Seite 2 Donnerstag, 26. März 1936 Nr. 73 G. die die Mandanten, wo sich ebenfalls viele Automobile und Kriegsmaterial befanden, das Zollhaus mit den Lagergebäuden und viele andere Magazine, hauptsächlich Waffenmagazine, die der Armee des Ras Nasibu gehören, vernichtet. Bei jedem der Bombardements, an denen der Kommandant der Somalilu ststreitlräste teilnahm, legte jeder italienische Apparat eine Mindeststrecke von 400 Kilometer zurück und flog hiebei ohne Unterbrechung fünf Stunden. Es wurden ungefähr zwölf Tonnen hochgradiger Explosivstoffe abgeworfen. Trotz heftigen Widerstandes der Flakartillerie haben die Italiener keine Verluste zu verzeichnen. London . Außenminister Eden hatte im Laufe des Mittwoch. Unterredungen mit Paul- Boneour, von Ribbentrop und Litwinow . Paul- Boneour ist nachher im Flugzeug nach Paris zurück gekehrt; von Ribbentrop wird bis Freitag in London bleiben. An französischen Stellen wird über die Unterredung zwischen Eden und Paul-Boncour völliges Stillschweigen bewahrt, ebenso über die vorausgegangene Unterredung zwischen Eden und dem französischen Botschafter. Mch einer Version soll Eden versichert haben, das? England die Vorschläge der Locarno -Mächte zwar nur als provisorisch ansehe, daß aber das Versprechen der H i l f e für Frankreich und Belgien , das England in dem Zusatzschreiben zu dem Abkommen vom 19. März gab, definitv sei. Anderen Nachrichten zufolge habe Eden keine verbindliche Antwort gegeben und warte das Ergebnis der für Donnerstag angesetzten außenpolitische» Aussprache im Unterhaus ab. Minister Paul-Bonconr soll feinen britischen Kollegen darauf aufmerksam gemacht haben, daß dir französische politische und öffentliche Meinung auf Schlichtungsmaßnahmen, welche die Sicherheit Frankreichs bedrohen würden, n i ch t eingehen, und Frankreich n i ch t'zulaflen könne, daß Deutschland im Rheinlande Festungen baue, daß vschldschlgs völlig zerstört Rom . An der Erythräafront hat eine im westlichen TieflanO operierende Kolonne C a f t a besetzt, ohne auf widerstand zu stoßen. Am Dienstag haben dreißig Flugzeuge der Somaligruppe in absoluter Disziplin ein Mässe nbombarde ment von Dschid- s ch i g a durchgeführt. Durch diesen Anflug erreichte das Verderben der Stadt Tschidschiga, die bereits durch den vorhergehenden Angriff stark zerstört war, seinen Höhepunkt. Es wurden hauptsächlich die Militärlager mit zahlreichen Automobilen, der befestigte Palast des Krciskom- Weitere Besprechungen Edens Verbindlichkeit der zugesagten militärischen Hilfe noch ungeklärt deutsche Flugzeuge französisches Gebiet überfliegen«nd daß sich deutsche Militärkräfte an der Nordküste seftsetzen. Deshalb habe Paul-Bonconr darauf bestanden, daß die praktische Folge der Abkommen über die gegenseitige Hilfeleistung die Einberufung von Beratungen des französischen und des britischen General st abes sein sollte. Der vorherrschende Eindruck der französi schen und britischen Stellen von der deutschen Antwort ist der, daß dies« Antwort einerseits für das sonntägige Plebiszit in Deutschland , andererseits für die kommende Debatte im britischen Unterhaus berechnet war, um durch das Versprechen neuer Borschläge^Hitlers nach dem Plebiszit und dadurch, daß man England schmeichelt, die Lorarnomächte zu verwirren und zu entzweien. Herr von Ribbentrop soll mit Eden über das nach dem Einlangen der deutschen Gegenanträge am kommenden Dienstag einzuschlagende Verfahren verhandelt haben. Reuter meldet, daß die Frage noch«nge- klärt sei, ob die von England übernommene