Seit« 2 Dienstag, 25. August 1931. Six. 197. Englands Weberei blieben hinter den modernen, rationalisierten Industrien Amerikas zurück. Die Rückkehr zur Goldwährung erwies sich als verhängnisvoll; die in Gold zu bezahlenden, unmäßig teuren englischen Waren verloren vollends den festländischen Markt. Die soziale Ausdrucksform dieser.Krise ist die seit 1922 in England mit geringen Schwankungen anhaltende Massenarbeitslosigkeit. Die finanzielle Auswirkung der Krise ist die E r s ch ü t t e r u n g der englischen Währung trotz ihrer Goldbasis. Gibt es Heilmittel, mit denen man der Krise beikommen kann? Ohne Zweifel, aber diese Heilmittel sind nicht mehr kapitalistischer Natur. Selbst die M a c m i l l a n» K o m Mission englischer Bolkswirtschaftler, die kürzlich ihren Bericht über„Finanz lind Industrie" veröffentlichte, ist zu dem Ergebnis ge- konmren, daß man die englische Wirtschaft und! die englischen Finanzen nur sanieren könne, wenn man ein ganz neues Kreditsystem aufbaue, wenn man planwirtschastlich den Kredit dorthin leite, wo er gebraucht wird, wenn mail in den Gang der englischen Wirtschaft von Staats wegen eingreift. Also hätte eine Arbeiterregierung doch beweisen können, daß der Sozialismus die Lösung darstelle? Das hätte sie wohl können, wenn sie über die ganze Macht verfiigt, wenn sie nicht von bürgerlichen Partnern abhängig gewesen wäre. Man überließ der Arbeiterpartei die Regierung, aber unter der einen Bedingung, daß sie jene Mittel nicht anwende, zu deren Anwendung sie berufen gewesen und die doch die einzig wirksamen wären. Wenn man zu einem Schwerkranken, den nur eine Operation retten kann und zu desien Heilung sich die interne Medizin nicht fähig erwiesen hat, einen Chirurgen ruft, ihm aber zugleich die Operation verwehrt und die Anwendung derselben Mittel empfiehlt, die schon einmal versagt haben, dann wird auch der Chirurg dem Fall hilflos gegenüberstehen. Sozialistische Maßnahmen konnte die Regierung Macdonald nicht ergreifen, kapitalistische oder rm Rahmen der kapitalistischen Wirtschafisgrundsä^ bleibende Reformen fruchteten nichts. So beschränkte sich die La- bour-Regierung darauf, auf einem Gebiete, auf dem der internationalen Friedenspolitik, Wertvolles und Bleibendes zu leisten. Innerpolitisch war ihr Regieren ein Verzicht, der über hitj oder lang mit dem Rücktritt enden mußte.. 120 Millionen Pfund Defizit weist der englische Staatshaushalt auf. Das sind 18 Milliarden Kronen, fast die doppelte Summe, die das gesamte, Budget der Tschechoflowakei auSmacht! Eine Kommission, die in der Mehrheit auS Kapitalisten besteht, die sogenannt« May-Kommission(nach ihrem Vorsitzenden, dem Bersicherungsmagnaten May benannt) hat unter Protest der ihr angehörenden Gewerkschaftsvertreter Latham und Pugh einen Vorschlag zur Deckung des Defizits ausgearbeitet. Sie sieht— in Kronen umgerechnet— folgende Budgetkürzungen und Ersparungen vor: 10 Milliarden bei den Arbeitslosen, zwei Milliarden an der Schule, 1.2 Milliarden bei der Krisenfürsorge, 225 Millionen bei der Sozialpolitik, 150 Millionen an der Volksgesundheit, vier Milliarden an Heer und Marine. Macdonald hat einen' Ersparungsplan ausgearbeitet, der Kürzungen der Mini ster -, Beamten-, Richter-, Lehrer-, Polizistengehälter, der Diäten der Abgeordneten, aber auch eine zeitliche Verkürzung der ArbeitS- losenuntcrstiitzung und zugleich Steuererhöhungen, vor allem eine neue Steuer auf festverzinsliche Renten vorschlägt. Zur Hälfte sollen die Ersparungen, das allgemeine Notopfer, zur andern die höheren Steuern daö