Aus der Gestapo -Vlölle Die Praxis der Prügelfolter Wie Geständnisse entstehen

Wir veröffentlichen im folgenden einen Bericht eine« sozialdemokrati­schen Opfers der Gestapo aus Hamburg : Die Gestapo ist in Hamburg in verschie­dene Inspektionen eingeteilt. Jede bearbeitet die Sachen einer bestimmten Partei, z. B. KPD , SPD . Stahlhelm, Nazis usw. Drei Be­amte führen die Untersuchung, machen die Verhaftungen und die Vernehmungen. Wäh­rend dieser Zeit bleibt der Verhaftete zur ausschließlichen Verfügung dieser Dreier gruppe im Konzentrationslager Fuhlbüttel (Kolafu). Die bekannteste Gruppe für SPD -Sachen besteht aus den Kriminalsekretären Wrist, Meier und Krüger. Ihr Büro be­findet sich im Stadthaus, Alter Bau, IV. Stock. Jeder hat seine Arbeit während der Verneh­mung und führt sie auf seine Art durch. Sie ergänzen sich gegenseitig. Wrist ist etwa 1.65 bis 1.68 m groß und ungefähr 38 bis 40 Jahre alt. Er versucht bei der Vernehmung mit gutem Zureden und durch Freundlichkeit etwas zu erreichen. Die Gefangenen redet er grundsätzlich mit Sie an, er schlägt auch nicht. Meier, etwa 1.70 groß, 38 bis 40 Jahre alt. Breit und kräftig. Er sagt nur>Du« zu den Verhafteten, spricht in einem gemei­nen, groben Ton. Er gebraucht oft seine Fäuste. Krüger ist derjenige, der in Funktion tritt, wenn die beiden anderen nichts erreichen. Er tritt und schlägt sofort. Er mißhandelt die Verhafteten andauernd. Er ist der, der die Leute»fertig« macht. Krüger ist etwa 1.80 m groß, schwarz und von kräf­tiger Gestalt, er ist 25 bis 27 Jahre alt. Wenn ein Verdächtiger verhaftet werden soll, der Arbeit hat, dann wird er von dort unauffällig weggeholt. Man ruft ihn zum Chef oder ins Kontor und nimmt ihn mit. Ist der zu Verhaftende arbeitslos, so holt man ihn des Nachts aus dem Hause. Es wird immer eine Haussuchung durchgeführt, die jedoch oberflächlich ist, da man weiß, daß man nichts findet. Der Verhaftete wird zum Stadt­haus gebracht. Erst bei der Personalaufnahme und der Ueberreichung des Schutzhaftbefehls erfährt er den Grund der Verhaftung. Auf dem Schutzhaftbefehl steht gleichzeitig, daß eine Beschwerde unzulässig ist. Nun wird die erste kurze Vernehmung von Wrist gemacht. Er sagt, Lügen sei zwecklos, X, Y und Z hätten bereits alles gestanden. Fast immer wird zuerst alles ab­gestritten. Und der Verhaftete wird dann ins Polizeigefängnis Hütten gebracht. Am näch­sten Tag geht es wieder ins Stadthaus zum Fotografieren und zur Abnahme der Finger­abdrücke. Wieder kurzes Verhör und die Frage, ob er es sich schon überlegt habe. Gleichzeitig die Drohung mit dem Konzen­trationslager. Vor der Ueberführung ins Kon­zentrationslager kommt noch einmal ein Be­amter in die Zelle und gibt Bescheid, daß es in anderthalb Stunden losgehe. Noch hätte er also Zeit"zum Ueberlegen. Im Konzentrations­lager sage er doch alles. Das Essen ist sowohl im Stadthaus als auch im Hüttengefängnis erträglich. Morgens und abends gibt es ein Stück trockenes Schwarzbrot und einen Becher schwarzen Kaffee. Mittags Bin topf. Gewöhnlich Erbsen oder Bohnen. Im Konzentrationslager Fuhlsbüttel be­ginnt ein neues Stadium der Vernehmung. Im Konzentrationslager gibt es nur SA- und SS - Leute. Sie tragen Stahlhelme und sind mit 98er Gewehren bewaffnet. Alles geht mili­tärisch. Nach dem Aussteigen aus der»Grü­nen Minna« wird sofort das Antreten zu zweien geübt. Dann heißt es Antreten, marsch, marsch an die Wand. Hier muß jeder Ange­kommene drei bis vier Stunden stehen. In straffer Haltung, Gesicht zur Wand, die Nase fest angedrückt. Ein SA-Mann geht auf und ab und korrigiert die Haltung durch Püffe und