Verpflichtung einer Stärkung der französischen Sicherheit davon abhänge, ob Italien sich dem Lo carno -Memorandum anschließt. Amtlicherseits.sei auf- diese Frag« bisher La* inc An two r t gegeben worden. Addis Abeba . Meldungen aus Harrar zufolge find die Italiener im Gebiet von Ogaden zum Angriff Lbergcgangen und haben bereits Sasabaneh erobert. Diese Nachricht wurde amtlich bestätigt. Wien . Dienstag starb hier der gewesene deutschradikale Abgeordnete Dr. Rafael Pacher, einer der Führer des Deutschnationalen Verbandes im Reichsrat, im Alter von 79 Jahren.. - Tirana . Das albanische Presse-Büro dementiert die Gerüchte, denen»zufolge neun Jahrgänge der albanischen Armee unter die Waffen gerufen worden sein sollen. Die Gerüchte wurden anscheinend dadurch hervorgerufen, daß zu den üblichen Frühjahrsmanövern zwei Reserve-Bataillone einberufen wurden. Washington.(Reuter.) Der amerikanische Senat hat mit 53 gegen 12 Stimmen den Gesetzentwurf angenommen, der das Kriegsdepartement zu Ausgaben von 611 Millionen Dollar ermächtigt und ;nn ea, 66. Millionen Dollar den'Gesamtbetrag der militärischen Ausgaben erhöht, der vom.Repräsentantenhaus bereits angenommen wurde. Priping.(Havas.) Die chinesischen Blätter bringen Telegramme, welche besagen, daß die Kommunisten ein Bataillon der Nankingtruppen in Schansi vernichtet haben. Weitere Meldungen a»S amtlicher Quelle besagen, daß Truppen der Provinz Sckansi wiederum Sustschuen, eine wichtige Militär- basis der Kommunisten, erobert haben. Tokio.(Reuter.) Es verlautet, daß der japani sche Botschafter in Moskau aus Tokio die Instruktion erhalten habe, Verhandlungen mit der Sowjetregierung über den Zwischenfall an der sowjetrussisch-. mandschurischen Grenze zu eröffnen. Die japanischen Forderungen enthalten u. a. den Vorschlag der Schaffung eimer gemischten japanisch,sowjetrussischen Grenzkommission. Clauß wurde, nicht einer Tat wegen, sondern einzig wegen seiner Gesinnung enthauptet. Aber auch sudetendeutsche Arbeiter wie kürzlich unser Warnsdorfer Jugendgenosse K e r s ch, der zehn Jahre Kerker erhielt, wie vor Jahr und Tag ein Genosse ans Eulau, sind von Richtern des Hit- lerreiches wegen geringer Delikte zu grauenhaft hohen Strafen verurteilt worden. Mißt man die Zahl der Kerkerjahre, die im Patscheider-Prozeß verhängt wurden, mit der Zahl von Kerkerjahren, die im Tritten Reich— von den Justizmorden ganz abgesehen— bisher in politischen Prozessen zugeteilt wurden, so wird man zu einem runden Verhältnis von mindestens 5000 zu 1 gelangen. Aber-niemals hat die sudetcndeutsche Presse bisher ein Wort des Mitleids für die verurteilten, gemordeten, gemarterten Volksgenossen im Dritten Reich gefunden, llnd eS war ihr einerlei, ob die Opfer Sozialisten, oppositionelle Nazi, Strasser-Leuter, Katholiken oder Juden waren. Recht ist eben auch unseren sudekcndeutschen Bürgern, was Adolf Hitler als Recht erklärt. Und wenn Hitler tausende Volksgenossen einkerkern oder hinschlachten läßt, so erblickt unser Bürgertum darin nur eine verdiente Strafe für die'Gotteslästerer.' Nicht alle deutschen Bürger denken so. Schweiz e r deutsche Z e i t u'n g e n des bürgerlichen Lagers haben immer wieder mutige Worte gegen den braunen Terror gefunden, sich mit Abscheu von ihm abgetvandt. Die s u d e- tendeutsche Bürgerpresse entdeckt ihr humanes Gefühl, ihren Sinn für milde Urteil«, für Gerechtigkeit und Duldsamkeit erst im Fall Patscheider. Sie mißt mit zweierlei Maß, sie hat eine doppelte Moral, eine andere für Deutschland , eine andere für die