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Freitag, 8. April 1932.

Arbeit für die Parlamentsausschüsse.

Bergarbeiterdebatte im Plenum.

Nr. 84.

Die Verkürzung der Präsenz­dienstzeit.

versäumten.

Gleichzeitig wird der Verteidigungsminister ermächtigt, im Einvernehmen mit der Regierung das zuletzt im Jahre 1927 mit 70,000 Mann fest­gefeßte jährliche Rekrutenkontingent nach Bedarf zu erhöhen, jedoch höchstens auf 75.000 Mann. Der Motivenbericht erklärt hiezu, daß im Gefolge der Dienstzeitverkürzung ursprünglich geplant war, Prag , 7. April. Die Regierung hat heute Redner verlangt weiters eine Beschleunigung gewisse, nicht rein militärische Verrichtungen dem Abgeordnetenhaus die angekündigten Re- des Verfahrenas vor den ordentlichen Gerichten, Bachdienst, Handwerkerarbeiten, Küche usw.) durch gierungsentwürfe über die Dienstzeitverkürzung, fordert ziemlich überflüssig- die deutsche Zivilangestellte besorgen zu lassen, um die verkürzte die Regelung der Spiritusbewirtschaftung und die Bevölkerung zur Ruhe und Besonnenheit" auf Dienstzeit ganz der Ausbildung widmen zu können; Erhöhung der Umsatzsteuer zugehen lassen, die und nimmt für die Deutschen die gleichen Rechte aus finanziellen Gründen sei aber die Heranziehung sofort im Druck verteilt und auch bereits in Anspruch wie alle anderen Völker, nämlich von Zivilangestellten für alle diese Hilfsdienste überdies ohne Befristung den Ausschüssen zu den ständigen Kulturaustausch mit dem Gesamt nicht möglich, fie set auch in speziellen Fällen nicht geteilt wurden. Bekanntlich überläßt die Regie- volk wobei allerdings etwa der hakenkreuz- einmal zu empfehlen. Auch bei Erhöhung des Kon­ung ähnlich wie beim Bankengeses dem Bar- lerische Verkehr mit dem Braunen Haus in tingents auf volle 75.000 Dann lament selbst die Bereinigung der in diesen Ent- München auch bei nachsichtigster Beurteilung würfen noch strittigen Fragen, so daß in den wohl faum unter die Werke ,, Kulturaustausch" tommenden Ausschuß- und Plenarverhandlungen eingereiht werden kann. dem Parlament nach der langen Pause genügend Gelegenheit zu fruchtbarer positiver Arbeit ge­boten sein wird.

wird der Durchschnittsstand der Armee jedoch nur 87.500 betragen gegenüber 105.000 bisher. Nicht eingerechnet sind in diesen Stand Berufsmilitärs, die Längerdienenden und die Erfahreserve.

