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Neuzeitliche Stadtbaukunft.
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von Florens Halfe einfach um eins der biden Klavierbeine. Und| Bahl der andenen unheizbaren Nebenräume als so geringfügig hätte tausend Gulden verwettet, daß ein Loskommen berwettet, daß ein Lostommen von veranschlagt werden muß, daß sie keine Milderung dieser Notstands da unmöglich sei. Fehlgeschoffen, gänzlich fehlgeschoffen, meine aiffer bedeutet. Herrschaften. Denn wie ich spät um Mitternacht vom Theater Aehnlich dichte Bevölkerungsanhäufungen mit allerdings biel heimgefehrt war und die Stubentür öffnete, sprang mir Flog geringeren Gesamtziffern mögen im Altertum und im Mittelalter freudig entgegen. Gleichzeitig gibt es ein Donnergepolter, das über in den Festungsstädten geherrscht haben, in denen in Kriegszeiten die Dielen rollt. Nichts Gutes ahnend, mache ich Licht oh die der plündernde Feind die gesamte schuhsuchende Bevölkerung des Verwüstung! Der Flügel war geborsten; der Boden war mit benachbarten flachen Landes zusammentrieb. Das erste Ziel der Papierfezen überfät. Flor hatte das Instrument umgerissen und sich modernen Baukunst der Großstädte muß es sein, uns wieder zu sodann aus Verzweiflung über die obenauf gelagerten Notenichäze heilen von dieser Zwangsvorstellung eines doch heute glücklicherhergemacht. So bös war nicht einmal die zeitgenössische Kritik mit weise gar nicht vorhandenen Feindes, der uns angenehmes und unseren Musikheroen umgesprungen als Flor, der die kostbaren billiges Wohnen draußen in der grünen und unabsehbar zur VerOpernpartituren zerzauft hatte. Und mitten drin hockte, ein Klavierbein fügung stehenden Umgebung der Großstädte verbietet. Auch die an der Halskette nachschleppend, der herostratische Zerstörer meiner großen Landspekulationsgesellschaften, die man ja wohl halb im Musitalien, mit einer Miene, als wollte er sagen:„ Na, Herrchen, Scherz und halb im Ernst manchmal mit dem bösen Feinde verbin ich nicht brab gewesen?" Das fehlte mir gerade noch, mich gleicht, der das Land in der Umgebung der Großstädte der Bea uzen zu lassen. Jm Zorn pacte ich meine mir zunächst erreichbare bauung entzieht, auch diese müssen bald einsehen, daß gerade auch Gewittertrüde und hieb damit solange auf den Röter ein, bis mir ihre Vorteile in schneller Aufschließung ihrer Landkomplege das letzte Trümmerstück aus der Hand flog. Ihn selbst warf ich liegen; und eine schnelle Aufschließung kann nur erfolgen auf hinaus mitfamt den Flügelstollen, der polternd die Treppenstufen dem Wege weiträumiger Siedelungen mit verhältnismäßig fleinen hinabkollerte und das ganze Haus in Harnisch brachte. Mir war's Häusern. Das Gebiet von Groß- Berlin würde, wie in diesen egal. Meines Bleibens hier gab's ja doch nicht mehr. Zwar ge- Tagen von Regierungsbaumeister Langen zuverlässig berechnet währte ich Flog, als er mit seinem Holzfloß vor der Tür kampierte, wurde, nach den heutigen Bauordnungen mehr als 100 Millionen noch einmal Einlaß. Aber länger wollte ich ihn nicht mehr haben; Menschen fassen, also weit mehr als die gesamte Bevölkerung des und ich war todesfroh, als anderen Tages sich ein Charcutier das Deutschen Reiches. Aehnlich liegen die Verhältnisse in den anderen übrigens wertvolle Hundevieh schenken ließ. Von da mußte Flor Großstädten. Es besteht teinerlei Hoffnung oder besser gesagt: bald zu einem Bauern aufs Land wandern; und dort mag er wohl Befürchtung, daß die Großstädte jemals derartig enge besiedelt ein unrühmlich Ende genommen haben. Aber das ist das Los alles werden müssen; es ist also die Möglichkeit vorhanden, freigebig