Tschechoslowakei , s Wir betonen nochmals: wir wollen mit diesen Worten das Lstpauep Urteil nicht als milde hinstelleN. Auch uns erschemi ts Ijiirt. Aber nur, wenn wir es mit den Maßen unseres demokratischen Rechtsstaates messen. Vergleichen wir es mit der Justiz des Dritten Reiches , so fällt es nur durch seine Milde auf. Wir möchten nicht, daß diese Maße hier heimisch werden. Aber gerade denen, die das möchten, ist mit aller Deutlichkeit zu sagen, daß sie in dem Ostrauer Urreil nur einen ganz kleinen, ganz bescheidenen Vorgeschmack von dem? erhalten,^ was den Deutschen im Hirlerreich scheffelweise zugemessen wird.'■• f*“MI Der Präsident der Republik stattete Mittwoch dem Infanterieregiment Nr. 5 T. Masaryk einen Besuch ab und besichtigte Regimentskaserne in Prag XIV, sowie Uebungsplätze in Motol. Engerer Kontakt zwischen der Regierung und den Staatsangestellten-Organisationen. Ministerpräsident Dr. HodZa empfing am Mittwoch den Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Organisationen der öffentlichen Angestellten. Im Laufe der Aussprache sprach Dr. HodZa seine Zustimmung aus, daß zum Zwecke der Herstellung und Beschleunigung des Kontaktes der Arbeitsgemeinschaft mit der Regierung ein Fachmann von einer Zentralbehörde als st ä n d i- ges Verbindungsglied zwischen der Regierung und der Arbeitsgemeinschaft delegiert werde. Dadurch ist eine ständige Fühlungnahme der Regierung mit den Angestellten- organisationen gesichert. Dr. Hodja erklärte weiters, daß'M Regittung im Rahmett ihrer fipan- zicllon Möglichkeiten den öffentlichen Angestellten entgegenkommen werde. Im sozialpolitischen Ausschuß des Senats wurde bei der Konstituierung des Präsidiums Genosse Hackenberg zum zweiten Vor- sitzenden^Stellvertreter gewählt. Unbefugte Grrnzübrrschreitnng. In OstruZno (Bezirk Jiöin) wurden in der vergangenen Woche die zwei reichsdeutschen Angehörigen Robert K r a m e r und Albin Kaiser angehalten. Da sie keine Bewilligung zur Grenzüberschreitung hatten, wurden sie vom Bezirksamt in Jitin zu einer zehntägigen Gefängnisstrafe verurteilt und werden nach Abbüßung dieser Strafe über die Grenze abgeschoben werden. Auf uns selbst gestellt Seit einiger Zeit erscheinen in Reichenberg die»Demokratischen Stimmen ", das Organ der Deutschdemokraten. In der Folge vom 22. März befindet sich ein Artikel, in dem sich das Blatt mir der Rede Hitlers vom 7. Dkärz auseinandersetzt. Es wird da u. a. gesagt: Wir Sudetendeutschen müssen uns dessen bewußt bleiben, daß wir im Siedlungsraum der Sudeten und somit auch.in Mitteleuropa eine ge- ischichtliche Aufgabe zu erfüllen haben, und zwar au funs selbst gestellt— nicht nur durch den Friedensvertrag von Saint Germain, sondern jetzt auch mit neuer Eindringlichkeit für alle, die sich dessen noch nicht bewußt geworden sind, durch die Rede Hitlers über die Anerkennung der gegebenen Grenzen und die ausdrückliche,. wenn auch nachträgliche Einbeziehung der Tschecho slowakei in diese Anerkennung. Die Propagandahat sich ausgeflüstert, die im Vorjahr durch die sudetendeutschen Siedlungsgebiete ging, daß sich„vieles bald ändern werde", daß wir? uns„rechtzeitig angleichen müßten", daß man„bald Ordnung machen" werde und so v»kes an Andeutungen und halben Versprecknin- gen mehr, das nach, einen„zweiten Saarabstim- mung" aussehen mochte. Hitler selbst will, das möge man an den politisierenden Biertischen und in den„neuen Entscheidungen" harrenden Kreisen endlich zur Kenntnis nehmen, die Grenzen der Tschechoslwvakei durch einen Pakt garanfieren und damit nur das bestäfigen und besiegeln, was wir Aktivisten schon längst festgestellt haben: daß wir auf dem Boden unseres Staates auf uns selb st gestellt sind und nur danach unsere Politik einzustellen haben. In München sprach Hitler von seiner „traumwandlerischen Sicher» h e i t“ in der Politik. MÄNNER, FRAUEN I UND WAFFEN I f Roman vdn Manfred Georg Copyright by Dr. Manfred Georg. Frag „Wenn Sie es genau wissen wollen: die russische Spionage-Abwehrorganisation, bei der ich seit anderthalb Jahren bin.