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Theater.

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darin eine rapide Verbrennung von Stärke und Zucker statt, welche auch bei europäischen Arten, z. B. dem italienischen Aronsstab ( Arum italicum) eine Wärme erzeugt, die um 12 bis 16 Grad über die Lufttemperatur hinausgeht. Alle diese in ihren Blüthen Wärme erzeugenden Pflanzen sind Infektenblumen, d. h. Blumen, welche der Infekten zu ihrer Befruchtung bedürfen, und die Wärmeentwicklung scheint zu den Anziehungsmitteln zu gehören.- Astronomisches.

Ueber die unlängst im Friedrich Wilhelm städtischen Theater vor sich gegangene Aufführung von Guttmann's Manfred" schreibt die Wiener Neue Revue": Herr Moriz v. Guttmann, ein Sprößling der bekannten Rohlenfamilie Guttmann, hat sich vor mehreren Jahren hierorts als Dichter etablirt. Der junge Mann produzirte eine größere Menge Iyrischer Gedichte, die, dem Bankkredit des Verfassers entsprechend, in verschiedenen gefälligen Zeitungen prompt und mit größter Koulanz belobt wurden. Hierdurch ermuthigt", dichtete der junge Moriz für den absolut verläßlichen Kohlengruben- Bezirk von Mährisch- Dstrau ein Drama Konradin " und in jüngster Zeit einen Manfred", mit dem er aber, da seine Erfolge in den Wiener Blättern denn doch anfingen, ein wenig verdächtig zu riechen, nach Berlin ging, um von dort aus eine Partie neuen Dichterruhmes nach Wien importiren zu laffen. Dieses charmante Geschäftchen, an das unser Dichter den Betrag vor 10 000 m. gewendet haben soll, mißlang aber voll­ständig, da die Frankfurter Zeitung " den plumpen Schwindel schonungslos aufdeckte, das Don bezahlten Klaque einer umjubelte Drama" Drama" als ein erbärmliches Machwerk tenn­zeichnete und mit mannhaftem Freimuthe den Versuch eines findlichen Dilettanten abwehrte, fich mit seinem Gelde einen Platz in der Literatur zu kaufen. Das erheiterndſte an der Sache ist, daß das genannte Blatt die enthusiastischen Tele­gramme vorhersagte, die trotz des für alle Kenner zweifellosen Durchfalles von Guttmann's" Manfred" in den Wiener Zeitungen erscheinen würden. Die Prophezeiung bewahrheitete sich buchstäblich. Moriz ist nach wie vor in der Wiener Presse ein hochbegabter und vielversprechender Dichter". Demnach scheint Moriz auch zu halten, was er verspricht."-

Völkerkunde.

