Titl.

Dělnická academi

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Praha Hybernská ul.%.

Ginzelpreis 70 Heller. " Einschließlich 5 Heller Porto)

demokrat

Zentralorgan d. Deutschen ſozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.Tschechoslowakischen Republik

13. Jahrgang.

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Mittwoch, 1. November 1933

Demagogic

Exposee des Außenministers magic

Kleine Entente

Die neue europäische Konstellation und die politische und wirtschaftliche Kleine Entente Dr. Beneš für Planwirtschaft- Fortsetzung der Friedenspolitik

In den Außenausschüssen der beiden Häuser der Nationalversammlung trug gestern Außenminister Dr. Benes ein ausführliches Exposée über die aktuellen internationalen Probleme, die deutsche Revolution und die neue Phase der europäischen Politik, sowie die mitteleuropäischen Wirtschaftsfragen vor.

Nach der Feststellung, daß er angesichts der all gemeinen Erregung in seinen Darlegungen eine ge­wisse Zurüdhaltung beobachten werde, und ersuche auch bei der Diskussion so vorzugehen, um die ge­genwärtige Situation nicht zu erschweren, gab Dr. Bene eine Uebersicht über

Staatengruppen jetzt ausdrudsvoller and ; ielbewußter sein wird.

nommenen Fragen, beschäftigen: Berkehrswesen, namentlich die Schaffung eines einheitlichen Trans­portstatutes, Vereinbarung von gemeinsamen Rechts normen, Normung auf allen Gebieten, Vereinheit­lichung des Zolltarifs.

Planwirtschaft!

zur

Nr 255.

Beutemacherci

W

Die Jung Krebs Partei ist nicht in Schönheit gestorben, sondern in Feigheit und Schmach. Nachdem der betrogenen irregeführ ten Gefolgschaft vorgelogen worden war, wie unbezwingbar die Nazibewegung ist und wel cher unbeugjame Kampfeswille die Führer beseele, wurden die vielen hunderte meist jun­ger Leute, die durch die Bewegung ihrer Exis stenz beraubt wurden und ins Kriminal wan­derten, von der Führung schmählich im Stiche gelassen, die mit der staatlichen Behörde einen förmlichen Wettlauf bei der Auflösung der Die Tschechoslowakei ändert absolut nichts in ihrer ziemlich lang ist. Der Plan erfordert auch vor allem ten am Unglüd so vieler Genasführter, Herr Ich weiß, daß dieser Weg beschwerlich und Partei veranstaltete und einer der Schuldig­bisherigen fünfzehnjährigen politischen Linic. Verständnis für die wichtige Tatsache, daß auch wir Strebs, stieg zu nachtschlafender Zeit in ein Wir ändern auch nichts an unseren bisherigen uns für eine gewisse Art von Planwirtschaft guten und forrektem Verhältnis zu unserem de itt werden entscheiden müssen. Wenigstens für den Elbeschinakel, um seine werte Person an einen die Entwicklung des Abrüstungs- fchen Nachbar und wir hoffen, daß dies auch Außenhandel wird dies unumgänglich nottvendig sicheren Ort zu bringen. Ob dieſes jämmerliche problems von der anderen Seite der Fall sein werde. An sein. Im übrigen ist es notwendig, daß wir selbst An sein. Im übrigen ist es notwendig, daß wir selbst und daher dieser Partei der Phrase und Lüge in der letzten Zeit, angefangen vom Plan Macdo- Desterreich binden uns freundschaftliche Bezie uns sagen, bis zu welchem Maße es heute mit dem würdige Ende zur Belehrung und Ernüchte­nolds bis zum Austritt Deutschlands aus dem Vöi- hungen schon vom Jahr: 1920 und mein leyter Be reinen wirtschaftlichen Liberalismus und mit dem rung der hitlerbesoffenen Jugend beigetragen lerbund. Die nationalsozialistische Revolution hat such in Wien hat diese Linien neuerlich wesentlich freien Unternehmen vorbei ist und bis zu welchem hat, ist schwer zu sagen, jedenfalls hat der von die allmähliche Entwicklung der Nachkriegszeit, die verstärkt. Die Unterzeichnung des Kleinen Entente Maße wir durch staatliche Eingriffe in der nächsten der Staatsmacht geführte erste Schlag hinge­zu einer neuen Friedensorganisation Battes und die bevorstehende Schaffung der wirt. Zeit das Wirtschaftsleben unseres Staatsganzen reicht, um die unwiderstehliche" Partei jang­Europas führen sollte, abgerissen. Nach meiner schaftlichen Zusammenarbeit wird aus der lei dirigieren müssen. und flanglos, ohne eine Spur des geringsten Ansicht sagte Dr. Benes, lagen die Endziele und nen Entente einen Machtsaktor machen. Dr. Beneš erläutert sodann, welche Bedeutung Widerstandes wegzuwischen, so daß, wenig Ideale der Stresemannschen Politik nicht allzuweit ie Alliance mit der großen demokratischen fraudie Planwirtschaft im Wirtschaftssystem der Kleinen stens äußerlich, faum mehr ein Lebenszeichen von den Eudzielen der Politit des heutigen Deutschösischen Republik wird weiterhin die Grand- Entente hätte und bezeichnet es in der wirt von ihr wahrzunehmen ist. linic unserer Politik bleiben und eine britisch franschaft und in der Industrie in gleicher Weise als land. Sie unterschieden sich nur in den Methoden und in dem größeren Verständnis für die Bestrebunöfische Zusammenarbeit wird dies noch mehr er- notwendig, einen Wirtschaftsplan zu schaffen. Er möglichen. Unser Verhältnis zur polnischen fährt fort: gen und Bedürfnisse des übrigen Europa . Die Nation entvidelt sich immer freundschaftlicher, vom Grundlage der jetzigen Außenpolitik Deutschlands ist nichts Neues, es ist die all deutsche Grund. Frühjahr dieses Jahres an, hat sich unsere Politik auch an die italienische angenähert. Mit Un­lage des Wilhelminischen Reiches. garn werden wir, wie ich hoffe, zu einer normalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit gelangen. Ausführlich befaßte sich sodann Dr. Benes

