Nr. 92
Mittwoch, 19. April 1933
Oesterreichs Arbeiter auf der Wacht!
Relchskonferenz in Wien / Danneberg: Die Entscheidung liegt noch vor uns!
daß zu entscheiden nur die baben, die dabei sein werden, wenn es ernst wird!
Wien , 18. April. In einer außerordentlich Staunens gehört habe, so muß ich sagen, von der schweren Zeit trat Samstag im Favoritener Sympathie solcher Leute haben wir in folchen Augen Arbeiterheim die Reichslonferenz der österreichi bliden wenig! Das ist auch in der Politik so, daß die schen Sezialdemokratie zusammen. Ihre Aufgabe Stiebige beiseite müssen und war es, die Politik der Partei unter den durch die Ereignisse in Deutschland und in Oesterreich geschaffenen Verhältnissen zu bestimmen. Nicht nur die starke Beschickung durch die Organisationen, fondern auch die Teilnahme zahlreicher Vertreter der ausländischen Bruderorganisationen unterstrichen die Bedeutung, welche dieser Tagung zu= tam. Als Vertreter der Internationale war de Brouderc, für den Internationalen Gewerkschaftsbund Citrine anwesend.
Wenn die Gegner der Sozialdemokratie erwartet hatten, daß die Geschlossenheit der Partei durch die Ereignisse der letzten Monate gelitten habe, so wurden sie durch den Verlauf der Konfe renz schlagend widerlegt. Nicht nur aus dem politischen Referat, sondern auch aus der Debatte, in welcher die Anfichen aller Glieder der großen österreichischen Arbeiterbewegung zum Ausdruck tamen, sprach der Geist der Enschlossenheit und Ruhe und der feste Wille, unbeirrt durch Drohungen von rechts und Sohn von links den für richtig erkannten Weg weiterzugehen.
Nach der Eröffnung durch seit und den Ansprachen de Brouderes und Citrines erstattete das Hauptreferat
Genosse Danneberg.
Er gab zuerst eine kurze Uebersicht der Entwid. iung in Deutschland und stellte dann fest, daß die österreichische Arbeiterschaft jetzt Wochen einer Uebergangszeit durchlebt, von der man noch nicht genau sagen kann, wohin der Weg endgültig führt. Durch den Sieg Hitlers in Deutschland ist die ganze Weltpolitit ins Wanken gekommen. Fünfzehn Jahre nach dem Weltkriege wird die Parole„ Nie wieder Krieg" übertönt von dem Geschrei des Nationalismus, der die Welt wieder in Brand steden will. Für Desterreich würde ein Abweichen von der Neutralität bedeuten, daß das Land als Kriegs schaupla verivendet werden würde. Der Kampf um die Neutralität ist aber heute gleichbedeutend mit dem Kampfe gegen den Fascismus.
Sette 3
G. P. meldet sich! SOS- Ruf aus der„ Bohemia‘.
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einstimmig angenommen, in der es heißt: Der Eiertanz der Bohemia" hat zu Ostern seinen Höhepunkt erreicht sozusagen ein Die Ereignisse der letzten Woche haben dem Ostereiertanz. Die Eier sind zwar immer österreichischen Volf einen Anschauungsunterricht über den unersetzlichen Wert der Demokratie ge- noch braun, aber diejenigen Leute, von denen die berbunden mit dem Rampf um die Neutralität blind feien, sollen glauben, es handle sich um geben. Der Kampf um die Demokratic iſt untrennbar Bohemia" gern haben möchte, daß sie farbenOesterreichs gegenüber allen Kriegsanschlüssen demokratisch e" Naturprodukte. Gelegt hat und damit um die Sicherstellung des Friedens des diese Eier der Herr G. P., also der Abgeordnete Landes. Die Vertrauensmänner der Arbeiter fast Gustav Peters , dessen Gegacker wir bereits ganz Desterreichs stellen fest, daß die Ereignisse der ganz gut zu deuten verstehen, obwohl wir nicht, Es gibt Gegner, die töricht genug sind, die letzten Woche in der gesamten Arbeiterklasse die wie Jung- Siegfried, die Sprache der Vögel verGeduld und das Verantwortungsgefühl, das wir größte Erregung und Verbitterung hervorgerufen stehen. haben, als Schwäche auszulegen und die meinen, haben, wie sie der österreichische Staat seit dem Herr G. P. versucht mit