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scheint, da fie es fast ausschließlich find, die fie betreiben. Das Luft hätte ich wohl schon, dem Bengel jezt selber eins überzureißen. Hauptfontingent an Fischern licet Torra del Greco bei Neapel und Aber das giebt ja dann gleich' n Geschrei! Um Himmelswillen mur ca. 500 Fahrzeuge stehen in ihrem Dienste. Sum Fischen benugt teinem fremden Kindchen ein Härlein trimmen!... Na, nun wischen man auch heute noch das schon uralte Gerät: ein hölzernes Kreuz, Sie ihm meinetwegen eins aus. Sie sind ja seine Mutter. Sie im Kreuzpunkt mit einem Stein beschwert, trägt ein starkes, altes dürfen ihn ja verprügeln." admag Netz und Tauenden, und dieses Werkzeug wird langsam über den Nicht einen Schlag bekommt er darum von mir! Ih- wo Meeresboden gezogen und reißt die Korallenbäumchen ab. Kühne werde ich denn ein Kind wegen einer Blume strafen! Das ist doch Fischer tauchen auch unter und brechen die Korallen mit der Hand fein Hundertmarkschein! Und wenn er ooch den gemaust hätte bom Felsen ab. Schläge giebt's darum nicht. In die Ecke kommt er, in die duftre Ecke da kann er all lang drüber nachdenken, watt er gethan

Der Gewinn beläuft sich pro Jahr auf 50 000 Kilogramm im Wert von 4 Millionen Mart. Gute Ware wird mit 30-60 Mark pro Kilo bezahlt, einzelne Varietäten erzielen jedoch bedeutend höhere Preise.

da Die Verarbeitung zu Schmuckgegenständen erfolgt meistens in Neapel , Genua und Livorno . o

Von einer Korallenbank im Golf von Neapel stammen die meisten Exemplare der roten Edelkoralle, die in den letzten Jahren in prachtvollem Zustande in die Museen gelangt find und von dieser Bank aus werden zu gewissen Zeiten lebende Edelforallen im Neapolitaner- Aquarium gehalten, die aber hier leider mur inner fürzere Zeit ausdauern.

Durch die rote Edelforalle birgt das Mittelmeer in seinem Schoße einen Schatz, der es vor allen andern Meeren auszeichnet, einen Schab, der sich ewig verjüngt und neu wächst und der, so lange es schundliebende Frauen giebt, immer hoch geschätzt werden wird.

GINT

Kleines Feuilleton.

h. o. Der Rosenstock. Bis zum zweiten Stock war er schon empor geklettert. Das plattdachige Haus mit seinem dürftigen Stalk­beturf, mit seiner grauen, ärmlichen Farbe war durch den frischen, grünen Stod zu einer Sehenswürdigkeit der Straße geworden. Biele Blumenliebhaber der Umgegend wanderten täglich zu ihm hin, erquickten sich an dem Anblick und zogen entzückt, mit sehnsüchtigen

Augen von dannen.

Wenn feine Knospen sich öffneten und ihre Farben ausglühten,

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Der Wirt machte eine mißachtende Geberde, wie wenn er sich zu gut dünke, noch länger mit der Frau aus dem Keller zu sprechen. Aufgeregt lief er nach dem Rosenstock zurück. Die Frau zog unter­dessen ihr Kind in die Wohnung.

an die

Na, nu haben Sie't ja gehört!" wandte fich der Wirt a Frauen, die von den Fenstern des Erdgeschosses und der ersten Etage aus den Streit mit angehört hatten. Na nicht mal' n Klaps friegt so'n Jöhr! Na, die werden schon noch ihre Freude an den Kindern erleben! So'ne Kinder wie behandeln die nachher man ihre Eltern? Wie Schuhwisch. wie Schuhwisch!"

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Während er noch schimpfte, kam die Tochter des Amtsrichters, der in der ersten Etage wohnte, aus dem Nebenhause. Cie hatte einen ganzen Buschen Rojen vorn am Gürtel, dazu welche im Haar, auf der Schulter und in den Händen.

