SoitttMfl, 23. Cf Mer 1038 Tcifr 3 Nr. 250 Was schreibt die tschechische Presse? Ruhigere Betrachtungen In der samötägigcn tschechischen Presse herrschen die ruhigeren Betrachtungen und besonne nen Erwägungen vor. Die gute Haltung der Nation „Närodni Osvobozeni" hebt hervor, welchen Wert die disziplinierte Haltung der tschechischen Nation in den entscheidenden Tagen hatte. Da» Matt schreibt: Noch sind die Lage der großen nationalen Prii fung nicht hinter und. Aber soviel kann man schon sagen, daß unser Volk dabei alle seine edlen und schönen Eigenschaften gezeigt hat. Möge un» bereden, wer will, die große Mehrheit der Welt hat festgestellt und vermerkt, daß am Volke dieser betroffenen Länder von den europäischen Großmächten ein übermäßige» und ungerechter Opfer verlangt wurde, wie e» schwerlich eine Nation ertragen würde, welche nicht aller menschlichen Freiheiten und menschlichen Würde wert wäre. Auch wenn un» diese» Zeugnis der Welt vorläufig nicht helfen kann, zeigt e» un» doch unsere eigenen nationalen Kräfte bi» zur Quelle, welche zwar unter dem Schutt de» Alltag» und der Alltag»« arpeit verborgen ist, aber in den Augenblicken großer Freude und großen Leid» mächtig«mporschießt. Nickte Überstürzen Da»„PrävoLid u" mahnt am Schlüsse seine» Leitaufsatze» zur Besonnenheit mit folgenden Worten: Die Dinge werden einfach langsamer vorwärts gehen, als sich die» heiße Köpf« vorgestellt haben und Sie» in allen Richtungen, ob e» sich nun um die Arbeiten der Regierung oder um da» innenpolitische Leben handelt. Damit wird kein Unglück herbeigeführt. ES wird inzwischen eine Beruhigung eintreten, die Leute, deren Nerven durch alle» Leid und durch da» Tempo der letzten Monate erregt sind, werden ruhiger werden, e» ist notwendig, für die großen Probleme, die vor un» stehen, die entsprechende Zeit zu gewinnen. Nur die Wahl de» neuen Präsidenten ist eine tatsächlich dringende Ausgabe— und da wird sich wohl ein Weg finden lassen, wenn er nicht schon gefunden ist. Parteien werden bleiben Der„B enkov" befaßt sich nochmal» mit dem Schicksal der politischen Parteien. Der Chefredakteur diese» Blatte», Rudolf Halik, schreibt: - In der Zeit, wie sie heute ist, werden leicht Schlagworte verbreitet. Ein solche» Schlagwort ist: Schuld sind die politischen Parteien, schaffen wir sie deshalb abl Diese» Schlagwort ist nicht zu Ende gedacht worden, aber«» hat viele mitgeriffen. Man muß eS zu Ende denken: Alle Parteien auflösen— und die Demokratie wollen? Die Parteien auflösen, was aber an ihre Stelle sehen? E» ist nicht gut, mit einem Schlage alle» zu verurteilen, wa» war; wa» schuld war, können wir beseitigen und verbessern. Man muß«in wenig nachdenken. Würde unsere Nation, die im Kern demokratisch ist,«ine Diktatur ertragen? Wer sollte sie durchführen? Würde dieser Nation ein faschistische» oder nazistische» Regime mit einer totalitären Gewalt paffen? Diese Nation weiß, daß e» da eine Anarchie geben kann, welche aufgerichtet würde, wenn wir alles beseitigen würden, wa» wir hatten und das wir nicht ersetzen könnten. Zum Schluffe appelliert der Verfasser für die Schaffung einer großen nationalen Partei und einer neuen autoritären Demokratie. «Jugend ans Werk! .Lidobö L i st l)“ knüpfen im Leitartikel an die Bildung eine» einheitlichen Ausschusses der tschechoslowakischen Jugendorganisationen