Graf Chambord bietet sich den Franzosen wieder zur Besetzung eines Königsthrones an. Obwohl Niemand und Cham- bord selbst nicht genau weiß, wer eigentlich der Vater des dicken Grafen gewesen, schreibt er doch an die Franzosen:Meine Geburt hat mich zu eurem König gemacht." Wir halten unser Blatt für zu gut, um das Manifest dieses Edlen hier abzudrucken; wer übrigens sehen will, wie der Glaube an ihre gottbegnadete Sendung die Menschen verrückt maiben kann, der mag das Aktenstück lesen. Im Uebrigen sind wir keineswegs der Ansicht, daß die französische Bourgeoisrepublik so fest stehe, wie verschiedene Blätter glauben. Wird heut ein Staatsstreich in's Werk gesetzt, wer wäre im Stande, ihm zu begegnen, als die französischen Arbeiter? Und die kämpfen für dieRepublik " Mac Mahons so wenig, wie für dieRepublik " Thiers'. Die denken an die Maitage vor drei Jahren, an Satory und an Neu-Caledonien und werden sich auf den allenfallsigen Ruf Gambetta'S so wenig erheben, wie auf den Ruf andererRepublikaner ". Die Pariser Arbeiter wollten die Republik retten am 18. März 1871; geht sie jetzt verloren und sie ist unter dem Septennat Mae MahonS nur eine Monarchie mit falschem Namen so tragen die Helden derOrdnung" die Schuld daran. Drei neue Anklagen. Zu den verschiedenen gegen den Volksstaat" noch schwebenden Prozessen sind drei weitere hinzu- gekommen. Einmal klagt das kgl. sächsische Ministerium des Innern wegen Beleidigung der Leipziger Kreisdirektion; und die beiden anderen Anklagen gehen vonunserem" Hüttner aus. Das kgl. sächsische Ministerium deS Innern findet die Ehre seiner untergebenen Beamten angetastet durch die erste Leipziger Cor- respondenz in der Nr. 41 vom 9. April, in welcher die sehr weit hergeholte Bebauptung der Leipziger Kceisdirektion, in öffentlichen Versammlungen es sind hier die sozialistischerscits einberufenen Arbeiter- und Volksversammlungen gemeint seiin jüngster Zeit" die Absicht zu erkennen gewesen,zu Gesetzesübertretungen und unsittlichen Handlungen geneigt zu machen", kurz und bündig zurückgewiesen wird. Undunser" Hüttner fühlt sich gekränkt durch dieC. A. P. " unterzeichnete Leipziger Correspondenz in Nr. 51, in welcher von einemdoppelt vinculirten Käseblatt" nebenher die Rede ist, sodann durch die politische Ueberstcht in Nr. 57, die demLeipziger Tageblatt " u. A. Albernheit und Dummdreistigkeit nicht abstreitet und Hüttner speziell auf den Kopf zusagt, daß er mit der Scheere besser als mit der Feder zu redigiren verstünde. Gestern, am 9. Juli, wurde M ost's Appellation vom Ber - liner Kammergericht verworfen, dagegen die des Staatsanwalts anerkannt und Most wegen Beleidigung des stehenden Heeres ver- urtheilt, so daß seine Gesammtstrafe jetzt 1 Jahr 7 Monate be­trägt, also einen Monat mehr als in erster Instanz. Uebrigens war ihm persönlich seine Vertheidigung abgeschnitten, da es dem hohen Gerichtshöfe nicht beliebte, ihn vorführen zu lassen. Doch ?ruß zugestanden werden, daß seine Vertheidigung durch den Dr. jur. Arndt in keiner Hinsicht etwas zu wünschen übrig ließ. Ge- nauer Bericht folgt. DerZeitgeist" macht die erfreuliche Mittheilung, daß seine Auflage 5009 schon überstiegen hat. 3 S. Die moralische Selbstbesieckuug der Gesellschaft. (Fortsetzung.) Bei einem derartigen Experiment mit der Gesellschaft könnte man noch weiter gehen, man könnte es zum LebenSbrauche, zu