Celle 2

Donnerstag, 17. August 1983

191.

Kommi Goering vor das Reichsgericht? Neuerliche Autonomie- Forderung

Der Oberreichsanwalt fragt Romain Rolland nach dem Reichstagsbrandstifter.

Anzeige der Unterschlagung bezichtigt wurde) in der Krankenkasse, deren Obmann er war. Erst nach seinem überwältigenden Wahlsieg wurde das Verfahren eingestellt. Cermak, der in Komotau kandidierte, wurde von den deutschradikalen Bundesgenossen der heutigen, Nazis in Riesenplakaten als, abgestraf­ter Verleumder" beschimpft, weil ihn Der Prozeß um den Reichstagsbrand verur­ein völtischer Richter knapp vor dem Wahltage facht der deutschen Reichsregierung die schwersten facht der deutschen Reichsregierung die schwersten einen harmlosen Preßprozeß verlieren ließ. Sorgen. Der Zeitpunkt des Prozesses wird im Und als im Jahre 1908 die nationale Welle wird die Behandlung der Angeschuldigten: Van mer wieder verschoben und immer merkwürdiger hochging, da flogen die Steine der völkischen der Lubbe wird von der Außenwelt völlig ab­Demonstranten gegen die von Seliger heraus geschlossen, Torgler in Retten gelegt. Einer gegebene Freiheit", gegen die von ihm ehren- der Veschuldigten Bulgaren unternimmt einen amtlich verwaltete Teplitzer Krankenkasse. Ge- Selbstmordversuch. Es darf angenommen wer gen die Maifeier der deutschen Arbeiter gab den, daß der Prozeß sofort stattfände, wenn es ein Flugblatt der Deutschbürgerlichen diese gelänge, van der Lubbe und Torgler zu ewigen Parole aus: Deutsche Hausbesitzer, Schweigen zu bringen. Durch Selbstmord" oher Iodert die Dachziegel auf Eueren anderswie. Vorläufig aber leben sie noch und je Dächern!" Und nun wollen wir dem geheimnisvoller das Verhalten der Reichsregte­,, Tag" auch verraten, wie Josef Seliger dem scher sieht die europäische Deffentlichkeit dem rung und der Anklagebehörde wird, umso kriti­entfejjelten völkischen Terror damals geant- fchändlichen Treiben der Schuldigen zu. Männer wortet hat. Als am 18. Of: ober 1908 eine von Weltruf, unter ihnen der französische Dichter sozialdemokratische Demonstration von den Romain Rolland , befassen sich mit dem Nationalen überfallen wurde die Teplißer Schicksal der Angeklagten und mit der Anklage Polizei prügelte an der Spitze der völkischen selbst. Ein unabhängiger Gerichtshof wird sich Buben auf die Arbeiter ein, genau so wie im bilden, der unter Zugrundelegung jenes Tat heutigen Nazideutschland, da steckte Josef da itedte Josef jachenmaterials, über das in Deutschland bei Seliger den Zwider in die Tasche und schwang geflüstert werden darf, die Verhandlungen vor Strafe des Konzentrationslagers nicht einmal in der vordersten Reihe seinen Eichenstock Sem Reichsgericht kontrollieren und das Urteil gegen die Fanghunde des Kapitals. So bestätigen wird, das sich das fulturelle Europa würde Seliger auch heute ant- über die wahren Schuldigen an dem Reichstags­worten! brand schon längst gebildet hat.

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Der Tag" meint, der absolute Man­gel" an arischem Führernachwuchs sei ein Zei chen des unaufhaltsamen Niederganges" der Sozialdemokratie. Er hat recht: Führerwahn á la Petermichel besitzen wir nicht. Die Män­ner aber, die heute an der Spitze der Partei stehen, opfern im Geiste Seligers jedes Fünf­chen ihrer Kraft und ihre Gesundheit für die Sache der Arbeiterschaft. Auch wenn die Füh rer der Sudetennazis etwas für die Arbeiter schaft tun wollten, allsamt wären sie nicht im­stande der sachlichen Leistung unseres Doktor Czech den kleinen Finger zu reichen. Und es war einer der führenden Parlamentarier der Nationalsozialisten, der auf den Genossen Taub, als er um die Verbesserung des Altersversorgungsgesetzes mit überwältigender Sachkenntnis rang, im sozialpolitischen Aus­schuß auf ihn zutrat und sagte: Herr Kol­lege, ich bewundere Sie!" Das ist die große Führertradition unserer kleinen Partei: Arbeit and Treue zur Sache bis zum letzten Atemzug, unter Hintanseßung des eigenen Leberis." An diesem Beispiel wird auch eine neue Führergeneration groß werden. Wir fürchten, daß sie trop Nachweis zahlreicher arischer Urgroßmütter bei den Nazis keine Liebe erweden wird, wir wissen aber, daß sic wie Josef Seliger das Schwert des Geistes und die Kraft der Faust gegen das völlische Piratentum zu schwingen weiß!