krausem Stil, der der daß, wenn sie die österreichische Sozialdemokratie Umsturz nicht mehr gekannt hat. Unordnung seiner Gedanken entspricht, zweierlei: wirklich vernichten wollen, die österreichische Soziale Angesichts der bedrohlichen Lage des Landes auf der einen Seite will er vor den demokratischen demokratie schweigend untergehen wird. Diesen faßt die Reichskonferenz folgenden Beschluß: Seit Refern eine glaubwürdige Entschuldigung dafür Gegnern sage ich von dieser Stelle aus, daß fie Ende März hat die Regierung, die bis dahin voranbringen, daß die„ Bohemia" bisher in der Be in einem gefährlichen Irrtum leben! Das, was gab, zu Verhandlungen über die verfassungsmäßige wir heute brauchen, ist für die neue Zeit die alte Beilegung des Konflittes bereit zu sein, ihre Pläne urteilung der reichsdeutschen Vorgänge sich ,, Be= Parole: Nicht einschüchtern lassen, aber auch fich offenbar geändert. Sie hat die in Aussicht gestellten schränkung auferlegt hat, auf der nicht provozieren lajien, nur ja nicht glauben: Verhandlungen nicht begonnen und sich auf eine anderen Seite will er gleichzeitig weiter in Alles oder nichts. Beseelt von der Erfenntnis, bak lange Dauer des verfassungswidrigen Zustandes ein Hitler - Begeisterung machen und doch der Nacht der Konterrevolution der Morgen der gerichtet. auch der tschechoslowakischen DemoFreiheit folgen wird, sollen wir in dieser kritischen Stunde zusammenstehen, bereit für alles, was notwendig werden kann!
An das mit lebhaftem Beifall aufgenommene Referat schloß sich eine ausführliche Debatte, die auch den zweiten Tag der Reichskonferenz aus füllte. Zahlreiche Vertrauensmänner famen zu Wort. Aus allen Reden ging die starke Radi talisierung der Arbeiter hervor, die durch ihre Vertrauensmänner immer wieder forderten, daß dem Fascismus in Desterreich feinerlei Ron sessionen gemacht werden. Im Laufe der Dis kussion sprachen auch Otto Bauer , Karl Ren
Angesichts dieser Entwicklung der Politik hält fratie gut zureden, fie möge nur ja von die Reichskonferenz fest, daß die Aussichten auf der Anständigkeit und Aufrichtigkeit der demokraeine friedliche demokratische Entwirrung des Ver- tischen Freiheitspartei und Bohemia"-Grund faffungskonfliktes immer geringer geworden fäße überzeugt sein. Zunächst hätte die Bohe find. Die Lage ist überaus ernst. Sie mia" a bwartende Distanz" zu den Din fordert, daß sich die Arbeiterklasse auf alle Even gen gehalten( weil angeblich eh nichts zu machen tualitäten vorbereitet. Die Entscheidung liegt ist), jetzt aber, schreibt er, gestatten es die sich nicht hinter uns, sondern vor uns. überstürzenden Ereignisse"( ließ: die
In weiteren Beschlüssen befaßte man sich Massen- Abbestellungen der„ Bohemia") nicht dann mit der Feier des 1. Mai. Die Regierung mehr, fritiflos zu bleiben. Die maßvolle Kritik in Oesterreich versucht nämlich, die Maifeier der ist uns vielseitig übel vermerkt worden", erzählt Arbeiterschaft dieses Jahr zu verbieten. Die der Peters- aber das sei belanglos. Wirklich? Reichskonferens hat aber den Beschluß gefaßt, dies Erzählen Sie das der Frau Blaschke, Herr Abzurückzuweifen und die Maifeier der österrei- geordneter, daß Ihnen das wurscht ist! Ja, bechischen Arbeiter zu erzwingen.
Parteitag von Avignon auf Seite Blums.
fraktionsmehrheit unter Renaudel überstimmt. Dreiviertelmehrheit gegen einen Regierungseintritt.
langlos ist für Sie, was die Leser denken und wie sie denken wenn sie nur„ Bohemia"-Leser bleiben. Und weil sie das durchaus nicht bleiben wollen, winden Sie sich jetzt wie ein Salamander und erzählen den gan; Verblödeten,
daß die Bohemia" sogar noch einen„ politischen Gewinn" aus dieser Distanzierung" geschöpft hätte, der darin bestehen soll ,,, die realen Tatsachen unseres Seins als judetendeutsches Volt mehr als früher erkannt zu haben."
