I Nr. 81 Donnerstag, 6. Feber 1S3S Seite 5 Lieber Freund, der Autobus ist doeh längst weg! Ich warte auch nicht auf den Autobus, son­dern auf die seit drei Wochen angekündigte Kältewelle. Neuverteilung der Kolonien Wo ist noch Raum? (MTP) Die Erde ist verteilt. Selbst die früher herrenlosen, unbewohnbaren Gebiete um die beiden Pole sind in der Nachkriegszeit zwischen England und Amerika , Rußland und Kanada , Norwegen und Australien , Frankreich und Argen ­tinien gewissenhaft aufgeteilt worden; ja selbst di? noch unentdeckten Inseln in diesen Breitengraden sind theoretisch nicht mehr herrenlos. Auf der anderen Seite fehlt es an Raum Mehr als ein Land Europas ist übervölkert und sucht neue Kolonisations- und Absatzgebiete. Ita ­lien begründet mit dieser Notwendigkeit seinen Willen zur Eroberung Abessiniens. Deutschland ruft nach Kolonien, die weder England noch Frank ­reich oder Japan ihm ohne weiteres zur Verfügung stellen können, weil sie in ihnen seither Millionen und Abermillionen investiert haben. Ueberall droht di« Gefahr neuer Konflikte. Diejenigen, die heute die Geschicke der Na ­tionen lenken, suchen verzweifelt nach einem Aus ­weg. Einige glauben, ihn gefunden zu haben. Sie bezeichnen ihn als das Ei des Columbus. Er heißt Neuverteilung der Kolonien. , Daß weder England noch Frankreich noch Japan Teile ihrer Kolonialreiche anderen Machie.- überlasien werden, braucht nicht' betont zu werden. Aber da ist zum Beispiel das kleine Portugal mit kaum sieben MMonen Einwohnern, mit schwerer Wirtschaftskrise, ohne Geld, von Anleiheschulden etdrückt und trotz mit einem mehr als zwei Mil ­lionen Quadratkilometer umfassenden Kolonial ­besitz, zu dessen Kolonisierung oder auch nur Aus ­nützung ihm selbst die bescheidensten Mittel und Möglichkeiten fehlen. Von Portugiesisch -Guinea, den Kapverdischen Inseln, San Thome , Goa und Macao soll in die ­sem Zusammenhang nicht gesprochen werden. Sie sind klein, umfassen zusammen kaum 45.000 Qua ­dratkilometer, bieten kaum Siedlungsmöglichkeiten, werden außerdem verhältnismäßig produktiv ver- Revolver versagt hattel Er suchte also den Kameraden auf, der ihm die alte Waffe für 85 Kc verkauft hatte und verlangte erbittert sein Geld znrück! Er bekam es nicht und floh neuerlich. Da er aber doch wußte, daß er den Gendarmen nicht ent­gehen würde, versuchte er mehrfach Selbstmord zu markieren. Er brachte sich zunächst einige sehr zarte und vorsichtige Hautschnitte an den Händen und am Hals bei. Und dann stellte er sich auf eine Brücke des ZampachbacheS und wartete ungeduldig, bis jemand des Weges käme, der ihmim letzten Moment vor dem Selbstmord bewahren" könne. Es kam aber niemand und so trieb" sich Zajac, dem schließlich die Geduld ausging, in den Wäldern herum, bis er aufgegriffen wurde. Dies ist der Verlauf und das Milieu der Tat, über die die Geschworenen abzuurteilen haben wer­den. Hinzugefügt sei noch, daß die Bäuerin, die das Blut aus ihrer schrecklichen Kopfwunde für Schweiß gehalten hatte, mit dem Leben davon kam. Man setzte ihr anstelle des zertrümmerten Schädelknochens eine Silberplatte«in, die aber auf ihren ausdrück­lichen Wunsch später wieder entfernt werden mußte. Angeblich fühlt sie sich wieder gesund...! DaS Urteil wird heute in den Abendstunden, er­wartet. rb. Vertreter Italiens, Baron Aloist, beharrlich sich ausschwieg» um keine Stellung gegen die Danziger Nazi nehmen zu müssen. Me italienische Presse enthält sich in der letzten Zeit jeder Pole­mik