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Beginn der Wirtschafts­

Dienstag, 26. April 1932

verhandlungen mit Deutschland . Dic Preußenwahlen.

Clearing Devisen- Einfuhr. Berlin , 25. April. ( C. B.-B.) Das deutsche

Berlin , 25. April.

Nationalsozialisten und Zentrum. dazu diesmal sehr unangebracht sei, da in den Augenamt hat heute durch Vermittlung der hie- Da die bisherige Weimarer Koalition start meisten Wahltreisen gegenüber den Resultaten in der Minderheit geblieben ist, aber auch die des zweiten Wahlganges der Reichspräsidenten figen tschechoslowakischen Gesandtschaft die tsche- Harzburger Front die Mehrheit nicht erreicht wahl von einem Siege Teine Rede mehr sein chofiomatische Regierung zu Verhandlungen über hat, liegt die Entscheidung beim Zentrum, ohne Fönne. die Regelung einer Reihe von Tevisen- und hau- das im neuen Landtag die Mehrheit für ein Was das Zentrum tun werde, darüber delspolitischen Fragen eingeladen. Die Berhand. Rechtsfabinett nicht vorhanden ist. lungen werden wahrscheinlich in den nächsten Tain Preußen bisher nicht positiv geäußert. Die worüber die deutsche Deffentlichkeit aber nicht im Hitler hat sich zu der neu geschaffenen Lage sollte niemand im Zweifel sein: Dem Staate die nen und die Verfassungsgrundlagen schüßen! gen, und zwar über verschiedene Fragen gleich nationalsozialistische Parteikorrespondenz schreibt Worüber die deutsche Deffentlichkeit aber nicht im zeitig beginnen. Es handelt sich einerseits um dagegen u. a., daß die NSDAP . bereit jei, Klaren sei, das jei die Frage, wie sich die Natio­die Beratung der tschechoslowakischen Vorschläge dem Willen des Volkes entsprechend die Regie- nalsozialisten die nußbringende Anwendung der auf Schaffung eines tschechoslowakisch- deutschen rungsverantwortung überall und in allen von ihnen eroberten Macht denken. Ländern zu übernehmen, in denen die bisherigen In einer Polemik gegen die ,, Deutsche All­Clearing, andererseits um die Bewilligung Regierungen in die Minderheit versekt worden gemeine Zeitung" erklärt das Blatt schließlich, von Devisen für die Touristenbewegung find; das gelte insbesondere auch für Preußen. für eine Zusammenarbeit in der Regierung feien und schließlich um die Regelung verschiedener Die Germania ", das offizielle Organ nicht nur gewisse weltanschauliche Mindestforde­Einfuhrfragen, insbesondere bei land- des Zentrums, macht im morgigen Leitartikel der rungen, sondern auch die Klärung ganz wirtschaftlichen Erzeugnissen( Sopfen, Malz, nationalsozialistischen Presse den Vorwurf, daß konkreter politischer Fragen und die sie sich über die nüchternen Sorgen, die jeder Sicherung der verfassungsrecht Gerste). Ueber diese landwirtschaffflichen Fragen neue Machtzuwachs mit sich bringt", allzu einfach lichen Grundsäße unerläßliche Bedin wir zunächst zwischen den Interessenten der bei- mit einem Siegesrausch" hinweghelfe, der noch i gungen. den Länder direkt und erst dann zwischen den bei­den Regierungen verhandelt werden. Gleichzeitig sell auch über die Regelung der deut­ schen Einfuhr nach her Tschecho­ilowafei verhandelt werden.

Besprechung Beneš- Macdonald. Genf , 25. April. Heute vormittags hatte der Genf , 25. April. Heute vormittags hatte der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benes eine Zusammenkunft mit dem britischen Mini sterpräsidenten Macdonald. In einer länge. ren Unterredung erörterten beide Politiker den bisherigen Verlauf der Abrüftungskonferenz und unterhielten sich weiters über die europäische politische Gesamtfituation, über die Reparations fonferenz in Lausanne sowie über die Frage der mitteleuropäischen wirtschaftlichen Reorgani

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Auch feine Harzburger Mehrheit!

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Gemeindewahlen im Zeplizer

Bezirk.

Sonntag, den 24. April, fanden in nachstehenden Gemeinden Wahlen statt.( In der ersten Klammer führen wir das Ergebnis der Barlamentswahlen vom Jahre 1929 und in der zweiten Klammer das Ergebnis der letzten Gemeindewahlen vom Jahre

1928 zum Vergleich an.)