Eine andere Sache ist es, ob diese Bolitit fich praktisch durchführen läßt. Nach unserer Auficht läßt fie fich mit Erfolg nicht durchführen.

Das heutige Deutschland scheint das Tempo Stresemanns als zu langsam anzusehen und begann radikalere Methoden anzuwenden. Dies hat zur Folge, daß man sich in fast allen europäischen Stan ten dieser Veränderung bewußt wird und seine Politik und Taktik danach einzurichten beginnt. Dies iit der Sinn des plötzlichen Wißtrauens gegenüber Deutschland und seiner heutigen politischen Iso lierung.

Aus der letzten Ertlärung Sitlers folgert der Außenminister, daß es sich für Deutschland jest darum handeln werde, die Abrüstungsverhandlun gen zu Verhandlungen zwischen den Großmäth ten überzuleiten, und daß daher

der Völkerbund vor die Aufgabe gestellt sein wird, von neuem den Kampf um das Prinzip der Gleichheit der Völker und Staaten und um die Erhaltung einer gewissen Demokratie in der internationalen Politif auszufämpfen, während die kleinen Staaten nach der Ansicht cini­ger Großmachtfaktoren heute im Völkerbund eine zu starke Position haben.

Der Standpunkt der Tschechoslowa lei zu diesen Eventualitäten bleibt unverän dert: sie wünscht, die Abrüstungsfrage möge von der Abrüstungskonferenz gelöst werden und es ver steht sich für uns von selbst, daß einer jeden Genfer Verhandlung diplomatische Verhandlungen zwischen den Großmächten und den anderen Staaten voran gehen sollten.

Wir könnten Entscheidungen von nur einigen Staaten nicht als für uns bindende Beschlüsse annehmen.

