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erschien: ein Drama aus dem Schaffenstampfe des malenden Künstlers. Und als drittes der Reihe kam vor wenigen Tagen im Berlage von Karl Reißner, der sich jetzt mutig für den Dichter ein­fetzt, die Tragödie Ignorabimus" heraus, in der das Leben welt­rätsel- umringender Gelehrter aufgeschlossen wird.

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Von der Riesenarbeit dieser Dramen aus muß man den Notschrei des Dichters verstehen, der in den letzten Wochen lauter und drängender als je ins Land ging. Vom ersten Tage seines dichte­rischen Ringens an hat Holz unter den ärgsten Entbehrungen ge­schaffen. Bis zur Neige hat er das Dichterelend ausgekostet. Er hat gehungert und gefroren, hat um Brot Spielzeuge-hupfende Frösche und laufende Mäuse ausgetiftelt, hat schließlich mit Freundes hilfe Theaterstücke geschrieben, deren er sich zwar nicht zu schämen hat, die aber doch nicht geschrieben worden wären, wenn er ohne solche Hilfsquellen hätte leben können. Leben im brotmateriellen und im geistigsten Sinne. Die aufgepeitschten Anstrengungen dieser Jahre, Geld zu schaffen, zu erschreiben, laufen neben der Arbeit an den Berlin - Dramen her und wachsen wie diese gigantische Arbeit. Sie hängen mit ihr zusammen, und wer zumal auf die letzte Tragödie schaut, fühlt aus dem Hilfeschrei der Dichters: hier ringt einer wie in tobender Flut um die Erfüllung des Zwecks, zu dem sich sein innerstes Leben emporgebaut hat.

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Schach.

Unter Leitung von S. Alapin.

Capriccio( Jespersen).

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Die Stellung des schwarzen Königs ist absichtlich nicht an­

Die beiden Tragödien der letzten Periode sind Werke unge­brochenster Kraft. Der Dichter wuchs über seine Frühzeit hinaus. Die Frage von einst, die fanatisch erhobene Forderung der natura­listischen Form, die ehedem jeden Satz des Dramatikers Holz ab­Stempelte, tritt zurück hinter der Arbeit, die das Letzte und Aeußerste aus persönlich gelebtem Leben herausholen will, die ungeheuerste gegeben; denn die Aufgabe besteht eben darin, für ihn ein Stand­Kraft und die erschütterndste Tragit. Unsere Gegenwart erwartet feld zu finden, das eine Lösung ermöglicht. bom Drama den Menschen, in dem sich die gebärende Macht der

Morphy 1. e2- e4

Mongredien e7- e5 d7- d5

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c6; 7. dc6, 0-0 den Angriff zu führen.

Natur in höchster Willenswucht auslebt. Wie das nächsie Ziel steht 10- чa Tanu pvuoat juba pul quagaдlaq go u avant un diese Forderung da, die nie so stark drängte wie in diesen jüngsten si nu qvg nogaб of too Jahren. Auf dem Wege zu diesem Ziele erwuchs aber die Tragödie Sonnenfinsternis". Sie ist mit den Mitteln der Bühne von heute Mittelgambit in der Rückhand. I nach 4. d4, e4; 5. Se5, Sf6; 6. Lb5+, aufführbar. Sie zunächst. Und sie steht so selbständig innerhalb der Dramatit unserer Zeit, daß sie aufgeführt werden muß. Nicht der Groll über die winzig- geringe Achtung, die des Dichters wichtigstes Schaffen bisher von der Bühne erfuhr, stößt diesen Ruf aus: nur der Sache, die ein Recht auf Gehör und Hilfe beanspruchen darf, sei beigesprungen. Und das ist neben dem Werke die gerade durch das Wert bewiesene Schaffen kraft des Dichters.

Kleines feuilleton.

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In Betracht täme auch, mit 3.

