Einzelbild herunterladen
 

Br. 111. 16. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.

werbe- Inspektion für deren Jahresberichte über die wirtschaftlichen

Dritter Kongreß der Gewerkschaften Verhältnisse der Arbeiterbevölkerung.

Deutschlands .

Frankfurt a. M., 12. Mai 1899. Fünfter Verhandlungstag. ( Vormittags- Sihung.)

Der Kongreß tritt in die Beratung der Inspektion ein.

V

und vertreten.

Gewerbe­

Sonntag, 14. Mai 1899.

Nachmittags- Sizung.

Die Diskussion wird über den Punkt Arbeitersetre

Der Kongreß berhehlt sich allerdings nicht, daß eine einiger- tariate fortgesetzt. maßen befriedigende Verbindung der Arbeiter mit der Gewerbe- Frau Ziez- Hamburg spricht sich ganz im Sinne des Referenten Inspektion und die wirkliche Nuzbarmachung der staatlichen Aufsicht Segiz aus. Sie hält insbesondere die Naterteilung für ländliche für die Arbeiterschaft erst möglich werden wird durch weitgehende Arbeiter für notwendig. Den Antrag der Bergarbeiter bittet sie ab­Reformen der Gewerbe- Inspektion selbst ,, nämlich durch zulehnen, da nur dort Sekretariate gedeihlich sich entwickeln können, wo starte Organisationen vorhanden sind.

Ausdehnung derselben auf Handwerk, sowie Kleins und Hans­industrie, Handel, Transport und Verkehr, Centralisierung in eine Reichsinspektion, Vermehrung der Beamten durch Gehilfen und Gehilfinnen auts Arbeiter und Angestelltenkreisen, sowie Ausstattung der Beamten mit Vollzugsrecht und voller Un­abhängigkeit.

Deswegen fordert der Kongreß alle Arbeiter und Arbeiter­vertreter auf, mit aller Energie dahin zu wirken, daß diese Reformen, durch welche die Gewerbe- Inspektion erst wirklich nußbringend für die Arbeiterschaft gestaltet wird, zur Durchführung gelangen.

V

V

Sué Essen und Schlice Stuttgart bekämpfen die Schluß­ausführungen der Frau Ziez.

Segit im Schlußwort: Den Antrag der Bergarbeiter bitte er in Legiens Sinn umzuändern. Dagegen lönne er Legien nicht beistimmen, wenn nur an organisierte Arbeiter Auskunft erteilt werden soll. Gerade die Auskunftserteilung an nichtorganisierte Ar­beiter sei ein gutes Mittel, sie zur Organisation heranzuziehen. Die Resolution Segiz wird mit dem Antrag der Berg arbeiter in der Fassung Legiens vereinigt und mit großer Mehrheit angenommen.