Defizit decken. Bon zwei Seiten erhob sich die Opposition gegen diesen Plan. Die Gewerkschaften lehnten jede Einschränkung der Arbeitslosenunterstützung, die bürgerlichen Parteien des Unterhauses lehnten die Steuererhöhungen zum größeren Teil üb. Ein weiteres Projekt, durch einen zehnprozentigen Einstrhrzoll auf alle Waren dem Staat Ein- Wohin die von den Agrariern betriebene Hochschutzzollpolitik sowie ihre ganz kapitalistisch eingestellte Genossenschafisaroeit führen, zeigen dir ungerechtfertigt hohen Preise der künstlichen Düngemittel, welche den Fortschritt unserer Landwirtschaft hemmen und die Bauern schwer belasten. Es kostet bei uns ein Meterzentner Salpeter 166.— K , in Deutschland 128.80 K, Chilesalpeter bei uns 170.—’K, in Deutschland 145.60 K, Amoniumsulfat bei uns 175.— K, in Deutschland 134.40 X, Kalkstickstoff bei uns 158.40 K, in Deutschland 130.— K, Thomasmehl bei uns 59.— K, in Deutschland 38.40 L, Superphosphat bei uns 74.50 K, in Deutschland 54.40 K, Kaimt bei uns 32.— K, in Deutschland 10.40 L, 40prozentiges Kalisalz bei uns 89.— K, in Deutschland 60.80 K. Nach den Veröffentlichungen des Statistischen Staatsamtes wurden bei uns 1927—1928 verbraucht: 424.750 Zentner Amoniumsulfat, 827.718 Zentner Chilesalpeter, 300.360 Zentner Kallstick- Jn seinem Kampfe gegen den„Marxismus " läßt sich das„Nordbohmische Tagblatt" bezw. die „Sudetendeutsche Tageszeitung" auf eine sachliche Auseinandersetzung nicht ein. Das ehrenwert« Blatt zieht es vor, das Privat- und Familienleben sozialdemokratischer Funktionäre zu durchschnüffeln. Dabei ist ihm fteilich schon des öfteren recht derb auf die Finger geklopft worden. So war es mit den„Tantiemen" des Gen. Pick in Pilsen und so ist es in den übrigen Fällen. Dadurch ist das Blatt etwas vorsichtiger geworden und es importiert seine Argumente" von weit her in der Meinung, daß dadurch eine Kontrolle erschwert, und in der Annahme, daß, wenn auch seine„Beweise" widerlegt werden, etwas bei seinen Lesern schon hängen bleiben weide. Es ist auch in der Quellens-uche nicht wählerisch und nimmt, was es und wo es etwas findet, wenn nur den„Marxisten" etwas angehängt werden kann. Daß aber das„völlisch-sitt- liche" Matt, das doch in den Juden stets die Ausgeburt aller Schlechtigkeit erblickt, auf das „Neue WiencrJournal" kommen würde, hat man, ohne seine Grundsatztrvuc überschätzen nahmen zu verschaffen, stieß im Kabinett selbst und bei den Liberalen auf heftigsten Widerstand, weil sowohl Snowden wie auch Lloyd George unbedingte Anhänger des Freihandels sind. In dieser Lage blieb dem Kabinett nur die T«nission. Eine Mehrheit im Parlanient wäre nur zu finden gewesen durch den Verzicht auf die Zustimmung der Partei; diese aber nur unter Verzicht auf eine Mehrheit im Unterhaus. Nach vielstündigen Verhandlungen hat Macdonald die Gesamtdemission gegeben. Mit dem Rücktritt der zweiten englischen Arbeiterregierung endet ein bedeutungsvoller Abschnitt in der Geschichte der sozialistischen Bewegung und in der Geschichte Englands. Für beide hebt heute ein neues Kapitel an. Was es bringt und wie es enden wird— das wird unser aller Geschick entscheidend beeinflussen. Wie die Agrarier die Bauern plündern! Künstliche Düngemittel bei uns um 50 Prozent teuerer als in Deutschland . Die Quellen des„RordböhrnWeu Tagblatts-. stoff, 2,429.640 Zentner Superphosphat, 1,469.040 Zentner Thomasmehl und 1,059.150 Zentner Kalidüngstoff. Wenn man auf Grund dieser Ziffern den gesamten Unterschied-wischen den Preisen bei uns und in Deutschland berechnet, kommt man