Schönen auf Erden. Freiflächen, Wälder, Wiesen, Sport- und Spielpläge von der Bebauung auszuschließen. Es ist also Raum genug vorhanden, statt der bereits für weite Gebiete vorgesehenen Kasernenbebauung einen rationellen Reihenhausbau einzuführen, der auch dem Mittelstand erlaubt, in freundlichen kleinen Häusern mit Gärten eine weitaus gesündere und in jeder Beziehung befriedigendere Unterfunft zu finden, als in hochherrschaftlichen Kulturwohnungen", wie sie sich heute in den neuen Quartieren der großen Städte breit machen. Und auch die Frage der Rentabilität behaglicher Kleina häufer kann nach Versicherung vieler bedeutender Architekten auf das befriedigendste von dem Augenblick an gelöst werden, in dem man aufhört, dem Boden durch die Erlaubnis, Kasernen zu bauen, einen phantastischen schädlichen Wert aufzuzwingen. Es ist eine Kulturfrage im höchsten Sinne des Wortes, ob unsere Großstädte mit ihren Kellerwohnungen( Berlin hat deren 30 000) den Anfang der höhlenbewohnten osteuropäisch- sibirischen Steppe markieren, oder ob das deutsche Volt eintritt in die Reihe der Nationen, die wie die Engländer und Amerikaner das Kleinhaus mit hoher Lebenshaltung und großer nationaler Expansionskraft verbinden. Die Mietkasernen der alten Festungsstadt Paris haben zwar auch einer hohen Kultur als Heimat gedient; aber Paris hat als Hauptstadt eines überwiegend agrarischen Landes für seine haupt städtische Bevölkerung Erneuerungsmöglichkeiten, die dem rapide industrialisierten Deutschland mehr und mehr abgehen. Die expans sionsfräftigste Nation muß berderben, wenn sie die Wiege ihrer Jugend tiefer und tiefer in die Katakomben sonnenloser Hinterhöfe stellt( 45 Broz. der Berliner Bevölkerung wohnt in Hinterhöfen); wenn sie unermüdlich Milliarden und Milliarden des Volksvera mögens in Haustypen festlegt, die heute so gut wie einstimmig als minderwertig bezeichnet werden. Sogar der Vorsitzende des Zentralverbandes der Hausbesißervereine hat fürzlich das Kleinhaus als das Ideal der Wohnung bezeichnet. Der Typ des gewaltigen Massenmietshauses verdankt dem Zufall und der Gedankenlosig teit seine Entstehung, und es ist ganz undenkbar, daß in Zukunft in dieser allerwichtigsten Frage der Unterbringung unseres Volkes noch länger Zufall und Gedankenlosigkeit herrschen dürfen. Der Mensch und die Raffe haben Bedürfnisse, ohne deren Befriedigung der Berfall eintreten muß. Von diesen Bedürfnissen wird in Zukunft die Stadtbaukunst ausgehen müssen; auf der Basis der gesunden Kleinwohnung und des leichterreichbaren Kinderspielplages einerseits, der wirtschaftlich durchgebildeten Arbeitsgelegen heit in Cith und Industrieviertel andererseits und auf der schnellen und billigen Schnellbahnverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte müssen die Großstädte der Zukunft aufgebaut sein.
Von Dr. Werner Hegemann ( Berlin ). Das jüngste unter den deutschen Parlamenten, das GroßBerliner Verbandsparlament, vertritt eine Bevölkerung fast so groß wie die des Königreichs Sachsen. Sein Jnslebentreten hat die Fragen der inneren Kolonisation wieder einmal in lebhaften Fluß gebracht. Die Diskussion über die bedenkliche Entwickelung unferer inneren Kolonisationsverhältnisse muß heute weite Kreise, die diesen Fragen gegenüber ihren gesunden Mutterwit verloren haben, wieder zur Besinnung rufen. Als China noch ein Kaiserreich war, tamen dem Kaiser Canghi Bilder europäischer Etagenhäuser zu Gesicht, und der chinesische Kaiser sann und sprach: " Europa muß ein sehr kleines Land sein, daß man nicht genug Terrain für die Erweiterung der Städte hat, sondern dort gezwungen ist, in der Luft zu wohnen."
