eine Sprache, die nach seiner Ansicht alemannisch ist. und biedert sich in GcbirgStönen bei den Kellnerinnen der einfachen Herbergen und Gasthäuser an. Ist er aber im Schwabenland daheim und wandert durch die Lüneburger.»Jeide oder an der Wasserkante, so spricht er nur spitzigeSt'S". ohne zu merken, wie die stillen, schweren Bauern dort oben sich von seinem Anbiedern angewidert fühlen. In Tirol äußert er sich nur in Schnaderhüpferln, und in Westfalen läßt er alle Augenblicke die tiefsinnige Bemerkung von den.senli« mentalen Eichen" entschlüpfen. Dabei ist ihm nicht zweifelhaft. daß er sich auf diese Weise..den Verhältnissen anpaßt", was auch einer seiner Hauptgrundsätze ist, und Land und Leute zu behandeln versteht:Die Bauern l Na ja, die Bauern, sind sozusagen auch Menschen." Wenn er einen Berg von über bvo Meter Seehvhe bestiegen hat, so kann er keinem seiner Bekannten die Nachricht davon vorenthalten und er schreibt selbst an solche Menschen eine Ansichtspostkarte, die auch ohne Kenntnis von seinen neuesten Leistungen fröhlich weiter- gelebt hätten. Er kann sich in keiner Alpenwirtsciiast aufhalten, ohne einenFez" zu inszenieren, und bringt von überall her hübsche kleine Andenken mit nach Hause. Lebkuchen von Nürnberg , Kandererbrctzeln von Baden, bemalte Muscheln' von der See und aus den Bergen die übliche Schnitzerei. Er verschenkt sie niemals, ohne bei der Heber- reichung einen kleinen, kurzen Vortrag über seineEroberungen" zu halten. Nur über die Maulschellen, die er da und dort einmal von einer resoluten Sennerin oder einem Kllchcnmadel in stiller Nacht einheimste, schweigt er diskret. So du einen solchen Auch-Wanderer auf deinen Fahrten erblickst oder da diese Leute immer weithin hörbar sind vernimmst, so meide ihn I Beschreibe mit hurtigen Füßen einen großen Bogen um solcherlei Herren und wenn du seine Nähe nicht fliehen kannst, so achte seiner nicht. Zeige ihm aber nicht, daß du seiner nicht achtest, sondern sprich einfach zu deinem Herzen: Er ist nicht dal Du kannst jenem obwohl es ihm ein großes Leid sein wird doch nicht mehr zu Liebe tun und in keiner Weise mehr zu seiner Erziehung beitragen, als daß du seiner nicht achtest. A. F. Lustfahrt. Der R u m p l e r- E i n d e ck e r 1Ll3. Nur»loch wenige Tage trennen uns von den ersten Flugkonkurreuzen. Da lohnt es, die einzelnen Kawpfapparate zu betrachten. Bereits anläßlich des zweiten Zuvcrlässtgkeitsflugcs am Obcrrhein und beim Fern- flug Berlin Wien hat der von Helmut Hirth gesteuerte Rumpler- Eindecker mit Ueberlegenheit über alle anderen Flugzeuge ge- siegt. Der Rumpf des Flugzeuges ist entgegen den meisten üb- lichen Konstruktionen aus Ringen zusammengesetzt. Durch ge- setzmäßige Abstufung ihrer Durchmesser wird ein spindelförmiger Körper gebildet, der auf geringsten Luftwiderstand berechnet ist und in dessen Achse die Motorwelle liegt. An den Rumpf setzen sich mit allseitig in großen Bogen al�erundeten Hohlkehlen die Tragflächen a», welche in ihrer Gänze verwunden werden, und zwar in der Weise, daß der ganze hintere Flügelgucrträger um eine in der Längsrichtung des Flugzeuges liegende Achse schwingt. Die Festigkeit der Flügel ist durch die entsprechend hohe und starke Konstruktion der Spanten selbst gesichert. Die Vcrspannung der Flügel gegenüber dem Fahrgestell und dem über dem Flugplatz befindlichen Tragturm de? Flugzeuges ist an jeder Seite durch vier Drahtseile zuverlässig erzielt. Das Fahrgestell besteht aus vier kräftigen Streben, die sich oben gegen die Tragflächen und seitwärts gegen den Körver stützen. Sie sind unten durch autogen geschtveißte Bügel verwinden. Daö