gegen Deutschland , irgendwelche dem Nazi­regime ungünstigen Informationen sind aus der Presse verschwunden. In B e r l i n will man natürlich die sich bietende Gelegenheit nicht ver­passen: das Organ von Goebbels,Der An­griff", hat neulich drei Mitarbeiter auf einem Flugzeug nach Italien entsandt mit dem Auftrage, die innere Situation und besonders die Einwirkung der Sanktionen auf die italie­nische Wirtschaft zu studieren. Die Ergebnisse der Enquete, die gegenwärtig imAngriff" ver­öffentlicht werden, sind für Italien ungemein günstig. Die MoskauerPrawda" bemerkt nun zum Artikel von Coppola sehr gereizt, daß die italienischen Faschisten in ihrem Kreuzzug für die Zivilisation lieber zu Hause beginnen möchten, spricht von der Barbarei des Faschis­mus, vom Terror und von der Berletzmig der elementaren Normen des Völkerrechtes durch Rom. Nach der Ansicht derPrawda" beweise die Antisowjetkampagne der italienischen Presse und die Anbiederungsversuche gegenüber Hitler bloß die Tatsache, daß die militärische Situationin Ost-Afrika sich für Rom ungünstig entwickle. Produktion von Gegenständen des MaffenlngnS in der USTR. Wie die MoskauerPrawda"(vom SS. Jänner) mitteilt, wird in diesem Jahre di« Pro­duktion der MaffenluxuSartikel bedeutend erhöht. So werden die drei großen Fahrradwerke in Moskau , Pensa und Harkow in diesem Jahre 800.000 Fahr­räder produzieren, zweieinhalbmal soviel als im Vorjahre. Das Moskauer Werk wird zum erstenmal 5000 Rennfahrräder liefern. Auch 150.000 Damenfahrräder sollen produziert werden ebenso wie 50.000^inderfahrräder. Die staatlichen Werke sollen 1036 800.000 Grammo­phone fertig machen, fünfmal soviel wie im vori­gen Jahre, außerdem 50.000 Elektrogrammo- Wunde, auS der das Gehirn austrat, hatte die Größe einer Kinderhand. Ganz unfaßbar aber ist, was sich hierauf be­gab. Zajac legte sich zu der dreizehnjährigen Tochter und beging eine Tat, die daS Strafgesetz als Schändung und Notzucht an einer Minderjährigen bezeichnet! Dann schickte er sich an, daS Haus zu verlassen. Gleichzeitig aber kam die halb Erschlagene zu sich und rief in gleichgültigem Ton: »Ich schwitze... Gebt mir ein Handtuch!" Zajac selbst reichte ihr ein Handtuch und nun sahen die entsetzten Mitschläferinnen erst, daß die Bäuerin buchstäblich in ihrem Blute schwamm. Obwohl ihr Gehirn über die. Wundränder quoll, meinte sie, das sei eine Kleinigk ei t und verbot ihrer waltet und befinden sich Lberdiens seit Jahrhun­derten in portugiesischem Besitz. Aber da sind noch Angola und Portu­giesisch-Ostafrika . Angola, das riesige Kolonialreich an der afrikanischen Südwestküst« fast dreimal so groß wie Frankreich, mit knapp vier Millionen Bewohnern, unter denen sich nur einige Tausend Portugiesen befinden, und Portugiesisch- Ostafrika( Mozambique), anderthalb mal so groz wie Frankreich, mit etwas über drei MMonen Ein­wohnern. In beiden Gebieten übersteigt die Ein­fuhr die Ausfuhr, in Mozambique sogar um das Doppelte, obwohl in Angola riesige Diamanten­felder und Baumwollkulturen vorhanden sind uns in Mozambique landwirtschaftliche Möglichkeiten ersten Ranges bestehen, von denen jedoch weder die einen noch die anderen auch nur annähernd auS- gcnützt werden, weil der portugiesischen Regierung Geld und Menschen fehlen. Mindestens 30 Mil- lionen»überschüssige Europäer" könnten angeb­lich in diesen beiden Kolonialreichen, von denen be­ sonders Angola ein überaus gesundes, für weiß« Menschen zuträgliches Klima besitzt, eine neue Heimat finden. Die Portugiesen. Waren schon einmal drauf und-dran , Angola wcgzugebcn. Im Jahre 1930 wurde über den Verkauf verhandelt.