Ihr müfet un

Genoffen! ausgesetzt für

Die Verbreitung unserer Zeitung agitieren

Diese Aufmerksamkeit der Welt beginnt so­wohl dem Reichsgericht als auch der Reichs­regierung peinlich und unerträglich zu werden. Es find außerhalb der Reichsgrenzen, also den Henterarmen Goerings entrüdt, Zeugen, die be­reits ausfagten und vor dem unabhängigen Ge­cichtshof des kulturellen Europas noch aussagen werden. Aus diesem Grunde unternahm der Oberreichsanwalt ein Ablenkungsmanöver- zur Täuschung der Welt und vor allem des deut­fchen Voltes. Darüber liegt folgende amtliche Meldung vor:

Hlintas.

Aus Neutra wird uns geschrieben: In der Generalversammlung der Landeszentrale der fa­tholischen Studentenschaft sprachen alle in Nitra anwesenden slowakischen Bischöfe und Kar Bedeutung, darüber hinaus aber auch geeignet ist, binal lond. Außer einer Reihe anderer den Verdacht der Beteiligung an dem Brande gegen Redner sprachen die Abgeordneten Moito, Personen zu begründen, gegen die bisher ein Ver- Tifo und Andrei Slinta. Slinta fahren nicht anhängig gemacht worden ist. Da Inüpfte an die Worte des Präsidenten Masa­weder mir, noch dem Untersuchungsrichter, noch ryk an, die in dem zu den Pribina- Feiern nach dem Reichsgericht troß der in der Deffentlichkeit Nitra gesandten Gruße enthalten sind, daß das ergangenen Aufforderung zur Mitteilung aller zur Christentum teinen Haß tenne. Die Aufklärung der Sache dienlichen Umstände und Slowaken wollen niemanden haffen und hegten troß der Ausseßung einer hohen Belohnung für die auch, nun da fie frei sind, feinen Haß gegen ihre Mitwirkung bei der Ermittlung der Täter andere ehemaligen Unterdrüder, die Ungarn . Er hob als die in den Alten verwendeten Angaben zuge die Bedeutung dieser Freiheit und die Entschloß­gangen sind, die Anklagebehörde und das Gericht fenheit der Slowaken hervor, die Republik mit aber das allergrößte Interesse daran haben, alle dem ganzen Leben zu verteidigen. Um so weni Umstände kennen zu lernen und bei der Bildung ger hegen die Slowaken gegen die Tschechen des Urteils zu verwerten, die für die Aufklärung Saß, verlangen aber die Erfüllung ihrer des Sachverhaltes dienlich sei, wäre ich Ihnen, autonomistischen Forderungen, bes sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, zu Dank ver- fonders Brot für die junge slowakische Intelli­pflichtet, wenn Sie mir Kenntnis von dem an- genz. Auch die übrigen Redner gingen von den geblich im Besit der Kommission befindlichen christlichen und katholischen Pflichten im öffent­Beweismaterial geben würden. Für eine möglichst lichen und privaten Leben aus, die sich von Volt baldige Uebermittlung des Materials, insbesondere au Volt geltend machen müßten. Die Sibung. für die Angaben der Anschriften von Zeugen, die schloß mit dem apostolischen Segen, den der Pri über den Reichstagsbrand fachliche Angaben machen mas von Polen , Kardinal Slond, den Anwe können und verpflichtet oder bereit sind, zur Ver- senden erteilte. handlung vor dem Reichsgericht zu erscheinen, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Genehmigen Sie usw."