^ch mag nicht nrehr. Wenn da kein Geld kommt, heißt es, für das Wohl der Werktätigen und so zu arbeiten. Was gehen mich die Werktätigen an. Ich brauche Geld./Ich brauche viel Geld." „Für das da?" 'Schumann deutete in den Aermel. Der Mann wurde überraschenderweise etwas rot und sagte anerkennend: „Honnerwetter, Sie hätten Detektiv werden sollen I Na, wenn Sie es wissen, dann wissen Sie ja auch, daß Sie mich vollständig in der Hand haben und alles von mir bekommen/ solange wie Sie mir diese Dinge, die ich brauche, schaffen." Er scheute sich, das Wort Morphium auszusprechen. „Dafür tun Sie alles, wie?" Der Mann erhob sich, trat auf den Rittmei- sier zu und dieser sah, wie jung der Kerl eigentlich noch war. Mit einem Schaudern hörte er ihn sagen: „Alles! Ich bin ja klug genug, um zu wissen, daß es nicht allzu lange dauert, bis es mit mir zu Ende ist. Zweimal hat man mich Entziehungskuren machen lassen, aber das hat nichts genutzt. Jetzt'will ich mein Gift und mein Glück haben, bis ich zusammenklappe. Nur nicht lungern will ich danach, das halte ich nicht aus. Im übrigen bin ich sehr gut zu gebrauchen, wenn ich gespritzt habe. Sie werden sich wundern, was ich für Sie tue." I Schumann überlegte. Die Sache klang, plausibel. Also auch Haydee sollte er verlieren?'Sie war nichts weiter als eine kleine Spionin, so ein richtiges Filmgeschöpf, das den Zufall nutzte, wie sie ihn erwischte. Ein furchtbarer Haß schlug plötzlich in ihm durch, ebbte aber sofort wieder ab. ES war nur so, als ob ein Kurzschluß eingetreten war. Seit Spanien war er ziemlich empfindungslos. Er tastete nach der Schleife Gabrieles in der Tasche, aber seine Finger fanden zuerst die Goldtraube Haydees. Man würde sich ja sehen. Sie würde sich ja vielleicht doch rechtfertigen. Daß der Mann da vör ihm log, glaubte er nicht. So einen Hund, den man mit künstlich gesteigerten Kräften irgendwo ansetzen konnte, wo Bedenkenlosigkeit und unbewußte Schlagfertigkeit sich einen mußten, würde er sich nicht entgehen lassen. Was später aus ihm werden würde, stand dahin: „Sie werden alles bekommen, was Sie brauchen. Ich gebe Ihnen noch Bescheid. Vielleicht treffen wir uns heute abends. Dann können Sie mir noch erzählen, was Sie wissen. Wirklich notwendig werden Sie mir- ja erst auf der Reise sein. Und jetzt lassen Sie mir Ihre gesamten Papiere hier." Der Fremde lieferte ihm nach Empfang eines ziemlich hohen Schecks anstandslos alle Papiere aus. Dann setzte er die Mütze aus und meinte lächelnd:„Die Papiere sind alle falsch. Sie sind alle in New Zjork gemacht." „Also danach wären Sie der tschechoslowakische Staatsangehörige Pavel Sima." „Zu dienen. Ich muß übrigens anerkennen, daß Sie sich tadellos benehmen. Haben Sie denn keine Angst, daß ich auch Sie verkaufe?" „Keine große. Erstens finden Sie einen solchen Posten wie bei mir überhaupt-nirgends auf der Welt. Zweitens: wer würde Ihnen das alles schon glauben? Drittens ist Ihnen ja bekannt, daß ein Wink von mir an Ihre ehemaligen Kollegen recht unangenehme Folgen für Sie haben könnte. Auf Wiedersehen!" Es ekelte Schumann. Er ging zum Waschtisch und wusch sich automatisch die Hände. Aus dem Bord vor dem Spiegel sah er Haydees Parfüm stehen. Sie hatte es in der Eile vergessen. Es führte auf vergoldetem Schildchen den Namen „Explosion". Er mußte lächeln. Daß du nur nicht selbst in die Luft fliegst, dachte er, und ihm fiel der Korridor bei Frau Wiesner ein, die Nacht, in der Haydee in seinem Leben aufgetauckt war. Wahrscheinlich hatte sich irgendeiner an sie, die Tänzerin, herangemacht.