-Aber die Verhandlungen führten zu keinem Ergebnis, da b»t Portugiesen zu hohe finanzielle Forderungen stellten. Heute ist diese Angelegenheit wieder aktuell geworden, und es ist keineswegs ausgeschlossen, daß man sich in Genf demnächst mit der Anregung einer der in Frage kommenden Regierungen zu be­fassen haben wird , Portugal zur Abtretung dieser beiden Gebiete(die für den Staatshaushalt Por­tugals ohnehin nur eine Belastung bedeuten) und zu ihrer im Mandatswege zu erfolgenden Vertei­lung an drei europäische Mächte zu bewegen, di­übervölkert sind und weder über Msatzgebiete noch Kolonisierungsmöglichkeiten verfügen. Görings Plan und die demilitarisierte Rheinzone. Dit große Pariser ZeitungOeuvre" versucht zu erklären, warum Berlin solchen Nach­druck auf die Liquidierung der Rheinzone legt. Die Besetzung der Rheinzone durch deutsche Trup­pen, die angeblich bereits vor sich geht, würde die französische Armee für den Fall paralysieren, wenn Deutschland sich entschließen würde, den | sogenanntenGöring-Plan" zu verwirklichen. In Frankreich halte man diesen Plan für phan­tastisch, in Deutschland jedoch genießt er unge­heure Popularität. Es handelt sich um einen ge­meinsamen Einbruch der alliierten deutsch-polni­schen Armeen nach der Ukraine mit der Perspek­tive eines großen russischen Feldzuges, der jedoch von den deutschen Truppen allein ausgeführt werden solle. Mit alleren Worten, kehre Deutsch­ land zu den Plänen von 1814 zurück, als es Toul und Verdun als Pfänder verlangte mit dem einzigen Ziel, die französische Armee für jede Offensivaktion zu paralysieren. Heute sollen die neu aufzubauenden Festungen der Rheinzone dieselbe Rolle übernehmen. Hinter ihrem Schutz werde Hitler dann seine Horden zur Eroberung jenereuropäischen Kolonien" aussenden, von denen er neulich in seinem französischen Inter­view gesprochen hat. Rom gegen Moskau. Der einflußreiche italienische Publizist Francesco Coppola hat neulich in der Gazetta del Popolo die nicht mehr neue Behauptung aufgestellt, Deutschland sei das einzige Bollwerk der Zivilisation gegen den Bol­schewismus. Etwas unerwartet reiht Coppola nun auch das faschisfische Italien in die Zahl der antibolschewistischen Kreuzritter ein. Diese aus erne Außenwirkung berechnete Zusammenkoppe­ lung Italiens und Deutschlands hängt zweifellos damit zusammen, daß in letzter Zeit eine be­stimmte Ann äh e ru n g zwischen Ber­ lin und Rom im Gange ist. Es wurde zum Beispiel allgemein bemerkt, daß während der jüngsten, für Deutschland sehr unangenehmen 1 Debatten über Danzig im Völkerbundrat der Wäldern des Berges Medn'k bei dem Dorf Podloky eine Gegend, die Prager Touristen ihrer Schön­heiten wegen zu schätzen wissen. Er geriet in ein sonderbares Milien. Der Bauer, der an einem schweren Halsleiden laboriert, ist mehr im Spital als zuhause. Seine Frau zählt zwar bereits 48 Jahre, aber ihr Hxrz ist dabei so jung geblieben, daß in der ganzen Um­gebung bekannt war, daß der jeweilige Knecht, ob er wollte oder. nicht, zum Liebhaber der alternden Frau herhalten mußte. Und die Erfüllung dieser Dienstpflichten" nahm sie sehr genau und wußte sie, wenn es nottat, durch drakonische Maßnahmen zu erzwingen. Auch Zajac, der beileibe kein Vorbild männlicher Schönheit, ist, mußt« sich den Wünschen seiner Dienstgeberin fügen. Er war davon nicht