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der Krone.

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ms fostet es 17 Proz. Da können sich die Ungarn schon zehnt hindurch unfre Politik auf der Straße gemacht; durch die] Bolte Bien kann sich der Kritik an der Fraktion nicht an ein großes Heer leisten, wenn wir es zahlen.( Schr richtig 1) Fraktion ist uns eine audre Möglichkeit des Ausdrucks der politischen schließen. Die Angst vor Kompromissen sei ganz thöricht. Wir müssen In wichtigen Fällen halten sich die beiden Delegationen in Schach . Willensmeinung der Arbeiterflaffe geworden. Damit soll die außer etwas erreichen; die chriftlich- sociale Mehrheit im Landtag muß, zer­Statt gemeinsam den Willen des Volkes im Gegensatz zur Krone parlamentarische Thätigkeit nicht herabgesetzt werden. Aber es find trümmert verden.( Zustimmung.) Das fönnen wir nicht aus eigner zu verfolgen, sind sie nur der Schemel für die Machtgelüfte fegt Kräfte frei geworden für andre Aufgaben. Die gewerkschaftliche Straft, wir brauchen ein Bündnis mit den Fortschrittlern und sollten Organisation hat sich mit großer Schnelligkeit aufgebaut. Aber da nicht so zimperlich sein.( Beifall.) Auch die Ungarn gehen mit unbengfamer Energie daran, einen unsre ganze Thätigkeit nach außen gerichtet war, ist die Erziehung Hueber- Wien weist als Vertreter der Gewerkschaftskommission national einheitlichen Staat zu bilden. Sie haben dort auch sehr viele des einzelnen zu wirklichem socialdemokratischen Bewußtsein zurück auf eine Aktion hin, die im Herbst dieses Jahres mit Unterstützung Nationalitäten. Die Deutschen sind ihnen nicht gefährlich bei der Ent- geblieben. Es muß endgültig verzichtet werden auf die alten der Partei von den Gewerkschaften ausgehen soll, um sich die nötige nationalisierung, dagegen befinden sich die slavischen Nationen in der Formen des des äußeren Kanipfes. Offensive; in ihnen ist noch nationale Expansionskraft. Die nationale müssen wir sagen: Burite ins Haus, zurück in die Vereine, zurück des Reichsgerichts und die Praxis der Verwaltungsbehörden. Eine Mit vollem Bewußtsein Bewegungsfreiheit zu sichern. Redner erinnert an die Entscheidungen Autonomie ist den Ungarn ein Dorn im Auge und sie suchen sie in die Organisationen zur Erziehung der Arbeitertlaffe, zurück, um mächtige Organisation mit einer Streifversicherung hat das Unter­deshalb auch in Oestreich zu verhindern. Sie wollen, daß Oestreich nachher um so häftiger vordringen zu können.( Bravo !) Es giebt nehmertum gebildet, um jeden Versuch, die Lage der Arbeiter zu weiter der zerfaserte und zerfranzte Staat bleibe, ein Sammelsurium Unzufriedene, die da tlagen, es geschieht nichts. D, Arbeit ist genug verbessern, im Reime zu ersticken. Bei diesen Kämpfen muß Licht der Unmöglichkeiten. da, mögen sie nur kommen und Hand mit anlegen. Aber ich fürchte, und Schatten gleich verteilt sein. Ein Gefeßentwurf zur Reform des Noch wichtiger sind die wirtschaftlichen Gründe gegen den sie bedürfen selber der Erziehung.( Bravo !) Das ist der allgemeine Vereins- und Versammlungsrechtes in Oestreich wird von der Gewerk­Ausgleich. Wir sind für große wirtschaftliche Einheiten, wir vertreten Gedanke für unsre Taftit. Was nun in besonderem das Parlament schafts- Stommiffion ausgearbeitet und der Fraktion überreicht werden. ader in der Frage des Schuzzolles und Freihandels den Arbeiter nicht betrifft, so scheint es ja keine Luft zum Selbstmorde zu haben. Wenn wir nun in Volksversammlungen das Preßrecht, das Vereins­nur als Konsumenten, sondern auch als Produzenten. Deshalb find unfre Fraktion ist nie in der Lage gewesen, es zum Selbmord zu und Versammlungsrecht und die Invalidenversicherung in Verbindung wir unter Umständen auch für den Schutzzoll zu Gunsten junger, treiben.( Buruf Der Mut hat gefehlt). Welchen Mut meinen mit dem Ausgleich behandeln, dann werden wir eine starke Bewegung emporblühender Industrien. Ganz unbegreiflich aber muß es er Sie denn. Vielleicht den Mut, sich lächerlich zu machen?( Heiterfeit.) ins Leben rufen.