Ich verhchle mir nicht, daß der Völkerbund eine schwere Krise durchlebt und daß, sollte es nicht zu einer Einigung über die Abrüstung kommen, schwere internationale Streitigkeiten entstehen würden und die Existenz des Völkerbundes schwer bedroht wäre.

Wie aus diesen Erwägungen hervorgeht, schen wir im heutigen Vorgehen Deutschlands nichts, was in der nächsten Zeit irgendwelche katastropha­Ien Krisen hervorrufen lönnte; es ist dies mehr die Vorbereitung einer neuen Entwicklung der europäi­ schen Bolitik.

Dr. Benes sieht in einem gewissen Sinne auch einige Vorteile der heutigen Lage gegenüber der zu tückliegenden Zeit, da in einigen Fragen Klarheit eingetreten und die Politik einiger Staaten oder

mit der

Wirtschaftskrise und der Politik der Kleinen Entente

Nach der Schaffung und Durchführung des Wirtschaftsprogrammes der Kleinen Entente werden Jugoslawien und Rumänien in weit größerem Maße unsere Abnehmer werden, als sie es in den lezten Jahren waren.

Keine überflüssige Autarkle!

Es bedeutet dies weiter ein zielbewußtes Ein­schreiten des Staates, damit es bei uns auf ver­schiedenen landwirtschaftlichen Gebieten nicht zu einer überflüssigen Autarkiz tommt,

Betroffen, verdattert steht die deutschbür­gerliche Politik vor diesem erbärmlichen Nic­derbruch, der auch, und zu einem nicht un­wesentlichen Teile, ihre Katastrophe ist. Man Es bedeutet dies vor allem die amtliche Au 3- hört jetzt öfters die Klage, es sei ein Unrech, arbeitung eines Planes für den Viehzu behaupten, die gesamte judetendeutsche und Getreide Import aus den Staaten der Bevölkerung sei hitlerbegeistert gewesen. Na­Meinen Entente unter einer solchen Leiſtung und türlich fiel es niemandem ein, dies zu behaup Beihilfe des Staates, daß es die Krise unserer Land- ten, denn zur deutschen Bevölkerung gehören wirte nicht verschärfe. auch die deutschen Sozialdemokraten. Auch von einem bescheidenen Teil der übrigen Bevölke­rung dürfte eine vorerst abwartende Saltung u berichten sein. Aber wo ist der deutschbür­jitionsparteien, der sich mit seiner Persönlich gerliche Politiker im Lager der deutschen Oppo­feit, zur Zeit als die Begeisterung für den Safenfreuzfajcismus bis zur Unzurechnungs­fähigkeit großer Teile des Sudetendeutschtums gedichen war, dem Massenwahn entgegenge. Damit würden wir uns gegenseitig aus den augen ihre Ergänzung finden. Zu glauben, daß die Wirt, stemmit hätte. Nicht einer fand sich, der Be­blidlichen Schwierigkeiten heraushelfen. Die beiden schaftsgemeinschaft sich durch den Abschluß eines sinnung, Verantwortlichkeitsgefühl, Mut und Konferenzen in Prag und Sinaia befaßten fich aber einfachen Sandelsvertrages oder Tarif Charakterstärke aufgebracht hätte, seine Geg­auch mit anderen dauerhaften und langherabjegung oder durch einen Appell an die nerschaft gegen den Hitlerfascismus zu beken­jährigen Mitteln. Es handelt sich darum, politischen Interessen schaffen läßt, ist ein gro- nen oder auch nur die eigenen Parteigrund­aus der Kleinen Entente bis zu einen hohen Maße her Irrtum. Wir müssen für die Bedürfnisse und die fäße in den Vordergrund zu rücken. Augen­ein wirtschaftliches Ganzes zu schaffen. Der Wirts Situation unserer Landwirte Verständnis haben, blicklich beteuern sie sämtlich ihre Vorliebe für schaftsrat der Kleinen Entente wird sich Ende No- ebenso aber müssen wir von ihnen die Zusammen- die Demokratic, aber während der Sakenkreuz­bember mit folgenden, im Prinzip in Sinaia ange­

