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Anterhaltungsblatt des Vorwärts
Nr. 222. del to the Sonntag, den 13. November.
30]
Sin
( Nachdruck verboten.)
Noman von Georges Eekhoud . Eine so liebenswürdige Einladung lehnt kein Mensch ab. Er könnte uns gleich durch die kleine Seitenthür hier am Bureau ins Haus führen, wenn er nicht vorher den Herren Bietermans und Lynen noch einige unaufschiebbare Anweisungen zu geben hätte...
1898
meinen Vorschlag, falls er Ihnen unannehmbar erscheint, nicht übel deuten. So hören Sie denn! Es wäre meines Erachtens höchst beklagenswerth, wenn die Fabrik mit dem Eigenthümer zugleich auch ihren Leiter verliert. Sie verstehen mich? Nicht wahr? Ich muß selbst hinzufügen, daß dieses Bedenken ausschlaggebend genug ist, den Geschäftsabschluß ungünstig zu beeinflussen. Kapital läßt sich immer erfegen, Geld wird verdient, verloren er war nahe daran zu sagen verthanund wiedergewonnen, aber verteufelt schwer hält cs, für einen und deshalb, Herr Dobouziez. wollte ich Ihnen die Frage tüchtigen, fleißigen, erfahrenen Fachmann Ersatz zu finden. vorlegen, ob es ihnen prinzipiell widerstrebt, an der Spize des Unternehmens zu bleiben, das Sie geschaffen haben und das Sie am besten weiter führen und ausbauen können... Sind Sie damit einverstanden?" Sind Sie damit einverstanden?"
Vor Daelmans- Deynze stand einen Tag nach Freddy Béjard's Diner Herr Guillaume Dobouziez. Die beiden Männer, die zusammen die Schule besucht hatten, hegten für einander aufrichtige Wertschätzung und hatten Jahre lang in freundschaftlichem Verkehr gestanden, der nur ins Stocken geGewiß war er damit einverstanden! Das war ja gerade rieth, weil Daelmans die ganze Lebensführung des luxuriösen die Lösung, die Dobouziez so heiß erfehnte. Dobouziez'schen Hauses und die gemischte Gesellschaft, die Zwischen so offenherzigen und anständigen Menschen war dort ein- und ausging, nicht nach seinem Geschmack sand. Das über die Gehaltsfestsetzung rasch eine Einigung erzielt, so hat aber nichts dazu beigetragen, seiner Hochachtung für blieb nur noch die Genehmigung des Vertrages durch Saintdie Kenntnisse, die geschäftliche Tüchtigkeit, den Fleiß und die Fardier übrig, die als reine Formsache anzusehen war. Es Ehrenhaftigkeit seines Kollegen den geringsten Abbruch zu ein hochbemessenes Gehalt auswarf, er wünschte sogar, daß bedarf keiner Erwähnung, daß Daelmans dem Direktor thun. In früheren Jahren hatte er sogar ernstlich daran gedacht, sich an Dobouziez' Unternehmen mit Stapital zu be- Dobouziez in dem neben der Fabrik belegenen prunttheiligen. Das war zur Zeit der höchsten Blüthe der Fabrik haften Wohnhaus wohnen bliebe, aber der vereinſamte gewesen, und Dobouziez hatte damals das Anerbieten ab- Bater zog es vor, in Zukunft mit seinem einzigen Kinde zulehnen zu müssen geglaubt. Und heute hatte er sich dazu ſammenzuleben. entschließen müssen, Herrn Daelmans einen Besuch zu Dobouziez die Bitterkeit und Demüthigung seines Opfers Kein Mensch hätte es so wie Daelmans- Deynze verstanden, machen, um ihn de- und wehmüthig zu bitten, die Fabrik zu weniger schmerzlich empfinden zu lassen. Der nüchterne, Ge
übernehmen!
zu
die Arme.
„ Muth! Muth!" tröstete der Andere mit seiner gewohnten Herzlichkeit und schlichten Einfachheit. in stat
XIX.
