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Kleines feuilleton.

In Erwartung des Eifelgoldes.

Bild hinein. Mitten in der Landschaft machen fich am Uferhang I frohem Rat fanft zu den Lebenswerten der Werke Hinführen. Die hinauf zwei überblühte Flächen bon rofig dämmernder Farbe neben Zahl der Blätter ist so hoch gestiegen, daß am zweiten Hundert mur ganz hellem Rajéngrün und tiefdunklem Laubgrün geltend. Wolfen- noch zwei Blätter fehlen. Wünschen möchte man, das früher Er Schatten und Sonnenbelle tun ihre Wirkung: das Licht wandert. schienene würde nach und nach ebenfalls auf Büttenfarton geliefert. Aus dem norddeutschen Hügellande endlich stammt Th. Herre Franz Diederich. manns großes Bild, Seeblid"( Teubner, 6 M.). In sinkender Sonne liegt das Land mit Busch, Baum und Bauernhäusern um den See gelagert. Schon dämmert herbstlich braunes Gold warm über Bäume und Wiesenbreiten hin. Von einem Heidehügel herab fieht man das Land über den See hinaus. Ein Ziegeldach schimmert Hellrot, am Wege dort, der ins Gebüsch verläuft, leuchtet ein Wie man früher Nahrungsmittelfälscher bestrafte. Die Klagen niederer Strich roter, weißgebälfter Hauswand unter tief nieder- fiber Nahrungsmittelfälschung nehmen immer mehr zu, die Errungen­gehendem Strohdach. Das Bild verdient viel Freundschaft. fchaften der Chemie werden von gewiffenlosen Geschäftsleuten miß Bum Schönsten, fünstlerisch Wertvollsten, was der Kunstverlag Stein braucht und verhältnismäßig felten fommt es bazu, daß ein solcher gegeben hat, darf das große Bild Dämmerung gezählt Fälicher angeflagt und angemessen bestraft wird. Wie schade, daß werden, das Felix Brause geschaffen hat( 8 M.). Die Dämme der selige Jacques de Tourzel, Herr von Aflègre und zahlreichen rung ist tief, bis zur Dunkelheit fast, hereingefunfen. Noch zittert anderen Gemartschaften, nicht mehr lebt, denn er wußte, wie man das Licht in leiser, flirrender Spur im dunklen Blau des Himmels, solche Sünder an der Volksgefundheit exemplarisch züchtigte. unten auf dem Erdboden ist schon alles ins Unbestimmte verdunkelt, Im Journal des Débats" wird eine seiner Verordnungen nur allmählich löst sich einzelnes greifbar ab. In zwei Fenstern aus dem Jahre 1481 mitgeteilt. Darin heißt es unter flammt schon helles Licht. Ein Baar, fast im Dunkel verborgen, andern:" Jeder Mann und jede Frau, die berwäfferte wandelt den Weg hin, der am legten Hause vorbei ins freie Feld Milch verkauft haben, erhalten einen Trichter in den Hals geschoben, zieht. Das Bild ist von geschloffenster Einheitlichkeit der Stimmung. und so viel Wassermilch wird in sie hineingegoffen, als nach dem Freundlicher städtischer Altertümlichkeit hat Friz Bedert Urteil der Aerzte und des Baders ohne Lebensgefahr möglich ist. eine ganze Reihe Blätter gewidmet. Berühmte Ueberbleibiel der Jeder Mann oder jede Frau, die Butter verkauft, in der Rüben, Bergangenheit, farbig stimmungsvoll gefaßt, der Erinnerung Steine oder andere Gegenstände eingemengt sind, um das Gewicht und der Heimatfreude zulieb geschaffen: ein Stüd Alt- Frankfurt, die zu erhöhen, wird festgenommen und an unseren Branger gestellt. Dann Nürnberger Burg , das Eck mit dem Herterichsbrunnen in Rothenburg , wird ihr die Butter fest auf den Kopf gepreßt und so bleibt sie auf dem Blaze das Johannistor in Jena , der Henkersteg in Nürnberg , der Blick vom stehen, bis die ganze Butter von der Sonne aufgetaut ist. Die Hunde Rocher aus auf Schwäbisch- Hall . Diese im Anschluß an die Heimat- mögen sie beleden und das Volk mag fie mit allen Schimpfwörtern schuzarbeiten gepflegte Bilderart fördert eifrig der Teubneriche Ver- belegen, die ihm einfallen, vorausgesezt, daß dabei Gott , der