"

Aber Frma, Du warst doch nicht etwa am Rosenstock!" rief die Mutter von oben herab dem Mädchen zu.

Das errötete, bengte den Kopf und lächelte verlegen. Dann blickte es blinzelnd hoch:

"

Was 13 ist denn dabei, Muttchen? Die Blumen verdorren sonst

nur am Stock...

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Na!" Die Mutter war entrüstet. Der Wirt aber beruhigte sie: Es ist ja nicht so schlimm Wenn's darauf ankäme! Das fällt ja wirklich gar nicht auf-- gewiß doch so'n paar Rosen o'n paar Rofen

Seine Stimme war leise geworden. Er verstand es, den Aerger zu ersticken und ganz unterwürfig gegen den guten Mieter zu er

scheinen.

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sist

wenn die das Grün fast überwuchernden Blumen ihren füßen Duft über den Vorgarten hinweg nach der Straße hauchten dann blieb ar. Chinesische Sprichwörter und Sentenzen: Ein einziger jeder stehen. Selbst jene, die von den Schönheiten der Blumen Bambus macht noch kein Floß. Ein großes Vermögen ist nicht nichts fühlten, wurden ergriffen und eine Ahnung von den Ge- so viel wert wie ein kleines tägliches Einkommen. Die Dynastien nüffen, die ihnen die Pflanzen gewähren konnten, schlich sich in wechseln, der Charakter bleibt. Der Frühlingshimmel fieht oft fie ein. ebenso aus wie das Geficht einer Schwiegermutter. Eine gute Der Befiter des Hauses, ein früherer Bauer, ließ den Vor- Biene setzt sich nicht auf eine verwelfte Blume. Das Leben So garten verkommen. Der Nasen verdorrte in der Sonnenglut, die des Greises gleicht der Flamme einer Kerze im Luftzug. von den Häuferreihen aufgefangen wurde. Die Beete überzog das hoch der Baum auch ist, seine Blätter fallen immer zur Erde. Unkraut. Das alles war ihm gleichgültig. Wenn andre darüber Man muß selbst gelitten haben, in die Leiden andrer zu kennen. flagten, meinte er: Ja, was soll ich mich damit quälen?... Was Der Baum mit tiefgehender Wurzel fürchtet den Wind nicht. Nüßliches kann man da doch nicht ziehen Es ist eine Kleinigkeit, Soldaten auszuheben, aber es ist schwer, einen General zu finden. Die Hauptstadt hat viele Reize, aber

Nur der Rosenstock war sein Stolz.

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Oft stand er mit den Händen in den Hosentaschen, die verblichene der häusliche Herd hat den feinigen immer. Die wahre Menschen­Mütze in das vermergelte, verschmigte Gesicht gezogen, am Bor- liebe zeigt sich darin, daß man den Armen Kohlen schickt, wenn sie gartengitter und lauschte den staunenden Ausrufen der Vorüber- frieren, und nicht, daß man den Glücklichen Geschenke

gehenden. Aengstlich wachte er et, daß keine Blüte abgerissen macht. Wenn man etwas eilig hat, scheut das Pferd. wurde. Die roten Blätter blieben so lange an den Stengeln, Nahe Nachbarn sind besser, als entfernte Verwandte.- bis fie. von der Sonne gebleicht, bon den leichten Hinter cinem süßlichen Munde steckt ein giftiges Herz. Für ein Fingern des

Wie indes abgestreift und über den Nasen geftrent wurden. gutes Pferd bedarf es nur eines Hiebes, für einen verständigen

Hausbefizer fränkte, als er eines Nachmittags vor die Thür kam und den einen Zweig des Rosenstocks geplündert fand! Nicht eine Blüte sah er zwischen dem Grün. Die nackten Stengel streckten ihm ihre Wunden entgegen, von denen die schwellenden Kelche gerissen.

Tein Kopf fuhr hin und her nach beiden Seiten der Straße. Bielleicht konnte er den Räuber noch entdecken. Doch nirgends sah er jemand, der eine Rose in den Fingern hielt.