Paris , 17. April. In den Osterfeiertagen[ Die Mehrheitsentschließung Blum Faure tagte in Avignon der außerordentliche Ron- nimmt auf die Regeln Bezug, die die früheren Sofern dieser Unsinn überhaupt eine Deutung Die Regierung Dollfuß macht eine zwiespältige greß der sozialistischen Partei Frankreichs , um Parteitage der sozialistischen Kammerfraktion zuläßt, so nur diese groteske, daß die Bohemia" Bolitit: auf der einen Seite gegen die Nazi und auf über die Gesamttaltit der Partei in der Frage vorgeschlagen haben. Im Uebrigen wird darin jetzt der Deffentlichkeit weismachen will, fie hätte mit ihrer Fascistenbegeisterung dem der andern Seite gegen den Warrismus. Einem der Haltung gegenüber der Regierung und den betont, daß die sozialistische Partei eine Partei folchen Zweifrontenfrieg wird sie nicht lange übrigen Lintsparteien zu entscheiden. des Klassenfampfes, nicht aber eine alaubt aber nicht einmal der Herr Peters. Sudetendeutschtum genüt! Das gewachsen fein. Darum bedeutet der heutige Partei der Reformen sei und daß die parlamen- weil er vom Gegenteil überzeugt ist, fritisiert glaubt aber nicht einmal der Herr Peters. Ja, politische Zustand einen Uebergang, aus dem das Land herauskommen muß nach der einen oder tarische Aktion nur eines der Aktionsmittel der er jetzt leicht nach rechts, aber gerade nur in Partei darstellen könne. Die Resolution fritisiert der Tonart, die er für die Ohren Hitlers und seiner und verurteilt ferner an einigen Stellen das Affen in Deutschböhmen noch für erträglich hält! Verhalten der Stammerfraktion und erklärt, Und daß die Bohemia" auch jetzt noch nicht ihre Saltung ändern will, geht aus folgenden Sägen des Herrn Peters hervor:
anderen Seite!
Wenn heute die Ungeduld vieler Tausender Proletarier glaubt, daß wir entscheidende Stun den schon versäumt hätten, so jage ich darauf umgelehrt: Die Entscheidung wird erst tommen!
Welche Lösungen sind nun für Desterreich mög lich? Der fonsequente Antimargismus endet bei der Salenfrenzlerei. Das kann in der Form geschehen, daß die Nazi in die Koalition aufgenommen werden; dann würde die Regierung Dollfuß das Schid jal des Herrn von Papen erleiden. Dann ist es um die christlichsoziale Partei geschehen und man müßte daher von der jetzigen Politit der Regierung fagen: Die Christlichsozialen begehen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
Die Entwicklung lann aber immer noch auch einen anderen Weg gehen und wir wären töricht, wenn wir das nicht sehen wollten.
Daß Machttämpfe mit Verfassungsverhand lungen enden, ist schon öfter in der Geschichte bagewesen.
Daß wir in der Defensive sind und den Fascis mus abzuwehren haben, darüber müssen wir uns flar sein. Auch darüber, daß man heute nicht weiß, ob es überhaupt bald zu Verhandlungen über die Verfassung kommen wird.
Der Kongreß war von 400 Delegierten der Kreisorganisationen beschickt; als Gäste wohnten mehrere tausend Parteigenossen, darunter auch zahlreiche Vertreter aus dem Ausland, den Ver handlungen bei.
In der Partei und im Klub bestanden seit den Wahlen im vorigen Mai Differenzen zwischen den Ansichten des rechten und des linken Flügels der Partei, die vor sechs Wochen in dem Rücktritt des Klubvorsitzenden Leon Blum und des Sekre tärs des Klubs, Vincent Auriol , gipfelten. Die beiden verteidigten die Beschlüsse der früheren Barteikongresse, die eine Unterstützung der nichtsoziali ftischen Parte en der Linken zulassen, aber einen Eintritt der Sozialisten in die Regierung ablehnen.
In der Kongreßdebatte ergab sich, daß im Gegensatz zur Kammerfraktion, wo die Rechte unter Renaudel ziemlich stark ist, der Kongreß zum überwiegenden Teil die Politik Leon Blums billigt, d. h. gegen den Eintritt der Sozialisten in die Regierung und auch gegen cine erweiterte Unterstützung der Regierung ist.
eine taktische Erwägung dürfe die soziali stische Kammerfraktion zu Handlungen oder zu Abänderungen bestimmen, die die Art der sozia listischen Partei verkennen.
Die Resolution Renaudels erhielt nur 925 Mandatstimmen, d. i. 23 Prozent der Kongreßmandate der Partei, jedoch die Zweidrittelmehrheit der Parteiabgeordneten. Für die dritte Resolution der extremen Linken wurden 220 Mandatsstimmen abgegeben.