Schläge. Nach und nach wird aufgerufen und jeder muß sich in militärischer Haltung beim Kommandanten Hannes Rhode melden. Er muß dem Kommandan­ten seine angeblichen Verbrechen vom Schutz­haftbefehl laut vorlesen. Der Kommandant erklärt dann, daß alles Lügen hier zwecklos sei. Wer sein Gedächtnis verloren hätte, dem würde es dann und wann aufgefrischt. Hiernach gibt es Zeug. Jeder erhält sieben verschiedene Sachen. Eine blaue Pilotjacke, Hose, Weste, Mütze ohne Schirm, einen karierten Bettbezug mit Laken und eine Woll­decke. Dann geht es in die Zelle. Der Wacht­meister gibt die Verhaltungsmaßregeln. Mor­gens 6'/i Uhr Wecken: 7 Uhr Kaffee; 81,- bis 9 Uhr Freistunde(Rundgang im Hof): 12 Uhr Mittag: 18 Uhr Kaffee; 19 Uhr Schlafen. Am Tage darf das Bett nicht be­nutzt werden, wer dabei ertappt wird, dem wird das Mittagessen entzogen. Ebenso be­

straft wird, wer aus dem Fenster guckt. Wird die Tür geöffnet und der Wärter tritt ein, muß Meldung gemacht werden. Der Gefan­gene muß seine Zelle jeden Tag fegen und Staub wischen. Das WC. wird mit der Hand gereinigt. Eine Einzelhaftzelle ist 3'/imal 2 Meter groß. Das Fenster ist 1.70 m vom Fuß­boden entfernt, damit man nicht hinaussehen kann. Die Zelle hat folgendes Inventar; Ein Bett mit einer Seegrasmatratze, einen kleinen Tisch, einen Hocker, Brotschrank, Wasch- und Essenschale, einen Trinkbecher, einen Löffel und Salzfaß. Durch die Zelle geht ein dün­nes Heizungsrohr. Das Essen wird von Gefangenen verteilt. Das Brot wird vor der Zellentür auf den Fußboden gelegt. Der Wächter öffnet alle Türen und auf Kommando muß der Gefan­gene raustreten, sein Brot aufsammeln und sofort wieder reingehen. Das Mittagessen ist ohne Fleisch gekocht. Jeder erhält einen Li­ter. Abends gibt es dasselbe, Kaffee und trockenes Brot, wie am Morgen. Einmal in der Woche erhalten die Gefangenen y, Pfund Schmalz oder Marmelade. Im Gestapoverhör Am dritten Tag meiner Fuhlsbütteler Haft kamen die Gestapobeamten Wrist und Meier zu einem Verhör. Ich bestritt alles, was sie mir vorwarfen. Darauf zogen sie wie­der ab und erklärten, daß Ich meinen Mund schon noch aufmachen würde. Am nächsten Tag wurde ich wieder geholt Diesmal war es Wrist allein. Er war ausgesucht freundlich und höflich zu mir. Bloß als er ging, sagte er: »Meinetwegen können Sie hier in Ihrem Käfig verrecken. Mir ist es ganz egal«. Acht Tage später kamen sie beide wieder. Wieder sagten sie, ich solle das Lügen lassen. X, Y und Z hätten gestanden. Ich verlangte, den anderen gegenübergestellt zu werden. Das wurde mir nicht erlaubt. Meier drohte beim Kommandan­ten vorstellig zu werden, damit ich eine »bessere« Behandlung bekäme. Hier hätten sich schon mehr Leute aufgehängt. Und das wolle ich doch nicht. Diese Art der Verhöre wiederholte sich fünf Wochen lang. Manch­mal zweimal am Tage. Eines Abends mußte ich zum Rasieren antreten, das heißt soviel wie: am nächsten Tag geht es zum Stadthaus. Wieder beginnt eine neue Perlode. Zu zweien aneinandergefesselt wurden wir in einem großen Saal des Stadthauses unter­gebracht. Hier mußten wir, mit dem Gesicht zur Wand, warten, bis wir an die Reihe ka­men. In der Mitte des Saales saß auf einem hohen Bock ein Gestapobeamter, um die Ge­fangenen zu beobachten. Dann wurde ich von Wrist aufgerufen und zur Inspektion ge­bracht. Das Verhör begann von Neuem. Wie­der stritt ich alles ab. Darauf bekam ich von Wrist ein Stück Brot mit Wurst und eine Zigarette. Plötzlich kam Meier, riß eine Tür auf. In der Tür stand X., den ich mit aller Gewalt kennen sollte. Meier fragte, ob er mich kenne. X. sagte ja. Nun wurde X wieder abgeführt.