namens der

man

Die

Referent Dr. Quard: Der beste Gradmesser dafür, ob ein Legien: Es müsse dahin kommen, daß die Gewerkschaften Staat es mit dem Arbeiterschuß ernst meint, ist die Ausdehnung der bestimmte Beiträge leisten für die Erhaltung der Sekretariate, damit Gewerbe- Inspektion, denn sie zeigt, wie weit die Regierung gewillt diese nicht auf freiwillige Beiträge angewiesen sind. Es müsse noch ist, den Arbeiterschutz auch in der Praxis durchzuführen. Wir haben dahin kommen, daß die Auskunftserteilung nur an organisierte Die erste Grundlage zu solchen Instituten regt 26 verschiedene Bestimmungen, je nach den 26 verschiedenen Arbeiter erfolgt. Bundesstaaten, und haben deshalb stets die Forderung einer Reichs­muß an den betreffenden Orten selbst entstehen. Erst wenn es sich inspektion aufgestellt. Was ich Ihnen sonst noch zum geseklichen Aus­zeigt, daß die Arbeiter nicht alle Mittel dafür selbst aufbringen bau der Gewerbe- Aufsicht in meiner Resolution vorschlage, lehnt sich an Aber auch so lange diese Reformen nicht erreicht sind, sollen können, kann die Generalfommission eingreifen. In diesem Sinne ist unsere Beschlüsse auf dem Zürich.r Arbeiterschutz - Kongreß an. Hier kommt Arbeiter und Arbeiterinnen unablässig in den oben angegebenen drei der Antrag der Bergarbeiter nur annehmbar. es uns wohl namentlich auf das Verhältnis zur gewerkschaftlichen Or. Richtungen thätig sein, damit Gesetzgebung und Verwaltung desto Sendler Düsseldorf erhebt Widerspruch gegen die Er ganisation an. In Deutschland besteht für große Gebiete teine früher zu Verbesserungen gedrängt werden." richtung von Arbeitersekretariaten mit Unterstügung der General riaten oder nur ganz geringe Fühlung der Aufsichtsbeamten mit den Paplow Hamburg erörtert dann die Mißstände im Bau- tommission. Arbeiter Organisationen. Die Inspektoren sind durch ihre Dienstgewerbe und fordert eine besondere Bau- Inspektion, die Festlegung Bringmann- Hamburg: Trotz der Stützpunkte in Königs­anweisungen nicht dazu verpflichtet und einzelne Inspektoren wissen von Normalvorschriften zu Verhütung von Unfällen, die von Arberg , Posen, Danzig und Oberschlesien sei man da nicht weiter ge­gar nicht, daß es überhaupt Arbeiter Organisationen giebt. Sie beiterkommissionen für die einzelnen Orte ausgearbeitet werden und kommen. Er warne vor uferloser Fortsetzung dieser Politik und bitte, mögen daraus den Grad der Befähigung mancher dieser Herren für durch Arbeitercontroleure durchgeführt werden, sowie die Anstellung den Antrag der Bergarbeiter abzulehnen. ihr Amt ermessen. Bayern hat übrigens die Beamten in der aller- von besonderen Bau- Inspektoren. Die jetzigen Gewerbe- Inspektoren Ein Schlußantrag wird angenommen. Tezten Zeit angewiesen, mit den Arbeitern in Verbindung zu treten. find für das Baugewerbe völlig ungeeignet. Das ist aber der erste Fall dieser Art. In der Fabrit fann der Hué Essen spricht über Berginspektion und die Inspektion in Arbeiter natürlich mit dem Aufsichtsbeamten nur schwer in Verbindung Gruben, in Eisen- und Stahlwerken, die im umgekehrten Verhält­kommen. Da ist der Druck des Arbeitgebers, die Angeberei schlechter nisse zur Gefährlichkeit des Betriebes steht. Noch schlimmer aber sehe Arbeitskollegen hinderlich. Viele Arbeitgeber verbieten ihren es in den Eisen- und Stahlwerken aus. Hier seien die Unfall­Arbeitern direkt mit den Gewerbe- Inspektoren zu sprechen, in dem ziffern doppelt so hoch wie selbst in den Bergwerken. Es egiſtieren Bericht des Beamten für Unterfranken wird sogar die Anstellung natürlich eine Menge