Dazu kommt noch, daß die Konsumenten| Arbeiterschaft nicht gerade lebhafte Sympa- hat, die Lasten des Staatshaushaltes auf die die ganze Last der Erhöhung diesmal wohl thien entgegenbringen kann, daß aber dem Schultern der Besitzenden zu wälzen, findet nicht tragen werden. Der Preis einer Ware Staat das Notwendige gegeben werden muß, zwei große Hindernisse: Das eine ist die kapi­hängt von Angebot und Nachfrage ab und damit die Arbeitslosenunterstüßung trotz der talistische Wirtschaft, deren Struktur es den Der Gefeßentwurf über die Länge der Prä­bei den gegenwärtigen Verhältnissen sind Pro- gestiegenen Anzahl der Arbeitslosen und der besitzenden Klassen immer wieder ermöglicht, senzdienstzeit und einige Aenderungen des Wehr­duzent wie Weiterverkäufer gezwungen, die gesunkenen Staatseinnahmen in voller Höhe ein Loch in der Steuernauer zu finden, durch gesetzes hebt das Gefek 51/1927, durch das der Waren loszuschlagen, wenn auch mit kleinem weitergezahlt werden und damit den arbeiten- das sie mit einem Teil des Gewinnes durch- Bürgerblock die Beibehaltung der 18monatigen Gewinn. Solange die Krise a'n hält, den Klassen die Hölle der Inflation und so schlüpfen und die heutigen Machtverhältnisse, Dienstzeit auf unbestimmte Zeit defretiert hatte, werden die Preise gewisser le- völliger Verelendung erspart werden kann. die es den bürgerlichen Parteien ermöglichen, für die im Jahre 1933 und später Assen tierten auf. Die Präsenzdienstpflicht dieser benswichtiger waren insbeson- Dabei sind die ärgsten Härten aus den Staat mitzubeherrschen und die Steuer­Wehrpflichtigen, soweit sie nicht in die Ersatz­dere von Massenartikeln kaum dem Geseze entfernt worden, bei den politik mitzubeeinflussen. Je stärker die reserve eingereiht werden, beträgt also nach§ 17 steigen und so wird sich die um ein Prozent wichtigsten Nahrungsmitteln und wohl auch Ma ch t, je größer der Einfluß der des Wehrgefeßes vierzehn Monate. erhöhte Umsatzsteuer vielfach nicht auswirken. bei Gegenständen der Bekleidung wird eine Sozialdemokratie, desto mehr Personen, die durch eigene Schuld die Assen­Bei gewissen lebenswichtigen Artikeln Erhöhung nicht eintreten und der allgemeinen wird die tatsächliche Besteuerung tierung in früheren Jahren versäumten, haben da aber ist eine Verteuerung grundsätzlich ausge- Auswirkung der erhöhten Umsatzsteuer sind der Bevölkerung den Grundsät- gen so lange zu dienen wie die übrigen in dem schlossen und zwar deshalb, weil die Steuer infolge der Krise gewisse Schranken gesetzt. zen sozialdemokratischer Steuer- Jahre Assentierten, in dem sie die Assentierung da überhaupt nicht erhöht wird! Bei jenen Die sozialistische Steuerpolitik, die zum Ziele politit angepaẞt sein. Waren, bei denen nämlich die Umsatzsteuer nur ein Prozent betragen hat, d. i. bei landwirtschaftlichen Produkten, Mehl, Brot, Fleisch und Fett, bleibt es bei der alten niedrigen Steuer, so daß die Bevölkerung beim Einkauf dieser Waren auf feinen Fall eine neue Belastung erfährt. Hier sieht man also die Mitarbeit der Sozialisten in der Regierung, welche gleich von vornherein die ärgsten Schäden aus dem Gesetz entfernt haben. Außerdem kann der Finanzminister im Verordnungswege gewisse Waven, bei denen es sich notwendig erweisen sollte, von der Erhöhung ausnehmen, so daß auch da eine Möglichkeit gegeben ist, empfind liche Schädigungen der Konsumenten abzustel­len und schließlich hat der Minister wie Dubicky( tsch. Agrarier) trat sofort als im Motivenbericht der Vorlage ausgeführt Vertreter der angegriffenen tschechischen Belange wird die Absicht eine generelle Bauschalie auf und schmetterte eine geharnischte Rede in rung der Umsatzsteuer durchzuführen, insbe Zunächst wurden im Plenum mehrere schon den Saal, die auf deutscher Seite des öfteren sondere bei Textilien, wodurch einer Erhöhung seit zwei Monaten auf der Tagesordnung stehende starken Widerspruch, bei den Tschechischnationa­der Umsatzsteuer bei Gegenständen der Be- 3ufas protokolle zum Handelsvertrag mit fen dagegen oftentativen Beifall hervorrief. Es kleidung aus dem Wege gegangen werden der Schweiz und mit Frankreich angenommen. handle sich tschechischerseits nicht um einen Au­Dann ging das Haus in die Debatte über griff auf das deutsche Bolt, sondern um die Ver- vorausgesetzt, daß die Umstände, die die Einreihung Dem Schutze wirtschaftlich schwächerer die Erklärung des Arbeitenminifters Doftalet folgung der antestaatlichen Tendenzen etc. etc. Zum Schluß replizierte sentirsch auf diese Schichten dienen auch andere Bestimmungen zum