=

ос

if

3

11

r

e

b

"

C

t.

Mr. 83

teidiger der Heimat und der Religion in Funktion: getreten, aber dafür müsse man ihnen heute Dank jagen. Diese Sendung der Wiener   Radiostation war sicherlich ein wahres Labsal für die ganze Welt und vor allem für die österreichische und im vesonderen die Wiener   Arbeiterschaft. Denn wer wäre nicht zutiefst im Herzen erschüttert, wenn ein Mörder für seine Opfer betet?

Ein zweites Rothau:

Dienstag, 10. April 1934

Feste und gesunde Zähne

nimmst du täglich

Seite 3

KALODONT

GEGEN ZAHNSTEIN  

Sozialdemokratischer Premier über

Ein neuer Industrie- Friedhof? demokratische Zusammenarbeit

Kartellhyänen wollen 600 Arbeiter opfern Gefahr für Holeischen und Umgebung

Die Sozialdemokratie des Böhmerwaldes und mit ihr die gesamte Bevölkerung der südwestböhmischen Grenzbezirke sind in den letzten Jahren Augenzeugen eines ge­waltigen Industriesterbens, das bereits für viele tausende Menschen die Lebensmöglich­keiten gänzlich zunichte machte. Sicher ist, daß diesen Prozeß der Wirtschaftsschrump­fung die ungünstige geographische Lage des Böhmerwaldgebietes beschleunigte, doch ist ebenso gewiß, daß in vielen Fällen die profitstreberischen Kartelle ihre Hände im Spiele hatten. Franzensthal mit seiner Papierfabrik und Josefihütte mit der Zellulose- Erzeugung sind dafür schlagende Beweise.

Nun stehen wir einer neuerlichen Bedrohung zahlreicher Existenzen gegenüber. Es kam die düstere Osterbotschaft, daß die Spiegelglasfabrik in Holei­schen stillgelegt werden soll. 570 Arbeiter und etwa 50 Beamte sehen sich völlig un­erwartet vor die Frage: Sein oder Nichtsein? gestellt, nachdem der schleichende Kri­sentod 300 ihrer Kollegen bereits früher aus den Fabriksräumen gedrängt hatte. Eine neue Tragödie hob damit an. Wie wird sie enden? Mit dem Sieg der mörderischen Pro­fitgier oder mit jenem der demokratischen Menschenachtung?

Genosse P. Albin Hansson- Schweden über die Notwendigkeiten

zur Stärkung der Demokratie

Das fonntägige Pravo Lidu" brachte einen vielleicht bis zu einem gewiffen Grade auf den hochinteressanten Artikel des schwedischen sozial besonderen Verhältnissen in der Tschechoslowakei  demokratischen Ministerpräsidenten P. Albin und auf den Maßnahmen beruhen, die gegen die Hansson, den dieser für das diesjährige Maiheft" antidemokratische Wühlarbeit getroffen worden geschrieben hat. Hansson beschäftigt sich mit den find. Wahrscheinlich aber schöpft die tschechoslo­Aufgaben der Demokratie im allgemeinen und watische Demokratic ihre Kraft insbesondere aus streift insbesondere mehrmals die Tschech   oder Festigkeit und Ziel be w us the it jlowakei als die demokratische ihrer Politik, die sich durch Zusam= Oase in Mitteleuropa  ". Zur Erhalmenarbeit erzielen läßt. Durch Zusammen­tung dieser Demokratic ist ununterbrochene Aufarbeit, die übrigens, wie es scheint, bei Erhaltung mertsamteit notwendig. ununterbrochene einer erheblichen Bewegungsfreiheit der mitarbei­Entschlossenheit zur Tat und Bercit tenden Parteien sich verwirklicht. schaft zur 3 usammenarbeit verschiedener Gruppen und Parteien auf Grundlage der Demo­fratic im Interesse der Gesamtheit. Freiheit und Selbst disziplin seien der Lebens­atem der Demokratie, die zwar verträglich, aber feineswegs verzärtelt sein dürfe, sich nicht nur auf Polizei und Gerichte, sondern auch auf das Kampf um das Monopol indernis mehr im Wege. Weimann fönnte die ich aj tliche Veriorgung der Bevölke unfere demokratischen Ideale und sozialiſtiſchen stünde der Stillegung der Holeischner Fabrit kein Voltsvertrauen zu stüßen habe und die wir tund Barteien suchen. Das bedeutet nicht, daß wir af dort als ausschließlicher Spiegelglasproduzent tel zu dieser Versorgung und durch ihre plans modernen Maschinen nach Schwaz   übertragen und rung durch gesellschaftliche Beherrsch ung der Mit- Biele aufgeben. Es iſt vorläufig der Weg zu der Tschechoslowakei   weiter Mehrwert schinden. mäßige Anwendung sicherstellen müsse. Dazu ſei Diese Mitteilung übermittelte am Samstag notwendig die Zusammenarbeit zwischen den ver vor Ostern der kommerzielle Direktor der Faschiedenen demokratischen Kräften. Und in die brit im Auftrag des Brüsseler Verwaltungsrates fem Zusammenhang schreibt Hansson folgendes: dem Betriebsausschuß. Sie traf diesen und die gesamte Betriebsbelegschaft, die Ortsbevölkerung und weite Kreiſe des ganzen Bezirles tatsächlich wie ein Blizz aus heiterem Himmel.

