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Demokrat

Zentralorgan d. Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i.d.fchechoslowakischen Republik

13. Jahrgang.

Bluturteil

gegen zehn Kommunisten

Dessau , 28. November. ( Wolff.) Nach vierstündiger Beratung verurteilte heute das Schwurgericht Dessau im Hed: linger Mordprozeß( Erschießung des SA­Marnes Cieslik) zehn angeklagte Kommunisten wegen gemeinschaft: lichen Mordes zum Tode und zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehren­redite. Ein Angeklagter wurde freige: sprochen.

Schon im Juli v. J. waren drei Kommunisten wegen dieses Mordes zum Tode verurteilt worden.

Das Gespräch Hitler- Poncet Die Saarfrage im Vordergrund.

Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früb.

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Mittwoch, 29. November 1933

Herrliche Zeiten

für den deutschen Arbeiter

Dr. Ley kündigt an:

In der Fabrik noch viel mehr schuiten In der Freizeit unter SA- Kommando das übcrilüssige rett beseitigen

Berlin , 28. November. ( Wolff.) Der Führer: Es würde zum Ruin des deutschen Volkes Es würde zum Ruin des deutschen Volles der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley hat einen führen, erklärte Dr. Ley, wenn nicht gleichzeitig dafür gesorgt würde, daß das Volk in seiner Frei­seit eine völlige Ausspannung von dem

Paris , 28. November. Das Linksblatt Aufruf an alle schaffenden Deutschen erlassen, in ' Deuvre" erfährt, daß bei der am Freitag welchem alle deutschen Arbeiter aufgerufen wer stattgefundenen Unterredung des Botschafters den, in die Deutsche Arbeitsfront einzutreten. Francouis Poncet mit dem Reichskanzler Sitler, über welche in Frankreich ein amt­liches Kommuniquee ausgegeben wurde, zwar allgemein über alle Fragen, jedoch eingehend über das Saarproblem gesprochen wurde. Hitler soll auf die baldige endgültige Regelung dieser Frage gedrängt haben. Bezüglich des Problems der Rüstungen Deutschlands soll Hit­ ler erklärt haben, daß die demütigende Lage des deutschen Heeres" nicht länger andauern könne" und drang auf die Notwendigkeit direk fer Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland . Er soll neuerlich den Wunsch Deutschlands nach dem Frieben wiederholt und betont haben, daß Deutschland nicht Erlazz- Loth­ringen anstrebe.

In den führenden deutschen Streifen, wird, wie Deuvre" hinzufügt, der Wunsch zum Ausdrucke gebracht, Frankreich möge eine dauernde Regierung und an der Spize einen Mann ersten Ranges habe n", welcher die öffentliche Meinung des Landes verkörpern und persönlich die Führung der französischen Delegation an dem Tage übernehmen würde, an welchem es zu wichtigen Entscheidungen kommt.

Gesetz für hunnisdie Staats­lenker

Krise des Exports

Eine der für die deutsche Arbeiterschaft dieses Landes schmerzlichen und folgenschwer­sten Erscheinungen ist der im Laufe der Welt­wirtschaftskrise erfolgte Ridgang des Exportes der Tschechoslowakei . Während unser Gesamterport noch im Jahre 1929 die Sunume von etwa 20.5 Milliarden Kronen ausmachte, ging er 1930 auf nicht einmai 17.5 Milliarden, 1931 auf 13 Milliarden, 1982 auf 7.4 Milliarden zurück und wird heuer taum über 6 Milliarden Kronen betra­gen. Dieser Rückgang trifft vor allem die Textil, Porzellan- und Glasindustrie, deren Erzeugungsstätten größtenteils im deutschen Gebiete des Landes liegen und so sind die Leidtragenden dieser Entwicklung vor allem die ſudetendeutschen Arbeiter.

