Rt. 207.

Zur Theiß und zum Rhein .

Zwei Urlaubsausflüge.

Ameisen.

Freitag, 2. September 1982.

Ameisen belagern Marseille .

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Der Sozialismus beginnt nicht in der Bersammlung, sondern in der Familie!

Fatir- Rätsel.

Die seltsamen Fähigkeiten indischer Fatire und Zauberer sind oft beschrieben und kriti­jiert worden. Aber: roy aller Mühe, sie zu er­gründen, ist bisher noch kein europäischer Forscher hinter die Geheimnisse der indischen Herenmeister gekommen. Die folgenden Aus­führungen schildern zwei seltsame Erlebnisse mit indischen Fafiren.

SPD . Paris , Ende August.( Eig. Ber.)[ mittel vielversprechend. Die Reptilien fühlten Mehr als 900 Kilometer südöstlich von der Frankreichs große Mittelmeerstadt ist von sich in ihrem Element und fraßen nach Herzens­Hauptstadt der Tschechoslowakei entfernt, aus den den roten Ameisen überfallen worden. Die klei- luft. Dann aber entbrannte ein gigantischer Waldbergen Sarpathorußlands kommend, fließt nen Insekten haben sich als wahre Bestien ent- Stampf zwischen Ameisen und Lurchen. Die die Theiß der ungarischen Tiefebene zu. puppt. Kein Raubtier könnte größeres Unheil Ueberzahl fiegte. Die Eidechsen wurden von den Bei Kralova nad Tisou, nahe der Grenze, anrichten als sie. Woher das Heer der Schäd- roten Bestien aufgefressen. Nichtsdestoweniger ist die Theiß bereits ein ziemlich breiter, reißen linge fam? Niemand weiß es. herrscht gegenwärtig noch Hochtonjunktur in Am meisten von der Plage betroffen sind Eidechsen in Marseille . Eine gewisse Silfe ge­der Fluß. Unweit der Eisenbahnbrücke führt diejenigen Stadtgegenden von Marseille , die in währen sie immerhin. Jeder ist glücklich, wenn eine holzgedeckte Brücke für den Personen- und der Nähe des Hafens liegen. Binnen einer er eine Eidechse billig ergattern kann. fonſtigen Berkehr über die eilig dahin fließende Nacht haben die Ameisen sämtliche Speisekam Theiß. Schon hinter Saschau beginnt das Flachland, Cop, Berehovo und Sevius mern rabekahl gefressen. Es gibt für fie feine Hindernisse. Selbst durch die dichtesten Gace­liegen in der Ebene. Nur stellenweise erheben Nicht minder erschreckend ist eine in der fich Sügel, die in Reben förmlich eingehüllt find, maschen wissen sie zu schlüpfen. Brot, Fleisch, Umgebung von Marseille gleichzeitig aufgetre - Gemüse sie vertilgen alles. Entsprechend tene andere Plage. Durch die afrikanische Hive so z. B. bei Cerna hora. Weithin dehnen sich die mit Weizen, Mais und Tabak bestellten el- wächst unter den Armen die soziale Not Fel Not.. Das Opfer des Falirs. der letzten Wochen haben sich die giftigen Flie der. Auf Wiesen tummeln sich Pferdeherden- Als wahre Geschöpfe des Teufels aber zeigen in ungeheurem Maße vermehrt. Zahlreiche Wenn man in Zentralindien irgendwo leine bäuerliche Dörfer tauchen auf, überragt gen sich die Ameisen des Nachts. Der Marseiller Fälle von Blutvergiftungen find aufgetreten; abseits vom Wege bei einem dort schon jahr vom Kirchturm irgendeiner orthodoxen oder schlummert friedlich in seinem Bett plößlich auch wurde unter dem Vichbestand großer Scha zehntelang ansässigen Engländer zu Gajte ist, o fatholischen Kirche, unter ihnen hie und da be- erwacht er von einem unerträglichen Juden am den angerichtet. Immerhin sind hier die Abwehr wird man manche wunderliche, phantastische Ge­fieht eine aus Holz. Die an die ungarische Buista ganzen Körper. Er springt auf, macht Licht an maßnahmen erfolgreicher gewesen als bei ber schichte zu hören bekommen, meist über heilig ge­gemahnenden Richbrunnen find obligat. Störche und prallt mit einem