Daelmans Deynze weiß seit langem,[ daß Dobouziez' müthsregungen schwer zugängliche Dobouzicz mußte bekennen, Unternehmen in beständigem Niedergang begriffen ist, er ist daß er ein solches Maß von mitfühlender Theilnahme Daelnicht minder über die Opfer unterrichtet, die sich Dobouziez mans nicht zugetraut hätte. Und als er von seinem jetzigen auferlegen mußte, um seine Tochter seine Tochter zu verheirathen Chef mit höflich gestammeltem Dank Abschied nahm, da konnte und den Schwiegersohn über Wasser zu halten. Er fönnte der falte Zahlenmensch der aufsteigenden Wallung nicht der Offerte gegenüber den Ueberraschten spielen und die länger wehren und sank gerührt dem Freunde und Retter in Gelegenheit benußen, die mißliche Lage des Fabrikbesizers, der sich seines Befiges entäußern muß, in seinem Interesse auszunuken. Aber daran denkt ein Mann von dem vollendeten Zaktgefühl und der lauteren Gesinnung eines DaelmansDeynze auch nicht einen Augenblick. Im Grunde bezeugt er Ein Uhr! Die Uhr des Börsengebäudes, das letzte Wahrwenig Lust, sich in einer Zeit der Krise und des geschäftlichen zeichen des alten durch Feuer zerstörten Gebäudes, das als Stillstands zu den alten noch neue Lasten aufzubürden, aber treue Dienerin mitten in lodernder Flammengluth standhaft er hat beim ersten Wort, das Dobouziez spricht, schon erkannt, ausgehalten und der Handelsstadt die Zeit anzeigte, verkündet daß dem Manne das Messer an der Stehle sitzt, und Daelmans die Stunde des vorschriftsmäßigen Börsenbeginns. h gehört zu der mehr und mehr verschwindenden Klasse Ein Uhr! Sputet Euch, hr Saumseligen! Von allen von Kaufleuten, die es für ihre Ehrenpflicht erachten, Punkten der Stadt strömen sie herbei, Jobber und Kaufleute, fich im Falle der Noth gegenseitig zu stüßen und die Reichen von heute, von morgen und von gestern. halten. Man muß das Feingefühl bewundern, Millionäre, die so reiche Ernte eingeheimst haben, daß sie im mit dem Daelmans über die Einzelfragen der eventuellen Gelde ersticken, und Millionäre, deren Erntesegen wie ein Uebernahme verhandelt. Er heuchelt weder Ueberraschung, Häuschen Stroh in Feuer und Rauch, aufgegangen ist. noch läßt er ein Wort bedauernder Theilnahme laut werden, das einen Mann von der Art Dobouziez schwer demüthigen würde, noch giebt er zu erkennen, daß er nur ungern und nur aus dem Grunde die Fabrit übernimmt, um einem Freunde aus der Noth zu helfen. Aber diese Gefühlsmomente hindern ihn keineswegs, genau zu prüfen und alle Einzelheiten des Geschäfts eingehend zu erörtern. Er versteht es Vom Morgen an belebt die Straßen das geschäftige Hin meisterlich, die kaufmännischen Gesichtspunkte über den rein und Her aufgeregter Makler und Pfuschmakler, die, ohne sich menschlichen Erwägungen nicht aus den Augen zu verlieren. aufzuhalten, taum einen furzen Gruß miteinander austauschen, Gewiß, er will den Freund gern verpflichten, immer voraus der so trocken wie das Tick- Tack ihrer Uhr klingt...Time is gesetzt, daß er sich dabei nicht ins eigene Fleisch schneidet. money." Ehe der Abend hereinbricht, werden sich Manche, Das ist nur recht und billig. Man ist so ziemlich handelseinig geworden, nur ein Buntt bleibt noch erledigen, den beide nur ungern berühren. Er ist gleichwohl wichtig genug und liegt dem einen wie dem anderen amt Herzen. Wenn nur Dobouziez nicht gar so stolz und Daelmans nicht gar so zartfühlend wäre! Letterer entschließt sich endlich, den Stier, wie er sagt, bei den Hörnern zu packen.
,, Darf ich mir die Frage erlauben, Herr Dobouziez, was Sie in Zukunft zu unternehmen gedenken?"
Der andere zaudert mit der Antwort, er wagt nicht recht, seinen Wünschen Ausdruck zu geben.
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Eilt Euch, hr armseligen Sklaven des Glücks! Unaufhörlich dreht sich das Rad, flammert Euch an die Speichen und setzt Eure letzte Kraft daran, die Bewegung nach Euren Wünschen zu regeln! Gleichförmig dreht sich das Rad ohne Unterlaß, die Achsen knirschen und quietschen, und aus allen Winkeln hallt als Echo das Wort„ Krach" zurück.
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die sich zur Stunde noch Freunde nennen, nicht mehr kennen. Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!" sagt sich das filzige Volk dieser Hamlets der Börse, die das ganze Weltall nur unter dem Gesichtswinkel von Angebot und Nachfrage betrachten.
Ein Uhr! Die beutehungrige Meute stürmit durch die vier Eingangsthüren des eleganten Börsenpalastes. Mit feinen hochgewölbten Brachtsälen, die allerlei allegorische Malereien und die Wappen aller Länder schmücken, und seinem eisernen Sparrenwerk bildet dieser Bau, dessen Gothik hier und da eine maurische oder byzantinische Reminiscenz unterbricht, einen würdigen Tempel des Handelsgottes.
„ Es bleibt Ihnen überlassen," beginnt Daelmans wieder, ,, meine Eröffnungen nach Gefallen auszulegen, Die Zeremonie beginnt. Das dumpfe Stimmengewirr es ist im Vorhinein stillschweigende Voraussetzung, daß Sie schwillt manchmal zum brausenden Orkan an. Den Hut auf