einer dauernden Erwerbsquelle machen, mit dem Netze des blinden Glaubens die antiautoritäre Vernunft aus den kindlichen Ge- Hirnen zu fischen, und ist man glaubensstark und begeistert für einen solchen Beruf, so wird eS in der That innerhalb kurzer Zeit gelingen, aus dem Gehirnmechanismus das Selfgovernment, die Selbststeuerung die Vernunft herauszunehmen. Dann aber bedarf es nur noch: eine nach den bestimmten Borschriften eines Regu- lative beftiflcte Walze einzulegen und das Culturvolk ist vollendet, das jugendliche Menschenhirn in eine Spieldose umgewandelt, welche die allbekannten Gassenhauer nach der allbekannten Glau- bensmelodie dudelt. Man begreift, welche arge geistige und sittliche Verwüstung man anzurichten im Stande sein würde, wenn wan ein ganzes Heer solcher offizieller Topsbinder hätte, deren obligatorische Beschäftigung es wäre, jene Mausefallen für die wenschliche Vernunft herzurichten, in denen man dieses unbequeme Ungeziefer fangen und auf Lebenszeit gefangen halten kann. So lange ein Heer derartiger Pioniere deS geistigen Fortschritts be- stünde, dürste man selbstverständlich eine allgemeine Amnestirung der Vernunft nicht erwarten. So lange ein derartiges äußerst sinnreich construirtcs Hemmzeug tagtäglich, von lediglich zu diesem Geschäfte angestellten amtlichen Bremsern gehandhabt würde, würde wan sich bei der Handlichkeit und Wirksamkeit eines solchen Hemm- Zeuges über alle Diejenigen wundern müssen, welche sich über den beugsamen Fortschritt der Menschheit wundern. Würde ein lind- uches Gehirn von Jugend auf ähnlich wie die Füße der jugend- uchen Chinesen chaussirt, so daß sich seine Organisation nicht �kgelmäßig entwickeln kann, sondern im WachSthume zurückbleibt, l�rkümmert und verkrüppelt, so würde es sich nicht bloß um eine womentane Uebervortheilung deS betreffenden Kindes handeln, wndern um einen Betrug für daS ganze Leben, denn die geistige Decapitation(Enthauptung) ist zugleich auch eine geistige Decapl- lalisirung, insofern daS geistige Kapital durch jene Gehirnvcr- Wldung mit Ammen- und Wundermährchen einen großen Theil siinerheckenden" Eigenschaft, seiner Productivität verliert. Denn swiner würde durch eine derartige Verhunzung des Gehirns das äußerste und höchsteErwcrbsziel" in daS Jenseits, der Schwer- Punkt des bürgerlichen Dichtens und Trachtens in ein Schlaraffen- land verlegt, dadurch aber das geistige Kapital zum großen Th-ile �uverzinSlich für das Jammerchal deS Diesseits angelegt werden. �a ferner ein Kind bei seinem nicht großjährigen, unmündigen Alter sich weder zustimmend noch ablehnend verhalten könnte, so Würden wir geradezu einen geistigen Gewaltakt der räuberischsten Art begehen, und man würde unS mit Fug und Recht bei Ver- ubung einer solchen Schandthat die Absicht unterlegen, daß wir vM hilflosen Opfer bloö deshalb den Knebel der Blindgläubigkeit rmdrehen, damit wir eS nachträglich von nraoro ausbeuten könnten, 0rz wir würden mit vollem Rechte Garotteurs(Erdroßler) der Menschlichen Vernunft genannt werden können, wozu noch kommt, baß durch die Knebelung oder Erwürgung des gesunden Menschen- Verstandes für das Opfer die Fähigkeit verloren geht, zu capiren, Oaß man eS um feine geistige Mitgift geprellt hat. Durch den berauschenden und das Gehirn deSorganisirenden Zerrüttenden) Opiumgenuß von Ammen- und Wundermährchen wird aber ein jedes Gehirn