ent­zückt, denn seine Wünsche richteten sich einerseits auf die Magd, anderseits auf die dreizehn» »jährige Tochter seiner Dienstgeberin, die übri­gens in der Umgebung den Ruf hat, trotz ihres kind­lichen Alters bereits die ganze Tochter ihrer Mutter SU sein. Die Mutter hielt aber ihren Liebhaber scharf im Auge und benützte ihre Dienstgeberautorität, um ihm Seitensprünge gründlich zu verleiden. Ihre eifersüchtige Kontrolle wurde ihr zudem dadurch er­leichtert, daß alle vier Personen in einem Raum schliefen. Di« Mutter und ihr Knecht, die dreizehnjährige Tochter und die Magd! Und der todkranke Bauer lqg iqzwisKM.im.PrMrSpital.>»-- In der Nacht vom 2. April 1838 rebellierte Zajac und verweigerte seiner Dienstgeberin die ge­forderten Zärtlichkeiten. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Er bekam kein Abendessen und mußte am nächsten Tag schwerste Arbeit leiste» und bekam abermals sehr wenig zu essen. So reiste in seinem primitiven Gehirn der Rachevorsatz. In der folgenden Nacht führte er ihn auS. Er hatte für 85 KC von einem Bekannten einen alten Revolver erstanden, den er lud und zu sich steckte. Während der Nacht versuchte er zunächst sein Gluck bei der Magd und der Tochter, die ihn aber auS Angst vor der mächtig schnarchenden Bäuerin aibwiesen. Dieser Mißerfolg machte das Maß voll. Er trat zu der schlafenden Bäuerin, hielt ihr den Revolver an die Schläfe und drückte zwei­mal ab. Die Waffe versagte, denn sie hatte, wie sich später herau^stellte, überhaupt keinen Schlagbolzen. Zajac war aber zur Rache fest ent­schlossen. Er packte die Axt, die im Winkel stand und hieb sie der Schlafenden in die Stirne. Wie später im Krankenhaus festgestellt wurde, spaltete dieser Hieb den Schädelknochen und die Bluttat im EinödhoF Zweitägiger Prozeß vor dem Präser Schwurgericht Prag. Der zweitägige Mordprozeß, der gestern vor dem hiesigen Schwurgericht eröffnet wurde, voll ­zieht sich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit und dies sicher aus guten Gründen. Heber diesen Fall und seine unwahrscheinlich anmutenden Einzelheiten ist indessen schon seinerzeit vieles bekannt geworden, als die Nachrichten über die Bluttat durch die Blät ­ter gingen. Angeklagt ist der slowakische 25jährige Land ­arbeiter V o j t i Zajac der Verbrechen des nicht vollendeten Meuchelmordes, der Schändung und der Notzucht undJ schließlich der Uebertretung gegen das Waffen- p a t e n t. Zajac ist zwar nach dem Gutachten der Gerichtspsychiater sirafgesetzlich verantwortlich und zurechnungsfähig, aber ein Mensch stark herabgemin ­derter Bernunst, erblich durch seinen Säufervater schwer belastet, halber Analphabet und kaum im-> Tochter, einen Arzt zu holen! stände.auszurechnen, wieviel er auf ein Fünf-1 Zajac hatte inzwischen das Haus verlassen und kronenstück herausbekommen hat, wenn er mit diesem war in dje Wälder gegangen. Und nun ist wieder ein Bier bezahlt. I einer jener phantastisch-grausigen Momente zu ver- Dieser Primitive und Zurückgebliebene kam als! zeichnen, an denen diese gräßlich« Sache so reich ist. Knecht auf den Einödhof des Ehepaares D. in den Das erste, was sich. Zajac vergegenwärtigte und was Wäldern des Berges Medn'k bei dem Dorf Podloky ihn entsetzlich erboste, war der Umstand daß der Oie neue Weltmeisterin Im Eisschnellauf In Stockholm hat die Weltmeisterschaft im Eis­schnelläufen der Frauen, um die sich 15 Teilnehme-. Irinnen aus Amerika, Canada, Japan, Norwegen , Finnland , Schweden und der