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Sonntag, 24. April 1938

Fortführung

Nr. 96

Sandelskammern gefunden werden. Anhänger des Herrn Henlein, etwas zu akzep- ihren Gunsten mölich. Obgleich sie ihre Bescher Regionale Gebiete fönnten so geschaffen werden, tieren, was weniger ist als die territoriale Auto- den gegen die tschechoslowakische Regierung haben, indem man wirtschaftliche Bedingungen in Rech- nomie, und von der Bereitschaft der tschechoslowa sind diese Beschwerden geringer als die irgend der Ernährungsaktion nung stellt. In ihrem Rahmen könnten die wirt- tischen Bevölkerung, etivas von ihrer gegenwäre einer anderen Minderheit in irgend einem Nach­schaftlichen Interessen der Tschechen und Sudeten - tigen Herrschaft zu opfern. Die Sudetendeutschen Kriegsstaate. Wenn Herr Henlein wünscht, daß die Ueber Antrag des Ministeriums für soziale deutschen ausbalanciert werden. So würden Vorfriegsuntertanen nicht Deutschlands , son- Beschwerden beseitigt werden, dann ist es schwer zu Minicrratsfihung befchloffen, die Fortschung Fürsorge wurde in der am Freitag abgehaltenen Eger . Reichenberg und Troppau dern Oesterreich- Ungarns, sind nicht in einem glauben, daß es noch Hindernisse geben sollte: au Brennpunkte der vorwiegend deutschen Regionen großen abtrennbaren Gebiet angeſammelt, ſondern fürchten ist nur, daß er auffanten erpflegeaktion für arbeitslofe umb werden. Pilsen , Budweis , Prag , Königgräv. die Mehrheit von ihnen Tebt in zivei Provinzen, Berliner Befehl lieber bie Bebeschränkt arbeitende Personen für den weiteren Brünn und Olmüß würden tschechische Zentren wo sie ein Drittel der Bevölkerung bilden. Ohne schwerden andauern lassen will, Seitraum von fünf Wochen, d. i. vom 25. April sehr beträchtliche Verschiebungen der Bevölkerung um die Tschechoslowakei zu ent­bis 29. Mai d. 3., mit einem Betrag von wäre kein einfacher Kantonisierungsprozeß zu zweien. Beitraum 1,140.000 bewilligt.

bleiben.

Neue Möglichkeiten

der Selbstverwaltung Innerhalb dieser Regionen könnte die gegen­wärtige Staatsverwaltung nach provinziellen Richtlinien organisiert und mit besonderen Auf gaben betraut werden.*) Die wichtigste würde das Proportionalsystem bei der Verteilung öffents licher Aufträge sein. Die Regionalbehörden wür den auch mit technischen Aufgaben befaßt werden, wie Straßenbau und Flußregulierung, die bisher in den Landesbehörden in Prag und Brünn be handelt werden. Auch Arbeiter und Konsumen tenkammern könnten auf regionaler Grundlage gebildet werden. So würden die Sudetendeutschen Einflußgebiete gewinnen, in denen sie nicht von einer tschechischen Majorität beherrscht werden tönnten.

Sprachenrecht für alle Sudetendeutschen ! Jatsch betont besonders einen Punkt: Die sprachliche Gleichberechtigung Nur durch sie, so glaubt er, würde es möglich sein, den Arbeitsfleiß der Sudetendeutschen dem Tschechoslowakischen Staate in vollem Maße nuß­bar zu machen. Unter dem gegenwärtigen Geset können die Deutschen ihre Sprache im Verkehr mit Aemtern und Gerichten nur gebrauchen, wenn sie in einem Gebiete( Gerichtsbezirk) mit mehr als 20 Prozent deutscher Bevölkerung leben. Z. B. können es die 40.000 Deutschen in Prag nicht. Um das gegenwärtige Sprachengesetz, das im Jahre 1920 in Kraft trat und zu einem Teil der Verfassung gemacht wurde, zu ändern, wäre eine Dreifünftel Mehrheit im Parlament nötig.

Wenn die Prager Regierung sogleich Re­formen nach diesen Richtlinien ausarbeiten und dafür sorgen würde, daß sie verwirklicht werden, dann würden die Sudetendeutschen, so meint Jatsch, zufriedene Bürger der Tschechoslowakei

werden.

