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beantwortet werden müssen. Die französisch­englische Einflußnahme auf Warschau hat nun

dazu geführt, daß das Ultimatum Polens demü

tigende Forderungen an Litauen unterließ und da durch das Ultimatum auch keine Bedrohung der Litauischen Souveränität gegeben war, konnte die Sowjetunion in Kowno mäßigend eins wirken, bzw. unter dem Hinweis darauf, daß fie wegen dieses Ultimatums nicht marschieren werde, seine Annahme empfehlen.

Durch die Annahme des lutimatums werden an der polnisch- litauischen Grenze normale Zu stände geschaffen. Sicherlich wird die Herstellung eines geregelten Handelsverkehrs dem kleinen Litauen zugutekommen, wie nunmehr auch die Vorausseßungen zu einer beiderseitigen Regelung

Sonntag, 20. März 1938

der Minderheitenfragen gegeben sind. Ein Ge fahrenherd ist beseitigt. Der europäische Friede,

der von diesem Vunkte aus unmittelbar bedroht

war, ist, sofern nicht etwa die Entwicklung_in Spanien zu Weiterungen führt, sveifellos für einige Zeit gesichert.

Darüber werden sich gewisse Kreise in Europa , die eine Iziegerische Auseinandersetzung zwischen Polen und der Sowjetunion nicht un gern gesehen hätten, keineswegs freuen. Wir aber haben alle llvjache, es zu tun. Denn nun hat auch Polen die Möglichkeit, in Ruhe die Lehren aus dem Schicksal Desterreichs zu ziehen und seine Außenpolitik entsprechend einzurichten. Wir haben die Hoffnung, daß Polen dem euro­ päischen Friedensblock noch nicht verloren ist.

Nr. 67

Ježek Minister ohne Portefeuille offizieller Seite gemeldet:

Rekonstruktion in Etappen

nannt.

Zur Netonstruktion der Regierung wird von Prag . Der Präsident der Republik hat Die in den letzten Wochen abgehaltenen mit Handschreiben vom 19. März den Abgeord- Beratungen der Regierungsfattoren wurden am neten Franz Ježek von der Nationalen Ber- Samstag durch ein verbindliches Uebereinkom einigung zum Minister ohne Portefeuille er- men abgeschlossen, auf Grund dessen sich der Grundsaß des Austausches der Rese Damit ist der Eintritt der ehemaligen Natios forts auf fämtliche Ministerien beziehen naldemokraten in die Regierungskoalition Tat- wird. Der Austausch wird etappenweise Sache geworden. Ježek, der nach dem Auseinan- durchgeführt werden. In der ersten Etappe wird derfallen des unnatürlichen Gebildes, das sich vor es in nächster Zeit zu einem Ressortaustausch in den letzten Wahlen als ,, Nationale Vereinigung" weiterem Ausmaße tommen, als ursprünglich konstituiert hatte und aus den alten Nationals vereinbart war. Gleichzeitig wurde in den Rez demokraten und der Liga Stříbrnýs bestand, wie gierungsberatungen die Zustimmung ausgespro der Obmannstellvertreter der alten national- chen, die Regierungsmehrheit um demokratischen Gruppe war, steht im 48. Lebens- die Partei der Nationalen Ver­jahre. Er ist Oberstaatsbahnrat und seit 1925 einigung au erweitern und dem Mitglied choslowakischen Nationalrat, dessen Vorsißender dieser Partei angehörenden Abgeordneten Ie= derzeit als Obmannſtellvertreter an. er seinerzeit durch zwei Jahre war, gehört er ef zum Minister zu unterbreiten.

Oesterreich- Land der Selbstmorde gebes Abgeordnetenhauſes. Dem Tſche- Präsidenten den Vorschlag auf Ernennung des

Neustädter- Stürmers Freitod

Wien. Der ehemalige Minister Baron Odo Neustädter Stürmer hat sich in feiner Wohnung,

in der er in Schutzhaft gehalten wurde, er­schoffen.

.

Neustädter- Stürmer war einer der befanntesten Heimwehr - Führer. Er hat mehr als viele andere zum Untergang Desterreichs beigetragen durch seinen

Kampf gegen die Sozialdemokratie, durch seine Mit­hilfe bei der Aufrichtung des Dollfuß- Regimes. Den hilfe bei der Aufrichtung des Dollfuß- Regimes. Den Haß der Nazi hat er sich dadurch zugezogen, daß er als Kommandant der Truppen, die das von den Nationalsozialisten besetzte Bundeskanzleramt eins geschloffen hatten, drohte, das Gebäude beschießen zu laffen. Major Fey, der vom Ballon des Hauses aus mit ihm verhandelte, bewog ihn, von der Beſchießung abzusehen. Aber seither war ein tiefer Gegensat zwischen ihm und Fey, zwischen ihm und den Nazi

geblieben. Und nun haben die beiden ehemaligen

Heimwehrführer vor der Naziherrschaft, die sie selber

mit herbeiführen halfen, die Flucht in den Tod er­

griffen.

60 Selbstmorde in einer Nacht

land im Jahre 1983 im Auslande so viel Empö­rung wedten, scheint man auf sie verzichten zu größere sozialwissenschaftliche Bibliotheken, alfo wollen. Es wurden aber Private, die über

über Bücher marristischen" Inhaltes verfügen, aufgefordert, selber ihre Bücher zu verbrennen. - Viele Rechtsanwälte, die als ,, Linke" verdäch

lassung

Die Durchführung

Das Präsidium des Ministerrates wurde gleichzeitig damit betraut, gemeinsam mit dem Innenministerium und dem Ministerium für die Unifizierung der Gesezgebung und Organifie der Feberbeschlüsserung der Verwaltung einen Gefeßentwurf über die Errichtung eines neuen Minis Zu der gestrigen amtlichen Mitteilung, daß ft e riums wirtschaftlichen Charate tig sind, wurden in Schußhaft" genommen, auch der Ministerrat die Richtlinien für die Durchters auszuarbeiten. Nach Genehmigung dieses die meisten jüdischen Kaſſenärzte, mit deren Ent- führung der Feberbeschlüsse, soweit es sich um die Regierungsgesehentwurfes durch die National aſſung man sich nicht begnügt.- Die Zahl der Aufnahme von Kräften in den Staatsdienst versammlung wird die erste Etappe des Resort­Verhafteten dürfte zwanzigtausend erreicht handle, genehmigt hat, erfahren wir, daß diese austausches durchgeführt werden, in deren Rah Genehmigung grundsäßlicher Natur war, men Minister František Ježek dem Präsidenten daß jedoch vor der Veröffentlichung der Richts der Republik zur Zeitung dieses Ressorts vorge linien noch gewisse formale- und in drei Punk- schlagen werden wird. ten auch noch meritorische Gesichts­nigung dieser noch offenen Fragen hat der Mini- gruppierung in der Regierung, doch sind auch puntte gellärt werden müssen. Mit der Bereis So ungefähr denkt man sich jetzt die Um sterrat ein eigenes Ministerkomitee beauftragt. Aenderungen, von denen bisher noch nicht ge= Sobald dieſes Somitee zu einer abſchließenden, sprochen wurde, wahrscheinlich. Das gilt auch von normativen Basis für die Richtlinien gelangt, der Besetzung des erst zu schaffenden Wirtschafts­werden sie ungefäumt verlautbart werden, ohne ministeriums. nochmals den Ministerrat passieren zu müssen. Man rechnet mit dieser Verlautbarung bereits für die nächsten Tage.

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haben. Die Zahl der von den Parkplähen entführ ten Autos beträgt nach polizeilichen Angaben nahezu 300, nicht eingerechnet die aus den Gara­Presse" meldet, werden die Aktionen der SA mit gen..requirierten" Wagen. Wie die Prager den sogenannten Pusscharen fortgesetzt. So wird feit zwei Tagen von zahlreichen Juden jeglichen Alters unter der strengen Aufsicht der SA das Tegethoff Denkmal auf dem Praterſtern gerei nigt. Hunderte fehen der beschämenden Beschäf­tigung der Juden unter spöttischem Lachen zu. Herzog von Windsor Interveniert

mordwelle unter der jüdischen Bevölkerung Paris . Matin" erfährt, daß der Herzon Fortsetzung der staatlichen

Die ,, Prager Presse" meldet: Die Selbst­Wiens nimmt außerordentliche Dimensionen an.

von Windsor in einem Schreiben an den Reichs­

fanzler Sitler verlangte, daß er feine Freunde Eugen und Ludwig Rothschild aus der Saft entlassen möge, ebenso auch den Ohrenspe­

Elne Erklärung des Genossen Jaksch

Vom Abg. Jalsch erhielten wir folgende Zus schrift: In dem sehr objektiven Bericht der Par teipresse über den Verlauf der Reichskonferena

In Wien spielt sich in den letzten Tagen eine Tragödie ab, die ohnegleichen ist. In der ver­gangenen Nacht allein haben etwa 60 Personen, darunter zahlreiche Aerzte und zialisten Neumann, der den Herzog seinerzeit Sozialfürsorge beschlossen, zur Fortsehung der lege ich Wert auf die Feststellung, daß ich mich

Ausweisung eines

Geschäftsleute, Selbstmord begangen. Unter, gebeilt hat. den Toten befinden sich auch die in ganz Europa bekannten Großkonfektionäre Gerst 1( Maria­hilferstraße) und Unger( Landstraße). Der Wiener Rundfunk verzeichnete die Selbstmord­

englischen Korrespondenten London . Daily Telegraph and Morning cvibentic mit folgendem kalten Ausspruch des Bost" teilt mit, daß ihr Wiener Korrespondent Gende von der Gestavo aufgefordert wurde, ,, Unter unseren Feinden und den Juden ist Desterreich sofort zu verlassen. die Angst so groß, daß sie sich entleiben." Auf der Alm

Ansagers:

Nach einer Reutermeldung haben am Sams­tag auch der Chefredakteur der ,, Neuen Freien Presse" Kurt Donnenfeld und der bekannte Historiker Friedel Selbstmord begangen.

Berlin. ( Tsch. P. B.) Nach zuverläffigen Nachrichten aus Wien follen mehrere Generale der österreichischen Armee wegen ihrer legitimi­stischen Beziehungen verhaftet worden sein. Kleines Stimmungsbild

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Verpflegungsaktion für Arbeitslose In der Ministerratssitzung vom 18. März d. J. wurde auf Antrag des Ministeriums für Verpflegsaktion für arbeitslose Per jonen und Kurzarbeitende durch weitere fünf Wochen, d. i. vom 21. März bis 24. April 1938, 12,141.000 zu bewilligen.

für die Stinder arbeitsloser und kurzarbeitender Zur Durchführung der Mil chaktion Familienerhalter wurde für den gleichen Zeit. abschnitt der Betrag von 1,514.000 bewilligt.

Gleichzeitig wurde beschlossen, daß die Brotaktion für Arbeitslose in dem bis herigen Ausmaße fortgesetzt werde.

Tendenzmeldungen über die sozial­demokratische Partelkonferenz

wird es Fettkarten geben Berlin.( DNV.) Durch Verordnung des Ge­¡ neralfeldmarschalls Göring wird Reichswirts schaftsminister Funt ermächtigt, die zur Durch führung des Vierjahresplanes in Desterreich not wendigen Maßnahmen zu treffen. Auf Grund dieser Ermächtigung hat der Reichswirtschafts­Die Berichte über die sozialdemokratische minister eine Devisenstelle in Wien errichtet Parteilonferenz, die im Prager Tagblatt", in Gleichzeitig fchafft eine weitere Verordnung der Bohemia" und anderen Zeitungen erschie In Wien wurde auch bereits der Kampf die rechtlichen Grundlagen für eine Anpassung gegen das freie Buch mit gewohnter national- des Warenverkehrs im Lande Desterreich an die ſozialiſtiſcher Energie aufgenommen. Da die im deutschen Reichsgebiet geltenden Bewirt-

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Der ewige Schatten

Roman von Max Hochdorf

,, Gott sei Dant! Du bist wieder da!" rief die Frau aus, die ihn schon an der Tür er wartete.

,, Warum soll ich nicht wieder da sein?" er widerte er scherzend. Er zog sie an sich. Das war eine besondere Zeremonie, die er zelebrierte, so oft er sich für eine Weile aus dem Haus entfernt hatte. Er umrahmte den Kopf der Frau mit den Händen. Dann streichelte er ihr die Wangen, dann Schul, ter und Naden, dann Arme und Hüften.

noch das andere vermochte. Denn er schleppte fich nur mühselig. Jehuda und Adelgonde de Vocht sprangen thm sofort bei. Sie betteten ihn zwischen Kissen, sie hüllten ihn in Daunendecen. Er lächelte, er dankte, er sagte: Morgen werden wir eine Kutsche anspannen lassen und an der Küste ent­lang fahren. Ich glaube, es ist schon vollständig Frühling."

