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Präsident Graf Ballestrem:

Sie dürfen den Minister einer befreundeten Macht nicht mit folchen Schimpfworten beleidigen, ich rufe Sie deshalb zur Ordnung. ( Beifall.)

Abg. Liebermann- Sonnenberg:

Abg. Dr. Oertel- Sachsen:

V

unterliegen, zu intervenieren. Es müßte zum wenigsten sicheres deutschen Intereffen entspricht, wie denjenigen der Aufrechterhaltung bitten, entweder eine beruhigende Erklärung abzugeben oder doch Geleit von England für die Sanitätskolommen des internationalen und Sicherstellung des Weltfriedens. Ich kann aber nicht schließen, die Wiederholung derartiger Dinge zu verhindern. Boereukomitees erlangt werden können. Protestieren müssen wir ohne auch meinem Bedauern Ausdruck zu geben über die Art und Weise, Es widerstrebt mir eigentlich, von dem Minister Chamberlain auch gegen eine Rede, die Fürst Wolff- Metternich vor kurzem in wie der Herr Vorredner sich ausgesprochen hat über inneröstreichische noch ein Wort zu sagen, dessen innere und äußere parlamentarische Hamburg gehalten hat. Es wird ja neuerdings viel in den Hanse- Verhältnisse. Wie wir es nicht gern haben und es uns unter Qualifikation ganz gut unterbleiben kann, weil sie communis opinio Städten inter pokula gerebet.( Heiterfeit.) Man vergißt Umständen sehr ernstlich verbitten, wenn man sich in unsre inneren ist.( Sehr gut, rechts.) Herr Richter meinte mit Recht, wir hätten bessere leider den Spruch im Bremer Ratsteller: Was wir all- Angelegenheiten einmischt, dann müssen wir auch die inneren An- Dinge zu thun. Auf den Schnupfen des Schatzsefretärs lege ich wenig hiero tosen, das bleibe unter. Nosen". Ich möchte wünschen, daß gelegenheiten andrer Länder mit demjenigen Taft behandeln, der Wert. Ich glaube nicht, daß er diplomatisch in Gänsefüßchen gewesen ist. so manche jener Reden der neuesten Zeit wie auch die des Fürsten nach wie vor die beste Grundlage für torrekte internationale Be- Man kann auch vom Reichskanzler nicht verlangen, daß er plöglich, Metternich unter Rosen gehalten und dort geblieben wären. Die ziehungen ist.( Lebhaftes Bravo! im Centrum und links.) etwa bei der Beratung der Seemannsordnung oder des Zolltarifs, althergebrachten Beziehungen" zwischen England und Deutschland be­aufsteht und sagt: Der Minister Chamberlain hat mit stumpfen standen darin, daß nns England bei jeder Gelegenheit übers Ohr gehauen Zähnen auf Granit gebissen. Er mußte eine passende Gelegenheit hat.( Heiterfeit.) Nach meiner Ansicht besteht ein wirklicher Jugendstil Die wirtschaftliche Krise ist hervorgerufen durch eine Ueber- abwarten. Ich würde Herrn Chamberlain im Ortus lassen, wohin er in folgenden politischen Geboten:" Du sollst Deinen Nächsten lieben produktion, die wieder ihre Ursache hat in der Ueberspekulation der gehört, wenn nicht die Times" unfrem hochverehrten Reichskanzler vors. von ganzem Herzen, von ganzer Seele und vom ganzen Gemüt. Börse, auf die wir seit langem vergeblich hingewiesen haben. Jetzt geworfen hätte, er habe die Worte Chamberlains garnicht verstanden. Nach Du sollst die Rechte fremder Völker achten und ehren. Wenn fremde hält es die Industrie in ihrer augenblicklichen Notlage für selbstver: ber wörtlichen Uebersehung der Rede Chamberlains hat dieser nicht nur Völker aber die Faust gegen Dich ballen, so sollst Du sie wieder ständlich, daß ihr der Staat zu Hilfe tommt, fordert aber die Thaten des englischen Heeres als denen des deutsch - französischen mit geballter Faust an die freche Nase fassen."