Hauswirtschaft.

Gerbreitete Giftprobe, der sich ein irgendeines Vergehens Beschul- Idem Direktor des Aquariums in New York nach dem Meerbusen bigter auf Veranlassung des Fetischpriesters zu unteriverfen hatte. von Kalifornien im vorigen Jahr ausgeführt worden ist, hat ein Will ber Zauberer nicht, daß der Beschuldigte stirbt, hat ihm dieser merkwürdiges Ergebnis erbracht. Das Expeditionsschiff Albatroß' 8. B. insgeheim ein ansehnliches Geschent gemacht, so berringert fuhr von San Diego ab und wendete sich hauptsächlich Lotungen er die Menge des Giftes und lenkt nachher den Verdacht auf einen und Untersuchungen der Lebewelt des Meeres zu. Außerdem aber anderen, der vielleicht toeniger glüdlich ist. In dem erwähnten wurden auch die Küsten der falifornischen Halbinsel erforscht unb Fall starb der Angeklagte nach einer Stunde, womit auch seine wichtige Sammlungen von Säugetieren, Bögeln, Reptilien und Schuld als erwiesen galt. Ein anderes Mal befand sich Poupard Pflanzen angelegt. Bum größten Erstaunen er Gelehrten fanden in der Zollstation Mbeto und vernahm Gestöhn aus einer Hütte, sie auf der völlig unbewohnten Insel Guadel pe eine etwa hundert die nur 300 Schritte von der Behausung des weißen Beamten ab- Stüd starke Herde von sogenannten Elefar arobben( Mirounga), Lag. Man sagte ihm, da läge eine ganz gleichgültige franke Frau. die bis dahin für gänzlich ausgestorben o olten haben. Die aus Tatsächlich lag darin ein von Messerstichen und Schwerthieben gewachsenen Männchen dieser Gattung rreichten die gewaltige schrecklich zerfleischtes Weib, das schon tagelang in diesem Zustande Länge von fast fünf Meter. Das Aque um in New York erhielt and offenbar dem Tode nahe war. Die Europäer verbanden sie sechs junge Elefantenrobben in lebenden Zustand und ist dadurch und nahmen sie mit sich, und sie tam wider Erwarten mit dem in den Besib einer Sehenswürdigkeit gelangt, deren sich keine Reben davon. Und was hatte sie verbrochen? Der Gatte, der noch andere Anstalt auf der Erde rühmen kann. mehrere andere Frauen hatte, war gestorben. Während die Leiche begraben wurde, orakelte der Fetischpriester, der Tod sei kein natür­licher, sondern von einem der Weiber verschuldet worden. Sogleich stürzten sich die Männer auf die Frauen des Verstorbenen. Die liche braungefochte Karpfen unerschwinglich ist, als annehmbarer Er­Seefis in Biersauce wird vielen, denen der herkömm eine strauchelte bei der Flucht und wurde in der erwähnten Weise faz dienen können. Es eignen sich hierzu der Seekarpfen oder Gold­mißhandelt; denn sie war ohne Zweifel die Schuldige. Die Frau ist eben in Afrifa, abgesehen von den Sahara - barsch sowie Seehecht und Schellfisch. Der Fisch wird geschuppt, sehr stämmen, rechtloser und gefährdeter als sonstwo. In der französi Fische werden der Länge nach gespalten, mit Ausnahme des Schwanz forgfältig gereinigt und gewaschen, aber nicht gewässert. Starfe schen Kolonie Gabon haben sich die verheirateten Männer ein sonderbares Ding zurecht gemacht, das sie Bieri" nennen und mit stückes, das ganz bleibt. Dann teilt man den Fisch in passende dem sie ihre Frauen ängstigen. Es genügt nämlich für eine Frau, Querſtücke und stellt ihn eine Stunde lang eingefalzen bin. Suppen­ein Bieri zu sehen, um sterben zu müssen. Das Bieri ist eine wurzeln werden nudelig geschnitten und mit Zwiebelringen in Butter zylindrische Schachtel aus Rinde, die eine oder mehrere Schädel­Mehl wird angeschwist. darin glatt gerührt und soviel decken enthält, besonders von angesehenen Vorfahren