übersteigerten Tempo des Alltags erhält. Nun hat der ehemalige Finanzminister Die Frage, ob Deutschland die übersteigerte Amt für Stultur, ein Amt für Ertüchtigung des belebung des tschechoslowakischen Exportes ge­Eine eigene Freizeitorganisation werde ein Engliš jüngst einen Vorschlag zur Wieder­Mechanisierung seiner Induſtrie zurückschran Wolfes, ein Amt für Reisen und Wandern, ein macht, der darin besteht, daß man den Expor ben könne, beantwortet Dr. Leh mit Nein, und zwar weil man eingeführte Wiethoden und Amt für die gegenseitige Unterstützung, ein Amt teuren gewisse Bonifikationen gibt, welche der neuerfundene Maschinen nicht mehr aus der für die Würde und Schönheit der Arbeit ein Staat durch Einhebung von Abgaben der Im­Welt schaffen könne, und weil die japanische richten. Jeder Künstler in Deutschland müsse porteure hereinbringen soll. Engliš geht von und chinesische Stonkurrenz eine solche Rüd einen Teil seiner Straft dem Feierabendwerk dem Standpunkt aus, daß infolge der Ent­entividiung nicht mehr zulassen würde. Wenn schenken. Neben der Nahrung der Seele soll für wertung der Währungen in einer Reihe von Deutschland überhaupt noch einmal gegen diese die Ertüchtigung des Körpers Sorge getragen Industrieländern die tschechoslowakische Indu­Schleuderkonkurrenz aufkommen wolle, so könne werden. Sport und körperliche Bewegung, führte strie fonkurrenzunfähig geworden ist und es das nur durch neue Erfindungen. Dr. Len aus, ist dem 40. und 50jährigen Men man es der ausführenden Industrie durch durch weitere Einführung von Waschen notwendiger, als der Jugend. finanzielle Beihilfe möglich machen muß, wie­schinen; in manchen Industriegveigen müsse Wir müssen, sagte er, das überflüber ihre Ronkurrenzfähigkeit zu erlangen. jogar infolge Erhöhung des Arbeits- fige Fett in unserem Volt besei Tatsache ist, daß unsere Importeure in tempos eine weitere Arbeitszeitverkürzung tigen, damit der Körper wieder die nötige kommen. Spannkraft erhält. In der Heide, in den Ber - den letzten Monaten sehr viel Geld verdient gen und auf den Höhen des Rheins follen haben. Sie haben z. B. noch vor wenigen überall Lager( d. h. wohl Kajernen"! D. Wochen den Dollar zu 25 Stronen falfuliert, Ned.) gebaut werden, in denen die Deutschen die Waren bezogen und auf Grundlage des in Zucht und Kameradschaft"( also obgenannten Kurses auch verkauft und bezah­bei militärischem Drill! D. Red.) ihre Ur- len in Wirklichkeit für den Dollar nur 20 laubszeit verbringen sollen. Kronen, heimsen also einen Ertraprofit von 20 Prozent ein. Auf diese Weise haben die Importeure Millionen verdient und es wäre nur gerecht, wenn der Staat von ihnen eine Gebühr einheben würde. Anders wäre aller­dings die Wirkung einer solchen Gebühr, wenn das Sinten des Dollarkurses aufhören würde. Dann würden die Importeure die Gebühren einfach auf die Preise der verkauften Waren aufschlagen und alle eingeführten Waren würden teurer werden. Die konsumen­ten würden die Zeche bezahlen. Dauernde handelspolitische Einrichtungen las­Wir", so sagte zum Schlusse Baldwin, sen sich eben nicht auf vorübergehende Erschei Frankreich und Italien , werden alles tun, um nungen aufbauen. mit Deutschland in Beziehungen zu treten, um

Dr. Leh jagte für die nächste Zeit voraus, daß Deutschland wahrscheinlich gezwungen sein werde, das Arbeitstempo, die Arbeitsmethoden, die Mechaniz fierung und Rationalisierung bestimmter Industrien noch bei weitem zu erhöhen, und gleichzeitig, um Dr. Leh schloß mit der Feststellung, daß zum die Menschen überhaupt zu erhalten, die 1. Mai 1934 die erste Etappe von tausenden Ar­Arbeitszeit zu verkürzen.( Das lesiere wollen beiterhäusern in Angriff genommen werden wir erst einmal abwarten! Die Red.)

fönne.

England will mit Hitler verhandeln

so festzustellen, in welchen Puntien ein Fort- choslowakischen Exportes seine Ursache in den schritt möglich wäre."

Berlin , 28. November. Zu dem Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der Sicherung und Beffe­rung ist nunmehr ein Ausführungsgesetz erlassen London , 28. November. ( Reuter.) Der Lord- würde, daß irgendein Land in ständiger Inferio­worden. Besonders umfangreich find die Aende Präsident des Gheimen Rates des Königs, Bald, rität in der Rüstungsfrage gehalten werden rungen in der Strafprozeßordnung. Besonders wichtig ist u. a., daß auch die Entnahme von win, führte in feiner gestrigen Rede, in der er sich müßte. Deutschland braucht den Frieden. gegen die labouristische Antwort auf die Thron­Blutproben und andere Eingriffe nach den Regeln rede des Königs stellte, über die Abrüftung u. a. der ärztlichen Kunst ohne Einwilligung des zu Untersuchenden zulässig sind, wenn kein Nachteil aus: Es gab drei Möglichkeiten in der Frage der Abrüstung, und zwar: Die Abrüstung aller Wenn tatsächlich der Rüdgang des tsche­für seine Gesundheit zu besorgen ist. Dadurch Staaten; dadurch würde die bestehende Rü­wird z. B. die Feststellung der Blutgruppen, aber stung Deutschlands beseitigt werden. Zweitens auch die Feststellung des Grades der Trunkenheit pie Einschränkung der Rüstungen Es würde sich allerdings in diesem Falle nicht dann müßte man sich mit dem Preisproblem hohen Preisen der Industrieprodukte hätte, ermöglicht. Surch die Ausscheidung aller schweren Angriffs- um ein abschließendes Uebereinkommen handeln. waffen in der Hauptsache bei den ſtarf gerüsteten Wir und Frankreich sind die Erben und die Jn in der Tschechoslowafei überhaupt befassen Staaten und Zulassung der Rüstungen in baber einer großen und alten Zivilisation, unsere und das Bestreben müßte darauf hinausiau­Deutschland bis zu dem Maße, in dem sich diese Intereffen sind geschlossen und unsere Freund fen die Preise aller Waren herunterzu­Rüstung den übrigen Staaten in dieser Frage schaft gesichert. Diese Faktoren müßten, so hoffe drüden. Nun klagen aber, wie bekannt, die gleichstellen würde. Schließlich die dritte Möglich, in diesem Kampfe nach Sicherung des Frie Landwirte über die niedrigen Preise ihrer lichkeit: Ein Wettrüsten. Diese dritte Alter dens in Anwendung gebracht werden; diesen Produkte und sehr einflußreiche Parteien be native mußte beseitigt werden. In Großbritan Frieden wünschen wir alle aus voller Seele eben- mühen sich die Preise der landwirtschaftlichen Produkte in die Höhe zu treiben. Die land­nien gibt es niemanden, der die Ansicht vertreten so, wie jeder britische Bürger. wirtschaftlichen Preise hinaufsetzen und zu­gleich die Preise der Industrieprodukte herab­setzen, das wird wohl nicht gehen und man müßte sich erst über eine einheitliche Preispolitik verständigen. Wenn jemand die Herabsetzung der Preise der Industriepro­