( Große Heiterfeit.) die Landwirtschaft, die dauernd daniederliegt, Unterstützung Krieges ähnlich bezeichnet, sondern er hat sich dazu verstiegen, zu Das ist Bismarckscher Stil, das ist Jugendstil . Solche Aus- seitens des Staates, so spricht man von agrarischer Begehrlichkeit. sagen, daß alles, was in Südafrika noch geschehen möge, nicht aus fälle tönnen ja unter Umständen auch mit der Eleganz( Sehr richtig! rechts.) Die Bauffrachs hätten nicht den Umfang nähernd heranreiche an das, was im deutsch - französischen Kriege ges geführt werden, mit der es der Reichskanzler am Mittwoch that. annehmen können, wenn die Presse ihre Schuldigkeit gethan hätte. schehen sei.( Hört! hört! rechts.) Danach ist die scharfe Charakteristit, Die Aeußerungen des Grafen Wolf- Metternich stehen im Widerspruch Das ist bisher nicht geschehen. Trotzdem hatte Herr Sidefum nicht die Herrn Chamberlain vorhin zu teil wurde, mindestens zu ver­mit den Ausführungen seines hohen Chefs, des Reichskanzlers.( Sehr das Recht, der gesamten Dresdener Presse Käuflichkeit vorzuwerfen. stehen, wenn auch vom Präsidenten des Reichstags nicht zu verzeihen. richtig 1) Aber die Erklärung des Reichskanzlers fam zu spät, biel Im Gegenteil hat die gesamte Dresdener Presse entschieden protestiert Chamberlain ist gerichtet. Was würde wohl in England geschehen zu spät. Schon die Interpellation des Abgeordneten Dr. Arendt gegen die Vergehungen der einzelnen Redacteure und ihre Namens- sein, wenn der Reichskanzler vielleicht auf dem Pinneberger Kreistag betreffend die Kriegsinvaliden hätte vor Weihnachten Gelegenheit nennung gefordert. Was Herr Südekum über die Thätigkeit der oder der Handelsminister Möller bei einem Duisburger politischen zu einer Erklärung. der Regierung gegenüber Chamberlain Aufsichtsräte sagte, war zum Teil richtig. Juteressant war Kneipabend Aehnliches über das englische Heer gesagt hätten? Ich geboten. Aber damals bekam der Herr Staatssekretär den Schnupfen. mir aber, daß Herr Südekum die Aufsichtsräte des Leipzig glaube, wir hätten nicht mehr die Freude, die beiden hochverdienten ( Heiterkert.) Ich weiß nicht, ob er den Schnupfen aus Diplomatie BI a gwizer Konsumvereins Typen für social- Herren hier oben zu sehen. Damit will ich nicht etwa auf den betam, oder ob der Schnupfen so diplomatisch war, sich zur rechten demokratische Aufsichtsräte hinstellte. Sonst behaupten die Herren Sturz Chamberlains himvirken; ich gönne unsren englischen Zeit einzustellen.( Große Heiterkeit.) Die Erklärung ist zu spät ge- Socialdemokraten immer, mit den Konsumvereinen absolut nichts Freunden diesen Kolonialminister von ganzem Herzen. Mögen fommen und ihr Ausbleiben hat uns das Weihnachts- und Neujahrs- zu thun zu haben, wenn wir einmal von socialdemokratischen sie so lange an ihm zu verdauen haben, bis seine Un­fest vergällt.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Konsumvereinen sprechen. Uebrigens ist es Herrn Südefum trok verdaulichkeit an ihnen selbst in die entsprechende Erscheinung tritt. Wenn Sie( zu den Soc.) unter der schmachvollen Beleidigung feiner genauen Kenntnis der Verhältnisse in dem Leipziger Konsum( Seiterkeit.) Das scharfe Urteil über Chamberlain teilen nicht nur nicht leiden, so beweist das nur, daß Sie anders empfinden, als die verein, wie es scheint, doch entgangen, daß dieser Verein bei einem die deutschen Frauen und Kinder, wie ein jüngst heimgegangener große Mehrzahl des deutschen Volkes.