( Beifall.) scheinen, daß zwischen Vertragsstaaten, die eine Rolleinheit bilden, Wir fürchten nur einen Tod, den: an der Lächerlichkeit zu sterben. Eine Resolution ist eingelaufen, die der Fraktion vollen Dank ein Zollkampf entstehen kann, in dem ein Teil auf Kosten des andern Und den wären wir gestorben, wenn unsre 10 Mann das Parlament und Anerkennung ausspricht. feine wirtschaftlichen Kräfte zur Entfaltung bringt. Das aber hätten sprengen wollen.( Sehr richtig!) So haben wir aus dem Brod beantragt einen Zusatz, der die Parteileitung ermahnt, thut lugarn. Unter dem Ausgleich ist seine Induſtrie ge- Barlament herausgeschlagen, was sich herausschlagen ließ, den Neun- immer eingedenk zu sein, daß die Befreiung des Proletariats mir waltig emporgewachsen, gefördert durch staatliche Begünsti- stundentag für die Bergarbeiter, die kommende Preßreform. Was das Wert des Proletariats selber sein fanu, daß alle bürgerlichen gungen, Prämien, Refaktien, Ausnahmetarife. Hauptsächlich der die Frage der Obstruktion betrifft, so ist das parlamentarische Recht Parteien uns gegenüber eine reaktionäre Masse seien, und daß ein Ungarn wegen haben wir, die wir ein Getreideimportland find, der Mehrheit so lange einzuhalten, als es wirklich besteht. Erst Kompromiß mit bürgerlichen Parteien, durch das nur unsre Partei Agrarzölle geschaffen. Ungarn dagegen behandelt die östreichische wenn ein Rechtsbruch begangen wird, wenn statt des Gesetzes der kompromittiert werden kann, thunlichst vermieden werden muß. Industrie äußerst illoyal. Der steirische Kaufmann, der auf den Majorität das Gesetz der Gewalt proklamiert ist, dann hat eine Dr. Czech Brünn stellt folgende zwei Anträge: 1. Der social ungarischen Markt kommt, wird mit Konsumistenern belegt. Das Minorität das Recht und auch erst die wirkliche politische demokratische Verband wird aufgefordert, darauf zu dringen, daß der Aergste auf diesem Gebiet leisten die Ungarn mit der Besteuerung Möglichkeit, zur Gewalt, d. b. zur Obstruktion überzugehen. Eine von der Regierung vorgelegte Preigesetz- Entwurf in der nächsten der Donau- Dampfschiffahrts- Gesellschaft und der Begünstigung der Majorität, die nur das Recht der Majorität ausübt, auf die Dauer Seifion des Parlaments zur Verhandlung gelange und im Sinne ungarischen Fluß und Seeschiffahrts- Gesenschaft. Die Ungarn vergewaltigen zu können, ist ein irriger Gedanke. Daß eine kleine unsrer Brincipien abgeändert und ausgestattet werde. sperren die rumänische Grenze. Die Folge ist, daß unser Export Partei, wie die unfre, die Majorität hätte vergewaltigen und fie nach Rumänien aufhört. Ebenso steht es mit der Eisenbahn- Politik hindern können, die Fahrkartensteuer zu beschließen, daß man wegen Ungarns , die Oestreich die Hände bindet, ihm den Zugang zum der Fahrkartenftener das Barlament hätte zertrümmern fönnen, das Orient versperrt. Bosnien ist heute ungarisches Offupationsgebiet. Tann nur ein politisches Kind glauben.( Sehr richtig!) Man fann sagen, Ungarn ist das einzige Beispiel in der ganzen Nun unsre Stellung zu den Parteien. Neben der chauvinistischen Welt, das in dem merkwürdigen Zustand sich befindet, alle Vorteile haben wir die flerifale Gefahr. Unfre Partei hat den Kleritalismus des Schußzolls mit allen Vorteilen des Freihandels zu verbinden. immer bekämpft, aber es haben Wandlungen stattgefunden in der Ungarn ist das einzige Beispiel einer solchen Doppelseitigkeit, und Beurteilung der Frage, ob der Klerikalismus gerade der gefährlichste Der erste Antrag Czech wird zu Punkt Preffe" zurückgestellt. wir Destreicher müssen diese Rechnung bezahlen. Die Ungarn haben Feind ist. Jetzt hat der Klerikalismus wieder eine Macht erobert In seinem Schlußwort wendet sich Bernerstorfer gegen fich eine innere Bollinie gegen Destreich geschaffen, wir Oestreicher und stürzt sich mit einer Wucht in den Kampf, gegen die nur das den Brodschen Antrag. Adler habe gemeint, Obftenttion sei nur im aber sind nicht geschützt gegen sie. Sie haben volles Einbruchs- Bollwerk der Socialdemokratie stand hält. Die bürgerlichen Parteien Falle einer wirklichen Stechtsbeugung möglich. Dem sei nur mit einer gebiet und können so ihre Industrie ungemessen fördern. Auch in der lassen sich vom Kleritalismus entweder verführen, wie es das Einschränkung beizustimmen. Rechtsbeugungen gehörten in Oestreich Bantfrage genießt Ungarn große Begünstigungen. Wiener Bürgertum getan hat, oder sie weichen feige zurück, wie die zum täglichen Brot. Eine Obstruktion