Aufschrei des Entseyens Bekämpfung der Ameifenplage. So erfand eine prochene Fafire, die dem Volfe übersinnliche tehen gravitätisch am Rande eines Tümpels. und der hilflosen Wut zurück. Das ganze Bett iunge Chemikerin einen Apparat, durch deffen Kräfte vorgaufeln. So hörte ich einmal in Zen­Pelle Sonne liegt über der Flur. Im Hinter- t förmlich übergossen mit roten kleinen Hilfe die giftigen Fliegen millionenweise vertilgt tralindien bei einem Engländer folgende fast un­grund blauen die Waldberge, in denen die Armut werden können. Das Hauptstück der Apparatur glaubliche Geschichte, ein Experiment eines Fa Alle Abwehrmaßnahmen haben sich bisher ist ein großer Trichter in Verbindung mit einem firs, das der Engländer vermeinte erlebt zu hauft. als Fehlschläge erwiesen. Man hat Töpfe mit mächtigen Scheinwerfer. Kommt eine Fliege auf baben. üßer Flüssigkeit aufgestellt, um die Ameisen an den Trichter zugeflogen, wird sie durch eine Ein Fatir tam mit einigen Gehilfen in eine zuloden. Sie kamen auch. Aber in einigen Stun spezielle Ventilation in das Innere des Trich fleine indische Stadt, wo er auf einem feinen den hatten sich die Töpfe bis an den Rand mit ters gezogen und verschwindet hier in einer gif- Blaße mitten in der Stadt eine Vorstellung an­Ameisen gefüllt. Der Zug der Quälgeister fand tigen Lösung, die das Tier in wenigen Sekunden fündigte. Es war furz vor Sonnenuntergang, beswegen kein Ende. Ganz Kluge Leute legten abtötet. Dieser Fangapparat für giftige Fliegen als der Falir inmitten der um ihn einen Streis riesige Leimrutenbänder vor die Türen und Fen- arbeitet nur des Nachts. Professor Segny von bildenden Menge ein langes, dickes Schiffstau in ſter. Viele Tausende von Ameisen frochen auf der Universität Marseille bezeugte, daß inner die Luft warf. Der Strid schien durch irgend den Leim, aber die übrigen über die Gefan- halb einer Stunde etwa 3.5 Millionen Insekten eine Straft in der Luft festgehalten zu werden. durch den Todestrichter vernichtet wurden. In Man konnte ihn verfolgen, bis in den Himmel genen hinweg. Geradezu bekannt als Ameijenbekämpfer vielen Orten an der Mittelmeerküste hat man ragend. Alle Augen waren auf das Tau gerichtet. wurde Monsieur Deville. Er fing sich Eidechsen deshalb den Fangapparat montiert. Milliarden Nun gebot der Falir einem feiner Gehilfen, und Lurche, setzte sie in seine Wohnungen und um Milliarden von Insekten fallen ihm zum einem etwa vierzehnjährigen Knaben, hinaufzu in die Behausungen seiner Freunde und ließ fie Opfer. Es wurde auch schon ein gewisses Nach lettern, was dieser auch sofort tat. Die Um stehenden sahen den Jungen tatsächlich Stück für auf die Ameisen los. Zunächst war dieses Hilfs- lassen der Fliegenplage festgestellt. Stüd ungefähr zwanzig Meter hoch den Strick w hinaufflettern. Nach einer Weile rief der alte Fakir, er solle herunterfommen. Der Junge ant wortete, er wolle oben bleiben. Auch einer zwei­ten Aufforderung des Falirs leistete er feine Folge. Darüber scheinbar ergrimmt, ergriff der Fafir ein großes, beilartiges Schlachtmesser und letterte gleichfalls hinauf. Nun sahen die Zu schauer, wie sich in der Luft am Seil ein Kampf abspielte, in dessen Verlauf Glied für Glied des Jungen, vom Fatir mit seinem Schlachtmeffer vom Körper getrennt, auf die Erde her niederfiel. Die Menge hörte deutlich den Auf­schlag der einzelnen Gliedmaßen. Nachdem Kopf und Leib des Jungen heruntergefallen waren, letterte der Falir herab, sammelte die einzelnen Teile unter einem Stüd Tuch, und Junge stand gesund und munter auf dem Platz unter dem Seil. Dann zog der Alte das Seil ein und verschwand.