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- Die Entstehung der Mondgebirge, vor allem ihrer Krater und Ringgebirge, zu erklären, ist bisher in überzeugender Weise noch nicht gelungen, weil diese Bildungen von irdischen im allgemeinen so start abweichen, daß alle die zur Erklärung auf­genellten geologischen Voraussetzungen in ihrer Anwendung auf die in den Astronomischen Nachrichten" eine neue Ansicht aus, die, Mondgebirge versagen. V. Wellmann( Berlin ) spricht nun soeben wenn sie zunächst auch noch feinen unumstößlichen Beweis liefert, doch schon zur Erklärung dieser merkwürdigen Gebilde etwas bei­tragen fann. Wellmann vergleicht den Bau der Mondkrater mit den Geysirbildungen in Jsland und im Yellowstone- Park in Nord­ amerika . Diese Geysir gleichen in vielen Beziehungen den Mond­fratern sowohl durch die Ringform als auch durch die von vielen Ring­gebirgen ausgehenden strahlenförmigen hellen Streifen, welche den Abflüssen der Geysir entsprechen. Danach wären also die Geysir als frühere Wasservulkane" zu betrachten. Da bei dem Mond das deutend größer ist, als bei der Erde, so mußte die Abkühlung der Verhältniß der Wärme ausstrahlenden Oberfläche zum Inhalt be= oberen Schichten auf jenem naturgemäß schneller erfolgen, als bei dieser, ein Vorgang, der überdies durch die lange Zeitdauer der Mondnächte beschleunigt wurde. Es konnte sonach eine verhältniß­mäßig dünne, abgefühlte äußere feste Schicht entstehen, innerhalb der sich eine stark erhitzte, beziehungsweise feuerflüssige Masse befand. - Heirathsgebräuche auf Formosa. Das Heirathen Damit aber waren die Bedingungen gegeben, auf welchen wird unter den Eingeborenen der jegt zu Japan gehörigen Jusel nach Bunsen's Erklärung des Geysirphänomens die Wasser­Formosa in sehr einfacher Weise vollzogen. Mit dem sechzehnten vulfane" beruhen, welche aber auf dem Mond noch bedeutend Jahre verlassen die Jünglinge das Haus ihrer Eltern und beziehen günniger waren, als auf der Erde. Die von den Kratern aus­ein besonderes Junggesellenhaus, das in feinem Dorfe fehlt. Hier gehenden Streifen wären demnach die ehemaligen Abflüffe der müssen sie selbständig für ihren Unterhalt sorgen und heißen, so Quellen, welche durch Ablagerung ihrer falfhaltigen Gewässer nach lange fie ledig bleiben, Mota. Hat ein Mota ein ihm passendes Aufhören der vulkanischen Thätigkeit ihre sichtbaren Spuren hinter Mädchen gefunden und sich ihre Zuneigung erworben, so tnüpft er laffen mußten. Das große Strahlungsvermögen dieser Streifen, welches vorläufig ein Liebesverhältniß an. Erst später folgt die Hochzeit, den hellen Farben des Grundes der Geysirabflüsse entspricht, scheint die in den verschiedenen Gegenden etwas verschieden gefeiert diese Annahme wahrscheinlich zu machen. Die ungleich größere Aus­wird. In der Gegend von Tokoham trägt der junge dehnung und Höhe der Mondkrater erklärt sich durch die vers Mann Holz und Waffer zu den Eltern des Mädchens schiedenen Verhältnisse der Schwere auf Erde und Mond. Bei und legt es vor ihrer Hütte nieder. Findet er in weiterer Abkühlung des Mondes mußten die flüssigen und gass den Augen der Eltern Gefallen, so holen sie das Wasser und förmigen Bestandtheile mehr und mehr von dem Inneren aufgefogen das Holz in die Hütte; wenn nicht, so lassen sie beides draußen un- werden, bis sie von der Oberfläche verschwanden und damit den berührt. Der also abgewiesene Freier bringt dann noch verschiedene jeßigen Zustand der Mondoberfläche hinterließen. Geschenke, Kühe, Hirschgeweihe, Hirschfelle und andere den Eingeborenen werthvoll erscheinende Sachen herbei, um die Eltern günstiger zu ftimmen. Gelingt es ihm aber auch dann noch nicht, so entführt er einfach das ihm geneigte Mädchen. Die Eltern haben dann fein Recht mehr auf ihre Tochter, dagegen fann der Häuptling des Stammes eine Hochzeit verbieten, und sowohl die Eltern wie die jungen Leute müssen ihm dann gehorchen. Erlaubt der Häuptling die Hochzeit, so werden alle Verwandten, Freunde und Bekannten geladen, und die Festlichkeit dauert bei den Reichen gewöhnlich behandelt, daß derselbe nicht schädlich wirkt. Zu dem Zwecke wird mehrere Tage, bei den Armen aber nur einen Tag.

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Technisches.

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- Die Konservirung des Holzes. Während die bis her zur Konservirung des Holzes angewandten Berfahren darauf hinausliefen, dem Holze die Säfte zu entziehen und in das felbe eine fremde Maffe, wie Zinkchlorid, Kreosot und dergl. eins zuführen, wird bei dem Verfahren der Hastin Wood Bulcas nising Company der Saft dem Holze belaffen und nur derart