( Erneutes Gelächter bei den Reingewinn von über einer Millionen Mart seinen 667 Angestellten Stollege einem sehr hohen Herrn gesagt haben soll, diese Entrüstung Soc.) Weil in Chamberlain sich für unser Volk die Gesamtpersön- im legten Geschäftsjahre insgesamt nur etwas über 600 000 m. hegen alle deutschen Männer, so weit sie männlich zu fühlen ver­tichkeit darstellt, die an diesem verruchten Kriege schuld hat, an Gehältern gezahlt hat. mögen,( Beifall rechts), und die deutschen Männer der Zukunft werden weil man in ihm den Aktienbefizer von Diamantminen und Die Haltung des Centrumsredners Herrn Bachem zum Postetat über diesen Mann ein Urteil fällen, das parlamentarisch unmöglich Goldminen sieht und den Freund von Rhodes und Jameson, hat mich verwundert. Er hat die Gebührenherabsetzung getadelt, ist. Ein Fluch wird über diesem Kriege lasten, über dem, der ihn denjenigen, der schuld ist, daß dieser Raubkrieg in so ver- fein Kollege Dasbach hat doch diese Gebührenherabsetzung sehr eifrig hervorgerufen hat und über denen, die es geduldet haben, daß er ruchter Weise geführt wird, deswegen ist es der Meinung: verlangt Die Post ist dazu da, dem Verkehr zu dienen, allzu große mit einer Grausamkeit geführt worden ist, wie Der Minister Chamberlain ist der verruchteste Bube, den Ueberschüsse braucht sie nicht zu bringen. Der Staatssekretär muß bisher kein Krieg der Welt. Gottes Erdbeden trägt.( Unruhe. Glocke des Präsidenten.) mit Reformen vorgehen und namentlich dem platten Lande das Wohl- Den Grafen Wolff Metternich hat Herr Liebermann wohl etwas wollen weiter zuwenden. Die Stempelabgaben für Aktien und mißverstanden. Den Jugendstil beziehen wir doch nicht auf uns. eingefchätzt worden. Cuge usw. sind in diesem Jahre um 40 Proz. niedriger Das Wort kann sich doch nur auf die Diplomatie beziehen. Der Es ist zu hoffen, daß hier größere Der Voranschlag ist ein sehr niedriger. Reichskanzler wird besser als wir wissen, wo extravagante Diplo größere Einnahmen erzielt maten sizen.( Heiterkeit.) Wir wollen die alten Beziehungen zu werden. Im Lande glaubt man, daß mant damit die England aufrecht erhalten, die Fürst Bismard für not­Notwendigkeit einer Börsen- Novelle begründen will. Ich bin zu wendig erklärt hat. Wir wollen korrekte Beziehungen zu England, Einen parlamentarischen Ausdruck für diesen Minister giebt harmlos, um so etwas zu glauben, aber im Lande giebt es weniger äußerst forrett fein und wenn mit dem Begriff der Korrektheit es nicht. Beleidigen kann dieser Mann unser Volksheer nicht; harmlose Leute. Ad vocem Börsengesek. Hochachtung vor dem der Begriff der Kühle verbunden ist, so schadet das nichts.( Sehr gut! höchstens deshalb, weil er Minister ist. Eine in Deutschland er neuen Handelsminister, dem es gelungen ist, das preußische Staats- rechts.) Daß der Draht mit Rußland in Ordnung ist, freut uns. Nur scheinende englische Zeitung, die von einem Herrn Bloch redigiert ministerium für eine Börsenreform zu gewinnen. Kommt eine Vor­wird, hat an mich, wie auch wohl an andere Reichstags- Abgeordnete lage an das Haus, so werde man an eine Börsenreform mit aller allzugroße Freundlichkeiten sind überflüssig, sie können zu leicht den Wie dann die Farce laufen wird, Begriff des Vasallentums erivecken, vor dem Fürst Bismarck immer gegen Deutschland enthalten. Mit einer Anfrage heßt der Jude auch eine Enttäuschung erleben. Das Reichsgerichts- Urteil wegen des Dreibund habe ich nichts entgegenzusetzen. Wir müssen nur betonen, Den Ausführungen des Reichskanzlers über den gegen Deutschland . Die englische Preſſe untersteht sich neuerdings, Differenzeinwandes steht durchaus auf dem Boden des Gesetzes. Wir daß wir beim Dreibund mehr die Gebenden als die Empfangenden find. den deutschen Reichstanzler meistern zu wollen. Die Ideale, find bereit, den vom Reichsgericht angenommenen Standpunkt aus- Es ist deshalb für uns wertvoll, schon in volkspsychologischer dekoras zu denen der Beschauer der Sieges Allee erzogen werden foll, find aber preußisch- deutsche Ideale. Sie erwecken auch ein Be- drücklich ins Gesetz hineinzuschreiben. Wir werden auch auf den tiver Hinsicht. Wir