Unfallverhütungs- Vorschriften, sie werden aber von Lockspiteln berichtet, die den Verkehr der Arbeiter mit dem nicht befolgt. Würden die Arbeiter die Vorschriften befolgen, sie Juspettor überwachen mußten. Wie mit dem mündlichen Verkehr, tämen am Lohntage sehr zu kurz. Lohnfrage und Unfallverhütung Jensen Kopenhagen begrüßt den Kongreß steht es mit dem schriftlichen Verkehr; mur in Baden ist es etwas hängen eng zusammen, aber die Fabrikanten nehmen bei Bemessung dänischen Gewerkschaften. Dänemark , das kleine Land, schulde den besser, da sich dort der Beamte einer gewissen Beliebtheit bei den des Accordlohnes gar keine Rücksicht darauf. Redner beklagt schließ- deutschen. Denkern, und Arbeitern Dank, da sie zur Emanzipation der Arbeitern erfreut. Es find ja in einzelnen Bezirken Sprechstunden lich, daß die Regierung immer noch nicht auf das Verlangen nach dänischen Arbeiter wesentlich beigetragen haben. Aber auch die eingerichtet, aber die Arbeiter müssen sich scheuen, von dieser Ein- Arbeiterinspektoren eingegangen ist. In allen diesen Fragen stehen fleinen Länder hätten ihre Bedeutung. Kopenhagen , die Hauptstadt richtung Gebrauch zu machen. In Köln hat ja der Inspektor Jäger socialdemokratische und christliche Bergarbeiter zusammen. Erfüllt Dänemarks , sei ein großer Kopf auf einem kleinen Körper. In einen offiziellen Nüffel bekommen, weil er Sprechstunden eingerichtet man die Forderungen nicht, so muß es über furz oder lang zu einem Kopenhagen seien deshalb die Gewerkschaften am schnellsten ge hat und ist von dem schönen Köln nach der Lüneburger Haide großen Krach kommen.( Beifall.) wachsen. Unter dem Namen Centralisierte Gewerkschaften Dänemarts bersetzt worden, 100 er gewiß den Industriellen nicht Döring Hamburg spricht über die Hafeninspektion, die völlig sei eine Organisation der Gewerkschaften in ganz Dänemark mehr schaden fann. Diese Organisationen hätten 75 000 bis Der organisierte Verkehr mit den unzulänglich ist. In Hamburg existiert ein einziger Hafeninspektor. errichtet worden. Arbeiterverbänden hat sich nach drei Richtungen herausgebildet: Aber die Hafeninspektoren müssen von Reichs wegen angestellt werden, 80 000 Mitglieder, nur ein verschwindender Teil der Arbeiter nicht In organisiert. die Dänemark betrachte die Arbeiter schicken einen einzigen Vertrauensmann für einen nicht von der Landesbehörde, denn diese sind mehr geneigt, den sei ganzen Bezirt, wie den Genossen Baudert in Weimar , den die Wünschen der Unternehmer Rechnung zu tragen, als die Reichs- Gewerkschaften als einen Teil der socialdemokratischen Partei. der Gewerkschaften fizzen int der Centralrat Regierung als Berater der Inspektion zum Schrecken der Scharf- behörden. Redner empfiehlt dem Kongreß die Resolution Quard Delegierte macher acceptiert hat. Dann die örtlichen Beschwerdekommissionen, zur Annahme. politischen Partei und auch umgekehrt Delegierte der politischen welche die Beschwerden der Arbeiter für den Inspektor zurechtmachen Frau Kähler Wandsbeck spricht über Inspektion in Haus- Partei im Gewerkschaftsrat. Die Arbeitszeit in Dänemark betrage Endlich das vollkommenste System: direkte regel- industrie und Kleingewerbe und legt die Notwendigkeit der Aus- höchstens zehn Stunden, vielfach weniger. Die Socialdemokratie dringe mäßige Konferenzen von Arbeitervertretungen mit den Aufsichts- dehnung der Gewerbe- Inspektion auf diese Gebiete dar. Sie schildert in Dänemark start in die Kommunalverwaltungen ein. Von den beamten. Das weimaranische System läßt sich wohl nur in einem die traurigen Zustände in der Heimindustrie