In der E. S. N. gibt es zwei Fabriken für Spiegelglaserzeugung. Eine davon ist der nun in Frage gestellte Betrieb in Holeischen, den eine belgische Firma eignet, die zweite befindet sich in den Händen der Ausfiger Firma Weimann. Ihr Standort ist Schwaz   bei Tepliß- Schönan. Beimann arbeitet unter den günstigsten Voraus febungen. Doch damit will sich Weimann nicht zufrieden geben; es gelüftet ihm nach dem Mono pol in der Spiegelglaserzeugung und deshalb hat er das internationale Glasfartell unter Druck gestellt.

"

Für mich ist es nur eine natürliche Folge des demokratischen und parlamentarischen Prin­sips und der Taktik, welche die Sozialdemokratie vor Jahrzehnten angenommen hat, wenn wir die Lösung gesellschaftlicher Probleme in der Zusam menarbeit mit verschiedenen Gruppen, Klaſſen

ihrer Realisierung."

Hansson schließt seinen Aufsatz also:

Die Hauptsache ist das Aufstellen des ge­meinsamen Weges zur Lösung der Ta­gesfragen, wobei die Sicherung der Freiheit und ., Man darf keine voreiligen Schlüße ziehen. Existenz des Volkes Gesamtrichtschnur ist. Mit Aber sollte man nicht ein besonders nachdrückliches anderen Worten: Zuſammenarbeit zur Erhaltung Augenmerk dem Umstande zuwenden, daß in dem der Demokratie in politischer und sozialer Rich Einen mindest dreißigjährigen Teil Zentraleuropas, wo die Demokratie ununter tung und Arbeit auch für die wirtschaftliche Demo­Stillstand sicht der oben erwähnte Vertrag brochen start zur Geltung kommt, seit einigen tratie. Wenn auf feiten der Bürgerlichen vor. Drei Jahrzehnte soll ungenügt bleiben, was Jahren die engste Zusammenarbeit zwischen ver das Interesse an der Erhaltung und Kräftigung heute mit den drei gewaltigen Fabriksfchloten das schiedenen Parteien besteht? In der Tschech   oder Demokratie ebenso groß ist wie bei der So Wahrzeichen von Holeischen ist. Es handelt sich flow a fei ist eine gemeinsame Regie zialdemokratic, braucht es nicht schwer zu sein, um einen Betrieb bester Ausstattung, wofür mehrung von Bürgerlichen und Soz i a 1- den Weg der Zusammenarbeit zu finden und die als das äußere Bild die inneren Einrichtungen demokraten, und die antidemokratischen Be- fen Weg zu gehen, um die ruhige Entwicklung in zeugen, wurden doch erst vor wenigen Jahren wegungen haben dort nach allem geringe Verbrei Lebensformen sicherzustellen, die eines Kultur­noch bedeutende Investitionen vorgenommen, die tung und einen kleinen Tummelplay. Das kann voltes würdig sind." Die bisherige belgische Attiengesellschaft soll durch den Erzeugungsprozeß auf modernste Weise und eine neue ersetzt werden. Es fam zur Ausarbei- mit größter Zweckmäßigkeit regelten. Vollendeter tung eines Vertrages, dessen Unterzeichnung fom- Widersinn des kapitalistischen   Profitzeitalters, daß mende Woche in der Generalversammlung der man diese Produktionsstätte seiner neuen Maschi­Brüsseler Aftiengesellschaft beschlossen werden nen berauben und in den übrigen Teilen ver­foll. Sobald das Vollzogene Tatsache würde, wahrlosen lassen will!

Unter Androhung der Sprengung des Kar­tells und eines scharfen Breistampfes stellte er das Verlangen nach Stillegung des modernen Holeischner Betriches.

Ein blühendes Gemeinwesen steht auf dem Spiel!

Doch es geht in diesem Fall nicht um eine prächtige Fabritsanlage, es geht nicht einmal allein um über 600 Menschen, sondern um die ganze Gemeinde, die Nachbarorte, es geht um die Interessen vieler anderer Produktionsziveige, un Ziegeleien, um das Baugewerbe und die Lebens möglichkeit vieler Kaufleute und Gewerbetrei­bender.