Renaudel erklärte nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Abstimmung, daß die Mehrheit der Kammerfraktion ihre Taktik fortsetzen werde.
Der Kongreß schloß somit unter Wahrung der Einheit der Partei, doch wurde die zwischen den beiden Parteirichtungen bestehende Kluft nicht beseitigt.
,, Die erneute Möglichkeit einer nationalen Regierung in Deutschland hat selbstverständlich auch uns Sudetendeutsche mitgerissen. Sie war, aus der Distanz gesehen, unser alter Traum schon zu Oesterreichs Zeiten. Phantastisch, wie das Wachstum der Bewegung, war der Auf- und Ausbau des Programms, waren die zu seiner Durchsetzung angewandten Mittel. Oft überraschte uns dieser oder jener
fühne Wurf, überwältigte uns ein Mißgriff, aber wir konnten nicht von einer Hoffnung lassen, die wir einmal gefaßt hatten. Freilich sahen wir einen Lehrsaß der Demokratic nach dem andern fallen; so sehr wir es bedauerten, so wenig lag es an uns, es zu verhindern. Gerade da aber wurde um so deutlicher erkannt, was gerade uns die Demokratic sein muß." Der Schluß ist wieder ein Stuß! Und vor
Die Unabhängigen gehen allem ist es eine glatte Lüge, daß die„ Bohemia" zur Komintern.
Trotzdem hörte der Stongreß den Sprecher des rechten Flügels, Renaudel, im ganzen aufmerksam an. Renaudel beantragte eine Resolution, welche den eventuellen Eintritt der Partei Es gibt noch eine Möglichkeit. Es fann in die Regierung zur Erwägung empfiehlt. das Fallen der demokratischen Lehrjäße"( wie sein, daß dieses Regierungssystem wanfend wird, weil Auriol, Lebas, Paul Faure und vornehm ausgedrückt!) bedauert hätte. Mit Ric feine finanziellen Grundlagen zerbrechen wer Eine naive Anfrage an Mostau. fenlettern hat sie alle hemmungslosen Reden der den. Freilich, wenn man diese Möglichkeit ins Auge Leon Blum fritisierten scharf den Standpunkt faßt, dann braucht man für seine Politik eine Eigen der Mehrheit des Deputiertenklubs und appel- Derby, 17. April. Der linke Flügel der Hitler und Goebbels veröffentlicht, nicht ein ein schaft, die heute begreiflicherweise immer weniger zu lierten an die Partei, ihren Willen im Sinne englischen Arbeiterpartei, d.. die sogenannten ziges Wort des Protestes gegen alle Gewalt und finden ist, man braucht dann ein gewisses Maß der reinen sozialistischen Lehre zu äußern. Sie unabhängigen, beschlossen am Sonntag, Schandtaten in den letzten Wochen gefunden! Sie von Geduld. Ich wundere mich nicht darüber, belämpften die Opportunisten und appellierten alle Beziehungen und Verbindungen zu der hat den Fascismus im Reich in seinen Trunkendaß die Maſſen es nicht ertragen wollen, daß fie an die Einheit der sozialistischen Bewegung, in Zweiten sozialistischen Internationale abzubre beitsexzessen nicht nur gehindert, sondern gevon Hunger und Not gequält, auch noch rechtlos gemacht werden sollen. Aber wenn auch in den dem sie den Gedanken einer Spaltung der Parteichen und sich der Dritten fommunistischen Inter - fördert und ist deshalb ja von der Hitlernationale anzuschließen. Regierung extra belobigt worden! Und nun soll Plassen die ruhige Erwägung taum noch Raum ablehnten. findet, wäre es doch falsch, wenn die VertrauensDie Resolutionskommission machte fich die Der Reichsvollzugsausschuß erhielt die Wei- man ihr glauben, daß sie in der Tschechoslowakei männer nichts anderes täten, als dieser Stimmung Resolution Blum zu eigen, die dann in einer jung, die Moskauer Zentrale der kommunisti - für die Demokratie ist aus Demokratie? Ausdrud zu geben. Für denjenigen, der sich verant Nachtfißung vom Plenum des Kongresses mit schen Internationale um Informationen zu er- Nein, weil es in der Tschechoslowakei nicht wortlich fühlt für das Schicksal des Voltes, für den der Dreiviertelmehrheit von 2807 fuchen, mie sie die bolfchemistische Revolution in möglich ist, Hitler Diktatur zu spielen und weil ist es teine Schande, wenn er zögert und wenn Mandatsstimmen angenommen wurde. England durchführen könnten. er überlegt, sondern zu schämen hat sich nur dersich diese Demokratie weder den Ganzfascismus des ,, Tag" noch den Halbfascismus der„ Bohemia" jenige, der ihm dabei un lautere motive unterbieten lassen will deswegten und nur deswegen schiebt! zeigen diese Fascio- Demokraten heuer mehr Bereitschaft" für die Demokratie. Das heißt: sie zeigen sie nicht, diese Bereitschaft, sondern sie sprechen nur von ihr und erst jetzt, da fie die Politik und die Leser zur Distanzierung" zwingen. Und auch von der re den sie nur und erstießt. Und morgen, wenn zwei Hakenkreuzler diesem Chamäleon von einer Zeitung eins über den Kopf geben, wird die Bohemia" auch wieder auf die allerleiseste Kritik verzichten und nur ihren alten Traum" aus Desterreichs Zeit
Japanischer Vormarsch nach Süden.