auf Grund ihrer per- 30 Stopenhagener Stadtverordneten seien 9 Socialdemokraten. Die Kleinen Staat durchführen und ersetzt auch die anderen Systeme nicht. sönlichen Erfahrungen. In der Industrie des Thüringer Waldes Stapitalisten hätten sich ebenfalls organisiert und gingen mit Aus­Bei den Beschwerdekommissionen sollte Statistik und Berichterstattung werden z. B. die bunten Glastügelchen, welche am Weihnachtsbaum sperrungen gegen die Arbeiter vor. Man wolle jetzt gerade einen beffer organisiert werden. Die ersten derartigen Kommissionen wurden das Entzücken aller hervorrufen, unter unjäglichen Qualen mit dem Hauptschlag führen und die Gewerkschaften sprengen. Ruthig gehe es mir Griffens 1802 in Mannheim und Mainz , dann 1893 in Nürnberg Blut und Schweiße dreis und vierjähriger Kinder gefärbt, die den also auch in Dänemark nicht zu. Auch bei eine Deneur het wit unter Grillenbergers Führung gebildet. Aber vielfach haben es Eltern damit den Kampf ums Dasein erleichtern müssen. die Beamten direkt abgelehnt, mit Beschwerdekommissionen Resolution Quard zeichnet den Weg, den wir gehen müssen. Ich bitte einem Hoch auf die internationale Solidarität und die zielbewußte der Arbeiter zu verkehren, so in. Dresden , Birna, Remscheid , Sie, diese Resolution anzunehmen. beutsche Arbeiterschaft.( Beifall.) Leipzig , Breslau und anderen Orten. Hier in Frankfurt haben wir Müller Hamburg begründet den Antrag der Schiffszimmerer Es folgt: Die Stellung der Gewerkschaftskartelle in der Ges auch einen Zusammenstoß mit dem Gewerbe- Inspektor gehabt. Ohne Hamburgs , daß die Gewerbe- Inspektion auf die Beaufsichtigung des werkschaftsorganisation Deutschlands . jeden Anlaß hatte es der Frankfurter Beamte plötzlich abgelehnt, Schiffsbaues und der Schiffe überhaupt übertragen wird und dem Dazu liegen drei Resolutionen vor, in denen die allgemeinen weiter mit der Beschwerdekommission zu verkehren, weil sie aus norddeutschen Lloyd dieses Aufsichtsrecht zu entziehen. Er be- lokalen Aufgaben der Gewerkschaftskartelle im wesentlichen gleich­Socialdemokraten bestehe und sogar einen socialdemokratischen mängelt den heutigen Schiffsbau unter Borzeigung interessanter mäßig angegeben sind. Specielle Regelung erfahren in allen Agitator in ihrer Mitte habe". Wir haben an den Minister Proben von Nieten 2c. Resolutionen die Aufgaben der Gewerkschaftskartelle bei Streits. die Eingabe Eingabe gerichtet, den gerichtet, den Beamten aus Frankfurt ab- Nach einem furzen Schlußwort Dr. Quards, in welchem er zu Die Resolutionen sind von dem Referenten Stühmer, von Sturm zuberufen, die zwar nicht sofort, aber später doch Erfolg energischer Einzelarbeit in den Gewerkschaften auffordert, wird die und Genossen und Päplow und Genossen eingebracht. gehabt hat. Der Beamte ist nach dem Osten zurüdversetzt worden. Resolution Quard einstimmig angenommen. Resolution Stühmer wie die Resolution Sturm räumen den Die vollkommenste Form des Verkehrs hat sich nur in Württem- Es folgt der nächste Punkt der Tagesordnung: Arbeiter Gewerkschaftskartellen eine selbständigere Mitwirkung bei der Vor­berg herausgebildet. Dort treten die Vertrauensleute sämit- sekretariate". bereitung und Durchführung von Lohnfämpfen ein. Die Resolution licher Gewerkschaften mit sämtlichen Gewerbe- Inspektoren alljährlich Referent Segi Nürnberg: Fast teine Einrichtung hat sich so Päplow läßt die Mitwirkung der Kartelle bei Lohnstreitigkeiten nur zu einer Konferenz zusammen. Das läßt man sich gefallen, und es schnell Bahn gebrochen, wie die der Arbeitersekretariate. Das ist mir dann