„Artisten sind sehr zweckmäßig dafür", hatte Makropulos gesagt. Auch Haydfe kam viel herum und in den Bars Europas knüpfte sich leicht manche Bekanntschaft, die von Wichtigkeit war. Tann erschien Mardrier. Er sttahlte, ein Hauch von Eleganz und gutem Friseur flog vor ihm her. „Sie haben sich leider mit Ihren Prophezeiungen getäuscht, Herr Mardrier," begann Schumann nach kurzer Begrüßung.„Ich habe meine Tochter nicht gefunden. Aber vergessen wir das!" Mardrier lächelte freundlich: „Ja, vergessen wir das wirklich. Es sind doch unwichtige Dinge. Ich höre mit Entzücken, daß wir jetzt Geschäftsfreunde find. Es tut mir leid, daß unsere private Bekanntschaft vielleicht für Sie nicht ohne Einwände war. Aber jetzt sind wir ja glücklich auf einer sachlichen Ebene angelangt. Ich muß sagen: ich schätze Sie. Einen Mann, der solche Vollmachten hat wie Sie, den muß man ja schätzen. Bestimmen Sie über mich. Sie werden mit mir zufrieden sein," „Herr Makropulos spracki da von einer Liste, an Hand deren wir unseren Aktionsplan erörtern selten." Mardrier zupfte die blütenweißen Manschetten unter den dunklen Jakettärmeln hervor und roch an einer Narzisse im Knopfloch: ,„Gehabt, gehabt, Herr Rittmeister! Ich denke, sie ist schon in Ihrem Besitz?" „Richtig geraten! Aber wie konnten Sie es wagen, einen Haftbefehl hinter Fräulein Haarte herzuschicken?" Mardrier strich sich sanft über das Haar: „Ich ahnte ja damals noch nichts von den Verbindungen. Wollten Sie mich denn ganz aus dem Spiele ausschalten, daß Sie mir einen solchen Stteich spielen ließen? Es war gar nicht recht von Ihnen. Ich habe sehr böse Wochen durchgemacht. Natürlich hatte ich Makropulos nichts von meinem Verlust gesagt. Ich werde doch nicht selber zum Henker gehn! Aber nun ist ja alles gut. Ich sehe, daß Sie mich nicht vernichten wollen und nicht wahr,-^„mein ist die Rache, spricht der Herr!" „Sie scheinen ja schlechte Erfahrungen in Ihrem Geschäft gemacht zu haben!" Mardrier räuspierte sich etwas und meint!, dann mit einer leisen Tücke im Gesicht: „Ach, wissen Sie, bei uns, in diesem Geschäft, da muß man seine Schubladen abschließen. Hier gönnt niemand dem anderen die Provisionen. Ich habe wirklich ehrlich gedacht, daß Sie mich mit dem Diebstahl hineinlegen wollten. Zu allererst glaubte ich natürlick, daß die Dame auf eigene Rechnung arbeitete." Schümann sah ein, daß es falsch war, hier irgendetlvas aufzuklären.^Das Hochachtungs-Plus bei seinem neuen Mitarbeiter war höchstens zu verderben. Jede unfreundliche Bewegung hätte diesen nur stutzig gemacht. Wenn Mardrier dir Rechnung aufging,— gut! Die Summe aus die» sen Rechnungen würde er, Schumann, schon selbst ziehen! Eigentlich war dieser Mann da vor ihm schön Ein sckiöner Teufel mit etwas starr aufgeschmmk- ten Engelszügen. Er goß ihm Kognak ein. Mar« drier.batte nicht die Sicherheit Simas in diese! Beziehung. (Fortsetzung folgt.)'
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16 (26.3.1936) 73
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