2. Sg1- f3 Dem Lertzuge, der den Namen DXda; 4. Sc3, Dab in Standi der Eröffnung einschließt, liegt der nabisch" einzulenten( 1. e4, d5; 2. ed, DXd5; 3. Se3, Da5; 4. Sf3, wenigstens theoretisch nicht une5?) Es folgt jedoch: 5. Lc4, LeT logische Gedanke zu Grunde, durch Anstrebung einer rapiden Entwide( auf Lg4? LXf7+) 6. De2, Sc6; Er will heute den eigentlichsten Ertrag seines ehrlich und zählung mittels des direkten Doppel- 7. Lb5, f6; 8. d, Ld7; 9. de5 ( Ld2, 0-0-0; Sd5, Sb4) 9. durchgerungenen Lebens geben. Das ist das Merkmal dieser dritten schrittes beider Zentrumsbauern" Periode feiner Arbeit, die ihn, den Fünfzigjährigen, vorwärts weist mindestens Ausgleich zu erzielen. fe5( SXe5?; SXS, fe5; LXL+!, auf ein Feld, auf dem es zyllopische Blöcke zu wenden und zu Durch das analoge Mittel- KXL; Dg4+) 10. LXS, LXL; meißeln gilt. An der letzten Gabe gemessen, erscheint das Wert, an gambit in der Vorderband", 11. SXe5( DXе5, DXD; SXD, LXg2; Tg1, Lf6) 11.. LXg2; das Arno Holz noch zwanzig Jahre fezen möchte, fast übermenschlich in 1. e4, e5; 2. d4 bestehend, er 12. Tgi, Ld5; 13. TXg7, 0-0-0; 14. Ld2 und Schwarz steht nicht gut groß. Aber nur uns Mitlebenden scheint es so: er selber vertraut langt Weiß unter Wahrung materiellen Gleichgewichts bekanntlich feiner Kraft! Franz Diederich . ( 14. Lf6?; 15. Sb5). sogar noch Angriffsaussichten. Jedoch liegt, praktisch ge Wollte, hingegen Schwarz mit 3.. nommen, die Sache anders. Denn DXd5; 4. Sc3 dem Mittelgambit Weiß hat, dank der Erstgeburt des in der Vorderhand" analog Anziehers, ein Tempo voraus und mit 4. Deb fortfeßen, so folgt: Schwarz kann deshalb auf vol15. Lb5t, c6( Ld7; 0-01, a6; Tel) ständig befriedigenden 6. La4, Ld6; 7. 0-01, Sge7; 8. Tel Ausgleich nur dann hoffen, wenn( Lb3, Dd7; Sg5, 0-0; Dh5, Df5) der Gegner nicht geradezu das Aller- 18.0-0; 9. d4, Sg6; 10. de5, SXe5?; 11. SXS, LXS; 12. Lf4, stärkste spielt. Allerdings ist die Herausfindung LXL; 13. TXD, LXT; 14. Lb3, Schwarz des allerſtärksten" Weges jür Weiß LXL; 15. ab3, Le7 2c. unter Umständen ungeheuer schwierig, hat nur schwache Remisaussichten. so daß man in der Praxis noch Man sieht, was das Anzugstempo zwischen der auf etwas schwächere Züge des Weißen im Mittelgambit" hoffen kann. Die bezeichnete piat: Borderhand und der Rüd­tische Schwierigkeit" ist so groß, daß hand ausmacht! selbst bei den theoretischen Unter­suchungen der Eröffnungslehre die wichtigsten Fälle noch streitig Theoretiker zu, daß Weiß jedenfalls sind. Zwar geben fast alle im Vorteil ist, aber es wird bestritten, daß dieser unzweifelhafte positiven, Vorteil" schon einen ,,( Sewinn" be­erzwungenen deutet. Denn im Schach ist nicht ieder Vorteil gewinnbringend, sondern nur ein solcher, der im End­spiel mindestens in den Mehrbesitz eines Turmes umzusehen ist.