Derzeit sind unsere Spezialisten mit der Aus arbeitung eines ganzjährigen Programmes des Gesamtimportes und Exportes beschäftigt.

die einerseits selbst die Preise zerstört, andererseits den Staat zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit be sonders mit unseren nächsten Freunden unfähig macht. Diese Art zielbewußten Interventionismus des Staates muß

auch auf industriellem Gebiet

( Schluß auf Seite 2)

12. November- kritischer Tag für Oesterreich!

Wien , 31. Oktober. ( Eigenbericht.) Es scheint, daß der 12. November, der 15. Ge­denktag der Errichtung der österreichischen Republif, ein ähnlicher fritischer Tag für die Situation in Oesterreich werden wird wie es der erste Mai dieses Jahres war. Die Regie­rung Dollfuß hat ihre Haßgefühle gegen die Republik heute dadurch dokumentiert, daß sic alle Republilfeiern der Arbeiter und den alljährlichen Ausmarsch am Ring verboten hat, nachdem sie bereits gestern den österreichischen Schulen verboten hatte, den Tag der Republik zu feiern. Die österreichische Arbeiterschaft ist aber entschlossen, ent­gegen diesem Verbot die Republiffeier heuer so wie jedes Jahr durchzuseßen. Die Erregung der Arbeiterschaft tam in einer großen Versammlung der Obmänner aller Wiener Arbeiterbetriebsräte zum Ausdruck, die gestern zusammengetreten ist. Die Betriebsräte erklärten den Funktionären der Gewerkschaften einhellig, daß die Stimmung unter den Arbeitern so erregt sei, daß es nurmehr außerordentlich schwer ist, die Arbeiter von selbständigen Streifattionen zurückzuhalten und daß man nicht dafür einstehen könne, daß die Arbeiter nicht in allernächster Zeit auch ohne offene Parole zum Rampse übergehen. Die Konferenz der Betriebsräte wählte eine Deputation von 25 Arbeitern, die beauftragt war, zum Bundeskanzler zu gehen und ihm über den Ernst der Situation zu berichten. Dollfuß hat es aber abgelehnt, die Deputation der Arbeiter zu empfangen. Selbst in der Geschichte des monarchistischen Oesterreich ist es nicht vorgekommen, daß ein Ministerpräsident sich geweigert hat, eine Deputation der gesamten Wiener Arbeiterschaft zu empfangen. Dieses Vorgehen des Bundeskanzlers hat die Erregung unter den Arbeitern noch mehr gesteigert und man muß darauf gefaßt sein, daß diese Erregung in den nächsten Tagen wieder zu Teilstreits in den Wiener Betrieben führt.

hochflut faschierten sie nach Möglichkeit ihre angeblich demokratische Gesinnung, redeten und schrieben ganz im Tone und Geiste der Nazis und verhalfen ihnen so erst recht zu einer Bedeutung, die sie ohne die nach der Ein heitsfront mit der nationalsozialistischen Be­wegung rufenden Führer der judetendeutschen Bürgerparteien niemals erlangt hätten.

Daß es wieder einmal anders fam, als gewisse Führer der deutschen Bürgerparteien crträumt hatten, ist weder deren Schuld, noch deren Verdienst. Nun, da sie mitgeholfen haben, die sudetendeutsche Politik in den Ab­grund zu führen, versuchen sie wenigstens aus der Niederlage Honig zu jaugen. Wertritt das Erbe an! Das ist die Frage, um die sie sich gegenwärtig den Kopf zerbrechen. Durch die Auflösung der Nazipartei und der Deut­schen Nationalpartei sind viele Tausende außerhalb des Rahmens einer politischen Bar­tei gestellt. Wer fängt sie auf, Nach den Ver­lusten, welche die Hakenkreuzepidemie den bär­gerlichen Oppositionsparteien zugefügt hat, scheint hier die Hoffnung zu winken, den eige nen Mitgliederbestand aus dem Nachlaß der verblichenen Parteien zu vermehren.

Es wäre nichts dazu zu sagen, wenn die Rauferei um den Ausverkauf des bankrott ge­