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unfere Rechte geltend machen. Denn wir haben ein solches Recht| schaffen in die Naturerscheinungen und den Bau der Materie, fo auf die Kunst im allgemeinen, wie auf das Wagnerfche Gesamtfunstwerk im besonderen; und dies Recht wollen wir uns nicht verfümmern laffen.
( Nachdrud verboten.)
muß das nicht bloß am Wesen der Dinge außerhalb von uns liegen, sondern auch an der Beschaffenheit unseres Geistes, und da muß eben eine Verwandtschaft zwischen beiden vorliegen, wie ja schon das Begreifen einer Erscheinung eine gewisse Verndtschaft zwischen ihr und dem begreifenden Geiste voraussetzt. Auf jeden Fall aber
Neue forfchungen über den Bau liegt die wirksame Verteidigung der atomistischen Anschauungen in
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der Materie.
Von F. Linte. ( Schluß.)
Bergleicht man die Goldteilchen der erwähnten Goldlösung mit den Waffermolekülen, den kleinsten Stoffteilchen, aus denen das Waffer zufammengesetzt ist, so find die ersteren immer noch von riefiger Größe. Von dem Sehen der einzelnen Moleküle find wir also noch sehr weit entfernt und sehen vorläufig noch keinen Weg, auf dem es uns gelingen könnte. Vielleicht wird das stets ausgeschlossen bleiben, denn die Lichtmenge, welche von einem Molekül ausgehen könnte, t zu klein, als daß sie einen Eindruck auf unsere Netzhaut hervorzurufen imftande wäre, abgesehen davon, daß die einzelnen Moleküle zu nahe beieinander liegen, um einzeln für sich gesehen werden zu können. Es spielt aber auch noch eine andere Frage mit herein, nämlich die, ob nicht das durch alle die Moleküle zusammen zerstreute Licht sichtbar werden wird, ähnlich wie bei der staubigen Luft, auf die ein Bündel Sonnenstrahlen fällt. In der Tat lehrt die Theorie etwas Derartiges. Am interessantesten wird diese Frage bei der irdischen Atmosphäre, ob sie allein bei der molekularen Struktur, wegen ihres gewissermaßen förnigen Baues wenn man auf die kleinsten Teilchen zurückgeht in gehöriger Schichtdicke nach Art eines feinen Nebels undurchsichtig wird. Nach den uns zur Verfügung stehenden Kennt nissen tann man berechnen, daß für gelbes Licht und für Luft gewöhnlicher Dichte ein Lichtbündel nach Durchlaufen einer Schicht bon 100 Kilometer seine Lichtstärke um die Hälfte verloren hat. Innerhalb der Entfernungen, in denen wir gewöhnlich sehen, fann also reine Luft wohl durchsichtig genannt werden, aber auf größere Entfernungen hin, wie sie in der Atmosphäre wirklich vorkommen, ist die Zerstreuung des Lichtes durchaus zu beachten. Die Strahlen eines Sternes, der gerade über uns im Scheitelpunkte steht, berlieren danach 6 Proz. seiner Lichtstärke. Das Messungsergebnis hat auf etwa 20 Proz. geführt; die Differenz scheint also auf die Unreinigkeiten in der Atmosphäre zu entfallen. In Dicen bon mehreren Tausend Kilometer würde also eine Luftschicht wie ein dichter Nebel wirken. Wäre der Zwischenraum zwischen uns und der Sonne mit reiner Luft angefüllt, so würden wir uns also in dichter Finsternis befinden und keinesfalls die Sonne sehen. Denken wir uns mithin den Weltraum mit dem von vielen Physikern angenommenen„ Aether " erfüllt, so dürfen wir diesem feine förnige Struktur zuschreiben.
ihrer Zwedmäßigkeit and Fruchtbarkeit. Ohne sie würden wir manchen Dingen machtlos gegenüberstehen, wenn auch nicht verschwiegen werden darf, daß sich ihnen in anderen Fällen noch zahl= reiche Schwierigkeiten entgegenstellen, deren Erörterung jedoch noch schwieriger ist als die vorliegenden an ungeschulte Leser schon recht hohe Anforderungen stellenden. Ueberhaupt liegt hier die Gefahr nahe, daß manches unverstanden bleiben wird. Das ist aber nicht zu vermeiden, wenn man einmal versucht, in die Zusammenhänge hineinzuleuchten, die uns durch schwere und sauere Arbeit hervorragender Forscher bekannt geworden sind. Zum Troste der Leser kann ich auch sagen, daß das Nichtverstehen mancher Dinge in unseren Betrachtungen nicht viel schadet. Ich denke nämlich, daß für jeden immer noch genug übrig bleibt zur Bereicherung seines Wissens auf diesem Gebiete wie auch zur etwaigen Anregung für weiteres Nachdenken wegen der überraschenden Ausblicke, die es in das große Geheimnis der Natur gestattet. Namentlich zeigt sich hier wieder, wie man oft mit Methoden auf die Erkenntnis gewisser Erscheinungen kommt, von denen man nie geahnt hatte, daß sie das leisten würden und könnten.
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Einen der interessantesten Ausblide erhalten wir bei det Betrachtung der Organisierung der Materie, die sich als über alle Beschreibung reich erweist. Ein Kubikzentimeter ist ein so kleiner Raumteil, daß er für uns Menschen im gewöhnlichen Leben nur eine untergeordnete Bedeutung hat. Ein Kubitzentimeter Wasser wiegt nur ein Gramm und tausend dieser Gramme machen erst ein Kilogramm, das für uns immer noch keine bedeutende Größe ist. Und dennoch enthält bereits ein einziges Rubikzentimeter z. B. der uns umgebenden Luft so viel Moleküle, daß ihre Zahl mit einigen zwanzig Ziffern geschrieben werden müßte, und das geht schon in die Quadrillionen! Und diese reiche Welt wird nun noch belebt und vervielfältigt durch die unaufhörliche Bewegung, in der sich die einzelnen Moleküle ständig befinden und weiter noch durch die schier unendlichen Vervielfältigungen, welche die sich treuzenden Licht- und Wärmestrahlungen in die Masse hineinbringen. Und wieviel mehr verwickelt muß uns erst, ein Milligramm Eiweißstoff erscheinen, das schon in seinem Bau eine sehr große Kompliziertheit aufweist! Unter diesem Gesichtswinkel darf es uns sehr viel weniger wunderbar erscheinen, daß äußerst kleine stoffliche Mengen, wie es z. B. die Spermatozoen find, die Trägereiner bis in feinste Einzelheiten gehenden Erblichkeit sein können. Ich lasse die eigenen Worte Lorenz' in der Uebersetzung, die in der Physikalischen Zeitschrift" erschienen ist, hier folgen: ,, Auch wenn wir es wagen, unsere Gedanken auf den Zusammenhang zwischen den körperlichen und den geistigen Erschei nungen zu richten, behalten wir die feine Organisierung der Materie im Auge. Ich bin weit davon entfernt, geistige Vorgänge auf Prozesse in der Materie zurückführen zu wollen; das Ungleich artige( das ist doch hier aber eine Frage! Ref.) kann man nicht voneinander ableiten. Aber wohl kann man die Auffassung bertreten, daß jedem Zustand und jeder Tätigkeit unseres Geistes eine Die erörterten und ähnliche Untersuchungsmethoden haben noch bestimmte Beschaffenheit und eine bestimmte Veränderung des manche Kenntnisse über den Bau der organischen und anorganischen Gehirns entspricht.( Was vielleicht im Grunde genommen auf Körper vermittelt. Besonders fruchtbar sind diejenigen Methoden dasselbe hinauskommen wird! Ref.) Soll ein solches Sichent gewesen, welche die eigene Lichtstrahlung der Körper benutzten, die sprechen bis in die kleinsten Einzelheiten reichen, dann mußKörper also nicht durch auffallendes Licht in den kleinsten Teilchen dies ist klar die Anzahl von Elementen, aus denen die Hirnzum Mitschwingen brachten, sondern sie zu selbständigen substanz zusammengesetzt ist, ungemein groß sein. Wie groß sie Schwingungsmittelpunkten machten, d. i. die Spektralanalyje". fein muß, tönnen wir nicht sagen; aber wir wissen, daß ein Diese in Verbindung mit anderen physikalischen Erscheinungen Milligramm Materie eine Anzahl von Atomen umfaßt, viel größer ergaben, daß Größen, die sich auf die einzelnen Moleküle beziehen, als die gesamte Zahl der Buchstaben in allen Büchern der Leidener uns doch nicht so unzugänglich find, wie man es sich zuweilen ge- Universitätsbibliothet. Und denken wir an den Reichtum von Ge dacht hat wenn auch die kleinsten Teilchen der Materie un- danken, der in der Anordnung dieser Buchstaben schon enthalten sichtbar sind. ist, dann verstehen wir einigermaßen, daß wirklich die materiellen Veränderungen im Gehirn genügend Beränderungsmöglichkeiten bieten können, um die Abspiegelung einer hohen und komplizierten Geistestätigkeit zu sein."