wünschen die Aufrechterhaltung des Dreibundes Dem Bundesrat möchte ich in von Herzen, aber unsre Verbündeten dürfen sich nicht einbilden, daß dauern darüber, daß die Empfindungen des deutschen Volkes vielfach aller Bescheidenheit raten, diese überlastete Session nicht noch mit wir durchaus auf sie angewiesen sind. Unfre Stellung ist heute so, Deklarationszwang zurüdfommen. dort nicht verstanden werden, wo wir es am meisten wünschen. Das deutsche Heer sollte gegen solche fremden Angriffe, gegen seine einer Börsenreform zu belasten. daß wir niemand nachzulaufen brauchen. Auch das Wort, daß Gleichstellung mit Räuberbanden und Diebes­Ueber die Finanzlage ist schon viel gesagt worden. Gegen eine wir überall in der Welt verhaßt seien, lasse ich nicht gelten. Ein Gefühl Erhöhung gesindel gesichert sein, denn die englische Armee besteht zum und Fuß, ja mit dem ganzen Körper( Heiterkeit) entgegenstehen, weil sich dort Angehörige einer andern Rasse mehr als gut der Matrikularbeiträge werde ich mich mit Hand der Mißstimmung mag im Auslande hier und da gegen uns bes großen Teil aus solchem Gefindel. stammen. Aber eine Finanzreform ist dringend notwendig, ist breit machen. Im übrigen haben doch die Ereignisse in China die die Einzelstaaten unabhängiger vom Reich macht. Kommt es zu bewiesen, daß Deutschland noch recht geachtet in der Welt dasteht. neuen Steuern, so find wir gegen direkte Steuern. Was die Besteuerung Diese Stellung können wir behaupten, wenn wir weiter so friege von Bier und Tabak anlangt, so wird sorgfältige Prüfung notwendig sicher wie bisher bleiben. Unser Grundsatz muß heißen: neminem sein, ehe man sich bindend dazu äußert.( Heiterfeit.) Mehr tann lädere, semet servare( niemand verletzen, sich selbst befriedigen). ich heute nicht sagen. Stommt es zur Biersteuer, so wird eine Staffel-( Lebhafter Beifall rechts.) steuer notwendig sein, die die kleinen Brauereien zu Gunsten der Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Nachdem der Präsident die parlamentarische Censur berhängt großen entlastet. Werden neue Steuerquellen notwendig, so wird hat über eine Aeußerung des Borredners, gehe ich auf die von vor allem das Centrum seine Sprödigkeit bei der Süßstoffbesteuerung v. Sonnenberg : Ich habe mich entschlossen, nicht mehr das Wort Das Wort zur persönlichen Bemerkung erhält Abg. Liebermann dieser Rüge betroffene Bemerkung nicht weiter Ich aufgeben müssen. Ich hoffe, wir werden unter dem Zwange der in der Diskussion zu nehmen, sondern will einige Mißverständnisse, glaube mich im Einklang mit der großen Mehrheit dieses Verhältnisse zu einem wirksamen Süßstoffgesetz kommen.( Sehr die dem Herrn Reichskanzler über meine Rede unterlaufen sind, im hohen Hauses zu befinden, wenn ich der Hoffnung Ausdruck gebe, richtig! rechts.) daß sich nicht die Gewohnheit einbürgert, von der Tribüne Redner warnt dringend davor, an eine unitarische Gestaltung des deutschen Reichstages aus fremde Minister zu bedes Reichs zu denken und die Rechte der Kleinen nicht auf das fchimpfen.( Bravo ! rechts.) Es würde das weder den Gepflogen- sorgfältigste zu schonen. Auch in Sachsen ist man nicht geneigt, im Präsident Graf Ballestrem: Das ist nicht persönlich. Sie heiten des deutschen Volkes, das ein gesittetes Bolt ist, entsprechen, noch staatsrechtlichen Sinne von einer Reichsregierung zu sprechen. im Intereſſe unsrer Politik liegen( Lebhafte Bustimmung), und ich muß Hoffentlich gelingt es dem Reichskanzler, die notwendige Einheit in fönnen nur richtig stellen, wenn der Herr Reichskanzler Sie miß­gleichfalls mein tiefes Bedauern aussprechen über die Art und der Regierung Hochzuhalten. Hoffentlich kommt es da nicht wieder verstanden hat. Was der Herr Reichskanzler Ihnen gegenüber thun Weise, wie fich der Vorredner ausgesprochen hat über das Heer vor, daß ein höherer Reichsbeamter in einer Zeit, wo wir in zu müssen glaubt, können Sie nicht im Nahmen einer persönlichen eines Volkes, mit dem wir in Frieden und Freundschaft leben. die Bahnen des Schutzzolls einlenken, davon spricht, daß jeder neue Bemerkung besprechen. Abg. Liebermann v. Sonnenberg : Der Reichstanzler irrte ( Sehr richtig! und wiederholte Zustimmungsäußerungen.) Wenn Kreuzer ein Schwergewicht in der Wage des Freihandels sei.