Auf den Feldern arbeiten Bauern in weiten, weißen Hosen, offenbar Ungarn . Das Gespann besteht meist aus einem Paar Ochsen mit langen Sörnern. Es ist fruchtbares Land, daß sie mit primitiven Mitteln bebauen. Weiter droben im Gebirge ist der Boden freilich weniger ertrag reich. Nur larg ist die Ernte. Sie fönnte beffer fein, wenn die Leute( meist Analphabeten) mehr geschult wären und den Boden besser düngen würden. In Karpathorußland herrscht die Land wirtschaft natürlich weitaus vor. Ganz selten, so in Sevlus, ragen einige Fabrikschlote in die flare Luft. Das interessanteste in Karpathorußi and find die Menschen. Auf den Bahnhöfen ein Gewim mel aller möglichen Völkerschaften: Slowaken, Ruthenen, Ungarn , Juden, Zigeuner, Tschechen und Deutiche. Die letteren natürlich in der Minderzahl. Die deutsche Sprache wird aber vielfach angewendet. In Hotels und Bahnhof­restaurants gibts Speisekarten auch in deutscher Sprache, was man bekanntlich in Prag nicht findet.

Orient", sagt gan; richtig ein Offizier bei Betrachtung der bunten, sich drängenden, nicht immer sauberen Menge- viele Menschen gehen barfuß. Die Firma Bata, die jedermann Fuß bekleidung schaffen will, hat hier noch sehr viel zu tun, sie braucht fich wirklich nicht in Indien oder sonstwe in Asien umzuschauen, wenn sie schuhlose Menschen finden will; in Salbasien cristieren sehntausende Menschen, für die Schuhe wenigstens an Wochentagen- noch einen unerschwinglichen Lurus darstellen.

Auch sonst findet man Not und Elend so wie Schlamperei auf Schritt und Tritt. Wie ärmlich sicht doch der barfuß dahin gehende ruthenische Bauer in seinem Leinenkleide und dem Schafpelze aus! Wie schmutzig und zer­lumpt gehen die Zigeuner, aber auch i manche andere Menschen. In größeren Städten, wie Užhorod und Berchovo, stehen zahlreiche Arbei ter tagsüber in den Straßen und auf den

Ueber Darmstadt, am Main vorbei, er reichen wir an einem hellen Morgen bei Mainz den breit und stolz dahinströmenden Rhein , Deutschlands heiligster Strom, Schlachtfeld und Kampfpreis in zahllosen Auseinandersetzungen zwischen den Kulturen des Südens und Nordens, bes Ostens und Westens. Klassischer Boden Deutschlands ist's, den wir im goldenen Mainz " betreten. Aus zahlreichen sichtbaren Ueberliefe rungen ersehen wir, daß schon die alten Römer hier ihre hohe Kultur aufgerichtet hatten. Seit jeher war Mainz ein hervorragender Verkehrs­knotenpunkt; denn hier kreuzen sich die Haupt­wege von der Nordsee zum Mittelländischen Weeer und von Ost- und Westeuropa . Berühmte Namen sind mit Mainz verknüpft. Wir erinnern nur an Gutenberg , den Erfinder der Buchdrucker­funst, deſſen Denkmal wir auf dem Wege zum tausendjährigen, sechstürmigen Dom passieren. Dortselbst werden wir daran gemahnt, daß wir uns in einem gutkatholischen Lande befinden, denn Frauen und Mädchen mit anstößigen

ärmellosen Kleidern werden im Dom nicht ge= Grabdenkmal duldet. Im stimmungsvollen Stresemanns, das ganz nahe am Rhein

Blätzen herum, denn sie haben nichts zu tun. Aermlich die Bauernfuhrwerke, elend die Drosch­fen und selbst die privaten Autos. Selbst in den schmierig und verwahrlost. Die allerschönsten" mutsvoll entgegen.