Es ist Frühling", bestätigte Jehuda. Ist das alles?" fragte Maimon Viterbo, Avas der Neffe mir zu erzählen hat?"

Jehuda antwortete: Es ist ein so freunds liches Volf hier herum in Sevilla . Alles sieht uns so geradeaus in die Augen, zieht den Sut, schüttelt uns die sand, lädt uns ein, wäre beleidigt gewesen, wenn ich nicht begeistert für den Oheim und für uns angenommen hätte."

nen, entsprechen in keiner Beziehung den Tat­sachen; die Behauptungen dieser Blätter über den Borlauf der Stonferenz ſind dem Senſations bedürfnis entsprungene Erfindungen.

wird leider nicht angeführt, in welchem Bilim menhange ich mich veranlaßt sah, die Mitteilung von der Niederlegung meiner Parteiämter zu zu diesem Schritt im Zusammenhang mit der Entscheidung veranlaßt fühlte, ob der Parteitag terminiert einberufen oder auf unbestimmte Zeit bertagt werden soll.

Parlament am 29. März

Bestimmungen der Verfassung die Herbstfession Der Präsident der Republik hat gemäß den der Nationalversammlung mit dem 22. März für geschlossen erklärt und gleichzeitig die beiden Nammern zur Eröffnung der Frühjahrstagung für den 29. März nach Prag einberufen.

Die Bürgerschullehrer- Zulagen. Der Kultur. ausschuß des Abgeordnetenhauses nahm eine Resolu tion an, in der die Regierung aufgefordert wird, ein Gesetz über die Uebergangszulage für Bürgerschul­Tehrer so zeitgerecht vorzulegen, daß es noch in der laufenden Session verabschiedet werden und vom nächsten Jahre in Straft treten kann. Der Vor­ſitende des usſchuſſes wurde beauftragt, in dieſem

Sinne beim Ministerpräsidenten zu intervenieren.

Es siedete gegen die Marannen. ,, Laßt uns nur tun!" baten die Inquisito ren. ,, Auf uns liegt der Segen der Königin Jo­hanna und unseres Meisters, des Gesalbten von Tortosa !"