sei nur dann möglich, wenn es Auf allen Gebieten bringt uns also der Ausgleich Schädigungen. Liberalen. Die Gefahr des Klerikalismus wird in den verschiedenen sich um eine so traffe Nechtsbeugung handelt, daß die Massen in Er kostet uns unsre Freiheit, Blut und Geld. Wir sind keine Freunde Kronländern verschieden empfunden, je nachdem sie mehr oder Bewegung kommen. Eine Obstruktion ist aber weiter auch da mög der Zolltrennung. Aber selbst wenn wir gegen Ungarn Bolltrennung weniger vou diesem gefährlichsten Feinde bedroht find, am schärfsten lich, wo es sich um tiefe Verlegungen innerster Intereffen großer und verlangen, so würden wir unsren Principien nicht das geringste ver- alio in den Alpenländern, am wenigsten in Schlesien und bewußter Boltstreise handelt. In solchen Fällen fann man obftruieren, geben. Liebknecht hat 1875 auf dem Gothaer Parteitag gesagt: Böhmen . Eine Klugheitsregel gebietet, andre Elemente, die den obwohl die Majorität das Gesch des Parlamentarismus ist, wenn die " Zum Schutz der socialen Arbeit brauchen wir Einfuhrzölle gegen Stampf gegen den Klerikalismus führen, in ihrem Stampfe nicht zu Minorität die thatsächliche Mehrheit des Volkes hinter sich hat.( Leb­folche Länder, die keinen kurzen Normalarbeitstag eingeführt und die stören, auch wenn er nicht besonders aussichtsvoll ist. Wir sind ge- hafte Zustimmung.) Redner schließt mit der Versicherung, daß die Frauen und Kinderarbeit nicht vernünftigen Beschränkungen unter- nötigt, jede Spur des Widerstandes gegen den Keleritalismus im Fraktion nach wie vor ihre Schuldigkeit thun werde. Das Blutbad in Triest worfen haben." Die ganze ungarische Industrie aber beruht auf Empfinden des Bügertums nicht abzutöten und zu verhöhnen, sondern hätte nicht verhindert werden können und Koerber hätte das schießende der maßlosen wucherischen Ausbeutung der ungarischen Arbeiter. zu stärken und zu fördern. Auf die Entwicklung, die über die klein- Militär in Schmitz genommen. Früher aber hätten die Statthalter Gegen einen solchen Staat könnten wir mit größter Seelen- bürgerlichen Parteien zur Tagesordnung übergehen wird, fönnen wir in solchen Fällen Orden bekommen. Der Statthalter von Triest ruhe Schutzölle verlangen. Aber wir begehren das gar nicht. uns da nicht verlassen. Zehn Jahre flerifaler Herrschaft tönnen werde nicht lange mehr auf seinem Bosten bleiben. Auch die Blut­Wir stehen nur auf dem Standpunkt, daß wir den Ausgleich nicht fürchterliche Verwüstung anrichten.( Lebhafte Zustimmung.) thaten gegen die galizischen Landarbeiter würden sofort nach Zu um jeden Breis haben müssen. Redner führt eingehend den Nach- Wir führen jegt in den verschiedenen Provinzen einen Kampf sammentritt des Parlaments von der Fraktion zur Sprache gebracht weis, daß Ungarn bei einer 8olltrennung den kürzern ziehen müßte. um das Landtags- Wahlrecht. Das einzige, was sich erreichen laffen werden.( Lebhafter Beifall.) Würde eine Trennung eintreten, so würden die Ungarn acht mal wird, ist die Einfügung der fünften Badenischen Kurie. Die Mittagpauje tritt ein. so viel an ihrer agrarischen Einfuhr in Oestreich verlieren, während Nun fann man sagen: Nehmen wir lieber diese fünfte Kurie, als In der wir nur dreimal so viel an industrieller Einfuhr verlieren würden, gar nichts. Man kann aber auch sagen: Nehmen wir lieber gar als Ungarn bei uns industrielle Einfuhr hat. Wir können unser nichts als diese fünfte Kurie.( Sehr richtig!) Die Entscheidung ist wird zunächst beantragt, über den Zusagantrag Brod zur Tages­Getreide sehr leicht aus Argentinien und Rußland beziehen. Wo aber schwer und ich lade Sie nicht ein, sie hier zu fällen. Es wird un- ordnung überzugehen. sollen die Ungarn ihre agrarischen Produkte los werden. Die Ungaru möglich sein, eine einheitliche Regel aufzustellen. Nur hätten die Dieser Antrag wird beinahe einstimmig angenommen. müßten buchstäblich in ihrem eignen Fett, auch in ihrem Schweinefett, Steiermärker Genossen gut gethan, ihrer Trauer darüber, daß sie Nesel Graz berichtet sodann im Namen der Kommission über das sie ausführen, ersticken.( Heiterkeit.) diese fünfte Kurie nicht erhalten haben, nicht so lebhaften Ausdruck zu eine von den Wiener Genossen des XIX. Bezirks vorgenommene geben.( Sehr richtig!) Ausschließung.