König Tag, wie die furz aufgezählte Reihe der neuen Beckertschen Blätter und andere nicht beleidigt werden. Ist die Witterung kalt, dann ( je 2,50 M.) beweist. Ein Bild dann, wie Hans Hartigs wird vor den Schuldigen ein Feuer angezündet, und jeder mag fie Altes Stadttor"( Stein, 8 M.) will auch der Freude am Alter- ansehen. Jede Frau und jeder Mann, der faule Eier verkauft hat, tümlichen dienen; aber die Hauptfache ist ihm doch nicht die besondere wird an den Schandpfahl gebunden. Die Eier aber erhält die örtliche Gegenständlichkeit, sondern das Ziel, den künstlerischen Aus- Straßenjugend, die sie dann auf den Missetäter schleudern möge, um druck für Vergangenheitsstimmung zu finden, die noch in unseren das Volk zu belustigen. Doch ist es verboten, mit anderen Gegen­Tag hineinragt. Als ein Stück unheimlich versteinertes Leben, das ständen zu werfen, als mit den faulen Giern." stumm ist und doch seine Sprache hat. Hartig gibt seinem riesigen, finsteren Stadttor eine verschneite Straße mit ganz niedrigen Mineralogisches. Häusern bei und läßt eine fleinstädtische gelbe Landpoftfutiche Gold hat einen eben in das Tor einbiegen. Wie Zwerge tuseln diefe stärkeren Magnetismus, als er je in einem Stück Eisen steckte, und Symbole winzigen Lebens zu Füßen des alten Giganten. jede Nachricht über einen neuen Goldfund gleicht einer epidemischen Die Ehrfurcht des Malers verirrt fich ein wenig ins Bereich Gefahr, die sich leicht mit einer choleraähnlichen Geschwindigkeit aus­der bekannten Spötterei, bei der die lebendige Gegenwart schlecht breiten und zahlreiche Erkrankungen herbeiführen könnte. Es ist wegkommt. Es ist schon gut, daß das Auge gerade Gelegenheit hat, daher auf alle Fälle gut, die neuen Nachrichten aus dem Eifel­auf ein so tagfrisches Bild wie Starbinas Gendarmen- lande mit fritischen Blicken und Vorsicht zu betrachten. Die marft in Berlin "( Voigtländer , 5 M.) überzuwechseln. Ein unbelehrte Menschheit ist geneigt, zwei Erfahrungen, so oft Schneebild auch das. Dickweiß fiegt es auf dem Pflaster, auf sie sich auch wiederholen, immer wieder zu vergeffen. Die Dächern. Droschtenverschlägen. Mächtig ragen in schwarzem Grau eine befagt, daß sehr oft ein blinder Lärm von reichen Goldschäzen die alten Baulichkeiten empor. Aber ihr Ernst drückt das Gegen- geschlagen wird, der bald in eine große Enttäuschung aufgeht. Die wartsleben nicht nieder. Das reckt sich in Geſtalt einer riesigen andere Tatsache ist, daß die Gewinnung von Gold nicht überall Platatiäule im Vordergrunde auf, die mit dem Gelb, Blau und Rot gleichbedeutend ist mit der Gewinnung von Reichtümern. Nament­ihrer Plakate die ganze Sinfonie von Grau und Weiß höchst lebens- lich das Waschen von Gold aus Ablagerungen der Flüsse ist häufig luftig anstrahlt. ein recht undankbares Geschäft. Am Rhein gibt man fich längst Die Meer- und Küstenbilder, die von den genannten Verlags- nicht mehr damit ab und begnügt sich am Rheingold" in der Sage anstalten herausgebracht sind, muß man mehr als interessante Schau- und in der Oper. Auch die großen asiatischen Flüsse führen sämt ftücke, denn als eindrucksvolle Aeußerungen fünstlerischen Schaffens lich Gold herab, das an ihren Gestaden, namentlich in China , auch ins Auge faffen. Zeno Diemers möwenumschriene Felsflippen gewaschen wird. Der Ertrag aber ist bei mühsamster Arbeit ein an der isländischen Küste( Voigtländer , 5 M.) legen sich dem so geringer, daß nur die ärmsten Leute sich dazu verstehen. Aber Blicke mmberechtigt anspruchsvoll in den Weg. Die Poppiche auch aus der deutschen Geschichte der letzten Jahrzehnte fönnte man Felsenküste mit dem steinblockschleudernden Bolyphem am Ufer und lernen, daß die Hoffnungen