Ausdruck gaben, ins Konzentrationslager ge­bracht oder zu einigen Jahren Kerkers verurteilt Sehr geehrter Herr Romain Rolland ! wurden. Die Einladung an Entlastungszeugen Ihr in der Reichstagsbrandsache an den Herrn für Torgler und van der Lubbe, die zugleich Be deutschen Botschafter in Paris gerichtetes Schreiben lastungszeugen für Goering und Konsorten vom 18. Juni 1933 ist mir übermittelt worden. wären, ist eine höfliche Einladung In ihm bringen Sie zum Ausdrud, daß alle Er. zum Selbstmord. Deutschland ist tem fundigungen Ihnen keinen Zweifel daran gestatten, Rechtstaat, in dem ein Zeuge seine wahre Mei daß die als Mittäter bei der Brandstiftung im nung ungefährdet jagen tönnte. Das weiß der Reichstag beschuldigten Bulgaren unschuldig feien. Oberreichsanwalt und er weiß auch, daß sich Da ich davon wohl ausgehen darf, daß Sie glau- eben darum niemand melden wird, der bereit ist, ben, für Jrhe Annahme beweiskräftige tatsächliche die Grenzen des Landes der Henker und Brand Unterlagen zu haben, und da die deutschen Unter-[ ifter zum Zwecke der Wahrheitsfindung zu suchungsbehörden das allergrößte Interesse baran überschreiten. Da haben dann Reichsregierung haben, den Sachverhalt nach jeder Richtung restlos und Reichsanwalt den Beweis" dafür, daß an haben, den Sachverhalt nach jeder Richtung restlos der Greutelheze" des Auslands nichts Wahres aufzuklären und auch alle Beweise zu erheben, die

Leipzig , 16. August. In Sachen der Reichstagsbrandstiftung hat der Oberreichsanwalt am 10. August d. J. an den schwedischen Rechts­anwalt Dronting und den französischen Schrift steller Romain Rolland die nachstehenden Schrei­ben gerichtet: Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt! In der in Kopenhagen erscheinenden Zeitung Sozial- Demokraten" vom 6. Juli d. J. ist ein Artikel erschienen mit der Ueberschrift: Die Wahr heit über den Reichstagsbrand muß an den Tag". Nach diesem Artikel haben Sie einen Bericht erstatter der genannten Zeitung in einer ihm ge­währten Unterredung erklärt, daß Sie Mitglied einer Kommission international anerkannter Ju­risten seien, die demnächst im Haag zusammen­treten sollen und die die Aufgabe übernommen haben, ein Gutachten darüber abzugeben, was in der Sache des Brandes des deutschen Reichstages ,, für recht und richtig" erachtet werden solle. Cie sollen dabei betont haben, daß sich die Kommis­fion bei Abgabe ihres Gutachtens nicht begnügen werde mit den Auskünften, die die Oeffentlichkeit bereits aus Zeitungen und Blättern kennt, son­dern daß ihr tatsächliche Aussagen zur Verfügung Solche Zeugen fönnte der Herr Oberreichs­ständen. Hieraus glaube ich bestimmt entnehmen anwalt in Berlin zu Dußenden haben, wenn zu können, daß es sich um Beweismaterial handelt, sie wüßten, daß sie ohne Gefährdung ihres Le­das in dem hier anhängig gemachten Verfahren bens und ihrer Gesundheit aussagen dürften. Es bisher keine Verwendung gefunden hat, daß aber ist doch bekannt, daß deutsche Bürger, die nur nach Ihrer Auffassung für die Beurteilung der ihrem Zweifel an der Schuld der Schuldfrage der von mir verfolgten Personen von Kommunisten an dem Reichstagsbrand

etwa für die Unschuld der Angeschuldigten erbracht ist und daß sie nur zur Verunglimpfung des werden können, wäre ich Ihnen zu besonderem deutschen Volkes" ins Werk gesetzt worden fet. Dant verpflichtet, wenn Sie mir das in Ihrer Hand befindliche Material zur Verwertung in dem anhängigen Verfahren baldmöglichst zugänglich machen würden. Genehmigen Sie ust."

Was aber die Aufforderung an die Kommis sion betrifft, ihr Material zur Verfügung zu stel len, so ist zu sagen, daß noch fein Gerich: cines zivilisierten Landes ein solches Ansinnen an Ver­Das ist nicht nur das schlechte Deutsch der wird nirgendwo vor einem Prozeß der Anflage teidiger gestell hat. Das Entlastungsmaterial richterlichen Amtsstube, sondern daß des schlech- behörde ausgeliefert, sondern bleibt in den Hän­ten Gewissens. In verständliche Sprache über den der Verteidiger. Und das Seltsame ist, daß tragen, besagt der Brief an den Rechtsanwalt fich unabhängige Verteidiger, nämlich nicht Dronting: deutsche, gefunden hätten, die dieses Entlastungs­material in öffentlicher Verhandlung des Reichs gerichts vorgetragen hätten. Aber man hatfie abgelehnt, weil man sie fürchtet; man fäßt nur deutsche Verteidiger zu, die um ihres Lebens willen fein Entlastungsmaterial herbe schaffen, geschweige denn es verarbeiten werden

Sett euch überall für unſere Parteipreffen

ein. Ju das Heim des Arbeiters gehört die

Wenn ein Verdacht gegen andere als in der Auflageschrift genannte Personen vorliegt, so müßten von Zeugen dafür Betveise oder Anhaltspunkte geliefert werden. Solche Zeugen haben sich jedoch trop wiederholter Aufforde­rung und in Aussicht gestellter Belohnung nicht gemeldet, weshalb der Oberreichsanwalt Kenntnis des der ausländischen Kommission vorliegenden Materials haben möchte oder aber die Anschriften von Zeugen, die vor dem Reichsgericht aussagen möchten.