Darauf kam Krüger, den ich seit mei­ner Verhaftung nicht mehr gesehen hatte, ging auf mich zu und warf mir eine brennende Zigarette ins Gesicht. Er steckte sich eine neue an und warf mir dann das Streichholz ins Gesicht.»Du Schwein, kannst Du Dich nicht melden?« Ich machte darauf Meldung:»Schutzhaftgefange­ner A.« Nun versuchte er mich durch allerlei Redereien zu reizen. Er sagte:»Du willst ein Kerl sein? Ein Furtz bist Du. Wenn Du sagen würdest: ich kenne ihn, aber ich will ihn nicht kennen, dann bist Du ein ganzer Kerl.« Er gab mir links und rechts Ohrfeigen und nahm mich mit ins andere Zimmer, wo sich außer Wrist und Meier noch fünf andere Gestapoleute aufhielten. Sie beschäftigten sich mit beschlagnahmten Büchern. Meier gab mir den Befehl, 200 Kniebeugen zu machen. Ich begann. Nach der zehnten gab mir Meier einen großen Kontorbock, den ich mit rauf- und runterheben sollte. Nach eini­gen weiteren Kniebeugen legte er ein schwe­res Buch auf den Bock. Er kommandierte: »Schneller, weitermachen«. Ich aber hörte auf. Meier schrie mich an:»Willst Du Schwein nicht mehr?« Ich sagte ihm, daß ich nicht mehr könne. Wrist hatte inzwischen das Zim­mer verlassen, während die anderen sieben einen Kreis um mich gebildet hatten. Sie machten sich lustig Uber mich, weil ich so schwitzte. Da mir übel wurde, bat Ich höflich um ein Glas Wasser. Krüger:»Frech wirst Du Schweinehund auch noch? Wasser willst Du haben? Leim werde ich Dir in den Hals schmieren«. Krüger kam näher, klopfte mir auf die Schulter und sagte auf Plattdcutseh; »Mensch, Du bist verrückt. Segg dat doch. Während Du hier drin sitzt, läßt Deine Alte sich draußen von anderen... und Du dummes Schwein sitzt hier und sagst nichts. Wenn Du es sagst, kommst Du sofort raus und alles ist vorbei«. Ich bestritt weiter, den Mann zu kennen. Krüger und Meier fielen über mich her, schlugen mich mit den Fausten, tra­ten mir in den Bauch. Ein anderer schlug meinen Hinterkopf andauernd mit einem Lineal, so daß zwei frische Narben, die ich hatte, wieder aufsprangen. Als das Blut mir in den Nacken lief, hörten sie auf. Ich mußte mich mit dem Gesicht zur Wand in eine Ecke stellen. Während der anderthalb Stunden, die ich da stand, bewarfen mich alle sieben ab­wechselnd mit den Büchern, die ich aber un­aufgefordert zurückbrachte. Krüger fragte: »Bei welchem Mord warst Du dabei? Bei Zyranka, was? Kennst Du Adolf Hitler ?« Ich antwortete:»Ja«.»Hast Du ihn schon ge­sehen? Hättest wohl am liebsten einen Knak- ker bei Dir gehabt?« Ich verneinte. Krü­ger:»Kennst Du Karl Marx ? Du weißt doch, wer das ist? Ich dachte, es wäre ein Duz­freund von Dir. Du warst doch in der Schufo? Hundert Stück von Deiner Sorte und Ihr hättet den Putsch gewonnen: Dafür müßt Ihr jetzt büßen«. Wieder mußte ich mich in die Ecke stellen.