auf den Goldgehalt unserer Gebirge dem Odysseusschiffe in der Brandung( Teubner, 6 M.) leidet daran, zwar zeitweise neu erwedt, aber auch ebenso häufig hintergangen daß es dem Maler nicht gelungen ist, von vornherein die Illusion zu werden pflegen. Es sind jetzt rund vierzehn Jahre vergangen, zu erweden, daß Bolyphem mehr als Menschengröße hat. Von den feit die Nachricht eine nicht geringe Aufregung hervorrief, daß Heiden Hafenbildern 2. Sandrocks( Stein, je 8 M.) fagt die im Fichtelgebirge erhebliche Goldfunde gemacht worden seien. Alte Liebe zu Cuxhave n" nichts besonderes; viel besser ist in der nahen Umgebung des Gebietes war schon früher Gold ge Schon die Alte Werft in Emden ", in der etwas von stidigen wonnen worden. Dieser Umstand hätte als Warnung dienen müffen, Nordieenebeln und alter trogender Wucht lebt. aber die ersten Analysen des Goldgehalts brachten fo erstaun Zum Schluß noch ein Wort zu der neuen Reihe Meisterliche Ergebnisse, daß die höchsten Erwartungen hervorgerufen ilder, die der Kunstwart( München bei Callwey ) den bisher auf wurden. Da nun auch die geologische Formation, in der sich gefammelten Blättern hinzugefügt hat. Die Meisterbilder haben in diefe Ablagerungen gefunden hatten, eine solche war, in denen fingfter Zeit Nachahmer gefunden, sogar solche, die durch Nach reiche Goldlager am ehesten zu erwarten find, und da dies Gestein ahmung ihres äußeren zeichnerischen Gewandes auf eine Täuschung eine Ausdehnung von wenigstens 14 Quadratkilometer besaß, fo er­des Publikums ausgehen. Aber die Meisterbilder wissen trotzdem wartete man damals, ein Kalifornien auf deutschem Boden sich ent boran zu bleiben. Nicht nur überzeugen die neuen Blätter wiederum wickeln zu sehen. Die Herrlichkeit dauerte aber nicht lange. Die erste von der ernsthaften Sorgfalt der Herstellung, die der künstlerischen Nachricht, die eine Erschütterung der Hoffnungen herbeiführte, be­Kraft der Originale möglichst wenig schuldig bleiben will und sagte, daß das Gold nicht in Adern sondern nur als Körnchen die technischen Mittel ihren Möglichkeiten beherrschend und Blättchen vorkomme. Später fonnte nur noch festgestellt ausbeutet( man betrachte nur einmal Liebermanns Reiter werden, daß zum mindesten die Art des Goldvorkommens am Meer"!) Sie stellen auch dem Gewande nach wirklich eine nicht richtig dargestellt worden war. Man hatte sich durch den Fund nene Reihe vor. Die einzelnen Blätter werden je zt wie die von einiger Quarzstüde, in denen angeblich das Gold mit bloßem Auge den Meisterbilder- Käufern oft beneideten Bilder der neueren Kunft zu erkennen war, zu übertriebenen Folgerungen und Darstellungen wartmappen auf Sarton befestigt gegeben: auf schönem, binreißen lassen. So ruht das Fichtelgold seinen jahrhundertelangen granem Büttenfarton. Und das ohne Preiserhöhung: auch die Schlaf auch jetzt noch weiter. Damals fam es nicht dazu, daß Blätter der neuen Reihe tosten nur 25 Pf. Die zwölf neuen Blätter größere Kreise von einem eigentlichen Goldfieber ergriffen wurden. bringen Werke der verschiedensten Kunstzeiten: von der altflandrischen Man sollte aber aus dieser und vielen anderen ähnlichen Geschichten Kunst der Eyes und den Meistern der Frührenaissance herauf bis beizeiten die Lehre ziehen, daß Nachrichten von dem Vorhandensein zu Schwind, Thoma und Liebermann. Wie sonst sind auch jetzt den von Gold in irgend einem Gebirge mit großer Vorsicht aufzu­Bildern wieder kurze Terte beigegeben, die den Beschauer mit fach nehmen find. Verantw. Redakteur: Richard Barth , Berlin . Drud u. Verlag: VorwärtsBuchdruderei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.

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