an und sagen: Bei un» hat da» bisherige System sich mit bewunderungswürdiger Zähigkeit gegen die Aufnahme neuer Leute an Verantwortlichen Stellen gewehrt. Eine und dieselbe BorkriegSgeneration blieb auf ihrem Posten, Dabei werden nunmehr die jungen Leute am meisten die Folgen unserer nationalen Ka« tastrophe tragen. ES ist daher notwendig, endlich die bisherige Praxi» zu verändern. Junge Menschen müssen allen Verhandlungen über die Zukunft de» Staate» zugezogen werden. Set e» in Fragen der Verfassung, der Wirtschaft, der sozialen, außenpolitischen und kulturellen Fragen— überall werden weit ausgreifende und radikale Reformen vorbereitet. Bei der Lösung dieser Probleme darf man an die Jungen nicht vergessen. Ole neue Außenpolitik Auf diese» Thema kommt der außenpolitische Redakteur der„N ä r o d n i L i st y", Rudolf Prochäzka, immer wieder zurück. Die-mak beschäftigt er sich mit der Im Münchner Vertrage zugesagten Garantie der neuen tschechoslowakischen Grenzen. Er schreibt: Wir dürfen un» nicht von neuem durch«In Moment verführen lassen, welche» wir nicht übersehen dürfen, welche» aber von untergeordneter Bedeutung ist und bleibt, da» ist: die internationale Garantie für unseren künftigen Statu». England und Frank reich werden die Garanten unserer neuen Grenzen sein ebenso wie Deutschland , Italien und auch llei« nere Nachbarn. Wir werden die Letzten sein, welche die Bedeutung der Teilnahme de» Westen» unterschätzen wollten. Wenn dazu Zeit wäre, würden wir noch zu den vielfach törichten, wenn auch gefühlsmäßig völlig berechtigten Borwürfen hinsichtlich der gebrochenen Treue de» Worte» und der Freundschaft zurücktehren. Darum aber handelt«» sich jetzt nicht. England war bisher nicmal» auf dem Kontinent stärker verpflichtet. Frankreich bat sich an der Donau nach dem Weltkrieg notwendigerweise nur episodisch Türkischer Soldat erschießt französischen Leutnant Am 25. September wurde in Antiochien der französische Leutnant Chabaud durch einen Re« volverschuß getötet, den ein türkischer Sergeant im Laufe eine» Streite» gegen ihn abgab. Leutnant Chabaud ging durch die Stadt und begegnete drei türkische Soldaten, die nicht grüßten. Der franzö sische Offizier machte ihnen ob ihres Verhaltens Vorhaltungen. In da» Gespräch griff ein türkischer Sergeant ein und es entstand«in Streit, bei dem der türkische Unteroffizier 3 Schüsse au» dem Revolver auf Chabaud abgab, der kurz darauf im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Die fran zösischen und türkischen Behörden haben die zuständige Untersuchung diese» Falle» eingeleitct. Amerika errichtet neue Flugbasen Rew shork. Der Washingtoner Korrespondent der„New Jork Time»" meldet, daß der unlängst für da» Studium zur Schaffung von Marinebasen der Vereinigten Staaten ins Leben gerufene Marineausschuß empfehlen wird, auf den Hawaii -Inseln, auf Alaska und auf Porto- rico Marincflugbasen zu errichten. PhysikatSprüfungen verschoben. Mit Rücksicht auf die außerordentlichen Verhältnisse, die durch den Stand der Wehrbereitschaft de» Staate» hervorgerufen wurden, tvird die Frist zur Ueber-> reichung von Gesuchen zur Zulassung zur ärzt« I Schützt Afrikas Tierwelt Internationale Konferenzen, Jagdscheine und Schutzparks MTP Paris. Afrika ist heute kein unerforschter Erdteil mehr. Ganz abgesehen von den modernen, völlig