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Kleines feuilleton.
in der ersten Zeit den Eindruck der Raumverschwendung, denn die des schlechten Sandbodens und mangelhafter Wechselschaft, in ber späten und schweren Kohlsorten wachsen, zeitig gepflanzt, in den Hauptsache aber eine Folge zu dichter Saat. Bei weitläufiger ersten 2-3 Monaten nur sehr mäßig und nehmen erst späterhin Reihensaat, verbunden mit Behackung und Behäufelung des Geden ganzen, ihnen zur Verfügung gestelten Raum ein. Würde treides, entwickelt jede Pflanze 20-30 und mehr Triebe mit ebenman nun zu enge pflanzen, so wäre die naturgemäße Entwickelung soviel Aehren, so daß trotz des weiten Standes die Ernte um ausgeschlossen, die Gemüse würden keine schweren und keine festen hundert und mehr Prozent höher ausfällt und dazu noch weit Köpfe bilden, oft auch nur aus Mangel an Raum und Luft in qualitätvoller wird. Samen schießen. Allen diesen Mißständen beugt man durch Zwischenpflanzung raschlebiger Gemüse vor. So kann man zwischen zwei Kohlreihen eine Reihe Frühkohlrabi oder Kopfsalat in etwa 25 Zentimeter Abstand, außerdem innerhalb der Kohlpflanzenreihen noch je zwei Pflänzlinge der genannten Gemüsearten zwischen zwei Kohlpflanzen sehen. Wenn die Hauptpflanzung richtig ins Wachsen kommt, ist die Zwischenpflanzung bereits abgeerntet. Auf Gurken- und Kürbisbeeten verfährt man ebenso. Gurken und Kürbisse kommen erst im Juli richtig ins Wachsen, da sie ihre Ranken aber weithin über den Boden senden, erfordern sie große Pflanzweiten. Auch hier erfolgt in den ersten Monaten die wünschenswerte Beetausnutzung durch Anpflanzung oder Ansaat rasch lebiger Gemüse, wie frühesten Wirsing, allerfrühesten Blumenkohl, Frühfohlrabi, Kopfsalat, Spinat, Sommerrettiche usw.
Literarisches.
nur eben mit dem Unter
Albert Bonniers 30 Pfennig- Bücherei", ein neues Leipziger Unternehmen, hat sich aufgetan, um speziell den Stampf gegen die Schundliteratur zu führen. Demgemäß ist die äußerliche Gewandung gehalten: jedes Bändchen zeigt ein dreifarbiges Titelbild nach Art jener mehr auf die niedrigsten Instinkte berechneten Hintertreppenbelletristit schiede, daß die Illustrationen vom fünstlerischen Gsichtspunkt ausgehen. Vollends ergibt eine kritische Durchmusterung des Inhalts Bohnen legt man gewöhnlich büschelweise, womöglich 6 bis der Bändchen, daß es sich tatsächlich um gediegene Unterhaltungs8 Stüd innerhalb eines fleinen Kreises oder gar dicht zusammen. werke handelt, die da großenteils zum erstenmal in Buchform geMan geht dabei von der irrtümlichen Voraussetzung aus, daß ein boten wird. Die Sammlung, soweit sie bis jetzt vorliegt, weist ganzer Horst von Bohnenpflanzen mehr Ertrag gibt, als zwei oder moderne Erzähler von literarischem Vollgewicht auf, wie z. B. Srei auf gleichem Raume stehende Einzelpflanzen. Wer aber nicht August Strindberg , Marie Eugenie delle Grazie , Marie Janitschef, nur Augen hat, sondern auch wirklich sehen und beobachten kann, Selma Lagerlöf , Hans Hyan , Marc Twain u. a. Jeder Band ist wird auch in diesem Falle die Wahrnehmung machen, daß er die komplett in sich abgeschlossen und umfaßt bis zehn Druckbogen. Der Rechnung ohne den Wirt gemacht hat. Man sehe sich nur jeßt Satz ist klar und gut lesbar, und da der Verlag bestrebt zu sein einmal die dichten Horste der Buschbohnen genauer auf den Schoten- scheint, die Aufmachung der Bändchen zu vervollkommnen, so wird ansatz hin an. Die Pflanzen eines Busches, die nach außen streben auch sicher für eine dauerhafte Heftung gesorgt werden, um zu verkonnten, denen also Luft und Licht zu teil wurde, werden befriedi- hüten, daß die einzelnen Blätter beim Aufschneiden, wie das jetzt genden Ansah zeigen, während die im Innern des Busches stehenden noch geschieht, auseinanderfallen. vollständig versagen. Ich lege die Buschbohnen immer in 30 Bentimeter Abstand zu je 3 Stück, oder einzelne in je 15-20 Zentimeter Abstand. In beiden Fällen beträgt der Abstand von Reihe zu Reihe 30 Zentimeter. Man mache einmal einen Versuch, und man wird erstaunt sein, wie sehr nach diesem Verfahren der Ertrag den der Büschelsaat übersteigt und wie schwer die Ersparnis von Saatgut ins Gewicht fällt.
