Die Geheimnisse des neuen Plans"

Es hieße

Schacht prellt das Ausland um eine halbe Milliarde

in immer schärferer

Die braune

Geldquetsche

Bis zum letzten Mann, alle müssen zahlen! Obwohl die Arbeitsfront, die vor mehr als einem Jahre von der NSDAP als die neue Form der Gewerkschaften zur Wahrnehmung die Beharrlichkeit des Dr. den Waren festzulegen. Alle haben erkannt,| einen Kredit von sechs Monaten zu gewähren. der sozialpolitischen Belange der Arbeiter­Schacht unterschätzen, wenn man meinte, er daß die deutsche Außenhandelswirtschaft die Zuerst verweigerte Schacht die fällige Zah- schaft bezeichnet worden ist, für die Arbeiter hätte seinen alten Plan aufgegeben, die aus- bestehenden Handelsverträge wertlos ge- lung und dann benutzt er den betrügerischen und Angestellten keinerlei Wert mehr be­zu neuer Krediterpressung. ländischen Gläubiger zu expropriiren und für macht hat und suchen nun nach Wegen, um Vertragsbruch sitzt, sind die Nazibonzen doch auf den Bei­die Hitlerwirtschaft die 12 Milliarden zu sich vor einseitigen Benachteiligungen zu Die Erregung in England ist groß; die Wirt­trag jedes einzelnen Arbeiters und Angestell­annektieren, die das Ausland zu fordern hat. schützen. Aber noch ein anderes bildet den schaftskreise tadeln ten erpicht. Keiner soll der Bei­Weise die mangelnde Energie ihrer Regierung, tragszahlung für die Deutsche Sein ,, Neuer Plan", den er angesichts des Gegenstand der Verhandlungen. wachsenden Widerstands des Auslandes ent­und die früher schon angedrohte Maßnahme Arbeitsfront entgehen können werfen mußte, ist nur ein neuer Weg des Zwangsclearings wird wieder erwogen. denn die Taschen der Leygestal­zum alten Ziel und eben darin besteht Der ,, Neue Plan" erschien zunächst dem ten sind tief und das Bonzenle­sein verborgener Sinn. Ausland als eine einfache Maßnahme, die ben verschlingt viel Geld! durch eine auch ihm unangenehme, aber Der Reichsstatthalter für Sachsen , mit doch unvermeidlich gewordene Einfuhrdros- dem klangvollen Namen Mutschmann , selung die deutsche Devisenbilanz ins Gleich- hat mit seinen engsten Kumpanen Die Gläubigerinter- neuen Weg entdeckt, auf dem den letzten gewicht bringen sollte. essen erschienen durch die eben ge- Arbeiter und Angestellten der Arbeitsfront­schlossenen Abkommen zum größten Teil ge- beitrag abzuknöpfen ist, ohne daß sich die

Der direkte Weg, den Schacht zuerst ein­schlagen wollte, die offene Zahlungs­einstellung, scheiterte an der Macht der Gläubigerländer. Macht? Jene Länder, die mehr einführten als sie dahin

Notenbank einzahlen

Worin

In aller Stille hat Schacht, der öffentlich stolz jede Kreditgewährung für überflüssig erklärt, eine Zwangsanleihe vom Auslande erhoben- von nicht weni­einer halben Milliarde ger als Mark!

für deren

schützt.

erst

Jetzt erkennt man nicht nur, daß Schacht den Plan dazu benutzt hat, das Ausland um eine halbe Milliarde zu prellen, sondern man sieht sich einer Willkür ausgeliefert, die alle bisherigen Verträge wertlos macht.