Diener der Inquisition hielten sich in der, hätte, und daß es dem Erzbischof von Tortosa Stadt auf. Sie waren zahlreich gekommen, aber nur im Bunde mit dem allergnädigsten Himmels­nicht lärmend und auffällig. Sie flebten nicht in regenten gelungen war, die Höllendämonen aus Garben zusammen. Jeder ging seinen Weg, als der hohen Frau zu exorzieren, dann steigerte sich wäre er nur zu einer Vergnügungsreise einge- die Wut des Marannengesindes und die Wut von troffen. Jeder fauerte in einem anderen Wirts- Schwestern und Vätern und Vettern und Bräu­haus, nicht in Staatsrock gesteckt und Amtshut, ten des Gesindes ins Unermeßliche. sondern mastiert wie ein Scherenschleifer oder wie ein harmloser Hufschmied. Jeder grub die Nase in den Schoppen. Doch jeder machte lange Ohren. Stand einer der Fremden vom Weintisch auf, dann torfelte er ein wenig gegen einen Nach­Jetzt hörten die Sevillaner wieder, was sie barzecher. Man geriet ins Sdyvapen: Freund, Ihr fennt die Stadt? Schöne Stadt, reiche Stadt, nicht mehr für möglich gehalten hatten, das gesunde Stadt, gottesfürchtig. Gott sei Dank, nächtliche Jaulen der Höllenheren um die einsa nicht verkeert wie das übrige Land Spanien , men Häuser der Marannen, in den verrammel­wo noch immer nicht die Schande der Welt, die ten Marannenhäusern den Sabbatdienst der verkappte Judenhovde, ausgerottet ist. Was, ich monen, die zusammen mit ihren Schüßlingen ge­irre mich? Nein, sagt nicht das, Freund! Hier stohlene Hostien mit Nadeln stachen und bespuck­in der Perle Andalusiens die Pest? Wir wird ten. Auch waren wieder einige Kinder verschwun übel. Ich kann den Wein nicht mehr halten. Alle den. Und die würden niemals mehr an den Tag diese Häuser Marannenhäuser? Und man be- tommen, es sei denn zersetzt und mit ausgeblute­schneidet sich heimlich und tanzt in Stellern uns ten Herzen. goldene Stalb, nachdem man sich heuchlerisch vor Die Inquisitoren besänftigten: Rührt euch der Jungfrau bekreuzigt und den Abendmahls- nicht! Laßt uns nur tun! Wenn eure Zeit da ist, telch mit den Schelmenlippen geschlürft hat?" wird das Signal erschallen." Jeder Inquisitionsdiener des Erzbischofs von Tortosa hatte zehn Nasen, zwanzig Augen, hundert Ohren. Die Ohren, die Nasen, die Als der Mai gekommen war, als die Sonne Augen der Inquisitoren begnügten sich mit einem schon über der Tierarena bis zum Spätnachmit " So ist es", nahm der Alte das Wort auf, Türspalt, mit einem winzigen Zoll von Raum, tag brannte, dämmerte es in den Sevillanern so, daß wir wieder auf einem Vulfan wohnen, der im Kellerfenster des Marannengesindes noch immer nicht, wohin alles Köpfehängenlassen Sie nahm ihn bei der Hand. Schweigend genau wie im Jahre 1492, als wir nicht ge- tlaffte, um ihre Weisheit, ihre Empörung, ihre fühlten in den Schädeln ein unaufhörliches Dröh­und innerliche Kochen sie bringen würde. Sie führte sie ihn vom Vorzimmer ins Innere des schlachtet wurden, als die allerfrömmste Königin guten Ratschläge anzubringen: Horcht sie aus, Hauses. Isabella gnädig genug war, um uns aufzusparen eure Marannen! Seid auf eurer Hut, ihr bra- nen von Schmiedehämmern, aber die Inquisito Und er?" wiederholte Jehuda. Sie legte und unser Vermögen ihren Kindern und Kin- ven, braven Christen! Die verkappten Juden im ren warnten immer noch: Rührt euch nicht! den Zeigefinger auf die Lippen. destindern zu vererben. Ist es das, was der Herr ganzen Land, sie pattieren mit dem König, und Seid fröhlich und laßt uns tun!" Aber da öffnete sich eine Tür. Gestützt auf Neffe meinte, als er die Gastfreundschaft der das ist gegen die Erlauchte Königin und gegen Auf den Tribünen der Arena saß und stand die Goldkrücke seines Stockes trat Maimon Sevillaner rühmte. ihre unersättliche Freude, euch, die wahren katholischen Christen!" es, Mensch auf Mensch gepfropft, Schenkel in Viterbo ein. Er war nicht häuslich gekleidet, uns das Leben so wert und angenehm wie mög Erzählten die Inquisitionsdiener noch, daß Schenkel gebogen, Schulter gebohrt in Schulter, sondern so sorgfältig, daß jederzeit hätt lich zu machen?" der König selber im Palt mit den Sevillaner Die Stadt, die nach dem Wunsch der Inquisitoren Gäste empfangen können oder sich auf die Straße Die schonende Lüge war nicht mehr mög- Juden Maimon Viterbo und Jehuda Valdez sei- froh sein und sich betäuben sollte. begeben. Doch man sah, daß er weder das eine lid). ner Mutter den Teufel in den Leib gezaubert! ( Fortsetzung folgt.),

Nachdem er fich davon überzeugt hatte, daß ſein Eigentum ganz unverlegt, noch ganz voll fommen geblieben war, füßte er die Frau auf Wangen und Hals, auf Schultern und Arme und

Hüfte.

Adelgonde de Vocht unterwarf sich dieser Prüfung ernst und gehorsam. Sie kannte die Reihenfolge seiner Zärtlichkeiten, aber jedesmal wollte sie überrascht sein durch die stets erneuert Feierlichkeit, mit der er sie begrüßte.

Jehuda Valdez fragte: Und er?"

Maimon Viterbo erwiderte: ,, Ich, ich frage mich nur, was die alte bedeutet, die von der Stirn meines Herrn Neffen bis in die Nasentur zel hineinschneidet, und was es bedeutet, daß die Schläfenhaare des Herrn Neffen immer weißer werden, beinahe schon so schlohweiß geworden sind wie die meinigen?"

..Unser Oheim sizzt nur im schlechten Richte", sagte Adelgonde de Vocht, und das Licht ist ein böser Betrüger."

,, So ist es", bekräftigte Jehuda.