Welche Stellung nehmen mun Parlament und Regierung ein? Herr v. Koerber kennt den Ausgleich sehr genau. Wenn er im Moment der Entscheidung sich auf neuen Schacher einläßt, so be­deutet das einen Verrat an Oestreich. Er muß jetzt Mut nach oben zeigen. Wäre er ein Staatsmann in großem Stile, so müßte er erklären: Deftreich muß zu Grunde gehen, wenn dieses System weiter geht. Freiheit der Entwicklung oder Trennung! Wenn die großen wirtschaftlichen Einheiten unsre Lebenshaltung herabdrücken, uns abhängig machen, so sind wir gegen sie. Um jeden Preis fchwärmen wir nicht für die Einheit. Die Trennung wäre ja nur ein heilsames Mittel, um zu gefunden, natürlichen Zuständen zu gelangen. Die Völker Oestreichs haben andre Intereffen als die Dynastie. Wenn uns fortwährend pathetisch vom Gesamtstaat geredet wird, so sagen wir: Gesamtstaat? Das heißt für Euch: Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Gendarmerie. Für uns aber heißt es: Acht­stundentag, politische Rechte, hohe Löhne und freie Schule. Das find die Kulturideale, für die wir kämpfen.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

Nach kurzer Diskussion wird die Resolution des Parteivorstandes, die wir bereits in Nr. 187 mitgeteilt haben, einstimmig angenommen. In der

Nachmittagssigung

Im allgemeinen fönnen wir mit den Erfolgen der Partei zu­frieden sein. Auch die Zeit der Ruhe, der politischen Versumpfung, die die nationalen Parteien getötet hat, hat uns nicht geschadet. Die innere Straft unsrer Partei ist vielmehr gewachsen. Die ehrliche proletarische Politif, die rücksichtslos Selbstkritik übt, die den Thatsachen ins Geficht schaut, wird uns weiter führen. Umwahr dürfen wir nicht werden. Aus den thatsächlichen Verhältnissen heraus müssen wir unsre Politik ziehen. In der Zeit der Ruhe Sturm predigen, ist gerade so unehrlich und schwindelhaft, als in der Zeit des Sturmes zur Ruhe mahnen. Die vernünftigste Taktik wird sein, wenn wir die Zeit der Ruhe zur Erziehung redlich benutzen.( Leb­hafter Beifall und Händeklatschen.)