Deutliche Worte an die Adresse Henleins

In dem,.Tschechen und Deutsche " überschrie­benen Leitartikel bemerkt der Daily Telegraph " zu den von Jalsch gemachten Vorschlägen: Die Anwendbarkeit eines solchen Planes hängt natür­lich nicht von den abstrakten Vorzügen einer ört­lichen gegenüber einer zentralisierten Regierung ab und auch nicht von Theorien über raffische Stul­tur. Sie hängt von dem Willen ab, den Plan durchzuführen, das heißt, von der Bereitschaft der

*) Es ist dabei an Bezirksverbände im Rahmen der Handelskammersprengel gedacht, was in der englischen Uebersesung nicht flar zum Aus­drud fommt. Die Red.

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Der ewige Schatten

Roman von Max Hochdorf

Die Fenster waren verhängt und verfinstert von den Frostblumen, die keinen Durchblick mehr gestatteten. Er entdeckte nichts mehr zum Lob­preisen und auch nichts mehr zum Bekämpfen.

Er war gerüstet für das letzte, als er bat,

wurde sehr blaẞ.

In der letzten Minute überhauchte ein scham­haftes Lächeln sein Gesicht. Er hatte das Aus­sehen eines Senaben, der mit seinem Schulpenfum nicht zu Ende kam, und der deshalb den Stopf ein­zog, damit die Hand des strafenden Vaters ihm weniger wehtue.

Wehe, der Wagenlenker Israels ist ge storben!" So hallte es durch das Haus, so hallte es durch die Straßen der Stadt, so hallte es durch die Bauerndörfer.

Sicherung der Freiheit, nationaler Ausgleich

Das Programm des Staatspräsidenten

Präsident Dr. Beneš empfing am Samstag eine Abordnung des Tschechoslowakischen Nationalrats. Er hielt an die Abordnung eine Ansprache, in der er sich wiederum in ein­dringlicher Weise als mutiger, klarblickender Lehrer seiner Nation betätigte. Die Ansprache ist darüber hinaus für alle Staatsbürger von größter Bedeutung. Dr. Beneš führte

1. a. aus:

Sie wollen die republikanische und demokra- und auf die gemeinsamen nationalen und Staats­tische Staatsform verteidigen und stärken. Ja ideale, sind hier der einzige große Retter vor wohl, unsere Republit ist die denkbar günstigste Anarchie, Zersezung und Verderben. Da ist es Staatsform für das Leben unserer tschechoslowas nach meiner Ansicht Ihre Aufgabe, diese morali­lischen Nation, für die Annäherung ihrer beiden schen Bande zu feitigen, zu halten, zu unterſtüßen. Zweige und für die übrigen Na- In diesem Geiste würde ich wünschen, der ionalitäten auf unserem Gebiet. Die Nationalrat hätte wirklichen Einfluß auf unsere heutige zahlenmäßige Stärte unserer Nation und Parteientämpfe und auf unsere Pressekämpfe und des Staates, ihre fulturelle und politische Reife, schließlich auch auf die Erziehung unse­die geographische Lage, unsere Geschichte und rer Bureautratie im Geiste der natio­Tradition, die Methode des inneren nalen Versöhnung und Zusammenarbeit. usammenlebens mit unseren In meiner Zuschrift an den Nationalrat habe übrigen Nationalitäten das ich angedeutet, daß uns als Staat die heutige alles sind die Bedingungen, die im Rahmen ge- Beit die Lösung einzelner Spezialaufgaben auf­rade dieser Staatsform heute besser als es je- trägt, vor allem die Verständigung mit den übri­mals früher in der Geschichte dieses Landes der gen Nationalitäten der Republit. Ich bitte Sic, Fall war, unseren Staat dazu befähigen, ein sich auch damit objektiv, ruhig und fine ira et demokratisches und republika studio zu befassen. In der Sorge um unsere Min­nisches Regime zu haben. derheiten in den deutschen Gebieten müssen Sie automatisch richtige und gerechte Lösungen für uns und auch für die Deutschen , für die Slowaken und auch für die Magyaren, für die Tschechen und auch für die Polen fuchen. Auch das ist keine geringe Aufgabe. Ich bin mir aber dessen sicher, daß wir sie bezwingen werden.