Arbeiterpreßße. Darum, agitiert der von bon so manifeftan

Genoffen u.Genoffinnen

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Die Sache mit Borris mit Borris

Kriminalroman von Grete Hartwig

Alle Rechte vorbehalter

Denn fie müßten sagen, was das ganze Auss land, was die geknechtete Mehrheit des deutschen Voltes flüstert: die Schuldigen an dem Reichs­tagsbrand fißen in den höchsten Aemtern des Reichs. Und wenn der Oberreichsanwalt Recht und Wahrheit finden will, dann braucht er feine demagogischen Briefe zu schreiben, sondern muß den Ruf beantworten, der ihm aus aller Welt entgegenschallt:

Kommt Goering

vor das Reichsgeridit?

,, Lebt... lebt meine Frau?" schluchzte er. Ja, doch! Die Entbindung war gar nicht

ging alles glatt. Der Junge ist gefund. Und fräftig. In zwanzig Minuten, wenn Sie noch warten wollen, fönnen Sie ihn sehen. Ich gras tuliere Ihnen!"

Borris war in die Redaktion der Zeitung bereiten? Er zermarterte sich das Hirn. Wie] gegangen, bei der er Mitarbeiter war, hatte zu sollte er seine Dankbarkeit beweisen? Liebe und eiten versucht, hatte es aber nicht vermocht, Treue, die waren ja ſelbſtverſtändlich. Ein schwer. Wir haben sie ein wenig betäubt. Es feine Gedanken zu fonzentrieren, war nach Hause Schwur war zugleich ein Zweifel. gegangen, hatte das Fehlen seiner Frau dort dop­Er war bei dem Entbindungsheim angelangi pelt schmerzlich bemerkt, war ein paarmal durch und setzte sich in dessen Garten auf eine Bant. die schaurig- stillen Räume geirrt, hatte lange Dort zündete er fich eine Zigarette an und ver­Die Schwester schien keine Antwort zu er- Hildegards Bild auf seinem Schreibtische ange- barrte in wechselnden Gedanken. Verschiedene warten, jie trällerte zwischen den einzelnen Fra- starrt, hatte plöblich aufsteigende Angst mühsam Geräusche aus dem Hause drangen bis zu ihm, gen, blickte zwischendurch in den Garten hinaus niedergefämpft und schließlich wieder den Weg auch das Weinen eines Heinen Kindes. Uhr und die Mauern strömten noch die Hiße des Er sah auf die Uhr. Halb elf!! Augusttages, der zur Neige gegangen war, aus. eise hob sich erste Kühle der Nacht und strich über seine Wangen.

Wenn

Borris sant auf die Bank zurück. Ihn

schwindelte.

und hatte hundert fleine Beschäftigungen. Ihr zum Entbindungsheim genommen. Es war zehn es nun schon das seine war! Nein, unmöglia): glaubte zuerst, sie sei tot, so blaß war fic, o

Gesicht war ernst und heiter zugleich, ihre Be­wegungen elastisch und doch ruhig, ihre Worte halblaut und beruhigend. Vielleicht dauert es gar nicht mehr so lange! Mit Bestimmtheit fann

feine Ruhe mehr. Er läutete und wurde Nach einer weiteren Stunde ließ es Nachtportier eingelassen.

ihm

vom

zu

Dann stand er an Hildegards Bett. Er Bu Füßen ihres Bettes stand die Wiege. Von ichmal das geliebte Gesicht, so wächsern die Hände. dort fam ein dünner, piepiender Laut.

Das Kind! Der Sohn!

die Erlaubnis, auf einer Bank im Korridor zu warten. Und nun wartete er.