westeuropäischen oder schon fast amerikanisierten Großstädten, ist der Mensch überall in den Urwald eingedrungen, hat quer durch die Savannen Wege gebaut, auf denen regelmäßiger Autobuöverlehr stattfindet, hat die Wüsten ebenfalls mit dem Auto und mit dem Flugzeug völlig überwunden und verkehrssicher gemacht. Diese Entwicklung hat keine fünfzig Jahre gedauert. Man mag sie eventuell auS romantischen Gründen bedauern, aber sie ist unaufhaltsam und schreitet immer mehr fort. Eben ist das Wort„Verkehrssicherheit" ausgesprochen worden. Dazu gehört aber nicht nur die Ueberwindung klimatischer Hindernisse, die Rodung des Urwalds und die Anlage von Tankstationen. Vor allem gehörte in Afrika dazu, den Feind zu besiegen, der die Reisenden am ehesten angriff. Und dieser Feind waren die wilden Tiere. Die Fortschritte der Zivilisation haben sie ohnedies fast automatisch immer weiter zurückgedrängt, die meisten wagen sich überhaupt nicht in die Nähe menschlicher Siedlungen, aber die Pioniere dieses Kampfes drangen auch bis in die letzten Schlupfwinkel vor, und diese Pioniere waren unerbittliche Jäger. Die Jagd auf wilde Tiere war eines der ersten und wichtigsten Anzeichen für eine vollkom mene Wandlung der Struktur Afrikas . Fast alle afrikanischen Stämme haben einen Raturkult gehabt. Fast überall erhoben und erheben sich Totems, die ja zum Schutze der Tiere aufgestellt wurden und diese als heilig erklärten. Heilig waren auch große Gebiete des Urwaldes selbst; wenn die Eingeborenen in diesen eindrangen, so geschah die» unter Einhaltung außerordentlich strenger religiöser Vorschriften und fast immer unter allergrößter Rücksicht gegen die Tiere. Sogar die Pflanzenwelt war von diesen Vorstellungen geschützt; die Medizinmänner allein dursten viele Arten von Pflanzen pflücken, die sie ftir ihre Zaubermittel brauchten. Die weißen Jäger, die nach Afrika kamen, kannten nicht» von dem. E» ist bekannt, in welchem Ausmaße die Elsenbeinjagd Jahrzehnte lang durchgeführt wurde, mit dem Erfolge, daß e» heute in ganz Afrika nur noch einige zehntausend Elefanten gibt. Ebenso ist da» weiße Rhinozeros fast vollkommen verschwunden. DieStraußenjagd war, als Straußenfedern noch modern waren, ein weiteres Kapitel diese» erbarmungslosen Kampfes der Weißen gegen di« afrikanische Tierwelt. Zehntausend« von Tieren wurden jährlich erlegt, weitere Zehntausend« nach den zoologischen Gärten in aller Welt versandt. Die Trophäensäger haben unter den Antilopen so wild gewüstet, daß selbst dieses verbreitetste Tier, ebenso wie die Gazelle, in größeren Herden kaum vorkommt. Die Gefahr wurde so groß, daß die großen afrikanischen Kolonialmächte zu einem Einschreiten gezwungen waren. Im Jahre 1025 wurde beim französischen Kolonialministerium ein besonderes zur Geltung gebracht, hauptsächlich au» dem Grunde, weil di« angelsächsischen Mächte e» mit dem Versprechen ihrer Stütze vom Westen her getäuscht haben. Bon Rußland und seiner Aufgabe in Mitteleuropa zu reden, können wir uns in diesem Zusammenhang ersparen, obzwar auch die ,TimeS"(unb vorher selbst Sir John Simon) davon bei der Erwähnung der Garantien gesprochen haben— vermutlich deswegen, damit der Garanten mehr sind und England nicht davon so in Anspruch genommen Ist. Kurz und gut: e» kann nicht der geringste Zweifel daran sein, daß die westlichen