Fahrgestell besitzt eine durch. gehende Achse, die auS einem geraden Stahlrohr besteht, da? an beiden Enden steitragend kräftige Pncuinatikräver besitzt. Achse und Fahrgcstellstreben sind durch Gummiringfcderung miteinander verbunden und stellen in Hinflcht auf geringen Luftwiderstand da? denkbar Einfachste dar. Die Betätigung des Höhensteuers des Rumplcr-EindeckcrS ge- schieht durch einen Schwingbebel. Die Querstabilität wird, wie üblich, durch Drehen des Handrades, das am Schwinghebel ange- bracht ist. bewirkt. Die Flügel werden beim Rumpler-Ein�ecker in� sich in der Weise verspannt, daß der vordere Träger der Trag- flächen fest, der rückwärtige jedoch beweglich ist. Die Seiten- stcuerung erfolgt durch Pedale. Der Rumpler-Eindcckcr stellt be- züglich seiner Steuerung an seineo Führer in physischer Hinsicht sehr geringe Ansprüche, so daß er in der Lage ist. der schtvicrigstcn Windverhältnisse Herr zu werden. Die Maschine wurde bis vor einigen Tagen von dem neuen Rumplcr-Piloten Beck gesteuert, der auf dem Flugplatz Johannis- thal fast täglich zeigte, was man aus dem schnellen und gefälligen Apparat herausholen kann. Bei einem Ucbcrlandflug sah sich Beck zu einer Notlandung gezwungen, geriet auf ungünstigen Boden und beschädigte den Apparat stark. Beck selbst und sein Passagier, ein Leutnant, erlitten Verletzungen. DieB. Z. am Mittag" hat diesen Vorfall einfach totgeschwiegen. Sie hat be­richtet, Deck wäre, ahn« zu lande», an seineu Aufsticgsort zurück- gekehrt. Geschah diese rmksichtsbolle. nämlich falsche Bericht- erstattung, weil es sich um Rumpler handelt, dessen Inserate dem Blatte Geld bringen? Man achte darauf, ob. wenn eS sich um 'den Apparat einer anderen Fabrik bandelt, dem lieben Leser ellenlange Berichte borgesetzt werden._ gm. V.rantw. Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Druck u. Verlag: Erdkunde. Vulkanausbruch in Jnnerafrika. DaS Vulkan- gebiet von Ruanda am Kivukee, das auf der Grenze ztvischen Deutsch-Ostafrika , Britisch-Ostafrtka und dem Kongostaat sich er- hebt, hat im letzten Jahrzehnt, namentlich durch die Arbeiten deutscher Reifender, eine bereits ziemlich gründliche Erforschung erfahren. Einen wichtigen Beitrag dazu liefert letzt der fran- zösifche Missionar aus dem Orden der Weißen Brüder Pages, der einen neuen Bulkanausbruch dieses Berglandes in einer Zu- schrist an den PariserCosuios" beschreibt. Der Sitz dieser Missionare ist die Ortschaft Rjundo, die etwa 30 Kilometer von dem Schauplatz der letzten Eruption entfernt auf der deutschen Seite liegt. Der Ausbruch begann in der Nacht vom 4. zum S. Dezember 1912, im Norden des.Kivusees, und zwar mitten in einem angebauten Gefilde. Er dauerte einen vollen Monat bis zum 3. Januar an. An, Morgen des 5. September bot sich den Missionaren der überwältigende Anblick einer ungeheuren Dampftvolke dar, die sich hock ütier dem Boden erhob und so viel Staub mit sich gerissen hatte, daß sie bald eine dunkle Farbe und schließlich das Aussehen von schwarzem Rauch annahm. Der obere Teil breitete sich allmählich wie ein Riesenschirm nach allen Seiten aus uno Ivurdc dann mehr und mehr ein Spiel des Windes, während der Dampf zunächst durch die kolossale Kraft des Ausbruchs als eine senkrechte Säule hinaufgeschleudert worden ivar. Beim Einbruch der nächsten Nacht wurde das Schauspiel noch großartiger durch die Widerspiegelung der Lavaglut in den vulkanischen Wolken, so daß diese ivie in Feuer getaucht er- schienen. Die auS der Lava enttvickelten Dämpfe breiteten sich in einem Umkreis von b.Kilometern in die Ebene binein auS und reichten bis zum See. Der Vulkan zeigte