Der junge Vater beugte sich über ihn. In seinem Herzen war ein andächtiges Rauschen.

man das ja nicht sagen. Nur Geduld! Wenn Er streckte seinen Körper. Plößlich durch- Er erklärte diesem sein Begehr und erhielt es dann so weit sein wird, dann machen wir eine strömte ihn Kraft und Lebenswille. Aber so­Heine Narkose, aber erst im Endstadium. Zugleich empfand er Reue, da er an seine zarte, erst muß der Körper arbeiten, den darf man nicht fleine, schwache Frau dachte, die in wenigen bindern, aber wenn dann die Geburt richtig im Stunden mit wundem Leib in Blut und Qualen sie nach Hildegard. Sie versprach, fich zu orien- für sie wollte er die neue Welt erzwingen. Sie Als eine Schwester vorüberging, fragte er Für die neue Generation wollte er arbeiten, Gange ist, dann darf man schon ein wenig Gnade liegen würde. tieren und ihm Befcheid zu sagen. Sie fam aber follte es beffer haben, als die vergangene, sie sollte für Recht ergehen lassen. Sie sind ja jung und Heftiges Mitleid gesellte sich zu einem selbst nicht wieder und Borris versant in Sorge. Viel nicht verkrüppelt, gedemütigt und in traditionelle gesund, da geht alles glatt. Da haben wir hier quälerischen Schuldgefühl. Wie gut hatten es die leicht stand es schlimm um seine Frau und man Lügen gezwängt werden, fie follte reiner gedeihen, ganz andere Sorgenfinder. Aber davon erzähle Männer, die mit einem Bugusweibchen verheira, wollte es ihm nicht sagen, vermutete ihn nicht fräftiger wachsen mit Kameradschaft geführt wer ich Ihnen ein anderes Mal." tet waren. Sie tonnten es mit einem Schmuck- hier im Hause. Sie ging und Hildegard hing ihren Gedanken stüd, mit Spizentväsche, mit Parfüm, Törtchen nach. Sie dachte an die Heimat, an den toten und Blumen für seine biologische Benachteiligung Er trat an die Portierloge und fragte, ob er nicht schlecht, für den Himmel auf Erden. Endlich konnte er nicht mehr an sich halten. neue Zeit, für ein aufrechtes, brüderliches Ge­den, bis sie reif würde, groß, fräftig, für eine Water, an die ferne Mutter. Die hatte also auch entschädigen. Wie gut hatten es auch die Männer erfahren fönnte, wie es um seine Frau stünde. am sie gelitten, wie sie selbst um ihr Kind litt. mit einem wirtschaftlichen Uebergewicht. Sie Der Portier rief durch das Haustelephon, nannte Und trozdem hatte die Mutter feine Zärtlichkeit fonnten ein Taschengeld aussehen, langgeforderte Hildegards Namen, wartete einen Moment und ein Sieger! Werde start und ehrlich! Schreite für sie gehabt, trotzdem sie der Lohn war für Wünsche erfüllen, längsterbettelte Forderungen legte das Hörrohr wieder auf. deren schwere Stunde!! Mutterliebe? Besungen bewilligen. Aber er? Hildegard erwarb sich und gerühmt, verklärt und umdichtet? Und troß ihren Lebensunterhalt, sorgte selbst für ihre Befagte er ftoisch. Die Entbindung ist in vollem Gange", dem so viele freudlose Kindheiten! Und trotzdem dürfnisse, erfüllte sich lebenswichtige Wünsche fo verständnislose Strafen, viel Ungerechtigkeit felbst und hatte tein Bedürfnis nach findischen Wie lange... wie lange kann das dauern?" und sinnlose Strenge! Und trotzdem Weltkriege?! Kleinigkeiten. Die Wöchnerinnenversorgungskasse Der Portier zuckte die Achseln. Aber ihr Kind! Nicht verzärteln wollte sie ersetzte ihr Verdienstausfall und das Entbindungs- Borris setzte sich wieder auf seinen Plaz und es, nicht es mit sinnlosem Tand überhäufen, nicht heim versorgte Mutter und Kind. Was blieb sein Herz flopfte wild. es überladen, sondern es achten und ihm eine ihm zu tun? Spezifischen Rechte einräumen.

Dies war der Schwur der jungen Mutter.

-

"

stammelte Borris.

Gab es wirklich nur tapitalistische Möglichter, teiten, einem anderen Menschen eine Freude zu

Es war Mitternacht vorüber, als die Schwe die er um Beicheid gebeten, wiederkam. Es ist vorbei. Sie haben einen Sohn!"

Werde ein Kämpfer, mein Sohn! Werde den Weg weiter, auf dem so viele Opfer liegen! Trage die rote Fahne in fräftiger Knabenfaust!" flüsterte Borris das Taufgebet eines Gottlosen.

Als er an das Bett der jungen Mutter trat, beugte er sich erschüttert über ihre Hand. Und ein heller Tropfen fiel darauf.

,, Weinst du, Borris?" lächelte Hildegard.

Ende.