unter den Selbstkostenpreis herab- gedrückt und die Eltern sowohl um das physische, wie um daS geistige Erziehungsanlazekapital gebracht, das sie in ihren Kindern anlegten, weiches aber dadurch schlechtrentirend oder vollständig unverzinslich wird. Insofern würde alsdann die Gesellschaft ihrem eignen geistigen Entwicklungsleben eine chinesische Mauer errichten, denn indem sie die geistige Produktivität deS Individuums verringert, vermindert sie zugleich die ökonomische Productivität dieses Einzelnen, weiterhin aber die Gesammtintelligenz und infolge hiervon wieder die öko- nomische Produktivität der ganzen Gesellschaft; kurz die Gesellschaft bestlehlt sich alsdann selbst, indem sie die größtmögliche Ertrags- fähigkeit der gesammten Arbeit verhindert, und somit der durch die Arbeit der Gesellschaft entstehende Reichthum der Gesellschaft nicht in dem Maße angehäuft wird, als dies bei den ursprünglich gegebenen Chancen hätte der Fall sein müssen. Dieses Sichselbstbestehlen, diese Selbstschändung und Selbst- schwächung der Gesellschaft würde alsdann förmlich Programm- mäßig erfolgen und die Beschaffenheit der nach dieser Facon ab- gefaßten Unterrichtsprogramme und Schulrcgulative würden als dann einen sichern Maaßstab für den Grad abgeben, bis zu welchem die Gesellschaft den Akt der Selbstschwächung und Selbst- schändung an sich begeht. Die vollständig bis zum Kretinismus Enthirnten, bei denen die Eintreibung desprobemäßigen" sechszöllizen Nagels in das Gehirn vollständig nach Wunsch und Vorschrift gelungen wäre, würden dadurch vollständig ihren geistigen Mittelpunkt und Schwer- Punkt verloren haben, sie würden geistig decentralisirt uud dadurch sehr geneigt sein, die Hände in den Schooß zu legen, sobald das Leben nicht mehr die Betriebskosten deckt. Durch die Verlegung des Schwerpunktes außerhalb des Mittelpunktes der geistigen und leiblichen Existenz, durch diese Excentrizität, welche dem geistig Zerkasteiten den Stützpunkt in der realen Handgreiflichkeit des Alltagslebens und somit jenen Punkt raubt, wo er den ökono- mischen Hebel einer sclbstständigen und selbstbewußten prak.ischen Thätigkeit ansetzen sollte und könnte, ist aus dem authentisch festgestellten Diesseits in ein mehr abenteuerliches als authentisch verbürgtes Jenseits verlegt. Dadurch, daß man ein Hirn zerkasteit und auf ein gern gesehenes, probemäßiges Minimalpassirgewicht herunterdrückt, geht die Selbststeuerung des Menschen und mit ihr das Selbstvertrauen verloren, und der einzige Ankergrund des geistig Entmannten besteht nur noch in der Zuversicht, daß die Haare alle auf seinem Haupte gezählt sind und kein Sperling ohne den Willen seines Vaters, nämlich d?S Sperlingvaters, vom Dache fällt. Dabei passirte es nun freilich oft genug, daß dieser Zuversichtliche alle seine gezählten Haare, oft genug sammt dem Skalpe lassen muß und sammt seinem Ankergrunde mit einer Vehemenz hinaus auf daS Pflaster fliegt, daß ihm alle Rippen�) krachen. Die hierbei erlittene Gehirn- erschütterung wirkt in vielen Fällen sehr wohlthätig, denn eS tritt nicht selten augenblickliche Entnüchterung von der Benebelung durch Vertrauensdusel und Vertrauensfusel ein und der Entnüch- terte uierkt, daß jenes Wort wohl für die Sperlinge, die Prole- tarier unter den Vögeln, feine Richtigkeit haben mag, nicht aber für die Proletarier der Menschheit. Capirt er