der Familießes) Braunbier aufgefüllt, und damit verkocht, daß eine dünn oder von einem berühmten Zauberer. Diese geheimnisvolle Schach - feimige Sauce entsteht. Einige Gewürztörner, wenig gestoßener tel wird in einer verborgenen Ede niedergelegt, auf einer Art von Pfeffer, ein Stückchen Lorbeerblatt sowie eine halbe Bitronenscheibe Altar mit häßlichen, schreckhaften Verzierungen. Sie ist der und zerschnittener Pfefferkuchen wird mit der Sauce 1 Stunde Gegenstand eines besonderen Kults und abenteuerlicher Riten, gekocht. Dann streicht man sie durch ein Sieb und schmeckt fie mit Effig oder Zitronensaft und wird nur aus außergewöhnlichen Anlässen von ihrem Plage ent­und Buder ab. Nun fernt und in dringenden Fällen um Rat angegangen. Alle Frauen bringt man den Seefisch in faltem Salzwasser auf schnelles Dann erst gibt man und Kinder müssen beim Nahen eines Bieri verschwinden. Wehe Feuer und läßt ihn einmal aufkochen. in dann dem, der es aus Unachtsamkeit oder infolge einer ihm ge- Salz, fügt zwei Löffel voll Schweineblut( beim Schlächter erhältlich) die Biersauce, focht ihn auf, fostet nach dem stellten Falle gesehen hat; der Tod ist ihm gewiß. Und die Frau schwebt dabei in besonders großer Gefahr; denn ihre häuslichen an Stelle des fehlenden Fischblutes hierzu und läßt den Fisch vollends Pflichten zwingen sie ja, beständig in der Nähe dieses bösen Nach- gar ziehen. Man fann den Fisch auch ohne Vorkochen in die fertige barn zu leben. Wird nun ein argwöhnischer oder launischer Ehe- Sauce geben, allein das vorstehend angegebene Verfahren ist mehr mann gewahr, daß seine Frau träge, ungehorsam oder gar untreu 3 empfehlen. In dem ersten Fischfud tann man die Köpfe, die zu sein scheint, so zögert er nicht mit der Beschuldigung, sie habe nicht mitgekocht werden, austochen lassen und eine Fischsuppe davon einen indiskreten Blick auf das Bieri geworfen, oder richtet es mit List so ein, daß sie es sehen muß. Damit ist das Verbrechen fonstruiert, und sie stirbt denn auch bald, sei es plötzlich oder nach einem Leiden, dessen Symptome immer dieselben sind: sie ist ver­giftet worden. In einem Dorf am Muni wohnte ein Greis mit 22 Weibern, von denen einige jung und hübsch waren, und man nahm wahr, daß alle jungen Männer, die sich in der Nähe an­siedeln wollten und vielleicht auch aus dem für den Alten über flüssigen Weiberreichtum Nußen und Annehmlichkeiten zu ziehen gedachten, auf geheimnisvolle Weise starben. Sie waren vergiftet worden, sei es durch den Fetischpriester selbst, sei es durch Gift, das bei ihm gekauft worden war. Die Bevölkerung der Gabonkolonie es sind die Mfang oder Babuins- ist fräftig und an Geburten mangelt es nicht, und boch sind die Dörfer dünn gefäet, so daß auf den Quadratkilometer nur eine bis zwei Seelen entfallen. Aber das erklärt sich leicht: die Kinder werden geboren und sind lebenskräftig, aber die Er­wachsenen sterben, verschwinden, man weiß nicht wie. Oder viel­mehr, man weiß es sehr gut, aber die Furcht vor den Fetischpriestern sitzt derart tief, daß man sich gegen ihr Treiben nicht aufzulehnen wagt. An einen natürlichen Tob wollen die Eingeborenen nicht mehr glauben; sie sind vielmehr überzeugt, daß jedem Todesfall ein Ver­Frechen zugrunde liegt. Da muß man also den Schuldigen finden, und man ruft nach dem Zauberer, der, um nicht aus der Rolle zu fallen, ein Opfer bezeichnet. So zieht jeder Todesfall unvermeid­lich den Tod eines zweiten Menschen nach sich. Wie ungünstig da­durch die Bevölkerungszahl beeinflußt wird, ist klar.