Unsere Staatsform und unser Regime find für das Regieren allerdings nicht das leichteste Regime. Das fchen und hören wir täglich. Wlan tann fogar fagen, daß dies eigentlich die schwerste Regierungsform und die schwerste Form der Staatsführung ist. Sie legt der Nation, den Par­teien, den Führern gewaltige Pflichten auf. Sie erfordert immer wieder Verhandlungen, immer wieder Konzessionen, unablässige Nüchternheit, Realität, freiwillige Geduld und bewußt auf erlegte Verträglichkeit, unabläffig freiwillig und diszipliniert sich auferlegte Opfer und ein unab­läiges Maßhalten es ist mit einem Wort fast Gegenteil davon, was sich einzelne Menſchen

fo häufig unter demokratischer Freiheit vorstellen. Aber obzwar diese Staats- und Regierungsform von uns manchmal so schwere Opfer erfordert, müssen wir uns stets wiederholen, daß das Opfer sind, die wir praktisch der denkbar besten Form unserer Selbständigkeit bringen. Ich möchte, daß unsere Oeffentlichkeit und unsere politischen Par­teien diese Unerläßlichkeit von Opfern, diszipli­nierter Zurückhaltung und Mäßigung ständig vor Augen hätten das erfordert die Demokratie als Regime heute, in einer Zeit, wo sie in ihrer Egi­stenz genug bedroht ist, mehr als je zuvor.

Die starken Bande der menschlichen Solida­rität, die sich auf die Ideale der Freiheit stüßen, auf den Respekt der menschlichen Individualität

Und die Abmachung zwischen ihnen lautete, daß selbst die Stille einer abgeschlossenen Stube ihnen nicht genügte, damit sie das besprächen, von dem sie bedrängt wurden. Befänden sie sich erst in der vollkommenen Einsamkeit, in der Leere ohne Grenzen und in der verhallenden Weite, dann erst wollten sie anhalten und Auslug halten, ob wirklich nichts anderes sie umgab als die Ferne, die jedes Echo von dem, was sie sich am ge­heimsten zu bekennen hatten, verlöschte.

Für die Durchführung der Milch attion für die Kinder arbeitsloser und beschränkt arbei tender Familienerhalter wurden für den gleichen Seitraum 1,140.00 bewilligt.

Gleichzeitig wurde beschlossen, unter den bisherigen Voraussetzungen auch die Brot. aktion für Arbeitslofe fortzusehen; der Auf­wand wird hier rund 2,200.000 betragen.

Lächerliche Angriffe

der Kommunisten

Die Rote Fahne " widmet fast eine Seite ihres kostbaren Raumes für Ratschläge an die deutsche sozialdemokratische Bewegung. Die Ar­gumentation des Blattes ist dabei so neuartig, day gewiß so manche kommunistische Leser bei der Lel­türe ihren Augen nicht trauen wollten. So wird 3. B. dem Abg. Jatsch der befannte 500- Mil lionen- Antrag für Arbeitsbeschaffung zum Vors wurf gemacht." Jebt gilt es nicht", so sagt die " Rote Fahne"," Lizitationsanträge zu stellen, ondern für ihre Durchführung zu fämpfen." Unsere Gemeindevertreter werden angesichts dieser plöglichen Abneigung der Kom munisten gegen Lizitationsanträge ein Schmun zeln kaum unterdrücken können.

Besondere Freude scheint die Rote Fahne" darüber zu empfinden, daß die jungaktivistische Busammenarbeit nicht zum Ziele fommen fonnte. Daran ist wieder Jatsch schuld. Daß die öster reichischen Ereignisse und das schleppende Tempo bei der Durchführung des 18. Feber zum Zusam menbruch des bürgerlichen Aktivismus einiges bei getragen haben, wird natürlich unterschlagen.

pikante Erinnerung aufzufrischen an die Zeit, da In diesem Zusammenhang genügt es, eine sich die deutschen Kommunisten sehr um die Ein­fchaltung in die jungattivistische Zusammenarbeit bemüht haben. Der Herr Abg. Bruno Köhler dürfte sich noch an einen Besuch im Klub der deut­Und endlich gestatten Sie mir eine letzte Beichen Christlichsozialen und eines Briefleins ers merkung: Ich glaube fest daran, daß wir aus der innern, das er dort dem Abg. Schütz überreichte. heutigen beschwerlichen europäischen Situation Sein lebhaftes Bedauern, Hader hei diesem Bitt­ohne Brüche, ohne Zerseyungen und ohne Kata­gang nicht angetroffen zu haben, dürfte inzwischen strophen herauskommen werden. Gesunde Wur- in Vergessenheit geraten sein. Angesichts solcher zeln hat ohne Zweifel ein Staat, der die ersten Tatbestände können wir es uns leisten, auf einige zwanzig Jahre seiner Eristenz so ruhig und glüd- Spalten fommunistischer Stritit mit einigen auf lich durchlebt hat, während andere durch schwere flärenden Zeilen zu antworten.