die Denn eher mehr als weniger beträgt diese Summe der in den letzten Monaten aufge­bestand aus Deutschland laufenen Warenschulden, Bezahlung Schacht hohnlächelnd keine De­ausführten, also ein Passivum ihrer Handelsbilanz auf- visen zur Verfügung stellt. 2 bis 4 Millionen wiesen, mußten das Saldo, um das die Ein- Pfund betragen die Rechnungen, die engli­fuhr ihre Ausfuhr überstieg, in barem Geld, sche Spinner, Weber und Kohlenexporteure zu englische Regie­in Gold oder Devisen begleichen. Sie brauch- präsentieren haben. Die ten diese Summen nur zurückzubehalten, sie, rung hat ihre Unterhändler nach Berlin ge­statt direkt an die deutschen Verkäufer ab- schickt, die die Begleichung fordern sollen. zuführen, auf ein Verrechnungskonto ihrer Aber dreist und gottesfürchtig erklärt die Das Ausland beginnt sich zu fragen, wie lassen und konnten deutsche Presse, daß diese Forderungen ein­das alles gekommen ist, und die Erkenntnis dann daraus die Beträge sicherstellen, die zur gefroren sind und daß für sie keine an­drängt sich auf, daß es selbst es war, das die Bezahlung der Zinsen an ihre Gläubiger er- dere Lösung bleibt als eine Stillhaltung verchwenderische Wirtschaft der Diktatur, allmählicher Abzahlung! forderlich. waren. Dagegen war Schacht der Gläubiger bei die Kosten der Kriegsfinanzierung, das rück­wehrlos und so mußte er jene zahllosen Ver- Damit habe sich das Ausland eben abzufin­sichtslose Dumping zum großen Teil finan­Diese Abzahlungen könnten in zwölf rechnungsabkommen schließen, bei den. ziert hat. Der ,, Neue Plan" wird so zur denen er zwar eine gewisse Zinshera b- Monatsraten vor sich gehen. Für die Gnade, die vom setzung erreichte, aber auf das Ziel des bezahlt zu werden müßten aber die Gläubi- Quelle unabsehbarer Konflikte, finanziellen Gebiet der Gläubiger- und Schuld­Vollmoratoriums vorerst verzichten mußte. ger auch ihrerseits sich dankbar Dies gilt jedoch nur den Ländern gegenüber, Da sich die Spinner von Lancashiere natür- nerverhältnisse auf das der industriellen und kommerziellen Beziehungen übergreift. Im­die einen Einfuhrüberschuß im Verkehr mit lich geweigert hatten, ohne Bezahlung ihre mer mehr Sprengstoff häuft die Diktatur auf! Deutschland aufweisen und sich aus ihm be- Ware weiter zu liefern, so wird jetzt Dr. Richard Kern. ihnen gefordert, für die neuen Lieferungen zahlt machen können.

Für die anderen, von denen die Vereinig­ ten Staaten am wichtigsten sind, ist die Moratoriumsanordnung der Reichsbank zunächst in Kraft geblieben. Da im Okto­ber die Zahlungen auf und die Dawes­Younganleihe fällig werden, dürfte denn der Konflikt mit den Vereinigten Staaten in sein akutes Studium treten. Auf seinen Austrag kann man gespannt sein.

erweisen.

von

Geld und Blut

einen

Bonzen und Bönzchen darum zu bemühen brauchen.

Dieser Mutschmann hat in der Anwen­dung von Methoden zur Bereicherung eine lange Erfahrung: er war früher Textilfabrikant und hat während des Krieges an privaten Garnschiebungen aus dem besetzten belgischen Gebiet nach Deutschland klotzig verdient. Jetzt hat dieser Reichsstatthalter, dem es der nationalsozialistische Ministerpräsident Kil­linger zu verdanken hat, daß er am 30. Juni beinahe mit um die Ecke gebracht worden wäre, gemeinsam mit seinem Wirtschafts­minister und dem Landesobmann der Deut­ schen Arbeitsfront einen Aufruf erlassen, in dem

mit die Betriebsführer aller Betriebe mehr als zehn Mann Belegschaft auf­gefordert werden, die Einziehung der Beiträge für die Arbeitsfront durch die Lohnbüros der Betriebe vornehmen zu lassen.

Es wird erklärt, daß nach den bisherigen Erfahrungen für die Lohnbüros keine wesent­aber liche Mehrbelastung eintrete. Wohl Das böse Gewissen der Mörder werde eine wesentliche Entlastung von etwa 100.000 Amtswaltern ein­berichtet| Sinne vorliegt, dann handelt es sich also um treten, deren Arbeitskraft dann restlos für Mord. Wo bleibt die Anklage? Wenn die die Hauptaufgaben der Deutschen Arbeits­