zu dem Ergebnis, daß unsere Bauern um 151,223.006 K für Kunstdünger mehr bezahlt haben als in Deutschland , einen: Lande mit höherer Valuta! Dazu kommt noch, daß sich die Preise in Deutschland franko Station verstehen, während bei uns der Bauer noch die Fracht bezahlen muß. Man geht also nicht fehl, wenn man die Tatsache ausspvicht, daß unsere Bauern jährlich dadurch um 290 Millionen X betrogen werden. Die Bauern müßten di« Agrarier fragen, wo dies« 200 Millionen hingekommen sind! zu wollen, nicht erwartet. Tatsächlich aber schöpft das antisemitische Matt aus den trüben Quellen des jüdischen„Neuen Wiener Journals". Am 14. d. M. suchte das Matt durch einen Artikel:„Arbeiterfürsorge im roten Wien " di« abgrundtiefe Schlechtigkeit der„Marxisten" wieder einmal anzuprangern. Zuerst wurde da den Lesern aufgetischt, daß ein schwer tuberkulöser Arbeiter vom Wiener Wohlfahrtsamt abgetviesen und im Lainzer Krankenhaus nicht ausgenommen worden sei. Dann e^ählt das Blatt, daß Breit- ners Frau chren Urlaub in der teuersten Sommerfrische in Abazzia veckbringe und dort einen großen Ärxus entfalte. Also wieder das Wühlen im Privatleben. Nächstens wird das Blatt die Stoffwechselprodukte von Sozialdemokraten untersuchen, um festzustellen, was sie gegessen haben. Nun haben wir uns die Mühe nicht verdrießen lasten und haben uns in Wien erkundigt. Das Ergebnis? Die vom„Nordböhmischen Tagblatt" wiedergegebcne Notiz erschien zuerst in einem fascistischen Blättchen, wurde vom„Wiener Journal" breitgetreten und von diesem berüchtigten Blatte hcchen es all«„antimarxistischen" Blätter übernommen und noch einiges dazugelogen. Damit ist auch das„Novdböhmrschc Tagblatt" hinreichend qualifiziert. Frau Breitner befand sich nicht auf»„Sommerfrische" in Zehn 3ahre„Sozialdemokrat- Allen Genossen und Freund«« des„Sozialdemokrat", des Zentralorgaus der Deut schen sozialdemokratische« Arbeiterpartei, das am 1. September 1931 das Fest des zehnjährigen Bestandes feiert, bringen wir zur Kenntnis, daß anläßlich dieses Jubiläums«ine Sondernummer am Dienstag, den 1. September 1931 erscheint. Sorget also für die weiteste Berbreitung dieser Nummer! Di« Sonderausgabe wird KL 1.— kosten. Bestellungen sind bis 28. August an di« Verwaltung des „Srqialdemokrat", Prag ID Rekazanka 18, zu senden. Mbazia, sondern mußte über ärztliche Anordnung ihr schwer erkranktes Kind dahin begleiten, und ebenso verhält es sich mit dem anderen Fall. Das ist also der„Kampf gegen den MarxiSrnus". Das völkische„Nordböhmische Tagblatt" Arm in Arm mit dem„Neuen Wiener Journal"! Schöne Seelen finden sich; in Wen und in Tetschen . Wer uns alles schon über Demokratie belehren will! Eine tragikomische Gestalt in der sudcte«, deutschen Publizistik ist Herr Ernst Bittor Zenker, einst«in aufrechter bürgerlicher Anti- klerikaler in Wien , Vorkämpfer des bürgerlichen Freisinns, der, verärgert über den Aufstieg der Sozialdemokratie, sich in seinem Schmollwinkel zum Vertreter bürgerlicher Klasseninteressen und Nattonalisten gemausert bat. Bon Zeit zu Zeit läßt er seine vergifteten Pfeile los, wo denn sonst, als im„Teplitz^Schönauer Anzeiger", dieser journalistischen Müllablagerungsstätte, auf der sich der National-sozialist" Karg ebenso spreizt wie Herr Zenker dort, einen schlechten Schützen gbgibt. So schreibt Zenker am Sonntag in dem genannten Blatte: Gottlob, diese Erfüllung-Politiker(gemein: sind die deutschen Regierungsparteien. Red.) sind ja alle waschecht demokratisch, und es gehör: osscn- bar zu den Grundsätzen der Demokratie, die Stimme der öffentlichen Meinung möglichst gründ, lich zu ignorieren. Und schließlich, wohin käme ei mit einem solchen deutschen Minister, wenn er roram populo(vor dem Volke. Red.) ehrliche Rechenschaft über den Erfolg der deutschen Erfüllungspolitik qblegen müßte. Was uns betrifft, können wir politischen Analphabeten nur sagen, daß der deutsch « sozialdemokratische Minister seiner Partei gegenüber verantwortlich ist, und nur ihr gegenüber und am allerwenigsten einem erklärten Vertreter der Bouvgeosie Rechenschaft schuldet. 