dies in solchem Falle nicht, so capirt er eS nimmermehr! Der besser Situirte ist nicht auf diesen Ankergrund angewiesen; im Salon, in der Gesellschaft, in der Familie uud in der Theorie trieft sein christlich-germanisches Gemüth von Religiosität und sittlichem Pathos, tritt er. aber in's Comptoir oder in's Bureau, so stülpt er über sein von Mitgefühl und Nächstenliebe strotzendes Herz ein sohlledernes Futteral und blutegelt in feinem anderenDaheim", daß man ihn kaum wiederzuerkennen vermag. Er erfindet eine neue Sprach- und RcpräsentationSmcthode, um seiner Parole:Nur immer mit Anstand unanständig sein!" gerecht zu werden. Wer dieses sein Gebühren beim wahren Namen nennt, wird auS derguten" Gesellschaft excommunicirt, in den großen Baun gethan und für vogelfrci undhundSzemein" erklärt; denn die Signatur des neunzehnten Jahrhunderts ist: Für Wahrhejt das Wort Cynismus erfunden zu haben! ib. ist, wenn dieselbe nutzbringend für die weitere Ausbreitung unserer Gewerkschaft sein soll, weßhalb der Vorort diesen Beschluß gefaßt hat. Mit Gruß und Handschlag I. A.: Karl Poscr, Peterstraße 557 LB. Gewerkszenoffenschastliches» Gewerksgcnosscnschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Hand- arbeter beiderlei Geschlechts.(Sitz Weimar ). Krimmitschau, 6. Juli. In letzter hiesiger GewerkschastSmit- glieder-Versammlung wurden folgende Personen in den Aufsichts- rath gewählt: Ferdinand Böttcher, Traugott Mönch, Karl Bock. Alle Beschwerden über die Verwaltung sind zu richten an Ferd. Böttcher, Peterstraße 557 LL.(Anonyme Beschwerden, wie Unterzeichneter eine auS Braunschweig erhalten hat, werden als unberechtigt erklärt.) Vertrauensleute wurden bis jetzt bei Unterzeichnetem angemel- det: Apolda : Vertrauensmann Emil Werner, Scbützenftr. 29, Kas sirer Fritz Reichelt, Wirker daselbst, Wandergeld von früh 7 bis Abends 8 Uhr; Braun'schweig: VertrauenSm. B.Bertram, Kaiferstraße 28 daselbst, Wandergeld Mittags 12 1, Abends 7 8 Uhr: Chemnitz : VertrauenSm. JuliuS Wendler, Berns- dorfcrweg 599 B; Kassirer Karl Haase, Brühl 24, bei b iden Wandergeld; Dresden : VertrauenSm. Otto Hoffmann, Christian- straße 16, 4. Eeage, Wandergeld Mittag? 12 2 Uhr, außer Sonntags; Großenhain : VertrauenSm. Wilh. Günther, 563, Wandergeld Mittags 121 Uhr, Abends 7 8 Uhr; Kamenz : VertrauenSm. Ernst Kühne, Schloßberg 87, Wandergeld Mittags 12 1 Uhr; Rudolstadt : VertrauenSm. M. Schulze, Buchhand lung; Meerane : VertrauenSm. Karl Ferd. Börner, Emilieastr. 212(1, Wandergeld 121 Uhr, AbcndS 7 3 Uhr; München : VertrauenSm. Robert Stranck, Schleißheimerstr. 20, 1 St. bei A. Hauck; Oelsnitz: Vertrauensm. F. L. Burkholdt; Obern- dorf: Vertrauensm. Bernhardt Görber; Nowawes : Vertrauens­mann Franz Stuckenbruck, Krenzslraße 4, daselbst Wandergeld; Pfersee : Vertrauensm. Jakob Karpf, Weder bei Ch. Baumann, llir. 31; Schönau: Vertrauensm. Franz Mehner, 46, Beitrag sammler Julius Kempter, 61, daselbst Wandergeld Mittag 12 1 Uhr, Abends 79 Uhr. Die Mitgliedschaften, welche ihre Vertrauensleute noch nicht dem Vorort angimeldet haben, werden ersucht, der Aufforderung nunmehr nachzukommen. Die Protokolle der Generalversammlung zu Chemnitz werden nächste Woche versendet-werden können, und hat der Vorort den Beschluß gefaßt, daß jedem Mitglied- der Gewerkschaft sowie der Krankenkasse ein Exemplar für den Betrag von 1 Silbergroschen durch die