Nach einer halben Stunde kam Wrist, nahm mich wie einen Schuljungen bei der Hand und führte mich ins Nebenzimmer. »Kennst Du ihn jetzt?« fragte er. Ich ver­neinte immer wieder. Darauf nahm er ein Protokoll auf, in dem stand, daß ich alles leugnete. Dann wurde ich wieder nach Fuhls­ büttel gebracht. Nun begann die viert« Periode. Der Kommandant rief mich zu sich und erklärte mir, daß ich in Eisen ge­legt werden müsse, weil ich bei der Verneh­mung Selbstmordabsichten geäußert hätte. Als ich bestritt, Selbstmordabsichten geäußert zu haben, schrie er mich an:»Du Schwein, willst Du etwa behaupten, daß die drei Be­amten lügen?« Dann wurde ich in die Zelle abgeführt, mußte meinen Hooker auf den Gang stellen, mich mit dem Kopf zur Wand setzen und mein Stück Schwarzbrot essen. Nach Beendigung der Mahlzeit wurden mir die Hände auf dem Rücken zusammen­geschlossen. Um 19 Uhr kam der Wächter, ich mußte mich ausriehen, aufs Bett legen und meine Arme ausstrecken, die er dann an dem Bett anschloß. Nach dem Wecken wur­den mir morgens die Ketten abgenommen, ich mußte mein Bett machen und auf dem Gang mein Schwarzbrot essen. Das ging so mit Ausnahme einer Vernehmung, die von Schlä­gen und Kniebeugen begleitet war, 14 Tage lang. Nach dieser Zeit wurde ich eines Morgens zum Kommandanten geführt. Er war früher Polizeioberwachtmeister von der Wache 46 In Barmbeck . Rhode laus mir ein Schreiben der Staatspolizei vor, in dem mitgeteilt wurde, daß ich mich bei der Vernehmung frech und herausfordernd benommen hätte. Dafür müsse er mich jetzt bestrafen. Er diktieret mir 6 Tage Dunkelarrest zu. Mit einer Wolldecke unter dem Arm kam ich in die Zelle. Meine Hände wurden sofort wieder auf dem Rücken zusammengeschlossen. In der Zelle befand sich nur eine Holzpritsche und ein Kübel. Sie stank ekelerregend, da sie nie gelüfet wird, hatte kein Fenster und war vollkommen dun­kel. Essen gab es nur morgens und abends: ein Stück Schwarzbrot und Kaffee, Ich durfte mich nicht waschen und mir auch nicht die Zähne putzen. Nachts wurden die Fesseln nicht vom Rücken genommen. Ich bat den Wachtmeister, mir doch wenigstens in der Nacht die Hände vorn zu fesseln, da ich nicht liegen könne. Er antwortete mir:»Du Schwein. Stell Dich doch in die Ecke. Du hängst Dieb ja doch bloß auf.« Nach 6 Tagen wurde ich von Wrist abge­holt Als er mich fragte, ob ich den Mann jetzt kenne, gab ich zu, daß ich ihn einmal gesehen hatte. Darauf kam ich wieder in Einzelhaft. Am nächsten Tage wurde ich im Stadt­haus von einem mir vollkommen unbekann­ten Beamten erneut vernommen. Er war äußerst höflich. Da man mir nichts nach­weisen konnte, wurde ich nach zwei Tagen entlassen. Mir ist es bestimmt nicht am schlechtesten bei den Verneh­mungen ergangen. Ich weiß, daß Ge­fangene wochenlang in ihren Zellen mit den Händen auf dem Rücken an dem Bett oder an der Heizung angeschlossen waren.