Die Baseler>> National- Zeitung

Die Hinterbliebenen

Für die in

Der Unternehmer

die Arbeitsfront

Das ist einfach und

-

aus Berlin : Der Mißerfolg aber, den Schacht gegen->> Die Affäre des 30. Juni hat durch einen Mörder des Herrn von Bohse zur Verant- front verwendet werden könne. über den europäischen Gläubigerländern er- in den letzten Tagen entschiedenen Konflikt wortung gezogen werden, warum nicht auch den kleinen Betrieben angestellten Mitglieder litten hat, ist groß. Das Jahressoll aus zwischen den Angehörigen der Opfer und die Mörder von Klausener, Probst und ande- der Arbeitsfront sollen besoldete Hauskassie­Zinsen und Dividenden gegenüber dem Aus- einigen Versicherungsgesellschaften ein inter- ren? Wir vermissen den Namen Schlei- rer angestellt werden. land wird auf 700 Millionen RM. veran- essantes Nachspiel erfahren. Die Mehrzahl cher! Und weiter, wenn die Mörder des Ein» genialer< Plan! schlagt. Auf Grund der verschiedenen Son- der Opfer des Röhm- Putsches hatten nämlich Herrn von Bohse sich auf Befehl berufen behält künftig von jedem seiner Arbeiter und derabmachungen hat Deutschland aber Lebensversicherungen abgeschlos- und als der Befehlsgeber Göring sichtbar Angestellten bei der Lohn- und Gehaltsaus­noch immer mindestens 450 Mil- sen. Wie üblich, waren diese Versicherungen wird? Es tut sich eine Perspektive auf: un- zahlung den Betrag für lionen jährlich zu transferieren. auf der Basis abgeschlossen, daß bei einfa- bequeme Mordgehilfen werden durch Ge- zurück und führt dann den Gesamtbetrag an Davon entfallen 125 Mill. auf die Schweiz , chem Todesfall die einfache Versicherungs- richtsurteil stille gemacht und den Rechts- die Arbeitsfront ab. 154 auf Holland , 25 auf Kreuger- Anleihe und summe, bei Tod durch Unfall aber die kreisen als Schlachtopfer vorgeworfen, damit ziemt sich wohl auch für das Dritte Reich so! Lee- Higginson- Kredit, 40 Mill. auf die Zin­doppelte Versicherungssumme ausgezahlt der Groll von Hitler , Göring und Genossen sen der englischen und französischen Dawes- wird. Die Frage entstand nun, welche der abgelenkt werde! und Younganleihe- Besitzer und 100 Millionen beiden Todesfälle bei den versicherten Opfern Wer glaubt, daß dem Recht freier Lauf auf Stillhaltezinsen. Das Verhältnis zu dem des 30. Juni in Frage komme. Versicherungs- gelassen würde gegen die Mörder, der ist ein größten Gläubiger, den Vereinigten Staaten , technisch handelt es sich nämlich auch um unheilbarer Illusionist. ist, wie gesagt, vorläufig ganz in der Schwe- einen» einfachen Todesfall<, wenn der Ver- der Opfer erhalten Geld. Aber Recht? Daß be. Hier kann der neue Angriff einsetzen. sicherte durch Gerichtsspruch zum Tode ver- man Blutschuld nicht mit Geld abwaschen Beruht die Stärke der Gläubigerländer auf urteilt und hingerichtet wird. Nun waren kann, dafür haben die Korruptionisten des ihrem Einfuhrüberschuẞ, so wird ihre Ab- zwar die Opfer des 30. Juni hingerichtet wor- braunen Systems kein Verständnis. wehrkraft im selben Verhältnis gelähmt, in den, aber es lag kein Urteilsspruch vor. Nach dem es gelingt, den Einfuhrüberschuß zu ver- langen Verhandlungen, in welche auch die| mindern, die Zahlungsbilanz zur Deckung zu Regierung eingriff, wurde nun den Angehö­bringen. rigen der Opfer des 30. Juni, soweit sie der Dies ist der Bericht von dem Augsburger zahlt werden, sind damit von ihrer einzigen Streik. Dazu gibt der ,, Neue Plan" allerhand Nationalsozialistischen Möglichkeiten. Die Ueberwachungs - angehörten, nur die einfache Versiche- Es streikten nicht hunderttausend Mann. stellen bestimmen ja jetzt, nicht nur ob rungssumme ausgezahlt, da die Regierung Ein paar Männer, die zogen die Schalter und wieviel, sondern auch aus welchem Lande den Standpunkt vertrat, daß ihr Tod zwar eingeführt werden darf. Es liegt so in der ohne vorheriges Urteil, aber durch souveränen Die kleine Belegschaft ging vor das Haus. gestelltenschaft nicht das geringste zu tun Hand des Wirtschaftsministeriums, die Ein- Rechtsakt erfolgt sei. fuhr aus einem Lande auf Kosten anderer zu Hingegen wurde für die andern, nicht steigern, den Einfuhrüberschuß

zu

verrin- nationalsozialistischen

Partei

heraus.

Streik

Still standen die Transmissionen.

Schicht

Für den, der nichts sieht, ist nichts ge­schehn,

als Laufen und Stillstehn und Laufen. Und doch, die Hand, die zum Hebel griff, ohne Mittagssirene und Pausenpfiff, sie schob eine Welt aus der Achse.

Kein armer Teufel kann den nach Geld durch die Lappen hungrigen Bonzen >> Herren Amtswalter< gehen! Die hunderttausend an der Zahl allein in dem kleinen Sachsen , die für ihre Tätigkeit reichlich entschädigt werden, haben nu noch weniger zu tun die schlechtbe­zahlten Angestellten in den Lohnbüros müssen dafür unentgeltlich Mehrarbeit leisten!

