DienStag, 10. Mai 1938

Seife 5

Nr. 109

MlMuüWioft und Swofpßtifc

Die Genossenschaftstagungen

i

Fest-Versammlung der Krankenkassen

ist auch di» Einführung der früher nur reichen Leu»'> im Donauraum bleibt.

auch auf vom eine

der an«

Ausgehend von den Ergebnissen einer Um« frage, welche Fürsorgeminister Jng. Neöa» Heuer bei zahlreichen zentralen Körperschaften veranstal­tet«, und von den Erfahrungen seiner Reisen in verschiedene Staaten, legte er seine Anschauungen und Vorschläge zur Liquidierung der ArbeitSlo« sigleit in einer Schrift nieder, die eben im Verlag der Gesellschaft für Planwirtschaft erschienen ist.* Der Autor geht von dem Grundsatz aus, daß ei gegen die Arbeitslosigkeit kein alleinseligma« chendeS Mittel gibt. ES wäre unseriös, wenn man der Oeffentlichkeit einreden wollte, daß man mit einem Zauberstab auf einem Sektor unseres Wirt« schaftlichen, finanziellen oder sozialpolitischen Le« benS radikal helfen kann. Gerade jene Staaten, welche die Krise überwunden haben, zeigten, daß eS«ine ganze Reihe von Mitteln war. di« einge­setzt wurden. Wenn dieses oder jenes versagte, stellten sich positive Erfolge auf andern Fronten ein, so daß auch das Endergebnis positiv war. Die Schrift behandelt daher in ihren fünf Kapiteln, deren erstes einer Analyse der bi^eri« gen Entwicklung gilt, die öffentliche Investition»« tätigkrit» die industrielle, landwirtschaftliche und gewerbliche Produktion, die Beschaffung deS Kre­dits(für private Unternehmen) und die Deckung des JnvestitionSaufwandS, und schließlich die so­zialpolitischen Maßnahmen, die eine Vergrößerung der Arbeitsmöglichteiten für die Beschäftigungs­losen herbeisiihren könnten. In Bezug aus die Investitionen wird durch eine i»S Einzelne gehende Untersuchung nachge­wiesen, wieviel Möglichkeiten«S auf diesem Sek­tor noch gibt und welche Bedeutung für den Staat und die Bevölkerung die großenteils schon reali ­

sierungsreifen Projekte und Gesetzesvorlagen(z. Bsp. das KrankenhauSgeseh, die Telephonisie« ruugSaktion, di« in den nächsten Tagen dem Par« lament übergeben werden wird, die Fernstraßen, die Rekultivierung etc.)^aben. Der nächste Abschnitt unterstreicht die große Bedeutung des Exports für unsere Wirtschaft und führt unter den möglichen und nöligen.Hilfsme­thoden u. a. den Ausbau der handelspolitischen Beziehungen, die Refundierung der Handels­steuern für möglichstt viel« Zweige, die Beschaf­fung von billigen Exportkrediten insbesondere für die miUler« Industrie und eine Reihe weiterer Mittel an. Die Schwierigkeiten der Textilindustrie erfahren eine besondere Betonnung. Weiter- seht sich Jng. NeäaS für die Errichtung eines eigenen Geldinstitutes ein, welches die Beschaffung von bil­ligem, langfristigem Kredit zur Aufgabe hätte, für eine beschleunigte Modernisierung unserer indu­striellen Betriebe, und für eine Aenderung der Steuerpolitik ein, welche die notwendigen Inve­stitionen erleichtern würde. Besonder- Augenmerk widmet die Schrift auch der Schaffung neuer Industriezweige, für de« ren steuerliche Begünstigung sie sich ausspricht. Eine besonder« Fürsorge wird für die Ersatzindu­strie in den zugrundegegangenen Industriegebieten verlangt, im Zusammenhang damit auch für die Heimindustrie, die vielfach neue Beschäftigung geben kann. Ausführliche Abschnitte sind der Bau­bewegung und dem Automobilwesen gewidmet. Die 80 Seiten umfassende Schrift, welcher eine summarische Uebersicht naturgemäß nicht ge­recht zu werden vermag, Ivird zweifellos große Aufmerksamkeit nicht nur tvegen des Person des Verfassers, sondern allein durch die gediegene Ver­arbeitung des ungeheueren Materials und der praktischen Anregungen, die sie gibt, finden.