Englische und amerikanische Interessen gefährdet. Peiping, 18. April. Die Japaner griffen bergwerke geschlossen werden. In dem beseß ten Gebiet siedeln auch viele Ameritaner, für deren Leben und Eigentum die höchsten chinefischen Stellen Befürchtungen äußern.
Washington, 18. April. Jm Staatsdepartement verfolgt man die Vorgänge in Nord
fortträumen.
Manche glauben, man müsse nur dorthin gehen, wo die Beute sagen, daß es ehestens losgehen wird. Revolutionärer Geist ist gut, ist unerläßlich, aber ohne Verständnis der Lage und Dinge geht er fehl und ist eine Vergeudung wertbollster Kraft. Es ist schwer, über den Augenblid des Ernstfalles zu reden. Ein General- in den leßten Tagen mit starten Kräften füdlich streit ist heute etwas anderes, als er es in der Großen Mauer an. Schließlich gelang es normalen Zeiten war. Heute wird es wohl still- ihnen, die Chinesen auf das rechte Luan- Ufer zu gelegte Betriebe, aber leine gefreuzten Arme geben. rüdzuwerfen. Damit haben sie ihre Stellung füdIn diesem Kampfe tann es einen lachenden Dritter geben, das sind die Nazi, die uns heute mit ihren lich der Großen Mauer beträchtlich gefestigt und albernen Verhöhnungen in einen Rampf hineinjagen den Chinesen ein Territorium von etwa 250 wollen, damit sie dann im Blute der Arbeiter ihre Quadratmeilen südlich der Mauer entrissen. braune Wäsche waschen können. Glauben wir auch Der Notenumlauf zum 15. April. Nach dem: nicht, daß revolutionäre Erhebungen irgendwo be letzten Ausweis der Tschechoslowakischen National flossen werden können, sondern eine revolutio. bant belief sich der Banknotenumlauf am 15. näre Erhebung tann nur aus der Leidenschaft Der amerikanische Senat hat heute den Geseß- April auf rund 5.747.7 Millionen K, wozu noch der breiten masse erwachsen, wenn das Die Lage kompliziert sich jedoch insofern sehr entwurf angenommen, der den Präsidenten er- 994,6 Millionen Giroforderungen der Gläubiger Befühl durch die Maffen geht: Es muß sein! start, als in diesem Gebiet bereits die Intereffen mächtigt, die Ausfuhr von Waffen und Munition und andere sofort fällige Beträge kommen. Dem Solche Augenblide tönnen sehr wohl kommen. In einer anderen Tage hat Viktor Adler das ausländischer Staaten durch den japant- nach einem Lande, das einen Angriffstrieg gegenüber betrug die Dedung in Gold Wort gesagt„ Dem stiebigift tein Spiel zu ſchen Vormarsch bedroht erscheinen. So mußten unternehmen würde, zu untersagen. Diese vom 1.708.5 Millionen, in wertbeständigen hoch!" Und wenn ich in diesen Wochen sehr oft von bereits die zwischen Tientsin und Tschingwangtao Parlament bereits angenommene Vorlage richtet Devisen 1.005,3 millionen K. Daraus ergibt Leuten, die teine Parteigenossen sind, Worte des gelegenen, den Engländern gehörenden Kohlen- fich offenbar gegen Japan . sich eine Golddedung von 40.3 Prozent.
Ueber Tung- Tschau, einer 20 km. östlich von Ueber Tung- Tschau, einer 20 Km. östlich von Peiping gelegenen Stadt, warfen Dienstag früh japanische Flugzeuge Bomben ab, die außerhalb des Stadtgebietes niederfelen.