50 (Nachdruck verbot««.) Pfeile aus ckem Jenseits. Von Hans-Herbert Varien. Eovyright Steinet& Go., Berlin NW. 6. „Also hören Sie einmal zu!" „Ich will gar nichts hören. Es interessiert mich absolut mcht, was Sie für eine herrliche Sache haben. S«e haben überhaupt immer.:ur herrliche Sachen, wenn Sie mich brauchen... Ich bin jetzt gar nicht in der Stimmung zu arbeiten. In der ganzen Stadt ist kein anständiger Kognak mehr aufzutreiben. Das ist eine viel größere Sorge für mich!" brummte DaviS noch immer mißlaunig. Clay kam in diesem Augenblick eine gute Idee. Er sprang im Pyjama auS dem Bett und eilte ins Nebenzimmer. Als er zurückkam, trug er zwei Gläser und eine schmutzige, verstaubte Flasche in der Hand. Clay schenkte zwei Gläser aus dieser Flasche ein und sagte:„Em Geschick des Reeders Iör- renstein. Eigentlich gehört sie Ihnen, denn Sie brachten mich auf die Idee, daß in dem Fall mit der gekenterten„Kolumbia " der Steuermann daS Karnickel war..." „Ein uninteressanter Fall!" murrte Davis. Doch er hob schon witternd seine Nase. Es war ein feiner, edler Duft, der.von den Gläsern aufstieg.’ DaviS machte einen Zug. Ein freudiges Erstaunen trat in sein sonst so gleichmütiges Ge- ficht. Er schrie fast auf: „Donnerwetter! Ich will nicht al» Davis geboren sein, wenn oaS nicht ein Napoleon » Kognak ist. ES gibt in ganz Europa nur noch annähernd hundert Flaschen davon. Die letzte Flasche trank ich mit dem Grafen Heunstein in PeterSbu.." DaviS, der schlaue Davis, hatte verplappert. Clay horchte neugierig und erstaunt auf. Hob sich hier ein Zipfel von DaviS Vergangenheit? Die Bewunderung dieses edlen und köstlichen Tropfens hatte die Vorsicht Davis' über den Haufen geworfen. „Wußte ich doch, daß es eine Zeit in Ihrem Leben gab. wo Sie nrcht der Strolch Davis waren!" triumphierte Clay. „Quatsch! Graf Heunstein war der edelste Budiker, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Beileibe kein wirklicher Graf. Seien Sie kein Narr, Chef! Wie soll ich zu solchen Bekanntschaften kommen. Wir nannten den Budiker Graf Heunstein, weil er bei einem Grafen Heunstein während seiner Militärzeit Bursche gewesen war." „Und wie kam dieser Budiker zu einem solch kostbaren Stoff? Alter Junge, Sie haben sich bös verplappert..." „Papperlapapp," schrie Aavis jetzt wütend. „... der Halunke hatte d:ese Flasche seinem Herrn geklaut, Sie oller Weltdetektiv, Sie!" „Wenn auch nicht wahr, so doch gut ausge- dacht. Eine nette Erinnerung für einen Menschen, der sein Gedächtnis verloren hat." „Was wissen Sie von einem Mann ohne Gedächtnis! Das sind so Blitzlichter, die in einem auftauchen. Zuck! Jetzt ist alles schon wieder fort! Basta!..." Trotz seine« Acrgers konnte DaviS sich nicht enthalten, einen Griff nach der Flasche zu tun. Aber Clay hielt sie fest. „Für den Aufenthaltsort des NegerS!" lachte Clay. Aber Davis sagte gan) ernsthaft:„Er sitzt in JeffrieS Bar. Dort spreit, wir Sie wissen, eine Niggerkapelle. Er ist der Mann an der Pauke..." Clay sprang auf. Fast wäre ihm die Flasche aus der