Krisen hindurchgegangen sind. Und er wird nicht aufhören, gesunde Wurzeln zu haben, wenn sein tschechoslowatischer Seltor absolut fest und ein­Neuer Präsidialchef im Außenminiſterium. heitlich wie bisher bleiben wird. Die Geschichte Mit Wirtsamfeit vom 1. Mai wurde der außzer­dieses Landes lehrt uns, daß wir stets zu verfal= ordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister len begannen, wenn wir auf diese große historische Dr. Nejhole c mit der Führung des Präjis Wahrheit nicht geachtet haben. Und deshalb glaube diums des Außenministeriums betraut. ich auch, daß wir uns auch mit der slowa= Aufgelöste Gemeindevertretung. Die Landes tischen Volkspartei verständisbehörde in Prag hat die Gemeindevertretung von gen werden. Ich glaube daran und wünsche es Wopparn bei Lovosiß aufgelöſt, weil bereits vor aufrichtig. Indem wir fest und geeint sind und ge- einiger Zeit der größte Teil der Gemeindever­genseitig zueinander loyal, werden wir stets aud) treter aus ihr ausgetreten und eine Ergänzung den übrigen Nationalitäten der Gemeindevertretung nicht möglich war. Zur alles geben fönnen, was ihnen Leitung der Verwaltungsgeschäfte der Gemeinde zu Recht gehört. wurde eine Verivaltungsfommission eingeseßt.

den kaiserlichen Mund zu stecken, damit durch Gaumen und Magen nicht mehr einschleicht, was Darm und Knochen krant macht. Es ist nicht das Alter, das die Majestät niederdrückt, es ist der Gedanke an die Jahre."

den? Ueberließ er der Natur die Macht, ihn weg-[ um durch die Stirndecke der Majestät hindurch­zusicheln, oder half er verzweifelt der Natur nach, blicken zu können. Ich folgere nur manchmal aus indem er selbst an sein Leben Hand anlegte? Gyfrementen, daß die Majestät sich mit den eige Was hat Martin Luther bei dem einen geahnt, nen Zähnen ihr Grab gräbt. Möchte mir die be wonach hat er bei dem andern geschmachtet? scheidene Empfehlung erlauben, einen Knebel in Ziehen Sie keine Grimasse! Drüden Sie sich nicht! Geben Sie her, was Sie wissen! Hat er ausgesehen, als er starb, wie meine im Geist zer­störte Mutter oder wie der Kardinal Ximenes, dem ich die Augen zupreßte? Diese Augen waren bös, Doktor, sie waren aufgequollen von Schaden­freude und von Haß. Sie saugen noch heute wie ein Blutegel an mir. Alles, was ich tue und lasse, spiegle ich in diesen Augen. Doch der Wittenber ,, Der Kampf ist ausschließlich Sache der ger, der war doch kein Menschl Nicht wahr, Dok- Majestät. Der Pillendreher iſt da unzuständig. tor? Nur eine vertappte Bestie? Hat keinen Ge- Aber die höhere Instanz-- der auf den danken aus sich geboren! Wird nicht weiterleben! Sternen Schon ins Kleinste zerfallen und verfault! Reden, reden, Doktor, die Antwort!"

,, So finden Sie eine Medizin gegen den Gedanken! Sie kämpfen immer nur gegen die Gedärme."

