, sind sie sich doch Wesel !" Und er ist lahm. Und nun macht sie sich stellung eine bedeutend genauere und gewissen Herrn Dr. Hergeth wohl kaum ein zweites Mal sicher, daß Recht und Gerechtigkeit auf ihrer auf den Heimweg( fieben Kilometer!), faum eine haftere Arbeitsleistung. Die Folge davon ist, daß eine so plumpe und unkluge Komödie gespielt Seite sind.

Der Fall Hecht.

Bon Peter Polter.

daß die Industrie eine Herabjeßung der Löhne um 10 Prozent fordern muß.

dies nicht gelungen ist, so tragen die Unterneh mer, die am 14. April schon mit dem Vorfat die Aussperrung durchzuführen, zu den Verhand lungen gekommen sind, die volle Verantwortung

ist, eine große Zuneigung zu dem strammen[ Hecht so amüsant von dem Leben an leinen zurüd. Und noch ein paar Tage später erschien Lataien, so daß sie schließlich seine Dienste inten- deutschen Fürstenhöfen zu erzählen wußte. Leider ein Bevollmächtigter in Berlin , der von Herrn fiver in Anspruch nahmen als üblich ist. aber verstand Herr Hecht nicht zu wirtschaften. Hecht ein versiegeltes Paletchen mit der Hand­Lange konnte dies dreieckige Idyll zwischen Er entdeckte seine Leidenschaft für Renwetten schrift seiner Erinnerungen" empfing und ihm hoch und niedrig natürlich nicht dauern. Die und andere noble Passionen, für die seine Verdafür die ausbedungene Summe in bar aus Die allzu willfährige Devotion des unent Angelegenheit wurde ruchbar und ein Riesen- hältnisse nicht ausreichten. Und siehe da, eines zahlte. Gleichzeitig überreichte er ihm noch eine wegten Untertanen vor Hochfürstlichen braucht trach erschütterte die Grundfesten des hochfürst- Tages war sein Kapital aufgezehrt und er stand Fahrkarte für den nächsten fälligen Dampfer nicht immer wie im Falle Domela und anderen Tichen Hauses. Hochnotpeinliche Verhöre teils im wieder mit leeren Händen da! nach New York und wich ihm nicht eher von der zu einer Blamage für das ewig gestrige Spießer engsten Familientreise, teils durch diskrete Hof- Aber Herr Hecht verzweifelte nicht. Eines Seite, bis Herr Hecht auf dem Wasser schwamm. Die Rolle des Kammerdieners in der in­tum auszuschlagen. Es ist auch schon andersherum beamte wurden vorgenommen und förderten er- Tages jette er sich hin und verfaßte ein längeres gekommen, daß die Hoheiten die Blamierten bauliche Dinge zu Tage. Die Prinzessinnen Schreiben an jenes großherzogliche Hofmarschall- timen Geschichte jenes Fürstenhauses war damit varen. Zumal in jenen Zeiten, da sie wirklich heulten und der fidele stammermops wußte als amt, das ihm bereits einmal unter die Arme ausgespielt. Man hat nie wieder etwas von ihm noch etwas zu befehlen hatten, aber sich häufig einzige Verteidigung nur immer die Tatsache angegriffen hatte. Er erwähnte kurz seine mißliche gehört. Sein Manuskript aber besitzt den Ruhm, nicht sorgfältig genug überlegten, was sie zuzuführen: Ich konnte nichts! Ich befand mich Lage und daß er den Plan gefaßt habe, nach das höchste Honorar eingebracht zu haben, das befehlen geruhten. in einer Zwangslage! Hoheiten hatten befohlen!" Amerika auszuwandern. Die Mittel dazu habe jemals für ein schriftstellerisches Erzeugnis ge­Zu diesem Thema gibt es eine ergözliche Die Folgen des Standals waren ver- er bereits in Aussicht, denn ein großer Verlag zahlt worden ist. Es ist ein gewöhnliches Groschen­Geschichte, die dokumentarisch belegt ist. Die heerende. Die beiden Prinzessinnen wurden habe ihm 15.000 Mart geboten, wenn er seine heft, in welchem etwa drei Seiten mit Bleistift Altten befinden sich im Hausarchiv der ehemals schleunigst in ein neues, möglichst weit entfernt Erinnerungen aufschreiben und veröffentlichen beschrieben find! Es enthält etwa 200 Worte! großherzoglichen Familie eines norddeutschen gelegenes Vaterland verheiratet, wo eine Mil- volle. Er, Hecht, habe noch nicht endgültig zu- Herr Hecht hat also pro Wort 200 Mark erhalten! Seleinstaates. Sie bestehen aus einigen Proto- lionenmitgift alle moralischen Mängel zudeckte. gesagt, aber sich zu seinent Privatvergnügen Das soll ihm einmal ein deutscher Schriftsteller follen, einem Brief, zwei Telegrammen, einem und dem allzu gehorsamen Kammerdiener wurde bereits an die Arbeit gemacht und schon recht nachmachen! Von den beiden Prinzessinnen, die Herrn blaugededelten Schulschreibheft und verschiedenen durch eine Ehrengabe von 30.000 Mark der gute Fortschritte erzielt usw. usov. Diesen Wint mit dem Zaumpfahl fandte Hecht mit so verführerischen und lohnenden Be­Kostenrechnungen, die die stattliche Höhe von Mund gestopft. Damit war der Fall Hecht " aber feines Herr Hecht per Einschreiben ab und wartete auf fehlen trattiert haben, hat man in der Oeffent­etwa 50.000 art erreichen und gewissermaßen die Begleitmusik zu dem Fall Hecht" bilden. wegs erledigt. Er fand zwei Jahre später ein Antwort. Eine Anzeige wegen versuchter Erlichkeit erst fürzlich wieder gehört, als ihnen von Wer war dieser Hecht?- Seines Zeichens grotestas Nachspiel, in welchem Herr Hecht eben- preffung fürchtete er wenig, denn er wußte, wie einem deutschen Gericht eine neuerliche Abfin­empfindlich hochstehende Herrschaften gegen dung von einigen Millionen zugesprochen wurde! ein forscher Kammerdiener im großherzoglichen falls die Hauptrolle spielte. Im Besize seines wohlerworbenen Reich drohende Standale sind. In Deutschland hat die Phrase Hoheit haben Schloffe, der seinen Dienst so brab und vedlich Und richtig, nach einigen Tagen empfing er befohlen" ja leider immer noch nicht ihre Geltung bersah, daß er eines Tages die allerhöchste Auf- tums war der ehemalige fürstliche Latai nach merksamkeit der beiden jugendlichen Prinzessinnen Berlin gezogen und hate dort in der Allegan ein Telegramm: Erwerben Manuftript gegen verloren. Es befehlen dort immer noch viel zu erregte, mit denen die fürstliche Familie gesegnet brinenstraße eine Sneipe aufgemacht, die er 20.000 Mart gegen bindende Verpflichtung, viele Hoheiten und befliffene Untertanen gehorchen war. Die beiden ultra blaublütigen jungen Damen an lustiger Selbstparsiflage Zum lustigen Hecht" Europa zu verlassen." Hecht tat einen Freuden- diesen Befehlen. faßten, wie das ja auch anderwärts vorgekommen staufte. Das Lokal fand guten Zuspruch, da Herr sprung und drahtete sofort sein Einverständnis

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