Bierlingsgeburten. Es ist ein wahres Glüd, daß die fast gleichzeitige Geburt mehrerer Kinder ein verhältnismäßig seltener Fall ist. Zwillinge sind ja noch einigermaßen häufig, Drillinge und Vierlinge aber oder noch zahlreichere Gemeinschafts­geburten gehören zu den Ausnahmen. Dr. Hans Hauser aus Rostock , der in der Münchener Medizinischen Wochenschrift eine Studie über Vierlingsgeburten veröffentlicht, hat die amtliche Berliner Statistik durchforscht, um die Häufigkeit solcher Fälle beurteilen zu können. In den Aufzeichnungen, die insgesamt 74 Jahre umfassen, ergibt sich das Vorkommen von Zwillings geburten zu 11,1 auf Tausend, die der Drillingsgeburten auf nur 0,1 und die der Vierlingsgeburten gar nur zu 0,0015 vom Tausend. Unter fast 2 Millionen Geburten sind im letzten Dreivierteljahr hundert in Berlin nur dreimal Bierlinge zur Welt gebracht worden. Die Annahme, daß die Wahrscheinlichkeit solcher Geburten mit dem Alter der Mutter wächst, hat Dr. Hansen bestätigt gefunden, und gwar scheint dabei ein bestimmtes Gesez zugrunde zu liegen. Die Zwillingsmütter sind jünger als die Drillingsmütter, diese wieder jünger als die Vierlingsmütter. Außerdem kommt es verhältnis­mäßig selten vor, daß die erste Geburt Zwillingen das Leben gibt, und es scheint ein weiteres Gesetz zu sein, daß die Mehrlings­geburten von höherer Zahl meist erst bei der zweiten oder späteren Geburt eintreten. Und noch eine dritte Regel hat sich aus diesen Untersuchungen ergeben. Es sind überhaupt gerade die häufig ge­bärenden Frauen, die außerdem noch mit Mehrlingsgeburten ge­segnet werden. Zwillings- und Drillingsgeburten treten in der Wehrzahl bei Frauen ein, die zum zweiten bis fünften Male ge­bären. Die Vierlingsmütter dagegen haben fast immer noch mehr Geburten hinter sich. Das Alter der Vierlingsmütter beträgt daher meist um 35 Jahre. Selberständlich wird es bei diesen Mehr­lingsgeburten um so schwieriger, die Kinder jämtlich am Leben zu erhalten, so daß sie auch in dieser Hinsicht als unerwünschtes Vor­tommnis zu betrachten sind.

Nur unter diesem letteren, sehr relativen Gesichtswinkel hat auch der Tertzug eine gewisse Eristenz­berechtigung.

3. e4Xd5

Se6;

Dies ist das üblichste. Sehr gut 4. edb, DXd5; 5. Sc3, De6; 6. d4, ist and 3. De2! 3. B.: 3.. ed4; 7. Sbo, Lb4+; 8. Ld2, LXLt; 9. KXL 2c. mit Rückgewinn des Bauern und großem Entwickelungs­vorsprung.( Schwarz ist zu Kd8 ge­zwungen.) e5- e4? 3. Verhältnismäßig am besten ist das Gambit ": 3.... Ld6!, um

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Dd8- e7 De7- e5

4. Dd1- e2 5. Sf3- d4 Borzuziehen g6 nebst Lg7.

6. Sd4- b5 7. d2- d4 8. c2- c4 9. Lc1- d2 10. Sb1Xd2 11. Sb5- c3 12. 0-0-0 43. Td1- el 14, 12-13 15. 18Xe4 16. Sd2xe4 17. De2Xc4

18. Lff- d3

19. Se4XfG!

Lf8- d6

De5- e7

Ld6- b4+

Lb4Xd2t a7- a6 f7- f5 Sg8- f6 0-0 b7- b5 f5Xe4

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Eleganter als Ses, das auch ge­

nügte.

19.

20. Thi- ft

21. TriXf8+

De7Xf6

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22. Dc4- b4! DI8-14+

22. De8 scheitert an DXL. 23. Ke1- b1 Sb8- d7

24, Db4b7 Aufgegeben. ( 24. Tb8? 25. DXT).

Berantw. Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Druck u. Verlag: Worwärts Buchdruckerei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.

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