Endlich luden Steinblöcke auf dem Weg zum Niedersizen ein. Der Kaiser ließ sich nieder. Aber sofort sprang er wieder auf. Er eilte weiter und blidte zu dem Block zurück, als wollte er sagen: ihn zu Bett zu bringen. Er wurde ganz still. Erench der Stein ist nicht tot, auch er kann lau­schen und ausschwaben." Da lag vor ihnen der Strom, eine schlafende Ebene in grauer Eintönigkeit. Das Enteneltern Der auf den Sternen der Witten­getier auf dem Fluß gab sich Zeichen und hütete berger hat auch auf ihn verwiesen! Ich hab' sei­mit besorgtem Schnattern die Jungen. Sie Doktor Matthys: Eure Majestät wissen nen Nat befolgt, mich eingebohrt in sein Wohl­empfanden die Trübsal nicht und nicht den mil- alles, was Sie wünschen." wollen und an sein Mitleid gehämmert. Zum chigen Nebel und fahndeten nur nach dem Fraß Die Majestät weiß gar nichts, sie wünscht Dant dafür hat er mich nur getreten, hat er mir men Fische. Das Klagen Hunger, Hunger!" für den Schnabel. In der Tiefe suchten die stum nur zu wissen." nur neue Gedankenfracht auf die Schultern ges Die Majestät hat Knoten an den Händen laden. Er will uns nicht unterstüßen. Er nötigt schallte von den blechernen Stimmen der wehlei- und Waffer im Knie und Knollen am Gesäß, und uns nur, den ganzen, riesigen Gedankenballast dig pfeifenden Reiher, die bald aus der Luft, bald hinter der Stirn der Majestät hämmert es wie Deutschland aufzupacken. Packesel, Packesel, Dot­aus dem Wasser ihre Nahrung schnappten. ein Bergwerk, und die Kolik meldet sich minde- tor, Lasttier für die Welt vom Ozean bis an den Wurzeln der Uferweiden und Gras und stens nach jedem dritten Abendessen großspurig Tartarus! Ist es ein Wunder, daß der Packesel Gebüsch wurden von den trägen Wellen belect. zu Gast. Und die Majestät hätte besser getan, sich frißt und stopft, um weiterschnaufen zu kön Der Weg am Strand atmete die klebrige Feuch in der Kutsche in die Landschaft galoppieren zu nen?" tigkeit, die Kargheit. Sie zwang die beiden Wan - lassen, anstatt einem vielfältig verstopften Nor- Schon wieder lachte Doktor Matthys auf. derer, sich dumpf und schwer zu fühlen. pus die Strapazen eines Meldegängers abzu Noch falscher flang es dem Kaiser. Noch mehr Hier er, gegenüber der vollkommenen Dede, tropen. Das ist alles, was Dottor Matthys ent- argwöhnte er, der Arzt wisse wohl ein Mittel legen, weil sie nicht begriffen, warum sie gingen, glaubte der Kaiser Sekunde und Ort geeignet, decken kann. Höchstens noch, daß das Schnupfen gegen das Alpdrücken und gegen die Melancholie, warum sie stampften, warum sie gerade diese das er das Schweigen zu brechen wagte, daß er fieber in Regensburg gefährlicher ist als Deutsch die am Tage zwang, das Zimmer zu verdunkeln Stunde und diese Straße gewählt hatten. die Frage stellte, die ihn schon lange peinigte. Tands sämtliche Fürsten , die sich wieder einmal und die Wände mit Trauertüchern zu verhängen, Während ihres Trachtens, den Raum zu Gerade der Arzt sollte antworten, der Mann, beehren, der Majesit den Appetit zu verderben." und die in der Nacht zwang, die Lichter anzus überwinden und der Nähe der Stadt zu entkom- der das Sterben so vieler Menschen gesehen hatte Das Gelächter des Arztes flang dem Kaiser zünden, damit nicht aus Bodenrizen und Stud men, geschah es, daß sie sich rückwärtswandten. und ihr Denten und ihr Kämpfen, wenn sie sich falsch. Er schalt: Ich frage Sie, ob ich auch bin, und Fensterrahmen und Bettpfosten die Geister Dann sahen sie noch Rauch über den Häus vom Diesseits trennten. was meine Mutter ift, und Sie auch bin, und Fensterrahmen und Vettpfoſten die Geiſter herborkrochen, die plagenden, die den Schlaf ver­fern. Sie hörten dann noch ein Geräusch. Es Der Kaiser fragte:..Hat er Frieden gefun Jch". unterbrach sofort der Arzt, bitte jagten. war nicht nachbarlich, aber es war noch sehr nah. den, Doktor? Ist ihm der Abschied leicht gewors um Entschuldigung, daß ich keine Brillen befize,

III.

Kaiser Karl und Doktor Matthys wander­ten durch den fahlen Tag. Ins wedlose seßten sie ihre Schritte. Sie schwiegen und waren ver

( Fortseßung folgt),