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Poupard glaubt, daß alle die Kriege und Krankheiten, die den schwarzen Erdteil heimgesucht haben, alle die Sllavenjagden mit ihren Schrecken, alle die afrikanischen Thrannen mit ihren Henkern nicht so viele Menschenleben gefordert hätten, wie der Zauberei glaube, der in schwärzester Gestalt gerade am Kongo regiere. Das ist vielleicht etwas übertrieben. Sicherlich aber ist das afrikanische Fetischwesen mit so viel verderblichen Folgen für die Neger ber knüpft, daß die Kolonisatoren seinen Auswüchsen nicht minder fräftig zu Leibe gehen sollten, wie sie der Verbreitung des Alfohols oder dem Eflavenhandel entgegentreten. Leider wird das vorläufig nur in beschränktem Umfange möglich sein; denn es handelt sich da um ein tief in abergläubischen Vorstellungen wurzelndes Uebel, dessen Bekämpfung schwere Erschütterungen nach sich ziehen könnte.

Kleines Feuilleton.

Die Entdedung eines vermeintlich ausgestorbenen Tiers. Die Forschungsreise, die unter der Leitung von Profeffor Townsend,

ihn

bereiten.

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Physiologisches.

m. kt

Die Leistungsfähigkeit des Herzens. Ein lehr­reiches und anschauliches Bild von der erstaunlichen Arbeit, die das menschliche Herz zu leisten vermag, gibt die legte Nummer der Medizinischen Klinit". Bekanntlich ist das Herz mit einer Bumpe zu vergleichen, indem es das Blut aus den Blutadern ansaugt und durch seine Zusammenziehung unter starkem Drud, der in der linken Herzkammer bis 200 Millimeter Quecksilbersäule ansteigen tann, in die Schlagadern hineinpreßt. Das Herz arbeitet ungefähr 70mal in der Minute, tut also pro Stunde 4200, pro Tag 10 800 und pro Jahr gar 36 792 000 Schläge. Wenn wir die normale Dauer eines Menschenlebens auf 70 Jahre festiegen, so hat am Ende dieses Lebens das betreffende Herz nicht weniger als zweiundeine halbe Milliarde Schläge getan. Durchschnittlich bringt das Herz mit jedem Schlag 100 Gramm Blut in Umlauf, also 7 Liter in der Minute, 420 Liter in der Stunde und 10 Tonnen am Tage. Dieses relativ fleine Drgan, dessen Höhe 15 Zentimeter und dessen Breite 10 gentimeter beträgt, entwidelt so jeden Tag eine Kraft, die imftande wäre, nach und nach 26 Tonne um die Höhe eines Meters oder einen Bentner um über 530 Meter zu heben. Die Blutmenge, die während eines ganzen Lebens vom Herzen in Bewegung gesetzt wird, beträgt 250 000 Liter. Da je ein Kreislauf der Gesamtblutmenge des Körpers in 24 Sekunden vollendet ist, legt das Blut im Laufe eines ganzen Tages seinen Weg 3600 mal zurück; das ergibt in einem Jahre eine und ein Drittel Million Durchströnnungen. Daraus läßt sich verstehen, welch überaus starter Inanspruchnahme das ganze Gefäßnes durch die Neibung des Blutstromes an den Gefäßwänden ausgefezt ist. Wenn man noch dazu bedenkt, daß die Häufigkeit des Herzichlages durch förperliche Anstrengung oder feelische Erregung steigt und bei starter Mustelarbeit 2-5 mal größer werden kann, muß es eigentlich noch Wunder nehmen, daß die Zahl der Herzfranken nicht noch größer ist: zweifellos ein vollgültiger Beweis für die Leistungsfähigkeit und Wider­standskraft des Herzmuskels. Die Länge des Weges, den das Blut im Adersystem durchläuft, läßt sich schwer bestimmen, da die Längen der einzelnen sich abzweigenden Gefäße zu verschieden ist. Angenommen, die Länge des Gefäßsystems betrage nur 3 Meter sicherlich ist diese Babl biel zu niedrig gegriffen, so legt das Blut täglich 10,5 Stilometer, in einem Jahre mehr als 3900 Kilometer zurück. In 70 Jahren wäre die stattliche Zahl von 275 000 Kilo meter erreicht, ein Weg, der der sechsfachen Länge des Erdumfanges entspräche. In der Tat ein Rekord", der unbedingt Bewunderung abnötigt.

Berantwortl. Redakteur: Albert Wachs, Berlin.- Druk u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.