zu, wenn diese Mitwirkung von den Centralverbänden der wird. Die Resolutionen zeigt den Unterschied von Württemberg und Preußen. Hier gehen natürlich, denn je verwickelter unsere Gesetzgebung wird, um so Organisationen von ihnen erbeten die Inspektoren zu den Unternehmern aber sie setzen feinen Fuß in eine schwieriger wird es für den Arbeiter, sich darin zurecht zu finden, Stühmer und Päplow fordern die organisierten Arbeiter auf, allen Arbeiterorganisation, gehen höchstens einmal in einen Hirsch- Dunderschen um so mehr braucht er Rat und Hilfe von einem Manne, der sich die Ein- Bestrebungen, die zu einer Kollision zwischen Gewerkschafts­oder christlich- socialen Gewerkverein. Kein Wunder, daß so Berichte arbeitung in diese Materie zur Lebensaufgabe gemacht hat. Das erste in fartellen und Centralverbänden zu führen geeignet seien, energisch Die Resolution Sturm erklärt, daß sachliche entstehen können, worin gesagt wird, daß die Lage der Arbeiter Nürnberg ist der aufopfernden Thätigkeit unseres verstorbenen Grillen- entgegenzutreten. sich sehr gehoben habe, weil der Preis der Kartoffeln gefunten berger zu danken. Man hat ihm zuerst Schwierigkeiten gemacht, jezt blüht Gründe zu solchen Kollisionen nicht vorhanden seien. Sie empfiehlt ist. Um solche Naivität zu verhüten, können auch die Zentral- es; im letzten Jahre haben es über 13 000 Personen frequentiert. Zahl die Herstellung von Beziehungen zwischen der Generalkommiſſion organisationen etwas thun. Sie sollten ihre Publikationen regelmäßig reiche Städte sind dem Beispiel Nürnbergs gefolgt oder werden ihm und den Gewerkschaftskartellen, wie die Schaffung von Konferenzen an alle deutschen Gewerbe- Inspektoren schicken, dann können sich bald folgen. In Posen hat die Stadt, in Düsseldorf haben die beider Teile 2c. Die Resolutionen Stühmer und Päplow verlangen, die Beamten bei ihren Darstellungen nicht mehr über Mangel an Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine, in Berlin die fatholischen Arbeiter- daß die Gewerkschaftskartelle teine Vertretung auf den Gewerkschafts­Unterlagen bellagen. Was ist also der Schluß aus allen diesen vereine ähnliche Einrichtungen getroffen. Wir haben in Bosen und kongressen finden sollen, während die Resolution Sturm diese Frage Einzelheiten? Ein Beitrag zur brennendsten Frage, vor der wir Düsseldorf Geburtshilfe geleistet und unseren Rat gern erteilt. Eine nicht berührt. Eine vierte Resolution verlangt, daß im Falle von stehen: ohne volle Anerkennung der Arbeiterorganisation ist jede direkte Verbindung der Sekretariate mit den Gewerkschaften ist aber Streitigkeiten zwischen Kartell und lokalen Organisationen von Socialreform nur Klassenheuchelei.( Beifall.) nicht zu empfehlen, dazu sind die Aufgaben beider Institutionen zu Centralverbänden die Generalkommission auf Anrufung eines Teils Der Referent beantragt folgende Resolution: verschieden. Es ist auch nicht möglich, nur organisierten Arbeitern zu entscheiden hat. Der Vorstand des Centralvereins der Bildhauer Jede Gewerbe- Inspektion, die wirksam sein will, ist durchaus Rat zu erteilen, auch zwischen wirklichen Arbeitern und Kleinbürgern verlangt einen Kongreßbeschluß dahin, daß eine Vertretung der auf die Arbeiterschaft bei der Kontrolle der Arbeiterschutzgesetze ist schwer eine Grenze zu ziehen, ebensowenig ist eine Teilung des Ge- Gewerkschaftskartelle abzulehnen ist, weil sich ja die Kartelle aus sowohl, als bei der Berichterstattung über die wirtschaftliche Lage biets der Auskunftserteilung möglich. Die Arbeiterfefretariate sind Vertretern der auf dem Stongreß berechtigten Organisationen zu­der Arbeiterbevölkerung angewiesen; ohne diese Unterstüßung, welche teine öffentlich- rechtlichen Institutionen, sondern privater Natur. sammensetzen. Referent Stühmer stellt sich auf den Standpunkt seiner am zwedmäßigsten durch die Arbeiterorganisation erfolgt, vermag Deshalb ist es den Gewerkschaften umbenommen, sich mit diesen Ein­die Gewerbe- Inspektion selbst im günstigsten Falle nur halbe Arbeit richtungen zu beschäftigen und zu beraten, ob sie ihrer Unterstützung Resolution; er hebt den Nutzen der Kartelle für die Aufbringung zu leisten. wert sind. Ich möchte dann aber auch vor Ueberstürzung warnen, von Streitinterstizing hervor. Die Kartelle werden bei Streits Nun wird es aber den deutschen Arbeitern und Arbeiterinnen denn die Unterhaltungskosten sind nicht gering. Das Nürnberger immer mit den Angelegenheiten der einzelnen Verbände zu thun außerordentlich erschwert, einen für beide Teile nützlichen Verkehr Arbeitersekretariat kostet jezt nach Errichtung einer statistischen Ab- haben. So lange jie das mit der nötigen Zurückhaltung und dem mit den deutschen Gewerbe- Inspektoren zu unterhalten. Die Hinder- teilung schon 12 000 M. Auch die Personenfrage ist nicht so leicht gebotenen Taft thun, schade das nichts. Selbst wenn ein gegen­nisse für diesen Verkehr bestehen, außer in der materiellen und zu nehmen. Versorgungsposten für Gemaßregelte find die teiliger Beschluß gefaßt würde, so würde er nicht durchführbar sein. Paplow Hamburg hält die Kartelle für ein notwendiges moralischen Abhängigkeit des einzelnen Arbeiters vom Kapitalisten, Sekretariate nicht. Ein unzuverlässiger Rat kann für den Arbeiter in der den Arbeiterorganisationen feindlichen inneren deutschen Politit, die übelsten Folgen haben. Der Beamte muß mit dem schriftlichen Uebel. Es seien von ihnen Streits unterstützt worden, die ohne in der buntscheckigen Regelung der deutschen Gewerbeaufsicht durch Verkehr mit Behörden vertraut sein, er muß starkes Selbst- Bustimmung der Centralorganisation erfolgt seien. Er habe da 26 verschiedene Bundesstaaten, in der wenig sachentsprechenden Vor- verantwortlichkeitsgefühl haben. Schr wünschenswert wäre die den Hamburger Hafenarbeiterstreit und den Krefelder Weber Beide Streits wären besser unterblieben. bildung vieler Inspektoren, ferner in den gesellschaftlichen Vorurteilen, Herausgabe eines Organs für die Arbeitersekretariate. Vielleicht läßt sich streit im Auge. follen jetzt 5000 Weber der Organisation der vielfachen Ueberlastung und dem häufigen Wechsel der unteren der Gedanke mit der Vergrößerung des Korresondenzblattes" erreichen. In Krefeld Er glaube aber, es werde sich die Aufsichtsbeamten im größten deutschen Bundesstaat, endlich in dem Dieses tönnte dann Publikationsorgan der Arbeitersekretariate gewonnen sein. Fehlen der weiblichen Gewerbe- Juspektion in den meisten deutschen werden. Wünschenswert wäre auch eine Vertretung auf dem gleiche Erscheinung wie bei den Hafenarbeitern zeigen: Die Kongreß. Organisation werde bald zurückgehen. Die Kartelle sollten wenigstens Staaten. Redner empfiehlt die folgende Resolution: nicht das Recht haben, über die Unterstützung zu befinden. Die Der Gewerkschaftstongreß erblickt in den Arbeiterfekretariaten ganze Bettelei bei Streits müsse einmal aufhören. Sturm- München sucht Mißverständnisse aufzuklären, die aus einen bedeutsamen Fortschritt der Arbeiterorganisationen und spricht diesen Einrichtungen seine volle Sympathie aus. Gleichwohl warut Anlaß von Kundgebungen des Münchener Kartells entstanden seien. 1. Bildung von Beschwerdekommissionen( mit besonderer Hinzu- der Kongreß vor Ueberstürzung bei Gründung von Arbeitersekretariaten Die Startelle sind für schwache Organisationen notwendig, für starte ziehung weiblicher Vertrauenspersonen, wo solche noch nicht bestehen, und empfiehlt den örtlichen Gewerkschaftskartellen, Arbeiterfefretariate entbehrlich. Ganz ohne Einmischung bei Streits wird es nie aba im Anschluß an die Gewerkschafts- Startelle und lebhafter persönlicher erst dann zu errichten, wenn die finanzielle Grundlage für diese gehen. Die Generalfommission mag bei Streitigkeiten entscheiden. Verkehr der Vorsitzenden dieser Kommissionen mit den Aufsichts- immerhin fostspieligen Organisationen gesichert erscheint. Der Ge- Beratende Stimme der Kartelle beim Kongreß wäre angebracht, beamten, wobei im Interesse der Arbeitersache die mancherlei Eigen- wertschaftskongres hält es für erforderlich, daß die Arbeiter- ebenso Konferenzen der Kartelle. tümlichkeiten jener Beamten in den Kauf zu nehmen sind; sekretariate engite Fühlung mit den Gewerkschaftsorganisationen Rethäuser spricht für Einschränkung der Machtbefugnisse der und darauf in den Arbeitsplänen Rücksicht Kartelle, die nicht über der Generalfommission stehen können. In 2. lebhafte Benutzung dieser Kommissionen durch die Arbeiter unterhalten und Arbeiterinnen, welche bei Uebermittelung von Anzeigen und Be- nehmen. Soweit den Arbeitersekretariaten eine eigene publi- Leipzig hat das Kartell die Zwistigkeiten mit den Buchdruckern schwerden an diese Körperschaften weniger Maßregelungen zu bezistische Vertretung wünschenswert erscheint, steht den Sekretären nur verschärft. Er bitte die Resolution Päplow mit dem Zusatz fürchten haben, als bei direktem Verkehr mit dem Inspektor, welche bezw. Verwaltungen der Arbeiterjekretariate das Korrespondenz- anzunehmen, daß bei Zwiftigkeiten die Generalkommission zu aber auch bei der Besichtigung der Fabriken durch die Beamten blatt" der Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands zur entscheiden habe und die Kartelle sich dieser Entscheidung zu fügen, haben. felbft mehr Energie und unerschrockenheit dadurch beweisen müssen, Verfügung." daß sie die Beamten an Ort und Stelle auf Mißstände aufmerksam Henter Hänichen begründet und empfiehlt den Antrag des Müller- Hamburg begründet seinen Antrag, daß die Kartelle machen; Vorstandes des Verbandes der Berg- und Hüttenarbeiter: Die angewiesen werden, den Agitations- und Organisationsbestrebungen Generalfommission hat in großindustriellen Bezirken, wo die örtliche aller Berufe mehr Interesse und Unterstützung als bisher entgegen Gewerkschafts Organisation noch nicht genügend erstarkt ist, wenn zu bringen. thunlich die Gründung von Arbeiterfekretariaten zu veranlassen und diese Institute entsprechend finanziell zu unterstützen." Hierauf tritt die Mittagspause ein.

Dennoch fordert der Kongreß alle Arbeiter und Arbeiterinnen auf, vor allem die organisierten, so regen Verkehr wie nur irgend möglich mit den Gewerbe Inspektoren anzustreben und empfiehlt hierzu folgende Wege:

3. regelmäßiger Verkehr der Centralverbände, örtlichen Zahl­Stellen, Kartelle, Arbeitersekretariate und Krankenkassen mit den In­spettoren nach württemberger Muster, und namentlich regelmäßige Uebermittelung von Material über die Lebenslage der Arbeiter durch jene Organe an die Centralstellen und örtlichen Beamten der Ge­

V

Dupont Berlin wendet sich gegen die Zulassung der Kartelle auf den Gewerkschaftskongressen.

Knoll Berlin bittet, alle drei Resolutionen schon aus vereins­