Sowjets gewähren Religionsfreiheit?

Dollfuß bedauert

Kranzniederlegung an der Bahre Schuhmachers

Temps" über Litwinows Vesuch in Rom . Paris , 28. November. In Erörterung des bevorstehenden Besuchs Litwinows in Rom schreibt Temps", Mussolini beabsichtige zwi­schen dem Sl. Stuhl und Sowjetrußland zu bermitteln. Der Vatifan fei angeblich durch den Umstand angenehm berührt, daß Sowjetruß­land im russisch- amerikanischen Uebereinkommen sich verpflichtet hat, die Glaubensfrei heit der amerikanischen Staatsbürger in Ruß­Berlin, 28. November. Der deutsche Ge- schmerzlichen Vorkommnisses herbeizuführen; er dukte fordert und zugleich die Preise der Nah­land in weitestem Maße zu respektieren. Diese Verpflichtung habe zwar vorderhand nur einen sandte in Wien Dr. Rieth ist, wie das Conti habe sich vorbehalten, zur Frage der Verant- rungsmittel erhöhen will, so heißt das nichts theoretischen Wert, doch wird betont, daß die büro von maßgebender Seite erfährt, vom wortung Stellung zu nehmen, so bald das Er- anderes, als den tschechslowakischen Sowjetrussen zum erstenmal überhaupt eine Reichsaußenminister angewiesen worden, ange- gebnis der Untersuchung vorliegt. folche Verpflichtung unterzeichnen: Möglich, ſichts der nunmehr abgeschlossenen Erhebungen daß dies der erste Schritt zur vollständigen über den Grenzzwischenfall und mit Rücksicht Freiheit des Glaubensbekennt auf die erfolgte Klarstellung bei der österreich­nisses ist, die der Hl. Stuhl vor der Aufschen Regierung anzufragen, in welcher Weise nahme einer Annäherung an Sowjetrußland sie gedenkt, den Fall weiter zu behandeln, und fordert", so schreibt Temps" weiter und fügt wann endlich Abhilfe geschaffen werden soll. Wie das Wolffbüro erfährt, hat der Bun hinzu, daß nach den von den römischen Blättern die desfanzler den deutschen Gesandten sein Be zitierten litauischen Zeitungsmeldungen Sowjets überhaupt die Religionsfrei- bauern ausgesprochen und mitgeteilt, heit und damit auch die Amnestie für die rus- daß er alles veranlagt habe, um fischen Emigranten zu gewähren beabsichtigen. schnelle und vollständige Aufklärung dieses

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Export auf Kosten der Arbeiter. löhne und auf Kosten der Lebenshaltung Auch der Berliner österreichische Gesandte der Bevölkerung zu steigern. Darin be­Tauschiz hat dem Reichsaußenminister steht ja alle fapitalistische Wirtschaftspolitik, das Vedauern feiner Regierung zum Aus- auch die des Herrn Prof. Englis, der die druck gebracht, wie er auch bereits den öster- tapitalistische Wirtschaft sanie­reichischen Generalkonsul in Nürnberg gestern angelviesen hatte, an dem Leichenberen will auf Kosten der Arbeiter­gängnis teilzunehmen und an der tlasse, durch Verelendung der arbeitenden Bahre des erschossenen Reichswehrsoldaten Massen. Es entsteht aber die Frage, ob der Rüd­einen Kranz in seinem Auftrage nieder­zulegen. gang der tschechoslowakischen Ausfuhr über