-

Die hunderttausend Amtswalter, die aus den Beiträgen der Deutschen Arbeitsfront be­ Tätigkeit

, der des Beitragskassierens befreit. Jetzt können sie sich den>> Hauptaufgaben< widmen, die mit den Interessen der zwangs­weise Beiträge zahlenden Arbeiter- und An­

haben!

schaft

Es wird jedem politischen Leiter verboten, zwecks Nachforschung seiner arischen Ab­stammung im Ausland mit den entsprechen­den deutschen diplomatischen oder konsula­rischen Vertretungen direkt in Verbindung zu

treten.

Aus einem Erlaß des Bayreuther Gauamts­leiters, veröffentlicht in der, Bayrischen Ost­

wacht."

Die Gebeine der arischen Großmütter scheinen sich demnach, um den ständigen Be­lästigungen zu entgehen, ins Ausland ge

Es war nicht viel Lärm, keine Sensation Opfer bemerkenswerte Aus- mit Tränengas, Schüssen und Streikbruch. Großmütter auf Wander­gern oder zum Verschwinden zu bringen und eine, auch politisch so das Land der Mittel zu berauben, aus de- nahme gemacht. Den Hinterbliebenen dieser Die Zeitung gab einen Dreizeilenbericht. nen es die Gläubiger bezahlt hat. Da gleich- Toten wurde, wie man hört, die doppelte Man ging aus dem Hof zur nächsten ausgezahlt. zeitig auch der Export durch die Ueber- Versicherungssumme wachungsstellen mittels der Ueberweisung der Man gab damit zu, daß ein» Unfall< im ver- und schaltete ein die Motoren. nötigen Rohstoffe und durch die Genehmi- sicherungstechnischen Sinne vorlag. So er­gung der Verbilligung mittels Scrips dirigiert hielten die Angehörigen des Ministerialrats werden kann, so kann auch durch Steigerung Klausener, des Dr. Bohse, des Rittmei­des Exports die Ausgleichung der Zahlungs- sters von Kessel, des Sohnes des früheren bilanz mit dem betreffenden Lande beschleu- Oberstleutnants und Kommandeurs der Mar­nigt werden. Jedenfalls besteht die paradoxe ken von Kessel, des Münchener Musikkriti­Tatsache, daß Deutschland an einem Ueber- kers Schmidt und des Vorsitzenden der der schuß seiner Ausfuhr in ein Land kein In- katholischen Jugendverbände Saar , Dies war der Befehl, es gibt keinen Streik, teresse hat, solange dieses Land dadurch in Probst, die doppelte Versicherungssumme. es gibt nur schuften und schweigen. zu Der Familie des Dr. Bohse wurde sogar noch Doch kommt ein Ende, der Hunger pfeift den Stand gesetzt ist, seine Gläubiger bezahlen. Gerade an der Beseitigung dieser erklärt, daß die Mörder des Herrn von Bohse und wenn die Not an den Hebel greift, dann hilft nicht Blei aus Gewehren. Möglichkeit hat Schacht alles Interesse, wäh- zur Verantwortung gezogen würden. rend im Ausland neue Beunruhigung entstan- über hinaus wurde der Familie eine Staats­pension zuerkannt. Auch die Hinterbliebenen Ihr zwingt den Sklaven mit Kette und Hieb, den ist. erhalten die ein Mensch, der kann viel ertragen. Fast alle Staaten verlangen deshalb jetzt des Ministerialrats Klausener neue Verhandlungen, deren Ziel es ist, sich gesetzliche Pension, auf die Klausener als Be- Doch wenn ihr kein Brot dem Hunger vor der Willkür der deutschen Außenhandels- amter Anrecht hatte, ausbezahlt.<< zerbrechen Befehle vor größerer Kraft. In der Schweiz er­regelung zu schützen. Wenn bei den nicht- nationalsozialistischen Der Hunger schlägt alle Waffen. wägt man den Plan, Importkontingente zu Kurt Doberer, vereinbaren, also die Menge der einzuführen- Opfern Unfall im versicherungstechnischen

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Dar­

schafft,

flüchtet zu haben.

Göbbels , der Tausendfingrige Argentinische Tageblatt

Das

in Buenos Aires ist die führende anti­faschistische Zeitung Argentiniens in deutscher Sprache. Wie die argentinische Presse mitteilt, haben» unbekannte Täter< > Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit in die Redaktionsräume des Blattes<< geworfen. Es entstand ein Brand, der jedoch gelöscht werden konnte.