Bergarbeiterstreit ein. Die Debatte der Vorlage. So wird die Last der Umsatz- wurde von dem Kommunisten Gottwald mit Rede Dubickys, worauf er noch die Beteiligung steuer für Kleinlandwirte nicht erhöht, dem üblichen groben Geschüß gegen die Sozial- der batenkreuzlerischen Gewerkschaften an dem fascisten, die die Sache der Arbeiterschaft ver- Streit, den die tschechischen Nationalsozialisten da es sich ja meistens um die einprozentigeraten hätten, eingeleitet; leider wurde die faftigste bekanntlich zur Entlassung deutscher Arbeiter stellt der§ 5 dar, wobei aber anscheinend Unschul Steuer handelt, die keine Erhöhung erfährt. Stelle, wo er einen Führer der tschechischen auszuschroten trachten, als echt teutsche Tat su dige für die Schuldigen büßen sollen. Bisher war Aber auch die Kleingewerbetreiben- Sozialdemokratie mit dem Galgen berechtfertigen suchte. -bis zum vollendeten 50. Lebensjahr des Bes den erhalten einen außerordentlich wirksamen drohte, von der Parlamentszenfur gestrichen, Die Debatte geht in der nächsten Sigung treffenden eine Ueberprüfung der Taug­Schutz, indem nämlich Betriebe, deren Jah- so daß wir diese Kraftleistung nicht im Wortlaut am Donnerstag, den 14. April weiter. lichkeit durch eine eigene Kommission möglich, wenn resunrfag 100.000 kronen nicht überschreitet, anführen können. Vor dem Eingehen in die Bergarbeiter der Befund Untauglich" seinerzeit durch eine der durch gerichtliches Strafurteil erwiesen war, daß von jeder Erhöhung ausgenommen werden, so Der Nationaldemokrat Hudec, der Führer debatte hatte das Haus noch ohne Debatte den int Wehrgesen ausdrüdlich aufgezählten Strat­daß sie die Erhöhung von aivei auf drei Pro- des Narobni sdruženi, geriet bald mit den som etwas abgeänderten Senatsbeschluß angenom taten( z. B. Mißbrauch der Amisgewalt durch die zent überhaupt nicht trifft. Dagegen erfahren muniſten in ziemliche Differenzen, are et men, der das bekannte Steuer überwäl- Affentkommiſſion) erreicht wurde. Runmehr soll als er den Zusatzsteuer die Produktionsbetriebe, Oftrauer Skonflikt von seinen Standpunkt aus sungsverbot auf zwei Jahre hinausschiebt, diese Ueberprüfung auch möglich sein, wenn ledig welche ihre Waren in zwei oder mehr Filia- behandelte. so daß die Unternehmer, die ihren Angestellten lich sichergestellt wird, daß beim Assentverfahren len selbst verkaufen. Während nämlich der Die vereinigten deutschen Oppositionspar- die Steuern, begiv. sozialen Lasten bezahlen, die geltenden Vorschriften nicht be. Kaufmann, der in der Fabrit kaufte, selbst- teien batten sich als ihren Sprecher den State- diese Beträge weiterhin als Abzugspost bei der achter" wurden oder daß die Entscheidung über verständlich Umsatzsteuer zahlen mußte, cheten Fritscher auserforen, der eine gemein- Berechnung der Erwerbssteuer anführen können. die Untauglichkeit aus anderen Gründen brauchte sie der Fabrikant wie z. B. Bata, same Erklärung zu den Verhaftungen von Ha der die Waren aus der Fabrik in die Ver- lentreuglern abgab und dabei gegen die unkon­Prag, 7. April. In einer Sitzung der Sub- jährigen Frist seit der lebten Affentierung. Damit trollierbaren täglichen Nachrichten der tschechi­kaufstelle lieferte, nicht zu bezahlen. Dieser schen Preffe über eine hochverräterische" oder fomités beider Kammern zur Ueberprüfung der wird natürlich weit über das Ziel hinausgefchoffen, denn dann muß jeder Untaugliche noch drei Jahre muß nun jetzt eine um 70 Prozent höhere geheimbünndlerische" Tätigkeit im deutschen Gründe der Soldatenselbstmorde hat nachher befürchten, neuerdings zur Ueberprüfung Umsatzsteuer entrichten, womit der notwen- Bager protestierte. Durch diese Verheßung nach dem offiziellen Bericht Armeeinspektor Ge- einberufen zu werden. Hier sollen diefe anderen dige Ausgleich getroffen ist. Unsere Konsum- werde die politische und nationale Atmosphäre neral Podhajsky über die Tätigkeit der mini- Gründe" doch etwas näher ausgeführt werden vereine werden von dieser Sondersteuer im außerordentlich vergiftet und die schwachen allgemeinen nicht getroffen, weil sie ja nicht Anjäße zu einem Zusammenleben der Völker steriellen Kommission zur Ueberprüfung der des Staates zum Stillstand gebracht. Frage der Soldatenselbstmorde, sowie über die selber erzeugen. Dieses Vorgehen müßten die deutschen Maßnahmen berichtet, die die Militärverivaltung leistung in der Ersapreserve von den W Oppositionsparteien als gegen das deutsche Volk auf Grund der Ergebniſſe ihrer Verhandlungen selbst gerichtet ansehen und dagegen protestieren. ergriffen hat.