Wagemaim gegen Hitler Wirtsdiafisprophetie und Wirtsdiaftsstatisük

Schon auf der Nürnberger Parteiparade vom vorigen Jahre hatte der Reichskanzler und Führer sich als Wirtschaftsprophet auf­getan. Er hatte versprochen, aus jedem Deutschen einen Autobesltzer zu machen und seinen unerschütterlichen Willen verkündet, die Autoproduktion gewal­tig steigen und damit die Wirtschaft insge­samt mächtig beschwingen zu lassen. Kurz vor dem diesjährigen NUrnberg -Parteifest am 26. August, läßt Prof. Wagemann einen Wochenbericht seines Instituts für Konjunk­turforschung erscheinen, der wie Wider­legung der vorletzten und eine vorweggenom­mene Widerlegung der letzten Prophezeihung von Nürnberg anmutet. In einer Untersuchung »Die Kraftfahrzeugsaison 1936, bearbeitet im Auftrage des Reichsverkehrsministers«, wird festgestellt, daß der Aufschwung in der Auto­produktion sich bereits im Abschwin­gen befindet. Es hatte zugenommen die Zulassung von Personenkraftwagen im Jahre 1933 um 99.5, Lastkraftwagen im Jahre 1934 um 103, Kraft­räder im Jahre 1934 um 55 Prozent. Seitdem hat sich die Zunahme stetig vermindert. Für 1936 schätzt das Institut die Zunahme der Zulassungen von Personenkraftwagen auf 16, von Lastkraftwagen auf 36, von Krafträdern auf 34 Prozent und sagt voraus»eine Ver­langsamung, ja selbst eine Abschw&chung des Automobilabsatzes wäre... an sich

nicht ausgeschlossen«. Eis wird festgestellt, daß in Berlin der Absatz von Personenkraft­wagen im letzten Jahre in sehr viel stärke­rem Maße als In den vergangenen Jahren der Befriedigung des Ersatzbedarfs diente. Mit anderen Worten; es werden nur alte Autos durch neue ersetzt, aber keine neuen Auto- käufer gewonnen. In den Kleinstädten auf dem Lande sei zwar der Aufschwung viel stärker, dennoch sei es sicher,»daß der Absatz von Personenkraftwagen in der nächsten Zeit wohl kaum noch in dem Tempo weitersteigen wird wie in den Jahren 1934 bis 19 36«. Die Autokonjunktur von 1933 ist auf eine Maßnahme zurückzuführen,»die zwar welter wirksam bleiben wird, die sich aber allmäh­lich doch abschwächen muß«: die Abschaf­fung der Kraftfahrzeugsteuer. Daß das keine Wundertat des Führers ist, zeigt ein Ver­gleich mit England. In der Zeit von 1932 bis 1935 hatte die Kraftwagenproduktion Englands und Kanadas zusammen von 220.000 auf 465.000 Wagen zugenommen, also auf mehr als das Doppelte. Deutschland folgt also anderen Ländern auf dem Wege zur Motori­sierung. Die Verbilligung der Autoproduktion ist von dem Reichskanzler und Führer als seine persönliche Leistung gepriesen worden. Dagegen heißt es in dem Wochenbericht: »Die deutsche Industrie konnte mit dem

Preisabbau der englischen in den letzten Jahren nicht Schritt halten«. Auch in Elngland ist eine Senkung der PS-Steuer erfolgt, sie war aber»sehr viel geringer als In Deutschland «. Warum sind also die Haltungskosten eines Autos»in Groß­ britannien auch heute noch niedriger 7 c »W eil der Treibstoff billiger ist.« Mit diesem einen Satz wird Hitlers Heils- verkündlgung vom letzten Nürnberg -Partei­tag als Humbug gekennzeichnet. Denn es wird erwiesen, daß der Zwang zum Gebrauch von Ersatzstoffen, weil sie die Produktion verteuert, zum Hemmnis der Produk­tion wird außer wenn es auf die Kosten nicht ankommt, weil man es nur auf die militärische Motorisierung, nicht auf die pri­vate abgesehen hat. Ganz unverhüllt gegen Hitlers Autophan- tasie vom vorigen Jahr gerichtet ist die Fest­stellung, es bestehe»zwischen dem Preis des Kraftfahrzeuges und dem Einkommen des Käufers in Deutschland ein ganz anderes Verhältnis als in den Vereinigten Staaten «, und es»müßten in den inter­nationalen Vergleich neben den Ausgaben für die Kraftfahrzeuganschaffung die Ausgaben für den Betrieb und die Unterhaltung der Fahrzeuge einbezogen werden«. Wie sollte auch die Masse der deutschen Bevölkerung, die die Panzerautos bezahlen muß, Geld für Privatautoa übrig haben!