sich wie mit einem leuchtenden Hof umgeben. Die Missionare in Njmido hielten die Erscheinung zunächst für eine Feuersbrunst von ungewöhnlichem Umfang. In einer Entfernung von 30 Kilometern konnte man in der Nacht beim Feuer de? Vulkans kleine Druckschrift lesen, und das Schauspiel war sogar in einem Abstand von 230 Kilometern bemerkbar. Die Rauchsäule wurde von zickzackförmigen Blitzen durchzuckt, die sich zuweilen auch in Garben zu verstreuen schienen. Dieser Vorgang ist durch die Reibung der Aschenmassen mit den Dampf- wölken und durch die dadurch bedingte Enttoickelung elektrischer Spannungen zu erklären. Am 10. Dezember erreichte die Eruption den Höhepunkt. Gerade in dieser Zeit unternahm Pater Page? das Wagnis, sich der AuSbruchsstelle zu nähern. Er drang bis zur Lava vor. die zu seinen Füßen dahinströmte und ihm Dampf- Wolken ins Gesicht spie. Die von dem Krater ausgeworfenen Aschen hatten sich bis zu 200 Meter Höhe aufgehäuft. Auch die Dampfsäulc wurde immer lvisdcr erneuert, indem in rascher Folge weitere Wolken au? dem Krater hervorgestoßen wurden. In kurzer Zeit durchmaß die Lava die Strecke von vier Kilo- meiern, die den Krater vom Kivufee trennten. Die Vegetation wurde zum größten Teil vernichtet, der Wald brannte an meb- rercn Stellen. Im See erzeugte der Lavastrom eine Woge, durch die ein größeres Boot aus dem Wasser herausgeschleudert wurde. Viele Fische wurde« durch das Einströmen der Lava getötet. Die Eingeborenen freilich hatten in einigen Dörfern eine Scheu vor dem Genuß dieser Speise, da sie alles, tvaS mit'der vulkanischen Tätigkeit im Zusammenhang sieht, mit einem tief eingewurzelten Aberglauben betrachten. Die heftige Eruption dauerte volle 29 Tage, wahrend sie sich in geringerem Grade noch bis in den Februar hineinzog. Ein Besuch des wahrscheinlich sehr großen Kraters war bis zur Zeit des Berichtes noch nicht möglich geiveseu. da die Lava wegen ihrer Hitze noch nicht begangen werden konnte, auch die Luft bei der Annäherung an die ÄuöüruchSstell« geradezu erstickend Ivar Völkerkunde. Die aussterbenden NegritoS. Eine Anzahl Wissenschaft- sicher amerikaniicker Körperschaften hat dem Kongreß der Vereinigten Staaten eine Petition zugehen lassen, tn der cm gesetzlickcr Schutz für die NegritoS auf den Philippinen gefordert wird. Denn die Beobachtungen der letzten Jahre lassen keinen Zweifel darüber, daß dieser merkwürdige Volksstamm, den man als die Urbevölke- rung der Philippinen und des malaiischen Archipels ansieht, in kurzer Zeit unrettbar aussterben wird, wenn nicht staatliche Maßnahmen diesen Prozeß aufhalten. Man weiß, daß die NegritoS in alten Zeiten nicht nur auf den Philippinen hausten, sondern auch auf der angrenzenden Halbinsel, und daß sie damals die einzigen Bewohner deS Archipels waren. Heute ist ihre Zahl bereits auf etwa 25000 Köpfe gesunken, und selbst untet diesen erreicht die Zahl der rein- rassigen, unvermengten NegritoS, die ihre alte Lebensweise bei- behalten haben, kaum noch 5000. Die echten philippinischen NegritoS, die die Amerikaner zu einer Artlebenden Museum" machen wollten, zählen zu den Menschenrassen deS niedrigsten KulturniveanS. Sie bewohnen armselige nestartige Hütten, die auf Pfählen oder Bäumen untergebracht sind, und obgleich sie zu den Inselbewohnern zählen, zeigen sie eine seltsame abergläubische Furcht vor dem Wasser. Sie schwimmen nicht, besitzen weder Boote noch KanoeS, und selbst der Fischfang ist ihnen so gut Ivie unbekannt. Sie ernähren sich durch die Jagd, die sie mit Hilfe vergifteter Pfeile betreiben.__ Zorlocklts Buchdruckerei u.VerlagSanstaltPanlSinger chEo., Berlin SW.