Hand gefallen. DaviS aber fing sie geschickt auf und führte sie ohne viel Federlesens sofort zum Munde. „Zum Teufel, ist das wahr?" „Ich glaube nicht, daß ich Sie schon einmal belogen habe!" antwortete Davis zwffchen zwei Riesenschlucken. „Davis, wie kamen Sie dahinter?" „Kleinheit! Sie hätten zu derselben Schlußfolgerung kommen müssen. Aber Sie essen zu gut und zu viel, so etwas stört entschieoen die Denktätigkett..." „Und Alkohol?" warf Clay ein. „Fördert sie ebensosehr!" lachte DaviS. „Verraten Sie mir Ihren Gedankengang!" „Nichts einfacher, als das. Ein Neger kann sich schwer verbergen. Er fällt überall auf. In der kleinsten Taverne wie im größten Lokal würde er den Gästen auffallen. Schön! Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich da zu verbergen, wo er etwas Altgewohntes ist. Am besten untere Seinesgleichen, wo er als Einzel- individuum nicht so auffällig in Erscheinung tritt. Es gibt h:er keine ausgesprochenen Niggerlokale. Dazu gibt eS doch zu wen:g in unsere: Stadt. In Amerika war das etwas anderes gewesen. Wo aber findet man hier mehrere Neger zusammen? Nachdem ich diese Frag« gestellt hatte, war der Mann bereits entdeckt. Ich wußte, daß>n JeffrieS Bar seit Monaten eine Niggerkapelle gastiert. Sie spielt von abend« 6 Uhr bis zum Morgen hin. Hier würde der Kerl sogar- gleichzeitig ein Alibi haben, dachte ich mir. Es sind elf Mann, die dort spielen. Jetzt werden es eben zwölf sein, dachte ich mir. Ich »rahm ein Dutzend alter Ansichtskarte»» und begann zu betteln in JeffrieS Bar. Zu meinem Erstaune»» waren es doch nur elf Mann. Ein Reiirfall, dachte ich und fluchte nicht schlecht, als ich wieder auf der Straße war. Aber auf einmal wußte ich, welcher Narr ich war. Der Halunke war schlauer, als ich annahm. Er hatte einfach mit einem Neger getauscht. Er hatte den anderen auf Reisen geschickt... d. h. auf eine Schnapsreise und bearbeitete nun selbst dessen Instrument. Nachher hörte ich von Jnsepktor Sander», daß ein besoffener Neger aumegriffen sei. Ein Neger, der aber keine Aehnlicmrtt mit dem Attentäer hatte. Ich kenne in der Küche von Jeffric« Bar eine Jemand. Diese sah sich die Nigger, die sie. kannte, genau an. „Der Nigger an der Pauke ist ein anderer!" sagte sie mir.„Da war sonst solch fipsiger Kerl. Jetzt sitzt da solch Fettwanst, den ich nie sah." Die ganze Sache kostete mich einen Kuß," lachte Davis. „Pfui Deibel!" rief Clay und sah auf das Stovpelgesicht des Davis. D»e Maid muß zum minoestens keinen Geruchsinn besitzen, dachte er weiter und hielt selbst einen Augenblick die Luft an, so sehr beirahm ihm DaviS Alkoholdunst den Atem'. „Das ist verd... fein gedacht!" sagte Clay jetzt u»»d bewunderte zum tausend und einten Mal den Scharfsinn jenes Strolches. „Ich will Ihnen auch die andere Geschichte erzählen. Die Sache mit dem Commander. Ich habe Sie nie wirklich gebeten, mir zu helfen, Davis. Diesmal tu ich's. Doch erst»nuß ich mir mal den Nigger beg»»cken. Spielt die Gesellschaft noch?" „Bis fünf Uhr. Sie habe»» noch eine halbe Stu»»de Zeit!" Clay sprang wieder auS dem Bett, in das er sich noch einmal hineingelegt hatte. Nie war Clay schneller angezogen als diesmal. _„Ich komme heute Mittag wieder. Dann erzählen Sie mir di« Geschichte. Das meiste weiß ich schon von Sandert. Im übrigen ist die ganze Geschichte ein Kir»derspiel. Mich wundert, daß Sie der» Haken nicht lange heraus habe»» .. grinste Davis. (Fortsetzung folgt.)
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11 (25.8.1931) 197
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