In den etwa dreißig Jahren, welche die Fa­brik nun besteht, hat Holeischen einen geradezu sprunghaften Aufstieg genommen. Die Zahl sei­ner Wohnhäuser hat sich beinahe vervierfacht. Viele Wohnbauten erstanden erst in den letzten Jahren, sie wurden von strebsamen Arbeitern erbant, gegen Schulden allerdings, die heute noch auf den Gebäuden lasten und nur getilgt werden können, wenn der Verdienst in der Fabrik wei­tergeht. Bewahrheitet sich aber das Furchtbare, bleibt die Fabrit tatsächlich stehen, so muß da­mit gerechnet werden, daß

beinahe an die hundert Häuser unter den Exekutionshammer tommen.

Selbstmord Marums?

Johannes Engel ist nicht irgendwer. Einer von der alten Garde" des Herrn Hitler  , der im Aus Karlsruhe   wird berichtet, daß sich mer dann vorgeschickt wurde, wenn es galt, den in dem großzen badischen Konzentrationslager der Werftätigen vorzuschwindeln, daß die Nazis im Sozialdemokrat Dr. Ludwig Marum er- Grunde eine antikapitalistische Partei seien. Herr hängt habe. Wenn er sich wirklich se I b ist erhängt Engel war es, der die nationalsozialistischen Be­hat und nicht ermordet und dann von braunen triebszellen organisierte, er war es auch, der stets Bestien aufgehängt worden ist, so ist Warum dann in der Berliner   Stadtverordnetenversamm zweifelsohne in den Tod gehetzt worden. lung sprach, wenn es gali, pseudoproletarische An­

Dr. Marum wurde vor etwa zehn Monaten träge zu stellen. Zum Wedding   und in den Ber= elektrischen Ortsneßes durchgeführt, ein neues gemeinsam mit dem ehemaligen badischen Mini- liner Often wurde nur Johannes Engel geschickt, Rathaus und Wohnhäuser wurden gebaut, die terpräsidenten Remmele( einem Bruder des der Renommierarbeiter der braunen Volksbetrii­Feuerwehr erhielt moderne Apparate, es wurde kommunistischen Führers Remmele) verhaftet, ger, der, als früherer Dreher, oft raditaler als ein neuer Friedhof angelegt. Die fürsorgeri zuerst in ein Gefängnis gesperrt und dann einem selbst der phraſengewaltigſte Stommuniſt zu ſpre­sche Initiative der Gemeindeverwaltung ließ Stonzentrationslager zugeführt. Diese Einliefe- hen wußte. Konzentrationslager zugeführt. Diese Einliefe- Chen wußte. Während im Westen Prinz Auwi ein Gemeindewohlfahrtshaus entstehen, in wel­rung der beiden Sozialdemokraten in das Ston- die feinen Leute nationalsozialistisch machie, iar chem sich Räume für einen Arzt und eine Ge­zentrationslager fand unter besonders nieder der Verräter seiner Klasse dazu ausersehen, Ab­burtshelferin befinden. Dazu gehört weiter trächtigen Umständen statt. Beide, in Karlsruhe   trünnige unter seinen Klassengenossen zu werben. ein öffentliches Bad. Die Armen- und die Nun geht der Engel, weil ihm der Boden allgemein bekannte Männer, wurden auf einem schulärztliche Fürsorge wurden ausgebaut. Der Gemeindeverwaltung sind auch neue Wege und offenen Wagen durch die ganze Stadt gefahren, unter den Füßen zu heiß wird. Geht er, weil Straßen, neue Obstalleen und Anpflanzungen mehreren Musikkapellen. begleitet von vielen Tausend SA- Burschen und ihn ein Rest von Schamgefühl veranlaßt, nicht mehr zu decken, was Hitler  , der Agent der Volks zu verdanken. In der Bekämpfung der Ar­Im Konzentrationslager wurden beide ausplünderer, den breiten Massen an Gemein beitslosigkeit und der Krisenfolgen leiſtete die schmachvoll behandelt. Remmele wurde Anfangs heiten zu bieten wagt, oder geht er, gezwungen Gemeinde das Menschenmöglichſte. Aber auch März als schwer tranfer Mann entlassen. Doktor von den nationalsozialiſtiſchen Scharfmachern, auf kulturellem Gebiet bleiben ihre Erfolge Warum wurde gefangen gehalten; der Jude denen ein Proletarier, und selbst ein solcher, für nicht zurück. Die deutsche und die tschechische sollte vollkommen geopfert werden! Nun ist er die Aufgabe, die Verſtlavung der Arbeitnehmer Gemeindebücherei legt Zeugnis dafür ab. geopfert. Auf der Mordliste der Nazi steht ein in allen Details durchzuführen, doch nicht tragbar Name mehr! ist?! Wie dem auch sei, der sensationelle Abgang Marum war 1882 in Frantental in Baden des Johannes Engel zeigt mit eindeutigster lar­geboren; er studierte Rechtswissenschaft und war heit, in welch beispiellos schändlicher Weise die in Karlsruhe   ein sehr beliebter Rechtsanwalt. gläubigen Anhänger der braunen Auch- Soziali­1918 wurde er vadischer Justizminister. Dem ſten" betrogen, belogen und um ihre Zukunft ge­Reichstag gehörte er ſeit 1928 an. Marum war prellt worden sind-! allgemein beliebt; er führte ein glückliches Fami­lienleben. Man kann sich vorstellen, wie dieser Molotow über dem Mensch gefoltert worden sein muß förperlich und seelisch, bevor er Schluß machte! Auch er wird nicht vergessen werden, auch nicht bei der Abrechnung!

Eine Aufgabe

der Demokratie

Tscheljuskin- Lager

Schon haben die gewertschaftlichen Organi­Seit 1919 verwaltet die Gemeinde eine fationen der Arbeiter und Angestellten beraten, deutsche sozialdemokratische Mehrheit. 12 Jahre haben die sozialdemokratischen Parlamentarier war Genosse EI 3.dörfer Vorsteher, seit 1931 Schritte zur Abwehr der Betriebsstillegung ein­liegt die Leitung der Gemeindegeschäfte in den geleitet und werden öffentliche Institutionen, wic Händen des Genossen Pschierer. Mit beson- das Getverbeinspektorat und die Handelskammer ders eifriger Initiative leisteten die Genossen in Pilsen  , in Bewegung gescit. Die Möglichkei­Gottfried und Swatosch Mithilfe. ten der Regierung, helfend einzugreifen, fanden Mit den Einnahmen der Gemeinde wur- eingehende Erörterung; sie werden dem Vorsit den vorbildliche Leistungen vollbracht. Ez zenden der Regierung und den zuständigen Mi- Treuhänder" Engel geht... überaus ungünstigen meteorologiſchen Bedingun

wurde die Kanalisierung und die Anlage des niſtern unterbreitet werden.

Die drohende Betriebsstillegung in Holeischen gibt der Regierung Gelegenheit, diesen Grundsatz durch ein entschiedenes Einschreiten gegen die hemmungslosen Pro­fitgelüste der Firma Weimann in der Tat zu handhaben. Wir wissen, daß die Regierung gerade in diesem F all Machtmittel in der Hand hat, mit der die Pläne Weimannsdoch wirksam durchkreuzt werden können. Schwerer als die Gewinninteressen dieses Großkapitalisten muß das Schicksal der hunderten Glasarbeiter aus Holeischen und Umgebung wiegen, höher als jene müssen die großen sozialen und kulturellen Leistungen. sowie das intelligente Streben der dortigen Bevölkerung bewertet werden! Schutz den Arbeitern und Angestellten, ist daher die demokratische Aufgabe!

Ein erfolgreicher Flug.

Wankarem, 9. April.  ( Taß.) Troß der

gen startete gestern der Flieger Molotow nach

Aus Berlin   tommt eine überaus bezeichnende dem Schmidt- Lager. Nach einem zweieinhalb­Nachricht! Herr Johannes Engel, der Re- stündigem Fluge bei dichtem Nebel kehrte der Flic nommierproletarier der braunen Millionärs- So- ger, der während der angegebenen Zeit wahrschein­zialisten", hat demonstrativ sein Amt als Treulich bereits über dem Lager kreiste. dieses aber händer der Arbeit für den Wirtschaftsbezirk Berlin  - vegen der überaus schlechten Sicht nicht lokalisieren Brandenburg  " niedergelegt. An diesem Rücktritt fonnte, wieder nach Wantarem zurück. Hernach des geriebenen Demagogen läßt sich ermessen, wurde fein Flug mehr nach dem Lager unter welche Entrüstung und Enttäuschung die asoziale nommen. " Sozial"-Gesezaebuna des Dritten Reiches  ". die den Arbeiter zum willenlosen Sklaven des Unter­nehmers macht, in den breiten Massen, selbst der eigenen Anhänger des Nationalsozialismus aus gelöst hat!

Aus Anadyr   wird gemeldet, daß dort ein hef= tiger Schneesturm gewütet hat, der es den Fliegern Galyschew. Doroninow und Wodo= piano w unmöglich machte, von Wankarem einen Flug zu unternehmen.