Luftschiffahrt.
e. k.
Eiffel als Förderer des Kunstfluge 3. Der berühmte Ingenieur, der sich durch den Bau des höchsten Turmes haftes Denkmal gesezt hat, ist jetzt unter die Aviatiker gegangen. der Erde ein vielleicht nicht unbergängliches, aber doch recht dauerSchon seit dem Jahre 1903 hat er sich dem Studium des KunstAm schwersten wird überhaupt bei Aussaaten gesündigt. Ich fluges gewidmet, und er errichtete damals auf dem nach ihm beschätze den Wert der Blumen- und Gemüsesamen, die jährlich von nannten Turm in Paris einen Fallapparat, um den LuftwiderLaien in Deutschland durch zu dichte Saat vergeudet werden, auf stand ausgespannter Flächen unter verschiedenen Winkeln zu messen. mehrere Millionen Mark. Im gewissen Sinne ist auch hier so Dieses Freiluftlaboratorium, das auf der zweiten Plattform etwas wie Habgier die Triebfeder des törichten Handelns. Die stand, war bis zum Jahre 1906 in Tätigkeit. Seitdem hat der jett Samenvergeudung ist nicht so schlimm, wenn es sich nur um Saaten im achtzigsten Lebensjahre stehende unermüdliche Mann ausschließ von Sehpflanzen handelt, die bald, nachdem sie die ersten charatte- lich an der Wissenschaft der Aerodynamik weiter gearbeitet und zu ristischen Blättchen entwickelt haben, auf Kulturbeete weiter ver- diesem Zwed ein neues großes Laboratorium auf dem Marsfelde pflanzt werden. Bleiben sie freilich zu dicht gesät auch nur wenige geschaffen. In einem ziemlich großen Schuppen wurde ein Saug Tage zu lange auf dem Saatbeet beieinander, so werden sie spillerig, ventilator von fünfzig Pferdestärken untergebracht, um einen Luftd. H. dünnstengelig, fallen verpflanzt bald um und verkommen, oder strom von anderthalb Meter Durchmesser mit einer Geschwindigliefern doch nur minderwertige Ernten. Noch schädlicher ist zu feit zwischen fünf und achtzehn Metern in der Sekunde in einen dichte Saat bei Gemüse und Blumen, die keine Verpflanzung er- Versuchsraum hineinzuleiten. Auf diese Weise war die Möglichkeit fordern, also auf dem Saatbeet ihre vollständige Entwidelung gegeben, verschiedene Modelle von Flugmaschinen oder einzelnen erlangen sollen. Man sehe sich nur einmal im Frühling die aus- Tragflächen unter beliebigen Wandlungen des Luftdruces zu gefäten Radieschen auf die Knollenbildung hin an. Hat man recht untersuchen. Im Verlauf von zwei Jahren hat Eiffel dort fünfweitläufig gesät, so wird fast jedes Bflänzchen die gewünschte Knolle tausend Experimente ausgeführt, deren Ergebnisse für die Beurtei ansezen, bei dichter Saat tönnen sich indessen nur wenige dura- lung des Gleichgewichts von Flugmaschinen verschiedener Bauart ringen; 90-95 Proz. bleiben fnollenlos. Zieht man die Nut- von größtem Werte sind. Gleichzeitig hat sich Eiffel dem Studium anwendung hieraus, so ergibt sich die Tatsache, daß man bei einem der Luftschrauber zugewandt. Durch immer weitere Verbesserungen viel zu großen Kostenaufwand für Samen ein im 90-95 Proz. ist es ferner gelungen, die Geschwindigkeit des verfügbaren Luftgeringeres Ernteergebnis erzielt hat. Ganz genau so verhält es stromes noch erheblich zu steigern. Endlich hat am Ende des vorisich mit den Aussaaten von Rettichen, Gurken, Petersilienwurzeln, gen Jahres Eiffel alle seine Erfahrungen zum Bau eines ganz Spinat usw. Ich möchte dem Laien immer empfehlen, das