Garantien nicht mehr und auf keine Weise in dem Sinne verstanden werden können, den Ihnen jemand in gefährlicher Beharrlichkeit unterlegen könnte, da» Ist: al» Gegengewicht oder wirksam« Abwehr gegen den Einfluß Deutschlands . Lin Fehler Ist geschehen Wir haben bereit» darüber berichtet, daß der „Venkov" an der Bildung de» Verbände» der bürgerlichen Bereitschaft, zu dem sich die Turnerorganisationen und Legionäre zusammengeschloffen haben, Kritik geübt hat. In ähnlicher Weise äußert sich da» „Ceskö Slovo". Der Grund dieser Kritiken liegt zweifellos darin, daß der genannte Verband nur den Sokol, den Orel und die DTJ in sich begreift, nicht aber mit der Bmicrnreiterei der Agrarier und der „SträZ Svobody", der Wchrorganisation der Natio- nalsozialisten verhandelt hat. Da»„Cesll Slovo" schreibt:„Wenn zu diesen Verhandlungen DTJ und Orel eingeladen worden sind, dann gab«» keinen Grund, die Sträj Svobody , die Bauernreiterei und die anderen Organisationen ähnlicher Art nicht einzuladen, die nunmehr verlangen und mit Recht verärgert sind, daß man nicht mit ihnen von Anfang an gerechnet hat. Wenn DTJ und Orel vielleicht dem Sokol näher sind al» Sträj Svobody oder die Bauernreiterei, weil sie da» Geräteturnen Pflegen, und wenn«» vor allem um eine Vereinigung im Bereich des Turnen» ging, dann kann man dagegen mit Recht«inwenden, daß di« Legionäre davon noch weiter entfernt sind. E» ist also sicher, daß hier ein Fehler geschehen. lichen Physikatöprüfung bis zum 15. November 1038 verlängert. Infolgedessen wird der Termin der PhysikatSprüfungen, die Heuer in Prag nur in der Staatssprache abgehalten werden, um einen Monat verschoben. Der Termin der PhysikatSprüfungen im Frühjahrstermin bleibt unverändert. Größte Zuckerfabrik Europas abgebrannt. Die Zuckerfabriken in NakSkow auf Lolland , deren Zuckerkocherei als die größte Europa » galt, sind Freitag nachmittag durch einen Brand fast vollständig zerstört worden. In den Bcrggcgcuden Mittel- und Südserbien» ist Heuer früher als in anderen Jahren Schnee gefallen. Bogelftimmen in der Kehle. Die kleine fünfjährige Robine Grove au» Oregon (USA ) hat sicherlich eine große Karriere vor sich. Jedenfalls glauben da» ihre Eltern, die sie soeben nach Holly wood geschickt haben. Hier wird sie eine besondere Ausbildung im Imitieren von Bogelftimmen erhalten, die ihr später«in Engagement beim Film verschaffen soll. Die Kleine kann schon heute die meisten Bogelftimmen täuschend nachahmen, und zwar erstaunlicherweise, ohne dabei die Lippen zu bewegen, mit geschloffenem Munde. Die Stimmen der Vögel liegen tatsächlich in ihrer Kehle. Ein zweiter Gotthard-Tunnel? Der Baseler Architekt und Ingenieur Paul H o s ch hat einen Plan für den Bau eine» zweiten Tunnels unter dem Gotthard entworfen. Der Tunnel soll ausschließlich für den Autoverkehr erbaut werden und etwa in 25 Meter Abstand von dem berühmten Eisenbahn- Tunnel parallel zu diesem verlaufen. Die Verbin« düng mit dem alten Tunnel soll durch«ine Reihe kurzer Quertunnels geschaffen werden, von denen der Plan 17 vorsieht. Da» grundsätzlich Neue an I nationales Komitee zum Schutze der afrikanischen Tierwelt geschaffen. Auch die britische Regierung rührte sich und berief eine, internationale Konferenz zur Regelung dieser Frage ein. Diese Konferenz fand Ende 1933 in London statt und