( Heiter­wir empfindlich find über jeden Angriff gegen die Ehre unsres teit.) So eine kleine Entgleisung wird fünftig hoffentlich vermieden ferner, wenn er sagte, ich hätte Angriffe erhoben, ich befand mich eignen Heeres, so dürfen wir auch nicht fremde Heere be- werden. Dem schönen Wort des Reichskanzlers von der Notwendigkeit lediglich in der Abwehr; er irrte ferner, wenn er meinte, ich könnte leidigen( Zustimmung und Widerspruch), in denen es auch einer träftigen Heimatspolitik stimmen wir von ganzem Herzen zu. meine Aeußerungen nicht verantworten. Ich verantworte sie voll­Leute giebt, die zu sterben verstehen.( Lebhaftes Dieses Wort soll aber keine Dekoration bleiben, sondern That und ständig und wünsche dem Herrn Reichskanzler, daß er immer in Wahrheit werden. Herr Bassermann hat meine Freunde gewarnt, gleicher Lage wie ich sein möge. Graf v. Ballestrem: Dieses Wünschen ist nicht mehr persönlich. Run hat Abg. Baffermann, wie ich höre, seinem Befremden den Bogen beim Bolltarif zu überspannen. Diese Warnung darüber Ausdrud gegeben, daß nicht irgend eine autorisierte Stimme, war überflüssig, Wir sind uns wohl bewußt, wie weit wir geben( Große Heiterkeit.) wie beispielsweise Abg. Liebermann v. Sonnenberg : Der Reichskanzler irrte die Norddeutsche Allgemeine Zeitung", dürfen, aber auch, wie weit wir gehen müssen, um den Reichskanzler lichen Meinung und unsrer Presse gewissermaßen die Wege gierung aufgefordert, klipp und klar zu sagen, was sie will, und die im Volke schier verzweifelt ist, daß seine Stimme nicht an der Stelle in Betreff der Chamberlainschen Aeußerungen unsrer öffent in seiner Heimatpolitik zu unterstützen. Herr Bassermann hat die Ne- chließlich, wenn er sagte, der schroffe Ton mache mir Vergnügen oder sei meine Gewohnheit. Ich habe den Ton angeschlagen, weil man gewiefen hätte. Unfre Presse und unsre öffentliche Meinung Direktive in der Zollfrage zu übernehmen. Nun, das ist staats­müßten auf einer niedrigen Stufe stehen, in rechtlich nicht gut möglich. Es handelt sich doch um gemeinschaft- gehört wird, die sie hören soll.( Sehr gut! rechte.) Die offiziöje Fragen der nationalen Ehre des Leitmotivs von oben, der Barole liche Beschliffe des Bundesrates und des Reichstages. Herrn Basser- Presse wird mich so schelten, daß ich hoffen darf, einige meiner Worte werden nun auch bis zu jener Stelle dringen. von oben bedürften. Der Wert einer großen Preffe und einer mann sind Neuwahlen unter der Zollparole bedenklich. Uns gar Präsident Graf v. Ballestrem: Auch dieses Hoffen war nicht nationalen öffentlichen Meinung beftcht eben in der Freiheit nicht. Wir fürchten uns nicht, wenn durch Neuwahlen entschieden mehr persönlich.( Große Heiterfeit.) ihrer Bewegung. Das Vorrecht dieser Freiheit ist das Gefühl wird, ter auf dem Standpunkt der Heimatspolitik Hierauf schließt die Sigung. der Verantwortlichkeit, und das habe ich soeben bei dem Grafen Bülow steht, und wver auf einem Standpunkt Vorredner vermißt. Nächste Sigung: Sonnabend 1 Uhr.( Fortsetzung der heutigen ( Sehr gut! und Zustimmung rechts, im steht, der am Centrum, bei den Nationalliberalen und Freisinnigen.) Schluß 61 Uhr.