das Holz in geschlossenen Stahlcylindern 8 bis 12 Stunden Geographisches. lang einer Temperatur von 150-250 Grad bei 10-14 Atmosphären - Das Schicksal der Insel Trinidad . Die von der Druck ausgesetzt. Die Einwirtung auf das Holz erstreckt sich bei der Berwaltung des Botanischen Gartens der Antillen- Insel Trinidad neuen Methode auf das gesammte Holzstück gleichmäßig. Der bei dem am verbreitetsten Verfahren der Trocknung mit Kreofot ents herausgegebenen Jahresberichte Lassen erkennen, daß der Regenfall stehende unangenehme Geruch fällt fort, sodaß die Verwendung der= auf der Insel langsam, aber beständig abgenommen hat. In den zehn Jahren 1862-71 betrug der jährliche Regenfall noch durch- artigen Holzes für Innenräume wieder zulässig ist. Die inneren Schnittlich 158,7 Bentimeter, 1872-81 nur noch 157 und 1882-91 Holzbekleidungen einiger großer Hotels in New- York sind bereits nur 154,5. Der letzte Bericht glaubt, wenn das so fortgehe, könne nach dem neuen Verfahren mit Erfolg behandelt worden. man schon jetzt die Zeit berechnen, in der die Jusel Trinidad eine Wüste sein werde gleich der Sahara . Auch hier, wie so vielfach, liegt die Ursache der Verminderung des Regenfalles in der finns lofen Vernichtung des Waldes.-

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Aus dem Pflanzenleben.

Humoristisches.

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( Uhland's t. Rdsch.)

- Gine, feine" Dame. Anläßlich der Volkszählung im Jahre 1895 schrieb eine wohlhabende gebildete Berlinerin folgendes auf die Zählkarte. In die Rubrik 9a, b. Beruf u. s. w.: Ma­dame oder Herrin; muß als solche überhaupt nicht arbeiten, hat nur die Pflicht, liebenswürdig zu sein und ihre Kinder gut zu er ziehen." In die Rubrit 10c: Sonstige Ursache der Arbeitslosigkeit( eigene Kündigung, K. d. d. Arbeitgeber, Strife oder):" Strit ist fein deutsches Ursprungswort. Dies hat sich der Mob zur allgemeinen Lächerlichkeit zu eigen gemacht."

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Blüthenwärme. Professor G. Kraus in Halle hat, wie der Prometheus" mittheilt, feine früheren Untersuchungen über die beträchtlichen Wärmegrade, die sich im Innern mancher Blüthen entwickeln und unter anderen die Spathen mancher Arum- Arten zu angenehmen Wärmeftübchen für ihre nächtlichen Besucher machen, fürzlich an verschiedenen tropischen Araceen, Cycadeen und Palmen fortgesetzt und darüber in den Annalen des botanischen Gartens von Getäuschte Hoffnung. Als man im Wiener Carl Buitenzorg auf Java( Jahrgang 1896) Bericht erstattet. Bei Theater die Sonntags- Nachmittags- Vorstellungen einführte, blieb in Der Zentral Ceratozamia longifolia, einer Cycadee, d. h. einer jener Pflanzen, der ersten Zeit das Theater regelmäßig balb leer. welche die sogenannten Palmenwedel" für Begräbnisse hergeben, er- Vergnügungspark Wiens , der Prater , lag in nächster Nähe. Eines reichte die Blüthenwärme am Tage ihr Maximum und betrug dann Nachmittags wurde die Kasse wieder wenig in Anspruch genommen. 38,50 bei 26,80 Luftwärme. Aehnliche Zahlen wurden bei Macrozamia, Der Komiker Wittels stand gerade im Foyer, als ein Mann in einer anderen Cycadeen- Gattung, beobachtet. Bei den untersuchten ländlicher Kleidung nahte. Ist nicht viel, dachte Wittels, aber einen Araceen zeigte sich die Zeit des Wärmemarimums sehr veränderlich, mehr im Zuschauerraum giebt es doch. Doch faum war der Mann fiel aber niemals in die Nacht. Bei diesen Gewächsen, zu denen zum Kassirer getreten, brach dieser in ein lautes Lachen aus. Der unfre bekannte Galla gehört, bilden nicht die Fortpflanzungsorgane Fremde hatte an der Billetkaffe eine Karte nach einem Wiener Nord­den Sitz des Wärmeherdes, sondern dieser liegt in der Keule, deren Vorort verlangt, weil er das Carl- Theater für den Stiel die Staubfäden und Narben am Grunde trägt. Es findet bahnhof gehalten.

Verartwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin . Druck und Verlag von May Bading in Berlin .

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