arbeitete eine Konvention aus, die von allen interessierten Nationen seitdem ratifiziert worden ist. Man schuf eine Liste derjenigen Tiere, die eines Schuhes bedurften: man reglementierte die Ausfuhr an Jagdtrophäen aller Art, man verbot die Benutzung von Autos oder Motorrädern, ja sogar von Flugzeugen ftir die Jagd, man erließ strenge Vorschriften, welche Art Fallen angewendet werden durften, und man verbot grundsätzlich die Anwendung von Gift. Dieser Punkt mag merkwürdig erscheinen, aber man muß dazu wissen, daß die Fischjagd einfach so betrieben wurde, daß man die Flüsse vergiftete. Die Tiere, die auf die Liste kamen, wurden in zwei Kategorien geteilt. Die Jagd auf eine Reihe von Arten wurde überhaupt verboten. Dazu gehörten vor allem die jungen Elefanten und die Rhinozerosse, der Zwerg-HippopotamuS, Gorillas und Schimpansen, Adler, Geier und Eulen, und von den Schlangen die Python». Für di« zweit« Kategorie sind besondere Schonzeiten geschaffen worden. Dazu gehören di« Giraffe» der Büffel, die Strauße und«ine Reihe von Antilopenarten. Gleichzeitig ist die Schaffung von Naturparks beschlossen worden. Der größte und schönste dieser Park» ist der Krüger-Park in Südafrika , dessen Areal zwei Millionen Hektar rmfaßt. Er kann sich mit den berühmtesten Naturschutzparks Nordamerikas durchaus messen. Auch hier gibt es Der Prozeß Rumrlch New Aork, 22. Oktober. Der fünfte Tag der Verhandlung im nationalsozialistischen Spionageprozeß stand im Zeichen des Verhöre» de» Angeklagten Rumrich. Auf die Frage, au» welchen Beweggründen er Spionage betrieben habe, antwortete er; Ich empfand patriotische» Fühlen für di« Vereinigten Staaten und wollte durch meine Taten die Umtriebe der ausländischen Spione demaskieren. Rumrich ist in Chicago geboren, wurde jedoch in Deutschland erzogen. Am Schluß der Verhandlung ergriffen die Verteidiger der Angeklagten das Wort und bezeichneten Rumrich als vorbelasteten Menschen. dem Plan liegt in der Absicht, mit diesen Ouertun- nel» den Bau zu beginnen, und da» notwendige Diaterial per Bahn durch den alten Tunnel heranzuschassen. Mit dieser Methode glaubt Hosch in zweieinhalb Jahren fertig werden zu können. Der Tunnel würde eine Breite von 7.70 Meter haben und sein Bau würde 48 Millionen Schtveizer Franken kosten, die zum Teil durch den Staat und zum Teil durch die interessierten Kantone aufgebracht werden sollen. Ein Ziegfeld-Girl al» Polizistin. Bei der Staatsprüfung für die weibliche Polizei im Staare New Nork hat auch eine gewisse Mabel Black da» Examen mit Auszeichnung bestanden und ist in die weibliche Brigade ausgenommen worden. Sie war früher Ziegfeld-Girl und trat in einer Music-Hall auf. Außer ihr waren unter den 315 Kandidatinnen noch vier weiter«„Choru »-Girls", ein Filmstar, eine Boxerin und eine ganze Reihe von Mädchen und Frauen, die eine Hochschule absolviert hatten. Neue Farbfilm-Erfindung. DaS wiffenschaftliche Zentrallaboratorium der Agfa -Filmfabrik hat nach jahrelanger Forschungsarbeit einen kopiersähigen Dreifarbenfilm entwickelt, der ohne erhöhten Lichtbedarf und ohne zusätzliche Ausrüstung mit normalen Kinoapparaicn borgeführt werden kann. Dar Verfahren trägt den Namen Agfa -Pärtachrom-Verfah- ren. Auf der achten JahreStagung der deutschen Gc- sellschast für photographische Forschung wurden nach diesem Verfahren entwickelte