eine Anzahl von Anfragen gerichtet, die großenteils Beleidigungen Gründlichkeit herangehen. das wissen die Götter. Die Linke aber faun dabei gewarnt hat.

Das deutsche Volk bebt und zittert danach, daß sich ein Staats­mann finden möge, der die Kluft überbrückt, die eingerissen ist zwischen dem deutschen Volksgewissen und der teilen öhe, wo Throne stehen.( Lebhafter Beifall bei den Antisemiten.)

Bravo!)

Reichskanzler Graf Bülow:

ein.

Rahmen einer persönlichen Bemerkung berichtigen. Es ist ein Miß­verständnis des Herrn Reichskanzlers, wenn er glaubt, daß er in der Lage sei, mir eine Rüge erteilen zu können.

Versammlungen.

Socialdemokratie Beratung. prägnantesten durch die vertreten wird. Ich fürchte mich gar nicht vor Ich habe vor einigen Tagen keinen Zweifel darüber gelassen, io Ichen Neuwahlen. Ich fürchte nur, daß dann Männer daß es durchaus berechtigt war, wenn unsre öffentliche Meinung den hierherkommen, die um ein gutes Quantum agrarischer und unbeug­Versuch, auch den nur scheinbaren, als ob die Ehre unsrer Armee an- samer find, als wir.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Ich glaube nicht, getastet werden könnte, mit Entschiedenheit zurückgewiesen hat. Wenn daß die Diäten genügen werden, um die Obstruktion zu brechen. aber diese Zurückweisung nur ein Vorwand sein sollte, um uns Diäten sind nur ein kleines Mittel und die liebe ich nicht. Ich glaube, Die Kellner, Köche und Berufsgenoffen hielten gestern in den eine andre Haltung aufzunötigen gegenüber dem füd- wir werden in der Bekämpfung der Obstruktion die Rücksichts: Arminhallen eine öffentliche Versammlung ab, in der Reichstags­afrikanischen Krieg, oder ein Proteft, um feindliche losigkeit beweisen müssen, die Herr Liebermann wollte. Ohne sie Abgeordneter H. Moltenbuhr über die Aussichten des Beziehungen herbeizuführen zwischen unsrem Volke und einem wird nichts werden. In der Bollfrage handelt es sich um die Er- Arbeiterschutz- Gesezes für das Gastwirtsgewerbe Volke, dem wir nie feindlich gegenübergeftanden haben und haltung des Mittelstandes. Das ist gute Bismarcksche Politit, und im Reichstag und Bundesrat und das Verhalten mit dem und zahlreiche und schwerwiegende Intereffen ver- ich freue mich, daß ein Hamburger Großlaufmann seine Kollegen der Unternehmer referierte. Der Referent schilderte zunächst binden, so will ich nicht den mindesten Zweifel darüber lassen, daß gewarnt hat, in dieser Frage unter der Führung der Socialdemokratie in eingehender Weise die schädlichen Folgen der langen Arbeitszeit ich so etwas selbstverständlich nicht mitmache. Durch Reden, zu marschieren. und den Mangel an genügenden Ruhezeiten in gesundheitlicher und Resolutionen und Volksversammlungen können Bezüglich Chinas freue ich mich, daß wir halbwegs mit heiler sittlicher Beziehung und fritisierte sodann das Verhalten der Unter wir uns die Richtschnur unsrer auswärtigen Politit haut wieder herausgekommen sind. Ich wünsche, daß wir bald ganz nehmer im Gastwirtsgewerbe, die sich mit allen Mitteln gegen eine nicht vorschreiben lassen.( Lebhafter Beifall links.) Diese heraus wären. Durch die offene Thür tragen wir mehr hinein, als wirkungsvolle Regelung der Arbeitsverhältnisse wenden und am liebsten wird lediglich bestimmt durch das reale und dauernde Interesse des heraus.( Heiterkeit.) jedweden Schutz der Angestellten verhindern möchten. Der Redner Landes und das weist uns darauf hin, unter voller Aufrechterhaltung Ich komme auf die südafrikanischen Verhältnisse. Hierbei fezte sodann auseinander, daß es eine große Jukonsequenz und unsrer Selbständigkeit, unter voller Aufrechterhaltung unsrer erkenne ich an, daß der Reichskanzler nicht auf alle Versammlungs- ungerechtigkeit ist, daß der größte Teil des gastwirtschaftlichen Würde und Ehre, mit England friedliche und freundschaft- reden, Bierbantreden und Resolutionen ohne weiteres Rücksicht Personals, wie das weibliche Küchenpersonal, worunter sich ein liche Beziehungen zu pflegen.( Sehr wahr! links.) Das nehmen kann. Er würde ja dann von Pontio ad Pilatum gefchickt. sehr großer Prozentjak jugendlicher Personen befindet, und und nichts andres hat auch der kaiserliche Botschafter Aber die Uebereinstimmung des deutschen Volkes bezüglich des die große Zahl der Hausdiener 2c. von dem gesetzlichen Schutz aus in London sagen wollen und zwischen dem, was er gesagt füdafrikanischen Krieges erfordert doch eine getvisse Rücksicht geschlossen werden sollen, was außerdem zur Folge haben wird, daß hat und dem, was ich neulich gefagt habe, besteht nicht der nahme. Ich verlange teine Intervention, die uns nur in einer dieser Teil der Angestellten noch mehr belastet und teilweise mindeste Unterschied. Daß uns die Aufrechterhaltung freund wenig glänzenden Vereinsamung sehen würde, aber die deutschen die Arbeit der geschützten Personen mitverrichten muß. Im schaftlicher Beziehungen zu England nicht gerade erleichtert Interessen im Kriegsgebiete müssen doch etwas besser gewahrt werden weiteren gab der Redner der Meinung Ausdruck, daß die worden ist durch den Zwischenfall, der uns seit einigen als bisher noch nach der Interpellation des Freiherrn v. Hoden- Regelung nicht auf Grund des§ 120 e der Gewerbe- Ordnung, Tagen beschäftigt, werden mit mir alle einfichtigen Streife berg find deutsche Missionare in grausamer Weise deutsche Missionare in grausamer Weise in die sondern durch ein Gesetz erfolgen müßte, und er forderte schließlich, nicht in Deutschland , sondern England Konzentrationslager gezerrt, ist deutsches Kircheneigentum ver- nachdem legte Betition der Gasthofsbesitzer bedauern. Ich möchte Hoffnung aussprechen, wüstet worden. Die deutschen Interessen müssen mit den Reichstag in treffender Weise gekennzeichnet hatte, die mit als deutsche Versammielten auf, daß uns in gutunft solche Zwischenfälle erspart werden mögen, die der Nachhaltigkeit gewahrt werden, die vir endliche aller Energie für eine uns eine Haltung erschweren, die ebenso sehr den englischen und Reichsbürger fordern. Ich möchte die Regierung dringend Regelung der Arbeitsverhältnisse einzutreten. Die Ausführungen

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