Schweiz bewarben, be­gonnen. Der Schnellauf über 500 Meter endete mit dem Siege der amerikanischen Meisterin K i d Klein in 58.8 Sekunden, die somit den Welt­meistertitel der Frauen im Eisschnellauf errang. Auch im 800-Meter-Lauf blieb die Amerikanerin in 6:12 Siegerin. p h o n e. Die Qualität der Apparate wird bedeutend verbessert werden. Es werden in diesem Jahre sie­benmal soviel Grammophonplatten produ­ziert werden wie im vorigen Jahre. Auf zwei Fabri­ken sollen im ganzen 50 Millionen Platten verfer­tigt werden. Der Plan sieht auch die Produktion von 465.000 Radioempfängern vor, wobei die Produktion der Radiolampen sieben Millionen betragen wird. Außerdem sollen auch andere Gegen­stände des Maffenluxus in erhöhtem Maße produ­ziert werden: 500.000 Taschenuhren, 180.000 Photo- apparate, 8.7 Millionen Wecker, Tisch- und Wand­uhren, 885.000 Jagdgewehre usw. Steuerneuigkeiten Der Ministerrat hat den Antrag des Finanz­ministers auf Gewährung eines Steuernäch« lasses für gute Steuerzahler genehmigt. Dem Steuerträger, der seiner Steuerverpflichtung bis ein­schließlich Ende 1884 voll nachgekommen ist und wei­terhin die direkten Steuern und die Umsatzsteuer samt Zubehör für 1835 und 1836 bezahlt, wird fol­gender Nachlaß gewährt: Wenn die Zahlung bi- Ende Feber erfolgt fünf Prozent, bei Bezahlung bis Ende Juni 1836 drei Prozent. Das Finanzmini­sterium wird in den nächsten Tagen Erläuterungen zu dieser Verordnung verlautbaren. Eine andere Neuigkeit ist weiter, daß in'der tschechischen Ausgabe der Gesetze(vorläufig noch nicht in der deutschen) unter Nr. 10 die Verordnung kundgemacht wurde, mit der mit sofortiger Wirksam- kcitEinbekenntniserleichterungenfür kleine Steuerpflichtige festgesetzt werden. Darnach wird für Personen, die der Einkommen­oder der allgemeinen Erwerbsteuer oder auch beiden Steuern unterliegen, insoferne ihr versteuerbares Einkommen oder Ertrag in einem geraden Jahrs 15.000 nicht überstiegen hat, die für dieses Fahr bemessene Steuer unanfechtbar ohne eine neue Be­messung und ohne einen neuen Zahlungsauftrag auch für das nächstfolgende Jahr, das ungerade Jahr, gelten. Für dieses zweite Jähr ist daher kein Sin- bekenntnis einzubringen. Diese Bestimmung gilt nicht für Steuerträger, die in ihrem Einbekenntnis ausdrücklich um ein« ordentliche Bemessung und Herausgabe eines Zah­lungsauftrages für das ungerade Jahr bis 81. Jän­ner des nächsten Jahres ansuchen. Wenn also je­mand 1835 ein fleinereS Einkommen oder einen ge­ringeren Ertrag hatte als 1834, so muß er nicht dis gleiche Steuer zahlen. Er kann vielmehr bis 81. Jänner 1886 oder ausnahmsweise für daS heurige Jahr bis 15. Feber 1836, vorausgesetzt, daß er für 1835 daS Einbekenntnis fristgerecht eingebracht hat, mit einer stempelfreien Mitteilung an die zuständig« Steueradministration erklären, daß er auf einer ordentlichen Bemessung der Steuer für 1885 be­harre. Die BemeffungSbehcrde kann jedoch der Ansicht sein, daß daS Einkommen oder'der Ertrag des un­geraden Jahres,'Heuer das vom Jahre-1885 höher war als 15.000 K5 und in diesem Falle den Steuer­träger zur Einbringung des Steuerbekenntnisses aufiordern. Diese Bestimmung bezieht sich ferner nicht auf Empfänger von Dienstbezügen, dieüberhauptnichtzufatierenhaven. das sind solche, deren Diensteinkommen den Betrag von 28.565 Ki nicht übersteigt und die über kein an­deres Einkommen irgendwelcher Art verfügen, wenn sie eine ordentliche Bemessung ihrer Steuern ge­mäߧ 82, Absatz 5, verlangen.