Gleich zu Beginn hatte der Fakir den Um­

stehenden eine Geschichte erzählt, scheinbar oben beschriebenen Inhalts, und durch die suggestive Straft seiner Sprache und seiner Gebärden wurde seine Erzählung den Zuschauern zu einem blu tigen, wirklich erlebten Ereignis.

über, am anderen Rheinufer, liegt Ludwigshafen. [ lang nordwäris. Die Berge werden niedriger Eine Kuriosität Heidelbergs ist die große Kirche, und treten zurück, die Burgen entschwinden die zugleich, räumlich getrennt, drei christlichen unseren Augen. Hinter Bonn fließt der Rhein wieder im Flachland. Das fromme Köln , mit Konfessionen dient. feinen 740.000 Einwohnern, die größte Stadt der Rheinprovinz , ist unser touristisches Endziel der Fünftagereise. Schon von weitem grüßen die bald 170 Meter hohen Doppeltürme des wunder bollen Kölner Domes, der gewaltigsten gotischen Kirche nördlich der Alpen . Von dem rechts rheinischen Bahnhof Deus führt die imposante Rheinbrücke, die größte ihrer Art, hinüber in das alte Köln . Auch hier zeugen Baureste und so manches andere für die einstige Kulturtätigkeit der römischen Legionen. Nicht wenige Kirchen Kölns sind im romanischen Stil erbaut. Im ganzen Rheinland erinnert die Bauart der Häu­fer mit den Fensterläden, glatten Fassaden, oft nicht verputzt, die Orte mit den ganz schmalen Gassen lebhaft an den Süden. Eine Rundfahrt durch das weite Köln und die Besichtigung des Doms, dessen Bau 1248 begann und 1880 be­endet wurde, gehört zu den obligaten, aber loh nenden Selbstverständlichkeiten. Daß gleich neben Die Roſablume des Fatirs. maßen das romantische Bild. Der Abend wird dem Dom der Hauptbahnhof liegt, stört einiger­auf den Rheinterrassen neben den ganz moder- ich selbst kurz vor der Abfahrt unsres englischen Eine andere interessante Begebenheit erlebte nen weitläufigen Ausstellungshallen angesichts Dampfers in Bombay, der nach Europa zurück­der glänzend beleuchteten Ufer angenehm ver- fuhr. Der Dampfer lag an der Kaimauer und Stölner Stadtgebiet und ist hier 380 Meter breit. Freunden zu. Unten auf der Kaimauer, hart an Auf der weiteren Rückfahrt wurde noch in der Außenwand des Schiffes, ließ sich ein Fafic Hotels kann man in der Nähe des Bahnhofes Nun kommt das Angenehmste und Fes- Wiesbaden kurze Zeit halt gemacht. Eine nieder. Interessiert schauten wir herunter. Nach­in Kralova sehen. Eine alte Solzhütte trägt auchselndste: die Dampferfahrt auf dem herrlichen heiße Seilquelle quillt aus der Erde; das Wasser dem er giftige Schlangen durch seine weiten Aer­ſtol; die Bezeichnung Hotel ". Und erst die Mittelrhein von Mainz bis Koblenz , den schmeckt ungefähr so wie der Karlsbader Sprudel. mel hatten kriechen lassen, die dann, nachdem sie Geschäftsläden mit den verstaubten Auslagen in Heinrich Kleist den schönsten Landstrich Deutsch - So flüchtig auch eine kurze Fahrt an den durch alle Bein- und Leibkleider gekrochen waren, den kleinen, schmutzigen Häusern! Meist sind es lands, einen Dichtertraum nannte. Andere Rhein ist, sie zeigt aber jedermann den kolossalen in einen Korb eingesperrt wurden, nahm er zwei jüdische Unternehmungen, gleichviel, ob es sich Dichter gingen noch weiter und sangen, wie schon Unterschied in kultureller und sozialer Beziehung, Sände voll Sand, machte daraus ein kleines um einen aufladen, eine Gastwirtschaft der vor 500 Jahren der Italiener Silvio Piccolo- der zwischen dem Osten der Tschechoslowakei und Säuflein auf den Steinen, steckte ein winziges Fleischerei handelt. Da sind Delikatessen mini, von einem