Da fing er an zu fluchen:

" Spizbuben! Diebsbande! Nichts ist ihnen heilig! Ungebildele. rohe Gesellschaft! Bauernpack, das kein Verständnis für etwas Schönes hat!"

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Menschen nur eines Wortes. Sich selbst fragen ist besser als andre fragen.- Der Jrrtum eines Augenblicks wird oft der Summer eines ganzen Lebens. Der weise Man weiß sich in die Umstände zu schicken, wie das Wasser die Form seines Gefäßes an Biege den Maulbeerbaum, so lange er noch jung ist.

nin.mt.

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Litterarisches.

Arbeit. Schauspiel in drei Aften von Korfiz olm Verleg von Albert Langen . W fin che u. Wenn ein schales Motiv in der epischen und dramatischen Litteratur hundertmal bes handelt ist, dann greift Herr Phillipi es auf und macht ein erfolg reiches Theaterstück daraus. In diesem Mut zur Banalität beruht das eigentliche Talent der tantiemereichen Macher. Ein Wort, ein Da öffneten die Hausbewohner ihre Fenster und fragten erstaunt Sag, ein Gedanke, ein Witz kann so alt sein wie er nur immer und mitleidig, was denn geschehen wäre. sie sprechen ihn noch einmal aus. Eine Theatersituation daß ein normal begabter Mensch so unfinnig sein,

Der Geifer flog ihm um die Lippen.

will

" Ihmeine Rosen! Da sehen Sie keine einzige Blüte mehr fann

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am Zweig!... Und wer wird's gewesen sein?... Die da unten! fie nur unter schmerzhaften Schamempfindungen anzusehen Die fümmern sich ja nicht um ihre Kinder!" vermag gleichviel! Herr Phillipi und alles, was seines Geistes ist, holt sie wieder hervor, sofern nur dem dümmsten Teil des Publikums ein Grinsen entlockt wird. Immer banal, immer schäbig, immer flach! Nichts ist so kompromittierend wie ein Gedanke.

Er meinte die Kellerbewohner, die erst vor kurzer Zeit vom Lande hereingezogen waren und den feuchten, dumpfigen Keller, aus den alle Städter bald wieder geflüchtet, des billigen Zinjes wegen gemietet hatten.

Das lante Schreien des Wirts lockte auch die Kinder herbei. Das eine, ein kleiner, braungebrannter Blondkopf, hatte eine Rose im Munde. Kaun sah ihn der Wirt, so schrie er giftig:

" Sagte ich es nicht! Du Liimmel!"

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Ganz so schlimm macht es Korfiz Holm mun nicht. Die ärgsten Trivialitäten vermeidet er, ohne freilich zu erreichen, daß sein Stück aufhört, trivial zu sein. Innerhalb des Genres ist sein " Schauspiel" immer noch lesbar; aber leider- es gehört zum Genre. Welche Erwartungen werden rege, wenn man den Titel Arbeit" lieft! Die Arbeit in der heutigen Welt! Mag man an die geistige oder die körperliche denken sofort ist man mitten in den Kämpfen der Zeit. Und was bietet Holm? Die armselige Ge­schichte von dem Wianne, der eine reiche Frau geheiratet hat und sich Wenn Sie teine Zeit für die Jöhren übrig haben, wenn Sie nun nach der Berufsarbeit zurücsehnt. Ich bedauere derartige nicht aufpassen können, was fie alles für Geschichten machen, dann Männer aus aufrichtigem Herzen, aber selbst vom wohlwollendsten paulen Sie ihnen wenigstens ein, wie sie sich betragen sollen... Standpunkt aus muß ich erklären, daß ihr Schicksal mir genügend

Und er stürzte auf den erschreckten Kleinen zu, packte ihn, schüttelte ihn und zerrte ihn in den Keller zu seiner Mutter. Der Kleine fing an zu weinen, verzog den Mund, ließ die Blume fallen und trat unversehens auf fie; das erboste den Wirt noch mehr und er schrie laut in den Keller hinab: