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und Hugo van der Goes ' Tod Maria und die besten Gerard David [ warten, wieder nach dem Festland zu gelangen. Um aber und Hans Memling mit wertlosem Plunder zusammen in ein ficher zu gehen, wurde nun das Schleppfeil ausgelegt und Magazin, das sogenannte Städtiide Museum" gestopft sind, das es begann eine prachtvolle Schleiffahrt durch das Meer, wobei fich jedem anständigen Antiquitätenhändler zu schlecht wäre. der Ballon nur 75 Meter über dem Wasser befand. Die Tempe

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Wie unerschöpflich reich an malerischen Blicken und architektoratur war von 18 auf 11 Grad gefunten. Auch unter Anwendung nischen Schönheiten ist doch diefes Brügge , daß es einen zulegt dieser Vorsichtsmaßregeln waren sich die Luftschiffer völlig bewußt, doch für sich begeistert. Seine alte Kunst, die Gemälde der van Eyd daß es jetzt um Leben und Tod ging. Das Luftschiff hatte sich und Memling man dente nur an die Uriulalade!- und Gerard bald wieder so weit gehoben, daß das durchnäßte Schlepptau David, seiner drei großen Meister, dann die architektonischen Glanz- als nuglos eingezogen werden mußte. Zu der Gefahr des stücke des Belfried und des Ratbauses, das selbst den kalten Napoleon Aufenthaltes über einem Meeresteil trat noch starker Nebel in Entzüden versetzte, und das ein so eigentümlich phantastisches und ein heraufziehendes Gewitter hinzu. Um acht Uhr ber Gesamtbild abgibt mit dem vergoldeten Justizpalast und der zeichnet das Bordbuch die kurze Bemerkung: Heulboje hör­und man orientalisch- baroden Kapelle vom Heiligen Blut, dann all die Pläge bar, Land sichtbar, steile Küfte" tann sich das mit ihrer frommen Rube, im Grün ihrer alten Linden schlummernd Gefühl der Erleichterung vorstellen, das den Führer bei der Nieder­wie der Hof des Beginenflosters, der Rathausplag, der grüne und schrift dieses Vermerks beseelt haben muß. Nun wurde von neuem der Epiegelstaden zwischen hochgeschwungenen steinernen Brüden das Schlepptau ausgelegt. Es dauerte aber fast noch fast 4 Streicheln Trauerweiden das unbewegte Wasser und der ehemalige Stunden, bis der Ballon glatt und glücklich auf franzöfifchem Boden Hafen Brügges, der Liebessee, mit Schilf umsäumt und nur von in der Normandie landen konnte. Im letzten Teil der Fahrt über Schwänen bewegt, all das sind Bilder, die, aus der Ferne der Er- Land hatte der Ballon einmal eine Höhe von 2000 Metern erreicht innerung geschaut, zart und sehnsüchtig werden. und dort einen westlichen Wind gefunden, während in den tieferen Luftschichten die nördliche Windrichtung anhielt. Beachtenswert ist noch der Bericht, daß in der größten Höhe von 2000 Metern die hobe Temperatur von 20 Grad herrschte. Aus diefen Mitteilungen läßt sich ersehen, wieviel sich aus einem gut geführten Bordbuch eines Luftschiffers ablesen läßt.

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Aber das bloße Anichauen und Schwärmen ist zu nichts nüße. Man wird erst dann wieder froh, wenn man Anzeichen entdeckt, daß dieses hochbegabte und einst so schaffensfreudige Bolt, die Flämen Ch. de Costers, einer besseren Bufunft entgegengehen. Wenn erst einmal die geistige Mündigkeit und gesündere wirtschaftliche Be­dingungen erftritten sind, wird vielleicht auch eine fünstlerische Stultur ans Licht treten, würdig der Nachkommen der alten Flämen. Hermann Hieber.

Kleines feuilleton.

Volkswirtschaft.

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Dielleberschwemmung mit japanischen Streich. hölzern. Es ist eine recht auffallende Erscheinung im Welthandel, wie fast plöglich ein verhältnismäßig gerinfügig erscheinendes Er zeugnis in einem einzelnen Land einen ganz ungeheuren Aufschwung nimmt. Vielleicht das eindruckvollste Beispiel dafür aus den letzten Jahren ist das japanische Streichholz. Auch die alten Länder Europas haben sich wohl mit den Streichhölzern eingehend beschäftigt, und man weiß unter den Politikern wohl, daß ein Streichholzmonopol feine Kleinigkeit ist. Auch in den Ländern, wo man sich zu einem solchen Monopol nicht hat entschließen können, hat man nicht verfehlt, das Streichholz bei der Auswahl der Gegenstände zu bedenken, die bei einer Erhöhung der Steuern bluten" müssen. Für Japan aber ist das Streichholz ein Gegenstand von erstem Rang für Industrie und Handel geworden, δας und japanische Streichholz genießt, obgleich es erst auf eine turze Lebensdauer zurüd blickt, in Asien heute einen ähnlichen Ruf wie früher in Europa . Es ist auch " Schweden " jezt kaum noch möglich, mit europäischen Erzeugnissen in Ostajien einen erfolgreichen Wettbewerb gegen das japanische Streichholz versuchen zu wollen. In den Listen für den japanischen Handel nach dem Ausland steht das Streichholz jezt schon an siebenter Stelle, denn im vorigen Jahre wurden von dert fast 21, Millionen Groß ausgeführt, die den Wert von rund 250 Millionen Mark hatten, eine Summe, die man dem kleinen Gegenstand gar nicht zutrauen sollte. Die Mittel­punkte der Streichholzindustrie in Japan find Kobe für die feineren Sorten der sogenannten Sicherheitsstreichhölzer und Diaka für die gewöhnlichen. Jene Stadt hat nicht weniger als 70 Fabriken, diese 30, und beide Städte zusammen liefern die Hälfte der ge iamten japanischen Produktion und der Gesamtausfuhr. Außerdem gibt es noch ungefähr 50 Fabriken, die auf Tolio, Nagoja und andere japanische Städte verteilt sind. Insgesamt werden von dieser Jndustrie 25 000 Menschen beschäftigt, darunter% weibliche der Arbeiter.

Technisches.

Aus dem Bordbuch eines Luftschiffers. Die Doppelüber­querung des Kanals durch einen deutschen Ballon gehört zu einer der interessantesten Leistungen, die in den Annalen der Luftschiffahrt bisher überhaupt zu verzeichnen gewesen sind. Eine solche Tat ist zwar einmal durch den Engländer Rolls auf einem Aeroplan, aber noch niemals von einem Ballon vollbracht worden. Die Deutsche Zeitschrift für Luftschiffahrt" veröffentlicht jetzt das Bordbuch, das der Führer des dabei benugten Luftschiffs, Ingenieur Gericke, während der Fahrt geführt hat, und dadurch wird der Leser in die Lage verfegt, den gesamten Flug nicht nur von Stunde zu Stunde, sondern meist von 10 zu 10 Minuten genau zu verfolgen. Wir sehen das Luftichiff von Essen am 5. Juni 7 Minuten vor 7 Uhr abends mit 25 Kilogramm Ballast abfahren und finden es nach 4 Minuten schon in einer Höhe von 400 Metern und nach weiteren 9 Minuten in 600 Metern mit einer Fahrt­geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde. So geht das Bord­buch weiter, indem es nacheinander den Landes oder Meeresteil, über dem der Ballon schwebt, die Zeit, die Höhe, den Ort, die Luft temperatur, den noch an Bord befindlichen Ballast, die Feuchtigkeit, die etwaige Bedienung des Ventils und schließlich einzelne Be­obachtungen verzeichnet. Unter den Einzelbeobachtungen finden sich folche über die Fahrtgeschwindigkeit, die Windverhältnisse, besondere Wahrnehmungen, z. B. erleuchtete Städte, Leuchtturmfeuer, Hörbares Nauschen des Meeres, Gewittererscheinungen, Geräusche von Drt schaften, Benuzungen des Schleppjeiles, Vernehmlichkeit von hör­baren Signalen. Nach noch nicht einstündiger Fahrt wurde die Holländische Grenze überschritten. Ueber holländischem Gebiet hielt sich der Ballon dann etwa 1 Stunde bei einer 60 Silometern in dauernden Fahrtgeschwindigkeit von Stunde auf. Die Höhe schwankte etwas um 600 Meter. Die Fahrt über Belgien nahm rund 31 Stunden in Anspruch. Hier entschied sich das Schicksal der Fahrt. Nachdem furz vor Mitternacht der Ballon mitten über die Stadt Brügge gefahren war und der Wind in der Höhe von 400 Metern eine genau westliche Richtung behielt, fab sich der Führer vor eine folgenschwere Entscheidung ge­stellt, da er durch diese Luftströmung gerade auf das offene Meer autrieb und befürchten mußte, die englische Küste zu verfehlen. Er warf infolgedessen Ballast aus und ließ den Ballon bis 600 Meter aufsteigen, weil er glaubte, in dieser größeren Höhe einen mehr nördlich gerichteten Wind anzutreffen. In dieser Erwartung hatte er fich wirklich nicht getäuscht und konnte somit hoffen, über den Sanal hinweg nach der englischen Stüfte zu gelangen. Die Fahrt über das Meer, das 10 Minuten vor 1 Uhr morgens erreicht wurde, bauerte im ganzen etwa 2 Stunden, denn kurz bor 3 Uhr der Strand wurde der englischen Küste bei Margate Die beiden Zeiger beschreiben statt eines Kreises ein Viered sichtbar. deutlich Der Ballon befand fich nun über bezw. ein Dval. Sie werden von Stahlbändern getragen, die von Wolfen, so daß eine Ortsbestimmung nicht möglich war, weil die einem natürlich entsprechend abgeänderten Wert ihren Antrieb Aussicht nach der Erde hin verdeckt blieb. Der Führer gedachte jetzt, erhalten. Der Neuerung liegt der Gedanke zu Grunde, daß sich an England zu überqueren, die irische See zu überfliegen und dann in manchen Bauwerten( etwa im Sims einer griechischen Säulenhalle) Irland zu landen. Die Fahrtrichtung hatte sich aber aus westlicher die Runduhr nicht stilgerecht genug ausnahme, und daß ein Rund­in südwestlicher Richtung geändert. Da Geride sich im Vertrauen gifferblatt größeren Durchmessers an den gewölbten ächen der auf die Sterigkeit der Windristung zu einem Schlummerstündchen modernen Wohnungseinrichtungen und der Gebrauchsgegenstände niedergelegt und einem Begleiter die Führung überlassen hatte, be( elektr. Stehlampen, Säulen usw.) mit vertikaler Längenausdehnung mertte er diejen gefahrvollen Wechsel erst dann, als sich das Rauschen überhaupt nicht, ein viereckiges oder ein ovales dagegen sehr wohl des Meeres von neuem ankündigte. Endlich gelang es, durch Zieben anzubringen ist. Dabei ist es überdies möglich, selbst bei gleicher des Ventils aus dem Nebel herauszukommen, und die Luftichiffer Zifferblattfläche auf den modernen Blättern" die Ziffern viel deuts sahen sich bereits wieder über dem Meere schweben. Die licher und größer zu zeichnen, als auf den runden. Der Erfinder Fahrtrichtung ging fast genau nach Süden und zwar mit meint, von der Neuerung werde ganz besonders die Straßen man Immerhin fonnte großer Geschwindigkeit. er- uhr profitieren.

danach

Längliche Zifferblätter. Das Zifferblatt einer Uhr mug" rund sein, so meint man. Wie aber die Deutsche Uhr= macherzeitung" in ihrer Nummer vom 15. Juli mitteilt, ist ein Pariser Uhrmacher drauf und dran, sich Uhren mit länglichen ( bieredigen sowohl wie ovalen) Zifferblättern in allen Staaten ichüßen zu lassen! Die Zahlen sind auf dem neuen Zifferblatt folgendermaßen angeordnet:

2

3

4

1

12

6

11

100

9

8

7

Berantw. Redakteur: Richard Barth , Berlin . Drud u. Verlag: Gorwarts Budsruderei u. Beringsanstalt Baul Singer& Co..Berlin SW

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