Paradies, dem kein Ting des dem Westen Deutschlands vorhanden ist. Soll man Samenkorn hinein und ließ innerhalb weniger geschäfte", wo man neben Kraut und Obst auch Erdkreises an Seiterkeint und Schöne sich ver- von den mustergültigen Verkehrseinrichtungen, Winuten eine prächtige rosablühende, etwa drei­etwas verdächtig ausschauend Wurst erhält. gleicht. In der Tat: das Geschaute bleibt allen den ausgezeichneten Hotels, von den sozialhygienißig Zentimeter hohe Pflanze erstehen. Wir lach­In einer Nähmaschinenhandlung werd: n Melo- unvergeßlich. Zwischen Steilbergen, d auf der schen Einrichtungen, der umfassenden Fürsorge ten über diesen Scherz, doch als ein Engländer nen verkauft. Die Straßen in den Orten sind Sonnenseite bis obenhin mit Weinreben förmlich der Kommunen, von den eindrucksvollen Bauten hinunterging und sich ein frisches, saftiges Blatt übermäßig breit, nicht gepflegt und verlottert. verdeckt sind, strömt der stellenweise reißende aller Art, von der sprichwörtlichen Sauberkeit der abgepflückt hatte, außerdem ein weitverzweigtes Das Ganze, Land und Leute, zeigt unverfälscht Rhein ( so z. B. beim vielbesungenen Felsen starken Induſtrie, aber auch von der organiſate Wurzelsystem feststellte, war unser Staunen groß. öftlichen Charakter mit noch zurückgebliebener Loreley ) dahin, eine ganze Anzahl Inseln bildend. rischen Kraft der Arbeiterklasse Deutschlands im Wir glaubten anfangs, von oben eine künstliche Kultur und starker sozialer Rückständigkeit. Dort Freundliche, bekannte Orte liegen an den Vergleich zu Karpathorußland erzählen? Es ist Blume zu sehen, wie sie so oft in europäischen drunten scheint das 20. Jahrhundert noch lange ichmalen Ufern: Bingen , Rüdesheim , Bacharach , wirklich überflüssig. Varietés gezeigt wird. Es war aber eine echte nicht angebrochen zu sein. Gern setzt man sich St. Goar , Aßmannshausen, Caub usm Ueber Etwas ängstliche Reisegefährten waren über Pflanze nach dem zu urteilen, was wir festzu­wieder in den Schnellzua, um nach rund zwanzig ihnen, meist in halber Bergeshöhe volle zwei rascht, am Rhein keinen Wirbel" erlebt zu stellen vermeinten. Stunden Fahrt, vom Ausflug in den dunklen Dußende Ruinen oder noch erhaltene feste, haben. Wohl sah man hie und da uniformierte Der Dampfer fuhr ab, nachdem der Falir Often der Tschechoslowakei heimkehrend, froh in trupige Burgen: u. a. Scharfenstein , Falken Braunhemden, aber sonst beobachtet man wenig mit reichlich Bakschisch"( Trinkgeld) belohnt wor­Prag zu landen. burg, Stahled, Gutenfels, Schönburg. Maus Anzeichen politischer Hochspannung. Selten trägt den war. Wir bejahen uns nochmals genau das Rab , Lahned, Marksburg und als leßtes, ent- iemand ein parteipolitisches Abzeichen. In Ge- natürliche, grüne Blättchen, das der Engländer Aur angenehmen Abwechslung geht's mit der zückendstes Schloß, der Stolzenfels Mittensprächen merkt man öfters die schärfffe Ableh ebgepflückt hatte: dann legte dieser es zwischen die Reichsbahn ab Eger über Nürnberg , wo im Strom das schmale Mäuseschloß und die mung der Hitlerschen Politik. Seiten seines Notizbuches. Als wir Aden an längerer Aufenthalt um Mitternacht ist, west charakteristische Pfalz. Zahlreiche Schiffe mit den Lebhaft bedauern alle Teilnehmer der schön der Südspitze Arabiens hinter uns hatten und ins wärts an den geschichtlich is bedeutungsvollen. Flaggen Deutschlands , Frankreichs , Belgiens , verlaufenen Rheinfahrt, daß sie allzubald beendet Rote Meer einfuhren, famen wir abends an der fagenumivobenen Rhein . Zunächst