Eichwald. Abgegebene Stimmen 2650( 2465) 1022-12( 1062)( 1205-15); tschechische Sozial­( 2415); hievon gültig 2626( 2463)( 2413); es er­hielien: Deutsche Sozialdemokraten 1022-12( 1062)( 1205-15); tschechische Sozial­demokraten 126-1( 88)( 0): Kommunisten 388-4( 302)( 237-3); Deutsche Nationalfozia­listen 356-4( 162)( 169-2); Deutsche Christlich. soziale 167-2( 342)( 227-3); Deutsche National partei 61-1( 136)( 88-1); Deutsche Gewerbe­partei 261-3( 286 mit B. d. 2.)( 191-2); Deutschdemokraten 245-3( 0)( 195-3).

Tischau. Abgegebene Stimmen 1673( 1506) ( 1484); hievon gültig 1667( 1506)( 1481); cs er­hielten: Deutsche Sozialdemokraten 653-12( 630)( 626-13); tschechische Sozial­Dentofraten 138-3( 188)( 127-3); Kommunisten 341-6( 245)( 273-5): Deutsche Nationalsozia listen 1392( 125)( 120-3); Deutsche Chriftlich foziale 117-2- gemeinsam mit dem B. d. 2.: Deutsche Gewerbepartei 192-4; tschechische Nationalsozialisten 87-1( 74)( 65-1).

Webeschan. Abgegebene Stimmen 532( 464) ( 423); hievon gültig 522( 464)( 423); es erhielten: Deutsche Sozialdemokraten 281-8 ( 247)( 231-8); Wahlgemeinschaft 146-4( 0) ( 120-1); sonstige tichechische Parteien 95-3( 38) ( 72-3).

junter den gegebenen Umständen ein ungeheures persönliches Opfer. Das wird ihnen auch neue Angriffe einbringen. Also es werden Berhand­lungen über eine neue Regierung geführt wer­den. An diesen Verhandlungen wird die Sozial­Demofratie in einer Weise beteiligt fein. Sie werden aller Wahrscheinlichkeit nach lange dauern, und solange sie zu einent positiven Ergebnis nicht geführt haben, bleibt es Pflicht der in die Minderheit gedrängten Weimarer Koalition, die Geschäfte weiter zu führen. Nur so fann eine Serbis. Abgegebene Stimmen 469( 372) ruhige Linie und Entwicklung gewahrt werden,( 355); hievon gültig 144( 372)( 352); es erhielten: deren Unterbrechung durch Gewalttätigkeiten Deutsche Sozialdemokraten 121-4 irgendwelcher Art weder vom Staat noch von( 134)( 144-6); tschechische Sozialdemokraten Reiche geduldet werden kann. Wachsamkeit, Kalt- 204-7( 98)( 109-5); deutsche Wahlgemeinſchaft blütigkeit, ungeheure Kampfesfreude bleiben bei 119-1( 0)( 99-4). der sozialdemokratischen Partei. Nicht zunt ersten Kleinaugezd. Abgegebene Stimment 1309 Male ist es diesmal geschehen, daß die reaktionä( 1148)( 1136); hievon gültig 1303( 1148)( 1130), ren Wellen über Bord schlagen. Bei den Mai- es erhielten: Deutsche Sozialdemokra wahlen zum Reichstag 1924, die gleichfalls Sri- ten 652-15( 595)( 618-17); tschechische fenwahlen waren, wurden die Deutschnationalen Sozialdemokraten 992( 101)( 95-3); Stommu­mit 106 Mandaten die stärkste Partei. Was man nisten 118-3( 105)( 78-2); Deutsche National­heute Sarzburg nennt, hatte int ganzen 146 fosialisten 242-6( 116)( 131-3); Bund der Mandate, die Sozialdemokraten nur 100. Vier Landwirte 59-1( 0)( 77-2); sonstige tschechische Jahre später bei den Wahlen von 1928 war die Parteien 133-3( 119)( 131-3). Sozialdemokratie schon wieder so stark geworden, daß man ihr die Führung der Reichsgeschäfte nicht verweigern konnte. Die Kampfsignale dröh­

Das Urteil des Borwärts". Berlin , 25. April. ( Eigenbericht.) Der heu­tige Vorwärts" schreibt im Leitartikel u. a.: Rechnen hilft nicht; auch wenn man alles zu sammenkratzt, was an rechtsbürgerlichen Resten übrig geblieben ist, gibt es teine Harzbur­ger Mehrheit. Das Volk will Euch nicht mchr" war die Parole gegen Weimar und rich tig, es gibt feine Wiehrheit der Weimarer Koali­tion mehr. Außerdem gibt es noch verschiedenes Andere, was das Bolt nicht will, es will kein Sarzburger Regime, denn es hat der Rechten die Mehrheit versagt und es will erst recht kein Hafenkreuzregime, denn von je 1000 Wählern haben nur 355 für Hitler gestimmt, aber 645 gegen ihn. Das Volk hat am 24. April sowohl der gesamten Rechten, wie erst recht der natio nalsozialistischen Partei die Vollmacht der Regie­rungsübernahme verweigert. Solange nicht eine Was sind Angriffswaffen? neue verfassungsgemäße Regierung gebildet ist, muß die alte Regierung die Geschäfte weiter füh Die technischen Kommissionen in Genf beraten. ren. Es ist selbstverständlich, daß sie demissionie Genf , 25. April. Das Büro der Abrüstungs- ren muß, es ist aber ebenso selbstverständlich, daß fonferenz hat heute vormittags beschlossen, die sie nicht davonlaufen kann. Das Verbleiben im Arbeiten der Konferenz auf dem Gebiet der Amte bis zur Bildung einer neuen Regierung qualitativen Abrüstung fortzusehen. ist für jedes Mitglied des preußischen Kabinetts nen, alle her zur Sozialdemokratie!

fierung.

Die Wahlen in Oesterreich .

Profetik.( Ortsvertretung.) Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei 328 timmen, 8 Mandate( 10), tschechische Sozial­demokraten 40 t'mmen, 1 Mandat( 1); Verei wigte deutsche Parteien 182 Stimmen, 4 Mandate ( 7): tschechische Nationalsozialisten 50 Stimmen, 1 Mandat( 2); Kommunisten 189 Stimmen, 5 Mandate( 4); vereinigte tschechische Parteien 1 schaftspartei 173 Stimmen, 4 Mandate( 0).

Bergistete Waffen

im Kampfe gegen die tschechische Sozialdemokratie.

Die technischen Kommissionen werden nunmehr die einzelnen Vorschläge darüber ausarbeiten, welche Waffengattungen für eine qualita­tibe Abrüstung in Frage fommen. Es wird sich dabei insbesondere darum handeln, welche Waffen als ausgesprochene Angriffs Christlichsoziale Katastrophe.- Die Großdeutschen verschwunden 61 Stimmen, Mandat( 0); Unpolitische Wirt­waffen anzusehen sind, die sich am stärksten Wien , 25. April. ( Eigenbericht.) Die Sozial| Bisher hatte der niederösterreichische Landtag gegen die nationale Berteidigung richten und die demokratie hatte in Wien früher 58.27 Prozent 60 Mandate, von denen 31 den Christlichsozialen eine besondere Bedrohung der Zivilbevölkerung der Stimmen. Jetzt hat sie 58.86 Prozent, hat gehörten. Die Zahl der Mandate ist aber auf darstellen. also ihren Stand nahezu unverändert auf- 56 herabgesetzt worden, die Christlichsozialen rechterhalten. Der Ausfall von etwa 20.000 werden jeßt nur noch 28 Mandate haben. Die Stimmen rührt lediglich von der geringeren Sozialdemokratie hatte von den 60 Mandaten 21; Wahlbeteiligung her. Obwohl die Zahl der Gemeinderatsmandate von 120 auf 100 verrin­gert wurde, hat die Sozialdemokratie den Prozentsatz ihrer Mandate erhöht, nämlich von 65 Prozent auf 66 Prozent. Die Kommu nisten haben 20.000 Stimmen erhalten, das ist unt 10.000 Stimmen mehr als bei den letzten Wahlen im November 1930. Sie haben aber fein Mandat errungen, wohl aber durch­gefeßt, daß die Sozialdemokratie dadurch um das 67. Mandat ge= heit verschafft und sie von den Christlichsozialen fommen ist, das ihnen die Zweidrittelmehr­vollständig unabhängig gemacht hätte.

Man rechnet damit, daß die technischen Aus­schüsse etwa zehn Tage zu tun haben werden, und daß dann der Hauptausschuß der Abrü­stungskonferenz wieder zusammentritt, um die Arbeiten gemäß dem vorgesehenen Programm fortzusetzen.

Amerikana.

Die Sozialdemokraten haben alle Bezirks vorsteher von Wien erhalten und den Chriftlich­sozial en auch in den fünf bürgerlichen Be­zirken die Bezirksvorsteherstellen abgenommen.

So wie unsere Partei bon allen übrigen nach der Verringerung der Mandate hätten aber deutschen Parteien rechts uit links von uns auf auf die Sozialdemokraten 19 entfallen sollen, sie deutschen Parteien rechts und links von uns auf haben aber in Wirklichkeit 20 erhalten, alio e in das heftigste angegriffen wird, for iſt auch die Mandat gewonnen; sie werden dadurch tschechische Sozialdemokratic cand schärffter Angriffe seitens der tschechischen Parteien. Mit auch ein Bundesratsmandat von Niederösterreich welchen Mitteln da gearbeitet wird, lehrt fol mehr erhalten.

Der Verlust der Christlichsozialen in Wien gende Stelle in dem jonntägigen Leitartikel der beträgt 16 Gemeinderatsmandate und 104 Lidové Listy", des Hauptblattes der tschechischen Bezirksratsmandate, während die Großdeuterifalen, worin über den Gesetzentwurf betref schen aus dem Wiener Gemeinderat und den fend die Verkürzung der militärischen Dienstzeit Landtagen von Niederösterreich und Salzburg geschrieben wird. Es heißt da: vollständig verschwinden.

Ueber die politische Wirkung des Wahltages schreibt die Arbeiter 3eitung":

Die Zeit der Tagung der internationalen Konferenzen für die Herabseßung der Abrüstungen ist geeignet zur Durchführung dieses Gesetzes, dessen Turchsetzung die tschechische Sozialdemo fratie zu einer Frage ihres Machtprestiges macht und dies mehr vor der deutschen Sozialdemo fratie als vor ihren eigenen Wählern.

,, Bom Jahre 1897 bis zum heutigen Tage war der Inhalt des politischen Lebens in Wien der Kampf zwischen Sozialdemokratie und Christ­ lichsozialen ." Der Kampf ist nunmehr entschieden. Es ist wirklich nicht notwendig, über eine Unsere ältesten, stärksten und mächtigsten Gegner solche Verleumdung der tschechischen Sozialdemo­Itegen nunmehr beseitigt am Boden. Allerdings fratie auch nur zu reden, wir wollen dies mur stieg sogleich ein neuer Gegner auf. Gefördert festhalten, um unseren Genossen zu sagen, mit durch die Hakenkreuzlerwahlen in Deutschland , welch vergifteten Waffen die tschechischen bür­haben die Hakenkreuzler auch hier einen Erfolg zu gerlichen Parteien den Kampf gegen die tsche­verzeichnen. Aber nicht auf unsere Kosten; chische Sozialdemokratie führen.

Die bevorstehende Präsidentenwahl wirft im amerikanischen Kongres jeltjame Schatten boraus. Beide Parteien", die republikanische und die demokratische, wollen dem Kapital zei­gen, daß sie ungefährlich seien. Und so ist es zu der grotesken Situation gekommen, daß beide gemeinsam eine Steuer auf alle Räufe aller Waren vereinbarten. Damit soll das Sechshun­dertmillionen- Dollar- Defizit gededt werden. Es ist für die leichtsinnige amerikanische Wirtschafts­gebarung bezeichnend, daß der Staat in all den jahren der Prosperität und des Ueberschusses in blindem Vertrauen auf eine ewige Blüte des Die Christlichsozialen haben außerdent auch Sapitalismus genügende Reserven zu schaffen noch fünf Bezirksvorsteherstellvertreter an die unterließ. Und nun sollte, wie gewöhnlich, durch Nationalsozialisten verloren. In den Bezirks­Die Gebrauchssteuer der Kleine Mann dafür vertretungen haben die Sozialdemokraten 372 Mandate, die Christlichsozial en140, die National­Zusammen mit dem Gespenst der Arbeits- jozialisten 116 und die Kommunisten ganze zwei sie haben die Großdeutschen, die Hahnenschwänzler Zahl der Arbeitslosen wird nun Mandate erhalten, nämlich in Favoriten und Interessant ist übrigens auch, daß es gerade ehn Millionen geschätzt hat diese unglaub­und zum Großteil die Christlichsozialen beerbt. hat diese unglaub- Ottakring je ein Mandat. Die Christlichsozialen liche Maßnahme doch genügt, im ganzen Land verlieren die Stelle des Vizebür Das Erstarken der Hakenkreuzler stellt uns vor die tschechische kleritale Partei ist, welche sich einen so heftigen Unwillen und eine so deut- germeisters von Wien , die sie seit dem eine neue Aufgabe, wir werden sie zu bewältigen so heftig gegen den Abbau der Rüstungen und liche Entrüstung zu zeitigen, daß sich die Par- Umstur; immer inne hatten. Die Vizebürger- wissen. Wir haben in jahrelangem Kampfe die die Verkürzung der Dienstzeit wendet. Von Christlichsozialen geschlagen, sie sind eine nieder- velchem Geist die Sramet- Partei beseelt ist, zeigt teimaschinen plötzlich von ihren eigenen Leuten, meiſterſtelle fällt nun den Sozialdemo die um ihre Sise bangen, verlassen sehn. Und traten zu. Die Christlichsozialen verlieren auch gehende Bartei, die niemals mehr auferstehen noch die nachstehende Stelle aus dem angeführten wird. Wir haben in den letzten Jahren den die winzige radikale Gruppe um den sozialisti vei Stadtratsmandate an die Nationaljozia­Hahnenschwanzfascismus geschlgaen, wir werden hen La Follette von Wisconsin fann ebenso listen. Das Verhältnis im tadtrat wird nun den Fascismus in Gestalt des Hakenkreuzes zu folgendes ſein: Acht Sozialdemokraten, zwei plötzlich eine Reihe von Kapitalsteuern nicht nur schlagen wissen! borschlagen, sondern auch durchsetzen. Der Kampf Christlichsoziale und zwei Nationalsozilisten. gegen die Sales Tag" ist zur Zeit erfolgreich.