fönnte.

eine

Zusammenfassend kann also wohl gesagt werden, daß es sich bei der Erhöhung der Um­satzsteuer um eine Vorlage handelt, der die

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Jan Hus / Der letzte Tag

Ein geschichtlicher Roman v. Oskar Wöhrle

( Berlag Der Büchertreis", G. m. b. 6, Berlin SW. 61.)

leicht lezten Endes doch weiter nichts als ein vorgeschobener, geschundener Stein? Sturmbock, den überlegendere und überlegenere Sträfte zum Angriff benutten? Den sie fallen ließen wider alle Regeln, als es hart auf hart ging?

Es läßt sich nicht leugnen: er hat gerne

,, Magister! Ein leßtes Wort! Willst du nicht widerrufen?!"

Diese Frage zicht Hus hervor unter dent feelenzermalmenden Felsblock der Todesangst und gibt ihn sich selber wieder. Er ficht am Pfalzgrafen borbet, der im

Eine begrüßenswerte Erleichterung bringt der § 4, der besagt, daß fünftig Gesume um nach= trägliche Einreihung in die Erfahreserve auch dann noch überreicht werden können, wenn der Wehrpflichtige bereits zur aktiven Dienstleistung eingerüdt ist,

in die Ersayreserve begründen, erst nach dem Ein­rüden eingetreten sind. Ein solches Gejuch muß spätestens 15 Tage nach dem Eintreten der zitierten Umstände eingebracht werden. Eine eigene Ler Dvoral"

unrichtig ist"; und zwar innerhalb einer drei

Endlich wird noch der§ 47 des Wehrgesetzes dahin abgeändert, daß verspätetes Ein rüden zur Waffenübung und zur Tienst­

behörden in Dissiplinarwege bestraft wer

den kann, falls die Verspätung 24 Stunden nicht

Wieder spürt er die gegen ihn anflutende Sommerluft. Aber es ist nicht mehr eines reinen Weibes Atem, es ist der Wundhauch einer Dirne. Wieder schmeckt er den Brodem der Brache und des grasigen Felds, aber es ist der Ruch der Ver­iesung. Wieder rauscht und brauscht es in seinem

Ja, dreh ihm die Frage gegen Niedergang!" Schach gespielt. Sein ganzes Leben, soweit er sich Brunt der ritterlichen Rüstung schimmert, er Ohr, aber es iſt fein Bienenfummen, es ist das Wie ein Hund vor den Steinen duckt sich dessen bewußt ist, war glatt ein Schachzabel. Dem sieht den schwißenden Henker am Feuer hantieren milliardenflüglige Summen Satans, der als Ammon Weikli vor den Zurufen und zieht das König hat er gedient und der alle Felder beherr- und die Bechfackeln einschieben, er sieht den lauernde Bestie über der Welt sist, sie mit der Genick ein. Schade um den Aufenthalt, aber es schenden Dame. Der Stoßwucht der Türme hat breiten Rußbaum mit dem fatten, dunkelgrünen Lockung des Bluts zu betören. Wieder sieht er den geht nicht anders. Schnell willfahrt er, macht die er die widerstrebenden Bauernlinien geöffnet. Laub, der fich fühlend hinter dem Reiter über Abglanz der Sonne, die Macht und Pracht ber Halskette locker und schiebt sein Opfer mit harten Die diplomatischen Läufer hat er an die wirk breihundert wartende Fußknechte breitet, er sieht Welt, aufgeschloffen allen Zuspruch der Bandschaft, Kniestößen an die andere Seite des Pfahls. samsten Pläge gestellt. Die Springer, unter denen in der verdämmernden Ferne das blanke Band aber jetzt ist das alles nur Fangwert der Hölle. Die an den Pfahl gefesselten Hände gehen Jeronym fein glänzendfter war, tummelten sich des Rheins, er sieht dahinter wie auf durch. Selbst der gewaltige Rußbaum hinter den Reitern nicht rasch genug mit. Das Knaden der gequälten in immer fühnerer, verwegenerer Gangart. Seine scheinendes Glas gemalt die Regelberge des ist kein fühles, schirmendes Dach mehr, sondern Knochen ist bis in die hinterste Reihe des Ringes größte Liebe und seine subtilste Stunft aber Segaus, er sicht hinein ins wolkenlose Blau, eine grüngeballte Drohung, die dunkel auffteigt zu hören. Elender Schmerz! wandte er an die Führung der Bauern. Sie, die Abglanz der Sonne sieht er und die Macht und aus dem dunkeln Schoß der Erde. Wie unter einem Uebermag des Lichts schließt Sus begreift. Er ist nicht mehr in Prag , an mindesten und verachtetsten Figuren im Brett, Pracht der Welt; in seinen Ohren rauscht und der Stätte seiner Kämpfe und seiner Triumphe, hat er allmählich zu den wirksamsten gemacht. brauscht es, Rauschen des Blutes oder viel Hus die Augen. Sollte nicht Christus in der Wüste ähnlich sondern in Konstanz an seiner Leztstatt. All die Wer widersteht noch ihrer geschloffenen Linie? tausendflügliges Bienensummen, durch den Ruch da unten, deren gierige Augen ibn verschlingen, Doch zu welchem Zweck dies alles? Daß es in find nicht Zeugen seines Siegs über Böswillige, Sohn und Spott verflacre auf brennender Neider und Widersacher, nein, sie sind Zeugen Scheiter? feiner Niederlage, seines schmählichen Tods.