Die Zerstreuung ist natürlich um so größer, je fleiner die Wellenlängen des Lichtes find. Da nun die blauen Strahlen die fleinsten uns sichtbaren Wellen haben, so werden diese am meisten zerstreut und hier haben wir die Erklärung der blauen Himmelsfarbe.
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Alle die von Lorenz betrachteten Erscheinungen find geeignet, die molekularen und atomistischen Anschauungen über den Bau der Materie zu stüken, wonach die Körper aus fleinsten Teilen, eben den Molekülen, bestehen. Jedes Molekül enthält in sich als fleinstem Repräsentanten eines chemischen Stoffes alle die chemischen Eigenschaften dieses Stoffes selbst. Die meisten Körper lassen fich aber noch zerlegen in eine ganze Reihe von chemischen Grundstoffen oder Elementen, deren wir jetzt einige fiebzig kennen. Aus diesen sind alle anderen Körper gebildet. Die kleinsten Teilchen dieser Elemente nennen wir Atome. Treten Atome mehrerer Grundstoffe zusammen, so bilden fie Moleküle eines anderen Körpers mit großenteils ganz anderen Eigenschaften als diejenigen der einzelnen Elemente. Treten zwei Atome Wasserstoff mit einem Teile Sauerstoff zufammen, so bilden sie eine chemische Verbindung, die wir Wasser nennen.
Der atomistischen Vorstellungsweise bedienen sich die Physiker häufig, um sich eine lebendige und flare Vorstellung von den Erscheinungen und ihrem gegenseitigen Zusammenhang zu bilden. Dabei darf man sich nicht dazu verleiten lassen, in diesen kleinsten Teilchen der Materie einen Endpunkt für die Analyse der Erscheinungen zu sehen. Es gibt Physiker, die sich mit diesen Theorien außerordentlich, befriedigt fühlen, während wieder andere das nicht tun. Wenn aber die Atomistik in vielen Fällen mehr als alles andere geeignet erscheint, uns eine klare Einsicht zu ver
( Nachdruck verboten.)
( Fortsetzung.)
Wenn dann Andreas an der offenstehenden Tür vorüberkam und das Kind so dasigen sah, ging er regelmäßig hinein, zupfte ihm die Schürze weg, nahm das kleine, weiche, schmutzige Händchen in seine eigene große, harte, mit Fischleim und Schuppen gefirnißte Hand und sagte:" Mätte- Marie, komm, geh' mit mir hinab zum Schweine willst Du?"
Und dann gingen sie hinab zu der entgegengesetzten Giebelseite des langen Flügels, wo sich der Schweinestall befand, der in vieredige Einfriedigungen abgeteilt war, wie Grabstätten auf einem Friedhof. Auch dort roch es natürlich. Aber die frische Luft des Strandes zog dazwischen durch, und außerdem: man wußte, was es war, und daß es nur vom Guten war.
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