ierverteilung«inen Dienst erwiesen, sondern sie hat auch die Absichten des Schokoladenlartellü lve« sentlich dadurch gestört, daß sie ihm eine starke und leistungsfähige Fabrik entgegenstellte. Auch di« anderen Neratowiher Erzeugnisse hatten einen erhöhten Absatz. Die Bodenbacher chemische Fabrik hat ebenfalls schöne Erfolge er­zielt, die Bekleidungswerke hwben auch im Be­richtsjahre«ine ununterbrochen« Steigerung ver« zeichnet, ebenso>vie die Gummiwarenfabrik in B.-Kamnitz. In der jetzt laufenden Berichts­periode, schloß Kreisky seinen Bericht, haben wir weitere Erfolge erzielt. Die Umsatzsteigerung, die erreicht wurde, beträgt zehn Prozent. Wir sind alle fest davon überzeugt, daß sich der gute Wille und die klare Vernunft den Weg ebnen werden, der aus der Wirrsal der heutigen Zeit zur klaren Sicht führt. Wir alle haben nur das eine Ver­langen, daß wir weiter aufbauen können für Frei­heit, Frieden und Gerechtigkeit. Die Berichte der MandatsprüfungSkommis« sion und der Wahlkommission erstatteten hieraus

der Gründung der Tschechoslowakischen Republik wurde vom Minister Neia» in ihren wesentlichen Zügen charakterisiert: Früher war die Krankenver­sicherung vorwiegend eine UnterstützungSkasse, heute ist sie eine Einrichtung-ur Förderung der Volks­gesundheit geworden, und die Invalidenversicherung ist an ihre Seite getreten. Bor V0 Fahren gab es auf dem Gebiete der Tschechoslowakei nur 600.000 Versicherte, heute sind«S 8.0 Millionen, mit ihren Angehörigen 7.0 Millionen. Die Krankenkassen neh­men heute jährlich 000 Millionen K6«in und haben feit 1920 mehr als 4 Milliarden XL für Kranken« gelber und Heilmittel ausgegeben. Die Notwendig­keit der Krankenversicherung ist heute nicht mehr umstritten, ihr Nutzen für die Volksgesundheit, be­sonder» im Kampfe gegen die Tuberkulose, ist offen­sichtlich, und daß sie auch die medizinische Wissen­schaft fördert, ist erst jüngst hei der Eröffnung der neuen Nervenheilanstalt in Dobkiö anerkannt wor« de». Ein besonderer Fortschritt der Nachkriegszeit

Schwrichhart und Schreier. Nach einer kurzen De« batte zum Tätigkeitsbericht, in welcher Zeidler« Asch und Scheitler-Reichenberg sprachen, hielt Kreisky sein Schlußwort. Der Vorsitzende dankte hierauf dem auS- scheidenden Vorstandsmitglied Pankrae für die großen Verdienste, die er sich um die Genossen­schaftsbewegung erworben hat. Er teilte ferner mit, daß zu Geschäftsführer-Stellvertretern der Gce Proksch, SvojSe und Preibisch ernannt wur­de». Die Wahlen, die Genehmigung der Jahres­rechnung, die Beschlußfassung über die Verwen­dung des GebarungSüberschuffeS und die Verzin­sung der Geschäftsanteile erfolgten ebenso ein­mütig wie die Heiden Tagungen verlaufen Ivaren. Mit einem anfeuernden, zu weiterer Arbeit aufrufenden Schlußwort schloß Raimund Schreier dann die Generalversainmlung.

Prag . Im großen Saale der Stadtbücherei fand Montag vormittag» eine vom Bersicherung»rate ver­anstaltet« Festsitzung der Krankenkassen zur Feier de» fünfzigjährigen Jubiläum» deS Krankenver- stcherungSgesehe» statt. Di« Feier, an der zahlreiche Mitglieder der Nationalversammlung, der Sozial­versicherungsanstalten und ber Behörden teilnahmen, wurde von dem Vorsitzenden I. Stulik mit einem Rückblick auf die Geschichte der Krankenversicherung eröffnet, in dem besonder» der Verdienste T. G. Ma«' saryk» und Dr. Lev Winter» gedacht wurde. Die Versammlung ehrte las Andenken beider durch Er­heben von den Sitzen und unterstrich die an den Präsidenten Dr. Benet gerichteten Grüße mit leb­haftem Beifall. Die Festrede hielt Fürsorgeminister Ina. Ja­romir Neia», der«inen besonderen Gruß an die Vertreter der deutschen Krankenkaffenverbände richtete, deren durch Wirtschaftikrise und politische Lage verursachten Schwierigkeiten er würdigte. Die Entwicklung der Krankenversicherung vor imd nach

* Jng. Jaromir Neia»: Likvidace nezamkst- nanosti, VerlagSpoleinost pro plänovitk hospo- däkstvj, Praha l., JilSkä 4. Preis drosch. 12..

ten zugänglichen Badekuren für di« Krankenversicher­ten. Gegenüber allen Angriffen auf die Kranken­versicherung, di« notwendigerweise Kompromisse zwischen GesetzeSleiswngen und individuellen Be­dürfnissen schließen müsse, stellte der Minister fest, daß ihr Wirken segensreich ist und daß sie besondere Opfer für die Arbeitslosen gebracht hat, für die ihr Dank gebühre. Die Feier wurde mit einer deutschen Ansvrache des Senator» Theodor Hacken berg geschlossen, der im Namen de» Versicherungsrates die deutschen Teilnehmer begrüßte. Er wies anknüvfend an die Worte des Minister», daß die Krankenversicherungen in den Industriegebieten besonders zu leiden haben, darauf hin, daß von diesen Schwierigkeiten nicht nur die deutschen , sondern auch tschechische Versicherte betroffen seien. Besonder» bedauerlich sei die Drosse­lung der Leistungen infolge der Krise gewesen. Und der Redner schloß unter starkem Beifall mit dem Wunsche nach dem Wiederaufbau und toeiterem Aus­bau der Krankenversicherung .

Prag . Sonntag wurde die Arbeitssitzung de» BerbandStageS desVerbandes deutscher DirtschastSgenossenschaften abgehalten, welche durch den Mtigkoltsdarioht d«r Geschäftsführers Rudolf Fischer eingeleitet wurde. Diese Ausführungen behandeln Ivir noch gesondert. Nach der Wahl der Kommis­sionen hielt daS Referat über Wege und Ziele der Genossenschaften Lchlvantner, der ausgehend von den ge­meinschaftlichen Grundsätzen der Genossenschafts« bunegung u. a. sagte-: Die Kräfte der Konsumgenossenschaften sind groß genug, um dem Ansturm der GenossenschaftS - fieinbe Widerstand zu leisten. In einem ehrlichen Lettbewerbe der Privatwirtschaft erblicken wir na­türlich keinen Ansturm aus die Konsumgenossenschaf­ten. noch nie sind die Konsumgenossenschaften einem ehrlichen Wettbewerbe auSgewichen. Sie suchen vielmehr diesen Wettbeiverb, weil sie an den Lei­stungen der anderen Unternehmungsformen am be­sten ihre eigen« Leistungsfähigkeit zu messen und zu prüfen imstande sind. Di« Händlerorganisat- tionen aber lehnen den Wettbetverb schlech­terdings ab. Sie erdreisten sich sogar, die Aonsuingenossenschaften als wirtschaftsstörende Faktoren zu bezeichnen und deren Beseiti­gung zu verlangen. Einer solchen Anmaßung ge- genüber hätten wir genug Beispiele anzuführen, wie schädlich sich die Ueberfüllung de» Handels au»- loirkt und wie unangenehm sie sich in der ganzen Oeffentlichkeit fühlbar macht. Es ist eine schon ost seftgestellte Tatsache, daß die Zahl der Händler bedeutend rascher anwächst als eS dem Bevölke­rungszuwachs oder der Verbrauchssteigerung ent­sprechen würde. Wenn allein vom Jahre 1021 bi» zum Jahre 1080 die Gemischtwaren- und Leben»- miltelgeschäfte um fast SO Prozent zugenommen beben, wenn sich auch in der Zeit der Wirtschafts­krise di« Händler weiter vermehrt haben und auf j« 20 Familien schon ein Handelsgeschäft entfällt, so ist daS ein ungesunder Zustand. Der die Bütervermittlung als wichtiges Teil­gebiet der Volkswirtschaft gelten läßt, muß anerkennen, daß die Konsumgenossenschaften zweckmäßigste und billigste Weise die Güter Erzeuger zum Verbraucher bringen, während ungesunde Ausweitung des Handels dem Volke un­nötige Kosten ausbürdet. Deshalb kann e» den werktätigen Verbrauchern nicht gleichgültig sein, wie die Aütervermittlung organisiert ist. Durch diesen Hinweis auf die unhaltbaren Zustände im Handel soll nur ausgezeigt werden, daß'die Händler selbst et sind, die-einander die Existenz abgraben. Und wenn schließlich viele Geschäftsleute über schlechten Geschästsgang klagen, so ist daran ja nicht nur die Ueberfüllung deS Handels schuld, geschweige denn di« Konsumgenossenschaften, sondern man muß sich doch der Binsenwahrheit bewußt werden, daß die Geschäfte nicht gutgehen können, wenn e» den A r- b e i t e r n schlecht geht. Ueber dies« Tatsache hilft auch bi« wilde Jagd nach Kunden und die Hetze ge­gen die Konsumgenossenschaften nicht hinweg. Wenn die Verhältnisse in den Konsumgenossenschaften um so viele» besser sind, so au» dem einfachen Grunde, weil sich die einzelne Verteilungsstelle der Konsum­genossenschaft auf einen genügend großen Krei» von Ritgliederfamllien stützt, denn darin liegt ja die planvolleOrganisationder konsum­genossenschaftlichen Gütervermittlung. Jene Menschen, die Boykott gegen die Konsumgenossenschaft predigen und den Mitgliedern drohen, werden diese» verbre­cherische Treiben noch zu verantworten haben vor einem wieder ernüchterten Volke- Die Entschlossenheit, mit welcher die Be­richterstatter die Terror« und Lügenkampagne gegen die Konsumvereine zurückgewiesrn hatten, sand ihren lebhaften Widerhall in den Worten der Debattenredner. ES sprachen G ü n z e l« Zwickau , W i l d n« r- Schönberg, Glaser- Reichenberg, Mike- Steinschönau, Kreuz- Mähr.-Schönberg, S ch>v e i ch h a r t-Boden- bach, Kohl« Bilin und MarieGünzel« Karlsbad . Chabot- Teschen erklärte im Namen der Polnischen Genossenschaften, daß diese an dem Bündnis mit den deutschen nicht nur festhalten, sondern eS noch weiter festigen wollen. Der Bei­fall des Verbandstages dankte den polnischen Genossenschaftem für diese Solidarität. Nach einer Ansprache Emil L u st i g S, der nochmals im Namen der Jnteressenzentrale der GenoffenschaftSvecbände das Wort ergriff, und nach dem Schlußwort Rudolf Fischers wurde

Bat««Wachter Verdauung trinket IUHACOVICER VINCENTKAQUE'.LE. überall erhältlich".

Die Liquidierung der Krise Eine Programmschrtft des FQrsorgemlnlsters

einstimmig die im Geiste der Referate und Aussprache stehende Entschließung genommen. Es wurden hierauf die Neuwahlen de» Ver» bandsvorstande», dessen Obmann weiterhin Rai­mund S ch r e i« r ist, und der VerbandSkon- trolle borgenommen; reibungslos wurden auch die vorliegenden Anträge erledigt, welche den letzten Punkt der Tagesordnung gebildet hatten. Die Generalversammlung des Gec-Verbandes begann Montag früh mit dem Tätigkeitsbericht des Vorstandes den Rudolf Kreisky erstattete. Nach einer Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung in der Welt und im besonderen in der Tschechosiowakei und einer Zergliederung der verderblichen Einflüsse de» Kartellwesens auf un­sere Wirtschaft gab der Redner in Ergänzung zu dem gedruckt vorliegenden Bericht eine Uebersicht über die günstige Entwicklung deS Verbände» und seiner Betriebe: DaS Erfreulich« an der Absatzstatistik der Gee ist, daß sie wiederum eine Steigerung de» Einkaufs der angeschlossenen Genossenschaften bei der Zentrale verzeichnet. Auch in der Eigenpro­duktion ist wieder ein Aufstieg festzustellen und e» ist von besonderer Bedeutung, daß eS nicht allein die Steigerung der Warenpreise tvar, die den Umsatz günstig beeinflußte, sondern daß es sich zum großen Teil um eine qualitative Stei­gerung handelt. An dieser Erhöhung haben alle Betriebe teil. Kreisky illustrierte die Bedeutung der genos­senschaftlichen Arbeit an einem markanten Bei­spiel. Die Neratowitzer Schokoladenfabrik hat ihre Leistungsfähigkeit in qualitativer und preislicher Hinsicht durch neue und moderne Maschinen ge­steigert. Die Gee hat damit nicht nur ihrer-

Es bestehen die anf

Das Ergebnis von Sinaia Nadi der Konferenz der Kleinen Entente Seit Jahr und Tag ist zweifellos eine Schwächung des seinerzeit so festen Bündnisses eingetreten, da» man als Kleine Entente be­zeichnet. Wenn aber von gewisser Seite bereits das Ende der Kleinen Entente prophezeit wurde, so hat die soeben beendete Konferenz der drei Außeiuninister Conine». Stojadinovic und Krosta in Sinaia diese Propheten Lügen gestraft. Seit dem Sturz der Regierung Goga nnd dem Anschluß Oesterreichs an Deutschland ist vor allem in Rumänien die Betvertung der Kleinen Entente eine größere geworden. Die Expansion deS Dritten Reiches bedroht nicht nur die Tsche­ choslowakei , sondern auch Ungarn und Rumänien , auf dessen Weizenfeldern und Petroleumquellen die Blicke Hitler-Deutschlands sehnsüchtig gerich- tet sind. Aber auch an Lugoslatvien, dessen freundschaftliches Verhältnis zur Tschechoslowakei sich gelockert hatte, ist das Vordringen Deutsch­ lands , das jetzt JugoslaivienS Nachbar ist, nicht spurlos vorübergegangen. Stojadinoviö, der ein tvendiger Politiker ist, baut heute mehr auf Italien al» auf Deutschland . Mussolini ist zwar heute von der oberen Donau ausgeschaltet, daß aber Italien , welches eine Mittelmeermacht ersten Ranges getvorden ist, seine politischen Interessen auf dem Balkan liquidieren tvird, daran ist nicht zu denken. Italien ist trotz des feierlichen Empfanges, den Mussolini Hitler bereitet hat daran interessiert, daß die kleineren Staaten und mittleren Staaten de» Donaubeckens und am Balkan einen Damm gegen die deutsche Expan­sion bilden. Deswegen ist Italien auch bestrebt, eine Annäherung MagyarienS an die drei Staa­ten der Kleinen Entente herbeizuführen. Es ist bekannt, daß sowohl Prag , als auch Bukarest und Belgrad mit Budapest einen Nichtangriffspakt abschließen möchten, was einen erfreulichen Schritt auf dem Wege zum Frieden im Donau - raum bedeuten Ivürde. Daß es zu einem solchen Pakt bisher nicht gekommen ist, liegt sowohl an den Magyaren wie an der Kleinen Entente . Magyarien verlangt von den drei Ententestaaten eine Regelung der Fragender magyarischen Min­derheiten, wobei die Tschechoslowakei entgegen­kommend sein kann, weil ja das in Aussicht stehende Nationalitätenstatut nicht nur der deut­ schen , sondern auch der magyarischen Minderheit im Lande zugute kommen wird. Größere Schwie­rigkeiten macht Rumänien , das allerdings auch einen Schritt des Entgegenkommens durch Er­richtung eines eigenen MinderheitenainteS ge­macht hat. Die Magyaren zögern aber auch ans dem Grunde, weil sie sich in dem gegenwärtigen Spannunqszustand in Europa nicht die Hände binden und die Klärung der Verhältnisse abwar- ten wollen. Einen weiteren Gegenstand der Verhand­lungen in Sinaia hat die Frage der^ internatio­nalen Donauschiffahrt gebildet. gegenwärtig zivei Kommissionen, eine, die Vorkriegszeit zurückgeht und deren Aufgabe der Verkehr in der Donaumündung ist, die andere, welche den Pariser Friedensverträgen ihre Ent­stehung verdankt und die Donau von ihrem Ur­sprung bis zum Donaudelta kontrollierte. Aus der letzten Kommission ist vor einiger Zeit Deutschland ausgetreten. Es ergab sich nun nach dein Anschluß Oesterreichs die Tatsache, daß das Land, in welchem die Kommission ihren Amts­sitz hatte(Wiens , ihr nicht mehr angehörte. Sie wird daher ihren Sitz verlegen müssen, wohin, konnte in Sinaia nicht beschlossen werden, weil der Kommission außer den drei Ententestaaten Ungarn , aber auch England, Frankreich.und Italien angehören. Es ist auch nicht ausgeschlos­sen, daß über eine Vereinigung der beiden Kom- missione.. verhandelt werden wird. Schließlich besprachen die Vertreter der drei Staaten in Sinaia ihre Stellung zum Völker­bund, zur Frage der Anerkennung deS italieni­schen Imperiums in Ostafrila, zu den spanischen Angelegenheiten und zu allen übrigen Fragen der I Weltpolitik, wobei ein neuerliches Festhalten am Organisationspakt der Kleinen Entente ausge­sprochen wurde, d. h. zu der Vereinbarung, daß sich die drei Staaten über alle außenpolitischen Aktionen, die sie su unternehmen gedenken, ver­ständigen werden. Auch an der gemeinsamen Ver­tretung im Völkerbundrat durch Rumänien wird festgehalten. Bracht« also auch die Konferenz von Sinaia nichts WeMewegendeS. so kann doch gesagt wer- ! den: daß die Kleine Entente weiter ein Faktor

Man erhält fUr

Kc

100

Reichsmark..,

g

603.

Markmünze»..

g

780.

100

rumänische Lei.

g

e

17.10

100

polnische Zloty..

e

640.50

100

ungarische Pengö.

568.50

100

Schweizer Franken

060.50

100

französische Francs

82.20

1

englische» Pfund.

143.50

1

amerikanischer Dollar

28.80

100

italienische Lire.

151.00

100

holländisch, Gulden

1505.

100 lugoslawische Dinare

.64.80

100

Belga»....

483.

100

dänische Kronen r

638.

100 schwedische Kronen-

738.