Die Vision dieser Nacht hat doch recht bebal­ten. Eine unbekannte Macht hat ihn festgeteilt an der Schachtafel des Lebens, eine grauenvolle Hand hat ihn an den Mattplag gestellt.

nobis. miserere mel!"

Jesu Christe, fili Del vivi, qui passus es pro nobis, miserere mei!" Er weiß keine andere Antwort als diesen Notruf.

des knisternden Bechs hindurch schmeckt er den versucht werden vom Fürsten der Welt? Dom ber herben dem der Brache und des grafigen Felds, Herr hat die Prüfung bestanden, und wenn er die heiße Luft haucht ihn wie weibesatem an: jetzt herniederschaut aus den Himmeln, wo er sitzt zur Rechten des Vaters, zu richten am Ende der o, es ist schön zu leben, o, es ist schön! Hoppe von Pappenheim, der Reichsmarschall, Zeiten über die Toten und die Lebendigen, so soll sicht dieses Schwanken. Er reitet dem Pfalzgrafen er ihn, seinen Jünger, nicht schwächer finden als zur Seite, der ungeduldig die Lippen benagt, fich selber. und, Hus einen Zettel vor die Augen haltend, In diesem Augenblick stirbt in dus die fagt er:

"

Sei gescheit, widerrufe!"

Sereatur und in aller Herbheit wird der Bekenner und Scholaſtiker wiedergeboren. Und herb und Wie zwei hungrige Sonnen brechen die scholastisch ist auch seine Antwort, die er laut Augen des an den Braudpfahl Gefesselten auf stimmig gibt: ihn ein. Der Marschall deutet den Blick falsch.

Seine Lippen fangen in ihrer Todesangst an ,, Jesu Christe, fili Dei vivi, qui passus es pro zu flattern wie die Flügel eines Zauntönigs, der Immer wieder murmeln es seine blauge- einem Bogler ins Garn ging. Großtropfig steht wordenen Lippen, aus denen alles Blut wich. ihm Schweiß auf der Stirne. Bitter rinnt's ihm Doch seine Gedanken irren von neuem ab zu dem durch die Brauen ins Auge. Und mit dem " Gott sei mein Zeuge, daß ich niemals das " Ja!" drängt er, Widerrufe! Schwöre ab, gelehrt oder geschrieben habe, weffen mich falsche Schachspiel, als das ihm sein Leben gegolten. fließenden Schweiß bricht aufs neu hervor der zeige" Reue, so bist du des Todes verschont. Hier Zeugen bezichtigen. Meine Reden, meine Bücher, Er hat gemeint und war stolz darauf, Herr Stoßschrei: Jesu Christe, du Sohn des lebendigen bab ich das Gegenurteil zur Hand. Die heiligen meine Trattatte und Lehrschriften hatten nur die der gescheckten vierundsechzig Felder zu sein, Blindspieler an mehreren Brettern, Führer der Gottes, der du für uns gelitten, erbarme dich Bäter erkennen in diesem Fall nur auf Kloster - eine Absicht: die Seelen der Thrannei der Sünde gefängnis." angreifenden, vorwärtsdrängenden weißen Steine. meiner!" zu entreißen. Die Wahrheit habe ich bekannt Da zwängt der Vikarius des Reichs, Pfalz­Aber die Zweifel beschrein und umschwirrn ihn Sus begreift. Man versucht zum letztenmal, gemacht, Gottes ewige Sagung. Ist das todes­wie Raben. 3ft er wirklich der Leiter und An- geaf Ludwig, seinen Apfelschimmel vor und weiter ihn zu laufen. Wucherpreis die Welt. Sein Leben würdig, so will ich's gerne mit meinem Blute be­siegeln!" reger gewesen, Herr seiner Züge? War er viel- dicht an den Scheiterhausen heran: soll er zahlen mit seiner Ueberzeugung.

( Fortjegung folat.)