In der Diskussion hält

2. Der socialdemokratische Verband wird aufgefordert, alljährlich zu jedem Barteitage einen ausführlichen und detaillierten Thätigkeits­bericht( nach dem Muster unsrer reichsdeutschen Fraktion) zu erstatten und in Druck legen zu lassen. Gleichzeitig wird die Parteivertretung ersucht, die zu diesem Zwecke notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen und für die weiteste Verbreitung dieses Thätigkeitsberichts Sorge zu tragen.

Nachmittagssigung

Die Ausschließung wird aufgehoben und der betreffende Genosse nur für unfähig erklärt, Vertrauensämter in der Partei zu bekleiden. Das Schlußwort zu dem Punkte der Tagesordnung: Partei­tattif erhält mun

Pölzer Wien es für einen schweren taktischen Fehler, daß Bernerstorfer erklärt habe, zur Obstruktion werde es wegen des Aus­gleichs nicht kommen, hat dann Ellenbogen nicht recht, als er den Ausgleich für eine schwere Gefahr für die Arbeiter hingestellt hat?( Stürmischer Beifall.) Diese demagogischen Gruppen sterben an der Dann müssen auch alle Mittel dagegen angewandt werden. Ich glaube aber, wenn der Dr. Adler 1897 im Parlament gesessen hätte, wäre das Präsidium nicht gestürmt worden.( Lachen.) Er hat immer zu viele Vedenken.

Dr. Start Karlsbad : In Westböhmen ist man der Auficht, wird der Bericht über die parlamentarische Thätigkeit daß die Ursache der zuwartenden Haltung der Socialdemokratie, der der Fraktion entgegengenommen, den E. Pernerstorfer opportunistischen Haltung zum Ministerium Koerber in einer be­erstattet. Hauptsächlich behandelt er diejenigen Fragen, die den sonderen niederöstreichischen Landtagswahl- Politit der Parteileitung Parteiblättern und Parteigenossen Stoff zur Diskussion gegeben zu suchen ist.( Lachen.) Bei uns ist der Glaube an den Parla. haben, so die Beschickung der Obmänner- Konferenzen( Senioren- mentarismus bereits ins Wanken geraten angesichts der Unthätigkeit tonvent) durch die Fraktion, die Frage der Wiederaufnahme der Fraktion. Die Frage des östreichisch- ungarischen Ausgleichs der Obstruktion usw. Das Wesen des Parlamentarismus be- muß zur Obstruktion führen, die unter Umständen von unsrer Fraktion stehe nun einmal darin, daß die Majorität im Recht sei. Nur im allein zu führen ist. Wird der Ausgleich verurteilt, dann ist auch äußersten Notfalle dürfe daher zu dem schweren Schritt der Ob- das Privilegienparlament gesprengt. struktion geschritten werden. Es wäre sehr thöricht gewesen, wegen Bär Saaz spricht sich gegen die beiden Vorredner aus. der Fahrkarten- Steuer zu obstruieren, wie von manchen Seiten ver- Rejel Graz : Ich bin nicht der Ansicht, daß unsre Genossen langt worden sei. Auch wegen des Ausgleichs werde die Fraktion Obstruktion machen sollten, oder daß sie im stande gewesen wären, nicht obstruieren. So unvollkommen die Möglichkeit der Vertretung das Parlament zu zersprengen. Aber wir haben den Eindruck, als der Arbeiterklasse im Parlament ist, theoretisch ist das Thor des wenn unire Fraktion bestrebt gewesen wäre, alle Hindernisse, die sich Barlaments den Arbeitern geöffnet. Drei Hauptformen hat das der parlamentarischen Thätigkeit in den Weg stellien, mit aus dem Barteileben augenblicklich: die Organisationen, die Presse, die Wege zu räumen. Soviel sollte uns nicht an diesem elenden Parlament Fraktion. Die Fraktion hat mit allen Kräften und aller liegen. Was soll denn der Enderfolg dieses Parlaments sein? Der Treue ihre Aufgaben in Barlament zu erfüllen ge- Ausgleich, den uns Ellenbogen als so elend geschildert hat. Die trachtet. Vor dem östreichischen Parlament steht jetzt die Fraktion darf keinen Zweifel darüber lassen, daß ihr an der Er­Statue der Athene, der Göttin der Weisheit, der Be- haltung dieses Parlaments nichts liegt und die Parteileitung sollte sonnenheit und des Könnens. Das Standbild hat nur mehr Initiative entwickeln.( Bravo.) den einen Fehler, daß es vor dem Parlament steht, wo es nicht hin­gehört.( Große Heiterkeit.) In keiner Zeit war das Parlament so forrupt wie jeẞt. Wir aber wollen unter der Devise der Vernunft unfren Kampf weiter führen.( Lebhafter Beifall.)