beab- neuen Laboratoriums benutt. In diesem kann er einen wahren sichtigte gleichmäßige Ausstreuen des Samens über das ganze Beet, fünstlichen Sturm erzeugen, indem durch eine mächtige Röhre ein die sogenannte breitwürfige Saat, ein für allemal aufzugeben, Luftstrom mit der Geschwindigkeit von vierzig Metern in der Sedenn sie gelingt meist nur dem sehr geübten Fachmann. Der Laie funde hindurchgepreßt wird. Einen Wind von solcher Geschwindig wende die Reihensaat an. Hierbei werden 5-6 Reihen auf ein feit bezeichnet die Meteorologie bereits als einen Ortan. Bum Be Gartenbeet von normaler Breite( 120-130 Zentimeter) in gleich- trieb der Anlage dient eine Dynamomaschine von fünfzig Pferdemäßigem Abstand mit der Schnur markiert, und an dieser entlang stärken. Die Oeffnung des Rohres, in das die Luft eingesogen Rillen gezogen. In diese Rillen streut man den Samen dünn aus, wird, mißt vier Meter im Durchmesser. Der Luftstrom ist so start, dann zieht man sie vorsichtig mit Erde zu, drückt die ganze Beet- daß er in den Versuchssälen schon mehrfach die Fensterscheiben zerfläche mit einem glattgehobelten Brettstück fest und braust danach trümmert hat. In diesem Raum ist ein großes bewegliches Ge vorsichtig an. Nach diesem Verfahren geht die Gemüsesaat in rüst ausgestellt, das dazu bestimmt ist, die Flugmaschine in beReihen auf. liebigen Stellungen aufzunehmen und den Luftstrom in einer ge wünschten Richtung darauf zu lenken. Darüber befindet sich, bor dem Luftstrom geschüßt, eine große Wage, die bis auf ein Behntel Gramm jede Gleichgewichtsveränderung der Tragfläche anzeigt. Vor allem hat Eiffel an dieser Stelle bereits nachgewiesen, daß ent gegen der bisher herrschenden Meinung solche Experimente im für die Praxis verwertbar zu sein. Außerdem ist auf seine Angaben hin ein Aeroplan gebaut worden, der gleichfalls mit Meßapparaten ausgestattet war und die Zuverlässigkeit der früheren Dieselben Fehler, die ich hier bei Gartensaaten rügte, werden Ergebnisse durchaus bestätigte. Ferner sind dabei die Wirkungen auch in landwirtschaftlichen Betrieben gemacht. Man beachte nur des Motors, der Lentvorrichtungen usw. bestimmt worden. Eiffel einmal jest Roggen und Gerste auf dem Felde. Jede Pflanze hat hofft jetzt, diese Arbeiten durch eine vollständige Zusammenfassung nur einen Halm getrieben, der nur eine, in unserem Sande zudem über die Gleichgewichtsverhältnisse der Aeroplane abzuschließen und meist noch sehr dürftige Aehre zur Ausbildung brachte. Diese sein Wert durch eine ebenso erschöpfende Darstellung der Luftmagere Ernte ist zwar auch eine Folge ungenügender Düngung schrauben und ihrer Wirkungsart zu frönen.
Auch Blumensamen werden meist viel zu dicht gefät. Man fehe sich nur einmal ein Resedabeet an, auf dem infolge zu dichter Saat Pflanze neben Pflanze steht. Die Pflanzen bedrängen fich gegen seitig; sie führen einen erbitterten Kampf um Luft, Licht und Nahrung, und die wenigen, die als Sieger aus diesem Kampfe hervorgehen, können nur einen einzigen Trieb mit fümmerlicher Laboratorium an kleineren Modellen genau genug sein können, um Blütenähre zur Ausbildung bringen. Wie anders verhält sich aber eine Resedapflanze, die zufällig aus einem abseits gefallenen Koen Herborging und sich frei nach allen Seiter entwickeln konnte.