Filme borgeführt, die farbgetreu: Wiedergabe verzeichneten. In Zusammenarbeit mit der deutschen Filmindustrie sind zur Zeit Großversuche im Gange, die in allernächster Zeit abgeschlossen werden. Probiersalon für Pfeisenrauchrr. Warum sollen eigentlich nur die Damen für ihre Kleider«inen Probiersalon haben? Ist den Männern ihre Pfeise nicht ebenso lieb, möchten sie nicht auch gerne wissen, wie sie mit der Pfeife im Mund au»sehen? Ein große» Pfeifen- und Tabakgeschäst in New York hat, um diesem„lebhaften Bedürfnis" abzuhelfen, jetzt den ersten Probiersalon für Pfeifenraucher eingerichtet. Sie dürfen dort eine Pfeife rauchen— da» Mundstück wird einfach auSgewechselt, wenn die Pfeife nichi gefällt— und können sich dabei im Spiegel en face und im Profil beobachten, ob die Pfeife äuch gu» -sitzt'- MoSkitoS gegen rin Flugzeug. In der Nähe von Bari ist ein Militärflugzeug au" einem sehr eigenartigen Grunde abgestürzt. Der Pilot befand sich auf einem IlebungSflug.al» er sich in etwa 500 Meier Höhe einem Moskitoschwarm gegenübersah. Er dachte keinen Augenblick lang, daß die winzigen Insekten dem Apparat gefährlich werden könnten. Aber kaum war er in den Schtvarm hineingeratcn, al» er völlig die Möglichkeit verlor,den Apparat zu bedienen, da er von den MoSkitoS im Augenblick geblendet wurde. Außerd'm gerieten die Insekten in alle Instrumente, die nicht mehr funktionierten, endlich wurden sie auch mit dem Luftstrom in den Motor hineingesogen und brachten auch diesen zum Stillstand. E» blieb dem Flieger nicht» weiter übrig, al» mit dem Fallschirm abzuspringen, der Apparat stürzte ab und wurde völlig zertrümmert. die herrlichsten Autostraßen, die eine Gesamtlänge von 800 Kilometern haben, und auf denen di« Touristen die Möglichkeit haben, afrikanischen Tieren in voller Freiheit und zugleich in voller Sicherheit zu begegnen. Den Krüger-Park bevölkern hundert Elefanten, 250 Giraffen, 800 Büft fel, 4- bis 5000 Löwen und mindestens 120.000 Antilopen, um nur die wichtigsten Tiere diese» Schutzgebietes zu nennen. Der Unterhalt des Schutzparlcs wird zum größten Teil durch staatliche Subventionen bestritten, aber die Touristen müssen hohe Gebühren für die Besichtigung zahlen. Belgien hat im Kongo ebenfalls einen herrlichen Tierschutzpark geschaffen, den Albert-Park, der wunderbare Naturschönheiten besitzt, so zum Beispiel Vulkane, die bis zu 4000 Meter hoch sind. Hier leben 6—700 Gorillas, 400 Elefanten, 200 Löwen und 45.000 Schlangenarten. Frank reich hat in Nordafrila und auf Madagaskar Tierreservate geschaffen, insgesamt nicht weniger als 43, deren größter 2 Millionen und deren lleinstcr 1200 Hektar umfassen. Endlich ist auch die Jagd selbst scharf reglementiert worden. Es gibt vier Arten von Jagdscheinen. Der gewöhnliche bezieht sich überhaupt nur auf kleinere Tiere, der mittlere, der bereit» teuer ist, umfaßt ebenfalls noch nicht die bekannten afrikanischen Tierarten, und erst der„große Jagd, schein", der aber schon 4000 Francs pro Jahr kostet, erlaubt den Jägern, Löwen , Büffel und Antilopen zu erlegen. Endlich gibt eS noch einen besonderen Schein für wissenschaftliche Expeditionen, die anSnahniSweise auch auf die sonst absolut geschützten Tiere, wie etwa daS Rhinozeros, jagen dürfen,
Ausgabe
18 (23.10.1938) 250
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