leber Parteita ftit spricht

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Prähauser Salzburg schließt sich im wesentlichen Refel an. Dr. Czech Brünn: Die Fraktion ist eine gute, tüchtige Ver­tretung unsrer Jnteressen. Es konnte nichts mehr und nichts andres geschehen, als was geschehen ist.

Albrecht und Sponer Reichenberg sprechen ihr Ein­verständnis mit der Thätigkeit der Fraktion aus.

Die Debatte wird auf Sonntag vertagt.

Schluß 6 Uhr.

Dr. V. Adler: Die Genoffen sind im stillen der Ansicht, daß unire Frattion im Wettrennen mit der bürgerlichen Demagogie nicht fiegt. Aus einem gewissen Schamgefühl ist dieser Gedanke auf diesem Kongreß zwar nicht ausgesprochen worden, aber er liegt in Hintergrimde. Wollen Sie wirklich, daß unsre Genossen den Schwindel dieser verächtlichsten Demagogie mitmachen? Wenn Sie das wollen, dann suchen Sie sich audre Leute aus, als die zehn ehr­lichen Männer, die für uns im Parlamente figen.( Bravo 1) Was Sie als Besonnenheit belächeln, was sie als Abwiegeln ver. ächtlich machen, das ist nichts als ehrlichste Wahrheits­liebe.( Bravo.) Die schwindelhaften politischen Existenzen gehen an sich selber zu Grunde. Jeder Lump hängt sich schließlich selber. eignen Lüge. Iufre demagogischen Parteien, die nicht auf wirkliche politische Notwendigkeiten, sondern auf Personen beruhen, müssen mit den Personen taput gehen. Das ist in Wien mit dem Lueger, das ist hier oben mit den Deutschnationalen der Fall. Auch bei uns zeigen sich Anzeichen, als ob man die Bewegung in einzelnen Bezirken mit bestimmten Personen für unlösbar verknüpft betrachtet. Davor muß gewarnt werden. Der Triumphzug des wie heißt das Ding- deutschen Hochgedankens( heiterfeit), der mit gemeinster Erpressung, mit der Benutzung der Hungerpeitsche im Wahlkampfe verbunden war, ist längst vorüber. Grau und bleischwer liegt auf den deutschnationalen Steinbürgern jetzt die Wirklichkeit.( Bravo !) Die beftigste und in ihren Formen unangenehmste Kritik des Barteivorstandes ging vom Genossen Stark aus, wie wir das von ihm gewöhnt sind." Konniventen Opportunismus wirft er deur Parteivorstand vor, und daß er diesen Opportunismus nicht aus Ueberzeugung, sondern in der Abficht betreibe, von der Regierung Konzessionen auf dem Gebiete der niederöstreichischen Landtags­wahlpolitik zu erreichen. Was mag er sich nur darunter vorstellen?( Große Heiterkeit.) Das Verhältnis des Ministe riums Koerber zu den Christlichsocialen ist absolut flar. Die Regierung bringt dieser Partei so viel Wohlwollen entgegen, als fie Einfluß und Macht hat. Die Deutschnationalen treiben wenigstens Antiklerikalismus. Die Christlichsoeialen aber thun ganz andre Dinge. Kein Blatt in Oestreich hat die Echamlosigkeit beseffen, das Blutbad in Triest zu feiern, außer dem christlichsocialen Amtsblatt des Herrn Lueger( Sehr wahr.) Die ganze reaktionäre Kanaille von Oestreich hat hier ihren Stopf und ihren Mittelpunkt.( Stürmi­fcher Beifall.) Und da sagt Start, wir trieben Landtagspolitik, wenn wir gegen diese Bande losgeben und auf dem Wege mitnehmen, was sich uns auf diesem Wege anschließen will. Ich möchte dem liberalen Troß, der gegen den Klerikalismus fämpft, gern Equipagen stellen, damit er mitkommt.( Große Heiterkeit.)