Der gute Kaiser hatte gar nicht unrecht: wo man nämlich Etagenhäuser findet, ist das in letter Linie meist auf Plazmangel zurückzuführen. Die höchsten Etagenhäuser, bis zu 50 Geschossen hoch, findet man auf der fleinen Felseninsel Manhattan ( New York ), wo der New Yorker Geschäftsmann in der Tat gezwungen ist, wegen Raummangels sein Bureau( nicht seine Wohnung) in der Luft aufzuschlagen; und ähnliche bedrängte Verhältnisse findet man auf der Halbinsel von Alt- Boston oder in Stockholm ( deffen Name Holm Eiland schon auf Plazmangel hindeutet). Diese Ueber- und Nebeneinanderhäufung der Geschäfte und Betriebe in nachbarschaftlicher Enge kommt aber wieder den Bedürfnissen von Handel und Industrie derart entgegen, daß fie auch in anderen Städten nachgeahmt worden ist, und das jeweilige Geschäftsviertel der Großstädte, die sogenannte City, weist eine derartige hohe Bodenausnutzung auf; alle polizeilichen Vorschriften, die ohne dringende Gründe hygienischer Natur solche Citybildung hemmen, fönnen zu einer wirtschaftlichen Gefahr werden. Durchaus nicht zu rechtfertigen aber ist das Bauen in die Luft statt in die Breite, wenn nicht nur die Geschäftshäuser, sondern auch die Wohnhäuser auf beschränkte Räume zusammengehäuft werden. Solche Anhäufung tompatter Wohnhausmassen findet man besonders in der " quetschenden Enge" der Festungsstädte und dann auch in den unseligen Gemeinwesen, die ihre alten Festungswälle zwar geschleift haben, die aber ihre Baupolitik nun einmal von der figen Zwangsvorstellung des Plazmangels nicht mehr losreißen fönnen. Das traurigste Beispiel dieser Art, das leider fast im ganzen Reiche Nachahmung gefunden hat, ist Berlin .
Es wirkt geradezu niederschmetternd, wenn man im einzelnen verfolgt, wie feit Anfang des 19. Jahrhunderts immer neue Kraft proben von bureaukratischer Gleichgültigkeit und spießbürgerlicher Kurzsichtigkeit es möglich gemacht haben, die Groß- Berliner Bevölkerung in einer Weise zusammenzupacken, die ihresgleichen, wenn überhaupt, so höchstens in der Festungsstadt Paris findet. Die großen Voltsversammlungen, die in letter Beit der sog. Propaganda- Ausschuß" Für Groß- Berlin" einberufen hat, Propagandaausschuß für innere Rolonisation fönnte man ihn nach seinem Vorsitzenden, dem früheren Kolonialminister Bern hard Dernburg , nennen haben sich aufs leidenschaftlichste mit diesen Groß- Berliner Uebervölkerungsfragen beschäftigt. Vor allem hat die von einem der ersten deutschen Statistiker berechnete Zahl Aufsehen erregt, daß nämlich 600 000 Groß- Berliner in Wohnungen wohnen, in denen jedes heizbare Bimmer mit 5-13 Menschen befeßt ift, wobei zwar natürlich nach gut deutschem Sprachgebrauch die Rüchen nicht als 8immer mit eingerechnet sind, wobei aber auch die
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Rbodus und feine Schickfale.
Nur wenige der Reisenden, die alljährlich in dichten Scharen nach Griechenland und dem Orient ziehen, haben die stille Insel mit dem weltberühmten Namen besucht, die nun durch die Besetzung durch die Italiener aus stiller Vergessenheit emportaucht. Noch heute läßt ein Blick auf diese alte Stadt, deren enge Gassen und trubige Mauern so oft von düsterer Waffengetöse widerhallten, die Größe und die Macht des alten Rhodus ahnen. Schon von weitem sieht man die vor nunmehr 23 Jahrhunderten zuerst angelegte Stadt amphitheatralisch am Bergeshange emporsteigen, wenn auch längst die damals von Hippodamus aufgeführten Bauten veri hwunden find. Nur ein Teil der mittelalterlicher. Festungswerke sind noch erhalten, an den altertümlichen Bauten prangen noch heute die marmornen oder in Granit gehauenen Wappenschilder der Johanniterritter, die hier im 14. Jahrhundert ihr Hauptquartier auf schlugen, als durch die Eroberung Jerusalems durch Saladin das heilige Land ihrem Wirken versperrt war. Noch ist die alte Ritter