Vertrauensmänner verabreicht werden soll, weshalb die Letzteren aufgefordert werden, die Zahl der Mitglieder ihres OrtS sofort an Unterzeichneten bekannt zu geben. Es ist die Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu wissen, was auf der Generalversammlung verhandelt und beschlossen worden Allgemeiner deutscher Töpferverein. München . Conflikt mit den Arbeitgebern in der Lohnfrage. Zuzug hierher wolle vermieden werden. Näheres folgt. Alle ar- beiterfreundlichen Blätter wollen davon Notiz nehmen. Allgemeiner deutscher Schneiderderein. Rraunschweig, 2. Juli. Die Abstimmung darüber, wo und wann die Generalversammlung stattfinden soll, hat folgende» Resultat ergeben: Leipzig stimmte für Halle a. S., Mitte Angust; Berlin für Halle a.S., 1. 15. August; Constanz für Halle a. S., Mitte August; München ist mit den Vorschlägen der Controll- kommission einverstanden; Erfurt für Halle a. S.; Barmen und Elberfeld für Braunschweig , Mitte August; Augsburg für Halle s.S.; Baireuth für Halle a. S., Mitte September; Stade für Halle a. S., Mitte August; Regensburg stimmt für die Majorität; Halle a. S. würde es mit Freuden begrüßen, wenn die Generalversammlung dort stattfinden würde; Gießen für Wiesbaden . Da nach diesem Resultat die Majorität für Halle a. S. sich erklärt hat, so berufen wir die diesjährige Generalversammlung auf Sonntag den 16., 17. und 18. August nach Halle a. S. ein. Das Lokal, wo die Generalversammlung stattfindet, sowie die Tagesordnung wird demnächst bekannt gegeben. Collegen, Vereinsgenossen! Da die diesjährige Generalver- sammlung für jeden Einzelnen von Interesse und Nutzen ist, so ist auch jeder gehalten, für die Beschickung derselben zu agitiren; der Kcanken-Unterstützungsbund ist in's Leben gerufen, es ist aber auch Sache der Generalversammlung, diese? wohlthuende Institut zu heben und zu kräftigen, denn nichts kann die Collegen mehr verbrüdern, als wenn sie in äußerster Roth für einander einstehen. Darum versäume keine Mitgliedschaft, die Generalversammlung zu beschicken, und wo die Absendung eines Vertreters unmöglich ist, da möge man sich durch andere vertreten lassen. Auch die übrigen Fachgcnossen Deutschlands mögen endlich einsehen lernen, daß ohne eine einheitliche Organisation sich ihre materielle Lage niemals bessern oder heben kann; alle Fachvereine können den Collegen nichts nützen; eS muß die ganze Masse einmüthig zusammen stehen. Wir erwarten daher eine rege Betheiligunz. Thue ein jeder Einzelne seine Pflicht, agitire jeder überall, in jeder' Werkstatt und überall wo er Collegen findet in dem Bewußtsein, daß er nur in seinem Interesse mit agttirt und nicht für diejenigen allein, welche dem Verein schon so manches Opfer gebracht yaben. Sind noch Mängel in unseren Statuten vorhanden, so bietet die Generalversammlung die Gelegenheit, dieselben zu ändern. An- träge für die Generalversammlung der Gewerkschaft, wie für den Kranken-UitterstützungSbund müssen an den Unterzeichneten ein- gesandt werden. Nach K 25 der Gewerkschafts- Statuten müssen Anträge, die auf Abänderung hinzielen, spätestens 4 Wochen nach erfolgter erster Bekanntmachung, der Generalversammlung, dem Ausschuß zur Veröffentlichung übergeben werden. Anträge zur Generalversammlung find bis jetzt folgende gestellt: Mitgliedschaft Leipzig stellt den Antrag: Der Verein möge sich der Gewerkschafts-Umon anschließen mit dem Vorbehalt, den VolkSftaat" als Vereinsorgan zu behalten und das Organ der Union nur als Beilage so oft wie nöthig erscheinen zu lassen. Mitgliedschaft München stellt folgende Anträge: 1) Auf die Tagesordnung der Generalversammlung ist zu setzen: Diskussion deS neuen SchneiderverbandS-StatutcS. 