Wie ist nun unire Stellung zur Regierung? Minister Koerber möchte gern populär sein und recht gern modern, aber er hat in den entscheidenden Punkten teine Courage und vielleicht auch nicht die Macht. Es fehlt ihm der Mut, das Bett des nationalen Wild­bachs endgültig zu regulieren. Das Hinausschieben der Dinge mag ein Zeichen von Geschicklichkeit sein, aber es ist nicht die Thätigkeit eines wirtlichen Staatsmannes. Wir haben alle die Ueberzeugung, daß in Triest nicht geschossen worden wäre, wenn es vom Ministerium Stoerber abgehangen hätte. Aber wir haben ihm vorzuwerfen, daß er wie ein alter östreichischer verzopfter Bureaukrat im Parlament diejenigen in Schuß nahm, die das Verbrechen begangen haben, daß er so gethan bat, als glaube er selber an die Lügen seiner Untergebenen in Triest . Damit hat er die Blutschuld erst auf sich genommen, von der er

Dr. V. Adler: Diese Göttin Athene steht auf einem Brunnen, dem nur eines fehlt, das Wasser. Dem Brummen fehlt das Wasser, fonst ist alles in Ordnung. ( Große Heiterfeit.) Das ist ein Bild, Die Wahlen für die Parteivertretung haben folgendes Ergebnis, das ausgezeichnet auf das östreichische politische Leben paßt. Auf Gewählt werden in den engeren Ausschuß: Anna Boichet mit 126, die Periode des Sturmes, der Erregung, die bis 1900 reichte, ist Bopp mit 126, Dr. Ellenbogen mit 125, Claret mit 125, Dr. Adler eine Periode der Ruhe gefolgt, die einer Generation von mit 124, Schuhmeier mit 122, Tomschick mit 120 und Bernerstorfer Genossen, die im Sturme aufgewachsen sind, sehr wenig mit 114 Stimmen. In die Parteikontrolle werden gewählt: Dr. Czech­behagt. Aber unsre stürmende Thätigkeit war die Be Brünn, Spielmann- Vinz, Prähauser- Salzburg , Nesel- Graz. Eeliger nigung einer vielleicht nie wiederkehrenden Gelegenheit, um Teplitz , Schäfer- Steichenberg. Beer- Wien und Widholz- Wien . einen Borstoß zu unternehmen, uns eine Stellung zu erobern. Die von uns eroberte politische, social- rechtliche Stellung der Arbeiter­Aussig. a. d. Elbe , 17. August 1902. schaft muß jezt in ihrem Juhalt erst ausgeschöpft werden. Steine Vormittagssigung. Partei im östreichischen Abgeordnetenhause hat bei so kleiner Zahl Die Debatte über die parlamentarische Thätigkeit einen so großen Einfluß, so große Bedeutung, wie die unire.( Bei- und die Parteitattik wird fortgefeßt. fall.) Sie verdankt diesen Erfolg der Thatsache, daß die organisierte Brod Wien : Der Genosse Ellenbogen neigt zu Kompromissen. vorher vielleicht frei war. Wenn an dem Tage nach den Schüssen der Arbeiterschaft hinter ihr steht, daß sie ein klares Programm Wenn aber ein Abgeordneter nicht ausschließlich von Arbeitern gewählt Statthalter und der Polizeidirektor von ihren Bosten entfernt worden hat, nicht zum mindesten aber auch dem Umstande, daß wird, dann ist er gezwungen, seinen bürgerlichen Wählern Konzessionen wären, so wäre das für die Entwicklung Destreichs von diese 10 Leute die Arbeit von 100 leisten.( Lebhafter Bei zu machen.( Widerspruch.) Das Bürgertum ist eine große reaktionäre größter Bedeutung gewesen. Unfre Genossen im Parlament fall.) Seit wir im Parlamente sind, treten die großen Masse. Unfre Barteileitung follte eine streng proletarische Taftit haben die Toten von Triest nicht lebendig machen können, demonstrativen Aktionen in den Hintergrund. Wir haben ein Jahr- befolgen und nicht kompromisseleien. aber fie haben die Regierung und die Nechte mit