büßen. Tofigfeit

Die Christlichsozialen verlieren ferner in Wien auch zwei Bundesratsmandate, von denen die Sozialdemokraten eines erhalten dürften, die Nationalsozialisten das andere. Die Sozialdemokraten gewinnen auch in Niederöster

Eine bürgerliche Stimme zum Wahlausgang.

reichischen Wahlen schreibt das Wiener Mon­Wien, 25. April. Zu dem Ausgange der öster­tagsblatt": Aus dem Bilde, das die gestrigen Wahlen bieten, geht klar die Richtung der partei­politischen Entwicklung in Desterreich zum Drei­parteiensystem hervor. Die Splitterparteien haben demokraten und der Christlichsozialen scheint die aufgehört. Neben den großen Fronten der Sozial­

Zugleich ist wiedermal eine Bill" hängig, um radikale Ausländer zu verbannen, radikale Literatur von der Post auszuschließen und dikale Propaganda auszustampfen". Die hyste­ein Bundesratsmandat auf Kosten der tische Angst in diesem oberflächlichsten und Christlichsozialen. Die Christlichjozialen hatten sahmsten aller Länder läßt immerhin vermuten, bisher im Bundesrat von 50 Mandaten 25 und daß überraschende und plögliche Entwicklungen werden jetzt voraussichtlich nur noch 21 Bundes nicht unmöglich find. Besonders wenn die Beiratsmandate haben, also nicht mehr die absolute fen in Washington so folgerichtig fortfahren, An Mehrheit. Voraussichtlich werden die Chriftlich- nationalsozialistische Partei zu einem Sammel­zeichen und Ursachen zu verwechseln. Not, Sun sozialen auch in Salzburg ein Bundesratsmandat becken der großen Masse jener geworden zu sein, ger, Arbeitslosigkeit, ungerechtigkeit, Klassen verlieren. mustiz, Zollmauern, Kinderarbeit, Slums, Pro­die zwischen diesen beiden Parteien gestanden hibition und Verbrecherwirtschaft die sind die haben waren und durch Enttäuschung und Unzufrieden gitatoren" und unerwünschten Ausländer", auch die Mehrheit für den nieder- heit nunmehr nach rechts abgetrieben worden zu verbannen und auszustampfen" wären. österreichischen Landtag verloren. find.

die

Die Christlichsozialen

Artikel:

Die Tschechoslowakei ist aus dem militärischen Siege Frankreichs und aus der Niederlage Deutschlands entstanden, sie ist also cin Macht­produkt. Das können die Pazifisten beklagen, aber man fann es nicht ändern. Das Interesse derjenigen, die uns zum Leben verhalfen ant unserer staatlichen Existenz, wird nur insolange andauern, infolange wir eine feste Stüße der durch den Sieg begründeten europäischen Ord­nung sein werden. Wir können uns nicht aus­suchen, was wir wollen, sondern müssen auch die schweren Folgen des Riesenvorteiles tragen, den man staatliche Selbständigkeit nennt.

Man sieht also, die Tschechischklerikalen stellen die Existenz der Tschechoslowakei auf nichts anderes als auf die Macht von Bajonetten, Kanonen und Giftgasen. Ob das gerade Christen gezienit, überlaffen wir dem Urteil der Oeffent­

lichkeit.