2) Dem Geschäftsführer einen bestimmten Gehalt zuzusichern. 3) Ein Schneidergehilfen- Organ in's Leben zu rufen. Der neugewählte Bevollmächtigte von Gotha ist: Kellner, Früschelgasse Nr. 27. Für den AnSschuß: F. Mumme. Wühlhausen i. Th . Wenn wir am hiesigen Orte nicht die gewünschten Fortschritte machen, so liegt dies weniger am guten Willen der Beamten, als an den Umständen, mit welchen wir zn kämpfen haben. Polizeiliche Chicane, Wortbrüchigkeit der Wirthe sind an der Tagesordnung. Am Donnerstag, den 2. Juli hatten wir eine Allgemeine Schneiderversammlunz mit der Tagesordnung: Zweck und Nutzen der Gewerkschaft" einberufen, zu der W. Bock aus Gotha als Referent erschienen war. Wortbrüchigkeit deS WirtheS vereitelte in letzter Stunde die Versammlung. Kollegen! nur dnrch festes Zusammenhalten können wir diesen Zuständen erfolgreich entgegentreten, deshalb fei Eure Losung: Eintritt in die Gewerkschaft, da nur durch diese unsre traurige Lage gebessert werden kann. Vor Allem ist eS wünschenöwerth, daß einige mit den Prinzipien schon bekannt- Gewerksgenossen sich noch am hiesigen Ort placiren. Kollegen, welche auf die Reise gehen und der Sache einen Dienst erweisen wollen, sollen sich nach hier wenden. Gruß Karl Kälker. Verein der Sattler und Berufsgenoffen. ZZerkin. Den Vertrauensmännern hiermit Folgendes zur Nachricht: Da in kürzester Zeit der Jahres Abschluß der Casse erfolgt, so ist es erforderlich, daß sämmrlichc der Eentral-Casse zu- kommenden Gelder und Abrechnungen derselben richtig zugestellt werden. Dennoch sind, ungeachtet der Mahnungen von Seiten res Verems-KassirerS, einzelne Mitgliedschaften mit ihren Ab- rechnungen und Beiträgen auf mehrere Monate im Rückstände, so baß es den Anschein gewinnt, als wenn eS sich bei den Betreffen- den nur um eine Bercinsspielerei handle,� welcher mit aller Ent- schiedenbeit entgegengetreten werden muß. Deshalb werden die Restanten aufgefordert, sämmtliche rückständige Beiträge, eiäschließ- lich des Monats Juni, spätestens bis zum 19. Jali an den Ver- eins-Kasstrer WirthS, Alexandrinenstraße Nr. 116 einzusenden. Auck, sei hier bemerkt, daß die Ab'.echnungen der einzelnen Orte so mangelhaft und undeusiich geführt sind, daß eS unmöglich ist, vaS Richtige herauszufinden, deshalb wäre es wünschenöwerth, hierauf mehr Fleiß zu verwenden, und die Abrechnunzen reget- mäßig jeden Monat einzuschicken. Ferner ist zu beachten, daß Herr BzyuSk auS RouSdorf abgereist ist(die Mitgliedschaft hat stck in Folge dessen aufgelöst), biS jetzt aber weder die Casse, noch die Vereinsutensilien au den Vorstand abgeliefert hat, worauf dtt Vertrauensmänner besonders aufmerksam' gemacht werden. Auch wird Herr Ehrensberger aus CarlSruhe ersucht, schleunigst die Ver- einSutensilien an den Vorstand abzuliefern. W. Flachsbarth, Hain- bürg: eS tznd nicht, wie in der Abrechnung steht, 3 Thlr. 21 Gr. 6 Pf. hier angelangt, sondern, wie der Coupon ausweist, 3 Thlr. 18 Gr. 6 Pf. Im Auftrage der Controlkommisfion: Theodor Burgmann. ') und zwar sehr unharmonisch krachen. Herr Hirsch!