durch das Hollands und der Schwei ; freuzen unseren Weg; iſt. Dem Sozialisten vermittelt sie überaus Tafel wieder auf das Kunststück des Fakirs und liebliche Neckartal nach Heidelbera, der sehr viel Sol; und Ruhrkohle wird landauf ge- wertvolle Einblicke und fördert das Verständnis seine seltsame Blume zu sprechen. Die in Aden feinen". Schon um 6 Uhr früh ist der Sonder- schleppt. Der Rheingoldexpreß braust vor uns internationaler Zusammengehö- neu eingestiegenen Reisegenossen wollten das zug in diefer vielbefungenen, herrlich an den norüber. Bis zum Deutschen Ed" an der rigkeit. Gerade das Rheinland, der Brenn- Blättchen sehen, und der Engländer griff nach Ufern des schiffbaren Neckars aelegenen Univer- Mündung der Mosel in den Rhein bei Koblenz punkt größten geschichtlichen Geschehens, beweist seinem Notizbuch, um es hervorzuholen. Das fitätsstadt. Unter ihren 82.000 Einwohnern be- geht im prallen Sonnenschein die prächtige Fahrt die Fruchtbarkeit internationaler Beziehungen in Blatt war nicht darin, auch nicht die Abdrücke finden sich 4000 Studenten. Eine Rundfahrt auf dem hübschen und geräumigen Dampfer. wirtschaftlicher und geistiger Richtung. einer gepreßten frischen Pflanze. durch die viele alte Häuser aufweisende Stadt Groß und proßig steht am Deutschen Ed" beim Das ohne eigene Schuld, wohl aber durch die In Wirklichkeit hatten wir gar kein Blatt Rigeunerkolonie vor- Busammenfluß von Rhein und Mosel, das Reiter Politik des feudalkapitalistischen Unaarns zurückgesehen, der Engländer hatte überhaupt keins ab­bei: nur find es hier fefte Säuser zum Unter- standbild Kaiser Wilhelms I. Schon zuvor iſt gebliebene Karpathorußland emporzuheben, gehört( gerissen, und der Fakir hatte wohl auch gar keine schied von unserem Ostafien", wo die vielen das zur Einnerung an den siegreichen Strieg sicherlich zu den wichtigsten kulturellen Aufgaben richtige Pflanze hervorgezaubert". Während er Zigeuner vorwiegend" in armseligsten Höhlen Deutschlands 1870/71 bet Rüdesheim 1883 er der Tschechoslowakischen Republik. bei der Schlangenvorführung durch die Kraft hausen. Vom berühmten Seidelberger Schloß, richtete gewaltige Nationaldenkmal am Dem aber, der eine Rheinreise sich leider feiner Sprache alle Zuschauer hypnotisierte, bil­dem ehemaligen Sitz der Pfalzarafen, das Ende Niederwald weithin sichtbar. Gegenüber von deten sich diese ein, das so Gesprochene, oben Be­des 18. Jahrhunderts von den Franzosen aründ- Koblenz liegt am rechten Rheinufer die alte este fchriebene alles wahrhaftig erlebt zu haben. Die lich zerstört wurde, schweift der Blick nach Westen Ehrenbreit stein. Beide Stromufer sind Suggestion hatte jedenfalls noch mindestens in die Rheinebene. Zu Füßen das bunte Häuser nur durch eine Schiffsbrücke miteinander ve:- eine Stunde nach Abfahrt des Dampfers ihre meer Heidelberas. 20 Kilometer entfernt fehen bunden. Der Zug trägt uns später den Rhein ent vir die Fabrikschlote Mannheims; ihm gegen­

befferen Sotels ficht's ungemütlich aus, it's fid) befindet. tritt uns neueſte Geschichte weh- bracht. Der Rhein fließt 33 Kilometer durch das wir standen an der Reeling und winſten unjern ſich

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nicht gönnen kann, ist eine Fahrt durch das nicht viel minder schöne, wenn auch viel fürzere böhmische Elbetal lebhaft zu empfehlen. Die billige Dampferfahrt von Leitmerik bis Bodenbach iit ein recht annehmbarer Ersatz für die verachlich Straft nicht verloren. ersehnte Rheinreise. J. Sch.

Giselher Mum mt.